Kreative Artikel zum Thema Nähen

Kinderkleidung reparieren – fast wie neu

Kinderhosen und Löcher – eine Kombination, die vielen Müttern bekannt vorkommen dürfte. Vor allem die Kniegegend wird beim Spielen sehr schnell beschädigt. Zunächst sollte man die Löcher vor weiterem Ausreißen sichern. Ich habe mir außerdem zum Ziel gesetzt, dass die Kleidung danach fast wie neu aussieht, oder zumindest ein bisschen cooler als vorher 😉 Drei Varianten habe ich mir hierfür ausgesucht.

Variante 1: Der runde Patch

Die Kniepartie ist hier schon ziemlich durchgewetzt. Außerdem haben beide Seiten bereits Löcher. Zur Verstärkung habe ich von außen Gewebevlies aufgebügelt. Dies sollte natürlich gleichmäßig positioniert werden und später unter dem runden Patch verschwinden.

Die Löcher habe ich mit einem Zickzackstoff übernäht.

Für den Patch habe ich einen farblich ähnlichen Stoff herausgesucht. Diesen zweimal zugeschnitten und nochmals aus Gewebevlies, das anschließend auf den Flicken aufgebügelt wird.

Den Patch habe ich dann mit einem sehr eng gestellten Zickzackstich umrandet, damit er nicht ausfranst.

Auf die Hose habe ich es dann zuerst mit einem Geradstich entlang der inneren Zickzack-Kante auf die Hose aufgenäht. Danach habe ich es mit einem Zickzackstich nochmals appliziert.

Und schon hat die Cordhose einen coolen Professoren-Look 🙂

Und noch eine Version mit Wildleder-Imitat:

Variante 2: Der Knieeinsatz mit Teilungsnaht

Die Hose hat bereits Teilungsnähte an den Knien. Wie man sehen kann, ist die Hose an der unteren Naht ausgerissen. Auch hier habe ich wieder mit Gewebevlies verstärkt und mit einem Zickzackstich den Stoff “gesichert”. Für das Aufnähen des Knieeinsatzes muss die äußere Beinnaht ein Stück aufgetrennt werden. Dann macht man sich am besten eine Schablone und zeichnet den Verlauf des Einsatzes auf Papier ab und schneidet ihn aus Stoff aus. Ich habe drei Seiten nach innen umgeschlagen und die Seitenaht “offen” gelassen. Das Ganze habe ich zuerst mit einem Geradstich sauber aufgenäht und dann nochmals mit einem Zickzackstich festgenäht. So ergeben sich keine abstehenden Kanten und es schaut auch ganz cool aus. Nach dem Schließen der Seitennaht schaut die Hose fast wie neu aus 🙂

Als hätte dieses Modell nie anders ausgesehen:

Variante 3: Die Sternen-Applikation

Auch bei Variante 3 ist das Vorgehen mit der Stoffsicherung wieder gleich. Statt einem runden oder eingepassten Patch habe ich diesmal einen Stern ausgeschnitten und wieder mit einem Zickzackstich aufgenäht. Diese Variante eignet sich super für Jerseystoffe. Da diese nicht so leicht ausfransen und etwas elastisch sind, muss man die Außenkanten nicht vorab umnähen, sondern kann dies mit einem engen Zickzackstich in einem Schritt machen. Und es eignet sich besonders, wenn nur eine Seite oder eine Stelle an der Kleidung beschädigt ist.

Und hier nochmal im Überblick 🙂

 

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: Baumwolle, Denim, Gewebevlies, Jeans, Jersey, Leinen, Wildlederimitat
Verwendete Produkte:
BERNINA 580
BERNINA 580

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Kommentare zu diesem Artikel

2 Responses

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  • Eva Müller

    Liebe Natalie, ich persönlich habe noch keine Erfahrung mit Plottbildern gemacht. Bei festen Stoffen oder zum Überdecken von Schürfungen oder ganz kleinen Löchern sollte es aber funktionieren. Bei großen Löchern oder starken Schäden drücken der Stoff oder Löcher evtl. zu stark durch. Die Oberfläche sollte in jedem Fall möglichst flach sein.
    Liebe Grüße,
    eva

  • Natalie P.

    Liebe Eva,

    vielen Dank für die tollen Ideen und die hilfreichen Anleitungen.

    Meinst Du, man könnte auch ein Plottbild drüberbügeln anstatt ein Stück Stoff überzunähen? Bei stark beanspruchten Stellen muss es vermutlich Stoff sein, aber ansonsten könnte doch evtl. ein Plott aus Flexfolie o.ä. auch gehen, oder?

    LG
    Natalie

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