Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps November 2019

LuXus

LuXus – glänzt, spiegelt, (wird) reflektiert.

Wie unter einem Brennglas fokussiert die Ausstellung ‘LuXus’ vom 9. November bis zum 15. Dezember 2019 die künstlerischen Blicke der Gruppe tx02 auf Konsum und Reichtum. Die Galerie Haus Samson in Clarholz, Nähe Gütersloh, bildet mit ihrer exklusiven Marmorausstattung an Böden und Wänden den passenden Rahmen.

Einladungskarte

Auf den Reichtum an Wörtern und Wortbildern …

Luise Kerstan: Gewichtige Worte, Detail
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

… macht die Installation ‘Gewichtige Worte’ von Luise Kerstan aufmerksam und vermittelt dies konkret fühlbar.

Luise Kerstan: Gewichtige Worte, Detail
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

 

Luise Kerstan: Gewichtige Worte, Detail
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

‘Was ist Luxus für dich?’, fragt Birgit Reinken die Besucher*innen; individuelle Antworten häkelt sie als unvollendeten ‘Wortwechsel’ und bittet um weitere Statements.

Birgit Reinken: Wortwechsel, Detail
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

Eine bereits vorliegende Deutung lautet ‘sitzen und gucken’: Ihre Installation ‘PoSitzionen’ zeigt, dass dieser bescheidene Wunsch in endlosen Variationen geschehen kann.

Birgit Reinken: PoSitzionen, Detail
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

 

Birgit Reinken: PoSitzionen, Detail
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

Ulrike Lindner dekonstruiert historisches Mobiliar …

Ulrike Lindner: Meierbieder
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

… um den komplexen Formen nachzuspüren.

Ulrike Lindner: Von der Frage zur Aussage. Von der Aussage zur Frage
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

Ihre neuen ‘Antiquitäten’ lässt sie zu ungeahnten Höhenflügen schwebend abheben.

Ulrike Lindner: Armleuchter
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

Das Objekt ‘Plisseeeee’ verweist auf eine elegante Robe …

Marianne Herbrich: Plisseeeee, Detail
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

… während das Kleiderbild ‘Mini’ einen üppigen Plisseerock andeutet.

Marianne Herbrich: Mini, Detail
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

Beide Objekte sind genauso wie der sich aus einer plissierten Vase ergiessende ‘Farbrausch’ von Marianne Herbrich gestaltet.

Marianne Herbrich: Farbrausch, Detail
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

Mechthild Jülichers ‘Kleines Schwarze’ wird von unzähligen Fäden in Form gehalten.

Mechthild Jülicher: Kleines Schwarzes, Detail

Exklusiv und gleichzeitig profan: Ihr zweites Kleidobjekt aus verstricktem und verhäkeltem Draht nimmt Fühlung mit einem metallischen Topfschwamm auf, ihre goldglänzenden, ‘hochstapelnden’ Säulen werden identifiziert als Konfektfolien.

Marianne Herbrich: Hochstapler, Detail
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

 

Marianne Herbrich: Hochstapler, Detail
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

Das Surreale und Entfremdende von materiellem Reichtum zeigen augenzwinkernd drei Objekte von Susanne Klinke.

Susanne Klinke: Für einen Cent
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

In ihren visuellen Fabeln ‘Für einen Cent’, ‘Fleisch’ und …

Susanne Klinke: Fleisch
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

… ‘Märchen’ reagieren die tierischen Protagonisten auf menschliche Annäherungen mit Warnrufen.

Susanne Klinke: Märchen
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

‘LuXus’: Ein Thema, das nur auf den allerersten Blick ganz eindeutig konnotiert ist; die Ausstellung zeigt sehr differente und spannende Interpretationen dieses Begriffs.

Info:

8. November – 15. Dezember 2019

LuXus
Gruppe tx02

Galerie im Haus Samson
An der Dicken Linde 3
33442 Herzebrock-Clarholz
Deutschland

www.kunstverein-gruppe13.de
www.textil-kunst.com

Öffnungszeiten:
Mi, Sa, So: jeweils 15 – 18 Uhr

Austellungseröffnung:
Fr, 8. November 2019, 19 Uhr

***

NADELWELT Friedrichshafen

Die NADELWELT – die bisher einmal jährlich im Mai am Standort Karlsruhe die grösste und sehr erfolgreiche Handarbeitsmesse Deutschlands – hat einen neuen, zweiten Hotspot fürs Nähen und Handarbeiten: Die Messe Friedrichshafen ist vom 8. – 10. November 2019 am Bodensee der Anziehungspunkt für Handarbeitsfreaks. Der gleiche Veranstalter PARTNER Medien bietet ihnen nach bewährter Manier alles, was das Herz begehrt: Verkaufsveranstaltung, hochwertige Ausstellungen und ein kreatives Kursangebot zum Mitmachen vor Ort.

Logo

Über 20 Ausstellungen listet die Website auf – die NADELWELT präsentiert eine Vielzahl internationaler Textilkünstler*innen, darunter die Bosna Quilt Werkstatt, Jana Sterbova und Irena Zemanova aus Prag, Birgit Schüller oder die ALKÜNS, um nur einige zu nennen.

Ich habe mir wieder einige Ausstellungen ausgesucht, um sie hier näher vorzustellen:

Desedamas’ – dahinter verbergen sich Cecilia und Mercè González aus Igualada, ganz in der Nähe von Barcelona. Seit vielen Jahren äussern sie sich textil, ihr Stoff ist die Seide. Sie arbeiten gleichsam ‘im Duett’, wenn auch jede in ihrer eigenen ‘Tonlage’, sie färben, bedrucken, bemalen, vernähen und besticken den Stoff und während sich Cecilia mit vielen Texturen ausdrückt, bevorzugt Mercè die Transparenz.

Cecilia: formatges & melmelades
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Sie haben sich zum Ziel gesetzt, Brücken zwischen Kochen und Textilkunst zu schlagen, um aus einem Gourmetmenü ein Ausstellungsmenü zu machen. Also serviert man in der Ausstellung ‘Tàst textil’ ein mehrgängiges deliziöses Menü, das Farben, Texturen, Düfte und Gerüche der Köstlichkeiten des Sterne-Restaurants ‘Les Cols’ virtous einfängt. Man lasse sich die Speisen, denen sich Cecilia widmet, und Getränke, um deren Interpretation sich Mercè kümmert, auf der Zunge zergehen!

Mercè: cava les cols
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die Network Quilters behaupten: ‘Quilts gehören ins Museum!’ und stellen diese Behauptung gleichzeitig in Frage: ‘Oder etwa nicht?’. In ihrer Ausstellung ‘Ist das Kunst oder kann das weg?’ gehen sie spielerisch und mit einem Augenzwinkern auf diese Fragestellung ein. Sie schaffen sich ein eigenes Museum, in dem sie die Besucher einladen, sich selbst eine Meinung zu bilden, dabei selbst Hand anzulegen und mit Quilts Kunst zu schaffen.

Network Quilters: Ausstellung ‘Ist das Kunst oder kann das weg?’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die Stickereien der aus Russland stammenden Elena Lorenz sind eigentlich Fadenmalereien. Sie entstehen stets als Kombination und Zusammenspiel aus unterschiedlichen Materialen – Stoffe, Wolle und Garne in tausenden verschieden Farbnuancen und Strukturen. In ihren Werken vereint sie sowohl die traditionelle Handwerkskunst der Stickerei, welche über Generationen in ihrer Familie weitergegeben wurde, als auch ihre Passion für die Malerei, die sie beim Studium an der Fakultät für bildende Künste in Kursk vertiefte.

lena Lorenz: Dolomiten
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Inspiriert von der Natur in all ihren Facetten, fängt sie ihre Schönheit ein und überträgt sie in Bilder.

Elena Lorenz: Löwenzahn
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Johanna Spaethe, die sich seit 1972 mit vielerlei textilen Techniken beschäftigt und sich damit ausdrückt, geht es niemals um schnelle, plakative Teilnahme an Konsum und Modeerscheinungen. Ihr Anliegen ist es, Nutzung, Weiterentwicklung von Vorhandenem und den Austausch von Gedanken und Möglichkeiten zu erproben und innerhalb von Bekanntem und Unbekanntem zu experimentieren.

Arbeit von Johanna Spaethe: Ausstellung ‘Was bleibt?’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Ihre von Hand gefertigten Arbeiten sind Stück für Stück sichtbar gemachte Gedanken und Aussagen unter Verwendung von Gebrauchtem. ‘Was bleibt?’ Unter diesem Ausstellungstitel dokumentiert sie Stich für Stich, Arbeitsgang für Arbeitsgang, Gedanken, Minuten, Sekunden der verbrachten Zeit.

Arbeit von Johanna Spaethe: Ausstellung ‘Was bleibt?’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Drei Gruppen aus dem Dreiländereck (Österreich, Deutschland, Schweiz) – ‘Freischerler‘, ‘Pfänderquilterinnen‘ und ‘Quiltgruppe Dornbirn‘ – zeigen in einer ihrer beiden Gemeinschaftsausstellungen ‘FLORA treibt Blüten’ textile Blumenbilder auf Keilrahmen (40 x 40), freie und naturalistische Blumenportraits in verschiedenen Techniken und Materialien.

Arbeit von Jutta Böhmler-Hahn: Ausstellung ‘FLORA treibt Blüten’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

So bunt wie die Phantasie der Teilnehmerinnen, so vielfältig wie die Natur.

Arbeit von Jutta Böhmler-Hahn: Ausstellung ‘FLORA treibt Blüten’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Am besten werfen Sie vorab einen Blick auf das komplette Programm auf der Website.

Info:

8. – 10. November 2019

NADELWELT Friedrichshafen

Messe Friedrichshafen
Neue Messe 1
Eingang Ost, Halle B5
88046 Friedrichshafen
Deutschland

www.nadel-welt.de

Öffnungszeiten:
Fr, Sa: 10 – 18 Uhr
So: 10 – 17 Uhr

***

History in Fashion
1500 Jahre Stickerei in Mode

Stickerei als Kontrast zu Fast Fashion und Massenproduktion erlebt ein Comeback! Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig lädt mit seiner Ausstellung ‘History in Fashion. 1500 Jahre Stickerei in Mode’ ab dem 21. November 2019 zu einem Streifzug durch die Modegeschichte vom Mittelalter bis in die jüngste Zeit ein.

Stiefel ‘Flora’s Present’, Detail
Italien, Deutschland 2017
Stickerei in Seide auf textile Oberfläche
Inv. Nr. 2017.832a,b
Foto: Karola Bauer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Gezeigt werden rund 150 Objekte aus den eigenen Sammlungen, darunter eine Vielzahl von Textilien, die noch nie der Öffentlichkeit zugänglich waren.

Damenmäntelchen, letztes Drittel 19. Jahrhundert
Stickerei in Anlege- und Applikationstechnik mit Silberlahn, gedrehten
Silberschnüren und Zierknöpfen
Erworben aus Privatbesitz
Inv. Nr. 1964.121
Foto: Esther Hoyer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Faszinierende Arbeiten aus koptischer Zeit und Mittelalter, reiche Stickereien des Barock, Arbeiten des 19. Jahrhunderts treten mit Neuerwerbungen von den hauseigenen Grassimessen im 20. und 21. Jahrhundert sowie innovativen Werken von Textilkünstler*innen und jungen Talenten in Dialog.

Weste
Balkan, um 1900
Silberstickerei in Anlegetechnik auf weissem Tuch
Inv. Nr. 1966.66
Foto: Esther Hoyer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Stickerei erfüllte immer das Bedürfnis, Individualität und Bedeutung in Kleidung einzuschreiben.

Damenhandschuhe
Deutschland, 2.Hälfte 18.Jh.
Stickerei in Seide
Gold- und Silberfaden auf Seidengewebe
Foto: Esther Hoyer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Als Kontrast zu Fast Fashion und Massenproduktion erlebt diese jahrhundertealte Technik der individuellen und detailverliebten Verzierung ein Revival.

Taufkleid aus einer Zierdecke
Deutschland (Sachsen?), Ende 18. Jahrhundert
Farbige Seidenstickerei auf Leinenbatist
Schenkung aus Privatbesitz
Inv. Nr. 1947.3
Foto: Esther Hoyer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In Form, Material und Motiven betont die aktuelle Mode handwerkliche Kunstfertigkeit und historische Bezüge und setzt Stickerei als Statement.

Pluviale (Chormantel)
18. und 19. Jahrhundert
farbige Seidenstickerei auf blauem Seidendamast
Inv. Nr. V8104
Foto: Esther Hoyer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Vor diesem Hintergrund zeigt die Ausstellung an ausgewählten Beispielen der eigenen Sammlung die über die Jahrhunderte immer wiederkehrende Bedeutung von Stickerei in der Mode.

Teil eines Frauenmieders
Frankreich um 1735
Seiden-und Silberstickerei auf Seide
Foto: Esther Hoyer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Traditionelle Kunstfertigkeit und Materialeinsatz sind ebenso wie digitale Techniken und neue Materialien in ihrem faszinierenden Einsatz zu entdecken.

Stiefel
Stuart Weitzmann, USA und Italien
Silberstickerei und Pailetten auf schwarzem Velourgewebe
Foto: Esther Hoyer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Insgesamt sechs Themeninseln gliedern die Ausstellung:
Kleidung als Bedeutungsträger: Zeichen, Bild, Text
Inspiration Flora: blühende Pracht, reine Natürlichkeit, verlorenes Paradies
Materialvielfalt: mehr als Gold, Silber und Pailletten
Andere Kulturen: Anregungen und Ideenaustausch
Technik für ReUse und Upcycling
Neue Wege: Stickerei im Textil- und Modedesign von morgen

Gesellschaftskleid
Deutschland um 1925
Glasperlen und Ornamentmotive aus Seidencrepe in Applikationsstickerei auf Seidentüll
Foto: Esther Hoyer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Neben den historischen Objekten und ausgewählten Beispielen aktueller Mode werden innovative Werke von Textilkünstler*innen und jungen Talenten präsentiert. Als Partner für diese Sonderschau hat das Museum die Textilklasse der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle unter der Leitung von Professor Bettina Göttke-Krogmann gewonnen.

Gesellschaftskleid
Deutschland um 1925
Stickerei in Goldfäden und Glasperlen auf Crepe Georgette
Goldlame
Foto: Esther Hoyer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Arbeiten von neun Studierenden zeigen neue Ansätze für die Verwendung von Stickerei auf Kleidung für Hand- und Maschinenstickerei. Traditionelle Techniken sind hier ebenso faszinierend und innovativ eingesetzt, wie digitale Techniken und neue Materialien. Diese Beispiele zeigen die unerwarteten Möglichkeiten dieser besonderen Kunsttechnik der Textilveredelung.

Katalog erhältlich.

Info:

21. November 2019 – 29. März 2020

History in Fashion
1500 Jahre Stickerei in Mode

Grassi Museum für Angewandte Kunst
Johannisplatz 5 – 11
04103 Leipzig
Deutschland

www.grassimak.de

Eröffnung:
Mi, 20. November 2019, 19 Uhr

***

DA HABEN DIE ROSEN DORNEN GETRAGEN
Eine Schwarzlichtinstallation von tx 02

Im Religio in Telgte, dem Westfälischen Museum für religiöse Kultur, ist vom 9. November 2019 bis zum 26. Januar 2020 die Schwarzlichtinstallation ‘DA HABEN DIE ROSEN DORNEN GETRAGEN’ der Gruppe tx02 zu sehen …

Einladungskarte, Detail
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

… zumeist vegetabil anmutende Objekte, die die Möglichkeiten der plastischen Raumgestaltung ausschöpfen.

Birgit Reinken: bLUMEN (Hintergrund), Ulrike Lindner: LEERE DORNEN (oben)
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

Die Installation bezieht sich auf das Lied ‘Maria durch ein’ Dornwald ging’, das von der schwangeren Maria erzählt; sie geht durch einen seit sieben Jahren verdorrten Wald, der durch die Aura des göttlichen Kindes zum Leben erweckt wird und wieder erblüht.

Ulrike Lindner: LEERE DORNEN
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

Durch das Schwarzlicht erzeugt die Installation eine fantastisch-surreale Atmosphäre. Die Objekte erstrahlen, wirken wie von selbst leuchtend.

Marianne Herbrich: FÜHLUNG NEHMEN
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

Bewegt man sich durch diese magische Umgebung, so ist man von wundersamen Dingen umgeben und kann nachfühlen, wie es Maria bei dem im Lied dargestellten Rosenwunder ergangen sein mag.

Mechthild Jülicher: ROSEN ÜBER UNS
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

Der erste Blick fällt auf weiche ‘LEERE DORNEN’ und langgezogene Stacheln – ‘FÜHLUNG NEHMEN’ – aus zwei sich öffnenden Prismen.

Marianne Herbrich: FÜHLUNG NEHMEN (li), Ulrike Lindner: LEERE DORNEN (re)
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

Blütenpollen scheinen aus einem Blütengewirr (‘WACHSEN’) auf den Boden gefallen zu sein …

Susanne Klinke: WACHSEN
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

… daneben blickt man auf kugelartig angeordnete Gewächse (‘bLUMEN’).

Birgit Reinken: bLUMEN
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

‘ROSEN ÜBER UNS’, eine leicht verdrehte Himmelsleiter (‘WERDEN’) und …

Luise Kerstan: WERDEN
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

… die Botschaft ‘GLAUB NICHT’ deuten die Weite nach oben an.

Susanne Klinke: GLAUB NICHT
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

Der Raum wird in die Ferne raumplastisch modelliert durch krakelige, unterschiedlich grosse Schriftbilder – ‘JESUSMARIAJOSEF’ – und …

Mechthild Jülicher: JESUSMARIAJOSEF
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

… ‘VIEL ÄHRE’ – zarte Ähren als Hoffnungsträger und Symbol für die Fülle des Lebens.

Birgit Reinken: VIEL ÄHRE
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

‘DA HABEN DIE ROSEN DORNEN GETRAGEN’ ist eine Installation, die das erwartungsvolle Herbeisehnen der frohen Botschaft empfinden lässt.

Mechthild Jülicher: JESUSMARIAJOSEF, Detail
Foto freundlicherweise von tx 02 zur Verfügung gestellt

Die Breite der verwendeten Techniken mit unterschiedlichen Materialien ist gross: Scherenschnitte, Umwicklungen, Formungen, Genähtes, Bemaltes, Knoten, eigene Techniken. Die optischen Eindrücke werden durch akustische Variationen des titelgebenden Liedes erweitert; dem Besucher wird eine Fülle unterschiedlicher Sinnesreize angeboten.

Info:

9. November 2019 – 26. Januar 2020

Da haben die Dornen Rosen getragen – Eine Schwarzlichtinstallation

Religio – Westfälisches Museum für religiöse Kultur
Herrenstrasse 1-2
48291 Telgte
Deutschland

www.textil-kunst.com
www.museum-telgte.de

Öffnungszeiten:
Di – So: 11 – 18 Uhr

24. Dezember 2019: geschlossen
25. Dezember 2019: 14 – 18 Uhr
31. Dezember 2019: geschlossen
1. Januar 2020: 14 – 18 Uhr

***

WAASSER
Annette Quentin-Stoll, Carine Mertes, Robert Quentin

Ab dem 17. November 2019 zeigt die Alte Duchfabrik Esch-Sauer die Filzausstellung ‘WAASSER’ mit Teppichen, Bildern und Objekten von Annette Quentin-Stoll, Fotografien von Robert Quentin und als Guest Artist Carine Mertes mit gefilzten Schals und Objekten.

Filzteppich von Annette Quentin-Stoll
Foto: aus der Einladung

Wasser spiegelt Himmelblau und Blattgrün, erfreut uns mit Bachgeplätscher und Meeresrauschen. Macht die Sonne aus Wasser Dampf, können tausende Tropfen Wasserberge bilden. Gefriert es, entstehen bizarre Formen wie Schneesterne und Eiskristalle. Wasser ist die Grundlage für alles Leben auf diesem Planeten und es prägt die Region des Naturpark Öewersauer ganz entscheidend.

Schal von Carine Mertes
Foto: aus der Einladung

Auch für den Filzprozess, bei dem aus losen Wollfasern durch Handarbeit ein festes Material entsteht, wird Wasser benötigt. So inspiriert das Wasser als Element und als Lebensraum die Künstlerinnen Annette Quentin-Stoll (D) und Carine Mertes (L). Die gefilzten Bilder und Objekte werden durch Fotografien von Robert Quentin (D) ergänzt, der seine Beobachtungen auch in bewegten Bildern festhält und so eine weitere Dimension des Elements Wasser zeigt.

Fotografie von Robert Quentin
Foto: aus der Einladung

Info:

17. November 2019 – 15. März 2020

Waasser – Filzexpo

Alte Duchfabrik
Naturpark Öewersauer
15, rue de Lultzhausen
9650 Esch-Sauer
Luxembourg

www.naturpark-sure.lu

Flyer

Öffnungszeiten:
Täglich, ausser Mi: 10 – 12 und 14 – 17 Uhr
Sa, So, Feiertage: 14 – 17 Uhr
Am 25. Dezember und 1. Januar geschlossen

Vernissage:
Sa, 16. November 2019, 15 Uhr
um Anmeldung wird gebeten

Sa/So, 14./15. März 2020
Filzkurs ‘Fliegende Fische’ mit Annette Quentin-Stoll (siehe Flyer)
Info und Anmeldung beim Naturpark Öewersauer

***

Nesa Gschwend: Memories of Textiles

Die Kunsthalle Ziegelhütte in Appenzell präsentiert ab dem 17. November 2019 die Ausstellung ‘Nesa Gschwend: Memories of Textiles’, die auf den drei Stockwerken der Kunsthalle präsentiert wird und in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entstanden ist. Gezeigt werden über 80 Arbeiten: Objekte, Bilder und Videos.

Plakat

Nesa Gschwend (geb. 1959 in St. Gallen) verbindet in ihrem Werk handwerkliche, auch weiblich konnotierte Traditionen mit avantgardistischen und performativen Techniken der Kunst- und Wirklichkeitserzeugung. Sie gehört zu den profiliertesten Künstlerinnen der Schweiz, die in ihrem Werk Individualität und Sozialität nicht nur reflektieren, sondern aktiv gestalten.

Nesa Gschwend: Carpet-Object, 2018
Gebrauchte Kleider, Baumwolle, Faden, Wachs, Lack
© Nesa Gschwend
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung Memories of Textiles’ konzentriert sich auf drei Schwerpunkte der künstlerischen Arbeit Gschwends, die unendliche Reihe ‘Human’, fiktive Porträts, die ‘Relations’ und das interdisziplinäre Projekt ‘Living Fabrics’.

Nesa Gschwend: Carpet-Object, 2018
Gebrauchte Kleider, Baumwolle, Faden, Wachs, Lack
© Nesa Gschwend
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Werkreihe ‘Human’ begleitet Nesa Gschwend seit den 1980er Jahren. Hier hat sie anhand biographisch aufgeladener Materialien (Textilien, Haare usw.) ein existentielles Widerbild der ‘condition humaine’ geschaffen, das zeitlos wirkt.

Nesa Gschwend: Gathering-Object, 2016
Gebrauchte Kleider, Baumwolle, Draht, Faden, Lack
© Nesa Gschwend
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die ‘Relations’, die der Ausstellung den Titel geben, verwandeln mithilfe von aus der Familie Gschwend stammenden Kleidungsstücken subjektive Erinnerungen in kollektiv erfahrbare Erinnerungen.

Nesa Gschwend: Living Fabrics, 2015/2017
Videostill
© Nesa Gschwend
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Living Fabrics’ ist eine textile Installation, die sich über Jahre entwickelt hat. In partizipativen Performances werden Personen aus allen sozialen Schichten und verschiedensten Nationen an dem Werkprozess beteiligt. Aus der Interaktion zwischen Künstlerin und Mitwirkenden haben sich vielgestaltige Objekte entwickelt, die individuelle und kollektive Erinnerung, Ich und Welt verknüpfen – u.a. ein Sinnbild für die Notwendigkeit des Miteinanders.

Zur Ausstellung erscheint eine zweisprachige Begleitpublikation.

Info:

17. November 2019 – 15. März 2020

Nesa Gschwend: Memories of Textiles

Kunsthalle Ziegelhütte
Ziegeleistrasse 14
9050 Appenzell
Schweiz

www.h-gebertka.ch

Einladungskarte

Öffnungszeiten:
Di – Sa: 14 – 17 Uhr
So: 11 – 17 Uhr

Eröffnung:
Sa, 16. November 2019, 17 Uhr
Die Künstlerin ist anwesend.

***

Kleider machen Orte
Dipdii Textiles, Bangladesch
Studio Anna Heringer

Die ifa-Galerie Stuttgart präsentiert noch bis zum 5. Januar 2020 die Ausstellung ‘Kleider machen Orte. Dipdii Textiles Bangladesch. Studio Anna Heringer’ mit Pop-Up-Store.

Plakat

Dipdii Textiles – das sind Stoffe, Gewebe und Gewirke ‘made in Bangladesh’. Sie sind nicht nur wunderschön, sondern entstehen auch in einem ganz besonderen Herstellungsprozess: Die Unikate werden partizipativ, zukunftsfähig, dezentral und basierend auf der lokalen Textiltradition von Hand produziert.

Ausstellungsansicht
© die arge lola
Foto freundlicherweise von der ifa-Galerie Stuttgart zur Verfügung gestellt

Dipdii Textiles bietet eine Alternative zur Massenproduktion und Ausbeutung in den Fabriken in den Städten und trägt dazu bei, die Lebensqualität in den Dörfern zu verbessern und somit die Landflucht zu verringern.

Dipdii Textiles: Decke
Foto: Günter König, freundlicherweise von der ifa-Galerie Stuttgart zur Verfügung gestellt

Das Label Dipdii Textiles wurde von Studio Anna Heringer, der Designerin Veronika Lena Lang und der gemeinnützigen lokalen Organisation Dipshikha gegründet.

Dipdii Textiles Stickerinnen
Foto: Klara Fehsenmayr, freundlicherweise von der ifa-Galerie Stuttgart zur Verfügung gestellt

Getragene und gebrauchte Saris werden in übereinander liegenden Schichten verarbeitet. So entstehen Decken mit einzigartigen, lebendigen Oberflächen und jedes textile Werk erzählt auch ein Stück Familiengeschichte.

Stickerinnen von Dipdii Textiles
Foto: Lucia Perianes, freundlicherweise von der ifa-Galerie Stuttgart zur Verfügung gestellt

Durch Upcycling in Handarbeit entstehen Shirts, Westen und Kissenbezüge, die in einem Pop-Up-Store in der Ausstellung zu erwerben sind.

Ausstellungsansicht
© die arge lola
Foto freundlicherweise von der ifa-Galerie Stuttgart zur Verfügung gestellt

Die Arbeit der Architektin und Initiatorin des Projekts, Anna Heringer, zeichnet sich durch ein besonderes Gespür für Formgebung und Materialität aus. Sie interessiert sich nicht nur für die Umsetzung ihrer Architektur-Entwürfe, sondern auch für die Lebensumstände der zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer sowie für die ökonomischen und kulturellen Bedingungen der Orte, an denen sie baut.

Ausstellungsansicht
© die arge lola
Foto freundlicherweise von der ifa-Galerie Stuttgart zur Verfügung gestellt

Lagepläne, Grundrisse und Ansichten der Architekturen, die Anna Heringer und Partner in Rudrapur im Norden Bangladeschs realisierten, wurden schliesslich von den Frauen aus dem Dorf als Motive entdeckt und auf die Stoffdecken gestickt. So entstanden neue, aussergewöhnliche Darstellungen von Anna Heringers Architektur – ebenso farbig, vielschichtig und sinnlich wie die Textilien aus Rudrapur.

DESI Trainingscenter
Foto: Günter König, freundlicherweise von der ifa-Galerie Stuttgart zur Verfügung gestellt

Anna Heringer reagiert als Architektin auf die entscheidenden Fragen unserer Zeit: Wie können wir ressourcenschonend, sozial tragfähig und zukunftsweisend bauen und leben? Bereits früh machte sie Erfahrungen mit Entwicklungsarbeit in der NGO Dipshikha in Bangladesch und entwickelte dabei einen Ansatz, der sich auch in ihrem architektonischen Werk widerspiegelt: Vorhandenes nutzen, anstatt externe Abhängigkeiten zu produzieren.

Ausstellungsansicht
© die arge lola
Foto freundlicherweise von der ifa-Galerie Stuttgart zur Verfügung gestellt

Sie erhielt 20017 u.a. den Aga Khan Award for Architecture und lehrte u.a. an der Universität Stuttgart, der TU München, an der ETH Zürich und an der Harvard Universität. Als Honorarprofessorin des UNESCO Chair of Earthen Architecture, Building Cultures and Sustainable Development präsentiert sie anhand ihrer Arbeiten, wie menschliche Designkultur und traditionelle Werkstoffe als emanzipatorisches Potential wirken können.

Info:

18. Oktober 2019 – 5. Januar 2020

Kleider machen Orte
Dipdii Textiles, Bangladesch
Studio Anna Heringer

ifa-Galerie Stuttgart
Charlottenplatz 17
70173 Stuttgart
Deutschland

www.ifa.de

Öffnungszeiten:
Di – So: 12 – 18 Uhr
Mo, an Feiertagen, am 24. & 31. Dezember 2019 und am 1. Januar 2020 geschlossen

Der Eintritt ist frei

Rahmenprogramm:

Sa, 23. November 2019, 15.30 – 17.30 Uhr, ifa-Galerie Stuttgart
Wer macht meine Kleider? – Präsentation und Diskussion
Im Rahmen der Ausstellung stellen sich fünf lokale Modelabel vor: KipepeoClothing, [eyd] humanitarianclothing, wiederbelebt, KVINNA und macarons achten auf sozial-ökologische Produktionsbedingungen und ihre Kollektionen überzeugen mit gutem Design.

Do, 28. November 2019, 19 Uhr im Weltraum des ifa
Todschick – edle Labels, billige Mode – Vortrag von Gisela Burckhardt
Nicht nur die Billigware wird unter unmenschlichen Bedingungen produziert, sondern auch scheinbar hochwertige Mode von teuren Labels. Die Aktivistin Gisela Burckhardt recherchiert, analysiert und setzt sich für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie weltweit ein.

Fr, 29. November 2019
Do, 12. Dezember 2019
Sa, 4. Januar 2020, jeweils 16 Uhr
Ausstellungsgespräche mit Führung durch die Ausstellung mit der Kunsthistorikerin Andrea Welz

So, 10. November 2019, 16 – 17.30 Uhr
‘Upcycling-Atelier’ – Workshops von und mit Menja Stevenson und Hartmut Landauer
Ein Workshop für den Verein für Internationale Jugendarbeit (VIJ), interessierte Jugendliche, junge Erwachsene und Jugendliche Geflüchtete von und mit Hartmut Landauer
Was bedeutet ‘Made in Bangladesh’? Meistens Ausbeutung, Umweltverschmutzung und billige Qualität der Kleidung. Wir erleben in der Ausstellung über das Fair Fashion-Projekt von Anna Heringer, dass es auch anders geht! Wir hinterfragen unser Konsumverhalten und werden uns unserer Verantwortung als Konsumenten bewusst. Im Anschluss eröffnen wir ein Upcycling-Atelier für Taschen: Wir verarbeiten mitgebrachte Kleidungsstücke zu Taschen, wobei jedes Teil ein Unikat mit seiner persönlichen Geschichte wird.

‘Kleider machen Orte’ ist eine Ausstellung und ein Pop-Up-Store:
Shirts, Westen und Kissenbezüge sind in der Ausstellung zu erwerben; mit Ihrem Kauf unterstützen Sie die Näherinnen und Stickerinnen in Rudrapur.

***

In Pursuit of Fashion: The Sandy Schreier Collection

Ab 27. November 2019 zeigt The Met Fifth Avenue (New York City) in den Räumlichkeiten des Costume Institutes die neue Sonderausstellung ‘In Pursuit of Fashion – The Sandy Schreier Collection’, eine wahre Schatztruhe französischer und amerikanischer Couture und Konfektion. Sandy Schreier gilt als Pionierin unter den Sammlern, die im Laufe von mehr als einem halben Jahrhundert eine der besten privaten Modekollektionen in den Vereinigten Staaten geschaffen hat.

Key Visual

Das 150-jährige Bestehen des Museums wird mit einer Sammlungsinitiative gefeiert und Sandy Schreier wird aufgrund dessen dem Haus insgesamt 165 Stücke überlassen. Für die Ausstellung ‘In Pursuit of Fashion’ wählten die Kuratoren ungefähr 80 Exponate aus: Damenmode, Accessoires und Modezeichnungen aus dem Jahr 1908, das Album ‘Les Robes de Paul Poiret’ von Paul Poiret in Zusammenarbeit mit Paul Iribe.

Kleid, Karl Lagerfeld (1938–2019) für Chloé (gegr. 1952)
Frühling/Sommer 1984
Erwartete Schenkung von Sandy Schreier
Image courtesy of The Metropolitan Museum of Art
Foto: © Nicholas Alan Cope, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Die Schenkung von Sandy Schreier – eine der umfangreichsten in der jüngeren Geschichte des Kostüminstituts – wird den Bestand des Museums an Mode des 20. Jahrhunderts dramatisch bereichern’, sagt Max Hollein, Direktor des Museums und fährt fort: ‘Wir sind begeistert und geehrt, diese wichtigen Schätze zu erhalten und freuen uns darauf, eine hochkarätige Ausstellung zu präsentieren.’

Kleid, Madeleine & Madeleine (1919–26), ca. 1923
Erwartete Schenkung von Sandy Schreier
Image courtesy of The Metropolitan Museum of Art
Foto: © Nicholas Alan Cope, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Schon in jungen Jahren erwachte Sandy Schreiers Interesse für Mode, als sie ihren Vater zu seiner Arbeitsstelle in Detroit begleitete, wo sie auf einige der am modischsten gekleideten Frauen der Stadt traf. Ihre Begeisterung veranlasste die Damen, ihr ihre Couture-Kleider zu schenken und Sandy bewahrte sie lieber auf als sie selbst zu tragen.

Abendkleid, Gilbert Adrian (1903–1959), Herbst 1945
Erwartete Schenkung von Sandy Schreier
Image courtesy of The Metropolitan Museum of Art
Foto: © Nicholas Alan Cope, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Ich habe mich immer als Moderetterin gesehen’, sagt Sandy Schreier. ‘Meine Leidenschaft für Mode als Kunstform hat mich dazu bewogen, nach den innovativsten, kreativsten und atemberaubendsten Objekten bekannter und weniger bekannter Talente zu suchen. Ich bin hocherfreut, dass diese Stücke nun als mein Vermächtnis bei The Met weiterleben, wo sie für die Ewigkeit konserviert und der Öffentlichkeit, Designern und Experten zur Verfügung stehen.’

Jacke, Mariano Fortuny y Madrazo (1871–1949)
1920er–30er Jahre
Erwartete Schenkung von Sandy Schreier
Image courtesy of The Metropolitan Museum of Art
Foto: © Nicholas Alan Cope, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Sandy Schreier sammelte Kultobjekte von Designern, die seit langem für ihre führende Rolle bekannt sind, aber auch von innovativen Couturiers, die in Museumssammlungen häufig unterrepräsentiert sind, wie Boué Soeurs, Madeleine & Madeleine oder Jeanne Margaine-Lacroix.

Ensemble, Yves Saint Laurent (1936–2008) für Haus Dior (gegr. 1947)
Frühling/Sommer 1958
Erwartete Schenkung von Sandy Schreier
Image courtesy of The Metropolitan Museum of Art
Foto: © Nicholas Alan Cope, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Designer, deren Werke in die Ausstellung aufgenommen werden, gehören zum Who’s Who der Modeszene, darunter Balenciaga, Balmain, Chanel, Dior, Lagerfeld, Lanvin, Schiaparelli und viele andere.

Ensemble, Patrick Kelly (1954–1990)
Herbst/Winter 1988–89
Erwartete Schenkung von Sandy Schreier
Image courtesy of The Metropolitan Museum of Art
Foto: © Nicholas Alan Cope, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Sandy Schreier ist seit vielen Jahren eine häufige Leihgeberin für Museumsausstellungen. Sie hält regelmässig Vorträge über Mode und hat zwei Bücher über Hollywood-Kostüme geschrieben.

Abendkleid, Cristóbal Balenciaga (1895–1972) für Haus Balenciaga (gegr. 1937)
Sommer 1961
Erwartete Schenkung von Sandy Schreier
Image courtesy of The Metropolitan Museum of Art
Foto: © Nicholas Alan Cope, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Katalog erhältlich.

Info:

27. November 2019 – 17. Mai 2020

In Pursuit of Fashion: The Sandy Schreier Collection

The Met Fifth Avenue
Anna Wintour Costume Center
1000 Fifth Avenue
New York, NY 10028
USA

www.metmuseum.org

***

6. Eligius-Schmuckpreis: aktueller Schmuck aus Österreich

Alle drei Jahre lobt das Land Salzburg den Eligius-Schmuckpreis aus, um neue Positionen im österreichischen Schmuckschaffen zu entdecken. Vom 23. November 2019 bis zum 16. Januar 2020 werden die Ergebnisse dieses Preises im Schmuckmuseum Pforzheim ausgestellt.

Plakat

Bei der nunmehr sechsten Ausschreibung wurde Paul Iby zum Preisträger auserkoren. Der 1991 in Wien geborene Schmuckkünstler hat unterschiedliche Objekte eingereicht, etwa Halsschmuck aus emailliertem Kupfer mit Zellwolle oder mit Spiralkabeln für die Kettenfunktion.

Halsschmuck ‘ROT WIE … I’
Kunststoff, Kupfer emailliert
Paul Iby, 2018
Foto: Paul Iby, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Auch zwei Paar Schuhe aus denselben Materialien sind dabei. Ihre Absätze sind zugleich Behälter für Holzkohle – um die Füsse warmzuhalten. ‘Paul Ibys Arbeiten zeichnen sich durch Intelligenz und Witz aus’, erläutert Schmuckexpertin Cornelie Holzach die Auswahl der Jury, die neben ihr aus dem italienischen Schmuckkünstler Giampaolo Babetto und der Kuratorin am MAK Wien Anne-Katrin Rossberg bestand. Sein Schmuckstudium hat Iby an der Burg Giebichenstein in Halle absolviert.

Brosche ‘Upstairs’
Meteoriteneisen, Silber, Magnete
Gunda Maria Cancola, 2018
Foto: Gunda Maria Cancola, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Für den diesjährigen Eligiuspreis hatten 34 österreichische Schmuckkünstler Arbeiten eingereicht, von denen die Jury 13 nominierte – zwölf Frauen und einen Mann. Diese Einreichungen zeichnen sich durch ein breites künstlerisches Spektrum aus. Auch der Materialeinsatz ist vielfältig: Neben üblichen Werkstoffen wie Gold, Silber und Schmucksteinen werden Kunststoffe, Textiles, Porzellan oder Holz eingesetzt. Einige Schmuckstücke werden in Kombination mit Fotografien präsentiert. Im März 2019 waren die Arbeiten dieser 13 Schmuckkünstler im MAK Wien in einer Ausstellung zu sehen.

‘Cornelia Halskette’
Alginat, Fischknochen, Koralle, Glassteine, Mikrogranulat, Lack, Silber
Viktoria Münzker, 2018
Foto: Viktoria Münzker, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Nominiert wurden Arbeiten folgender Schmuckkünstler*innen:
Andrea Auer, Gunda Maria Cancola, Veresa Ebyl, Andrea Maxa Halmschlager, Paul Iby (Preisträger), Beatrix Kaufmann, Theresa Macourek, Martina Mühlfellner, Viktoria Münzker, Izabella Petrut, Konstanze Prechtl, Birgit Schlarmann, Petra Zimmermann

Info:

23. November 2019 – 16. Januar 2020

6. Eligius-Schmuckpreis: aktueller Schmuck aus Österreich

schmuckmuseum pforzheim
Jahnstrasse 42
75173 Pforzheim
Deutschland

www.schmuckmuseum.de

Eröffnung:
Fr, 22. November 2019, 19 Uhr

***

READY TO GO! – Schuhe bewegen

Ab dem 15. November 2019 ist das Münchner Stadtmuseum ‘READY TO GO!’

Die neue Ausstellung bietet einen Rundgang mit kulturhistorischen und soziologischen Aspekten, wobei anhand von ca. 500 Paar Schuhen immer wieder die Emotionen im Vordergrund stehen, die entsprechende Fussbekleidung hervorrufen kann. Der Schuh als Statussymbol wie die Absatzschuhe des Barock und Rokoko erhöhten ihre Träger demonstrativ über das einfache Volk. Schuhe fungieren als Machtsymbol oder als Zeichen bzw. Statement einer Gruppenzugehörigkeit. Hier kommen Boots aus der Raver-Gothic-Szene zu Wort.

‘Fest geschnürt im Namen der Liebe’
Stiefeletten, 1900/1910
© Münchner Stadtmuseum
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Bedeutung der Fussbekleidung für die Gender-Thematik schlägt den Bogen von der knabenhaften Frau in Budapestern zur damenhaften Drag Queen in High Heels. Auch der Voyeur steht im Fokus, der in der Betrachtung der entsprechenden Fussbekleidung Erregung und Befriedigung erfährt. Als Fetisch lässt der Schuh Sammlerherzen höher schlagen und verlangt absolute Hingabe. Pumps dienen als Symbol weiblicher Fussbekleidung als Mittel der Verführung, während Stöckelschuhe als übersteigertes Reizobjekt Lust und Pein bereiten können. Im Namen der Erotik werden für kleine zierliche Füsse Schmerzen und Fussverstümmelung in Kauf genommen, was in China der Lotus- oder Lilienfuss demonstriert, ist in der westlichen Mode der Hallux Valgus.

‘Rucke di guh, Blut ist im Schuh’
Schuhe für Lotosfüsse, um 1900
Plateau-Heels, 1989
© Münchner Stadtmuseum
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Es liegt in der Natur der Sache, Schuhe als Gebrauchsgegenstand und Fortbewegungsmittel zu beleuchten. Hier reduziert sich die Bedeutung von Fussbekleidung und ihre ursprüngliche Funktion weitgehend auf den Schutz und den Halt beim Stehen und Gehen. Materialien der Kriegs- und Notzeit wie alte Gummireifen, Kork, Stroh, Holz und Nägel werden Baumpilzen, Mais, zerriebenen Steinen und Tierhufen gegenüber gestellt, mit welchen heute Künstlerinnen und Künstler und Designerinnen und Designer experimentieren. Neben dem vielfältigen hauseigenen Sammlungsbestand werden als Kontrast etwa 30 herausragende und zum Teil bizarre Schuhobjekte internationaler Künstlerinnen und Künstler präsentiert, welche die Thesen und Aussagen der Schau abstrahieren.

Info:

15. November 2019 – 21. Juni 2020

READY TO GO! – Schuhe bewegen

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Deutschland

www.muenchner-stadtmuseum.de

Eröffnung der Ausstellung:
Do, 14. November 2019, 19 Uhr

***

Gestickte Friedenshäuser
Friedensstickereien 2019

Einladung, Detail

Bereits zum fünften Mal hat Ingrid Eggimann-Jonsson inspirierende Entwürfe für das Friedenssticken ausgearbeitet. Herzlichen Dank!

Friedenshaus, Detail
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Das Thema für 2019 lautete ‘Friedenshäuser’. So sind im Laufe des Jahres etliche fröhliche, blumige Häuser in einer bunten, kreativen Vielfalt entstanden.

Friedenshaus 1, Entwurf
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Diese und andere Stickereien sind im Kulturort Garnlager in Lyssach ausgestellt.

Friedenshaus, Detail
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Das Friedenssticken geht auf eine Initiative der schwedischen Stickakademie zurück. Sie hatte 2011 dazu aufgerufen, sich für Frieden und mehr Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen. Sie schreiben dazu:

Friedenshaus, Detail
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Wir aus dem nördlichen, privilegierten Teil der Welt wollen unsere Stickfäden verknüpfen mit Stichen, die von unseren stickenden Schwestern und Brüdern rund um die Welt gestickt werden.

Friedenshaus 2, Entwurf
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Stich für Stich solidarisieren wir uns mit den Menschen, die unsere Kleidung herstellen.

Friedenshaus, Detail
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Stich für Stich verändern wir auf eine kreative, lustvolle Weise unser Bewusstsein und damit auch die Welt.

Friedenshaus 3, Entwurf
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Dieses Jahr beteiligen sich neben den Stickgruppen von Ingrid Eggimann-Jonsson und Barbara Wälchli Keller aus der Schweiz, auch Stickerinnen aus der Gruppe von Britta Friedmann aus Darmstadt an der Ausstellung.

Friedenshaus, Detail
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Es ist geplant, die Ausstellung nach dem 24. November 2019 nach Darmstadt zu bringen, wo sie dann im Atelier Farbtexte im Dezember 2019 zu sehen sein wird.

Info:

3. – 24. November 2019

Gestickte Friedenshäuser
Friedensstickereien 2019

Kulturort Garnlager
Gewerbestrasse 9
3421 Lyssach
Schweiz

www.kulturortgarnlager.org

Einladung

Öffnungszeiten:
Mo – So: 13.30 – 17 Uhr
Andere Zeiten auf Anfrage

Vernissage:
So, 3. November 2019, 14 Uhr

***

Pierre Cardin. Fashion Futurist

Der Kunstpalast Düsseldorf widmet dem französischen Modeschöpfer Pierre Cardin (*1922, Italien) derzeit die erste umfangreiche Ausstellung in Deutschland. Die Schau bietet mit mehr als 80 Haute-Couture-Kleidern und Accessoires für Damen und Herren sowie mit Fotos und Filmmaterial einen faszinierenden Einblick in Cardins kreativen Kosmos. In einer aufwendigen Inszenierung thematisiert die Schau Cardins avantgardistisches Modeschaffen ebenso wie seine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und ästhetischen Entwicklungen.

Portrait Pierre Cardin, 2012
Archives Pierre Cardin
© Archives Pierre Cardin
Foto freundlicherweise vom Kunstpalast Düsseldorf zur Verfügung gestellt

Die Präsentation gliedert sich in thematische Kapitel, die die Schwerpunkte von Cardins Arbeitsweise reflektieren: ‘Visionär – Futuristisch’, ‘Skulptural – Geometrisch’, ‘Jung – Innovativ’ und ‘Glamourös – Spektakulär’. Der Hauptakzent der Ausstellung liegt auf den 1960er und 1970er Jahren. In dieser Zeit beginnt Cardin unter Verwendung modernster Materialien die internationale Modeszene mit seinen fantasievollen Entwürfen zu revolutionieren. Die Bandbreite der ausgestellten Kreationen reicht vom jungen, androgynen Look über SciFi-Stil und Space-Age-Mode bis zur eleganten Abendgarderobe.

Bullaugen-Sonnenbrillen und Vinylhalsschmuck von Pierre Cardin, 1970
Plexiglas und Vinyl
Archives Pierre Cardin
© Archives Pierre Cardin, Foto: unbekannt
Foto freundlicherweise vom Kunstpalast Düsseldorf zur Verfügung gestellt

‘Mit dieser Mode-Ausstellung widmet sich der Kunstpalast im Kontext seiner Sammlung Angewandter Kunst abermals einem Projekt, das für einen erweiterten Kunst- und Designbegriff steht’, betont Felix Krämer, Generaldirektor Kunstpalast. ‘Zudem verstehen wir die in der international bekannten Modestadt Düsseldorf präsentierte Schau als eine Verbeugung gegenüber dem bis heute aktiven 97-jährigen Modeschöpfer.’

Lauren Bacall bei der Anprobe eines Cardine-Kleides von Pierre Cardin, 1968
Chemiefaser Cardine
Archives Pierre Cardin
© Archives Pierre Cardin, Foto: unbekannt
Foto freundlicherweise vom Kunstpalast Düsseldorf zur Verfügung gestellt

Pierre Cardins Karriere als Couturier beginnt 1947 bei Dior, 1950 gründet er bereits sein eigenes Modelabel. Überzeugt von seinem Leitsatz, dass exklusive Mode für alle Menschen erschwinglich sein müsse, hat er als einer der ersten Couturiers 1959 eine grosse Modenschau im Pariser Kaufhaus ‘Au Printemps’ veranstaltet. Seit Beginn seiner Karriere als Modeschöpfer folgt Cardin einem visionären Modedesign: ‘Meine liebsten Kleider sind diejenigen, die ich für ein Leben schaffe, das es noch gar nicht gibt – für die Welt von Morgen.’

Cocktailkleider von Pierre Cardin mit konischen Brusteinsätzen, 1966
Wolle
Archives Pierre Cardin
© Archives Pierre Cardin, Foto: unbekannt
Foto freundlicherweise vom Kunstpalast Düsseldorf zur Verfügung gestellt

Bereits in den frühen 1960er Jahren erobert der umtriebige Couturier, Designer und Pionier des Prêt-à-porter den internationalen Modemarkt mit seinen futuristisch-avantgardistischen Entwürfen. ‘Cardin, der mit seiner geometrisierenden Formensprache eine unverwechselbare Ästhetik geschaffen hat, zeichnet wenig und kreiert seine skulptural anmutende Mode meist am Modell’, hebt die Kuratorin Barbara Til hervor. ‘Er arbeitet geradezu plastisch, wie ein Bildhauer, mit einer direkt am Körper entwickelten und dem verwendeten Stoff gemässen Schnittführung.’

Pierre Cardin und Model bei der Anprobe eines Entwurfs, 1967
Archives Pierre Cardin
© Archives Pierre Cardin, Foto: unbekannt
Foto freundlicherweise vom Kunstpalast Düsseldorf zur Verfügung gestellt

In den ‘Swinging Sixties’ entwickelt sich Cardins Mode zum internationalen Erfolg. Seine Kreationen weisen eine provokative Optik auf, die vor allem die jugendlichen Körper seiner Trägerinnen und Träger betont. Unter Verwendung innovativer, z.T. modefremder Materialien wie Plastik und Vinyl schafft er ein neuartiges textiles Formenrepertoire sowie einen Bekleidungsstil, der mit knalligen Farben und auffälligen Schnitten ein freieres Lebensgefühl mit identitätststiftender Wirkung vermittelt. ‘Cardins Mode verschafft Frauen, aber auch Männern in einer Zeit der politischen und sexuellen Umwälzungen grosse modische Freiheiten’, so Kuratorin Maria Zinser. ‘Mit Looks aus Minirock, flachen Stiefeln und helmartigem Hut kreiert er eine Mode des Protests: jung, sexy und mutig zugleich.’

Kleider von Pierre Cardin aus der Cosmocorps-Kollektion
französische Elle
25. August 1966
Terence Donovan Archive
© Terence Donovan Archive
Foto: Terence Donovan, freundlicherweise vom Kunstpalast Düsseldorf zur Verfügung gestellt

Die Düsseldorfer Schau akzentuiert das Moderne, Innovative und zugleich Provokative von Cardins Kreationen. Gezeigt werden Beispiele aus der legendären futuristischen Cosmocorps-Kollektion für Frauen und Männer von 1966 – farbenfrohe, figurbetonte Outfits, die an Raumschiffuniformen erinnern. Zu den präsentierten ikonischen Stücken gehört auch das 1968 entworfene ‘Cardine-Minikleid’. Dessen aussergewöhnliche Optik war erst durch die Verwendung der neu entwickelten, nach dem Designer benannten thermoplastisch formbaren Chemiefaser ‘Cardine’ möglich.

Cardine-Kleid von Pierre Cardin, 1968
Chemiefaser Cardine
Archives Pierre Cardin
© Archives Pierre Cardin, Foto: unbekannt
Foto freundlicherweise vom Kunstpalast Düsseldorf zur Verfügung gestellt

Der Ära des Space-Age-Design folgt in den 1970er Jahren ein Stil, der verstärkt auf Kontraste setzt: Cardin kombiniert ultrakurze Kleider und Röcke mit bodenlangen Jacken und Tuniken sowie farbigen Bodysuits.

Gestreifte Bodysuits und Röcke aus einzelnen Stoffstreifen von Pierre Cardin, 1968
Jersey und Wolle
Archives Pierre Cardin
© Archives Pierre Cardin, Foto: unbekannt
Foto freundlicherweise vom Kunstpalast Düsseldorf zur Verfügung gestellt

Akzente setzt er mit Fransen, Schlitzen und Cut-Outs, die zugleich der dynamischen Verformung dienen. Seine innovativen Kreationen werden unter anderem von Filmstars wie Lauren Bacall, Raquel Welch und Jeanne Moreau getragen.

Kimono-Kleid von Pierre Cardin, 1971
Jersey
Archives Pierre Cardin
© Archives Pierre Cardin, Foto: unbekannt
Foto freundlicherweise vom Kunstpalast Düsseldorf zur Verfügung gestellt

In den 1980er und 1990er Jahren erweitert Cardin sein Formenspektrum um stromlinienförmige Elemente. Charakteristisch sind nun bewegte Faltensegmente an den Rückenpartien von Jacken und Mänteln.

Jacke mit Ärmeln aus Vinyl-Scheiben von Pierre Cardin, 1994
Vinyl
Archives Pierre Cardin
© Archives Pierre Cardin, Foto: unbekannt
Foto freundlicherweise vom Kunstpalast Düsseldorf zur Verfügung gestellt

Auch das sogenannte Schlauchkleid erhält durch eingearbeitete Reifen eine neue, plastische Gestalt. Fur die Männerkollektion entwickelt Cardin kastenförmige Lederjacken mit breiten, geometrischen Schulterelementen, die mit sportlichen Keilhosen kombiniert werden.

Strassbesetztes Abendkleid mit eingearbeiteten Reifen, 2008
Stretch-Jersey, Swarovski-Kristalle und Kunststoff
Archives Pierre Cardin
© Archives Pierre Cardin, Foto: unbekannt
Foto freundlicherweise vom Kunstpalast Düsseldorf zur Verfügung gestellt

Pierre Cardin gilt als Pionier der Globalisierung und des weltweiten Lizenzhandels in der Mode. Bis heute ist er Alleineigentümer seines weltweit agierenden Unternehmens. Mit seinen Schöpfungen der Haute-Couture-Mode findet Pierre Cardin seit mehr als sieben Jahrzehnten internationale Beachtung.

Kuratorinnen:
Barbara Til und Maria Zinser

Info:

19. September 2019 – 5. Januar 2020

Pierre Cardin. Fashion Futurist

KUNSTPALAST
Ehrenhof 4 – 5
40479 Düsseldorf
Deutschland

www.kunstpalast.de

***

18. Werkkunstmarkt

Am 2. und 3. November 2019 findet im Wasserschloss Klaffenbach bei Chemnitz der diesjährige Werkkunstmarkt bereits zum 18. Mal statt.

Key Visual

38 Aussteller wurden durch eine Fachjury ausgewählt. Mode-Designs, verschiedenste Keramik- und Porzellangefässe, Lederwaren, Schmuck-Unikate, Kunstwerke aus Papier und mehr – eine breite Auswahl an Unikaten und Design-Stücken in den verschiedensten Formen und Materialien erfreuen die Besucher*innen und bieten die Möglichkeit, für jeden Anspruch, jeden Geschmack und zu erschwinglichen Preisen das Passende zu finden.

Info:

2. & 3. November 2019:

18. Werkkunstmarkt

Wasserschloss Klaffenbach
Wasserschlossweg 6
09123 Chemnitz
Deutschland

www.c3-chemnitz.de

***

Gold & Ruhm
Geschenke für die Ewigkeit

Anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums der Weihe des Basler Münsters, die im Herbst 1019 in Gegenwart von Kaiser Heinrich II. stattfand, ist derzeit in Basel die grosse Ausstellung ‘Gold & Ruhm – Geschenke für die Ewigkeit’ zu sehen, die den Höhepunkt des 1000-Jahr-Münsterjubiläums bildet. Die Ausstellung des Historischen Museums Basel, die in Zusammenarbeit mit dem Musée de Cluny – musée national du Moyen Âge in Paris entstand, findet vom 11. Oktober 2019 bis 19. Januar 2020 im Kunstmuseum Basel statt.

Plakat

Die Ausstellung breitet ein kulturhistorisches Panorama aus, das die Herrschaft und Kultur des letzten ottonischen Kaisers multiperspektivisch erschliesst. Kostbare Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen in Europa und den USA führen vor Augen, wie zentral Kaiser Heinrich II. und seine ‘goldenen Gaben’ für die Stadt Basel und die Region im heutigen Dreiländereck waren.

Blick in die Ausstellung
Im Hintergrund: sog. Bernward-Kasel
Byzanz (?), um 1000
Protolampas-Gewebe aus goldgelber Seide (Gewandstoff); Brettchengewebe aus Seiden- und Goldfaden (Besatzborten); dunkelblaues Seidensamt-Gewebe (innerer Besatz); Seiden und Goldfaden auf dunkelblauem Seidensamt-Gewebe (Stickereiapplikation)
H. 156,5 cm, B. 215 cm; Musterrapport: H. 35,5–39 cm, B. 27–35 cm
Hildesheim, Dommuseum, Inv. DS 83
Foto freundlicherweise vom Historischen Museum Basel zur Verfügung gestellt

Erstmals werden in einer Ausstellung Bedeutung und Kontext jener Ereignisse gewürdigt, welche für die spätere Entwicklung von Stadt und Region Basel ausschlaggebend waren: der Übergang Basels vom Königreich Burgund zur Herrschaft des ostfränkisch-deutschen Königs sowie die Stärkung des Basler Bischofs durch Schenkungen von Rechten und Territorien.

Kreuz mit den grossen Senkschmelzen
Essen, um 1000/1020
Eichenholz, Gold, Emaille, Filigran, Edelsteine, Perlen, Gemmen, vergoldetes Kupferblech
H. 46 cm, B. 33,5 cm, T. 3,8 cm
Essen, Domschatz, Inv. 5
© Domschatz Essen / Christian Diehl
Foto: © Domschatz Essen / Christian Diehl, freundlicherweise vom Kunstmuseum Basel zur Verfügung gestellt

Dieser historische Prozess fand seinen Höhepunkt in der Weihe des Münsters 1019 und den kaiserlichen Geschenken an die Basler Kirche. Damit wird ein Vorgang aufgegriffen, ohne den sich der Aufstieg der Stadt Basel zu einem wohlhabenden und wichtigen Wirtschaftsstandort nicht erklären liesse.

Gertrudisaltar
(Tragaltar der Gräfin Gertrud)
Niedersachsen, um 1045
Eichenholzkern, Goldblech; Silberblech, nielliert und vergoldet; Zellenschmelz, Perlen; Silberperlen getrieben; Glasflüsse, Edelsteine, roter Porphyr (Altarstein), Silberblech (Boden)
H. 10,5 cm, B. 27,5 cm, T. 21 cm
Cleveland, The Cleveland Museum of Art, Gift of the John Huntington Art and Polytechnic Trust, Inv. 1931.462
© The Cleveland Museum of Art
Foto: © The Cleveland Museum of Art, freundlicherweise vom Kunstmuseum Basel zur Verfügung gestellt

Eine reiche Auswahl von prachtvollen mittelalterlichen Goldschmiedearbeiten, Bronzen, Textilien, herausragenden Beispielen der Buchmalerei und Elfenbeinschnitzerei aus den kulturellen Zentren des ottonischen Reichs sowie archäologische Bodenfunde aus der Region Basel kontextualisieren die Münsterweihe als ‘Sternstunde’ Basels.

Evangeliar Heinrichs II.
Entstehungszeit:
Regensburg, vor 1024
Handschrift auf Pergament
256 Bl., H. 27,8 cm, B. 22,5 cm
© Biblioteca Apostolica Vaticana, Ottob. Lat. 74.
Foto: © Biblioteca Apostolica Vaticana
Foto freundlicherweise vom Kunstmuseum Basel zur Verfügung gestellt

Darüber hinaus beleuchtet die Ausstellung die Lebensumstände in der Zeit um 1000, die Beziehung Basels zum Königreich Burgund, das Zusammenspiel zwischen Herrscher und Kirche sowie den Kult um das später heiliggesprochene Kaiserpaar Heinrich und Kunigunde.

Ausstellungsansicht
Im Hintergrund: Holbeinflügel und Reliefverzierungen
Orgelflügel: Hans Holbein d. J. (1497/98–1543), Basel, um 1525/26 oder 1528
Linker Flügel: Kaiserin Kunigunde († 1033) und Kaiser Heinrich II. (reg. 1002–1024) vor dem Münsterchor
Rechter Flügel: Madonna mit Kind, musizierende Engel und der hl. Pantalus
Leimfarbe auf Leinwand
H. 282,5, B. 455 cm, T. 5,5 cm
Basel, Kunstmuseum, Inv. 321
Ornamentale Reliefverzierungen: Basel, um 1525/26 (Flügelbilder) und um 1528 (Reliefverzierungen)
Lindenholz
H. 12,7–33,6 cm, B. 88,7–230 cm, T. 2–2,7 cm
Foto: Julian Salinas, freundlicherweise vom Kunstmuseum Basel zur Verfügung gestellt

Höhepunkt der Ausstellung bildet die goldene Altartafel aus dem Basler Münsterschatz , die erstmals nach vielen Jahrzehnten aus dem Musée de Cluny – musée national du Moyen Âge in Paris, wo sie sich heute befindet, an den Ort ihrer Bestimmung zurückkehren darf. Die vorübergehende Rückführung dieses goldenen Altarschmucks, den Kaiser Heinrich II. wohl anlässlich der Weihe der Basler Bischofskirche geschenkt hat, bietet die einmalige Gelegenheit, dieses mit der Geschichte der Rheinstadt so eng verwobene Meisterwerk zusammen mit weiteren Stiftungen des Kaisers zu präsentieren.

Goldene Altartafel
Bamberg (?), vor 1019
Gold, getrieben; Kupfer, vergoldet (Inschriftentäfelchen); Silber-Kupfer-Legierung, vergoldet (Kronen des Stifterpaars); Edel- und Halbedelsteine, Perlen, Emaille
H. 120 cm, B. 177,5 cm, T. 13 cm
© Paris, Musée de Cluny – Musée national du Moyen Âge
© Foto: RMN-Grand Palais (Musée de Cluny – musée national du Moyen Âge) / Michel Urtado
Foto freundlicherweise vom Kunstmuseum Basel zur Verfügung gestellt

Die wertvollen Geschenke des Kaisers – die sogenannten ‘Heinrichsgaben’ – bildeten den Grundstein für den Münsterschatz, der über Jahrhunderte zu einem der bedeutendsten Kirchenschätze der Schweiz heranwuchs. Politisch legten die Ereignisse um 1019 die Grundlagen für die Stadtherrschaft der Bischöfe und den Ausbau ihrer Herrschaft am Oberrhein und im Jura, wovon letztlich auch die Stadt profitierte.

Reliquienbüsten des Kaiserpaars Heinrich II. und Kunigunde
Rheinland/Westfalen (?), um 1430/40
Nussbaumholz (?) mit originalen Fassungsresten
Kaiser Heinrich II.: H. 59 cm, B. 41,5 cm, T. 24 cm; Kaiserin Kunigunde: H. 64 cm, B. 38,5 cm, T. 23 cm
© Paderborn, Erzbischöfliches Diözesanmuseum und Domschatzkammer / Thomas Obermeier
Foto: © Paderborn, Erzbischöfliches Diözesanmuseum und Domschatzkammer / Thomas Obermeier
Foto freundlicherweise vom Kunstmuseum Basel zur Verfügung gestellt

Als Förderer der Stadt blieben Heinrich II. und seine Gattin Kunigunde auch nach ihrem Tod im Gedächtnis Basels verankert, was durch ihre Heiligsprechung im Jahr 1146 beziehungsweise 1200 noch verstärkt wurde. Ihre wachsende Verehrung in Basel sowie deren politische Bedeutung für die Stadt bilden den Ausklang der spektakulären Ausstellung.

Katalog erhältlich.

Zum Rahmenprogramm siehe Flyer und Websites der Museen.

Info:

11. Oktober 2019 – 19. Januar 2020

Gold & Ruhm
Geschenke für die Ewigkeit

Kunstmuseum Basel | Neubau
St. Alban-Graben 20
4051 Basel
Schweiz

www.kunstmuseumbasel.ch
www.hmb.ch

Flyer

Öffnungszeiten:
Di, Do – So: 10 – 18 Uhr
Mi: 10 – 20 Uhr
Mo: geschlossen

***

HOUSE OF NORWAY

Mit HOUSE OF NORWAY widmet das Museum Angewandte Kunst Frankfurt noch bis 26. Januar 2020 seine gesamte Ausstellungsfläche Norwegen, dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2019. Die Ausstellung versammelt und mischt herausragende Positionen aus Kunst, Design, Kunsthandwerk und Architektur, um Konstellationen entstehen zu lassen, die überraschen und zu einem neuen Sehen einladen.

Key Visual

Sie lässt sich wie eine Reise der besonderen Art lesen: mit erstmaligen und wiederkehrenden Begegnungen, Momenten des Erstaunens und Innehaltens, mit Neuentdeckungen dort, wo einem bereits etwas bekannt und vertraut erschien. Eine Reise durch ein Land, das von unterschiedlichen Landschaften, Klimazonen und Bevölkerungsdichten geprägt ist. Entsprechend unterschiedlich sind nicht nur die Lebenswirklichkeiten der Menschen an den jeweiligen Orten, sondern auch die Anregungen für künstlerisches und gestalterisches Schaffen.

Die offene thematische Präsentation vereint Werke von zeitgenössischen Künstler*innen wie Frank Ekeberg, Kari Steihaug oder Ingrid Torvund mit den noch nie zuvor ausgestellten lyrischen Text-Zeichnungen des weltweit bekannten Künstlers Edvard Munch.

Neben Werken von 47 künstlerischen und gestalterischen Positionen, präsentiert die Ausstellung 24 auswählbare Kurzfilme aus Norwegen.

Auf der Website des Museums findet man ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.

Info:

11. Oktober 2019 – 26. Januar 2020

HOUSE OF NORWAY

Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
60594 Frankfurt
Deutschland

www.museumangewandtekunst.de

***

Hannah Ryggen. Gewebte Manifeste

Nicht verpassen sollte man die Ausstellung ‘Hannah Ryggen. Gewebte Manifeste’ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Von einem kleinen autarken Bauernhof an der Westküste Norwegens aus schuf die Künstlerin Hannah Ryggen (1894–1970) mit ihren monumentalen Wandteppichen ein eindrucksvolles, politisch inspiriertes Werk. Sie lancierte bildliche Angriffe auf Hitler, Franco und Mussolini und setzte sich damit deutlich vernehmbar für die Opfer von Faschismus und Nationalsozialismus ein. Ihr kompromissloses Werk erscheint von erschütternder Aktualität. Die Schirn zeigt rund 25 Tapisserien. Sehr sehenswert!

Ausserdem noch: Lee Krasner und Karla Black (noch bis 12. bzw. 19. Januar 2020)

Starke Eindrücke vermittelt die Website des Museums.

Info: www.schirn.de

***

… und dann gibt’s noch:

Avenches

Einen Bericht über ihre Ausstellung zusammen mit Judith Mundwiler bei der 3. Biennale Zeitgenössischer Textilkunst, die vom 11. – 20. Oktober 2019 in Avenches (Schweiz) stattfand – hier geht’s zu meiner Ankündigung – hat Gabi Mett in ihrem Blog veröffentlicht. Sehr lesenswert!

***

Süsse Wärme

Auf die kalte Saison hin hat das Museum der Kulturen Basel seine exklusive Schal-Kollektion ergänzt: Zuckersüss sind die Wollaccessoires. Als Vorlage diente das Batikmuster eines indonesischen Hüfttuchs aus der weltbekannten Textilsammlung des Museums. Es zeigt die Samenkapseln von Früchten der Zuckerpalme.

Winterschal aus der Museums-Kollektion
Foto freundlicherweise vom Museum der Kulturen Basel zur Verfügung gestellt

Mit den beiden Winterschal-Modellen knüpft der Museumsshop an frühere Erfolge an. Hergestellt wurden sie in einem kleinen bengalischen Dorf, dessen Familien auch andere Fairtrade-Produkte für den Museumsshop weben.

Das Muster Kawung stammt aus Java. Aufgrund der Ähnlichkeit der Fruchtkapseln mit der Lotosblüte wird es mit Reinheit assoziiert. Einst war es der Herrscherfamilie vorbehalten und symbolisierte Macht und Gerechtigkeit. Die Geometrie dürfte dem zeitgenössischen europäischen Geschmack entsprechen. Das Hüfttuch, von dem das Muster stammt, wird auf Java von beiden Geschlechtern getragen. Dieser Gedanke steckt auch in den beiden Schalmodellen. Sie stehen sowohl Frauen wie Männern.

Beide Modelle – aus Wolle respektive Sheer Wool – kosten 98 Franken.

Info:

Museum der Kulturen Basel
Münsterplatz 20
4001 Basel
Schweiz

www.mkb.ch

***

Lee Mingwei – Open Calls

Im Mittelpunkt von Lee Mingweis künstlerischer Praxis stehen Rituale des Schenkens und Beschenktwerdens. Vom 27. März – 7. Juni 2020 zeigt der Gropius Bau Berlin eine Einzelausstellung des Künstlers, die seine Performances und Installationen der letzten 30 Jahre präsentiert und Kunst als Geschenk untersucht. In Lees Arbeiten werden immaterielle Gaben wie Lieder, Gespräche und Raum für Kontemplation verschenkt und empfangen. Ansatzpunkt seiner Projekte sind häufig persönliche Begegnungen, auf deren Basis der Künstler Installationen entwickelt. Arbeiten wie ‘The Letter Writing Project’ oder ‘The Mending Project’ laden die Besucher*innen zum Austausch ein und begründen so einen gemeinsamen Erfahrungsraum, der heilende und fürsorgliche Rituale erlaubt.

Für die im Rahmen der Ausstellung präsentierten partizipativen Projekte veröffentlichen der Gropius Bau und Lee Mingwei drei Open Calls:

So sucht der Künstler nach textilen Erinnerungsstücken mit emotionalem Wert, guten Gesprächspartner*innen mit Interesse an Handarbeit und Menschen mit einzigartigen Sammlungen, an denen sie andere teilhaben lassen möchten.

Bewerbungsschluss für alle drei Aufrufe: 3. Dezember 2019, 17 Uhr

Um sich näher zu informieren und zu bewerben, rufen Sie bitte die unten genannte Website auf und folgen den Links unter den jeweiligen Projekten.

Info: www.berlinerfestspiele.de

***

Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel

8 Responses

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Birgit Berndt

    Hallo Gudrun,

    so bunt und vielseitig wie eh und je. In deine Berichte und Bilder einzutauchen ist einfach wunderbar. Darauf freue ich mich jeden Monat.

    Viele Grüße

    Birgit

    • Gudrun Heinz

      halli hallo birgit,

      auch dir ein dickes dankeschön zurück. motivation pur für die nächsten beiträge, auf die ich mich auch schon freue 🙂

      beste grüsse

      gudrun

  • ERIKA BORNEMANN

    Liebe Gudrun,

    vielen Dank für die beeindruckende Präsentation der Ausstellungsbilder, die so unterschiedlich sind.

    Wunderschön die Arbeiten von Elena Lorenz auch die Goldschmiedearbeiten aus den Domschätzen sind umwerfend.

    Die Friedensstickereien und die Fleissarbeiten der Frauen aus Bangladesch-einfach wunderbar und sehenswert.

    Es ist immer wieder schön deine Blogseiten aufzuschlagen und in Ruhe einzutauchen.

    Liebe Grüße

    Erika

    • Gudrun Heinz

      halli hallo erika,

      was für ein lob! 1000 dank! freut mich sehr!

      beste grüsse

      gudrun

       

  • Gabi Mett

    Liebe Gudrun,
    vielen, vielen Dank für Deine Mühe jeden Monat diese Ausstellungsangebote zusammenzustellen.

    Dieses Mal hast Du aber ein besonderes Highlight für mich dabei. Kleider machen Orte, schon alleine die Bilder lassen bei mir eine Gänsehaut entstehen. Leider werde ich die Ausstellung nicht besuchen können, aber es ist toll, über diesen Hinweis noch mehr zu diesem Thema in Erfahrung bringen zu können. Ich hätte die Ausstellung sicher nicht so ohne weiteres selbst entdeckt.

    Das wäre doch einmal eine interessante Sache, diese Werke mit meinen alten und neu interpretierten Stoffen und Handarbeitsobjekten zu kombinieren.

    liebe Grüße Gabi

    • Gudrun Heinz

      halli hallo gabi,

      gerade wieder nach hause gekommen, entdecke ich deinen freundlichen kommentar – freut mich sehr zu lesen, vielen dank. das wäre in der tat eine prima sache, deine idee zur kombination von ‘made in bangladesh’ mit deinen vielfältigen werken hat was und ist wirklich spannend. soll ich euch mal vernetzen? eine müsste die initiative ergreifen 🙂

      liebe grüsse zurück,

      gudrun

Liebe Leserin, lieber Leser des BERNINA Blogs,

um Bilder über die Kommentarfunktion zu veröffentlichen, melde Dich im Blog bitte an.Hier geht es zur Anmeldung.

Du hast dich noch nicht für den BERNINA Blog registriert?Hier geht es zur Registrierung.

Herzlichen Dank, Dein BERNINA Blog-Team