Kreative Artikel zum Thema Nähen

Nähmaschinen für la mariée in Yaoundé

Das Brautmodengeschäft “la mariée” in Yaoundé, der Hauptstadt von Kamerun, ist zugleich ein Sozialprojekt. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, Arbeitsplätze zu schaffen, um vor allem jungen Frauen eine Ausbildung zur Näherin zu ermöglichen.

Das Ziel von la mariée ist es, den jungen Frauen so aus der Armuts- und Arbeitslosenen-Spirale zu helfen bzw. sie davor zu bewahren. 

Vor einem knappen Jahr kontaktierte uns Anika Spörri, Projektleiterin von la mariée, mit der Anfrage, das Sozialprojekt mit einer Sach- oder Geldspende zu unterstützen. Aus der Schweiz wurden dann kurzerhand drei gebrauchte Maschinenmodelle (B 830 record, B 1020 und B 1230) nach Kamerun verschickt. Mittlerweile sind diese in Yaoundé eingetroffen. Die jungen Frauen konnten die Maschinen bereits inspizieren und erste Erfahrungen damit machen. Wir hoffen, mit der Spende das Projekt weiter voranzutreiben und wünschen den angehenden Näherinnen viel Freude am Nähen.

Gerne publizieren wir nachstehend den Bericht von Frau Spörri zum Brautmodengeschäft und Sozialprojekt la mariée in Yaoundé.

Nähmaschinen für la mariée

Meine erste Erinnerung an BERNINA hat mit der Nähmaschine meiner Mutter zu tun, die hier und da hervorgeholt wurde, um das eine oder andere Kleidungsstück zu flicken. Ansonsten fristete sie ihr Dasein im typischen roten BERNINA Koffer in der Ecke des Kellerschranks. Wurde die Maschine wieder einmal in Betrieb genommen, erwähnte mein Vater sogleich, dass er quasi aus einer BERNINA Familie stamme. Seine Eltern, Gotte, Onkel, Grossvater und Stiefmutter hätten alle in der BERNINA gearbeitet und auch er habe sich in Steckborn jeweils während den Schulferien das Taschengeld aufgebessert.

Der rote Koffer und die Geschichte meines Vaters bringe ich deshalb bis heute unweigerlich in Verbindung. Meine Mutter versicherte mir, eine BERNINA Nähmaschine sei unzerstörbar. Der Beweis liefert besagte Nähmaschine, die bis heute – 25 Jahre später – treu ihre Dienste tut und meinen Vater hier und da an seine BERNINA Familie erinnert.

Vor einem Jahr kontaktierte ich BERNINA mit der Bitte, meinem Sozialprojekt la mariée mit einigen unzerstörbaren Nähmaschinen auszuhelfen. Bei la mariée handelt es sich um ein Brautmodegeschäft in Yaoundé, der Hauptstadt von Kamerun. Das Ziel von la mariée ist es, Arbeits- und Lehrplätze in der 2.5 Millionen-Stadt zu schaffen, um der Not der hohen Arbeitslosen- und Armutsquote zu begegnen. Dies kann dank der Sach- und Geldspende aus der Schweiz umgesetzt werden.

Näherinnen des Sozialprojekt la mariée

Die BERNINA bereitet sichtlich Freude. Links im Bild: Princewill, Manager von la mariée. Im gelben Kleid: die Shopmanagerin Noella. Die Dame an der Nähmaschine ist die Lehrmeisterin.

la mariée bildet junge Frauen mit dem Status Binnenflüchtlinge zu Näherinnen aus. In Teilen von Kamerun herrschen momentan Unruhen und viele Menschen flüchten deshalb in die Hauptstadt. Oftmals fehlt ihnen eine solide Ausbildung und sie müssen in tiefer Armut leben. Vom System her können in Kamerun nur diejenigen eine Ausbildung geniessen, die dafür bezahlen können. la mariée adaptiert das Schweizer Ausbildungssystem auf Kamerun und bezahlt den Auszubildenden einen Lohn, damit sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. Hier kommen die gespendeten Nähmaschinen von BERNINA ins Spiel. Die Auszubildenden können dank den Maschinen im Nähen unterrichtet und befähigt werden, nach der Ausbildung selbständig als Näherinnen zu arbeiten.

la mariée Sozialprojekt

Die junge Frau im roten Kleid ist unsere erste Auszubildende, Honorine. Sie stammt aus dem Südwesten Kameruns und musste wegen den Unruhen fliehen. Über ein Jahr lebte sie mit ihrer Familie im Busch, bevor sie in die Hauptstadt Yaoundé kam. la mariée finanziert ihr nun eine zweijährige Ausbildung als Schneiderin und bietet ihr eine Unterkunft während dieser Zeit. Nach Abschluss der Ausbildung erhält Honorine eine eigene Nähmaschine, Nähmaterial sowie eine Jahresmiete für ein kleines Geschäft. So kann sie langfristig selbst für sich und ihre Familie sorgen.

Näherinnen von la mariée in der Ausbildung

Im weissen Hemd: Mein Schwiegervater Jonathan Spörri. la mariée untersteht seinem Verein iDN (im Dienst der Nationen).

Unsere Mitarbeitenden in Kamerun freuen sich darauf, den jungen Frauen das Nähen auf den Schweizer Maschinen beizubringen. Und ich freue mich riesig über die Grosszügigkeit der BERNINA Familie!

Anika Spörri
www.lamariee.org

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