Kreative Artikel zum Thema Nähen

Jeans stopfen mit dem Knopflochschlittenfuß

Heute habe ich mich meinem Angstgegner gestellt und das erste Mal eine gekaufte Jeans gestopft. Wie ich das gemacht habe, zeige ich euch in diesem Beitrag.

Ja, das Nähen ist meine große Leidenschaft. Diese Leidenschaft hat sich aber zumindest in der Vergangenheit auf das Kreieren von etwas Neuem beschränkt. Oft konnte ich ein Augenrollen nur kaum unterdrücken, wenn mich Familie und Freunde mal wieder als Änderungsschneiderei missbrauen wollten. “Du, ich hätte da eine Hose, die noch gekürzt werden müsste…”, “Könntest du mir bitte diese zwei Knöpfe an meine Bluse nähen?”. Dinge, die bestimmt jeder mit dem Nähen als Hobby schon einmal aus seinem Umfeld gehört hat.

Aber als die fast neue Jeans meines Mannes plötzlich an einer sehr ungünstigen Stelle gerissen ist, gab es keine Ausreden mehr. Nach kurzer Frustration habe ich mit großer Freude festgestellt, dass die bernette 77 einen Nutzstich besitzt, der die Lösung meines Problems ist. Genauer gesagt gibt es sogar zwei dieser Nutzstiche. Das einfache Stopfprogramm Nr. 22 eignet sich vor allem für das Stopfen von dünnen Stellen oder Rissen und ersetzt die Längsfäden der Stoffe. Mit dem verstärkten Stopfprogramm Nr. 23 lassen sich sogar die Längs- und Querfäden von Stoffen ersetzen. Perfekt also für die Risse und dünnen Stellen in besagter Jeans.

Anleitung für das automatische, verstärkte Stopfen:

Für die Jeans habe ich einen Unterlagsstoff und farblich passendes Nähgarn ausgewählt.

Den Unterlagsstoff zuerst mit Heftstichen fixieren und anschliessend den Knopflochschlittenfuß (RJ) montieren.

Das Feld Nutzstiche anwählen und Stich Nr. 23 auswählen. Bei meiner b77 sieht das dann so aus:

Den Oberfaden einfädeln und durch das Loch im Nähfuß nach unten führen.

Nun den Knopflochhebel so weit wie möglich nach unten ziehen und den Knopfhalter am Knopflochfuß auf die gewünschte Länge einstellen (die maximale Nahtlänge beträgt 2,6 cm).

Den Stoff so unter dem Nähfuß positionieren, dass die Nadel 2 mm vor dem zu stopfenden Bereich liegt. Jetzt den Nähfuß absenken. Danach den Oberfaden auf der linken Seite senkrecht zum Knopflochschlittenfuß halten und mit dem Nähen beginnen. Da der beschädigte Bereich an der Jeans sehr groß war, habe ich den Vorgang einfach mehrfach nebeneinander wiederholt.

Und schon ist die Hose wieder (fast) wie neu.

Ich bin total begeistert von dem Ergebnis und vermeide beim nächsten Mal das Augenrollen, wenn ich um Hilfe beim Kleidung stopfen gebeten werde.

Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: alte Jeans, Jeanshose, Nähgarn Poly Sheen von Mettler
Verwendete Produkte:
bernette 77
bernette 77

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Kommentare zu diesem Artikel

2 Responses

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  • Elisabeth Geier

    Ich bügel unter zu stopfende Stellen Web-Vlieseline. Diese trägt nicht so stark auf.

    • Simone

      Hallo Elisabeth,
      das funktioniert natürlich auch sehr gut, vielen Dank für den wertvollen Tipp.
      Ich wollte es bewusst etwas dicker gestalten, das die Stelle wirklich schon sehr durch war, aber beim nächsten Mal versuche ich es auch mal mit Web-Vlieseline.
      Ganz liebe Grüße
      Simone

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