Kreative Artikel zum Thema Nähen

Bluse Lumi von La Maison Victor

Heute zeige ich Euch, wie Ihr eine tolle Bluse nach dem Schnittmuster von La Maison Victor nähen könnt!

Ich liebe Blusen über alles! So hat es mir das sehr raffinierte Blusenschnittmuster Lumi von La Maison Victor sehr angetan. Besonders gut gefällt mir der raffinierte Kragen. Das dazu passende Schnittmuster findet Ihr im aktuellen Heft (NOV.-DEZ. 2020). Beispiele anderer Näherinnen gibt es in den sozialen Netzwerken übrigens unter #lumilmv

Sie kann elegant zu Rock und Blazer oder sportlich zur Jeans getragen werden! Ein wirklich universelles Oberteil!

Der Stoff, ein wunderbar weich fallender Voile aus 100% Polyester, stammt ebenfalls aus der Stoffkollektion von La Maison Victor und ist dort im Online-Shop erhältlich. Er trägt sich herrlich luftig. 

Verschlossen wird die Bluse am Rücken mit einer eleganten Knopfleiste. 

 

So wird Lumi von La Maison Victor genäht | #lumilmv

In diesem Beitrag möchte ich Euch einige Tipps und Tricks zur Verarbeitung dieser Bluse zeigen. Ihr könnt diese Punkte ebenfalls wunderbar für andere Nähprojekte mit dünnen und ggf. rutschigen Stoffen anwenden. 

Bluse nähen | Der Beleg

Der Kragen wird unterfüttert mit einem Beleg. Damit er schön weich fällt, muss hier auf eine Einlage verzichtet werden. Mein Stoff ist sehr dünn und leicht transparent, sodass die Blumen des Belegs durchscheinen werden. Daher achte ich schon beim Zuschnitt darauf, dass der Rapport der Außen- und Innenteile exakt identisch ist. 

Rutschige und dünne Stoffe lassen sich übrigens ganz hervorragend mit dem Obertransportfuß #50 verarbeiten. Wenn Ihr die Nadel ganz nach rechts stellt und der Fuß rechts mit der Stoffkante abschließt, entspricht das einer Nahtzugabe von 1 cm. Je besser der Fuß auf dem Stoff aufliegt, desto besser ist natürlich der Transport des Stoffs.

Bei feinen Stoffen empfehle ich Euch, die Stecknadeln mit wenig Abstand zu platzieren. So könnt Ihr aufs Heften verzichten und dennoch verrutscht nichts. Damit keine Löcher im Stoff zurückbleiben gibt es im Handel extra dünne Stecknadeln für feine Stoffe. 

Bluse Nähen | Das Versäubern

Feine Stoffe versäubere ich mit einer schmalen 3- oder 2-fädigen Naht meiner Overlock, d. h. es wird nur die rechte Nadel verwendet. Heute darf ich an der tollen und brandneuen L 850 nähen!

Achtet beim Nähen unbedingt darauf, dass der Stoff schön glatt aufliegt! Der große Anschiebetisch leistet hier ganz hervorragende Dienste! Gerade bei feinen Stoffen ist die Gefahr groß, dass sich ein Ärmel oder sonstiges Stoffteil in das Messer der Overlock schleicht. Der Schaden ist dann nicht selten immens… Daher immer besser langsam nähen und dabei gleichzeitig kontrollieren, dass der Stoff schön flach aufliegt und wirklich nur die Kante versäubert wird!

Ihr erhaltet auch in ganz feinen Stoffen perfekt versäuberte Nähte!

Bluse nähen | Der Saum

Sehr dünne und knappe Säume in feinen Materialien sind eine anspruchsvolle Nähaufgabe. Nicht so für all jene, die den Geradstichsäumer #62 besitzen. Schaut, wie toll mein Saum gelungen ist!

Damit der Säumer den Stoff schön umschlagen kann, muss er gut in der Schnecke des Fußes liegen. Diese rollt den Stoff dann vor dem Nähen ein. Da es für diesen Arbeitsschritt zwei Hände braucht, gibt es keine Fotos von mir. Doch in diesem Video wird die Anwendung toll dargestellt! Es gibt den Säumern in vielen Varianten in Bezug auf die Breite, aber auch auf den verwendeten Stich, z. B. Geradstich, Zick-Zack:

Bluse nähen | Die Knopfleiste

Da die Baumwollgewebeeinlage ausreichend stabil erschien, habe ich sie nur zur Hälfte in den Zuschnitt für die Knopfleiste gebügelt. Eine zu steife Leiste fällt nicht schön und steht schnell ungewollt ab. Der Streifen wird rechts auf rechts an die entsprechenden Kanten der hinteren Mitte genäht. 

Nachdem die Nahtzugabe von 1 cm zur linken Seite gebügelt wurde, wird die Leiste nach hinten/innen umgeklappt und mit Stecknadeln fixiert. 

Von rechts steppe ich sie schmalkantig ab. Die Stecknadeln ziehe ich aus dem Stoff, bevor ich drüber nähe. Das ist gerade bei den dünnen Nadeln sehr wichtig, da diese beim Drübernähen schnell verbiegen oder gar unter der Stichplatte hängen bleiben! Auch hier verwende ich den Schmalkantfuß #10, mit dem Nähte immer perfekt an der Kante sitzen!

Bluse nähen | Der Ärmelschlitz

Zunächst wird der eingeschnittene Ärmelschlitz versäubert. Hierfür stecke ich einen laut Schnittmuster entsprechend langen Streifen auf den Schlitz. Ich schneide diesen immer 3 cm breit zu. 

Im nächsten Arbeitsschritt wird er festgenäht und gebügelt. 

Danach bügle ich den Streifen zur linken Seite um, sodass die Kanten vom Streifen und Schlitz der Bluse aufeinander Treffen. Nun den Streifen nochmals wie abgebildet einklappen und gut bügeln. 

Anschließend stecke ich die Nadeln um, d. h. ich platziere sie auf der rechten Seite und längs. So sind sie gleich weniger im Weg bzw. können beim Nähen einfacher herausgezogen werden. 

Nun steppe ich die Einfassung von rechts knappkantig mit dem Schmalkantfuß #10 ab.

Damit der Schlitz schön fällt, wird die Bruchkante auf der linken Seite mit einer Naht im 45-Grad-Winkel abgenäht. 

Fertig ist der perfekte Ärmelschlitz, hier gezeigt von der rechten Seite!

Bluse nähen | Die Manschette

Für meine Bluse habe ich eine Einlage aus Baumwollgewebe verwendet. Sie ist ausreichend dick, sodass ich sie nur für den Zuschnitt des äußeren Teils verwende.

Zunächst wird die Oberkante (sozusagen das spätere Blusenende) der Manschette genäht. Die Zugaben lege ich zur späteren linken Seite, der Innenseite, und steppt sie von rechts knappkantig mit dem Schmalkantfuß #10 ab.

Überschüssige Nahtzugaben schneide ich auf der linken Seite zurück, damit sie später nicht durchscheinen. Hier ist große Vorsicht geboten, denn mit den scharfen, kleinen Stickscheren, schneidet man schnell ungewollt ein Loch, wo keines hingehört! Alternativ bietet der Handel Scheren, die ein kleines “Schutzblech” haben, damit dies genau nicht passiert. 

Ich habe mich entschlossen, die Manschetten ein bisschen weniger hoch zu nähen. Grundsätzlich müsste in diesem Fall der Ärmel dementsprechend verlängert werden. Da mir die Ärmel der Bluse aber ohnehin ein bisschen zu lang waren, konnte ich einfach nur die Manschette kürzen, ohne dass ich weitere Änderungen vornehmen musste. 

Das Ende vom Ärmel wird mit einem Geradstich in kleine Falten gelegt. Ich nähe anschließend zunächst nur die Außenseite der gut gebügelten Manschette rechts auf rechts an den Ärmel. 

Erneut können Nahtzugaben nach Bedarf eingekürzt werden. Dann klappe ich die Nahtzugaben der Innenseite nach innen. In diesem Fall habe ich die Teile zur Sicherheit geheftet, damit gleich nichts verrutscht, wenn ich die Kante von rechts schmalkantig abnähe. 

Erneut verwende ich auch hier den Schmalkantfuß #10. Ihr seht also… dieser Fuß ist ein Multitalent und somit ein absolutes Must Have im Nähkörbchen!

Bluse nähen | Die Knöpfe

So richtig passende Knöpfe habe ich für diese Bluse einfach nicht gefunden. In diesem Fall greife ich gern auf mit Stoff beziehbare Knöpfe zurück, hier mit einem Durchmesser von 11 mm. Gerade die kleinen Knöpfe sind ein bisschen fummelig zu beziehen. Ich mache das anders, als auf der Packung beschrieben.  

Den Stoff schneide ich anhand der Vorlage auf der Packung zu. Dann nähe ich rundherum mit einem reißfesten Faden, z. B. SERALON von Mettler, kleine Stiche. Am Ende des Fadens befindet sich ein Knoten, damit er nicht wieder rausrutschen kann. Auch das restliche Projekt habe ich übrigens mit diesem Garn genäht. 

Nun lege ich das Oberteil vom Knopf in den Stoff und ziehe den Faden zu. 

Manchmal gibt es von der Vorderseite betrachtet dann noch kleine Beulen. Diese streiche ich mit dem Finger glatt nach hinten.

Anschließend nähe ich nochmals eine Runde durch alle Falten und ziehe den Stoff so noch straffer zusammen. 

Faden abschneiden, das zweite Teil vom Knopf aufstecken und schon ist er fertig! Jetzt sitzt der Stoff schön glatt auf dem Knopf. 

Bluse nähen | Die Knopflöcher

Knöpflöcher sind immer ein kleiner Nervenkitzel, denn man näht sie ganz zum Schluss in ein fast fertiges Kleidungsstück. Da darf dann nichts mehr schief gehen. Doch mit einer BERNINA kann man ein Knopfloch wunderbar programmieren, sodass selbige auch alle exakt groß werden! 

Da meine Manschette kürzer ist, muss auch die Anzahl und Position der Knöpfe entsprechend angepasst werden. Ich probiere einfach aus, wie es mir am besten gefällt.

Den genauen Start der Knopflöcher markiere ich wie abgebildet mit zwei Stecknadeln pro Knopfloch.

Anschließend steche ich die Nadel der Nähmaschine exakt in die jeweilige Kreuzung. Natürlich habe ich zuvor ein Probeknopfloch genäht bzw. selbiges in meiner BERNINA programmiert. 

Wenn die Nadel der Maschine im Stoff steckt, entferne ich die beiden Stecknadeln, richte den Stoff gerade aus, senke den Fuß und schon kann das programmierte Knopfloch genäht werden!

Ich bin immer wieder begeistert, wie toll eine BERNINA Knopflöcher fertigt!

Zum Öffnen der Knopflöcher verwende ich den Knopflochstecher mit Holzunterlage von BERNINA.

Mit ihm kann man die Knopflöcher sehr viel präziser öffnen als das z. B. mit einem Nahttrenner möglich ist. 

Zum Schluss müssen nur noch die Knöpfe angenäht werden!

Eine Bluse nähen macht viel Spaß und Freude! Fertig ist meine Lumi mit dem Stoff bzw. nach einem Schnitt von La Maison Victor! Ich trage sie wirklich gern!

Wollt auch Ihr eine so tolle Bluse nähen? Dabei wünsche ich Euch ganz viel Spaß! Und vergesst nicht, uns Eure Kreationen in den sozialen Netzwerken unter #lumilmv zu zeigen!

Ganz liebe Grüße

Eure Claudia 

 

 

 

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Kommentare zu diesem Artikel

4 Antworten

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    • Claudia Geiser

      Guten Morgen, Bernadette Bramböck,

      vielen Dank für das positive Feedback. Das Schnittmuster gibt es in der aktuellen Ausgabe von La Maison Victor (NOV-DEZ 2020). Den Link dazu gibt es im zweiten Absatz dieses Artikels.

      Liebe Grüße

      Claudia

  • Bettina Harrer

    Die Manschette wird links angesteppt und rechts niedergesteppt. Geht um einiges leichter, und ist leichter.

     

    • Claudia Geiser

      Liebe Bettina Harrer,

      vielen Dank für Ihr konstruktives Feedback und Ihren Nähtipp. Ja, die von Ihnen beschriebene Art und Weise ist eine sehr gängige Art der Verarbeitung. Eine weitere Möglichkeit findet man in diesem Beitrag hier im Blog: https://blog.bernina.com/de/2012/02/workshop-%E2%80%93-bluse-10/

      Die Redaktion von La Maison Victor bügelt in der Anleitung zu diesem Modell die Nahtzugabe der Manschetten zur Innenseite, steckt die Nahtzugaben vom Ärmel in die jeweilige Manschette und steppt alles in einem Arbeitsgang ab.

      Ich habe für die o. g. Verarbeitung entschieden, da der Stoff sehr fein und rutschig war und sich kaum in Form bügeln ließ. Es gelang sehr viel leichter, den in Falten gelegten Ärmel mit 1 cm Nahtzugabe festzunähen, als die Zugabe zu bügeln und die Falten dabei glatt zu legen. Mit dieser etwas aufwändigeren Art der Verarbeitung konnte ich sicherstellen, dass Naht und Falten außen perfekt sitzen.

      So führen wie so oft bei unserem schönen Hobby, viele Wege zum kreativen Ziel!

      Herzliche Grüße
      Claudia Geiser  

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