Kreative Artikel zum Thema Quilten

Quilten mit Rulern, Teil 1

Zeit, unsere Quilts zu quilten! Ich werde meinen Regenbogen-Sugaridoo-Quilt mit Rulern quilten, also mit Linealen. Und ich muss sagen, dass ich für diesen Teil des Quilt-Alongs etwas nervös war. Ich habe schon einige Quilts fertig gestellt, aber das Quilting selbst fühlt sich für mich immer noch wie eine grosse Sache an.

Besonders das Quilten eines richtig grossen Quilts mit Rulern hat mir ein bisschen Angst gemacht. Das ist etwas, das ich noch nie zuvor getan habe. Ich habe schon grosse Quilts gequiltet. Ich habe kleine Quilts mit Rulern gequiltet, aber beides zu kombinieren, ist neu für mich.

Wenn es für Euch auch neu ist, einen grossen Quilt mit Rulern zu quilten: Juhu! Wir haben das in uns! Lasst uns auch diesen Weg gemeinsam gehen, nachdem wir schon alle Reihen des Quilt-Alongs gemeinsam gemeistert haben. Es ist ein Abenteuer, neue Dinge zu lernen.

Quilten mit Rulern, erste Schritte

Mein Plan für diesen Quilt ist es, verschiedene Muster mit dem BERNINA Ruler-Kit auszuprobieren. Zu spielen. Spass zu haben. Zu lernen. Ich will mich beim Quilten eines grossen Quilts wohler fühlen und Erfahrungen sammeln im Umgang mit einem Quilt und verschiedenen Linealen. 

Nichts muss perfekt sein.

Wirklich! Es muss nicht perfekt sein. Wenn Euer Quilt fertig ist, wenn alles gesteppt ist und der Quilt auf Eurem Bett oder auf der Couch liegt, werdet Ihr die Unvollkommenheiten in einer Naht nicht sehen. Wenn Ihr Euren Quilt quiltet, seid Ihr sehr fokussiert. Ihr blickt wie durch ein Vergrösserungsglas auf den Quilt und seht nur die Stiche, die nicht gelingen, die Stiche, die nicht perfekt im Nahtschatten landen, die Kreise, die eher wie Ovale aussehen. 

Aber wenn Ihr Euren Quilt nutzt, spielen diese Stiche keine Rolle. Wenn andere den Quilt anschauen, werden sie nur die schönen Stoffe und Farben sehen, die Formen, die Muster. Nicht die einzelnen Stiche, die nicht wie geplant auf den Quilt gesetzt wurden. 

Versuchen wir also, die Perfektion loszulassen. Lassen wir Übung und Fortschritt zu. Das ist etwas, an das ich mich auch immer wieder erinnern muss :-). Lasst uns sehen, wohin das Quilten dieses Quilts uns bringen wird.  

Das Einrichten der Maschine

Es gibt ein paar Dinge, auf die Ihr achten müsst, wenn Ihr mit dem Freihandquilten oder mit Rulerwork an der Maschine beginnen möchtet. 

Transporteur absenken

Als erstes müsst Ihr den Transporteur absenken. Das sind die kleinen “Greifer” links und rechts des Stichlochs, die helfen, den Stoff unter dem Fuss zu bewegen. Beim Rulerwork und beim Freihandquilten wollt Ihr den Stoff in alle Richtungen bewegen und nicht nur in Richtung des Transporteurs. 

Drückt also den Knopf an Eurer Maschine, um den Transporteur abzusenken. Im Video spreche ich auch darüber, was zu tun ist, wenn Ihr den Transporteur Eurer Maschine nicht absenken könnt. 

Ein Video von BERNINA zeigt, wie man den BERNINA Rulerfuss 72 anbringt und wie der Transporteur versenkt wird:

Der BERNINA Rulerfuss 72

Um beim Quilten mit Rulern arbeiten zu können, benötigt Ihr einen Rulerfuss. Ich verwende den Verstellbaren Rulerfuss 72 von BERNINA.

Die Verwendung eines Rulerfusses beim Quilten mit Linealen ist wichtig. Ihr wollt nicht, dass Euer Ruler unter den Fuss rutscht und die Nadel oben auf dem Lineal bricht.

Beim BERNINA Rulerfuss kann die Position der Sohle mit einem Verstellrad in der Höhe verändert und so an die Dicke des Quiltsandwichs angepasst werden. Platziert die Sohle so, dass sie gerade so über dem Quilt schwebt. Wenn Ihr den Quilt unter der Sohle hin und her schiebt, solltet Ihr keine Reibung spüren. Es sollte aber auch keine Luft zwischen Quilt und Sohle bestehen. 

Einstellung des Nähfussdrucks

Bei den Maschinen der 7er und 8er Serie von BERNINA könnt Ihr den Nähfussdruck einstellen. Wenn Ihr diesen auf -3 oder tiefer einstellt, hört der Fuss auf zu hüpfen. Normalerweise macht der eine Auf- und Ab-Bewegung und folgt dabei der Nadel. Beim Rulerwork soll der Fuss aber auf der gleichen Höhe bleiben. Beachtet dazu die letzten Szenen des Nähfuss-Videos oben (ab ca. 05:00 min.) und spielt ein wenig mit der Einstellung Eurer BERNINA. Wenn Ihr den Nähfussdruck senkt, wird Euer Fuss höher gehen. 

Bei vielen Maschinen gibt es keine Möglichkeit, den Nähfussdruck einzustellen. Dann ist das Verstellrad besonders wertvoll!

Das gilt auch für Maschinen der 4er und 5er Serie von BERNINA. Bei diesen hat die Nähfussdruck-Einstellung keinen Einfluss auf die Höhe des Nähfusses.

Griff 

Extra Griffigkeit macht das Quilten mit Rulern sehr viel einfacher. Ich gebe meinen Händen mehr Halt, indem ich Quilthandschuhe trage. Ich habe meine vor langer Zeit mit einem Quiltmagazin bekommen, aber man kann sie in den meisten Quiltläden finden. 

Meinen Rulern gebe ich mehr Halt, indem ich etwas Grippy auf die Unterseite sprühe: 

Wenn Eure Hände und Euer Lineal etwas Halt haben, brauchen Ihr viel weniger Spannung, um den Quilt zu bewegen oder Euer Lineal an Ort und Stelle zu halten. Und weniger Spannung in Euren Händen und Schultern ist sehr wichtig, damit Ihr bequem quilten könnt.

Lassen Sie uns mit dem Quilten beginnen

Ok, ich denke, das sind genug Informationen für den Moment. Beginnen wir mit dem Quilten unseres Quilts!

Ich beginne mit den vier Reihen in der Mitte des Quilts. Das sind die Reihen 5 bis 8. Im Video könnt Ihr mich beim Quilten dieser Reihen sehen. Im folgenden findet Ihr einige Bilder und Infos zum Ablauf. Ausserdem erfahrt Ihr, wie ich das Design erstellt habe. 

Ich möchte diesen Quilt gerne weich halten, deshalb werde ich meine Linien nicht zu dicht aneinander quilten. Fühlt Euch frei, die Designs zu ändern – macht sie zu Euren eigenen! Lasst Euch davon inspirieren, scheut Euch aber nicht, etwas ganz Anderes zu machen. Ich denke, das Wichtigste ist, etwas zu quilten, das zu einem passt und worauf man Lust hat.

Reihe 5

Für diese Reihe habe ich ein Echo um die Hastags gemacht. “Echo” bedeutet, dass ich den Linien eines Quiltblocks oder einer Form im Quilt mit der Naht folge:

Ihr könnt im Nahtschatten quilten, indem Ihr den Nähten des Hashtags folgt. Oder Ihr könnt, wie ich es getan habe, mit mehr Abstand von der Form quilten. Ich habe einen Viertel-Inch Abstand gewählt und zusätzliche Rechtecke in die freien Flächen zwischen den Hashtags eingefügt:

Reihe 6

Hier habe mit dem Ruler gerade Linien gequiltet, in welche ich einige Kringel eingefügt habe: 

Ich beginne auf der linken Seite des Quilts, ziehe eine gerade Linie nach rechts, und von Zeit zu Zeit mache ich eine kleine Schleife. Während ich die Schleife mache, halte ich das Lineal an der gleichen Stelle, so dass ich nach der Schleife auf dem Lineal “landen” und mit der geraden Linie fortfahren kann.

Wenn ich auf eine gelbe Form treffe, nähe ich aussen um diese herum. 

Reihe 7

Die Pfeile habe ich mit Wellenlinien kombiniert: 

Mit dem Wellen-Ruler habe ich Linien um die Pfeile genäht. Jedes Mal, wenn meine Wellenlinie einen Pfeil kreuzte, blieb ich stehen und nähte im Nahtschatten um den Pfeil herum, bis ich meine Wellenlinie fortsetzen konnte. 

Manchmal geht etwas schief. Unvollkommene Stiche wie im Bild unten sind für mich in Ordnung. Ich glaube, mein Lineal ist hier ein wenig weggerutscht, so dass die Linie nicht so gleichmässig wurde, wie ich sie haben wollte. Aber wenn alle Linien auf dem Quilt fertig sind, werdet Ihr das nicht mehr bemerken. 

Jetzt, da diese Reihe fertig ist, erwäge ich, einige zusätzliche Wellenlinien hinzuzufügen. Vielleicht werde ich zu einigen der Wellen ein Echo quilten, um die Lücken ein bisschen besser auszufüllen.

Reihe 8

Für diese Reihe habe ich eine Box um die Blöcke genäht und dann unregelmässige, kleine Wellenlinien zwischen den grünen Streifen gemacht.

Für die Box habe ich den geraden Ruler verwendet. Die Linien zwischen den grünen Teilen habe ich freihand gequiltet. Es ist eine lustige kleine Übungseinheit, diese engen Wellenbewegung zu machen und die Stichlänge einigermassen konstant zu halten. 

Auch hier seht Ihr einige “unvollkommene” Stiche. Ich wollte nicht auf den grünen Stoff nähen. Das ist nicht überall geglückt. Aber ich denke, das ist kein so grosses Problem. Ich werde die Stiche auftrennen und von vorne beginnen.

Mit der Stichlänge in diesem kleinen Bereich bin ich aber zufrieden. Wenn man übt, werden die Stiche mit der Zeit immer gleichmässiger.

Nächste Woche

Das war’s für heute. Vier Reihen sind gequiltet. Ich bin sehr gespannt, wie Euer Design aussehen wird. 

Nächste Woche nehmen wir uns wieder vier Reihen vor. Der Blog-Beitrag wird am 26. November erscheinen. Am 3. Dezember erscheint dann der dritte und letzte Teil dieser Mini-Beitragsreihe zum Thema quilten. 

Happy quilting!
Bis nächste Woche,
Irene

Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Zeitaufwand: ein Wochenende
Verwendete Produkte:
BERNINA 770 QE
BERNINA 770 QE
Verstellbarer Rulerfuss # 72
Verstellbarer Rulerfuss # 72
Formschablonen-Set für Longarm-Sitdown- und Haushaltmaschinen
Formschablonen-Set für Longarm-Sitdown- und Haushaltmaschinen

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Kommentare zu diesem Artikel

5 Antworten

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  • Birgit Ziller

    Statt auftrennen könntest du einen grünen Stoffmalstift nehmen und die weißen Stiche grün einfärben.

  • Renate Reimann

    Hallo Irene,

    nur ein paar Worte zu ” ich trenne die Stiche auf “: Ich finde, das Patchworken und Quilten lebt von Unregelmäßigkeiten. Ich besitze einen alten amerikanischen Quilt, wo das sehr schön zu sehen ist.

    Gruß Renate

  • lavivo

    Hallo, gibt es auch noch Informationen wenn der Quilt in drei Teilen gearbeitet wird ? Wie wird er dann zusammengenäht ? Die Nahtzugabe wäre doch auf der Rückseite zu sehen. Vielen Dank für einen Hinweis.

    Herzliche Grüße

    lavivo

    • Doris Fuchs

      Hallo lavivo,

      Vor diesem Problem stehe ich auch, deshalb lasse ich beim Quilten am Rand 2 cm frei . So kann ich nur die Vorderseiten zusammen nähen und die Rückseite vielleicht von Hand. Gruß Doris

    • Irene - Sugaridoo

      Hallo Lavivo, Ja, es wird einen Blog-Beitrag und ein Video darüber geben (im Dezember), wie du deine Quilt in drei Teilen quilten können. Bei dieser Methode ist auf der Rückseite eine Bindungsnaht sichtbar. LG Irene

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