Kreative Artikel zum Thema Nähen

Kurze Freizeithose für den Sommer nähen

Hallo ihr Lieben

Heute habe ich eine sommerliche Anleitung für euch – und zwar wie ihr eine kurze Freizeithose nähen könnt.

Seid ihr schon bereit für den Sommer? Die warme Jahreszeit kommt immer näher und ich habe bereits die ersten sommerlichen Teile genäht. Darunter mein absoluter Favorit für kurze Hosen. Deshalb möchte ich heute eine Anleitung teilen, wie ihr diese pfiffige kurze Freizeithose für den Sommer nähen könnt. Dazu verwende ich lediglich eine Haushaltsnähmaschine, die b05 ACADEMY. Mit dieser coolen Maschine könnt ihr problemlos alle möglichen Stoffe verarbeiten und braucht euch nie mehr Gedanken um die Verarbeitung von elastischem Material machen.

Bild von b05 ACADEMY.

b05 ACADEMY

Ausgestattet mit zahlreichen Funktionen, 30 exklusiven Stichen und einem schnellen Motor kannst du mit der b05 ACADEMY deine verrücktesten Ideen ratzfatz umsetzen.

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kurze Freizeithose nähen – Rückenansicht

Rückenansicht der Freizeithose

Freizeithose nähen – Vorderansicht

Vorderansicht der Freizeithose

Kurze Freizeithose nähen

Vorbereitung

Als erstes benötigt ihr das Schnittmuster. Es ist (mal wieder) ein englisches Schnittmuster, aber es lohnt sich allemal, ich habe wirklich schon unzählige dieser kurzen Hosen genäht, da sie super bequem sind, sportlich aussehen und ratz fatz genäht sind. Außerdem benötigt man nur wenig Stoff, so kann man auch größere Reste verwenden. Der Schnitt nennt sich Moxi und ist aus dem Hause Greenstyle Creations. Die Anleitung ist auf Englisch, aber ich werde wie gewohnt jeden Schritt hier auf deutsch erklären und mit Bildern unterlegen, sodass ihr auch ohne Englischkenntnisse die kurze Freizeithose nähen könnt. 

Das Schnittmuster ist ursprünglich für elastische Webware mit etwa 25% Dehnbarkeit ausgelegt. Da ich so etwas in Deutschland leider noch nicht gefunden habe, habe ich diese Hose meist aus Baumwolljersey, French Terry oder Sweat genäht. Auch Badelycra ist dafür schon unter der Maschine gelandet – denn die Hose macht auch als Badehose eine tolle Figur!

Solltet ihr also auch einen sehr dehnbaren Stoff verwenden, könntet ihr euch überlegen, eine Nummer kleiner zu nähen. Zur Bestimmung meiner Größe habe ich mich in Inch vermessen und in der Größentabelle nachgesehen. Diese ist sehr gut auf das Schnittmuster abgestimmt. Da ich hier Sommersweat verwende welcher nur mäßig dehnbar ist, habe ich die gemessene Größe verwendet.

Modifikation am Schnittmuster

Da der Sommersweat nicht so dehnbar ist wie Bündchenstoff oder Lycra habe ich den Bund verändert. Selbstverständlich könnt ihr den Bund auch wie im Schnittmuster gegeben nähen, dann solltet ihr einen Stoff mit 75% Dehnbarkeit verwenden, etwa einen Lycra, einige Jerseys erfüllen das auch. Da ich oft keinen passenden Kombi-Stoff habe und mir ein Jogginghosenbund sehr gut gefällt, habe ich den Bund als normalen Tunnel mit Gummibund genäht und mit Öffnungen für eine Kordel versehen. Die genaue Anleitung für die Änderung erkläre ich im Folgenden im bei Schritt 6: “Bündchen vorbereiten”.

Hose mit Bund aus dem Schnittmuster

Hose mit Bund aus dem Schnittmuster

Abgewandelter Hosenbund mit Ösen

Abgewandelter Hosenbund mit Ösen

Zutaten

Was ihr neben dem Schnittmuster benötigt um die Freizeithose zu nähen:

  • einen Stoff eurer Wahl – Sommersweat/French Terry, Baumwolljersey, Badelycra, dehnbare Webware,…
  • Schrägband, Falzgummi oder einen passenden Jerseystreifen (Länge ist für die jeweilige Größe im Schnitt angegeben)
  • Nähgarn, ich verwende Seraflex, ein elastisches Nähgarn
  • Stretch-Nadel für eure Nähmaschine
  • Stoffklammern oder Jersey-Stecknadeln
  • Markierstift oder Schneiderkreide

Solltet ihr wie in meinem Beispiel hier den Bund abändern, so benötigt ihr außerdem:

  • Gummiband (3-4cm breit)
  • Kordel
  • Optional: 2 Ösen
Freizeithose nähen – was ihr dafür braucht

Zutaten

Kurze Freizeithose nähen – Los geht’s

Schritt 1: Vorbereitung Schrägband/Einfassband

Zu allererst schneidet ihr euer Einfassband zu. Verwendet ihr einen gewebten Stoff, so solltet ihr wie im Schnittmuster beschrieben vorgehen, also im 45°-Winkel zum Fadenlauf schneiden. Verwendet ihr für das Einfassband Jersey oder Sommersweat, so könnt ihr einfach beliebig zuschneiden, da der Stoff ohnehin genügend Elastizität hat. Schneidet dazu das Band mit der im Schnittmuster angegebenen Länge und Breite zu. Achtet dabei darauf, dass diese Angaben in Inch sind. Schneidet dann die Enden der einzelnen Schrägbandteile (insofern ihr es nicht am Stück geschnitten bekommt) in 45°-Winkeln ab und legt diese rechts auf rechts aufeinander. Da ich aus optischen Gründen die linke Seite (weiß) des Sommersweats als Außenseite des Einfassbands haben möchte, lege ich es links auf links. Näht diese Naht dann mit einem Geradstich mit 1cm Nahtzugabe fest und schneidet die Nahtzugaben zurück. So ist es später an diesen Stellen nicht so dick.

Einfassband aus mehreren Teilen zusammennähen

Einfassband aus mehreren Teilen zusammennähen

Schritt 2: Grundgerüst der Freizeithose nähen

In diesem Schritt werden die Hosenteile aneinandergenäht und für das weitere Vorgehen vorbereitet. Dazu solltet ihr folgende Teile ausgeschnitten haben: Hinteres Oberteil im Bruch (oberstes Teil auf dem Bild), 2x Vorderteil (mittleres Teil auf dem Bild) und 2x das hintere Unterteil (unten auf dem Bild).

Hosenteile

Hosenteile

Ihr beginnt mit dem hinteren Oberteil. An dieses kommt nun an die kurze Kante links und rechts eines der Vorderteile. Dabei steht unten eine kleines dreieckiges Stück über, das resultiert aus der Nahtzugabe und wird später weggeschnitten. Nun legt ihr aber erstmal die Teile rechts auf rechts und steckt sie fest. 

hinteres Oberteil platziert neben dem Vorderteil

hinteres Oberteil platziert neben dem Vorderteil

Zum Annähen könnt ihr den praktischen Lycra-Stich der b05 ACADEMY nutzen. Dieser ist auch für Jersey und Sommersweat hervorragend geeignet und sichert eure Nähte vor dem Reißen unter Zug. 

Nähen mit dem Lycra-Stich

Nähen mit dem Lycra-Stich

Jetzt näht ihr die hinteren Unterteile an die Vorderteile. Dazu kommen die beiden kurzen Kanten wie im nachfolgenden Bild sichtbar rechts auf rechts aufeinander. Auch diese näht ihr wieder mit einem elastischen Stich fest.

Vorderteil neben dem unteren Rückenteil

Vorderteil neben dem unteren Rückenteil

Vor dem nächsten Schritt könnt ihr nun die vorher entstandenen Überschüsse (die kleinen Dreiecke) abschneiden.

kleine Spitze die abgeschnitten wird

Schritt 3: Einfassband annähen

Jetzt wird das Einfassband angenäht. Hierfür könnt ihr entweder einen Bandeinfasser-Fuß verwenden oder wie ich im folgenden erkläre vorgehen. Zunächst steckt ihr euer Einfassband entlang der ganten unteren Kante rechts auf rechts fest (Achtung, bei den Fotos hier ist beim Einfassband nun weiß die rechte Seite). Das näht ihr nun wieder mit einem elastischen Stich an.

Freizeithose nähen – Einfassband annähen

Einfassband annähen

angenähtes Einfassband

angenähtes Einfassband

Anschließend wird das Schrägband um die entstandene Naht herum gefaltet. Legt die eben genähte Kante nun mit der linken Seite der Hose vor euch hin, das Schrägband liegt unten. Faltet jetzt das Schrägband zur Hälfte.

Einfassband falten

Einfassband falten

Dann schlagt ihr das eingeschlagene Schrägband nochmal um und steckt es fest. So ist die Naht schön und gleichmäßig umschlossen. Macht das für die gesamte Länge des Schrägbands.

umgefaltenes Einfassband

umgefaltenes Einfassband

festgestecktes Einfassband

festgestecktes Einfassband

Näht nun von der rechten Seite das festgesteckte Einfassband an. Ich verwende hierfür einen Geradstich mit elastischem Nähgarn und nähe knappkantig entlang der inneren Kante des Einfassbandes.

Freizeithose nähen – Einfassband annähen

Einfassband annähen

Schritt 4: Die Schrittnaht nähen

Weiter geht es mit der Schrittnaht. Hierfür klappt ihr die Freizeithose einmal in der hinteren Mitte rechts auf rechts und legt die Kanten der Schrittnaht aufeinander. Näht entlang dieser Kante wieder mit einem elastischen Stich.

gesteckte Schrittnaht

gesteckte Schrittnaht

Schritt 5: Die Hose nimmt Form an

Sieht noch nicht aus wie eine Hose? Das ändert sich jetzt. An dieser Stelle entsteht nun die pfiffige Naht am hinteren Teil der Freizeithose. Setzt euch hierzu eine Markierung an der hinteren Mitte des oberen Teils. Jetzt faltet ihr das untere Hosenteil so, dass die obere, noch unversäuberte Kante zur eingefassten Kante des oberen Hinterteils zeigt. Dort wird nun auch das untere Hosenteil festgesteckt. Dafür beginnt ihr in der Mitte. Die Naht des unteren Hosenteils trifft nun genau auf die markierte Mitte des oberen Teils. Schiebt zum Feststecken den unteren Teil ein klein wenig unter die eingefasste Kante, sodass ihr das Einfassband auf der linken Seite gerade so überdeckt. Steckt es dann gut mit Nadeln fest.

Freizeithose nähen – Rückansicht vor dem Festnähen des hinteren Hosenteils

Rückansicht vor dem Festnähen des hinteren Hosenteils

Überlappen des Einfassbandes auf der linken Seite

festgestecktes hinteres Hosenteil

festgestecktes hinteres Hosenteil

festgestecktes hinteres Hosenteil

Jetzt könnt ihr das Ganze festnähen. Versucht dabei, die Naht des Einfassbands zu treffen. Wenn ihr ein passendes Garn verwendet, fällt es nicht so sehr auf, falls euch das nicht so gut gelingt. Verriegelt die Naht am Anfang und Ende gut, damit euch die Hose später beim Sport nicht aufgeht.

hinteren Hosenteil annähen auf der Naht am Einfassband

Schritt 6: Bündchen vorbereiten

Näht ihr das Bündchen aus dem Schnittmuster? Dann geht ihr wie in der beim Schnitt beiliegenden Anleitung vor. Kurz zusammengefasst näht ihr dann jeweils die vorderen und hinteren Teile zusammen (innen und außen), steckt das innere Bündchen rechts auf rechts ins äußere Bündchen und näht es oben zusammen. Für mehr Halt etwa bei einer Badehose könnt ihr dort dann auf die Nahtzugabe ein Framilon-Gummi annähen.

Näht ihr die etwas gemütlichere Variante der Freizeithose, dann geht ihr wie folgt vor. Messt mit einem Maßband einmal ringsum die obere Kante eurer genähten Hose. Fügt zu diesem Wert noch 2cm für die Nahtzugabe dazu. Die Höhe könnt ihr selbst bestimmen, ich habe mich für eine Bundhöhe von 5cm entschieden, hierzu müsst ihr vor dem Zuschnitt den Wert verdoppeln und 2cm als Nahtzugabe dazu addieren. In meinem Fall ergibt sich eine Höhe von 12cm und eine Länge von 76cm. Schneidet dieses Stoffstück zu und markiert euch jeweils die Mitte der Höhe und der Länge.

Setzt dann in der Mitte Markierungen für entweder Ösen oder Knopflöcher. Bei Ösen messt ihr einfach aus, wo euer Mittelpunkt liegen soll (Achtung, das Bündchen wird ja vor dem Nähen noch gefaltet, deshalb am Besten die Mitte der Breite auch markieren und von dort aus in eine Richtung messen).

In diesem Beispiel habe ich mich für Knopflöcher entschieden. Denn die b05 ACADEMY kann das ganz hervorragend. Und zwar automatisch.

Schritt 7: Knopflöcher nähen

Solltet ihr das Bündchen aus dem Schnittmuster verwenden oder Ösen anbringen, so könnt ihr diesen Schritt einfach überspringen.

Bevor ihr ans Bündchen geht, probiert ihr am besten auf einem Reststück aus, welche Länge eures Knopflochs ideal ist. Habt ihr eure Knopflochlänge gefunden, könnt ihr das Knopfloch anzeichnen. Dazu markiert ihr euch die Mittellinie des Knopflochs und den Anfangspunkt des Knopflochs. Dazu geht ihr von der Mitte aus mit der halben Länge in eine Richtung und setzt eine Markierung.

Markierung der Knopflöcher

Markierung der Knopflöcher

Dann könnt ihr das Knopfloch nähen. Das macht die b05 ACADEMY automatisch. Dazu geht ihr wie in der Betriebsanleitung beschrieben vor. Ihr startet genau dort, wo die Mittellinie die Linie des unteren Ende des Knopflochs schneidet. Es empfiehlt sich meist, noch ein Stickflies oder ähnliches unterzulegen. Ich habe einfach ein Stück Sommersweat zur Verstärkung untergelegt und mit angenäht.

Knopflochautomatik der b05 ACADEMY

Knopflochautomatik der b05 ACADEMY

genähte Knopflöcher von hinten

genähte Knopflöcher von hinten

Freizeithose nähen – Knopflöcher im Hosenbund

fertig genähte Knopflöcher

Jetzt könnt ihr die Knopflöcher mit dem Nahttrenner aufschneiden. Steckt hierzu am besten am Anfang und am Ende des Knopflochs eine Nadel, damit ihr den Riegel nicht ausversehen mit auftrennt.

Knopflöcher auftrennen

Knopflöcher auftrennen

Schritt 8: Freizeithose nähen – Fertigstellung

Im letzten Schritt könnt ihr nun das Bündchen annähen. Dafür wird es zuerst zu einem Ring geschlossen. Legt dafür die kurzen Seiten rechts auf rechts zusammen. Um später noch ein Gummiband einziehen zu können, lasse ich immer an dieser Naht innen eine kurze Öffnung. So kann man das Gummiband auch bei Bedarf einfacher austauschen oder verkürzen, ohne erst lange auftrennen zu müssen. Dafür nähe ich von oben bis zur lila Markierung (siehe untenstehendes Bild), verriegle dort die Naht und setze am zweiten lila Punkt wieder an, verriegle hier wieder die Naht und nähe bis zum Ende. Die Lücke ist dann etwa 2cm groß.

Markierung für Öffnung am Hosenbund

Markierung für Öffnung am Hosenbund

Anschließend faltet ihr den Bund auf die Hälfte und steckt ihn an der Hose fest. Achtet darauf, dass später die Knopflöcher außen sind und die Öffnung fürs Gummiband innen ist. Näht den Bund mit einem elastischen Stich ringsum an.

Hosenbund annähen

Schneidet jetzt noch das Gummiband auf eure gewünschte Länge zu. Legt es dazu um die Hüfte, wo die Hose später sitzt und zieht es ein klein wenig, damit es fest sitzt. Nehmt zu dieser Länge noch 2cm Nahtzugabe dazu. Dann könnt ihr das Gummiband mit einer Sicherheitsnadel durch den Tunnel führen und wenn ihr einmal durch seit zusammen nähen. Dafür überlappt ihr die beiden Enden je einen Zentimeter und näht mit einem Zick-Zack-Stich mehrfach vor und zurück, damit alles gut hält.

Gummiband durch den Hosenbund fädeln

Fertig ist eure selbstgenähte Freizeithose 🙂

Freizeithose nähen - fertige Hose

Freizeithose nähen – fertige Hose

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachnähen.

Vorderansicht

Rückenansicht

Seitenansicht

Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: Badelycra, French Terry, Gummiband, Sommersweat
Verwendete Produkte:
b05 ACADEMY
b05 ACADEMY

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Kommentare zu diesem Artikel

Eine Antwort

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  • Mona Wagner

    Elastische Sport-Webware wie für dieses Schnittmuster vorgesehen findet man z.B. bei Extremtextil unter der Bezeichnung “Stretch-Poly”. Bei Stoff & Stil gibt es so was auch in der Abteilung für Sportstoffe.

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