Kreative Artikel zum Thema Nähen

Kostenlose Nähanleitung für einen Leckerlibeutel

Hundefans aufgepasst! Ich heisse Olga, lebe mit meinem Mann und zwei Kindern in München und bin kreativer Kopf und Seele von Matroschka Handmade. Ich zeige Euch heute in meinem ersten Beitrag, wie Ihr einen Leckerlibeutel nähen könnt. Nähen ist meine absolute Leidenschaft, ich kann mir kaum einen Tag ohne Nähmaschine vorstellen.

Leckerlibeutel nähen – Vorbereitung

Mit diesem praktischen Leckerlibeutel habt Ihr die Leckerlis für Euren Hund immer griffbereit und gut verstaut.

Material

Zum Nähen des Leckerlibeutels benötigt Ihr folgendes Material:

  • Fester Aussenstoff: Canvas, Softshell, Kunstleder, Outdoorstoff
  • Als Innenstoff ist beschichtete Baumwolle oder dünner Outdoorstoff am besten geeignet (normaler Baumwollstoff wird von den Leckerlis schnell dreckig)
  • Reissverschluss ca. 16 cm, Zipper
  • Kordel (ca. 35 cm), Kordelstopper, Öse, etwas Bügelvlies zum Verstärken (optional Kordelende oder Perle)
  • Karabinerhacken und ca. 6 cm Gurtband
  • passendes Nähgarn 
  • optional: Paspelband, Spitzenband, Reflektorband, Label

Material

Werkzeug

  • Bügeleisen
  • Schere oder Rollschneider
  • Zange für die Öse
  • Feuerzeug
  • Stoffklammern
  • Nähmaschine
  • evtl. Patchworklineal

Werkzeug

Zuschnitt

Da alle Teile viereckig sind, braucht Ihr kein Schnittmuster dafür. Eine Nahtzugabe von 1 cm ist bereits enthalten. Gerne dürft Ihr das Beutelchen auch etwas breiter machen. Dafür müsst Ihr nur die Masse von 14 cm ändern. Achtung! Wenn Ihr die Breite ändert, benötigt Ihr auch einen längeren Reissverschluss.

  • Innenteil: 14/19 cm, 2 Stück 
  • 1. Aussenteil, oben: 14/11 cm, 2 Stück
  • 2. Aussenteil, unten, vorne: 14/8 cm
  • 3. Aussenteil, unten, hinten: 14/10 cm
  • Reissverschluss-Fach: 14/8 cm und 14/10 cm aus dem Innenstoff

Leckerlibeutel nähen – Anleitung

1. Schneidet alle Stoffteile aus – mit einem Patchworklineal klappt es am besten. 

2. Bevor man die Öse anbringt, ist es empfehlenswert, die Stelle zu verstärken. Die Öse kommt mittig hin, ca. 2,5 cm vom oberen Rand entfernt. 

3. Als Nächstes ist Euer Label dran (optional). Bringt es an der gewünschten Stelle an.

4. Um das vordere Aussenteil fertig zu stellen, braucht Ihr zuerst das obere Aussenteil (mit der Öse), den Reissverschluss mit dem Zipper und das hintere (grössere) Innenteil vom Reissverschluss-Fach. 

5. Wenn Ihr das Paspelband benutzen möchtet, näht es zuerst an, damit es später nicht verrutscht.

6. Legt beide Stoffteile rechts auf rechts mit dem Reissverschluss dazwischen. Die Vorderseite des Reissverschlusses muss dabei auf dem oberen Aussenteil liegen. Näht alles zusammen.

7. Klappt die Teile auf und steppt es knappkantig ab.

8. Nun ist das vordere Unterteil dran. Wiederholt dabei die Punkte 6 und 7. 

9. Schneidet den überstehenden Stoff ab. 

10. Für das hintere Aussenteil legt beide Stoffteile rechts auf rechts, eventuell mit dem Paspelband dazwischen, näht zusammen, klappt auf und steppt knappkantig ab. 

11. So schauen nun alle 4 Teile aus:

12. Legt beide Aussenteile rechts auf rechts. Achtet dabei darauf, dass die Paspelbänder oder die Steppnähte aneinander liegen. Näht es an den Seiten und unten zusammen. Oben bleibt es offen. 

13. Genauso geht es auch mit den beiden Innenteilen. Vergesst aber bitte die Wendeöffnung an der Seite nicht. 

14. Wenn nötig, versäubert die Nähte oder schneidet die Nahtzugabe mit einer Zickzack-Schere zurück.

15. Als Nächstes wird der Boden abgenäht. Dafür müsst Ihr die untere Kante auf die Seitennaht legen und mit einem 1 cm Abstand zu der Spitze abnähen und die Spitzen abschneiden. Wiederholt diesen Schritt auch bei dem Aussenteil.

Kordel einführen

16. Steckt jetzt beide Teile zusammen, schöne Seiten schauen dabei zueinander. Führt die Kordel mit dem Kordelstopper durch die Öse. Ich habe vor dem Kordelstopper eine Perle eingefädelt und die offenen Enden von der Kordel zusammengenäht. Alternativ könnt Ihr auch die offenen Enden von der Kordel durch den Kordelstopper führen und einen Knoten festbinden oder die Kordelenden anbringen. 

17. Nun ist der Karabinerhaken dran. Benutzt bei dem Gurtband aus Polyester ein Feuerzeug, damit es nicht ausfranst. Das Gurtband mit dem Karabinerhaken kommt mittig auf die hintere Seite. 

18. Näht die offene Kante zusammen, versäubert die Naht oder schneidet die Nahtzugabe mit der Zickzack-Schere zurück. 

19. Dreht den Beutel aus. Um die Ecken auszuformen, benutze ich ein Sushi-Stäbchen.

20. Steppt die Oberkante knappkantig ab. Achtet darauf, dass die Kordel nicht angenäht wird. 

21. Jetzt kommt die kniffligste Aufgabe: den Tunnelzug zu nähen. Damit die Kordel nicht angenäht wird, befestige ich sie mit den Stoffklammern an der Oberkante.

22. Markiert Euch eine Linie unter der Öse, an der Ihr nähen werdet, oder orientiert Euch dabei an der Markierung an der Stichplatte. 

23. Schliesst die Wendeöffnung.

24. Fertig ist Euer Leckerlibeutel!

Ich wünsche Euch ganz viel Spass beim Nachnähen!

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Kommentare zu diesem Artikel

7 Antworten

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  • hauptstadtpudel

    Vielen Dank für die tolle Anleitung, Olga!

    Ich habe den ersten Beutel fertig und, bis auf die Größe (für meine Hände zu klein), finde ich ihn sehr schön, super praktisch ist das kleine RV-Fach, da passt auch knapp ne Scheckkarte rein.

    Deine Anleitung ist sehr anschaulich und leicht nachzuarbeiten. Am Ende wurde es an meiner Maschine etwas fummelig, wegen der kleinen Öffnung, der nächste Beute wird größer und da habe ich es dann leichter…

    Vielen lieben Dank, Katja

    • hauptstadtpudel

      Achja, statt des Karabiners habe ich nur eine Schlaufe dran gemacht, da hake ich dann einen Karabiner ein und so kann ich den Beutel besser waschen. 🙂

  • Barbara Christen

    Liebe Olga

    Vielen Dank für deine tollen Beiträge und Anleitungen. Ein Wunsch hätte ich an das ganze Bernina Blog-Team; es währe super toll wenn die Bernina Beiträge mit einem PDF ausdrucksbar währen. Oft komme ich nicht dazu das Blog-Projekt gleich zu realisieren. Dann währe es schön wenn ich ein PDF ausdrucken könnte für später. So wie es im Blog Präsentiert wird gibt es sehr viele Seiten mit Werbung die ich zwar immer lese aber nicht auf dem Ausdruck haben möchte wegen Tintenverschleis! Oder mache ich etwas falsch und die anderen können das Werbefrei drucken? Ich bin leider nicht so Computerversiert und währe für Tips offen!

    • Matthias Fluri

      Liebe Barbara

      Ich erlaube mir, hier anstelle von Olga zu antworten.

      Zunächst: Danke für die positive Rückmeldung! Es freut mich, dass Dir die Blog-Inhalte zusagen.

      Wir bieten im Blog bewusst keine downloadbaren Anleitungen an. Die Anleitung für den Leckerlibeutel wird – wie alle anderen Beiträge hier im Blog – nur als Website-Inhalt (html) angeboten und nicht zusätzlich als PDF. Auf diese Weise lassen sich Artikel von uns leicht bearbeiten und ggf. übersetzen (z.B. wenn wir Inhalte aus dem deutschen Blog im englischen Blog verfügbar machen). Vielleicht können wir so auch ein wenig Papier sparen.

      Alle Artikel bleiben im Blog permanent erhalten. Du kannst sie also zu jedem beliebigen späteren Zeitpunkt aufrufen, um etwas nachzulesen.

      Wenn Du den Artikel trotzdem als Dokument speichern oder ausdrucken möchtest, kannst Du dies tun, indem Du einfach den Druck-Dialog Deines Browsers aufrufst. Dies geschieht mit der Tastatur-Kombination CTRL+P (bzw. STRG+P bzw. Apfel+P, je nach Tastatur und Betriebssystem). Im Blog erscheint keine Werbung. Es ist aber richtig, dass das Ausdrucken eines Artikels auf diesem Weg nicht sehr ressourcenschonend ist und viel Tinte und Papier verbraucht.

      Alternativ kannst Du den kompletten Beitrag markieren, kopieren und in ein Word-File einfügen. Dieses kannst Du dann nach Belieben bearbeiten (Bilder verkleinern oder löschen) speichern oder drucken.

      Beachte auch den hilfreichen Kommentare von Renate hier: https://blog.bernina.com/de/2021/01/schal-naehen-upcycling/#comment-200563

      Liebe Grüsse

      Matthias

  • Marianne von Allmen

    Liebe Olga
    Herzlichen Dank für diese superverständliche Anleitung! Das muss ich unbedingt ausprobieren und ich freue mich schon sehr, meine Stoffresten auf diese Weise sinnvoll verbrauchen zu können.
    Liebe Grüsse
    Marianne

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