Kreative Artikel zum Thema Quilten

Lavender-Quilt, Teil 5: markierte Linien mit Ruler quilten

Weiter geht es mit dem Quilting an unserer Lavender-Quilt. Im Teil 4 hatte ich euch Schritt für Schritt gezeigt, wie der grosse Kreis mit seinen Pinwheels zu quilten ist, auf der BERNINA Q 16 wie auch auf der normalen Nähmaschine. Zudem habe ich euch Tipps an die Hand gegeben bezüglich den Einstellungen der Nähmaschine. Schaut euch diese vielleicht nochmals an. Zu den einzelnen Beiträgen kommt ihr hier:

Lavender-Quilt, Teil 1: Quilten mit der BERNINA Q 16

Lavender-Quilt, Teil 2: Das Quilting vorbereiten

Lavender-Quilt, Teil 3: Kreise vorbereiten & Maschine einrichten

Lavender-Quilt, Teil 4: den grossen Kreis quilten

Heute geht es ans Quilten der geraden Linien mit dem Ruler.

Tipps zum Quilten mit der Nähmaschine

Auf der Nähmaschine quilte ich persönlich die langen, geraden Linien mit Hilfe des Obertransportfusses #50. Den Ruler verwende ich anschliessend bei kurzen Strecken wie beim Streifenmuster im Zentrum der beiden “Pfeile”. Da wäre es super mühsam, das Quiltsandwich immer wieder zu wenden, wenn ich dieses Muster mit dem Obertransportfuss quilten wollte.

Bild von Obertransportfuss # 50.

Obertransportfuss # 50

Der Obertransportfuss # 50 mit drei Wechselsohlen und Kantenlineal ist ein unverzichtbarer Helfer beim Nähen von schwierigen Stoffen.

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Fragt euch immer erst: Welches Muster möchte ich machen? Wie lang werden die einzelnen Linien? Wie oft müsste ich wenden? Wo komme ich besser vorwärts, wenn ich mit dem Rulerfuss oder Ruler arbeite? Danach macht ihr den Mix zwischen Obertransportfuss-Quilting und Ruler-Quilting.

Quilten mit Ruler auf der BERNINA Q 16

Markierungen sind das A & O

Bevor wir nun mit dem geraden Ruler starten, braucht ihr noch ein paar weitere Markierungen. Die Diagonalen sind ja durch die Nähte schon gegeben. So braucht ihr nur kleine Striche als Markierung zu setzen um Viertel zu bekommen. Zieht die Linie nicht aus, die kleinen Markierungen sind bloss kleine Helferlein beim nächsten Schritt.

Setzt jeweils links und rechts im Abstand von 1/4 nun eine ausgezogene Linie. Macht dies bei der Viertel-Markierung so wie auch links und rechts der diagonalen Naht.

Somit habt ihr eine Unterteilung in acht Felder kreiert.

Jetzt wird gequiltet

Falls ihr wie ich den Hintergrundstoff weiss gewählt habt, wechselt nun zu einem weissen oder eurem Hintergrund entsprechendem Garn.

Weiter unten findet ihr auch noch ein Video, bei welchem ihr mir “über die Schulter” schauen könnt, wie ich an der BERNINA Q 16 mit dem geraden Ruler arbeite.

Bild von BERNINA Q 16.

BERNINA Q 16

Platzsparend verstaubar dank Falttisch ✓ Vielseitig einsetzbar beim Freihandquilten ✓ Grosszügige 16,5 Zoll Freiarmlänge ✓ Integrierter Dualer BERNINA Stichregulator ✓ Alle Funktionen stets in Reichweite dank zentral platziertem Touchscreen

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Startet auf der rechten Seite am Rand zum – bei mir – gelben Stoff. Bevor ihr den Ruler platziert, holt euch den Unterfaden nach oben, damit ihr die Kontrolle habt und auf der Rückseite kein Fadensalat entstehen kann. Wenn ihr den Unterfaden hochgeholt habt, versenkt die Nadel am selben Ort, an dem der Unterfaden hochkommt wieder ein. So ist die Maschine am Startpunkt verankert und ihr könnt in aller Ruhe die beiden Fadenenden unter den Ruler legen. Damit entfällt ein zusätzliches Halten der Fadenenden am Anfang. Und bevor ihr nun den ersten Stich macht, platziert ihr euch den Ruler so wie ihr ihn braucht. Die Ausschnitte beim BERNINA Ruler helfen, den 1/4 Inch Abstand einzuhalten, denn die Abstufung am Ruler beträgt genau 1/4 Inch. Dies ist ein weiterer Grund, warum beim Quilten gerne in Inch gearbeitet wird.

Bewegt nun das Quiltsandwich mit dem platzierten Ruler entlang des Rulerfusses und quiltet entlang des gelben Stoffes. Hier ist es ein sogenanntes “Stitch in the ditch”, auf deutsch “Quilten im Nahtschatten”. Ihr müsst nicht millimetergenau quilten. Versucht, auf der weissen Seite zu bleiben, dann fällt es am Ende viel weniger bis gar nicht auf, falls es vielleicht etwas ungerade gerade Linien ergibt. Auch hier hilft es ungemein, den Ruler wieder mit 2 bis 3 Streifen doppelseitigen Klebebands zu präparieren.

Stoppt bei der ersten Teilungs-Markierung. Die Nadel ist unten und im Quilt verankert. Wendet nun den Ruler entlang der Markierung, welche wir vorhin gezogen haben, um weiter zu quilten. Die Idee dahinter ist, alle Teilungslinien nun in einem Durchgang zu quilten.

Wenn ihr oben am Kreis ankommt, “wandert” ihr freihand oder mit Hilfe des Kreisrulers aussen entlang des Kreises zur zweiten Markierungslinie. Legt den Ruler wieder neu hin und quiltet die zweite Markierungslinie.

Nun quiltet ihr wieder “Stitch in the ditch” bis zur nächsten Markierungslinie und wiederholt die Schritte von oben, bis ihr wieder am Startpunkt angekommen seid.

Ärgert euch nicht über kleine Ausrutscher. Ihr werdet überrascht sein, welche Wirkung es haben wird, wenn die blauen Markierungslinien “gelöscht” sind und das Auge das Gesamtwerk erfasst und nicht die einzelnen kleinen “Fehler”!

Die grossen, gelben Pfeile quilten

Die Hauptmarkierungen habt ihr schon im Teil 2 eingezeichnet. Da es ein sehr intensiver Beitrag war, habe ich euch das Anzeichnen der Fläche im Zentrum des “Pfeils” damals noch erspart. Dies wird nun nachgeholt.

Beginnt von der Mittelnaht aus. Die Abstände zwischen den Streifen werden 1 Inch breit, daher markiert euch die ersten beiden Linien jeweils einen 1/2 Inch von der Naht aus. Somit ist das Muster zentriert.

Von diesen Linien versetzt ihr die weiteren Linien immer um 1 Inch nach aussen.

Nun sind auch diese Markierungen eingezeichnet und ihr könnt wieder die passende Garnfarbe zu eurem Stoff auf eure Maschine einfädeln. In meinem Fall gelb.

Erste Umrandung quilten

Beginnt an einer Ecke und startet wieder, wie ich es euch oben beschrieben habe. Die erste Umrandung hat einen Abstand von 1/4 Inch zur Naht. Somit könnt ihr den Ruler genau an die Naht legen und versetzt somit die Quiltlinie um 1/4 Inch nach innen.

Je nachdem, an welchem Punkt ihr seid, ist es handlicher, den Ruler auf die andere Seite der Markierung zu legen. Dann kann beim BERNINA Ruler wieder mit Hilfe der Rulerenden den exakten 1/4 Inch Abstand eingehalten werden. Falls ihr einen geraden Ruler ohne diese versetzte Fläche habt, dann nehmt euch am Anfang vielleicht ein kleines Inch-Lineal zu Hand, um den Abstand einzuhalten. Mit der Zeit entwickelt sich ein gutes Gefühl für die 1/4 Inch. Es braucht bloss wieder etwas Übung.

Wenn ihr einmal um die “Pfeil”-Form herum wieder am Startpunkt angekommen seid, vernäht die Fäden. Zu der nächsten Quiltline kann nicht “gewandert” werden.

Beim nächsten Schritt beginnt ihr das Quilting an der oberen der beiden schmalen Markierlinie, da wo mein Finger im Bild unten hinzeigt. Anschliessend quiltet ihr nochmals rundherum in der Pfeilform und anschliessend im gleichen Durchgang die nach innen parallel versetzten Linien. Ihr könnt wieder die zuvor gequilteten Linien zum “Wandern” benutzen, um nicht abzusetzen.

Wenn alle langen, markierten Linien gequiltet sind, kann gleich weiter das Streifenmuster im Zentrum des Pfeils ausgearbeitet werden.

Schaut mir über die Schulter

Im Video könnt ihr mir dabei zusehen, wie ich dieses Muster quilte. Achtet darauf, wie ich den Ruler halte und wie ich das Quiltsandwich immer wieder neu ausstreiche, damit es keine Falten auf der Rückseite gibt.

Auf der gegenüberliegenden Seite macht ihr nochmals das gleiche Quilting in den zweiten “Pfeil”:

Ist es nicht toll, wie jetzt schon eine Textur auf den Quilt kommt?

Weitere Grundlinien quilten

Wechselt das Garn erneut und setzt das passende Garn zu dem Hintergrundstoff ein.

Quiltet die langen, markieren Linien in den vier grossen Flächen um die beiden “Pfeil”-Flächen herum.

Nun ist schon eine grosse Fläche soweit durch das Quilten fixiert.

Nächstes Mal geht es weiter mit dem geraden Ruler. Doch ich denke, für heute reicht es.

Sind euch die Linien gelungen? Zeigt mir eure Werke gerne auf Instagram mit dem Hashtag #Lavenderqal!

Wie immer, falls noch Fragen auftauchen, stellt sie mir gerne unten in den Kommentaren.

Happy Quilting!

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten
Zeitaufwand: ein Wochenende
Verwendete Produkte:
BERNINA Q 16
BERNINA Q 16

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Kommentare zu diesem Artikel

8 Antworten

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  • fuchsienlady

    liebe Iva

    vielen Dank für dein Tutorial. Leider muss ich mit quilten noch zuwarten. Zeitgleich mit deiner Veröffentlichung habe ich meine Q20 vom Tischmodell auf Frame upgegradet. Wenn ich dann mehr weiss, kann ich in einem Rutsch durch quilten und der Frame ist nicht so lange blockiert.                                              Liebe Grüsse Trix

    • Iva Steiner

      Hallo liebe Trix

      Das ist ja toll! Gratuliere zum Upgrade! Ja, das würde ich definitiv auch so machen. Viel Spass beim Quilten auf dem Frame ♥

      Herzliche Grüsse

      Iva

  • Annette Jauer

    Hallo Iva,

    vielen Dank für die ausführliche Beschreibung zum Quilten. Vernähst du den Faden am Anfang und Ende durch ein paar Stiche an der gleichen Stelle? Der Vernähstich macht immer so ein kleines „Knötchen“ auf der Rückseite.

    Viele Grüße

    Annett

    • Iva Steiner

      Liebe Anett

      Ja, ich vernähe alle Fäden von Hand. Dazu hole den Unterfaden am Anfang nach oben, halte ihn fest oder lege den Ruler darüber zum fixieren bei den ersten paar Stichen. Am Schuss mache ich einen Knoten mit beiden Enden und ziehe ihn mit einer Nadel genau da zwischen die Lagen da wo die Fadenenden rauskommen. Beim Knoten sollte es ein kleines “Klacks” geben, dann ist er auch drin. Ausser es ist ein Tischläufer oder Wandquilt, da stören mich die Knubbel auf der Rückseite nicht 😉

      Ich hoffe, diese Antwort hilft dir weiter.

      Herzliche Grüße

      Iva

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