Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps November 2021

FRAUEN IM BUNDESHAUS

Der Hinweis auf die Ausstellung ‘Frauen im Bundeshaus’ kam von Judith Mundwiler, der von mir sehr geschätzten, international bekannten und mit vielen Preisen gewürdigten Textilkünstlerin aus Sissach und ebenfalls Mitglied bei der Schweizerischen Gesellschaft Bildender Künstlerinnen (SGBK).

Key Visual

Und sie weckte mit der Frage, die sie per versandtem Newsletter auch an mich stellte ‘Möchten Sie einmal das Bundeshaus in Bern von innen erleben?’ und den folgenden Fotos meine Neugierde …

Ausstellung ‘Frauen im Bundeshaus’
Judith Mundwilers Figur
Foto von Judith Mundwiler freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Das Bundeshaus von innen erleben? Das lohnt sich und es gibt dazu jeden Mittwoch im November die Gelegenheit. Seit dem 26. Oktober 2021 bevölkern Dutzende lebensgrosser Frauenfiguren das Bundeshaus in Bern. Sie symbolisieren den Einzug der Frauen ins Bundeshaus – ins Schweizer Parlament.

Entstehung von Judith Mundwilers Figur: Probesticken
Foto von Judith Mundwiler freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Anlässlich des 50. Jubiläums des Stimm- und Wahlrechts der Frauen in der Schweiz initiierte die SGBK die Ausstellung ‘Frauen im Bundeshaus’ als nationales Kunstprojekt. Das Projekt unterstützt damit die Frauensession im Herbst 2021 und letztlich viele Frauen in der Schweiz.

Entstehung von Judith Mundwilers Figur: Farb- und Formkonzept
Foto von Judith Mundwiler freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Die zahlreichen Frauensilhouetten wurden von 67 Künstlerinnen aus allen Landesteilen der Schweiz gestaltet. Jede Figur beinhaltet eine persönliche, künstlerische Aussage zum Thema.

Entstehung von Judith Mundwilers Figur: Stickentwurf
Foto von Judith Mundwiler freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Das Gemeinsame der Frauensilhouetten ist der Wahlzettel, den jede Figur gut sichtbar trägt. Sie zeigen den langen Weg bis zum 50. Jubiläumsjahr auf. Zugleich weisen die künstlerischen Botschaften in die Zukunft – nämlich zur gemeinsamen, gleichberechtigten Gestaltung der Zukunft aller Menschen.

Entstehung von Judith Mundwilers Figur: Löcher bohren
Foto von Judith Mundwiler freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Und wie ist Judith vorgegangen? Sie hat die Entstehung ihrer Figur fotografisch festgehalten und gewissermassen als i-Tüpfelchen noch etwas hinzugefügt.

Entstehung von Judith Mundwilers Figur: fertig bemalt
Foto von Judith Mundwiler freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Denn sie schreibt mir: ‘Ich habe für den Entwurf von der Kreuzstichfrau alte Kreuzstichhefte meiner Mutter genommen, aber dieser traditionellen Figur noch das Frauensymbol in den Rock geschmuggelt …’.

Entstehung von Judith Mundwilers Figur: fertige Figur von vorn
Foto von Judith Mundwiler freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Judiths Statement lautet: ‘Von der stimm-recht-losen Schweizer Hausfrau zur unabhängigen und selbstbestimmten Frau in der Schweiz. Vom ‘Chrüzlistich’ zur zeitgenössischen Textilkunst. Eine bemerkenswerte Analogie!’

Ausstellung ‘Frauen im Bundeshaus’
Judith Mundwiler mit ihrer Figur
Foto von Judith Mundwiler freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Herzlichen Glückwunsch, Judith!

Noch mehr über die Entstehung von Judiths Figur ist auf ihrer Website zu entdecken.

Auf der Webseite von SGBK sind zu jeder Figur die Fotos und Infos der einzelnen Künstlerin sowie die Anmeldung zu den Führungen durchs Bundeshaus zu finden.

Nachtrag vom 2. November 2021:

Nachdem die Ausstellung ‘FRAUEN IM BUNDESHAUS’ inzwischen mega-erfolgreich eröffnet wurde, wie mir Elfi Thoma, Präsidentin der SGBK Sektion Basel, die das Kunstprojekt lanciert und kuratiert hat, schrieb, ist hier noch ein Nachtrag zum Bericht angebracht, zumal mir auch noch einige Fotos zugeschickt wurden.

‘FRAUEN IM BUNDESHAUS’ – Ausstellungsansicht
Foto: Ewa Felippi, freundlicherweise von der SGBK zur Verfügung gestellt

Das Kunstprojekt der SGBK im Bundeshaus ist einmalig und es gab vorher noch nie eine Kunstausstellung in diesen ‘heiligen Hallen’.

‘FRAUEN IM BUNDESHAUS’ – Ausstellungsansicht
Foto: Delia Kessler, freundlicherweise von der SGBK zur Verfügung gestellt

Elfi Thoma weiter: ‘Ich freue mich sehr für die beteiligten Künstlerinnen, dass ich für die 67 Künstlerinnen dieses einzigartige Kunstprojekt realisieren konnte.

‘FRAUEN IM BUNDESHAUS’ – Ausstellungsansicht
Foto: Delia Kessler, freundlicherweise von der SGBK zur Verfügung gestellt

Ein Jahr harte Knochenarbeit steckt dahinter, doch der Erfolg ist nicht zu übersehen.’

‘FRAUEN IM BUNDESHAUS’ – Ausstellungsansicht
Foto: Esther Tschudin, freundlicherweise von der SGBK zur Verfügung gestellt

Wunderbar! Merci vielmal!

Info:

27. Oktober – 17. Dezember 2021

FRAUEN IM BUNDESHAUS

Bundeshaus
Bundesplatz 3
3003 Bern
Schweiz

www.judithmundwiler.ch
www.sgbk-kunst-im-bundeshaus.ch
www.parlament.ch

Flyer

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Kunst – Textil – Grafik
Jutta Kohlbeck

Mit einer Vernissage am Freitagabend, 5. November 2021, wird Jutta Kohlbecks neueste Ausstellung bei FEIN.GOLD in Regensburg mit Weinverkostung eröffnet.

Plakat

Jutta schreibt: ‘Gerne bin ich der Einladung der beiden Goldschmiedemeisterinnen Stefanie Knörnschild und Lisa Gerl gefolgt, um in ihrer Goldschmiede FEIN.GOLD in der Regensburger Innenstadt meine Arbeiten auszustellen.’

Kunst – Textil – Grafik
Jutta Kohlbeck zu Gast bei FEIN.GOLD
Foto freundlicherweise von Jutta Kohlbeck zur Verfügung gestellt

Es wird eine kleine feine Ausstellung von Juttas Arbeiten präsentiert, welche Zeichnung, mini Artquilts und Posamentenknöpfe umfasst. Jutta hat die Posamentenknopfmacherei für sich zur Kunst erhoben und so werden auch ihre gewickelten Knöpfe in kleinen Rahmen präsentiert.

Jutta Kohlbeck: Vernissage – vom Sehen und Gesehenwerden, Detail
Foto freundlicherweise von Jutta Kohlbeck zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung wird sich während der Ausstellungsdauer immer wieder neu formieren, da die Arbeiten erworben werden können.

Ausserdem hat Jutta noch eine weitere Neuigkeit: ‘Seit 2 Jahren gebe ich mein Wissen über die Herstellung der Posamentenknöpfe mit grossem Erfolg in Kursen an der Volkshochschule Regensburg weiter. Von Grundkurs bis Aufbaukurs, jeder ist willkommen, dieses alte Handwerk mit mir zusammen neu zu entdecken.’

Ein Basiskurs findet am Sa, 20. November 2021 statt – Anmeldung bei der vhs Regensburg.

Auch interessant:

Unser Gespräch über Jutta Kohlbecks Posamentenknöpfe mit vielen Fotos: Posamentenknöpfe – Kleine Kunstwerke von Jutta Kohlbeck (2019)

Info:

5. November 2021 – 28. Februar 2022

Kunst – Textil – Grafik
Jutta Kohlbeck

FEIN.GOLD Meisteratelier für Schmuck
Lisa Gerl & Stefanie Knörnschild GbR
Kramgasse 8
93047 Regensburg
Deutschland

www.feingold-regensburg.de
www.juttakohlbeck.de

Vernissage:
Fr, 5. November 2021, ab 19 Uhr
Sa/So, 6./7. November 2021, 13 – 19 Uhr

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Fetische des Blicks
Mode und Verführung

Noch bis zum 16. Januar 2022 zeigt die Stiftung Ahlers Pro Arte in Herford die Ausstellung ‘Fetische des Blicks. Mode und Verführung’, kuratiert und konzipiert von Wiebke Hahn. Sie umfasst rund 60 Werke aus der hauseigenen Collection, die durch wenige ausgewählte Leihgaben ergänzt wurden und nimmt ein Phänomen der Gegenwart in den Blick: den identitätsstiftenden Fetischismus als Beziehungsverhältnis zu den Dingen, mit denen wir uns umgeben. Mode lebe vom Sehen und Gesehenwerden, schreibt die Kuratorin in der Einleitung zum Ausstellungskatalog und fährt fort: ‘… und wird erst im Spiel der gegenseitigen Beobachtung zum Ereignis.’

Plakat

Mode geht heute – auch als Folge des gewachsenen Wohlstands – längst über unsere rein funktionalen Bedürfnisse hinaus und ist tief mit unserem Alltag verwoben. Die Strategien der Verführung in Gestaltung und Vermarktung werden immer raffinierter und statten Kleidung und Accessoires mit einer emotionalen Qualität aus, wodurch sie viel mehr werden als blosse Mittel zum Zweck.

Christo: Package, 1963
ahlers collection
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Foto freundlicherweise von der Stiftung Ahlers zur Verfügung gestellt

Um die komplexe Beziehung zwischen den Menschen und ihrer Dingkultur zu erfassen, ist der Begriff ‘Fetisch’ zu einem Schlüsselbegriff geworden. Ursprünglich wurde er um 1750 im religiös-ethnologischen Kontext entwickelt, um Rituale in afrikanischen Stammeskulturen zu beschreiben.

Römer + Römer: Fashion addicted, 2010
ahlers collection
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Foto freundlicherweise von der Stiftung Ahlers Pro Arte zur Verfügung gestellt

Im 19. Jahrhundert wurde er dann in einen neuen Kontext übertragen und in dem Gespinst von Wünschen und Projektionen verortet, das sich in die Konsumwelt einschrieb, als die Kaufhäuser zu Kathedralen der Waren wurden. Bereits Karl Marx warnte in ‘Das Kapital’ (1867) vor ihren verführerischen Illusionen.

Fetische des Blicks. Mode und Verführung – Ausstellungsansicht
Stiftung Ahlers Pro Arte, Herford
Foto freundlicherweise von der Stiftung Ahlers Pro Arte zur Verfügung gestellt

Heute charakterisiert der Begriff vor allem die Art und Weise, wie sich Menschen von mystisch aufladbaren Gegenständen aus ihrer Lebenswelt faszinieren lassen. Denn es ist die Mystifikation und Emotionalisierung, die den besonderen Reiz und die ‘Erlebbarkeit’ von Dingen ausmacht. Die ihnen zugeschriebene überhöhende Bedeutung im Sinne von Exklusivität, Schönheit oder Macht hat sich längst zu einem wesentlichen Antrieb der Konsumgesellschaft entwickelt und …

Tim Walker: Lily and Spiral Staircase, 2005
ahlers collection
© Tim Walker
Foto freundlicherweise von der Stiftung Ahlers Pro Arte zur Verfügung gestellt

… ist seit den 1960er Jahren auch zum Thema in der bildenden Kunst geworden. Künstler*innen eignen sich die Dingkultur der erfüllungsverheissenden Scheinwelt an und treiben ihren Anbetungscharakter auf die Spitze, sie entschlüsseln die Strategien von Vermarktung und Verführung, erschaffen Sinnbilder oder konfrontieren ihr Publikum mit dem eigenen Überfluss.

Mario Testino: Madonna, 1996
ahlers collection
© Mario Testino
Foto freundlicherweise von der Stiftung Ahlers Pro Arte zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung thematisiert die Mystifizierung und kultische Überhöhung als grosse Spielwiese der Modewelt. Sie hinterfragt das Spannungsverhältnis zwischen der den Dingen zuerkannten Geschichte und ihren Besitzer*innen, erkundet, wie Objekte Bedeutung konstituieren und macht Mode als ein zentrales Element unserer theatralen Kultur erfahrbar.

Fetische des Blicks. Mode und Verführung – Ausstellungsansicht
Stiftung Ahlers Pro Arte, Herford
Foto freundlicherweise von der Stiftung Ahlers Pro Arte zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung fokussiert sich bis auf wenige Ausnahmen auf Werke aus der ahlers collection. Anhand von Arbeiten von der frühen Moderne bis in die Gegenwart ermöglicht sie eine vielfältige Auseinandersetzung mit lebenspraktischen Fetischen aus den Bereichen der Religion, des Aberglaubens, der Waren- und Geldkultur sowie der Erotik und Sexualität. Werke der Objektkunst, der Fotografie, der Zeichnung und der Malerei geben Denkanstösse im Hinblick auf die Theatralisierung der Warenwelt und unsere Verstrickung darin.

Henri de Toulouse-Lautrec: Mademoiselle Marcelle Lender, en buste, 1895
ahlers collection
Foto freundlicherweise von der Stiftung Ahlers Pro Arte zur Verfügung gestellt

Zur Ausstellung ist ein gut gemachter Katalog erhältlich.

Einen profunden Einblick in die Ausstellung gibt die Kuratorin Wiebke Hahn in einem sehenswerten Video von sechseinhalb Minuten.

Die Schau findet in Kooperation mit dem Marta Herford statt, das zur gleichen Zeit mit der Ausstellung ‘Look! Enthüllungen zu Kunst und Fashion’ andere Facetten dieses vielschichtigen Themas beleuchtet. Beim Besuch beider Ausstellungen gewähren die beiden Häuser Ermässigungen auf den Eintrittspreis.

Auch interessant:

Mein ausführlicher Bericht über die Ausstellung ‘Look! Enthüllungen zu Kunst und Fashion’ im Marta Herford ist in den Ausstellungstipps September 2021 zu finden.

Info:

11. September 2021 – 16. Januar 2022

Fetische des Blicks
Mode und Verführung

Stiftung Ahlers Pro Arte
Am Kindergarten 2
32052 Herford
Deutschland

www.ahlers-proarte.com

Führungen:
jeden Samstag, 15 Uhr

Rahmenprogramm:
Fr, 26. November 2021, 19.30 Uhr
Von Gegenspielern zu Kooperationspartnern
Das wechselvolle Verhältnis zwischen Kunst und Mode
Ein Vortrag von Wolfgang Ullrich, freier Autor und Kulturwissenschaftler, Leipzig

Anzahl der Sitzplätze begrenzt, Einlass nur nach Voranmeldung

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Viva la Frida!
Leben und Werk Frida Kahlos

Noch bis zum 27. März 2022 widmet sich das Drents Museum im niederländischen Assen mit einer opulenten Ausstellung der mexikanischen Malerin Frida Kahlo (1907–1954). Die Besonderheit: Erstmals werden zwei der bedeutendsten Kahlo-Sammlungen zusammen gezeigt! Und so vereint die Schau ‘Viva la Frida! – Leben und Werk Frida Kahlos’ die Werke der Künstlerin mit persönlichen Objekten (wie etwa Kleidung, bemalte Korsette oder Schmuck).

Nickolas Muray (1892-1965): Frida Kahlo in blauer Bluse, 1939
Foto, Throckmorton Fine Art, New York
Foto: Nickolas Muray, © Nickolas Muray Photo Archives, freundlicherweise vom Drents Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die Kooperation des Drents Museum mit Museo Dolores Olmedo und Museo Frida Kahlo (ehemals La Casa Azul, dem ‘Blauen Haus’) in Mexiko City. Dadurch hat das Drents Museum die einmalige Möglichkeit, Frida Kahlo in all ihren Facetten zu zeigen, als Künstlerin und als Mensch.

Bemaltes Gipskorsett, 1944
Gips, medizinischer Verband und Farbe
Museo Frida Kahlo
© 2021 Banco de México Diego Rivera & Frida Kahlo Museums Trust, Mexiko City
Reproduktion mit freundlicher Genehmigung des Instituto Nacional de Bellas Artes y Literatura, 2021
Foto freundlicherweise vom Drents Museum zur Verfügung gestellt

Das Museo Dolores Olmedo, das weltweit die meisten Werke von Frida Kahlo besitzt, stellt seine gesamte Sammlung mit hochkarätigen Leihgaben zur Verfügung. Dolores Olmedo (1908–2002) war eine gute Freundin und die Vermögensverwalterin des Malers Diego Rivera, der mit Kahlo verheiratet war.

Huipil (Tunika) und Rock, vor 1954
Tehuantepec, Oaxaca, Mexiko, Baumwolle
Museo Frida Kahlo Banco de México Diego Rivera & Frida Kahlo Museums Trust, Mexiko City
Foto freundlicherweise vom Drents Museum zur Verfügung gestellt

Dolores Olmedo setzte sich für den Erhalt mexikanischer Kunst ein und erwarb, dabei beraten von Rivera, zahlreiche Schlüsselwerke von Kahlo. Highlights dieser Sammlung – wie etwa ‘Henry Ford Hospital’ (1932), ‘Die gebrochene Säule’ (1944) und ‘Selbstporträt mit Affe’ (1945) – sind in Assen zu sehen.

Frida Kahlo: Henry Ford Hospital, 1932
Öl auf Metall, Museo Dolores Olmedo, Mexico City
© 2021 Banco de México, Ciudad de México
Reproduktion mit freundlicher Genehmigung des Instituto Nacional de Bellas Artes y Literatura, 2021
Foto freundlicherweise vom Drents Museum zur Verfügung gestellt

Dank der Leihgaben des Museo Frida Kahlo können die Besucher der Schau ‘Viva la Frida!’ neben Kleidung, bemalten Korsetten und Schmuck auch Fotos, Dokumente und Zeichnungen der Malerin bestaunen.

Beinprothese mit Schnürstiefel, 1953-1954
Mexiko, Metall, Leder, bestickte Seide und Band
Museo Frida Kahlo Banco de México Diego Rivera & Frida Kahlo Museums Trust, Mexico City
Foto freundlicherweise vom Drents Museum zur Verfügung gestellt

Im Jahr 2004 wurden viele Objekte aus dem persönlichen Besitz von Kahlo und Rivera im Blauen Haus (heute Museo Frida Kahlo) nach 50 Jahren wiederentdeckt. 2007 wurde diese aussergewöhnliche Sammlung, nachdem sie eingehend erfasst und konserviert worden war, für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Frida Kahlo: Die gebrochene Säule, 1944
Öl auf Leinwand auf Masonit
Museo Dolores Olmedo, Mexico City
© 2021 Banco de México, Ciudad de México
Reproduktion mit freundlicher Genehmigung des Instituto Nacional de Bellas Artes y Literatura, 2021
Foto freundlicherweise vom Drents Museum zur Verfügung gestellt

Mit ihrem kühnen Gefühl für Schönheit und ihrem Ideal der Gleichheit für alle hat Frida Kahlo einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen. Durch einen schweren Busunfall litt sie unter grossen Schmerzen und musste sich vielen Operationen unterziehen. Obwohl ihr Leben von Rückschlägen geprägt war …

Huipil (Tunika), vor 1954
Juchitán de Zaragoza, Oaxaca, Mexiko. Musselin mit Handstickerei in Baumwollgarn
Enagua (Rock) und holán (Rüsche), vor 1954
Coyoacán, Mexiko City, Mexiko.
Rock: Seide, gewebt mit floralen Mustern; Rüsche: Baumwollgaze mit Spitze
Museo Frida Kahlo
© 2021 Banco de México Diego Rivera & Frida Kahlo Museums Trust, Mexiko City
Foto freundlicherweise vom Drents Museum zur Verfügung gestellt

… verstand sie es, ihren körperlichen und emotionalen Schmerz in aussergewöhnliche Bilder umzusetzen. Ihre grosse Liebe zur Kunst, zu Diego Rivera und zu Mexiko und seiner Volkskultur gaben ihr immer wieder die Kraft, weiterzumachen. Bis heute sind Kahlos Werke und ihre Lebensgeschichte eine Quelle der Inspiration und der Kraft für Menschen in aller Welt.

Frida Kahlo: Selbstportrait mit Affe, 1945
Öl auf Leinwand
Museo Dolores Olmedo, Mexico City
© 2021 Banco de México, Ciudad de México
Reproduktion mit freundlicher Genehmigung des Instituto Nacional de Bellas Artes y Literatura, 2021
Foto freundlicherweise vom Drents Museum zur Verfügung gestellt

Im grossen Ausstellungssaal des Drents Museum sind eine Vielzahl von persönlichen Objekten sowie 42 Werke von Frida Kahlo zu sehen: 28 Gemälde und 14 Werke auf Papier. In der zum Museum gehörenden Abteikirche wird der kurze Film ‘Meet Frida’ gezeigt. Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen und es muss vorab eine Einlasszeit reserviert werden (online, in englischer Sprache). 

Die Ausstellung und der Katalog ‘Viva la Frida! Leben und Werk Frida Kahlos’ werfen ein neues Licht auf Frida Kahlos Welt und die Art und Weise, wie Kultur, Politik, Gender, Handicap und nationale Identität ihr Leben, ihren Stil und ihre enttabuisierende Kunst beeinflusst haben.

Auch interessant:

Mein Bericht über die Ausstellung ‘Frida Kahlo: Making Her Self Up’, die das Victoria and Albert Museum, London, 2018 präsentierte, ist in den Ausstellungstipps August 2018 zu finden.

Immer noch verfügbar ist das Digitorial zur Ausstellung ‘Fantastische Frauen’, die die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT 2020 zeigte.

Unter ‘Huipiles’ werden die in Guatemala weit verbreiteten traditionellen Frauenblusen der Maya verstanden, die sich auch über die Landesgrenzen hinaus grosser Beliebtheit erfreuten. Sie sind vor allem durch die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo bekannt geworden, die sich auf Fotografien und Selbstportraits stolz in der indigenen Tracht mit schillernden Farben und bunten Stickereien präsentiert.
Mehr dazu findet man in meinen Berichten über den Event l’aiguille en fête 2016 und über die Ausstellung ‘Gewebte Zeit. Maya-Textilien aus Guatemala zwischen Tradition und Weltmarkt’, die das GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig 2015 zeigte und der in den Ausstellungstipps Juni 2015 zu finden ist.

Info:

10. Oktober 2021 – 27. März 2022

Viva la Frida!
Leben und Werk Frida Kahlos

Drents Museum
Brink 1
9401 HS Assen
Niederlande

www.drentsmuseum.nl

Für ‘Viva la Frida!’ gelten spezielle Öffnungszeiten:
Mo – So: 10 – 18 Uhr
Fr: 10 – 22 Uhr

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NEVIN ALADAĞ. SOUND OF SPACES

Mit einer Auswahl an Installationen, Skulpturen, Textilien, Videoarbeiten und Performances widmet das Münchener Museum VILLA STUCK derzeit der in Berlin lebenden und international renommierten Künstlerin die bisher umfassendste Einzelausstellung. Nevin Aladağ, die seit 2020 eine Professur für interdisziplinäres künstlerisches Arbeiten an der Hochschule für Bildende Künste Dresden inne hat, beschäftigt sich seit den 1990er Jahren intensiv mit Musik und Klang als Mittel der bildenden Kunst. Spielerisch und mit einem ausgeprägten Sinn für Ironie kombiniert sie Bilder und Klänge, um immer wieder überraschende Wahlverwandtschaften offenzulegen, die eine Vielfalt an Assoziationen in Gang setzen. In der Welt von Aladağ gerät das Alltägliche in Bewegung, Objekte fangen an, zu musizieren, sie verwandeln sich und lassen der Fantasie ihren Lauf. Dabei lotet Aladağ die Grenzen der Kakofonie aus; sie untersucht, wann ein stimmiges Gesamtbild entsteht, ohne die Individualität der einzelnen Klangspuren aufzugeben. Dafür experimentiert sie mit den Klangeigenschaften verschiedener Objekte und deren simultaner Wirkung in verschiedensten Medien. Das Ergebnis ist ein vielfältiges, multidisziplinäres Werk, das zum ersten Mal in dieser Breite zu sehen ist.

Nevin Aladağ
Foto: Trevor Good, freundlicherweise vom Museum Villa Stuck zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung präsentiert jüngere Arbeiten, die zum Teil für das Projekt entstanden sind, im Dialog mit älteren Werken. Die Zusammenstellung verdeutlicht wiederkehrende Motive und Strategien, die sich – ganz nach dem Prinzip der einzelnen Arbeiten – gegenseitig kommentieren, um Neues hervorzubringen. Dadurch entsteht im gesamten Haus, von den Historischen Räumen über den privaten Wohnbereich bis in das Neue Atelier eine scharfsinnige und humorvolle ‘Partitur’.

Die Gestalterin Marion Blomeyer hat ein Begleitheft entworfen, das die Idee der Partitur durch die Räume der Ausstellung aufgreift und sich sowohl als anregende Orientierungshilfe als auch Choreografie des Besuchs versteht.

Nevin Aladağ: Traces, 2015, Film still
Drei-Kanal-Video mit drei Tonspuren, jeder Film 6 min
© Nevin Aladağ / VG Bild-Kunst, Bonn
Courtesy the artist and Wentrup, Berlin
Foto freundlicherweise vom Museum Villa Stuck zur Verfügung gestellt

An der Museumsfassade werden zwei Arbeiten gezeigt, in denen Nevin Aladağ mit der Durchlässigkeit des öffentlichen und des privaten Raumes spielt; ein Thema, das im ehemaligen Wohnhaus Franz von Stucks eine besondere Wirkung entfaltet. Die Videoprojektion ‘Voyeur’ (1996), die nur nach Anbruch der Dunkelheit sichtbar wird, zeigt zum Beispiel die Schattenumrisse eines Paares in einem Zimmer. Der ‘Läufer’ (2001), der vom Fenster des Neuen Ateliers bis zur Strasse herabhängt, lädt zum Nachdenken über das Verhältnis zwischen Innen und Aussen ein. Im Garten ist ‘Color Floating’ (2020) ausgestellt, eine lichtdurchflutete, mit Strümpfen verschiedener Farben und Stoffen überzogene Struktur, die im wörtlichen Sinne ‘vielschichtig’ ist.

Nevin Aladağ: Chair Saz (Music Room, Athens), 2017
Holz, Stroh, zwei Sets Saz-Saiten und Saz-Mechanik, zwei Hornornamente
© Nevin Aladağ / VG Bild-Kunst, Bonn
Courtesy the artist and Wentrup, Berlin
Foto: Trevor Good, freundlicherweise vom Museum Villa Stuck zur Verfügung gestellt

Der Rundgang im Innenbereich beginnt in den Räumen Franz von Stucks. Leise fügen sich dort einzelne Möbel in das historische Ambiente ein, die erst auf den zweiten Blick als die hybride Mischwesen aus Aladağs ‘Music Rooms’ (2014–2017) erkannt werden. Die Künstlerin hat Möbelstücke und Alltagsgegenstände, die sie auf Flohmärkten gezielt für ihren Zweck sucht, zu Instrumenten umbauen lassen. Bei der Auswahl ist ihr wichtig, dass es sich um Objekte handelt, die in jedem Wohnraum stehen könnten, dennoch sollten Form und Material akustischen Anforderungen ebenso genügen. In der Mitte der Raumabfolge steht ‘Music Room Brussels’, ein komplettes Ensemble, das in monatlichen Performances durch Musiker*innen aktiviert wird.

Nevin Aladağ: Table lamp violin (Music Room, Brussels), 2015
Metall, Holz, akustische Violinsaiten
© Nevin Aladağ / VG Bild-Kunst, Bonn
Courtesy the artist and Wentrup, Berlin
Foto: Kristien Daem, freundlicherweise vom Museum Villa Stuck zur Verfügung gestellt

Aladağ findet ihr Material im Alltag, oft im städtischen Raum. In der Videoarbeit ‘Voice Over’, die in Stucks Altem Atelier gezeigt wird, kombiniert sie den Gesang von zwei Jungen mit Instrumenten, die von Wind und Regen gespielt werden. Die Anfangssequenz mit einer Mundharmonika, die sie aus dem Autofenster im Fahrtwind zum Erklingen bringt, ist exemplarisch für das enge Zusammenspiel zwischen optischen und akustischen Reizen. Indem das Instrument die Form der umgebenden Hochhäuser in ein Querformat übersetzt, verschwimmt der Übergang zwischen beiden Ebenen. Damit entlockt die Künstlerin nicht nur dem Instrument, sondern auch dem Bild einen Klang und legt die Poesie des Stadtraums offen.

Nevin Aladağ: Voice Over, 2006, Film still
Video, 14 min
© Nevin Aladağ / VG Bild-Kunst, Bonn
Courtesy the artist and Wentrup, Berlin
Foto freundlicherweise vom Museum Villa Stuck zur Verfügung gestellt

Im 1. Obergeschoss ist eine Reihe von Arbeiten ausgestellt, in denen Aladağ mit Mustern und Ornamenten unterschiedlicher Herkunft experimentiert, die wiederum einen Dialog mit der Ornamentik der VILLA STUCK herstellen. Diese nichtakustischen Werke zeichnen sich durch eine offene Struktur aus, die – analog zu ihren polyfonischen Arbeiten – die Eigenständigkeit der einzelnen Fragmente bestehen lässt. Die Künstlerin beschreibt, dass sie etwas zusammenbringt, ‘das angeblich nicht zusammenpasst, weil es aus unterschiedlichen historischen, religiösen oder politischen Zusammenhängen kommt’.

Die aus Kunsthaaren bestehenden Vorhänge der Serie ‘Rehearsals’ (2012) entziehen sich auf dem ersten Blick einer festen Zuordnung, indem die Künstlerin eine für sie typische Assoziationskette eröffnet: Haare, Frisur, Vorhänge, Bühne … Der Schwere der Vorhänge als Repräsentationsobjekte setzt sie die Leichtigkeit der bunten Frisuren entgegen.

Nevin Aladağ: Rehearsal XII, 2012
Aluminiumstab und Kunsthaar, Holzrahmen
© Nevin Aladağ / VG Bild-Kunst, Bonn
Courtesy the artist and Wentrup, Berlin
Foto: Trevor Good, freundlicherweise vom Museum Villa Stuck zur Verfügung gestellt

Lass die Wände wackeln! So lässt sich der Titel der Performance ‘Raise The Roof’ übersetzen, die 2017 auf der Biennale in Venedig aufgeführt wurde und Ausgangspunkt für die ausgestellte Videoarbeit war.

Nevin Aladağ: Raise The Roof (Venice), 2017
Performance at Viva Arte Viva, 57. Venice Biennial, 2017
© Nevin Aladağ / VG Bild-Kunst, Bonn
Courtesy the artist and Wentrup, Berlin
Foto: Raphael Beinder, freundlicherweise vom Museum Villa Stuck zur Verfügung gestellt

Aladağ hat diese Aufforderung zum enthemmten Tanz zum ersten Mal 2007 in Berlin konzipiert und die Tänzerinnen auf einem Dach direkt an der ehemaligen Ost-West-Grenze auftreten lassen. Dem kollektiven Ereignis setzt sie eine private Erfahrung gegenüber, die dem Publikum verwehrt bleibt, denn die Songs sind nur für die Tänzerinnen hörbar. Die spontanen Bewegungen zeigen, dass jede für sich allein ist. Von aussen erschliessen sich nur die Titel und die Länge der Stücke, die auf die T-Shirts gedruckt sind. Die entstandene Distanz lenkt die Aufmerksamkeit auf einen anderen Klang: das Klackern der Schuhe auf Kupferplatten, das sich verdichtet, indem weitere Tänzerinnen hinzukommen.

Nevin Aladağ: Raise The Roof (Venice), 2017, Film still
© Nevin Aladağ / VG Bild-Kunst, Bonn
Courtesy the artist and Wentrup, Berlin
Foto freundlicherweise vom Museum Villa Stuck zur Verfügung gestellt

In der Serie der ‘Stilettos’, die teilweise aus den Performances hervorgegangen ist, sammelt Aladağ seit 2005 Tanzspuren ein und erklärt sie zum Bild. Sie verwendet die hohen Absätze als ‘Prägestempel’, um Songs zeichnerisch zu übertragen. Die Spuren lesen sich aber auch wie eine nachträglich entstandene choreografische Anweisung, eine Partitur a posteriori, die sowohl auf das Geschehene hinweist als auch neu interpretiert werden könnte.

Nevin Aladağ: Stiletto Hammer (3.94 inch), 2013
Bronze, Nussholz
© Nevin Aladağ / VG Bild-Kunst, Bonn
Courtesy the artist and Wentrup, Berlin
Foto: Trevor Good, freundlicherweise vom Museum Villa Stuck zur Verfügung gestellt

Im grossen Kuppelsaal des neuen Ateliers sind die Serien ‘Social Fabric’ (2017–2021) und ‘Resonators’ (2018/19) ausgestellt. Aladağ entwirft Klangskulpturen, die meist einer bestimmten Instrumentenfamilie zuzuordnen sind oder – wie beim ‘Grossen Resonator’ – mehrere miteinander kombinieren.

Nevin Aladağ: Resonator Percussion, 2019
Edelstahl, Sperrholz, Leder, Bronze
Installation view, New Work: Nevin Aladağ, SFMOMA, San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco, USA
© Nevin Aladağ / VG Bild-Kunst, Bonn
Courtesy the artist and Wentrup, Berlin
Foto: Adam Jacobs, freundlicherweise vom Museum Villa Stuck zur Verfügung gestellt

Aladağ arbeitet mit Instrumentenbauern zusammen, um ihre Suche nach neuen Klängen technisch zu begleiten. Die Ergebnisse erinnern teilweise formal an die Klassische Moderne, teilweise regt sie zu konzeptuellen Assoziationen an. So überträgt sie in ‘Resonator Wind’ die Idee einer Luftblase in eine sphärische Form, um den Blasinstrumenten, die darin vereint sind, ein gemeinsames Gehäuse zu geben.

Nevin Aladağ: Resonator Wind, 2019
Messing, Bambusrohr, Mundstücke verschiedener Blasinstrumente, diverse Metalle
Installation view, New Work: Nevin Aladağ, SFMOMA, San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco, USA
© Nevin Aladağ / VG Bild-Kunst, Bonn
Courtesy the artist and Wentrup, Berlin
Foto: Adam Jacobs, freundlicherweise vom Museum Villa Stuck zur Verfügung gestellt

In dem Saal sind auch neue Klangskulpturen ausgestellt, die architektonisch verankert sind. Trommelelemente zieren die Wände; Glocken, Harfe und Gitarre sind an den Ecken angebracht. Der Klang im Raum steht hier im Fokus der künstlerischen Aufmerksamkeit. Die Teppichcollagen von ‘Social Fabric’ knüpfen an Aladağs Experimente mit Mustern an, wirken sich aber in diesem Zusammenhang auch auf die akustischen Qualitäten des Raums aus.


Nevin Aladağ: Social Fabric, Percussion I, 2020 (Detail)
Teppichstücke auf Holz
© Nevin Aladağ / VG Bild-Kunst, Bonn
Courtesy the artist and Wentrup, Berlin
Foto: Trevor Good, freundlicherweise vom Museum Villa Stuck zur Verfügung gestellt

Alle Klangskulpturen werden in regelmässigen Performances aktiviert.

Den Abschluss der Ausstellung bilden die monumentalen Drei-Kanal-Installationen ‘Session’ (2013) und ‘Traces’ (2015). Beide Arbeiten zeigen sorgfältig gewählte Kameraaufnahmen, in denen unter anderem Trommeln durch Sand und Wellen oder von einer Sprinkleranlage gespielt werden.

Eine Ausstellung des Museums Villa Stuck, kuratiert von Helena Pereña

Ein Katalog ist erhältlich, das umfangreiche Rahmenprogramm ist auf der Website ersichtlich.

Info:

28. Oktober 2021 – März 2022

NEVIN ALADAĞ. SOUND OF SPACES

Museum Villa Stuck
Prinzregentenstrasse 60
81675 München
Deutschland

www.villastuck.de

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Glanz im Fluss der Zeit.
Ethnischer Schmuck und Tracht im Wandel

Das KreisMuseum Zons präsentiert derzeit zwei Ausstellungen rund um das Thema Tracht: ‘Glanz im Fluss der Zeit. Ethnischer Schmuck und Tracht im Wandel’ sowie die Fotoausstellung von Markus Bullik ‘Im Antlitz der Tracht’, die fotografische Studien mit Trachten der Sammlung ‘Splendor & Shine’ zeigt.

Plakat

Regionale Bekleidung und Schmuck, obwohl Symbol für Heimat, Identität und Tradition, umgab zugleich von jeher ein Hauch von Exotik. Der Reiz des Unbekannten wird neben der Kleidung vor allem durch die heutzutage oft fremdartig wirkenden Schmuckstücke und Kopfbedeckungen unterstrichen. Diese waren häufig nicht nur reine Zierde, sondern hatten eine symbolische oder apotropäische Bedeutung.

Glanz im Fluss der Zeit – Ausstellungsansicht KreisMuseum Zons
Foto: Frank Rossbach, freundlicherweise vom KreisMuseum Zons zur Verfügung gestellt

Schmuck und Kleidung markierten weltweit herausragende Ereignisse bzw. Abschnitte im Lebenslauf, wie Geburt, Hochzeit, Alters- oder Trauerphasen; auch der Familienstand wurde angezeigt. War jemand verheiratet, ledig, verwitwet? Die jeweilige Ausgestaltung von Kleidung, Schmuck, Hauben und Accessoires gaben darüber Auskunft.

Glanz im Fluss der Zeit – Ausstellungsansicht KreisMuseum Zons
Foto: Frank Rossbach, freundlicherweise vom KreisMuseum Zons zur Verfügung gestellt

Die über 1.600 prunkvollen Schmuckobjekte aus verschiedenen Kulturen und Epochen stammen aus mehr als 50 Ländern weltweit. Gezeigt werden ausserdem über 30 komplette Trachten aus acht deutschen Trachtenregionen sowie acht weiteren Ländern. Zusammengestellt sind die Exponate nach den zwei kulturübergreifend und auch in zwei Begleitkatalogen ausführlich behandelten Themen des menschlichen Lebenslaufes zum einen und des kulturellen Wandels zum anderen.

Glanz im Fluss der Zeit – Ausstellungsansicht KreisMuseum Zons
Foto: Frank Rossbach, freundlicherweise vom KreisMuseum Zons zur Verfügung gestellt

Die kunsthandwerkliche Ausgestaltung der Objekte, die überwiegend aus dem 19. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen, ist exquisit und kann heute auch mit modernsten Techniken oft nicht mehr erreicht werden. Silberfiligran- und Emaillearbeiten, Metallspitze, Gold- und Perlenstickerei sind nur einige Beispiele für die aufwendige Ausgestaltung, die zeigt, welche Bedeutung und Wertschätzung den Objekten beigemessen wurde.

Glanz im Fluss der Zeit – Ausstellungsansicht KreisMuseum Zons
Foto: Frank Rossbach, freundlicherweise vom KreisMuseum Zons zur Verfügung gestellt

Die von der Ethnologin und Ärztin Irene Steiner kuratierte Ausstellung von Teilen der Sammlung ‘Splendor & Shine’ geht auch auf Fragen ein, wie regionale Bekleidung und Schmuck sich bis in die heutige Zeit in multikulturellen Kontexten und im Zuge der Globalisierung weltweit wandeln.

Glanz im Fluss der Zeit – Ausstellungsansicht KreisMuseum Zons
Foto: Frank Rossbach, freundlicherweise vom KreisMuseum Zons zur Verfügung gestellt

Ein sehr gut gemachter Katalog, der die überbordende Fülle der Exponate zeigt, ist erhältlich.

Im Antlitz der Tracht

Zu dieser Fotoausstellung von Markus Bullik hat sich die Kulturwissenschaftlerin (MA) Annette Volk geäussert, hier ein Auszug:

‘Die komplexe Aura des Kulturgutes ‘Tracht’ dient dem Ethnologen und Fotografen Markus Bullik (Jahrgang 1963) als Backup für seine fotografischen Studien, die aktuell im KreisMuseum Zons gezeigt werden.

Im Antlitz der Tracht. Fotoausstellung von Markus Bullik
Foto: Markus Bullik, freundlicherweise vom KreisMuseum Zons zur Verfügung gestellt

Was die Herkunft und Auswahl der Trachten angeht, so schöpft er aus dem reichhaltigen Fundus der Sammlung ‘Splendor & Shine’, für die Irene Steiner verantwortlich zeichnet. In Blick auf die Models, die die Trachten tragen, gibt er ein klares Statement ab – v.a. zu gesellschaftlichen Diskursen wie Gender, Hautfarbe und Hedonismus. Die Mehrzahl von Bulliks Protagonistinnen trägt zum ersten Mal in ihrem Leben Trachten. Sie alle sind fasziniert von den Textilien, ihrer Farbpracht, Textur, sinnlichen Haptik und lassen sich bedingungslos und unmittelbar ein auf den künstlerischen Entstehungsprozess der Fotografien.

In ihrer natürlichen Anmutung gehen die Porträtierten eine Symbiose mit ihrer Umgebung ein. Allesamt in ländliche Settings wie Wald, Kornfeld oder dem Areal eines Bauernhofs eingebettet, geht eine archaische Wirkung von ihnen aus. Die entstandenen Bilder ziehen den Betrachter in den Bann und laden dazu ein, in die mystische Stimmung intakter Natur, dunkler Farben und der Schönheit intensiver Physiognomien einzutauchen.

Die Ausstellung ‘Im Antliz der Tracht’ fordert zur Begegnung auf, ermöglicht Nähe zum zunächst vermeintlich fremden Sujet. Wer sich einlässt auf die kraftvolle Bildsprache und eine Thematik, die an anthropologische Forschung erinnert, wird nicht unberührt bleiben. Die Grenzen tradierter Wahrnehmung werden dabei aufgehoben, persönliche kulturelle Denkmuster infrage gestellt, zumindest neu ausgelotet. Bullliks ungewohnter Blick auf Trachten und ihre Trägerinnen vermittelt Sehgenuss und erweitert unseren ästhetischen Horizont.’

Weitere Fotografien sind auf der Website des Fotografen Markus Bullik zu finden – ein Füllhorn ästhetischer Aufnahmen. Sehr sehenswert!

Ausserdem noch ein Hinweis auf den YouTube-Kanal des Museums:
Hier sind Videos zu den Ausstellungen und Blicke hinter die Kulissen – z.B. zur Herstellung von Trachtenschmuck – zu finden. Es werden im Laufe der nächsten Wochen noch weitere Videos hinzukommen.

Info:

12. September 2021 – 23. Januar 2022

Glanz im Fluss der Zeit.
Ethnischer Schmuck und Tracht im Wandel

Im Antlitz der Tracht. Fotoausstellung von Markus Bullik

KreisMuseum Zons
Kulturzentrum des Rhein-Kreises Neuss
Schlossstrasse 1
41541 Dormagen-Zons
Deutschland

www.rhein-kreis-neuss.de

23. Dezember 2021 – 1. Januar 2022 geschlossen

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Here We Are! Frauen im Design 1900 – heute

Ob als Gestalterinnen von Möbeln, Mode oder Industrieprodukten, als Innenarchitektinnen oder Unternehmerinnen – Frauen haben entscheidende Beiträge zur Entwicklung des modernen Designs geleistet. In den Geschichtsbüchern des Designs kommen sie jedoch viel seltener vor als Männer. Mit ‘Here We Are! Frauen im Design 1900 – heute’ will das Vitra Design Museum in Weil am Rhein dazu beitragen, dies zu ändern. Die Ausstellung präsentiert Gestalterinnen der letzten 120 Jahre und erzählt vor dem Hintergrund des Kampfs um Gleichberechtigung eine neue, vielstimmige Designgeschichte.

Key Visual

Gezeigt werden Werke von rund 80 Designerinnen, darunter Protagonistinnen der Moderne wie Eileen Gray, Charlotte Perriand, Lilly Reich oder Clara Porset, Unternehmerinnen wie Florence Knoll und Armi Ratia, aber auch weniger bekannte Persönlichkeiten wie die Sozialreformerin Jane Addams. Zeitgenössische Positionen werden durch Designerinnen wie Matali Crasset, Patricia Urquiola, Julia Lohmann oder das Kollektiv Matri-Archi(tecture) vertreten und führen BesucherInnen in die Gegenwart und Zukunft.

Clara Porset mit dem Modell eines Tisches, ca. 1952
Foto: Elizabeth Timberman
Esther McCoy papers, Archives of American Art, Smithsonian Institution
Foto freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Heute ist rund die Hälfte der Designstudierenden weiblich und Frauen sind in vielen zukunftsweisenden Designbereichen federführend. Anhand einer Vielzahl hochkarätiger Exponate verfolgt die Ausstellung ‘Here We Are! Frauen im Design 1900 – heute’ das kreative Schaffen und die Arbeitsbedingungen von Frauen im Design von der frühen Moderne bis in die Gegenwart – von den ikonischen Objekten einer Eileen Gray über bislang kaum bekannte Neuentdeckungen bis hin zu heutigen Aktivismus-Netzwerken und feministischer Designforschung. So entsteht eine Standortbestimmung zu einem gesellschaftlich hochaktuellen Thema, die das moderne Design in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Cini Boeri: Tomu Katayanagi Ghost, 1987
© Vitra Design Museum
Foto: Jürgen Hans, freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung gliedert sich in vier Bereiche, die die Museumsgäste auf eine Reise durch die letzten 120 Jahre Designgeschichte mitnehmen. Im ersten Bereich liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung des Designs in Europa und den USA, wo um 1900 das Berufsbild des modernen Designs entstand – zur gleichen Zeit, als Frauen öffentlich für mehr politische Mitbestimmung kämpften.

Zeitungsartikel über Suffragetten, die im Unterhaus protestierten
in: The Daily Mirror, London, 27. April 1906
© The British Library Board
Foto freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Diese Emanzipationsbestrebungen spiegelten sich auch im Design, etwa in der Arbeit der Sozialreformerinnen Jane Addams und Louise Brigham, die heute unter den Begriff ‘Social Design’ fiele. Unterdessen prägte die New Yorkerin Elsie de Wolfe das damals neue Berufsfeld der Innenarchitektur.

Louise Brigham: Box Furniture. How to Make a Hundred Useful Articles for the Home, 1919
Foto: Vitra Design Museum, freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Auch die Werke von Gestalterinnen am Bauhaus, an den russischen WChUTEMAS (Höhere Künstlerisch-Technische Werkstätten) oder den Deutschen Werkstätten in Dresden Hellerau werden untersucht. Eine bislang weitgehend unentdeckte Welt eröffnet sich an der Schule Loheland, die wie das Bauhaus 1919 gegründet wurde, aber nur Frauen aufnahm.

Lichtbildwerkstatt Loheland: Sprung
(Montage), ca. 1930
Foto: Loheland-Archiv, Künzell, freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Am Bauhaus studierten Frauen und Männer gemeinsam, wobei man Frauen meist noch bestimmten Disziplinen wie textiles oder keramisches Gestalten zuordnete.

Leben am Bauhaus: Gruppenporträt der Weberinnen hinter dem Webstuhl in der Weberei des Bauhaus Dessau, 1928
© Bauhaus-Archiv, Berlin
Foto freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Hier wird verdeutlicht, dass sich Frauen in den Gestaltungsberufen aufgrund besserer Ausbildungsbedingungen zwar zunehmend professionalisierten, andererseits aber weiterhin oft in traditionelle Rollenbilder gedrängt wurden.

Alma Siedhoff-Buscher, Bauhaus Bauspiel, 1923 (2015)
© Naef Spiele, Schweiz
Foto: Heiko Hillig, freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Der zweite Ausstellungsbereich widmet sich den 1920er bis 1950er Jahren. In dieser Ära konnten Designerinnen wie Charlotte Perriand, Eileen Gray oder Clara Porset in der nach wie vor patriarchalischen Gesellschaft erste internationale Erfolge verbuchen.

Eileen Gray: ohne Titel
Frisierschrank für Tempe a Pailla, 1932-1934
© Vitra Design Museum
Foto: Jürgen Hans, freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

In der Pariser Luxusindustrie prägte Jeanne Toussaint als Creative Director jahrzehntelang die Kreationen des Schmuckhauses Cartier. Sie führte das so genannte ‘Département S’, dessen Produkte den Bedürfnissen der modernen Frauen der 1920er Jahre entgegengekommen sollten und stand für Schöpfungen, die ein fortschrittliches, selbstbewusstes Frauenbild repräsentierten.

Hände von Jeanne Toussaint, Creative Director von Cartier, 1937
bpk | Ministère de la Culture – Médiathèque du Patrimoine, Dist. RMN-Grand Palais | François Kollar
Foto freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Einige der in der Ausstellung porträtierten Designerinnen arbeiteten eng mit ihrem Partner zusammen, etwa Ray Eames mit ihrem Mann Charles oder Aino Aalto mit Alvar Aalto. Oft standen die Frauen dabei im Schatten ihrer Partner, doch die Ausstellung zeigt, dass sie in vielen Fällen deutlich wichtigere Beiträge zu dem gemeinsamen Werk leisteten als bislang bekannt war.

Aino Aalto: Glasserie Bölgeblick, 1932
© Vitra Design Museum
Foto: Andreas Sütterlin, freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Bekanntestes Beispiel hierfür ist Charlotte Perriand, deren Bedeutung als unabhängige Designerin in den letzten Jahren weithin publiziert wurde, wobei auch ihr Anteil an den legendären Möbelentwürfen, die sie mit ihrem berühmten Kollegen Le Corbusier entwickelte, völlig neu bewertet wurde.

Greta von Nessen: Schreibtischlampe Anywhere, 1952
© Vitra Design Museum
Foto: Andreas Jung, freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Andere hier gezeigte Designerinnen arbeiteten zeitlebens unabhängig – so etwa die Keramikerin Eva Zeisel, die schon 1946 eine Einzelausstellung im New Yorker Museum of Modern Art hatte. Die Ausstellung zeigt, dass auch weitere Gestalterinnen stärkere Beachtung verdienen, etwa Trude Petri.

Der dritte Bereich thematisiert die Jahrzehnte von 1950 bis Ende der 1980er Jahre …

Hedwig Bollhagen: Vasen
Einzel- und Musterstücke, 1950er und 1960er Jahre
Foto: Christoph Sillem, freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

… in denen insbesondere ab den 1960er Jahren eine zweite Welle des Feminismus der konservativen Nachkriegsmentalität entgegentrat. Beispiele wie die Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA) von 1958 zeigen, dass Frauen auch im Design häufig mit häuslichen Tätigkeiten assoziiert wurden, trotz solcher Einschränkungen aber oft ausserordentliche Werke produzierten.

Grete Jalk: No. 9-1 / GJ Stuhl, 1963
© Vitra Design Museum
Foto: Jürgen Hans, freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Die Rollenbilder und die Möglichkeiten von Frauen im Design veränderten sich stetig weiter.

Werbeanzeige für Liisi Beckmanns Karelia-Sessel, 1969
Mit freundlicher Genehmigung von Zanotta SpA – Italy
Foto freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Die Ambivalenz und die Umbrüche dieser turbulenten Ära spiegeln sich in den poppigen Marimekko Designs der 70er Jahre oder den postmodernen, teilweise spektakulären Objekten italienischer Designerinnen wie Nanda Vigo, Gae Aulenti oder Cini Boeri.

Nanda Vigo 1985 mit ihren Entwürfen Licht Tree (1984) und Cronotopo (1964)
Foto: Gabriele Basilico, mit freundlicher Genehmigung des Archivio Nanda Vigo, Milano
Foto freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

In diese Zeit fällt auch das Schaffen  der Designerin Galina Balaschowa, die viele der futuristischen Interieurs der Raumkapseln für das russische Raumfahrtprogramm gestaltete. Ihr bisher fast unbekanntes Werk wird seit einigen Jahren entdeckt.

Galina Balaschowa: Skizze des Innenraums des orbitalen (Wohn-)Abteils des Sojus-Raumschiffs
Variante 1, 1963
© Kosmonautenmuseum, Moskau
Foto freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Mit dem vierten Bereich kommt die Ausstellung in der Gegenwart an. Werke international etablierter Designerinnen wie Matali Crasset, Patricia Urquiola, Inga Sempé, Ilse Crawford oder Hella Jongerius belegen, dass Frauen im Design heute ebenso selbstverständlich international erfolgreich sind wie Männer.

Patricia Urquiola: Shimmer, 2019
© Vitra Design Museum
Foto: Andreas Sütterlin, freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Manche Designerinnen sprengen die etablierten Grenzen ihrer Disziplin und tragen massgeblich dazu bei, das Design neu zu definieren. Zu ihnen zählt Julia Lohmann, die Meeresalgen als neues, nachhaltiges Material erforscht, ebenso wie Christien Meindertsma, die Produktionsprozesse durchleuchtet.

Christien Meindertsma mit Flax Chair, 2015
© Studio Aandacht
Foto freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Zugleich präsentiert dieser Ausstellungsbereich eine Auswahl aktueller Initiativen, die veranschaulichen, wie der feministische Diskurs in Design und Architektur die Muster von Autorenschaft, Ausbildung und Anerkennung hinterfragt und mit Diversität und Intersektionalität in Zusammenhang stellt.

Barbara Kruger: Untitled (Kiss)
Stool 60, 2019 (Design Alvar Aalto)
© Vitra Design Museum
Foto: Andreas Sütterlin, freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

So thematisiert das Kollektiv Matri-Archi(tecture) in der eigens für die Ausstellung geschaffenen Arbeit ‘Weaving Constellations of Identity’ die persönlichen Erfahrungen afrikanischer und Schwarzer Designerinnen, während zahlreiche Netzwerke und Publikationen etablierte Narrative und Strukturen des Designs zur Diskussion stellen.

Faye Toogood: Roly Poly, 2018
© Vitra Design Museum
Foto: Andreas Sütterlin, freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

Mit seinen Workshops und einer Community-Plattform etwa liefert das Netzwerk und Kollektiv Futuress einen Gegenentwurf zur Hochschulbildung mit ihren vielen Einschränkungen.

Illustration der Feministischen Plattform Futuress, 2021
© Maria Júlia Rêgo
Foto freundlicherweise vom Vitra Design Museum zur Verfügung gestellt

In der Zusammenschau all dieser Positionen ist die Ausstellung ‘Here We Are! Frauen im Design 1900 – heute’ so vielfältig wie die Umbrüche und die Diskussionen zum Feminismus in unserer heutigen Gesellschaft. Sie bietet damit einen neuen, zeitgemässen Blick auf die Geschichte moderner Gestaltung und liefert Denkanstösse dafür, was Design im 21. Jahrhundert sein soll, wer es definiert und für wen es da ist.

Die Ausstellung wird von einem vielfältigen Programm begleitet, darunter Workshops, Online-Talks und Events auf dem Vitra Campus.

Auch interessant:

In meinen Ausstellungstipps und Berichten geht es immer wieder auch um Design, um Designerinnen. Hier eine Auswahl, beginnend mit einer Reise nach Finnland mit Schwerpunkt … Design.

Ab nach Finnland

Hella Jongerius mit ihrer Ausstellung ‘Breathing Colour’ im Gewerbemuseum Winterthur ist in den Ausstellungstipps November 2020 und mit ihrer Ausstellung ‘Kosmos weben’ im Berliner Gropius Bau in den Ausstellungstipps April 2021 zu finden, wo auch ein Artikel über DIE FRAUEN DER WIENER WERKSTÄTTE – Ausstellung im MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien – entdeckt werden kann.

‘Schönheit der Form. Die Designerin Christa Petroff-Bohne’ lautete der Titel der Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, der zugehörige Bericht ist zu finden in den Ausstellungstipps August 2021

Tricia Guild OBE – die britische Designerin ist untrennbar verbunden mit ‘Designers Guild’. ‘Out of the Blue: Fifty Years of Designers Guild’ zeigte das Londoner Fashion & Textile Museum, zu finden in den Ausstellungstipps März 2020

‘Gegen die Unsichtbarkeit. Designerinnen der Deutschen Werkstätten Hellerau 1898 bis 1938’ – eine Ausstellung des Kunstgewerbemuseums Dresden, zu der es zwei Berichte gibt: in den Ausstellungstipps Januar 2019 und in den Ausstellungstipps Mai 2019

bauhaus-Künstlerinnen im Fokus:

 Um Werke von Anni Albers, Claire Zeisler, Lenore Tawney, Otti Berger, Gunta Stölzl, Else Regensteiner, Ethel Stein und Sheila Hicks geht es in der Ausstellung ‘Weaving beyond the Bauhaus’ in The Art Institute of Chicago – zu finden in den Ausstellungstipps bauhaus

Gunta Stölzl ist in den Ausstellungstipps bauhaus ebenfalls vertreten und zwar im Zusammenhang mit der Ausstellung ‘Bauhaus-Stoffe als Inspiration – Vom Muster zur Kollektion’ im Tuchmacher Museum Bramsche mit weiterführenden Links. Besonders hinweisen möchte ich auf ‘Gunta Stölzl – 100 Jahre Bauhaus-Stoffe’ im Groninger Museum, zu finden in den Ausstellungstipps August 2019

Info:

23. September 2021 – 6. März 2022

Here We Are! Frauen im Design 1900 – heute

Vitra Design Museum
Charles-Eames-Strasse 2
79576 Weil am Rhein
Deutschland

www.design-museum.de

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Papier Global 5

Bereits zum fünften Mal präsentieren die Museen Deggendorf derzeit ‘Papier Global’, die Internationale Papierkunst Triennale. In den letzten 15 Jahren konnte sich Deggendorf mit ‘Papier Global’ einen festen Platz als Zentrum internationaler Papierkunst erobern. Die internationale Ausrichtung der Ausstellung wird auch an der Vielzahl der Bewerbungen aus aller Welt deutlich: Wie bereits 2015 und 2018 reichten mehr als 360 Bewerbende aus knapp 30 Ländern ihre Papierarbeiten ein. Gerade die rege internationale Beteiligung ist angesichts der immer noch herrschenden Corona-Pandemie erfreulich.

Jacobo Alonso (Mexiko): Isomorphic
Foto: Künstler, freundlicherweise vom Stadtmuseum Deggendorf zur Verfügung gestellt

Fast ausnahmslos waren alle Bewerbungen von hoher Qualität, was die Arbeit der Jury nicht leicht gemacht hat. Die Fachjury, bestehend aus den beiden Ausstellungskuratorinnen Anja Fröhlich, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Birgitta Petschek-Sommer, Leiterin der Museen Deggendorf, konnte wieder die Past-Präsidentin der IAPMA, Helene Tschacher aus Mainburg als externen Gast in der Jury gewinnen. Für ‘Papier Global 5’ konnten sie schliesslich 69 Kunstschaffende aus 20 Ländern auswählen. Die überwiegende Teilnehmerzahl kommt aus Deutschland und dem europäischen Ausland. Ausserhalb Europas sind unter anderem die USA, Südkorea, Kolumbien, Australien und Mexiko vertreten.

Papier Global 5 – Ausstellungsansicht
Foto: Museen Deggendorf, freundlicherweise vom Stadtmuseum Deggendorf zur Verfügung gestellt

Papierkunst mag vielleicht in der zeitgenössischen Kunstentwicklung eine ‘Nische’ sein, jedoch hat sich Deggendorf mit seinen beiden Museen überregional einen Namen gemacht. Dies beweisen die zahlreichen Nachfragen, die die Museen regelmässig und lange im Vorfeld zu den Triennalen erreichen – von Kunstschaffenden wie Besuchenden – und auch die nach den immer noch sehr beliebten Katalogen der vergangenen Ausstellungen.

Papier Global 5 – Ausstellungsansicht
Foto: Museen Deggendorf, freundlicherweise vom Stadtmuseum Deggendorf zur Verfügung gestellt

Papierkunst ist allen Generationen zugänglich, ist auch leicht an ‘kunstferne’ Zielgruppen zu vermitteln und baut damit Schwellenängste für den Besuch einer Kunstausstellung im Museum ab. ‘Papier Global’ möchte Papierkunst deshalb einer möglichst grossen Zahl an Interessierten zugänglich machen und gleichzeitig auch als ‘hub’ für die Vernetzung der Kunstschaffenden dienen. Deshalb nutzen die Museen Deggendorf dieses Jubiläum zur fünften Triennale, um ein digitales Papierkunst-Archiv zu initiieren. So soll digital ein Raum geschaffen werden, in dem sich alle einen Überblick über die bisherigen Triennalen, die Teilnehmenden und die Vielfalt der Papierkunst-Szene verschaffen können.

Margarete Schrüfer (Deutschland): Kois II
Foto: Künstlerin, freundlicherweise vom Stadtmuseum Deggendorf zur Verfügung gestellt

Wie vielfältig Papierkunst sein kann, zeigt die Fülle der Themen, denen sich die einzelnen Arbeiten widmen. Ein grosser Teil der Arbeiten beschäftigt sich mit dem Menschen: er thematisiert, was Mensch-Sein ausmacht, Erinnerungen und Geschichte(n) oder zwischenmenschliche Beziehungen. Dabei äussern sich die Kunstschaffenden durchaus kritisch zu Konsum, Medien, Alltagskultur oder dem Umgang unserer Gesellschaft mit der Natur. Gerade letzteres ist ein weiteres Themenfeld, mit dem sich eine Vielzahl von Arbeiten beschäftigt.

Papier Global 5 – Ausstellungsansicht
Foto: Museen Deggendorf, freundlicherweise vom Stadtmuseum Deggendorf zur Verfügung gestellt

Begleitet wurden die Vorbereitungen von ‘Papier Global 5’ natürlich von der Corona-Pandemie und so verwundert es nicht, dass eine ganze Reihe von Teilnehmenden in ihren Werken ganz direkt darauf und auf die weltweite Lage Bezug nehmen. Nicht zuletzt steht bei ‘Papier Global’ das Material Papier selbst im Fokus: Was ist machbar mit Farbe, Materialität oder Struktur? Was sind die Grenzen des Materials?

Antra Augustinovica (Lettland): Ancient Town, Detail
Foto: Künstlerin, freundlicherweise vom Stadtmuseum Deggendorf zur Verfügung gestellt

Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter Katalog in Deutsch und Englisch erhältlich.

Die Liste der Teilnehmenden ist ebenso wie das Begleitprogramm auf der Website ersichtlich.

Info:

3. Oktober 2021 – 6. März 2022

Papier Global 5

Stadtmuseum Deggendorf
Östlicher Stadtgraben 28
94469 Deggendorf
Deutschland

www.stadtmuseum.deggendorf.de

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COWandMORE

Barbara Wartenberg zeigt ab 8. November 2021 in ihrem Atelier / Galerie in Bad Bellingen im Rahmen des Afghanistan-Projektes Guldusi die Ausstellung ‘COWandMORE’.

Plakat

Diese 50 Werke umfassende Ausstellung basiert auf dem Stickprogramm Guldusi, einem Projekt der Deutsch-Afghanischen Initiative DAI e.V., deren Ziel die Hilfe für Frauen und Kinder, die Förderung von Bildung und die Unterstützung von Nomaden in abgelegenen Gebieten in Afghanistan ist bzw. – aufgrund der angespannten Lage in Afghanistan mit ungewisser Zukunft – war.

Gestickte Kuh von Lomja
Rohling für die Weiterverarbeitung in Europa
Foto freundlicherweise von Guldusi zur Verfügung gestellt

‘COWandMORE’ kam durch die Zusammenarbeit von vier Partnern zustande: Neben der DAI waren noch MADEIRA Garne, BERNINA International und die Deutsche Patchwork Gilde e.V. daran beteiligt. Die Stickerinnen wurden gebeten, Kühe zu sticken. Diese Stickereien waren anschliessend – nach der europaweit erfolgten Ausschreibung – kreativ in eigene Arbeiten zu integrieren und es entstanden sehenswerte Werke.

Barbara Wartenberg: Friedliche Welt? – Frieden für die Welt!, Detail
COWandMORE, Deutsch-Afghanische Initiative
Foto: Gudrun Heinz, Patchworktage 2019 in Dinkelsbühl

Während der Ausstellung bietet Barbara Wartenberg jeden Dienstag einen Workshop an, bei dem sie zeigt, wie und wo die wunderschönen afghanischen Stickquadrate eingearbeitet werden können.

Es geht los mit dem Workshop ‘Ich schenk Dir einen Stern’ und zwar dienstags, 16. November 2021 und 14. Dezember 2021, jeweils 14 – 15 Uhr. Stickquadrate mit wunderschönen Sternen stehen reichlich zur Auswahl zur Verfügung und können erworben werden.

Beispiel für ‘Ich schenk Dir einen Stern’
Foto freundlicherweise von Barbara Wartenberg zur Verfügung gestellt

Barbara freut sich unter Einhaltung der Corona-Schutzbestimmungen auf viele Besucher*innen.

Info:

8. November 2021 – 14. Januar 2022

COWandMORE

Barbara Wartenberg
Atelier & Galerie
Rheinstrasse 15
79415 Bad Bellingen
Deutschland

www.galerie-bw.de
www.guldusi.com

Öffnungszeiten:
Di, Do und Fr: 15 – 18 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Workshops:
Folgende weitere Themen und Termine sind geplant:

  • Kommt von Herzen! 23. November 2021 sowie 21. Dezember 2021
  • Auf die Verpackung kommt es an! 30. November 2021 sowie 4. Januar 2022
  • Oh, ist das schön! 7. Dezember 2021 sowie 11. Januar 2022

jeweils Di: 14 – 15 Uhr
max. 3 angemeldete Teilnehmer*innen
nur Handnäh-Utensilien erforderlich
bei Bedarf weitere Zeiten / Tage möglich

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Herta Müller – Der Beamte sagte

Das Museum Langmatt in Baden zeigt derzeit die erste Ausstellung der Collagen von Herta Müller in der Schweiz. Die Autorin wurde 1953 in Nitchidorf/Rumänien geboren, lebt seit 1987 in Berlin und gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen der Gegenwart. Hauptthema sind ihre furchtbaren Erlebnisse während der kommunistischen Diktatur in Rumänien. In zahlreichen Romanen und Gedichten beschreibt Herta Müller bildhaft, wie jahrzehntelange Überwachung, staatliche Bevormundung, Inhaftierung und Folter die Menschen verändern und zerrütten. 2009 wurde Herta Müller der Literaturnobelpreis verliehen.

Herta Müller
Foto: © Stephanie von Becker, freundlicherweise vom Museum Langmatt zur Verfügung gestellt

Seit mehr als 30 Jahren arbeitet die Autorin an ihren Collagen, einem mittlerweile gewaltigen Konvolut von über 1600 Unikaten. Die ersten Collagen entstanden 1989 als Postkarten an Richard Wagner, ihren damaligen Ehemann. Wort für Wort schneidet sie aus Zeitungen und Zeitschriften aus und klebt sie auf postkartengrossen Karten zu Gedichten mit hoher visueller Präsenz zusammen. In der Langmatt zeigt sie rund 140 neue Collagen der insgesamt 157 Collagen umfassenden Werkserie, die sich erstmals in ihrem Werk inhaltlich aufeinander beziehen und so etwas wie eine skizzenhafte lyrische Autobiografie formulieren – in dieser Form einmalig in der zeitgenössischen Literatur.

Herta Müller: Ohne Titel, aus der Serie ‘Der Beamte sagte’, 2020
Papiercollage, 14.8 × 10.5 cm
© 2021 Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München
Foto freundlicherweise vom Museum Langmatt zur Verfügung gestellt

Nach ihrer Ankunft 1987 in einem westdeutschen Auffanglager, das Herta Müller durchlaufen musste, beginnt ein neuer Alptraum: In Rumänien hatte der Geheimdienst Securitate Herta Müller jahrelang vorgeworfen, Agentin des Bundesnachrichtendienstes zu sein. Als sie dann in Westdeutschland eintraf, wurde sie aufgrund von Verleumdungen der Landsmannschaft der Banater Schwaben verdächtigt, sie sei eine rumänische Agentin. Die Protagonistin in den Gedichten sieht sich mit absurden Fragen und erfundenen Anschuldigungen des Beamten Herr Fröhlich von der Prüfstelle B konfrontiert. Wirklichkeit, Erinnerung und existentielle Ängste verschmelzen zu einem unentwirrbaren Gewebe. Im verstörenden Gespräch mit dem Beamten entzündet sich erneut das Trauma der Vergangenheit.

Herta Müller: Ohne Titel, aus der Serie ‘Der Beamte sagte’, 2020
Papiercollage, 14.8 × 10.5 cm
© 2021 Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München
Foto freundlicherweise vom Museum Langmatt zur Verfügung gestellt

In der Langmatt sind die kleinformatigen Werke eng aneinandergereiht als lange Linie zu sehen. Blatt für Blatt folgt man der luziden Poesie und ihrer Fähigkeit, das Unsagbare zu berühren. Herta Müller übersetzt die schrecklichen Ereignisse in unerwartet zarte Bilder. So klein im Format, so gewaltig gross ist diese unvergleichliche Welt. Souverän verschmilzt Herta Müller die Gattungen Lyrik, Collage und Erzählung zu einem suggestiven, symbiotischen Werk.

Ausstellungsansicht ‘Herta Müller – Der Beamte sagte’, 2021, Museum Langmatt, Baden
Foto freundlicherweise vom Museum Langmatt zur Verfügung gestellt

Die Präsentation der Collagen wirkt unterstützend: Von links nach rechts im Uhrzeigersinn folgt man den Schilderungen der Autorin. Die Horizontlinie der Werke lässt den Kopf gewissermassen knapp über oder knapp unter Wasser erscheinen. Angesicht der winzigen Formate wirkt die Gemäldegalerie gewaltig gross und öffnet einen immensen Leerraum, der die existentielle Einsamkeit verstärkt.

Ausstellungsansicht ‘Herta Müller – Der Beamte sagte’, 2021, Museum Langmatt, Baden
Foto freundlicherweise vom Museum Langmatt zur Verfügung gestellt

Langmatt-Direktor Markus Stegmann: ‘Wir freuen uns, eine Literaturnobelpreisträgerin mit einer seltenen Doppelbegabung zeigen zu dürfen. Die Collagen Herta Müllers balancieren zwischen kindlicher, manchmal heiterer Zerbrechlichkeit und abgrundtiefem Schrecken. Eine erschütternde Fahrt in den finsteren Untergrund der Menschheit.’

Eine Publikation mit allen Collagen der Ausstellung ist erschienen:
Herta Müller: Der Beamte sagte, Carl Hanser Verlag, München 2021

Info:

5. September – 5. Dezember 2021

Herta Müller – Der Beamte sagte

Museum Langmatt
Stiftung Langmatt Sidney und Jenny Brown
Römerstrasse 30
5400 Baden
Schweiz

www.langmatt.ch

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Otobong Nkanga

Die ganze Erde, die wir in uns tragen, der Staub in unseren Lungen, die Kristalle auf unserem Körper, die Steine in unseren Taschen, die Minerale in unserem Blut, unsere Risse und Brüche, unser Gold, unsere Edelsteine, am Ende kommt alles in der Erde zur Ruhe. Otobong Nkanga, 2021

Wie denken wir über den Boden nach, auf dem wir gehen, wie über dessen Heilung und Schutz? Otobong Nkangas Ausstellung, die das Kunsthaus Bregenz (KUB) derzeit präsentiert, erzählt die Geschichte der Elemente Erde und Wasser. Hierfür gestaltete die in Nigeria geborene Künstlerin eine aussergewöhnliche Webarbeit mit dem Titel ‘Unearthed’. Sie besteht aus vier beeindruckenden Wandteppichen, die alle Geschosse des Museumsgebäudes zu einer motivischen Einheit verbinden.

Otobong Nkanga und Martin Rauch beim Aufbau der Ausstellung
3. Obergeschoss, Kunsthaus Bregenz, 2021
Foto: Miro Kuzmanovic
© Kunsthaus Bregenz
Foto freundlicherweise vom KUB zur Verfügung gestellt

Das Leben und Überleben der Erde hängt von Wasser ab. Diese Botschaft vermittelt Otobong Nkanga in vier grossformatigen, farbig leuchtenden Tapisserien, die die Verbindungen zwischen Land und Ozean darstellen. Die gewobenen Werke, jeweils einzeln in jedem Geschoss des KUB hängend, stellen Meerestiefen, Jahreszeiten und Klimazonen dar.

Otobong Nkanga: Unearthed – Abyss, 2021
Installationsansicht Erdgeschoss Kunsthaus Bregenz, 2021
Foto: Markus Tretter
Courtesy of the artist
© Otobong Nkanga, Kunsthaus Bregenz
Foto freundlicherweise vom KUB zur Verfügung gestellt

Im Erdgeschoss des KUB herrscht Dunkelheit, ein kleiner Teich nahe der Glaswand funkelt.

Otobong Nkanga: Unearthed – Abyss, 2021
Installationsansicht Erdgeschoss Kunsthaus Bregenz, 2021
Foto: Markus Tretter
Courtesy of the artist
© Otobong Nkanga, Kunsthaus Bregenz
Foto freundlicherweise vom KUB zur Verfügung gestellt

Er symbolisiert einen dunklen Abgrund, benannt nach dem ersten der vier Wandteppiche ‘Unearthed – Abyss’.

Otobong Nkanga: Unearthed – Midnight, 2021
Installationsansicht 1. Obergeschoss Kunsthaus Bregenz, 2021
Foto: Markus Tretter
Courtesy of the artist
© Otobong Nkanga, Kunsthaus Bregenz
Foto freundlicherweise vom KUB zur Verfügung gestellt

Aus der flachen Mulde ragt ein mächtiger Baumstamm empor, der vermeintlich die Decke durchstösst und in die darüber liegenden Geschosse mit den Titeln ‘Unearthed – Midnight’ und ‘Unearthed – Twilight’ vordringt.

Otobong Nkanga: Unearthed – Twilight, 2021
Installationsansicht 2. Obergeschoss Kunsthaus Bregenz, 2021
Foto: Markus Tretter
Courtesy of the artist
© Otobong Nkanga, Kunsthaus Bregenz
Foto freundlicherweise vom KUB zur Verfügung gestellt

Durch den hier nun verjüngten Stamm bohren sich Seile, die prächtige, in Murano hergestellte Glasobjekte halten. Von Nkanga mit Bodenproben und Pflanzen befüllt, stellen die amorphen Behältnisse klimatisierte Vitrinen dar, farbige Terrarien zur Aufnahme diverser Lebensformen.

Otobong Nkanga: Unearthed – Twilight, 2021
Installationsansicht 2. Obergeschoss Kunsthaus Bregenz, 2021
Foto: Markus Tretter
Courtesy of the artist
© Otobong Nkanga, Kunsthaus Bregenz
Foto freundlicherweise vom KUB zur Verfügung gestellt

Im obersten Geschoss ragt die zerfetzte, angesengte Spitze des Baums aus lehmigem Boden hervor – der Titel des Raumes: ‘Unearthed – Sunlight’.

Otobong Nkanga: Unearthed – Sunlight, 2021
Installationsansicht 3. Obergeschoss Kunsthaus Bregenz, 2021
Foto: Markus Tretter
Courtesy of the artist
© Otobong Nkanga, Kunsthaus Bregenz
Foto freundlicherweise vom KUB zur Verfügung gestellt

Der Aufstieg im KUB wird zu einer Reise durch die Ausbeutung der Natur: Ein Pfad, der unweigerlich zu Verödung führt, trotz derer Inseln fortbestehen, auf denen Leben existiert und Hoffnung keimt.

Otobong Nkanga: Unearthed – Sunlight, 2021
Installationsansicht 3. Obergeschoss Kunsthaus Bregenz, 2021
Foto: Markus Tretter
Courtesy of the artist
© Otobong Nkanga, Kunsthaus Bregenz
Foto freundlicherweise vom KUB zur Verfügung gestellt

Für jedes der vier Geschosse hat Otobong Nkanga ein Gedicht verfasst, das diesen Weg begleitet. Der Text ist händisch in vier Tafeln aus Lehm gepresst.

Otobong Nkanga: Unearthed – Sunlight, 2021
Installationsansicht 3. Obergeschoss Kunsthaus Bregenz, 2021
Foto: Markus Tretter
Courtesy of the artist
© Otobong Nkanga, Kunsthaus Bregenz
Foto freundlicherweise vom KUB zur Verfügung gestellt

Die monumentalen Tapisserien sind Einzelanfertigungen, die eigens für die gewaltigen Betonwände und die Raumfolge im KUB von der Künstlerin entworfen wurden. Nkanga fertigte sie an einer neuartigen, hochkomplexen Greiferwebmaschine der Firma DORNIER in Lindau in Zusammenarbeit mit dem TextielLab des TextielMuseums in Tilburg (Niederlande).

Otobong Nkanga im TextielLab des TextielMuseum, Tilburg
Foto: Josefina Eikenaar
Courtesy of the artists
© Otobong Nkanga, Textilmuseum
Foto freundlicherweise vom KUB zur Verfügung gestellt

Die Wandteppiche – jeder ist 6 Meter breit und 3,5 Meter hoch und in der Serie wurden 140 Farbtöne verarbeitet –  wirken wie Fenster in eine bunte Welt voller Leben am Rand einer kargen Landschaft. Farbige Fische und Muscheln bevölkern Korallenriffe vor dem Ozeanblau einer unberührten Tiefsee. Die Gewebe sind ebenso präzise wie malerisch, zwischen den Farbschlieren der Kettfäden, die manchmal wogen wie maritime Ströme, tauchen Rundformen auf, Kugeln, Himmelskörper, poetische Medaillons. Es ist ein Einblick in das maritime Leben und in eine besondere, Verbindungen schaffende ‘Art des Denkens’, so Nkanga.

Otobong Nkanga
Unearthed – Twilight, 2021
Installationsansicht 2. Obergeschoss Kunsthaus Bregenz, 2021
Foto: Markus Tretter
Courtesy of the artist
© Otobong Nkanga, Kunsthaus Bregenz

Die Ausstellung im Kunsthaus Bregenz entstand in enger Kooperation mit regionalen und internationalen Partner*innen, darunter der Vorarlberger Lehmbaupionier Martin Rauch und die Experten des renommierten TextielMuseums in Tilburg, wo erst kürzlich eine von der Lindauer Firma DORNIER GmbH neu entwickelte grossformatige Greiferwebmaschine in Betrieb genommen wurde.

Otobong Nkanga im TextielLab des TextielMuseum, Tilburg
Foto: Josefina Eikenaar
Courtesy of the artists
© Otobong Nkanga, Textilmuseum
Foto freundlicherweise vom KUB zur Verfügung gestellt

Die Billboards an der Bregenzer Seestrasse, der meist frequentierten Strasse der Stadt, sind fester Bestandteil im Programm des Kunsthaus Bregenz. Sie erweitern die jeweilige KUB Ausstellung in den öffentlichen Raum. Otobong Nkanga zeigt auf den sechs Tafeln Details der Webarbeiten, die sie für das KUB angefertigt hat.

Otobong Nkanga – Installationsansicht KUB Billboards, 2021
Foto: Markus Tretter
Courtesy of the artist
© Otobong Nkanga, Kunsthaus Bregenz
Foto freundlicherweise vom KUB zur Verfügung gestellt

Über die Künstlerin

Otobong Nkanga (1974 in Kano, Nigeria, geboren) ist bildende und Performance-Künstlerin, sie lebt in Antwerpen. Nkanga studierte an der Obafemi Awolowo University in Ile-Ife, Nigeria, später folgten Studien in Paris an der École nationale supérieure des beaux-arts und ein Abschluss in Performance am DasArts in Amsterdam. 2002 und 2003 war sie ‘Artist in Residence’ an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam, 2013 Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

Otobong Nkanga
Portrait
Foto: Wim van Dongen, freundlicherweise vom KUB zur Verfügung gestellt

2015 wurde Nkanga mit dem hochdotierten Yanghyun-Preis und 2017 mit dem Belgian Art Prize ausgezeichnet, 2019 erhielt sie den Ultima, den Flämischen Kulturpreis für Visuelle Kunst, den Sharjah Biennial Award, den Lise Wilhelmsen Art Award und den Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum. Ihr Werk wurde auf der 58. Kunstbiennale in Venedig mit einer ‘besonderen Erwähnung’ gewürdigt. Sie hatte Einzelausstellungen in der Villa Arson, Nizza (2021), im Berliner Martin-Gropius-Bau (2020), in der Tate St. Ives (2019/2020), im Museum of Contemporary Art, Chicago (2018), und im M HKA, Museum of Contemporary Art, Antwerpen (2015).

Internationale Ausstellungsbeteiligungen waren u. a. die 58. Kunstbiennale in Venedig (2019), die documenta 14 in Kassel (2017), die Biennale of Sydney (2016), die Berlin Biennale (2014) sowie die Sharjah Biennial (2019, 2013 und 2005).

Begleitheft zur Ausstellung

Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich.

Ausserdem wurden 30 Fragmente aus der Webarbeit ‘Unearthed’, jedes ein Unikat, speziell für das Kunsthaus Bregenz als limitierte Edition aufgelegt. 40 Prozent der Einnahmen werden an Otobong Nkangas Carved to Flow Foundation in Nigeria gespendet.

Info:

23. Oktober 2021 – 6. Februar 2022

Otobong Nkanga

Kunsthaus Bregenz
Karl-Tizian-Platz
6900 Bregenz
Österreich

www.kunsthaus-bregenz.at

Rahmenprogramm

***

Hermann Landshoff.
Porträt, Mode, Architektur. Fotografien 1930–1970

Mit der Ausstellung von über 200 Arbeiten des deutsch-amerikanischen Fotografen Hermann Landshoff (1905-1986) präsentiert die Städtische Galerie Karlsruhe in Kooperation mit der Sammlung Fotografie im Münchner Stadtmuseum derzeit einen der bedeutendsten Lichtbildkünstler des 20. Jahrhunderts. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft zur Emigration gezwungen, lebte der aus München gebürtige Mode- und Portraitfotograf ab 1933 zunächst in Paris, dann von 1941 an in New York. Dort zählte er bald zu den innovativsten Modefotografen, seine in den Journalen Harper’s Bazaar oder Mademoiselle erschienenen Aufnahmen prägten eine ganze Generation junger Fotokünstler.

Hermann Landshoff: Mode in Bewegung, Modell Ruth Seller, 1960
© Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Landshoff
Foto freundlicherweise von der Städtischen Galerie Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Neben den Modebildern sind Landshoffs zwischen 1942 und 1961 entstandene Portraits berühmter Fotograf*innen des 20. Jahrhunderts zu sehen – ein einzigartiger Zyklus mit Bildnissen von Kolleg*innen wie Berenice Abbott, Walker Evans, Ansel Adams, Irving Penn und Richard Avedon.

Hermann Landshoff: Albert Einstein, Princeton um 1945
© Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Landshoff
Foto freundlicherweise von der Städtischen Galerie Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Andere Portraitaufnahmen zeigen den Physiker Albert Einstein, Künstler*innen wie Richard Lindner oder Eva Hesse und den Kreis der nach New York übergesiedelten Surrealisten von Max Ernst bis Marcel Duchamp.

Hermann Landshoff: Max Ernst im Haus von Peggy Guggenheim, New York Herbst 1942
© Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Landshoff
Foto freundlicherweise von der Städtischen Galerie Karlsruhe zur Verfügung gestellt

So spiegelt Landshoffs fotografisches Werk auf vielfältige Weise die Zeitgeschichte und Situation der aus Europa exilierten Kulturschaffenden in den USA wider.

Hermann Landshoff: Eva Hesse mit der Skulptur ‘Untitled or Not Yet’ in ihrem Atelier, New York 1969
© Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Landshoff
Foto freundlicherweise von der Städtischen Galerie Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Hermann Landshoff wurde 1905 als Sohn des international renommierten Musikwissenschaftlers und Dirigenten Ludwig Landshoff und der Hofsängerin Philippine Landshoff (geb. Wiesengrund) in München geboren. Gemeinsam mit seiner älteren Schwester Ruth wuchs er in einer wohlhabenden und musisch geprägten jüdischen Familie auf. Nach dem Abitur studierte er ab 1923 an der Münchner Kunstgewerbeschule und arbeitete an der Zeitschrift ‘Der Kreis’ seines Lehrers Fritz Helmuth Ehmcke, einem bekannten Buchkünstler und Typografen, mit. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung in München war Landshoff als freiberuflicher Illustrator und Karikaturist tätig, unter anderem für die satirische Wochenzeitschrift Simplicissimus und für die Süddeutsche Sonntagspost.

Hermann Landshoff: Abendkleider, Modelle Rone Compton und Lili Carlson, New York 1946
© Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Landshoff
Foto freundlicherweise von der Städtischen Galerie Karlsruhe zur Verfügung gestellt

In den Folgejahren verstärkte sich sein Interesse an der Fotografie, deren Grundlagen sich der Künstler autodidaktisch aneignete. Durch die zunehmende Verbreitung der illustrierten Pressemedien bot der Beruf des Fotoreporters, Mode- und Portraitfotografen auch für Neueinsteiger vielversprechende Aussichten. Im Sommer 1930 erschien Landshoffs Fotoserie zu Albert Einstein in dessen Sommerdomizil Caputh bei Berlin. Von diesem Zeitpunkt an war er als Fotograf etabliert und übernahm zahlreiche Aufträge von der Münchner Illustrierten Presse und anderen Journalen.

Hermann Landshoff: Confetti, Modelle Beth Wilson, Rone Compton und Judith Underwood, Jones Beach, New York 1946
© Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Landshoff
Foto freundlicherweise von der Städtischen Galerie Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte Landshoff im Juli 1933 nach Paris und wandte sich dort der Mode- und Portraitfotografie zu. Aufträge erhielt er vor allem von den Zeitschriften Vogue und femina. Nach der deutschen Besetzung von Paris gelang ihm auf abenteuerlichen Wegen 1941 die Flucht nach New York.

Hermann Landshoff: Auf der Dachterrasse von Saks Fifth Avenue, New York 1942-46
© Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Landshoff
Foto freundlicherweise von der Städtischen Galerie Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Die amerikanische Metropole war zu dieser Zeit ein Schmelztiegel der Avantgarde-Künstler und -Fotografen, die als Exilanten aus Europa gekommen waren. Bald nach seiner Ankunft begann Landshoff damit, seine Kolleg*innen mit der Kamera zu portraitieren. Viele von ihnen hatte er bereits in Paris kennengelernt. Diese mehr als 70 Bildnisse umfassende Sammlung, heute ein ‘Who’s Who’ der damaligen Fotografenszene, beschäftigte ihn über viele Jahre hinweg und war eines seiner persönlichen Lieblingsprojekte. Ein sicheres Gespür für das Wesentliche, Respekt, Diskretion und das untrügliche Gespür für den ausdrucksstärksten Moment sind für alle Aufnahmen der Serie charakteristisch.

Hermann Landshoff: Irving Penn, New York 1948
© Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Landshoff
Foto freundlicherweise von der Städtischen Galerie Karlsruhe zur Verfügung gestellt

In Landshoffs neuem Lebensumfeld spielte die Welt der Mode weiterhin eine herausragende Rolle. Bereits knapp ein Jahr nach seiner Ankunft in New York wurde er für Harper’s Bazaar, das einflussreichste Modejournal jener Zeit, als Fotograf engagiert. Mit durchschlagendem Erfolg entwickelte Landshoff nun einen neuen, eigenständigen Stil, basierend auf inszenierter Spontaneität und Schnappschuss-Ästhetik, teilweise kombiniert mit der Wiedergabe unscharfer Bewegungsabläufe, der die Modelle in ungezwungener Umgebung und lebensnahen, alltäglichen Situationen oder bei sportlichen Aktivitäten wie Fahrradfahren und Rollschuhlaufen zeigt.

Hermann Landshoff: Modell Beth Wilson an der Rip Van Winkle Bridge am Hudson, New York 1946
© Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Landshoff
Foto freundlicherweise von der Städtischen Galerie Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Die Vitalität und Unmittelbarkeit dieser Aufnahmen spiegeln ein selbstbewusstes, dynamisches Frauenbild, mit dem sich moderne Amerikanerinnen in der Nachkriegszeit mühelos identifizieren konnten.

Hermann Landshoff: Tennisbälle, Modelle Wanda Delafield und Peggy Lloyd, New York um 1946
© Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Landshoff
Foto freundlicherweise von der Städtischen Galerie Karlsruhe zur Verfügung gestellt

1947 wechselte Landshoff zur Modezeitschrift Mademoiselle. Hier konnte er seine Experimente fortsetzen und erstmals Modefotografie in Farbe realisieren. Viele Farbstrecken entstanden während der zahlreichen Reisen, die Landshoff in den 1950er Jahren im Auftrag der Zeitschrift unternahm. Sie führten ihn nach Italien, Österreich, Spanien, Sardinien, Kuba oder Japan, deren ‘locations’ für aussergewöhnliche Hintergründe seiner Modeinszenierungen sorgten und die Reiselust der wohlhabenden Leserschaft weckte.

Hermann Landshoff: Selbstportrait, New York 1942
© Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Landshoff
Foto freundlicherweise von der Städtischen Galerie Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Der 1986 in New York verstorbene Lichtbildkünstler Hermann Landshoff gehört zu den letzten grossen Unbekannten der Fotografiegeschichte des 20. Jahrhunderts. Sein Nachlass mit 3.600 Originalabzügen aus dem Zeitraum von 1927 bis 1970 wurde der Sammlung Fotografie im Münchner Stadtmuseum im Frühjahr 2012 von einem Nachfahren der Familie, dem Amsterdamer Verleger Andreas Landshoff, als Schenkung zur wissenschaftlichen Erschliessung überlassen. Noch zu Lebzeiten hatte der Fotograf sämtliche Dubletten, Dias und Negative vernichtet und eine verbindliche Auswahl seines Werkes getroffen.

Zur Ausstellung liegt ein reich bebilderter Katalog vor.

Zum Rahmenprogramm vgl. bitte die Website der Städtischen Galerie Karlsruhe.

 

Elsa & Johanna. The Plural Life of Identity

Ab 18. November 2021 zeigt die Städtische Galerie Karlsruhe ausserdem unter dem Titel ‘Elsa & Johanna. The Plural Life of Identity’ Werke der beiden französischen, in Paris lebenden Fotografinnen Elsa Parra und Johanna Benaïnous, die sich selbst in ihren Arbeiten Modell stehen.

Elsa & Johanna: Sidewalk, Beyond the Shadows, 2018
Foto freundlicherweise von der Städtischen Galerie Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Seit 2014 nehmen sie alleine oder als Paar mittels Verkleidung, Requisiten und performativem Spiel fiktive Rollen ein. Sie beobachten, erfinden Geschichten und halten sich dann selbst als stereotype Charaktere fest. In ihren grossangelegten, bis zu 80 Fotografien umfassenden Serien präsentieren sich die Künstlerinnen in lässigen Posen als Teenager, Kellner*innen und Student*innen auf der Strasse oder als Hausfrau und Liebespaar in einer tristen Vorstadtsiedlung.

Elsa & Johanna: Moormerland, 2021
Foto freundlicherweise von der Städtischen Galerie Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Die Aufnahmen setzen sich zu kollektiven Projektionsflächen um Jugendkultur und Identitätssuche zusammen. Als Meisterinnen der Selbstinszenierung thematisieren sie allgegenwärtige soziale Muster und werfen so einen kritischen Blick hinter die Kulissen unserer Gesellschaft. Die Präsentation in der Städtischen Galerie Karlsruhe, eingerichtet im Forum im Erdgeschoss und im gesamten zweiten Obergeschoss, ist die erste Einzelausstellung der Künstlerinnen in Deutschland.

Auch interessant:

Mein Beitrag über die Ausstellung ‘Captivate! Modefotografie der 90er. Kuratiert von Claudia Schiffer’ ist in den Ausstellungstipps September 2021 zu finden.

Info:

23. Oktober 2021 – 30. Januar 2022
Hermann Landshoff.
Porträt, Mode, Architektur. Fotografien 1930–1970

18. November 2021 – 13. März 2022
Elsa & Johanna. The Plural Life of Identity

Städtische Galerie Karlsruhe
Lichthof 10
Lorenzstrasse 27
76135 Karlsruhe
Deutschland

www.karlsruhe.de

***

Der Garten Eden
Friedensstickereien 2021

Wenn Frieden etwas Essbares wäre, wie würdest du es beschreiben?

‘Der Arme würde es als Brot beschreiben. Der Reiche würde es als Kaviar beschreiben. Für mich, wenn Frieden etwas Essbares wäre, so würde ich mir wünschen, dass es Gemüse ist – so dass ich es in jedem fruchtbaren Boden dieser Erde pflanzen kann.’ (Gärtner in Syrien)

Flyer

Auch dieses Jahr haben viele Stickerinnen und Sticker beim jährlichen Friedenssticken mitgemacht und setzen ein Zeichen gegen Ressourcenverschwendung und Ausbeutung von Menschen. Sie stellten sich der Aufgabe, ihren ganz persönlichen, gestickten ‘Garten Eden’ zu erschaffen. Die Stickerinnen der Stickgruppe von Künstlerin Ingrid Eggimann-Jonsson und Barbara Wälchli Keller und alle auswärtigen Stickerinnen und Sticker liessen wunderschöne Werke entstehen, zu sehen im Kulturort Garnlager in Lyssach noch bis zum 14. November 2021.

Info:

24. Oktober – 14. November 2021

Der Garten Eden
Friedensstickereien 2021

Kulturort Garnlager
Gewerbestrasse 9
3421 Lyssach
Schweiz

www.kulturortgarnlager.org

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Lust auf Teppiche

In Zeiten des Lockdowns und der Etablierung des Homeoffice hat sich der Fokus vieler Menschen auf ihren Wohnbereich verlegt. Textilien, seien es Vorhänge, Wandbespannungen oder Bodenteppiche, gewinnen wieder sehr an Bedeutung. Über Jahrzehnte waren Teppiche verpönt. Der Siegeszug von Parkett- und Steinböden hat sie nahezu ganz aus den Wohnungen verdrängt.

Key Visual

Doch Teppiche bringen Gemütlichkeit und Wärme in ein Zuhause, zudem Design und Stil. Auch der akustische Aspekt in Wohnräumen spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle, denn Textilien schlucken nachweislich Lärm. Dies sind Gründe genug, die Herbstausstellung der Galerie Handwerk Teppichen zu widmen und so die Aktualität und das wachsende Interesse an diesem Bereich der Innenraumgestaltung ins Zentrum zu rücken.

Nanimarquina: Flora
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Handwerker, Designer, Architekten und Künstler beschäftigen sich mit dem Thema der Teppichgestaltung. Da diese im Handwerklichen ihren Ursprung hat, wird die Galerie Handwerk dem Thema auf ihre eigene Weise nachspüren und handwerklich produzierende Ateliers und Werkstätten vorstellen, um dieser neuen Richtung in der Innenraumgestaltung aus handwerklicher Sicht Rechnung zu tragen.

TEPPICHartTEAM (CH): mulet orandsch
bedruckte Jutesäcke, Stoffreste
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Dabei werden sowohl traditionelle Formen wie der im Chiemgau seit Generationen gewebte Fleckerlteppich gezeigt, als auch mit minimalistischen, grafischen Dekoren geknüpfte, gewebte oder digital bearbeitete und künstlerisch gestalteteTeppiche präsentiert. Die Ausstellung wird Beiträge deutscher Werkstätten und Studios berücksichtigen, die zusammen mit Beispielen aus anderen europäischen Ländern die internationale Mode und Renaissance des Teppichs aufzeigen.

Rose Stach: Heli I aus der Serie War Carpets
Orientteppich, Farbe
Foto: © Gisbert Stach, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die in der Galerie Handwerk ausgestellten Beispiele werden entweder in Künstlerateliers oder in den Werkstätten traditioneller Ursprungsländer der Teppichknüpfkunst nach Entwürfen von Designern gefertigt. Die bekanntesten Herstellungsmethoden hierfür sind das Weben und Knüpfen. Daneben gibt es geknotete, geflochtene und getuftete Modelle.

Susanna Taras: BLOSSOM
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Verwendet werden sorgsam ausgewählte Rohstoffe von höchster Qualität. Es sind faszinierende Stücke aus Faser, Baumwolle, Ziegenhaar und Schafwolle, die aus Bayern, aus dem Himalaya oder aus Tibet kommen. Aber auch Kunststoffbänder, Viskose, Holz, Papier, Fahrradschläuche, Schweizer Armeemäntel usw. kommen zum Einsatz.

Elisa Strozyk: boewer wooca wentwood
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Manchmal ist es die Webstruktur oder der Kontrast zwischen der Farbe und der Materialität zweier unterschiedlichen Gewebe, die die Schönheit erzeugen, ein anderes Mal sind es Rapports oder rhythmische Zeichnungen aus Linien und Strichen, dann wieder ein komplexes Muster, das sich mit alten Teppichdekoren und historischen Stilen auseinandersetzt. Vom minimalistischen, grafischen Dekor über florale Bilder bis hin zu Neuinterpretationen des ‘Perserteppichs’ will die Ausstellung die Lust des Besuchers auf Teppiche wecken.

Broadhead Carolin (GB): Magic Carpet
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Weitere Fotos und die Liste der Aussteller*innen sind auf der Website zu finden.

Info:

20. Oktober – 20. November 2021

Lust auf Teppiche

Galerie Handwerk
Max-Joseph-Strasse 4, Eingang Ottostrasse
80333 München
Deutschland

www.hwk-muenchen.de

***

MK&G messe
Kunst und Handwerk

Die MK&G messe ist mit über 130 Jahren das älteste und etablierteste Forum für Kunsthandwerk in Deutschland.

Key Visual

Das Messekonzept wurde immer wieder an die sich wandelnden Rahmenbedingungen angepasst. 2020 schien der richtige Zeitpunkt, den zeitgenössischen und internationalen Stellenwert und die künstlerische und gesellschaftliche Relevanz der Messe zu überprüfen und zu überarbeiten. Dazu wurde erstmals mit Pascal Johanssen ein externer Kurator berufen, der die Veranstalter bei der Bestandsaufnahme und Neuausrichtung beriet.

Anne Andersson (Justus Brinckmann Preisträgerin 2018): Handtuch ‘Elbstrand’
Duschtuch-Picknicktuch-Sporthandtuch
Leinen / Baumwolle, 80 x 150 cm
Foto: Anne Andersson, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Wie ehedem versteht sich die Messe als Plattform für renommierte internationale Kunsthandwerker*innen, richtet sich jetzt noch mehr an Nachwuchs-Aussteller*innen aus dem In- und Ausland und interessiert sich stärker für grenz- und gattungsüberschreitende Positionen, die weniger über Ausbildung oder Tradition als über die Qualität der von Hand hergestellten Arbeiten beurteilt werden.

Cecile Feilchenfeldt: Triple Rope
Kette aus Glas und Holzperlen
L 150 cm
Foto: Aurelie Cenno, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Das Museum für Kunst und Gewerbe (MK&G) selbst steht seit Gründung für ein international ausgerichtetes Interesse an bester Gestaltungsqualität und Vermittlung derselben. In diesem Sinne wird sich die MK&G messe international orientieren. Sie hat den Anspruch, eine zentrale Plattform für Kunsthandwerk, für ‘Contemporary Craft’ im nördlichen Europa zu sein.

Andreas Möller (Justus Brinckmann Preisträger 2017): Gefässobjekte GRUPPE WARTET AUF DIE NEUE MESSE, 2021
Merinowolle, Biobaumwolle, 100% recyclte Baumwolle, handgesponnen, überdreht
Technik: radically crafted, Flachgewebe, erhitzt
80 cm x 20 cm
Foto: Sam, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die Jury hat ihre Auswahl getroffen: 72 Aussteller*innen zeigen ihre Werke auf der MK&G messe 2021. Darunter viele zahlreiche spannende junge Positionen, wie geschätzte, bekannte Gesichter. Zur Übersicht der Aussteller*innen geht es hier

Info:

24. – 28. November 2021

MK&G messe
Kunst und Handwerk

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Steintorplatz
20099 Hamburg
Deutschland

www.mkg-hamburg.de

***

Geld stinkt nicht – oder?

Karlsruhe hat, seit das Finanzamt in einen Neubau in der Durlacher Allee umgezogen ist, eine Kunst-am-Bau-Attraktion mehr: ‘AERARIUM’. So der vielsagende Titel der Siegerarbeit aus einem Einladungswettbewerb, den Katharina Hohmann gewann. 

‘AERARIUM’
Foto: © Dr. Wolfgang und Gudrun Heinz

‘AERARIUM’ verwandelt ein vertikales Fenster im Eingangsbereich in eine verspiegelte und beleuchtete Vitrine. Von aussen ist die Präsentation einer grossen Anzahl von Parfumflakons gut sichtbar und wird durch die Spiegelungen vielfach multipliziert.

‘AERARIUM’
Foto: © Dr. Wolfgang und Gudrun Heinz

Die Konzeptkünstlerin liess sich zum einen durch die Tatsache inspirieren, dass sich auf dem Neubaugelände ehemals die Parfümerie und Seifenfabrik F. Wolff und Sohn befand, zum anderen durch den Fund eines grünen, waldgläsernen Parfümflakons aus der frühen Neuzeit nahe Karlsruhe.

‘AERARIUM’
Foto: © Dr. Wolfgang und Gudrun Heinz

Katharina Hohmann liess ein Duftwasser entwickeln, das nach frisch gedrucktem Geld riecht und in 600 Flakons, nach ihren Entwürfen produziert von der Wolfacher Dorotheenhütte, abfüllen.

‘AERARIUM’
Foto: © Dr. Wolfgang und Gudrun Heinz

Nun warten die individuell gestalteten Glasbehälter mit dem ‘Steuerduft’ auf kunstinteressierte Käufer*innen. Das Finanzamt selbst soll dem Vernehmen nach nichts daran verdienen …

Mehr Info:

www.katharinahohmann.de
www.aerarium-parfum.de
www.m.karlsruhe.de

***

… und dann gibt’s noch:

Vorankündigung / Ausschreibung:

SCYTHIA 14
Ausstellung, Konferenz, Modenschau, Master Class

Die 14. International Biennial of Contemporary Textile and Fibre Art ‘SCYTHIA’ findet vom 1. – 15. Juni 2022 in Ivano-Frankivs’k, Ukraine statt.

Plakat
freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Teilnehmen können Künstler*innen und Designer*innen aus der ganzen Welt, die in verschiedenen Techniken der Textilkunst und Fiberart arbeiten. Jede Teilnehmerin / jeder Teilnehmer kann zwei Werke einreichen, zwei- oder dreidimensional gearbeitet, bis zu 3 x 3 x 3 Meter. Die drei besten Kunstwerke werden mit Medaillen ausgezeichnet. Zur Modenschau können drei, fünf oder mehr Kleidungsstücke eingereicht werden.

Die Veranstaltung umfasst:

1. – 15. Juni 2022: Internationale Biennale Textilkunstausstellung
1. Juni 2022: Ausstellungseröffnung
2. – 3. Juni 2022: Konferenz und Master Class (2 Tage)
3. Juni 2022: Modenschau
4. Juni 2022: Exkursion

Deadline / Einsendeschluss: 1. Februar 2022

Teilnahmeformular unter:
scythiatextile(at)gmail.com – bitte (at) durch @ ersetzen

Gründer und Organisatoren:
Ludmila Egorova und Andrew Schneider (Mitglieder des Künstlerverbandes der Ukraine)
Anastasia Schneider

Mehr Info:

www.scythiatextile.com

***

Thierry Mugler
Couturissime

Die Ausstellung über den französischen Modeschöpfer Thierry Mugler (*1962) und seine spektakulären Entwürfe ist derzeit in Paris im Musée des Arts Décoratifs zu sehen. Sie wurde initiiert und produziert vom Montreal Museum of Fine Arts (MMFA) in Kooperation mit Maison Mugler und wandert – teils durch die Pandemie behindert – durch Europa. Die Präsentation in der Kunsthalle München habe ich in den Ausstellungstipps Juni 2020 bereits ausführlich vorgestellt. Auf der Website des Musée des Arts Décoratifs sind viele weitere Fotos zu bewundern und unter ‘Présentation’ findet sich ein Videotrailer, auf den ich hinweisen möchte. Viel Vergnügen!

Info:

30. September 2021 – 24. April 2022

Thierry Mugler
Couturissime

Musée des Arts Décoratifs
107-111, rue de Rivoli
75001 Paris
Frankreich

www.madparis.fr

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Willkommen im Paradies

Die Welt ist im Wandel: Zwischen globalen Katastrophen und rasantem technologischen Fortschritt erschaffen sich Menschen digitale Räume für Träume und Utopien. Was bedeutet es, in dieser neuen Welt ein Mensch zu sein und was, wenn die Traumlandschaft zum Albtraum wird?

Die Ausstellung ‘Willkommen im Paradies’ ist ein immersiver, interaktiver Medienkunstparcours, der uns in fiktive Welten zwischen Utopie und Dystopie mitnimmt. Eine Einladung zum künstlerischen Experiment und zur multisensorischen Erfahrung bietet das NRW-Forum in Düsseldorf noch bis zum 9. Januar 2022. Unbedingt die Website und den / die Trailer ansehen!

Mehr Info:

www.nrw-forum.de/ausstellungen/willkommen-im-paradies

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Neues Team-Mitglied bei TAFch

Claudia Häusler ergänzt seit Mitte Oktober das TAFch-Team. Sie ist Kulturmanagerin und hat einen Hintergrund im Kuratieren von Ausstellungen. Obwohl selbst keine Textilkünstlerin, begleiten sie doch Stoffe und Fäden durch ihr ganzes Leben. Sie bringt ihre Erfahrungen und ihr Netzwerk bei TAFch ein. Übrigens: Die Damen von TAFch berichten auf ihrem Blog auch über Ausstellungen und unterhalten einen Ausstellungskalender auf der Website. Einfach mal reinschauen!

Info:

www.tafch.ch

***

Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Besuchsmodalitäten und die Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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Kommentare zu diesem Artikel

12 Antworten

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  • Judith Mundwiler

    Liebe Gudrun!Du hast wiedermal einen sehr spannenden Newsletter zusammen gestellt! Herzliche Dank für Deine Recherchenarbeit. Und auch Danke fürs Vorstellen der Ausstellung im Bundeshaus Bern. Ich freue mich immer auf Deine Ausstellungstips.

    • Gudrun Heinz

      halli hallo judith,

      dein lob freut mich sehr – 1000 dank!  recherchen sind spannend und noch spannender sind dann die artikel, die daraus entstehen. am spannendsten aber sind die reaktionen, vor allem, wenn sie hier im blog als kommentare zu lesen sind. oder bei facebook, wenn dort jemand wie du oder jutta kohlbeck drauf hinweist. oder in anderen blogs, wie es gabi mett gerade heute wieder mal gemacht hat. das freut mich wirklich sehr!

      danke nochmal und weiterhin frohes schaffen (nicht nur ausmisten und räumen), liebe judith.

      beste grüsse

      gudrun

  • sabinemoertz

     Liebe Gudrun, so eine Flut von unterschiedlichster Kunst, danke! Besonders eindrucksvoll fand ich die Webarbeiten von Otobong Nkanga. Die Arbeiten müßte man wirklich von Nahem sehen können! Herzlichen Gruß! Sabine 

    • Gudrun Heinz

      halli hallo sabine,

      dir auch ein herzliches dankeschön für deine zeilen, besonders auch dafür, dass du schreibst, was dir besonders gefällt. ist ein hinweis für mich bei der auswahl künftiger ausstellungstipps. die von dir erwähnte ausstellung ‘Otobong Nkanga’ hat mich ebenfalls sehr beeindruckt – ach, ich würde am liebsten so vieles in echt sehen, ist aber leider nicht drin …

      beste grüsse

      gudrun

  • Wiebke Maschitzki

    Liebe Gudrun!Mit Deinen bunten Aussstellungstipps fällt doch der “Novemberblues” garantiert aus. Herzlichen Dank für die wunderbaren Fotos und Deine Texte.Liebe GrüßeWiebke

    • Gudrun Heinz

      halli hallo wiebke,

      1000 dank für deine aufmunternden worte. freut mich sehr zu lesen. bis gestern hatten wir hier noch sonne, aber es hat sich heute gedreht und soll hier im südwesten in den nächsten tagen regnerisch und vor allem kühler werden. dann wird sich die gelegenheit zum lesen und surfen bestimmt ergeben.

      mach’s gut und

      beste grüsse

      gudrun

  • Birgit Berndt

    Hallo Gudrun,welch bunte Kunstwelt, die du wieder so toll aufbereitet ins Wohnzimmer bringst. Deine Artikel sind wie immer informativ und spannend zugleich. Viele Grüße Birgit

    • Gudrun Heinz

      halli hallo birgit,

      wie schön von dir zu hören, vielen dank! nun ja, irgendwie konnte ich nicht anders, obwohl ich mir schon länger vorgenommen habe, etwas weniger zu bringen. aber eins kam zum andern, eins toller als das nächste, was willste da machen? 🙂

      danke nochmals und

      beste grüsse

      gudrun

  • Jutta Kohlbeck

    Liebe Gudrun,immer wieder toll deine Ausstellungstipps ! Ich danke dir sehr für die Aufnahme meiner Ausstellung in Regensburg, hier in deinen Ausstellungskalender! Besonders interessant finde ich diesmal die Ausstellung im Kreismuseum Zons … Mal schauen ob ich die Möglichkeit finde da hin zu fahren … Ich sende dir viele Grüße !!!! Deine Jutta

    • Gudrun Heinz

      halli hallo jutta,

      es war mir eine ehre und zugleich vergnügen – 1000 dank zurück! ich freue mich immer, wenn sich gelegenheiten zu einer ausstellung ergeben und so wie es aussieht, hast du eine tolle location gefunden. meinen glückwunsch und mit der ausstellung viel erfolg.

      ja, die ausstellung in zons ist auch etwas besonderes, jedenfalls hat mich der katalog bald umgehauen. aber es ist halt eine schöne entfernung bis nach dormagen. vielleicht wäre ein besuch noch mit etwas anderem zu verbinden? wie auch immer, ich habe mich sehr über deinen kommentar gefreut, liebe jutta.

      mach’s gut und

      beste grüsse

      gudrun

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