Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps Januar 2022

Göttinnen des Jugendstils

Frauen erobern die Kunst! Um 1900 herrscht Aufbruchsstimmung: Die Frau steht im Zentrum künstlerischer Darstellungen – verführerisch, floral-verspielt oder mystisch überhöht. Die Vielfalt weiblicher Abbildungen sind ein Phänomen des Jugendstils.

Ausstellung ‘Göttinnen des Jugendstils’ im Badischen Landesmuseum Karlsruhe
Hans Christiansen: Empfangskleid für die Dame des Hauses aus rotem Samt.
Die Modeschöpfer des Jugendstils befreiten die Frauen vom einengenden Korsett, ohne auf ästhetischen Anspruch zu verzichten.
Foto: Gudrun Heinz mit freundlicher Erlaubnis des Museums

Die grosse Sonderausstellung im Badischen Landesmuseum im Karlsruher Schloss betrachtet die Zeit um 1900 aus einer ganz neuen Perspektive und nimmt die Rolle der Frau in Kunst und Gesellschaft in den Blick.

Plakat ‘Göttinnen des Jugendstils’
© Badisches Landesmuseum
Grafik: Danica Schlosser
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Sie schildert Kunst-, Konsum- und Lebenswelten der modernen Frauen um 1900 und bietet auch den Künstlerinnen selbst eine Bühne.

Ausstellung ‘Göttinnen des Jugendstils’ im Badischen Landesmuseum Karlsruhe
Ausstellungsansicht
Foto: Gudrun Heinz mit freundlicher Erlaubnis des Museums

Die Schau entstand in Kooperation mit dem Allard Pierson Amsterdam und dem Braunschweigischen Landesmuseum.

Über meinen Besuch wird ein ausführlicher Bericht gesondert folgen – diese Ausstellung ist es wert! Er ist inzwischen online und unter diesem Link zu finden.

Katalog erhältlich

Info:

18. Dezember 2021 – 19. Juni 2022

Göttinnen des Jugendstils

Badisches Landesmuseum
Schloss Karlsruhe
Schlossbezirk 10
76131 Karlsruhe
Deutschland

www.landesmuseum.de

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Ragnar Axelsson. Where the world is melting.

Derzeit zeigt das Kunstfoyer, Versicherungskammer Kulturstiftung, in München die Foto-Ausstellung ‘Ragnar Axelsson. Where the world is melting’, eine erste Retrospektive des bedeutenden isländischen Fotografen Ragnar Axelsson, zusammengestellt aus den Serien ‘Faces of the North’ (‘Gesichter des Nordens’), ‘Glacier’ (‘Gletscher’), ‘Last Days of the Arctic’ (‘Letzte Tage der Arktis’) und ‘Arctic Heroes’ (‘Helden der Arktis’). Seine Themen sind die Veränderungen in der physischen und traditionellen Realität des Nordens.

Ausstellung ‘Ragnar Axelsson. Where the world is melting.’
Foto freundlicherweise vom Kunstfoyer zur Verfügung gestellt

Seit über 40 Jahren fotografiert Ragnar Axelsson (* 1958) Menschen, Tiere und Landschaften in den abgeschiedensten Regionen Grönlands, Islands und Sibiriens. In schlichten Schwarz-Weiss-Bildern fängt er die elementare menschliche Erfahrung in der Natur am Rande der bewohnbaren Welt ein. Axelsson macht die aussergewöhnlichen Beziehungen zwischen Menschen, Tieren und Orten in der Arktis und ihrer extremen Umwelt sichtbar – Beziehungen, die sich aufgrund des beispiellosen Klimawandels auf tiefgreifende und komplexe Weise ändern.

Ausstellung ‘Ragnar Axelsson. Where the world is melting.’
Foto freundlicherweise vom Kunstfoyer zur Verfügung gestellt

Isabel Siben, Direktorin des Kunstfoyers / Versicherungskammer Kulturstiftung schreibt dazu:

‘ “Ein Brief an die Zukunft: Okjökull ist der erste isländische Gletscher, der seinen Status als Gletscher verliert. Es wird erwartet, dass in den nächsten 200 Jahren alle unsere Gletscher den gleichen Weg gehen werden. Dieses Denkmal soll zeigen, dass wir wissen, was geschieht und was getan werden muss. Nur Ihr wisst, ob wir es getan haben.”

Ausstellung ‘Ragnar Axelsson. Where the world is melting.’
Foto freundlicherweise vom Kunstfoyer zur Verfügung gestellt

2019 wurde Okjökull der Gletscherstatus aberkannt, seine Eismasse war zu gering – eine sichtbare Folge des Klimawandels. Nun erinnert Island an seinen Gletscher mit einer Gedenktafel, die eine emotional eindrückliche Botschaft für die Nachwelt beinhaltet.

Ausstellung ‘Ragnar Axelsson. Where the world is melting.’
Foto freundlicherweise vom Kunstfoyer zur Verfügung gestellt

Der Isländer Ragnar Axelsson, einer der gefragtesten Fotografen des Nordens, beobachtet den Klimawandel schon seit Langem mit grösster Sorge. Seit mehr als 40 Jahren dokumentiert er die dramatischen Veränderungen von Landschaften und Lebensräumen am Rand der bewohnbaren Welt und reist in die abgelegensten und isoliertesten Regionen der Arktis, zu Inuit-Jägern nach Nordkanada und Grönland, zu Bauern und Fischern auf Island und den Färöerinseln und zur indigenen Bevölkerung in Nordskandinavien und Sibirien.

Ausstellung ‘Ragnar Axelsson. Where the world is melting.’
Foto freundlicherweise vom Kunstfoyer zur Verfügung gestellt

Seine Informationen stammen aus erster Hand, von den Menschen vor Ort. Axelsson scheut keine Risiken und Mühen, sie immer wieder zu besuchen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Aus diesem Grund und weil er den oftmals beschwerlichen Alltag mit ihnen teilt, geniesst er ihr Vertrauen. Das wiederum erlaubt es ihm, Momentaufnahmen ihres Lebens zu machen und ihre Erzählungen aufzuschreiben – so wird er zum Botschafter ihrer Existenz und der sich verändernden Lebensbedingungen.

Ausstellung ‘Ragnar Axelsson. Where the world is melting.’
Foto freundlicherweise vom Kunstfoyer zur Verfügung gestellt

Das andere grosse Thema, das ihn begeistert, ist die Kraft der Elemente und die Erhabenheit der nordischen Natur. Davon zeugen seine beeindruckenden fotografischen Landschaftsportraits. Mit dem Blick des Forschers und Künstlers analysiert er auch die kleinsten Naturstrukturen, die an moderne Zeichnungen eines Paul Klee oder Per Kirkeby erinnern. Die ästhetische Entscheidung für Schwarz-Weiss hält er dabei konsequent ein.

Ausstellung ‘Ragnar Axelsson. Where the world is melting.’
Foto freundlicherweise vom Kunstfoyer zur Verfügung gestellt

Axelssons Engagement reicht jedoch weit darüber hinaus, ausschliesslich selbst als Fotograf und Journalist aktiv zu sein. Einige Fotografen, darunter der Magnum-Fotograf Paolo Pellegrin, haben ihn gebeten, sie bei ihren Projekten über den Klimawandel zu unterstützen.

Ausstellung ‘Ragnar Axelsson. Where the world is melting.’
Foto freundlicherweise vom Kunstfoyer zur Verfügung gestellt

Axelsson, ein erfahrener Pilot, ist auch mit Ólafur Elíasson über die Gletscher in Island geflogen, als jener an seinem künstlerischen Gletscherprojekt arbeitete. Zudem hat er die Klimaforscher Stefan Rahmstorf und Michael Mann begleitet, als diese die schmelzenden Gletscher sehen wollten. Axelsson ist gut befreundet mit dem Vulkanologen Haraldur Sigurðsson. Mit ihm ist er an entlegene Orte in Indonesien und Grönland gereist, wo sie unter anderem die blauen Seen auf dem schmelzenden Grönlandgletscher untersucht haben.

Ausstellung ‘Ragnar Axelsson. Where the world is melting.’
Foto freundlicherweise vom Kunstfoyer zur Verfügung gestellt

Diese Ausstellung mit begleitendem Katalog ‘Where the World Is Melting’, bietet einen ersten persönlichen Blick auf Axelssons Lebenswerk, das selbstverständlich noch nicht abgeschlossen sein kann. Denn hinter seinen Fotografien steht die feste Überzeugung, dass die traditionelle Kultur der arktischen Bevölkerung nicht nur im Verschwinden begriffen ist, sondern den zerstörerischen Auswirkungen grösserer Kräfte wie der Wirtschaft und des Klimawandels nicht standhalten kann. Diesen Menschen, die vom Klimawandel gezwungen werden, ihre jahrhundertealte Lebensweise an veränderte Bedingungen anzupassen oder auch aufzugeben, sind Ausstellung und Katalog gewidmet.’

Ausstellung ‘Ragnar Axelsson. Where the world is melting.’
Foto freundlicherweise vom Kunstfoyer zur Verfügung gestellt

Ein umfassendes, fotografisch anspruchsvolles und aufrüttelndes Klimaprojekt, dass eine grosse Beachtung durch das Publikum verdient hat.

Konzept und Realisierung: Ragnar Axelsson und Einar Geir Ingvarsson

Ragnar Axelsson, auch bekannt als Rax, arbeitet(e) als Fotojournalist und freier Fotograf. Seine Fotografien sind umfassend veröffentlicht (z.B. bei Life, Newsweek, Stern, GEO, National Geographic, Time und Polka), wurden weltweit ausgestellt und haben zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Axelsson, der sieben Bücher in verschiedenen internationalen Ausgaben publizierte, arbeitet derzeit an einem Dreijahresprojekt, mit dem das Leben der Menschen in allen acht arktischen Staaten dokumentiert werden soll. In dieser entscheidenden Zeit, in der die natürlichen und tradierten Gegebenheiten ihrer Welt durch den Klimawandel unwiderruflich zerstört werden, legt Axelsson Zeugnis von der unmittelbaren und direkten Gefahr ab, die die Erderwärmung für ihr Überleben darstellt.

Info:

15. Dezember 2021 – 13. März 2022

Ragnar Axelsson. Where the world is melting.

Kunstfoyer
Maximilianstrasse 53
80530 München
Deutschland

www.versicherungskammer-kulturstiftung.de

www.rax.is

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Omoshirogara

Wie bereits in den Ausstellungstipps Dezember 2021 kurz angesprochen, zeigt das Museum DKM in Duisburg noch bis zum 27. Februar 2022 die Sonderausstellung ‘Omoshirogara’, die die aussergewöhnliche Sammlung historischer Kimonos der Textilhistorikerin und -sammlerin Yoshiko Inui (Sapporo, Japan) präsentiert.

Ausstellungsansicht ‘Omoshirogara’, Museum DKM, Duisburg, 2021
© Foto: Christina Wild, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Es ist gut 160 Jahre her, da erfand sich Japan neu. Es gab auch keine Alternative für das Inselreich, denn die Westmächte standen vor der Tür: mit Kanonenbooten und einem Katalog von Forderungen. Damit begann ein Prozess der rapiden Modernisierung, der sämtliche Aspekte des japanischen Lebens ergriff – von der Familie und den Geschlechterbeziehungen über das Bildungssystem (Schule und Universität), die politische Verfassung und Verwaltung, bis hin zu Industrie und Militär. Der Kultur fiel die Aufgabe zu, die krassen Spannungen zwischen Tradition und Neuerung zu vermitteln. Genau deshalb ist es möglich die Geschichte des modernen Japan anhand nur eines, wiewohl einzigartigen Kleidungsstücks zu rekonstruieren: des Kimonos.

Ausstellungsansicht ‘Omoshirogara’, Museum DKM, Duisburg, 2021
© Foto: Christina Wild, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Kimono ist ein Kleidungsstück mit formaler Strenge. Er besteht aus verschiedenen Teilen, die am Leib so drapiert werden, dass sie eine Einheit mit der Person ergeben. Ein Kimono wird aus verschiedenen Materialien gefertigt und wirkt dementsprechend unterschiedlich leicht oder unterschiedlich schwer, wodurch er zeremoniell, aber auch in unbeschwerten Momenten passend sein kann. Aber im Wesentlichen bleibt er sich gleich und ist – wie das Kaiserhaus – eine Konstante des japanischen Lebens.

Ausstellungsansicht ‘Omoshirogara’, Museum DKM, Duisburg, 2021
© Foto: Christina Wild, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Formale Strenge muss dem Erfindungsreichtum der Mode aber nicht im Weg stehen. Weil nun der Kimono seine Form nicht ändert, verändert man die Texturen oder die Muster, die ihn zieren und diese Oberflächen müssen auch nicht nach aussen wirken. Keine Überraschung also, dass sich Muster auch auf den Innenseiten des Kimonos finden – um nur dann gesehen zu werden, wenn die Situation es erfordert oder der Träger oder die Trägerin es will. Mit anderen Worten: Der Kimono ist eine Ausstellung.

Ausstellungsansicht ‘Omoshirogara’, Museum DKM, Duisburg, 2021
© Foto: Christina Wild, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Omoshirogara’ bedeutet so viel wie ‘bizarre Muster’. Sie tauchen gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf, als die Mode die Moderne zu verarbeiten beginnt: Eisenbahnen, Schlachtschiffe, Flugzeuge, Kino, Mickey Mouse, Postkarten oder auch Zeitungsberichte über militärische Heldentaten.

Ausstellungsansicht ‘Omoshirogara’, Museum DKM, Duisburg, 2021
© Foto: Christina Wild, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Widmen sich die Muster vor 1900 einer Synthese von Tradition und Neuem, so zelebrieren die 1920er Jahre einen optimistischen Internationalismus mit Zeppelin und Olympischen Spielen. In den 1930er Jahren verdüstern sich die Farben und Symbole, als Japan mit Nazi-Deutschland und dem faschistischen Italien paktiert.

Ausstellungsansicht ‘Omoshirogara’, Museum DKM, Duisburg, 2021
© Foto: Christina Wild, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Omoshirogara wandten sich an moderne Konsumentinnen, die mit dem Kimono ihre Modernität zeigten, aber auch an elitäre Herrenzirkel, die im privaten Rahmen ihre nationale Gesinnung in Form von Mustern demonstrierten. Auch Geishas, zu deren Kunst es gehörte, in einer erzpatriarchalen Gesellschaft mit Männern auf Augenhöhe parlieren zu können, trugen Omoshirogara.

Ausstellungsansicht ‘Omoshirogara’, Museum DKM, Duisburg, 2021
© Foto: Christina Wild, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung wurde konzipiert von Yoshiko Inui und Roger M. Buergel, mit wissenschaftlicher Beratung durch Hans B. Thomsen (Prof. f. Kunstgeschichte Ostasiens, Universität Zürich).

Neben den Kimonos aus der Sammlung Inui zeigt die Ausstellung ‘Omoshirogara’ Werke der zeitgenössischen Künstler Yu Araki, Erika Kobayashi, Jong Ok Ri, Kei Takemura und Yuichiro Tamura. Diese Werke, deren Auswahl Miwa Negoro und Mariko Mikami getroffen haben, bilden eine unverzichtbare Einführung in das Weiterleben der japanischen Historie zwischen der Meiji-Restauration (ab 1868) und dem Ende des Pazifischen Krieges (1945).

Kuratiert von Roger M. Buergel, Miwa Negoro und Mariko Mikami.

Gefördert von der Japan Foundation und dem Auswärtigen Amt.

Kostenloses Booklet erhältlich

Weitere Informationen finden sich auf der Website zu dieser Ausstellung.

Info:

1. Oktober 2021 – 27. Februar 2022

Omoshirogara

Museum DKM | Stiftung DKM
Güntherstrasse 13–15
47051 Duisburg
Deutschland

www.museum-dkm.de
www.omoshirogara.org

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How to Dior
Christian Dior und seine Nachfolger*innen

Neben Original-Entwürfen aus der Sammlung des Kunstgewerbemuseums Berlin zeigt die derzeitige Ausstellung ‘How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen’ Arbeiten von Studierenden der Hochschule Macromedia Berlin. Insgesamt sind rund 10 Professor*innen und 100 Studierende aus den Bachelor-Programmen Fashion Design, Fashion Management, Schauspiel und Kommunikationsdesign an der Ausstellungskooperation beteiligt.

Ausstellung ‘How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen’
Ausstellungsansicht Kunstgewerbemuseum 2021
© Staatliche Museen zu Berlin / David von Becker
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Aktueller Anlass der Sonderpräsentation sind die jüngsten Zugänge von Dior-Modellen in die Sammlung des Kunstgewerbemuseums. Durch die neuen Erwerbungen und Schenkungen ist es nun möglich, eine chronologische Zeitreise durch die Geschichte des Modehauses zu unternehmen. Angefangen bei den frühen Modellen von Christian Dior werden erstmals noch nie gezeigte Entwürfe seiner Nachfolger Yves Saint Laurent, Marc Bohan, Gianfranco Ferré und John Galliano der Öffentlichkeit präsentiert. Highlight der 28 Objekte umfassenden Ausstellung im Modekabinett des Kunstgewerbemuseums ist das 2019 erworbene, über und über mit Glasperlen bestickte Abendkleid ‘Mexique’ aus der Herbst/Winter-Kollektion von 1951.

Ausstellung ‘How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen’
Christian Dior: Perlenbesticktes Abendkleid mit grosser Samtschleife, Modell ‘Mexique’, ‘Ligne Longue’, Paris, H/W 1951
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Bereits mit seiner ersten, 1947 präsentierten Kollektion war Christian Dior (* 1905, Granville, Frankreich) nach der langen kriegsbedingten Zeit der Entbehrungen schlagartig in aller Munde. Mit seiner ‘Ligne Corolle’, die eine figurbetonte Silhouette mit schmaler Taille und weit schwingendem Rock propagiert, kam eine verloren gegangene Leichtigkeit in die Mode zurück – der ‘New Look’ war geboren.

Ausstellung ‘How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen’
Christian Dior: Schwarzes Mantelkleid im Stil des ‘New Look’, Paris, um 1948
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit seinen Kollektionen bestimmt Dior im folgenden Jahrzehnt die Mode seiner Zeit. Nach seinem plötzlichen Tod 1957 übernimmt Yves Saint Laurent die Leitung des Hauses. Er interpretiert Diors Erbe mit einer eigenen revolutionären Handschrift und setzt den Startpunkt für die Reihe seiner Nachfolger. Bis heute prägt das Unternehmen das aktuelle Modegeschehen und entwirft mit seiner Chefdesignerin Maria Grazia Chiuri Saison für Saison Must-haves für Modebegeisterte.

Ausstellung ‘How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen’
Yves Saint Laurent für Christian Dior: Zyklamrotes Abendkleid, Paris, H/W 1959
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Ich freue mich sehr über die Zusammenarbeit, denn für Nachwuchs-Designerinnen und -designer ist es unglaublich wertvoll, von Designikonen der Modegeschichte zu lernen’, sagt Karolin Violante, Professorin für Modedesign und inhaltliche Koordinatorin der Kooperation.

Ausstellung ‘How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen’
Marc Bohan für Christian Dior: Brauner Abendmantel, Paris, um 1962
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Sabine Thümmler, Direktorin des Kunstgewerbemuseums: ‘Ich bin begeistert über die Kooperation, für die das Kunstgewerbemuseum wiederum ganz grosse Couturiers mit jungen Modedesignerinnen und -designern zusammenbringt. Mode ist und bleibt ein prickelndes Thema – gerade auch für unser junges Publikum.’

Ausstellung ‘How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen’
John Galliano für Christian Dior: Hosenanzug aus Jeans, Paris, vor 2003
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Zusammenarbeit startete mit einem digitalen Vortrag von Ausstellungskuratorin Katrin Lindemann Anfang April 2021. Mehr als 100 Studierende nahmen daran teil. Mehrere Gruppen von Studierenden besuchten zudem das Depot des Museums und setzten sich mit den Schnitten und der Restaurierung der Dior-Kleider auseinander.

Ausstellung ‘How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen’
Christian Dior: Abendkleid mit blauem Chinémuster, Modell ‘Alicia’, ‘Ligne Tulipe’, Paris, F/S 1953
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im laufenden Sommersemester erarbeiten die Studierenden der Hochschule Macromedia Modedesigns Social-Media-Konzepte und interdisziplinäre Ausstellungsformate rund um Christian Dior. Im Fach Modedesign untersuchen Studierende die verschiedenen Creative Directors und Nachfolger Diors, entwickeln neue Visionen oder erarbeiten in Design-Teams von zwei bis fünf Studierenden eine Kollektion. Die Arbeit umfasst das Konzept bis hin zur Fertigung der Outfits, wobei der Schwerpunkt auf der Realisierung der Kleidungsstücke liegt.

Ausstellung ‘How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen’
Christian Dior demonstriert die ‘Linie Vivante’, Herbst/Winter 1953/54
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Wie die Ausstellung der Originale und der aktuellen Interpretationen der Studierenden auf Social Media begleitet werden kann, entwickelt der Studiengang Kommunikationsdesign. Eine Verbindung zu aktuellen urbanen Berliner Trends schafft der Studiengang Fashion Management mit virtuellen und realen Ausstellungsflächen. So sollen auch junge Zielgruppen für die Designideen von Dior begeistert werden. Die besten Arbeiten sind Teil der Sonderpräsentation, die besten Kommunikationskonzepte werden gemeinsam mit dem Kunstgewerbemuseum umgesetzt.

Ausstellung ‘How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen’
Ausstellungsansicht Kunstgewerbemuseum 2021
© Staatliche Museen zu Berlin / David von Becker
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Weitere Informationen zu den Studienprogrammen gibt es auf der Website der Hochschule Macromedia.

Info:

17. Dezember 2021 – 26. Juni 2022

How to Dior
Christian Dior und seine Nachfolger*innen

Kunstgewerbemuseum
Matthäikirchplatz
10785 Berlin
Deutschland

www.smb.museum

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Illustre Gäste
Kostbarkeiten der Kunstkammer Würth

Und wenn man schon mal da ist im Kunstgewerbemuseum Berlin, dann sollte man die Ausstellung ‘Illustre Gäste. Kostbarkeiten der Kunstkammer Würth’, die bis zum 10. Juli 2022 läuft, auf keinen Fall verpassen. Bereits seit 2006 sind rund dreissig Kleinkunstwerke als Dauerleihgaben aus der Sammlung Würth zu Gast bei den Staatlichen Museen zu Berlin. Im Rahmen der Sonderausstellung im Kunstgewerbemuseum werden die erlesenen Werke der ‘Kunstkammer Würth’ nun in einem deutlich grösseren Umfang präsentiert.

Ausstellung ‘Illustre Gäste. Kostbarkeiten der Kunstkammer Würth’
Paulus Ättinger: Diana auf dem Hirsch, um 1610
Silber, getrieben, punziert, ziseliert und teilvergoldet, mit Brillanten, Rubinen, Smaragden besetzt und mit Perlen behängt
Höhe: 34,5 cm
© Sammlung Würth
Foto: Philipp Schönborn, München, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit ihrem breiten Sammlungsspektrum, das gleichermassen Kunst- wie Naturobjekte unterschiedlicher Herkunft umfasste, illustrierten europäische Kunstkammern den gesamten Kosmos. Neben dem privaten Vergnügen und dem Wunsch nach Kontemplation leiteten auch Machtansprüche und materielle Interessen die fürstlichen Sammler.

Ausstellung ‘Illustre Gäste. Kostbarkeiten der Kunstkammer Würth’
Georg Kriebel (auch Jürgen Kriebel): Grosser Bernsteinaltar, um 1640/1650
Bernstein verschiedener Varietäten, Elfenbein, Silber, Marienglas, Holzkern
Höhe: 116 cm
© Sammlung Würth
Foto: Philipp Schönborn, München, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kunstkammern dienten der Repräsentation, der Pflege diplomatischer Beziehungen und als Kapitalanlage. Aber auch Wissensdurst konnte den Aufbau von Sammlungen anspornen. Mit dem Titel ‘Illustre Gäste’ wird nicht nur auf den hohen künstlerischen, materiellen und ideellen Wert der Objekte verwiesen, vielmehr wird auch auf das Potenzial der Objekte angespielt, Welt(en) zu illustrieren – von lat. illustrare: erleuchten, erklären, preisen.

Ausstellung ‘Illustre Gäste. Kostbarkeiten der Kunstkammer Würth’
Leonhard Kern: Laokoon und seine Söhne, um 1630
Elfenbein
Höhe: ca. 38 cm, ca. 14 x 10 cm (oval); Holzsockel ca. 3,5 x 16 x 12 cm (oval)
© Sammlung Würth
Foto: Volker Naumann, Schönaich, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Nach ihrer Blüte im 16. und 17. Jahrhundert wurden selbst grosse und bedeutende Kunstkammern im 18. Jahrhundert aufgelöst oder gingen in anderen Sammlungen auf. Von den verstreuten Objekten, die die Zeiten überdauerten, trug der Unternehmer Reinhold Würth über Jahre eine grosse Anzahl zusammen, wobei ein Schwerpunkt auf Werken aus der hohenlohischen Heimat des Sammlers liegt.

Ausstellung ‘Illustre Gäste. Kostbarkeiten der Kunstkammer Würth’
Johannes Clauss: Nautiluspokal mit Neptun und einem Seemonster, um 1640/1650
Nautilusschale, in Silber gefasst, teilweise vergoldet, graviert
Höhe: 46 cm
© Sammlung Würth
Foto: Philipp Schönborn, München, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In der Berliner Ausstellung geben rund 70 Objekte einen repräsentativen Einblick in die Kunstkammer Würth. Sie sind Teil einer zeitgenössischen Sammlung, spiegeln aber auch einzelne prägnante Facetten historischer Kunstkammern wider. Angereichert wird die Werkauswahl durch ausgewählte Leihgaben aus den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin. Mit der Ausstellung rücken die Sammlungen der Kunstkammer Würth und des Kunstgewerbemuseums in unmittelbare Nachbarschaft und zeugen gemeinsam vom Reichtum und der Strahlkraft historischer Kunstkammern und offenbaren die Vielfalt sowie die künstlerische Qualität ihrer Objekte.

Ausstellung ‘Illustre Gäste. Kostbarkeiten der Kunstkammer Würth’
Georg Pfründt: Hornförmiger Deckelpokal mit einer Allegorie auf Afrika, 3. Viertel des 17. Jh.s
Zebuhorn, geschnitzt, Silber, vergoldet
43,1 x 37,5 x 11,4 cm
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk, Berlin
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung gliedert sich inhaltlich in acht Bereiche, die sich sowohl aus formalen als auch aus ikonografischen Parallelen der Objekte ergeben. Als illustre Gäste wie dem elfenbeinernen Laokoon Leonhard Kerns (um 1630), der goldenen Minerva Tiziano Aspettis (16. Jh.) oder dem König Salomon auf dem Gemälde Adriaen von Stalbemts stehen sie stellvertretend für die Vielfalt der Kunst- und Wunderkammern.

Ausstellung ‘Illustre Gäste. Kostbarkeiten der Kunstkammer Würth’
Adriaen van Stalbemt: König Salomon und die Königin von Saba, 17. Jh.
Öl auf Kupfer
25 x 33,3 cm
© Sammlung Würth
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In der Form von Trinkschiffen wie dem von Esaias zur Linden (1609-1629) oder von Trinkspielen Paulus Ättinger in der Form der grazilen Jagdgöttin Dianas (um 1610), geben die gezeigten Werke zugleich Einblick in prachtvolle Zeremonien bei Tisch, zu denen die Objekte meist repräsentativ herangezogen wurden. Ausgehend von augenfälligen Themenwiederholungen, Ambivalenzen und Fragwürdigkeiten, wie etwa dem durch den Mythos der Proserpina repräsentierten Frauenraub, oder der vielfältigen Verwendung von Elfenbein, rückt ‘Illustre Gäste’ aber auch Aspekte in den Fokus, die von aktueller gesellschaftlicher Relevanz sind.

Ausstellung ‘Illustre Gäste. Kostbarkeiten der Kunstkammer Würth’
Esaias zur Linden: Trinkschiff auf Rädern, 1609-1629
Silber, teilvergoldet
30 x 24 x 6,5 cm
© Sammlung Würth
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein kostenfreies Booklet in deutscher und englischer Sprache, das sowohl Informationen zur Sonderausstellung bietet als auch Schlaglichter auf weitere Themen aus dem Kontext Kunstkammer wirft und Bezüge zu ausgewählten Objekten aus dem Kunstgewerbemuseum herstellt.

Info:

10. Dezember 2021 – 10. Juli 2022

Illustre Gäste
Kostbarkeiten der Kunstkammer Würth

Kunstgewerbemuseum
Matthäikirchplatz
10785 Berlin
Deutschland

www.smb.museum

Booklet

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Passionsspiele Oberammergau 2022

Es begann vor fast 400 Jahren, mitten im Dreissigjährigen Krieg: Die Pest wütete in vielen Teilen Europas und machte auch vor Oberammergau (Oberbayern) nicht Halt. In ihrer Not beschlossen die Oberammergauer, ein Gelübde abzulegen. 1633 schworen sie, alle zehn Jahre das Leiden und Sterben Christi aufzuführen, sofern niemand mehr an der Pest stirbt. Das Dorf wurde erhört und so spielten die Oberammergauer 1634 das erste Passionsspiel, im Jahr 1680 war die Aufführung zum ersten Mal im vollen Zehnerjahr.

Passionsspiele Oberammergau 2022
Logo
© Passionsspiele Oberammergau 2022
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Ihr Versprechen haben die Oberammergauer bis heute gehalten. 2020 mussten die Passionsspiele wegen der Corona-Pandemie um zwei Jahre verschoben werden. Das Spiel vom Leiden, Sterben und der Auferstehung Christi findet 2022 das 42. Mal statt. Die Premiere ist am 14. Mai 2022, der letzte der 103 Spieltermine ist am 2. Oktober 2022.

Passionsspiele Oberammergau 2022
Einzug in Jerusalem
© Passionsspiele Oberammergau 2022 / Foto: Birgit Gudjonsdottir
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

In einer fünfstündigen Aufführung wird die Geschichte des Jesus von Nazareth auf der imposanten Freilichtbühne des Passionsspieltheaters im Ort dargestellt, von seinem Einzug in Jerusalem bis hin zu seinem Tod am Kreuz und seiner Auferstehung.

Passionsspiele Oberammergau 2022
Kreuzweg
© Passionsspiele Oberammergau 2022 / Foto: Birgit Gudjonsdottir
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Das Passionsspiel ist in elf Szenen unterteilt. Jeder Szene ist ein Auftritt des Chores mit einem sog. Lebenden Bild (‘Tableau vivant’ – Darstellung von Gemälden durch lebende Personen) vorangestellt. Über Hundert Chorsängerinnen und Chorsänger werden auch 2022 wieder auf der Passionsbühne stehen. Im Orchestergraben sitzen 55 Instrumentalisten. Beim weltweit bekanntesten Passionsspiel wirken insgesamt rund 2.400 Menschen aus Oberammergau mit, darunter rund 500 Kinder.

Passionsspiele Oberammergau 2022
Passionstheater bei Nacht
© Passionsspiele Oberammergau 2022 / Foto: Arno Declair
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Nach der Corona-Pause erwachten die Werkstätten vor einiger Zeit wieder zum Leben. Alle Kostüme, Requisiten und Ausstattungselemente, die zum Grossteil bereits fertig gestellt waren, waren seit der Absage eingelagert. Kürzlich kehrten die Mitarbeiter*innen vom Bühnenbau und der Schneiderei wieder zurück, um sich an die Vorbereitungen für 2022 zu machen.

Passionsspiele Oberammergau 2022
Schneider-Werkstatt
© Passionsspiele Oberammergau 2022 / Andreas Stückl
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Alle Kostüme werden in der Schneiderei im Passionstheater nach den Entwürfen des renommierten Bühnen- und Kostümbildners Stefan Hageneier (* 1972, Oberammergau) handgefertigt. Die Volksgewänder sind ‘Konfektionsware’, alle anderen sind Massanfertigungen.

Passionsspiele Oberammergau 2022
Massanfertigung
© Passionsspiele Oberammergau 2022 / Sebastian Schulte
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Alle rund 2000 Mitwirkenden müssen noch einmal zur Anprobe kommen, damit die Kostüme angepasst werden können. Manche Kinder und Jugendliche sind ihrem Kostüm und auch ihrer Rolle entwachsen und müssen neu besetzt werden, andere Mitwirkende sind leider in der Zwischenzeit verstorben oder haben für 2022 das Spielrecht neu erhalten und müssen neu eingekleidet werden.

Passionsspiele Oberammergau 2022
Schneider-Werkstatt
© Passionsspiele Oberammergau 2022 / Sebastian Schulte
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Stoff ist noch genug da. Stefan Hageneier, der auch als Professor für Bühnen- und Kostümbild an der Kunsthochschule Berlin Weißensee tätig ist, hat genügend Ballen in Indien und in der Türkei eingekauft.

Passionsspiele Oberammergau 2022
Schneiderei
© Passionsspiele Oberammergau 2022 / Sebastian Schulte
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Auf Kleiderständern hängen die bereits fertigen Kostüme, daneben sind die Rüstungen für die Römer aufgereiht. Tausende Sandalen, die bei einem Grosseinkauf in Jerusalem erworben wurden, warten noch auf ihre Verteilung.

Passionsspiele Oberammergau 2022
Schneiderei
© Passionsspiele Oberammergau 2022 / Sebastian Schulte
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

In der sog. ‘Flügelei’ werden die Engelsflügel in mühevoller Handarbeit hergestellt.

Passionsspiele Oberammergau 2022
Herstellung der Flügel
© Passionsspiele Oberammergau 2022 / Andreas Stückl
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

 

Passionsspiele Oberammergau 2022
Herstellung der Flügel
© Passionsspiele Oberammergau 2022 / Andreas Stückl
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Sie kommen vor allem bei den farblich leuchtenden ‘Lebenden Bildern’ zum Einsatz, für die der Bühnenbildner Stefan Hageneier eine klare Bildsprache erarbeitet hat.

Passionsspiele Oberammergau 2022
Passionstheater
© Passionsspiele Oberammergau 2022 / Foto: Arno Declair
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Im Februar wird es auf der Bühne des Passionstheaters wieder voll, denn dann beginnen die Volksproben. Bis dahin ist man im Hintergrund eifrig bei der Sache.

Info:

14. Mai – 2. Oktober 2022

Passionsspiele Oberammergau 2022

Passionstheater
Theaterstrasse 16
82487 Oberammergau
Deutschland

www.passionsspiele-oberammergau.de

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(IM)MATERIELL – Stoff, Körper, Passion

Ab dem 23. April 2022 wird im Oberammergau Museum übrigens eine Gebäude- und Rauminstallation zur Passion 2022 ‘(IM)MATERIELL – Stoff, Körper, Passion’ gezeigt.

Ein Teil des Museums wird mit den kaschierten Volksgewändern der Passionsspiele 2000 und 2010 umbaut. Der dadurch ummantelte Innenbereich wird zu einem Erfahrungs- und Besinnungsraum. Ein grosser Teil der Kleinskulpturen der Sammlung aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert stellt die Geburt, das Leben, Leiden, Sterben und die Auferstehung Christi dar. Durch Verhüllungen, Verfremdungen und Lichtprojektionen wird der Blick auf einzelne Exponate gelenkt. Am Ende des Wegs durch die historischen, 1910 eingerichteten Räume, wobei man immer wieder den verfremdeten Bereich betritt und verlässt und der in einer grossen Rauminstallation endet, erhält jede Besucherin und jeder Besucher ein kleines Stück Stoff der alten Volksgewänder als Symbol für den (im)materiellen Austausch und die Gemeinschaft zwischen Menschen. Einzelne Stoffplatten können erworben werden.

Info:

23. April – 16. Oktober 2022

(IM)MATERIELL – Stoff, Körper, Passion
Eine Gebäude- und Rauminstallation zur Passion 2022

Oberammergau Museum
Dorfstrasse 8
82487 Oberammergau
Deutschland

www.oberammergaumuseum.de

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TOPOGRAPHIE – Keramik aus Bayern

Ab dem 13. Januar 2022 beschäftigt sich die Galerie Handwerk, München, mit Keramik aus Bayern.

Ausstellung ‘TOPOGRAPHIE – Keramik aus Bayern’
Christoph Möller: Landschaft
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Ganz bewusst soll diese Hinwendung auf die regionale Keramikszene stattfinden. Die Galerie Handwerk sieht es als eine ihrer Aufgaben an, vor dem Hintergrund der anhaltend schwierigen Lage für den Kulturbetrieb und somit auch für das Kunsthandwerk in Bayern eine Möglichkeit zu schaffen, die Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und auf die Werkstätten aufmerksam zu machen, die auch in diesen Zeiten nicht aufhören, sich mit Leidenschaft und Hingabe ihrer Arbeit zu widmen.

Ausstellung ‘TOPOGRAPHIE – Keramik aus Bayern’
© BAVARIA360.DE
Birgitta Schrader
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Der Begriff der Topographie ist ganz bewusst gewählt, denn die Ausstellung wird Werkstätten und Ateliers aus ganz Bayern präsentieren, vom nördlichen Oberfranken bis ins südwestliche Schwaben. Die überwiegende Anzahl ist bekannt für ihre Gefäss- und Geschirrkompositionen. Darüber hinaus gibt es auch Beiträge, die sich mit plastischer Keramik beschäftigen. Darin soll sich die Vielfalt, wie sie eben eine Landschaft wie Bayern hervorbringt auch im Keramischen ausdrücken.

Ausstellung ‘TOPOGRAPHIE – Keramik aus Bayern’
Nathalie Schnider-Lang
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Bayern gehört zu den klassischen Keramikzentren in Deutschland mit langer Historie. Dass diese Geschichte noch lange nicht zu Ende ist, zeigen die vielen Werkstätten, die sich über ganz Bayern erstrecken, ob alt eingesessene oder ganz junge. Sie bereichern damit die kulturelle Landschaft und den Umgang mit Dingen unseres Alltagslebens. Die Renaissance des handwerklichen Gebrauchsgeschirrs aus Keramik zeigt sich nicht zuletzt an erfolgreichen Töpfermärkten.

Ausstellung ‘TOPOGRAPHIE – Keramik aus Bayern’
Billa Reitzner
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung der Galerie Handwerk stellt Arbeiten von 50 Werkstätten vor, wobei ein deutlicher Schwerpunkt auf der funktionalen Gebrauchsform und auf der Gefässkeramik liegt. Es sind jedoch auch bildhauerische, objekthafte und figürliche Werke aus Keramik zu sehen. Die Vielfalt an Materialien, ob Irdenware, Steinzeug oder Porzellan und die Vielfalt an Dekorationstechniken, Glasuren, Brennverfahren und Gestaltungsideen soll die Topographie der bayerischen Keramiklandschaft in unserer Zeit beispielhaft dokumentieren.

Die Liste der Aussteller*innen sowie viele Fotos der Exponate sind auf der Website der Galerie zu finden.

Info:

13. Januar – 19. Februar 2022

TOPOGRAPHIE – Keramik aus Bayern

Galerie Handwerk
Max-Joseph-Strasse 4
80333 München
Deutschland

www.hwk-muenchen.de

Einladungskarte

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Anke Eilergerhard
Hysterical Balance

‘Die Wortschöpfung ‘Hysterical Balance’ ist, wie alle Namen meiner Kunstwerke, Teil des künstlerischen Materials und beschreibt das neue, in mir und um mich herum wahrzunehmende, pandemische Lebensgefühl für mich am Besten.’ (Anke Eilergerhard)

Ausstellung ‘Anke Eilergerhard – Hysterical Balance’
Anke Eilergerhard: YOU&ME
courtesy of the artist and Anna Laudel Gallery
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Noch bis 12. Februar 2022 präsentiert die Galerie Anna Laudel Düsseldorf die Solo-Ausstellung ‘Hysterical Balance’ (‘Hysterische Balance’) der in Berlin lebenden Künstlerin Anke Eilergerhard. Neben dem titelgebenden, dreiteiligen und raumgreifenden Skulpturenensemble ‘Hysterische Balance’, werden zum ersten Mal auch Werke gezeigt, die während der Pandemie entstanden sind. Obwohl Anke Eilergerhard die gleichen, für sie typischen ‘Vokabeln’ benutzt, sind spürbar neue ‘Texte’ entstanden.

Ausstellung ‘Anke Eilergerhard – Hysterical Balance’
Anke Eilergerhard: LOVELYN
courtesy of the artist and Anna Laudel Gallery
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Ihr Material ist Silikon, ihr Markenzeichen ist das ‘Tüpfelchen auf dem i’. Anke Eilergerhard wird von der Kritik für ihre einzigartige, oft humorvolle künstlerische Position weltweit gefeiert. Ihre Werke, die in zahlreichen Museen und auf internationalen Kunstmessen präsentiert werden, balancieren virtuos zwischen den Grenzen konkreter Bildhauerei, Abstraktion und figurativer Skulptur. Sie springen ob ihrer waghalsigen Kompositionen und ihrer taktil und oft farbintensiv ausgestalteten Oberflächen sofort ins Auge. Seit Jahrzehnten entstehen Ideen aus ihrem unerschöpflichen Tortenuniversum mit Sahnehaube. Seit 2004 konzentriert sie sich auf die skulpturale Form der Sahnehaube, inszeniert mit ihrer unkonventionellen Technik.

Ausstellung ‘Anke Eilergerhard – Hysterical Balance’
Anke Eilergerhard: OSCAR
courtesy of the artist and Anna Laudel Gallery
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

‘Meine Beobachtungen und Erfahrungen sind Basis jeder meiner Werke. Es geht mir darum, Dinge sichtbar zu machen, die ich nicht in Worte fassen kann und die dennoch universell sind. Eine Torte mit Sahnehaube ist ein Stück Himmel auf Erden. Die Sahnehaube ist für mich die perfekte skulpturale Form. Sie hat etwas Kosmisches. Sie spiegelt die Sehnsucht nach dem Paradies wieder’, so Anke Eilergerhard.

Ausstellung ‘Anke Eilergerhard – Hysterical Balance’
Anke Eilergerhard: POLLE
courtesy of the artist and Anna Laudel Gallery
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Die Torte, als Metapher, hat seit mehr als dreissig Jahren einen prominenten Platz im künstlerischen Œuvre von Eilergerhard. Den Fokus legt sie auf die Formschönheit der Sahnehaube. Daraus hat sie ihre spezielle künstlerische Technik entwickelt. Sie plastiziert, gleich einer Konditorin, unzählige Sahnehauben aus Polyorganosiloxan (Silikon) manuell zu einer Skulptur. Polyorganosiloxan, das bei Heimwerkern und Schönheitschirurgen gleichermassen beliebt ist, um Makel im Erscheinungsbild zu korrigieren, ist in diesem Kontext für die Künstlerin neben seiner Materialbeschaffenheit auch der perfekte Kunstwerkstoff.

Ausstellung ‘Anke Eilergerhard – Hysterical Balance’
Portrait Anke Eilergerhard
courtesy of the artist and Anna Laudel Gallery
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

‘Ich empfinde es als Lob, dass manche Betrachter meiner Skulpturen diese für maschinell gefertigt halten, da sie so gleichförmig und akkurat gespritzt aussehen’, sagt Eilergerhard über ihre ausgefeilte Technik. Dabei ist es ein aufwendiger Schaffensakt, einzelne ‘Sahnehauben’ en miniature von Hand genauestens zu plastizieren.

Auch interessant:

Bericht über die Ausstellung ‘Eilergerhard YOU & ME’ in der Kunstsammlung Neubrandenburg (2020) innerhalb meiner Ausstellungstipps Oktober 2020

Info:

25. November 2021 – 12. Februar 2022

Anke Eilergerhard
Hysterical Balance

Anna Laudel Galerie
Mühlenstrasse 1
40213 Düsseldorf
Deutschland

www.annalaudel.gallery

www.eilergerhard.de

Übrigens:

Weitere Ausstellungen der Künstlerin sind auf ihrer Website zu finden, wie z.B.:

Gemischtes Doppel

Anke Eilergerhard ist derzeit auch in der Ausstellungsreihe ‘Gemischtes Doppel’ vertreten, die die Kuratorin Regina M. Fischer für die Stadt Pforzheim entwickelt hat. Der Reiz an diesem Ausstellungsformat ist, dass jeweils ein bekannter Künstler aus Pforzheim und der Region sich einen Partner von ausserhalb erwählt.

Plakat

Der Stahlbildhauer Stefan Faas aus Keltern hat den Düsseldorfer Maler Holger Kurt Jäger eingeladen, dessen farbkräftige Gemälde uns in eine rätselhafte Welt entführen. Der Pforzheimer Maler Alfred Müller hat die Berliner Künstlerin Anke Eilergerhard eingeladen, deren fantastische Skulpturen in additiver Weise aus zahllosen hochpigmentierten Silikon-‘Sahnehauben’ aufgetürmt sind.

In der Ausstellung erwarten die Besucher zwei spannende Pas de deux. Farbe, Struktur und Oberflächen, sowie weitgefächerte inhaltliche Spannungsbögen schaffen Verbindungen und lassen vermeintlich bekannte Zusammenhänge im neuen Licht erscheinen.

Kuratorin: Regina M. Fischer

Info:

21. November 2021 – 30. Januar 2022

Gemischtes Doppel
Stefan Faas – Holger Kurt Jäger
Alfred Müller – Anke Eilergerhard

Pforzheim Galerie
Bleichstrasse 81
75173 Pforzheim
Deutschland

www.pforzheim.de

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JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit

Mit der bisher umfassendsten Retrospektive zu seinem Gesamtwerk würdigt das MAK – Museum für angewandte Kunst in Wien das eindrucksvolle Schaffen des Architekten, Designers, Lehrers und Ausstellungsmachers Josef Hoffmann (1870–1956), der zu den zentralen Figuren der Wiener Moderne und internationalen Lebensreformbewegung um 1900 zählt. Schönheit durch Gestaltung in das Leben seiner Kund*innen zu bringen war für ihn gleichbedeutend mit ästhetischem und sozialem Fortschritt.

Ausstellung ‘JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit’
Ansicht des Speisesaals mit Klimt-Fries, Palais Stoclet, Brüssel, 1914
© MAK
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Zuge der Ausstellung ist es gelungen, bislang bekannte Werke Hoffmanns um wichtige Positionen aus seinem nahezu 60-jährigen Schaffen zu ergänzen und damit Forschungslücken zu schliessen.

Ausstellung ‘JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit’
Josef Hoffmann: Gürtelschliesse für die Wiener Werkstätte
Ausführung: Karl Ponocny, 1905
Silber, Opal, Malachit, Koralle
© MAK/Georg Mayer
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In 20 Kapiteln mit mehr als 1.000 Exponaten nähert sich die Schau Hoffmanns gewaltigem Werk, das sämtliche Aspekte des täglichen Lebens wie Architektur, Innenraumgestaltung, Mode sowie Gebrauchsgegenstände umfasst.

Ausstellung ‘JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit’
Josef Hoffmann: Sanatorium Westend, Purkersdorf, Fassade, 1905
© Wolfgang Woessner/MAK
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der ursprünglich aus Brtnice, Tschechien, stammende Hoffmann erlebte fünf verschiedene politische Perioden, von der Habsburgermonarchie bis zur Zweiten Republik.

Ausstellung ‘JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit’
Josef Hoffmann: Ruhebett aus dem Boudoir d’une grande vedette (Boudoir für einen grossen Star), Weltausstellung Paris, 1937
© Nathan Murrell/MAK
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Er war Mitbegründer der Vereinigung Bildender Künstler Österreichs – Secession, der Wiener Werkstätte, des Deutschen und Österreichischen Werkbunds und verstand es, seinen Kund*innen wie auch Generationen von Schüler*innen an der Wiener Kunstgewerbeschule seinen speziellen Geschmack und eine ästhetische Identität zu vermitteln.

Ausstellung ‘JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit’
Josef Hoffmann: Silberbesteck für Fritz und Lili Waerndorfer
flaches Modell, Silber
Wiener Werkstätte, 1904-08
© Aslan Kudrnofsky/MAK
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In seinem Pionierdenken vereinte er einen künstlerisch ambitionierten architektonischen Ansatz mit einer handwerklich geprägten Produktkultur.

Gastkuratoren: Matthias Boeckl, Christian Witt-Dörring
Kurator: Rainald Franz, Kustode MAK-Sammlung Glas und Keramik

Zur Ausstellung erscheint die Publikation ‘JOSEF HOFFMANN 1870–1956: Fortschritt durch Schönheit. Das Handbuch zum Werk’.

In der Ausstellung ‘JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit’, die derzeit im MAK zu sehen ist, ist ein massstabsgetreues Modell von Josef Hoffmanns berühmtem Österreichischem Pavillon für die ‘Exposition Internationale des Arts Decoratifs’ in Paris (1925) realisiert worden. Rainald Franz beschreibt für den MAK-Blog die Hintergründe des Ausstellungsobjekts, das Besucher*innen zum Schauen und Lustwandeln einlädt.

Auch interessant:

Artikel über die Ausstellung ‘KOLOMAN MOSER. Universalkünstler zwischen Gustav Klimt und Josef Hoffmann’ im MAK Wien (2018/19)

Artikel über die Ausstellungen ‘DIE FRAUEN DER WIENER WERKSTÄTTE’ im MAK Wien (2021) und ‘Klimt und Freunde. Sonderausstellung zum 100-Jahr-Jubiläum des HVM’ im Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen (2021) – beide innerhalb der Ausstellungstipps April 2021 zu finden

Info:

15. Dezember 2021 – 19. Juni 2022

JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit

MAK – Museum für angewandte Kunst
Stubenring 5
1010 Wien
Österreich

www.mak.at

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100 BESTE PLAKATE 20
Deutschland Österreich Schweiz

Mit der aussergewöhnlich farbenprächtigen Schau zum Wettbewerb ‘100 BESTE PLAKATE 20. Deutschland Österreich Schweiz’ zeigt das MAK in Wien  bereits zum 16. Mal die hundert spannendsten Umsetzungen in der Plakatgestaltung – noch zu sehen bis zum 6. März 2022.

Ausstellung ‘100 BESTE PLAKATE 20. Deutschland Österreich Schweiz’
MAK-Ausstellungsansicht, 2021
MAK-Kunstblättersaal
© MAK/Georg Mayer
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Siegerplakate bestechen durch einen variantenreichen Einsatz von Fotografie, wobei Typografie als ergänzendes Gestaltungselement immanent ist. Im Jahr 2020, das Covid-19-bedingt enorme Einschränkungen im kulturellen Leben mit sich brachte, kam Plakaten eine besondere Bedeutung als visuelle Memos im öffentlichen Raum zu: ‘Sie wirken wie seltsame Notizen aus einer Zukunft, die nie stattgefunden hat – ein surrealer Blick in ein utopisches Paralleluniversum’, wie es Dorothee Dähler und Yeliz Secerli in ihrem Featurebeitrag im Katalog auf den Punkt bringen. Einzelne Grafiker*innen setzten sich im Plakat explizit mit dem Stillstand auseinander.

Ausstellung ‘100 BESTE PLAKATE 20. Deutschland Österreich Schweiz’
Grafik: Peter Gärtl, Atelier: Nordland
Adelboden Ghost Edition
Druck: Citywerbung Print Thun, Drucktechnik: Digitaldruck
Schweiz
© Nordland/100 Beste Plakate e.V.
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Für die österreichischen Einreicher*innen ist es einer der erfolgreichsten Wettbewerbe bisher: Sieben Plakate aus Österreich konnten die Jury überzeugen. Am Wettbewerb beteiligten sich 600 Grafiker*innen, Agenturen und Studierende mit insgesamt 1.973 Plakaten (868 Einzelplakate und 321 Serien). 43 der Siegerplakate und -plakatserien stammen aus Deutschland, 50 aus der Schweiz. Die Gewinnerprojekte werden, wie jedes Jahr, vom MAK angekauft.

Ausstellung ‘100 BESTE PLAKATE 20. Deutschland Österreich Schweiz’
Grafik: Benjamin Buchegger, Daniel Car, Oliver Hohmann, Atelier: Beton – Gruppe für Gestaltung
Zwischenräume Festival
Druck: Offsetdruck, Drucktechnik: Druckerei Roser GmbH
Österreich
© Beton – Gruppe für Gestaltung/100 Beste Plakate e.V.
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kurator: Peter Klinger, Stellvertretende Leitung MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung

Eine Kooperation des MAK und des Vereins 100 Beste Plakate e. V.

Katalog erhältlich

Info:

17. November 2021 – 6. März 2022

100 BESTE PLAKATE 20
Deutschland Österreich Schweiz

MAK – Museum für angewandte Kunst
Stubenring 5
1010 Wien
Österreich

www.mak.at

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Vorschau:

PPM Prag wird zur PPM Brno Quilt Show

Alle Aussteller*innen, Einzelhändler*innen und Tausende von Besucher*innen waren enttäuscht, als das Prague Patchwork Meeting (PPM) 2020 aufgrund von Covid abgesagt wurde. Jede ähnliche Situation, die plötzlich eine 15-jährige Tradition beendet, ist zunächst schockierend und überraschend, kann aber auch zu einem Impuls werden, um über alternative Lösungen und langfristige Möglichkeiten nachzudenken.

‘Wir haben einen grossen Schritt gemacht: PPM Prag wird zur PPM Brno Quilt Show’, schreibt mir Jana Sterbova, die Hauptverantwortliche für die Show. Vom 22. – 24. April 2022 geht es weiter! Und zwar nicht mehr im Sporthotel in Prag wie bis 2019. Nach reiflicher Überlegung hat man JA gesagt zur BVV Messe Brünn, zu einem professionell geführten und renommierten Messeveranstalter. Brünn liegt etwa 200 km südöstlich von Prag und 150 km nördlich von Wien.

Logo

Dies hat sowohl für den Veranstalter als auch für die Besucher sehr viele Vorteile: Es gibt der Quilt Show eine weitere Zukunftsperspektive und stärkt auch die Position der Veranstaltung, was letztlich allen zugute kommt. Viele Besucher aus Mähren, der Slowakei, Österreich, Polen und Ungarn werden den kürzeren Weg begrüssen. Trotzdem bleibt es für deutsche Besucher in Reichweite und der Flughafen Brünn ist für diejenigen, die von weiter weg kommen, eine Option.

Jana Sterbova bleibt als Art Director wie bisher für die Ausstellungen und Künstler*innen zuständig und will 2022 zunächst das zeigen, was schon geplant war: ‘Die Kollektionen sind fertig und hatten nie die Chance sich vor Publikum zu präsentieren’, schreibt mir Jana. Das heisst, die Wettbewerbe ‘Water’ (‘Wasser’) und ‘Kaleidoscope’ (‘Kaleidoskop’) sowie ‘Evolon’ als Material für den Art Quilt-Wettbewerb bleiben bestehen, Anträge müssen jedoch erneut eingereicht werden. Für die Formulare gibt es die Möglichkeit zum Download auf der Website https://www.praguepatchworkmeeting.com (die sich auch auf Englisch umschalten lässt). Auch mit den meisten der geplanten Ausstellungen kann man wieder rechnen.

‘Drücke uns den Daumen und hoffentlich auf Wiedersehen!’ Liebe Jana, das mache ich sehr gern! Und ich kann mir vorstellen, dass dieser Neu-Anfang auf ein begeistertes Echo stösst. Auch wenn auf dem Logo statt der Prager Burg Hradschin jetzt die Silhouette von Brno Petr, der Hauptkirche von Brünn, prangt …

Info:

22. – 24. April 2022

PPM Brno Quilt Show

BVV Veletrhy Brno / Messe Brünn
Messegelände – Exhibition Centre
Halle E – 1. Etage
Výstaviště 450/1
603 00 Brno
Tschechische Republik

www.bvv.cz

www.praguepatchworkmeeting.com

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Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die Besuchsvoraussetzungen und die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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Kommentare zu diesem Artikel

14 Antworten

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  • Wiebke Maschitzki

    Liebe Gudrun!Das Jahr fängt ja mit Deinen tollen Ausstellungstipps wieder gut an.Die Auswahl ist mal wieder super, ganz fasziniert bin ich von den Schwarz-Weiß Fotos und der homepage  des Fotografen Ragnar Axelsson.herzlichen Dank für dieen tipp!Liebe GrüßeWiebke

    • Gudrun Heinz

      halli hallo wiebke,

      ich bin ebenfalls ganz begeistert – von der foto-ausstellung und vom echo, das sie hier unter den kommentator*innen auslöst. so wie bei dir, liebe wiebke. dafür herzlichen dank zurück.

      lass’ es dir gut gehen und bleibe froh und munter.

      beste grüsse

      gudrun

    • Gudrun Heinz

      halli hallo birgit,

      1000 dank für deine lieben zeilen, über die ich mich, wie immer, sehr freue. jedesmal nehme ich mir vor, nicht mehr soo viel zeit in die tipps zu investieren und jedesmal kommt eins zum anderen. und die interessantesten sachen meist erst kurz vor schluss, so dass ich mich doch nicht bremsen kann. daher tut ein lob dann doppelt gut.

      mach’s gut und

      beste grüsse nach stralsund,

      gudrun

  • ursula brenner

    das jahr geht ja gut an – dank deiner tollen ausstellungs-tipps, liebe gudrun: vielen herzlichen dank dafür, daß du auch an 2022 “zur feder” greifst und uns mit den verführerischsten angeboten lockst!!! hoffentlich sind einige besuche zu realisieren – ich bin mittlerweile ziemlich ausgehungert in sachen textil- und anderer kunst! bleib´ gesund und weiter so fleißig, liebe gudrun, das wünscht dir und uns – uschi

    • Gudrun Heinz

      halli hallo uschi,

      danke schön für die blümchen, freut mich sehr. ich stimme dir voll zu, ausstellungen und begegnungen müssen jetzt mal wieder kommen – das habe ich auch schon mehrmals geäussert und es geht bestimmt nicht nur mir und dir, liebe uschi so. wobei ich noch kurz vor weihnachten das glück hatte, die ‘Göttinnen des Jugendstils’ live sehen zu können. und das als pressevertreterin in exklusiver runde. statt pressekonferenz hatte das badische landesmuseum kuratorenrundgänge organisiert, da waren wir zu dritt unterwegs, als die letzten aufbau-handgriffe noch getan wurden. und dann war ich nochmals in der ausstellung bei einer speziellen führung über eine textildesignerin um 1900, zu viert. na, ich werde darüber noch berichten. es hat eben alles seine vor- und nachteile und seinen reiz.

      alles gute im neuen jahr und

      beste grüsse

      gudrun

  • ERIKA BORNEMANN

    Liebe Gudrun,auch mir gefällt die Vielfalt deiner Ausstellungstipps immer wieder sehr.In diesem Beitrag haben mich besonders die schwarz/weiss Fotos aus Grönland berührt und es ist wunderschön, die enormen Details dieser Fotos zu sehen, was oft bei farbigen Fotos nicht immer der Fall ist. Es liegt eine zusätzliche Dramatik drin.An dieser Stelle auch von mir ein herzliches Dankeschön für die mühevolle Zusammenstellung der jeweilige Ausstellungstipps, verknüpft mit der Hoffnung, dass du auch 2022 weiterhin Lust hast uns damit zu bereichern.Alles Gute für 2022 für dich und deine Familie .Liebe GrüßeErika

    • Gudrun Heinz

      halli hallo erika,

      danke sehr für deinen lobenden kommentar, den ich natürlich mit freuden lese! à pro pos zusammenstellung: nachdem ich einen anderthalb-minuten-bericht in der tagesschau über die ausstellung von ragnar axelsson, dem isländischen fotografen, gesehen hatte, musste ich einfach näheres darüber wissen und dann berichten. schon allein seine themen und dann die umsetzung, diese bildsprache, alles hatte mich geflasht. ich habe ja auch sonst foto-ausstellungen in der auswahl, aber meist in verbindung mit mode-fotografie. dennoch, es musste einfach sein. und deshalb haben wir unserem sohn, der ja auch die fotografie in seinem beruflichen spektrum (www.boxfish.de) hat, den ausstellungskatalog zu weihnachten geschenkt. leider ist derzeit eine reise nach münchen nicht drin, wir sind zwar geimpft, nicht aber die anderen alle. so schade.

      ich habe schon vor, weiter über ausstellungen zu schreiben, es macht mir sehr viel spass. mal sehen, wie lange es noch geht. BERNINA redet da ja auch ein wörtchen mit 🙂

      auch dir ein gutes neues jahr, bleib’ gesund und munter!

      einen guten jahreswechsel und

      beste grüsse

      gudrun

  • Siebensachen .

    Auch diesen Monat wieder vielen Dank für die Auflistung der Austellungen. Besonders interessant fand ich diesmal die Einblicke in die Werkstätten in Oberammergau.Kleine Ergänzung? Bei ARTE lief kürzlich ein Bericht über eine Textilkünstlerin, deren Werke momentan in Paris ausgestellt werden: Simone Pheulpin, Link: https://maisonparisienne.fr/en/exposition/simone-pheulpin-time-bender/Liebe Grüße und einen guten RutschSiebensachen

    • Gudrun Heinz

      halli hallo siebensachen,

      herzlichen dank zurück! auch für die ergänzung natürlich, die ist klasse! es freut mich sehr, dass hier mitgedacht wird, damit alle etwas davon haben. so muss es doch sein!

      alle guten wünsche für das neue jahr und einen guten rutsch!

      beste grüsse

      gudrun

       

  • Dr. Wolfgang Heinz

    Liebe Gudrun,mit Deinen Ausstellungstipps bereicherst Du nicht nur die Blogleser und Blogleserinnen, der ganzen Familie wurde der Blick geschärft, was läuft wo und könnte das interessant sein.Ich danke zum Jahresende auch so manchen Privatissimum mit ergänzenden Informationen, die nicht mehr in den Blog gepasst haben und den künstlerischen und kunstgeschichtlichen Zusammenhängen, die ich dadurch erfahren konnte. Vielleicht können wir in 2022 auch wieder mehr “live” erleben.Allen BlogleserInnen  und Dir wünsche ich Gesundheit und wieder mehr persönliche Begegnungen, die wir alle in 2021 vermisst haben und alles Gute in 2022.Dein/Ihr Wolfgang

    • Gudrun Heinz

      es freut mich sehr,  mein lieber göttergatte, diesen kommentar hier zu lesen, 1000 dank!

      besonders darüber, dass man sich in der familie mit meinen marotten arrangiert hat und sie als positiv empfindet. ich denke dabei an – trotz allem doch stattgefundene – besuche, sei es in verschiedenen museen als auch in ste marie-aux-mines oder in paris: den ‘l’arc de triomphe, wrapped!’ zu sehen war ein erlebnis! oder die nadelwelt karlsruhe (dazu kommt noch ein bericht) oder erst kürzlich bei den ‘göttinnen des jugendstils’. aber, da hast du doch genau recht, die persönlichen begegnungen haben gefehlt.

      ich gebe deine wünsche für das neue jahr an dich genauso zurück und an die blogleser*innen genauso weiter: gesundheit und nur das beste für ein friedliches 2022.

      einen guten rutsch und

      beste grüsse

      gudrun

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