Kreative Artikel zum Thema Nähen

Ich war eine Jeans, jetzt bin ich eine Bauchtasche!

Heute möchte ich euch ein kreatives Patchwork zeigen und zwar nähe ich eine Bauchtasche aus alten Jeans. Patchwork mit Jeansstoffen ist aktuell voll im Trend und ist zudem ein tolles Upcycling-Projekt. Wer hat keine ausrangierte Jeans zuhause, die sich freut wieder in Einsatz zu kommen?!

Materialübersicht

Wir benötigen:

  • ca. 40 cm Stoff aus Jeanspatchwork
  • ca. 40 cm Futterstoff
  • Endlosreißverschluss ca. 38 – 40 cm + 1x Zipper
  • Gurt- oder Umhängeband mit Verschluss oder alternativ einen Hosenträger
  • Bei Bedarf kann der Außenstoff aus Patchwork mit ca. 40 cm Volumenvlies verstärkt werden
  • Details aus Jeansbund oder Hemdtasche, die in die neue Tasche eingearbeitet werden können
  • Das kostenlose Schnittmuster findest du hier: Schnittmuster_Bauchtasche_FraeuleinOtten_Bernina (Die Vorlage des Schnittmusters bitte nur für private Zwecke nutzen. Meine Ideen und Anleitungen dürfen nicht kommerziell genutzt werden!)

Selbstverständlich kann die Tasche auch aus einem Stück Stoff genäht werden. Das Patchwork ist nicht zwingend notwendig.

Vorbereitungen

Für meine Bauchtasche nähe ich mehrere Jeansstreifen zu einem Stück zusammen. Dazu verwende ich den Jeansfuß #8 und eine passende Jeansnadel. Vorab schneide ich jedoch erstmal mit Hilfe eines Rollschneiders die Streifen aus den alten Jeanshosen zurecht. 

Der Jeansfuß #8 und 8D eignet sich besonders für Geradstichnähte in dicken und harten Materialien wie Jeansstoff, Leinen oder Segeltuch. Auch mehrlagige Stoffe profitieren von seinem besonderen Aufbau. Die Geradstichplatte mit dem Stichloch gibt der Nadel größtmögliche Stabilität, während die flache Fußsohle das Gleiten über die dicken Stoffschichten erleichtert.

Image of Jeansfuss # 8.

Jeansfuss # 8

Der Jeansfuss # 8 erzeugt saubere Geradstichnähte auf dicken, harten Stoffen wie Jeans, Leder oder Reisetaschen.

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Auch für Geradstich auf mittelschwerem und dünnem Material ist der Jeansfuß #8 / 8D ideal.

Grundsätzlich empfehle ich für Patchwork-Arbeiten ein Lineal, einen Rollschneider und eine Matte anzuschaffen, um die Patches exakt zurechtzuschneiden. Wie bereits oben erwähnt, arbeite ich mich Schritt-für-Schritt an mein Patchwork heran. Ich teste Streifen aus, um den Passenden zu finden und nähe diese anschließend zusammen. Beim Patchworken nie die Naht verriegeln, sonst fügen sich die Stoffe nicht optimal zusammen und auch die Stoffkanten nicht versäubern.

Im Anschluss kann entsprechend dem Schnittmuster das Patchwork weiterverarbeitet werden. Gerne verwende ich einzelne Details aus den alten Materialien. So habe ich, wie auf dem Bild zu sehen, den Reißverschluss des Jeanshemdes meines Sohnes in einem Extrafach auf der Rückseite der Tasche integriert. 

Je nach Dicke des Stoffes kann dieser noch zusätzlich mit Vlies verstärkt werden. In meinem Fall habe ich ein Volumenvlies 630 von Freudenberger verwendet.

Bauchtasche nähen

Eine ähnliche Tasche habe ich vor 4 Jahren hier auf dem BERNINA Blog gezeigt. Damals allerdings aus Filz und nicht aus einem Jeanspatchwork.

Die Hüfttasche hat ein paar Herausforderungen und ist auf keinen Fall etwas für Nähanfänger. Für diese Tasche braucht es Näherfahrung!

Schnittteile im Überblick:

  • je 1x Vorderteil “unten” aus Jeanspatchwork und Futter
  • je 1x Vorderteil “oben” aus Jeanspatchwork
  • je 1x Vorderteil  Futter “oben” 
  • je 1x Rückteil aus Jeanspatchwork und Futter
  • je 1x Klappe aus Jeanspatchwork und Futter
  • Für die Abschlüsse links und rechts, habe ich einen Jeansbund (2x ca. 12 cm lang) eingesetzt. Auf der Rückseite gibt es, wie bereit erwähnt, ein Extrafach aus einem Jeanshemd mit Reißverschluss.
  • zusätzlich Reißverschluss, Zipper sowie Umhängeband. In unserem Fall handelt es sich um einen ausrangierten Hosenträger.

Auch hier nochmal der Hinweis, dass das Schnittmuster bitte nur zu privaten Zwecken genutzt wird und nicht zu komerziellen. Dankeschön! 🙂

Nähanleitung

1. Zuerst den verdeckten Reißverschluß nähen. Am Vorderteil oben 1,7 cm umbügeln. Den Endlosreißverschluss in der Mitte teilen und die eine Reißverschlusshälfte auf das umgebügelte Rückteil legen, so dass (wie im Bild zu sehen) der Reißverschluss rechts auf rechts bündig an der Versäuberungskante liegt. Mit Hilfe des Reißverschlussfußes (z.B. BERNINA Reißverschlussfuß #4) den Reißverschluss annähen.

Image of Reissverschlussfuss # 4.

Reissverschlussfuss # 4

Durch seine schmale Mittelzehe kommt der Reissverschlussfuss # 4 sehr nah an die Reissverschlusszähnchen heran und kann den Reissverschluss sauber annähen.

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2. Die andere Reißverschlusshälfte an der nicht umgebügelten Seite rechts auf rechts auf die untere Vorderseite des Jeanspatchwork annähen. 

3. Das Futter an die Nahtzugabe vom Außenstoff und Reißverschluss nähen. Orientiert euch dabei an der Naht des Außenstoffes und näht mit einem minimalen Abstand von knapp 0,2 cm parallel.

4. An das Vorderteil sowohl oben als auch unten annähen.

5. Nun den Zipper einfädeln! Der Reißverschluss liegt jetzt schön verdeckt im Stoff.

6.  Als nächstes den runden Deckel der Beuteltasche annähen. Diesen dafür mit Stecknadeln auf dem bereits genähten Teil feststecken. Zum Annähen verwende ich wieder den Jeansfuß #8 wie beim Zusammenfügen des Jeanspatchworks.

9. Den Deckel nur an den Außenstoff/Patchwork nähen. Das Futter wird separat genäht.

10. Im Anschluss den Futterdeckel an das vordere Futterteil nähen.

11. Nach dem Wenden sollte alles so wie auf dem nachfolgenden Bild aussehen.

12. Danach das Rückteil des Futters an das Futter-Vorderteil nähen und beim Futterteil eine Wendeöffnung von ca. 8 cm unten am Taschenrumpf offen lassen.

13. Nun das Rückteil von Außenstoff/Patchwork an das Vorderteil nähen und danach durch die Wendeöffnung im Futter die komplette Tasche wenden. Nach dem Wenden die Wendeöffnung schließen.

14. Links und rechts vom Reißverschluss die Zugabe abscheiden und die Seiten mit einem geraden Stich riegeln.

15. Als besonderes Detail habe ich an die linke und rechte Seitennaht ein Stück Jeansbund angenäht, an denen der Hosenträger festgemacht werden kann. Dafür habe ich zuerst den Jeansbund, wie auf dem Bild zu sehen, zu einer 12 cm langen Schlaufe zusammengenäht. 

16. Diese Schlaufen wenden und an beiden Seiten jeweils feststecken.

17. Kleiner Tipp: Falls die Stelle mit dem Reißverschluss aufgrund der vielen Stofflagen zu dick ist, könnt ihr diese idealerweise mit einem Hammer weich klopfen.

18. Die Schlaufen habe ich mit Hilfe eines Handstiches an die Tasche genäht. Gerade der Mix aus Jeanspatchwork in Kombination mit schlichter Handstickerei harmoniert sehr schön zusammen und gibt der Hüfttasche einen lässigen Handcrafted-Look.

19. Und fertig ist die Bauchtasche! 🙂

Übrigens den Rock habe ich auch selbst genäht und die Anleitung dazu findet ihr ebenfalls hier auf dem BERNINA Blog.

Und auch das Haarband ist selbstgemacht. Die passende Anleitung dazu findet ihr HIER.

Rabattgutschein für den BERNINA Jeansfuß #8/8D

Für den BERNINA Jeansfuß #8/8D gibt es im Rahmen vom “Zubehör des Monats” einen Rabatt! Den Rabatt-Coupon und weitere Informationen zum Angebot findet ihr hier.

Gültigkeit hat das Angebot beim BERNINA Fachhändler in Deutschland und Österreich.

Gratis Nähanleitung: Bauchtasche aus Jeans

Schwierigkeitsgrad: Profi
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: alte Jeans, Jeans, Jeanshemd, Jeansnadel, Jeansreste, Jeansstoff, Jeansstoffe, Jeansstoffreste
Verwendete Produkte:
BERNINA 740
BERNINA 740
Reissverschlussfuss # 4
Reissverschlussfuss # 4
Jeansfuss # 8
Jeansfuss # 8

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Kommentare zu diesem Artikel

13 Antworten

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  • Katja Schauer

    Sehr cool!Aber da fehlt irgendwie der Schritt, in dem man die gerade Seite der Klappe an das Rückteil näht, oder?

  • Michaela Bie

    Eine tolle Upcycling-Idee und so schön umgesetzt! Finde die Bauchtasche sehr gut gelungen und die Fotodokumentation auch sehr gut! Schmunzeln musste ich beim Bild mit dem Hammer. 😀 

      • miegge Meyer

        Bei mir im Nähzimmer liegt auch ein Hammer (allerding mit Metallkopf) bereit 😉 und ein Türstopper als Unterlage zum hämmern (aus Edelstahl mit Gummisohle). Wenn ich z.B. eine Jeanshose nähe, dann werden die dicken Stellen vor dem Absteppen auch immer platt gehauen. Seitdem ich das mache, habe ich kaum noch Probleme mit Fehlstichen an diesen Stellen.

        Und neben dem Verhauen der dicken Stellen kommt der Hammer dann z.B. auch beim Befestigen von Jeansknöpfen zum Einsatz. Ein Allroundtalent, der Hammer 😉

      • Stephanie Friedrich

        Danke für Deinen lieben Kommentar!
        Das mit dem Hammer habe ich im Studium in dem Fach „Industrielle Fertigung“  so auch gelernt. Diese Herangehensweise hat mir schon ziemlich oft geholfen:-)
        Herzlichst
        Stephanie

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