Kreative Artikel zum Thema Nähen

Kleid nähen – Anleitung für das Sommerkleid “Wendy”

Kleid nähen – Anleitung für das Sommerkleid “Wendy” aus der inspiration 01/2021 

Beim Durchblättern der neuen inspiration war wieder schnell klar, welche Projekte ich für euch nachnähen werde. Den Anfang machte die trendige Tasche “Bari” (die Anleitung dazu findet ihr hier). Nun folgt das wunderschön sommerliche Kleid “Wendy”.

Damit dieses tolle Kleid von euch ganz schnell und einfach nachgenäht werden kann, gibt’s heute eine ausführliche Anleitung. Ich zeige euch mit vielen Bildern, wie ihr euer eigenes Kleid nähen könnt. 

Wenn ihr regelmäßig weitere Tipps und Tricks zum Umgang mit eurer BERNINA (und zum Nähen im Allgemeinen) und Hinweise auf neue Blogbeiträge usw. lesen möchtet, folgt mir gerne auf meinem Instagram– und Facebook-Account. Dort verlose ich übrigens jede neu erschienene inspiration-Zeitschrift einmal an euch!

Folgendes Material wird für das Kleid benötigt:

  • 2,4 – 2,6 m Musselin (130 cm breit)
  • Rest Gewebeeinlage G 710
  • 0,9 – 1,2 m Gummiband, 1 cm breit

Optional:

  • Kantenband oder in Streifen geschnittene Gewebeinlage
  • Bügelstärke
  • BERNINA Nähmaschine mit 9 mm Stichbreite 
  • Spanische Hohlsaumvorrichtung #47
  • Offener Stickfuss #20

Vorbereitungen/Stoffzuschnitt

Das Schnittmuster ist in Ausgabe 01/2022 der inspiration enthalten. Wer das Heft noch nicht abonniert hat, kann das hier nachholen oder sich wahlweise das Einzelheft bestellen: BERNINA inspiration 01 .

Der Schnitt für das Kleid “Wendy” steht auch im Webshop der inspiration zur Verfügung. Ihr findet es unter folgendem Link:

https://www.bernina.com/kleid-wendy 

Schnittteile abpausen: Teile 24-27 auf dem Schnittmusterbogen A

  1. ausgeschnittene Schnittmusterteile (inklusive Markierungen!) auf den Stoff übertragen und diesen ausschneiden (Naht- und Saumzugaben nicht vergessen!)

Folgende Teile werden zugeschnitten:

TIPP: Wer das Kleid ohne Saumblende mit Spanischem Hohlsaum nähen möchte, verlängert das Rockteil um ca. 7 cm.

  • 1 x Vorderteil im Stoffbruch (Teil 24); Nahtzugaben nicht vergessen!
  • 1 x vorderer Besatz im Stoffbruch (Teil 24 oben); Nahtzugaben nicht vergessen!
  • 2 x vorderer Taschenbeutel (kurze Variante Teil 25); Nahtzugaben nicht vergessen! ACHTUNG: Diese beiden Beutel fehlen auf meinem nachfolgenden Bild!
  • 2 x hinterer Taschenbeutel (ganzes Teil 25); Nahtzugaben nicht vergessen!
  • 1 x Rückenteil im Stoffbruch (Teil 26); Nahtzugaben nicht vergessen!
  • 1 x rückwärtiger Besatz im Stoffbruch (Teil 26 oben); Nahtzugaben nicht vergessen!
  • 4 x Saumblende im Stoffbruch (Teil 27); Nahtzugaben nicht vergessen!
  • 2 x Ärmelblende (Maße je nach Größe – im Magazin)
  • 1 x Tunnelzug 119-148×1,5 cm; Nahtzugaben nicht vergessen! ACHTUNG: Der Tunnelzug fehlt auf meinem nachfolgenden Bild!

Sommerkleid nähen – los geht’s!

Besatz nähen

Schließt im ersten Schritt die Schulternähte an Kleid und Besätzen (ich habe zuvor noch die Besatz-Teile an den äußeren Kanten versäubert).

Ich habe anschließend die Schulternähte zusammengefasst mit der Overlock versäubert.

Der Besatz wird nun rechts auf rechts an den Halsausschnitt genäht.

TIPP: Markiert vorher sowohl am Kleid als auch am Besatz die vordere und hintere Mitte und steckt alles passgenau aufeinander.

Die Zugaben in den Rundungen und der vorderen Mitte werden nun eingeschnitten und der Besatz nach innen gebügelt. 

Jetzt wird der Besatz breit festgesteppt. Ich nutze dabei gerne das Kantenlineal (mit Orientierungshilfe).

Ärmel nähen

Die Ärmelblenden an den langen Seiten zum Schlauch verstürzen – anschließend wenden und bügeln. 

Die Ärmelkanten für den spanischen Hohlsaum vorbereiten, indem Kantenband (oder wie bei mir in Streifen geschnittene Einlage) auf die linke Seite der Armausschnitte aufgebügelt wird. 

Die Nahtzugaben der Armausschnitte nach links umbügeln. Danach könnt ihr die Ausschnittkanten und Blenden im Bereich der Naht zur zusätzlichen Stärkung mit Bügelstärke besprühen.

Jetzt wird die Spanische Hohlsaumvorrichtung #47 an der Maschine angebracht und der Offene Stickfuss #20 eingesetzt. Wählt außerdem den Hohlsaumstich Nr. 702 aus, die Stichbreite 9mm und die Stichlänge 5,5cm. Eventuell müsst ihr auch die Oberfadenspannung etwas erhöhen. 
TIPP: Näht vorher ein Probestück.

Image of Spanische Hohlsaumvorrichtung # 47.

Spanische Hohlsaumvorrichtung # 47

Durch die spanische Hohlsaumvorrichtung lassen sich Bordüren und Fransen optimal annähen und, zum Beispiel zu Verarbeitung von Tischdecken, Stoffteile zusammenfügen.

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Image of Offener Stickfuss # 20.

Offener Stickfuss # 20

Der Offener Stickfuss # 20 ist ideal für Stickarbeiten mit der Nähmaschine. Die Fadenfreistellung lässt ihn problemlos über dichte Stiche gleiten.

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Verbindet nun die Armausschnitte zwischen den Markierungen mit den Ärmelblenden.

TIPP: Ihr findet bei Linda auf Instagram eine Videoanleitung zum Nähen mit der Spanischen Hohlsaumvorrichtung. Die Video-Anleitung von BERNINA findet ihr hier auf Youtube.

Nahttaschen nähen

Die Nahttaschen könnt ihr mit Hilfe der Tipps aus dem inspiration Magazin 02/2021 nähen.

Dazu als erstes die Seitennaht, beginnend an der Ärmelblende (Nahtzugaben an Vorder- und Rückenteil evtl. einschneiden oder die Zugabe vom angeschnittenen Ärmel in das Blendenteil legen), bis zur oberen Taschenmarkierung schließen. Die letzten Stiche verriegeln. Nun die Stichlänge maximal erhöhen und bis zur 2. Markierung weiternähen. Darunter die Stichlänge wieder zurückstellen, gut verriegeln und die Seitennaht fertig schließen.

Zwischen den beiden Markierungen habt ihr also die maximale Stichlänge gewählt – davor und danach eine normale Stichlänge.

Die zugeschnittenen Taschenbeutel sehen so aus:

Den vorderen Taschenbeutel (kurze Variante) rechts auf rechts in Länge des Tascheneingriffs knapp ausserhalb der Nahtlinie auf die Zugabe des Vorderteils nähen.

Der hintere Taschenbeutel (ganzes Teil) wird ebenso auf die Zugabe des Rückenteils genäht.

Angenäht sieht das Ganze nun so aus: 

Bügelt beide Taschenteile in das Vorderteil und steckt sie zusammen.

Näht die Taschenbeutel nun zusammen – näht dabei auf dem vorderen Taschenbeutel im Verlauf der Rundung.

Ihr könnt jetzt den Tascheneingriff (Bereich zwischen den Markierungen – mit maximaler Stichlänge) auftrennen.

Zur Stabilisierung kann am Tascheneingriff oben und unten quer über die Seitennaht ein Riegel durch alle Stofflagen genäht werden.

Die Oberkanten der Taschenbeutel werden im Vorderteil festgesteckt, damit sie im nächsten Schritt mit befestigt werden können.

Tunnelzug nähen

Der Tunnelzug wird an den Längskanten versäubert, bevor er aufgesteckt wird.

Der versäuberte Tunnelzug-Streifen wird gemäß Markierung auf der Innenseite des Kleides festgesteckt. Dabei wird auch die Oberkanten der Taschenbeutel überdeckt. Die Tunnelenden werden jeweils eingeschlagen und der Tunnel wird aufgesteppt. Lasst eine kleine Öffnung, damit ihr das Gummiband einziehen könnt, offen.

TIPP: Ich lege mir ein Lineal zwischen die Lagen des Kleides, damit ich beim Tunnel feststecken nicht immer versehentlich die andere Seite des Kleides mit feststecke.

Nachdem der Tunnel festgesteppt wurde, wird mit einer Sicherheitsnadel das Gummiband eingezogen.

Näht das Gummiband an den Enden zusammen und schließt noch die eben offen gelassene Öffnung des Tunnelzugs.

Saum nähen

TIPP: Probiert euer Kleid an, bevor ihr die Saumblende annäht. Wenn ihr euer Kleid kürzen möchtet, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt 😉

An den Saumblenden jeweils eine Seitennaht schließen.

Im Anschluss werden Ober- und Unterkanten verstürzt, gewendet, gebügelt und die Oberkanten gestärkt. 

Die Blende zum Ring schließen (ich habe dies händisch gemacht).

TIPP: Achtet dabei unbedingt darauf, dass sie gleich lang wie der Kleidersaum ist.

Die Saumblende wird nun mit der Hohlsaumvorrichtung angenäht. Ein paar Zentimeter bevor die Naht aufeinandertrifft die Vorrichtung abschrauben, dass ihr den Rest fertig nähen könnt.
TIPP: Achtet unbedingt darauf, dass ihr die Blende gleichmäßig annäht und sich beim Nähen nichts verzieht.

Fertig ist euer Sommerkleid!

Ich hoffe, dass euch meine Anleitung zu diesem Kleid weiter hilft und wünsche euch ganz viel Freude beim Nachmachen!

Wenn ihr regelmäßig weitere Tipps und Tricks zum Umgang mit eurer BERNINA (und zum Nähen im Allgemeinen) und Hinweise auf neue Blogbeiträge usw. lesen möchtet, folgt mir gerne auf meinem Instagram– und Facebook-Account – Dort verlose ich übrigens jede neu erschienene inspiration einmal an euch! 

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Kommentare zu diesem Artikel

3 Antworten

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  • Christine Rummer

    Hallo,Ich habe dieses Kleid auch nachgenäht, weil es mir im Heft so gut gefallen hatte. Aus einem dünneren Leinen, ecru-beige mit einem dezenten Karomuster,  ein schöner Stoff, allerdings ohne Hohlsaum. Und – es ist ein furchtbarer Sack geworden,  nicht tragbar! Grösse 42, viel zu groß.  Ich ziemlich enttäuscht und überlege was ich daraus machen kann.  Vielleicht einen Blouson und extra Rock, aber schmäler.  Schade um  die viele Arbeit. Interessieren würde mich noch, ob es noch jemandem so ging.Grüße Christine Aus Stuttgart 

    • Claudia Giesser

      Hallo Christine

      Wie auf den Bildern zu sehen ist das Kleid sehr weit geschnitten. Der eine liebt es, der andere weniger. Es kommt natürlich auch immer auf die verwendete Stoffstärke an, je nach Webart fällt es unter Umständen noch voluminöser aus.

      Du kannst aber entweder den Gummi enger ziehen, also auf Taillenweite oder die Seiten erst enger nähen und dann einfach den Tunnelzug nochmal annähen.

      Beste Grüsse

      Claudia Giesser

       

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