Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps Mai 2022

Hier blüht was …
Textile Art Elsbeth Nusser-Lampe

Inzwischen hat die Ausstellung ‘Hier blüht was … Textile Art von Elsbeth Nusser-Lampe’ in den Räumen der Kurseelsorge Bad Krozingen – wie schon in den letzten Ausstellungstipps angekündigt – begonnen.

Elsbeth Nusser-Lampe
Ausstellung ‘Hier blüht was …’, Haus der Kurseelsorge, Bad Krozingen
Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Die Künstlerin, die zu den renommiertesten Textilschaffenden in Deutschland und darüber hinaus zählt, hat sich vor allem Blumen- und Blütenthemen verschrieben, aber auch Gräser, Blätter, Bäume tauchen am häufigsten in ihren Arbeiten auf – kein Wunder, ist sie doch Diplom-Biologin. Seit rund 40 Jahren beschäftigt sie sich mit textilen Techniken und Ausdrucksmöglichkeiten, auch als Kursleiterin und Autorin.

Elsbeth Nusser-Lampe: Wirbelwind, Detail
Ausstellung ‘Hier blüht was …’, Haus der Kurseelsorge, Bad Krozingen
Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Maschinenquilting und die freie Maschinenstickerei ergänzt Elsbeth Nusser-Lampe im Lauf der Jahre mit den verschiedensten Techniken aus dem Bereich des Färbens und des Surface Design – ihre Hauptinspirationsquelle für die Umsetzung sind und bleiben dabei Themen aus der Natur.

Elsbeth Nusser-Lampe: Tulpen, Detail
Ausstellung ‘Hier blüht was …’, Haus der Kurseelsorge, Bad Krozingen
Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Hierbei geht es ihr nicht um eine detailgetreue Nachbildung oder exakte Kopie natürlicher Formenvorkommen. Die Formenvielfalt, Schönheit und Wandelbarkeit der Blüten dient der Suche nach einem Ausdruck von Leichtigkeit und Harmonie. Und es ist ihr wichtig, den Betrachter*innen eigene Interpretationen, Emotionen und Phantasien zu ermöglichen.

Man sollte also dieses Frühlings-Highlight nicht verpassen!

Info:

1. – 31. Mai 2022

Hier blüht was …
Textile Art Elsbeth Nusser-Lampe

Haus der Kurseelsorge
Thüracher Strasse 1
Vis-à-vis Vita Classica Therme
79189 Bad Krozingen
Deutschland

www.kurseelsorgebk.de
www.elsbethnusser-lampe.de

Öffnungszeiten
Mo – Fr: 8.30 – 18.30 Uhr
So: 11 – 16 Uhr
Die Künstlerin ist sonntags persönlich anwesend

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Tulpenschau im Gartenbau.
Historische Zeugnisse der Tulpomanie in Augsburg

Ein weiteres Fühlings-Highlight zeigt die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg noch bis zum bis 8. Juli 2022 in ihrem Unteren Cimeliensaal mit der Ausstellung ‘Tulpenschau im Gartenbau. Historische Zeugnisse der Tulpomanie in Augsburg’.

Plakat
Ausstellung ‘Tulpenschau im Gartenbau. Historische Zeugnisse der Tulpomanie in Augsburg’
© Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Freundlicherweise von der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg zur Verfügung gestellt

Augsburg ist nicht nur Römerstadt, Fuggerstadt, Renaissance- und Barockstadt, Wasser- und Welterbestadt, Augsburg ist auch Tulpenstadt. Heute allgegenwärtig, aber Mitte des 16. Jahrhunderts ist es eine kleine Sensation: Im Jahr 1557 blühte in einem Augsburger Garten zum ersten Mal eine Tulpe, vielleicht überhaupt zum ersten Mal im damaligen Heiligen Römischen Reich.

Denn erst zwei Jahre zuvor waren die ersten Tulpenzwiebeln aus Konstantinopel (heute: Istanbul) über Wien nach Augsburg gelangt – lange bevor es sie hierzulande, etwa in Karlsruhe (hier importierte Markgraf Karl Wilhelm (1679-1738) während seiner Regierungszeit (ab 1709) viele verschiedene Tulpensorten für seine Gärten) oder in den Niederlanden, gab.

Karte von Augsburg, Hildburghausen um 1850
Mit Eintragung der damaligen Gärten Fugger, Herwart, Kraus, Scheler und Richter
SuStBA, Graph 31/72 -9, Ausschnitt
© Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Ausstellung ‘Tulpenschau im Gartenbau. Historische Zeugnisse der Tulpomanie in Augsburg’
Freundlicherweise von der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg zur Verfügung gestellt

Die erste Tulpenblüte wurde für den Schweizer Naturforscher Conrad Gessner (1516-1565) in einer Zeichnung festgehalten und dieser früheste Beleg einer blühenden, aus dem Osmanischen Reich importierten Tulpe im christlichen Europa ist erhalten geblieben. Ihr Aussehen überliefert ein auf 1557 datiertes Aquarell aus dem Besitz des Zürcher Naturforschers und Botanikers.

Die erste dokumentierte in Augsburg blühende Tulpe, kolorierte Zeichnung 1557
Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg, H62/MS 2386[2, Blatt 220v
© Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg
Ausstellung ‘Tulpenschau im Gartenbau. Historische Zeugnisse der Tulpomanie in Augsburg’
Freundlicherweise von der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg zur Verfügung gestellt

1559, zwei Jahre nach Erhalt dieses Bildes aus Augsburg, sah Gessner im Garten des Augsburger Ratsherren Johann Heinrich Herwart (1520-1583) seine erste (und einzige) blühende Tulpe in natura, beschrieb diese zum ersten Mal wissenschaftlich und publizierte sie 1561 im Druck mit einem illustrierenden Holzschnitt. Dies sollte die ‘Augsburger Tulpe’ in ganz Europa bekannt machen.

Conrad Gessner: De tulipa turcarum, Straßburg 1561
Mit Holzschnitt nach der Augsburger Tulpe von 1557
SuStBA, 2 Med 69#(Beibd., Blatt 213r
© Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Ausstellung ‘Tulpenschau im Gartenbau. Historische Zeugnisse der Tulpomanie in Augsburg’
Freundlicherweise von der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg zur Verfügung gestellt

1959 wurde zum 400-jährigen Jubiläum eine Tulpe Augsburg neu gezüchtet, die sich heute aber trotz intensiver Suche nicht mehr nachweisen lässt.

Wird die Zeichnung der ersten Augsburger Tulpe von 1557 heute in der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg aufbewahrt, so hütet die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg unter ihren reichen Beständen dennoch wichtige Blumen- und Pflanzenbücher des 16. Jahrhunderts bis in die aktuelle Zeit.

Scheler’sches Gartenbuch, Augsburg 1615 bis 2. Hälfte 17. Jh.
Der Blick in den Scheler’schen Garten 1615, kolorierte Zeichnung
SuStBA, 2 Cod H 70, Titelblatt
© Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Ausstellung ‘Tulpenschau im Gartenbau. Historische Zeugnisse der Tulpomanie in Augsburg’
Freundlicherweise von der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg zur Verfügung gestellt

Von diesen zeigt sie nun bedeutende Zeugnisse der Blütezeit des Tulpenwahns im historischen Ausstellungssaal.

Scheler’sches Gartenbuch, Augsburg 1615 bis 2. Hälfte 17. Jh.
Weiss-rosa Tulpe, kolorierte Zeichnung
SuStBA, 2 Cod H 70, Blatt 207r
© Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Ausstellung ‘Tulpenschau im Gartenbau. Historische Zeugnisse der Tulpomanie in Augsburg’
Freundlicherweise von der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg zur Verfügung gestellt

Die Schönheit der farbintensiven Tulpen-Aquarelle auf feinem Pergament und Papier und die Menge der schon im 17. Jahrhundert in Augsburg gehandelten Tulpenzwiebeln sind faszinierend.

Catalogus. Der Blumen So Bey Mihr Hanß Georg Kraus In Augspurg Zu bekomen sein, Augsburg 1665
Johann Georg Kraus mit Tulpe, Nelken und Titelrolle seines Tulpen- und Pflanzensortiments
SuStBA, S 73 -22, Titelblatt
© Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Ausstellung ‘Tulpenschau im Gartenbau. Historische Zeugnisse der Tulpomanie in Augsburg’
Freundlicherweise von der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg zur Verfügung gestellt

Im Zentrum der Ausstellung stehen bisher völlig unbekannte und nie gezeigte hochqualitätvolle in Deckfarben gemalte Tulpenporträts aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Sog. Stammbuch des Augsburger Goldschmieds Daniel Preiss, Augsburg, 1. Hälfte 17. Jh.
Orange-gelbe Tulpe, kolorierte Zeichnung
SuStBA, 8 Cod 194, Blatt 113r
© Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Ausstellung ‘Tulpenschau im Gartenbau. Historische Zeugnisse der Tulpomanie in Augsburg’
Freundlicherweise von der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg zur Verfügung gestellt

Weitere Höhepunkte der Schau sind das 1615 datierte Gartenbuch des Augsburger Kaufmanns Andreas Scheler (1579–1637) und seiner Frau Jakobina Christell mit 403 Blumenporträts, sowie die um 1640 datierbaren Tulpenbildnisse aus dem ‘Stammbuch’ des Augsburger Goldschmiedes Daniel Preiss (um 1585–1634, Meister um 1617).

‘Halder’sches Tulpenbuch’, Deutschland, 3. Viertel 17. Jh.(?)
Tulpe ‘Morillon de Lillo’, Gouache auf Pergament, silhouettiert
SuStBA, 2 Cod H 71, Blatt 3r
© Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Ausstellung ‘Tulpenschau im Gartenbau. Historische Zeugnisse der Tulpomanie in Augsburg’
Freundlicherweise von der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg zur Verfügung gestellt

Selbst mit einem originalen Pflanzkübel der Augsburger Familie Andreas Scheler (1579–1637) wird der bayerisch-schwäbischen Tulpomanie nachgegangen. Zeitgleich sollen im Vorgarten der Bibliothek 280 Tulpen erblühen.

Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter Katalog erschienen, in dem nun die neuesten Erkenntnisse zur Tulpe in Augsburg vorgestellt werden. Erhältlich oder bestellbar in der Bibliothek zum Preis von 22 EUR.

Zur virtuellen Ausstellung geht es unter diesem Link

Kurator: Dr. Karl-Georg Pfändtner

Vielen Dank an Ursula Brenner für diesen Tipp!

Info:

8. April – 8. Juli 2022

Tulpenschau im Gartenbau.
Historische Zeugnisse der Tulpomanie in Augsburg

Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Schaezlerstrasse 25
86152 Augsburg
Deutschland

www.sustb-augsburg.de

Öffnungszeiten:
Mo – Fr: 11 – 16 Uhr
(Samstag, Sonntag und Feiertage geschlossen)

Der Eintritt ist frei

Flyer

Vorträge im Rahmenprogramm:

3. Mai 2022, 18.30 Uhr
Dr. Helmut Zäh (Augsburg): Vom Bosporus an den Lech. Wie die ersten Tulpen nach Augsburg kamen

2. Juni 2022, 18.30 Uhr
Christine Messineo-Gleich (Botanischer Garten Augsburg): Die Tulpe – farbenprächtig und hoch gehandelt

21. Juni 2022, 18.30 Uhr
Dr. Pia Rudolph (Bayerische Akademie der Wissenschaften, München): Vor dem Tulpenfieber. Einblicke in gedruckte Pflanzenbücher des 15. und 16. Jahrhunderts

5. Juli .2022, 18.30 Uhr
Dr. Karl-Georg Pfändtner (Staats- und Stadtbibliothek Augsburg): Augsburg und die Tulpe

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Design Goals
Designerinnen setzen Zeichen für textile Nachhaltigkeit

‘The future is design’ … Faszinierende Modeentwürfe aus Airbag-Stoffen, Textilresten, Flusen, Orangen oder Herbstlaub – das zeigt die neue Sonderausstellung von jungen Designerinnen ab dem 7. Mai 2022 im Foyer des Staatlichen Textil- und Industriemuseums Augsburg (tim).

Elise Esser: Saftig, Sneaker aus Orangenleder
Ausstellung ‘Design Goals’, tim Augsburg
Foto: Elise Esser, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Vor dem Hintergrund endlicher Ressourcen liegt der Fokus der zukunftsweisenden Arbeiten auf einem nachhaltigen Umgang mit dem Material Textil. So thematisiert die Ausstellung den kreativen Prozess hinter vielversprechenden Innovationen und gibt Einblicke in analoge und digitale Prozesse heutigen Gestaltens in einer nachhaltigen Welt von morgen.

Silk Wall, Gebäudefassade in Shanghai
Ausstellung ‘Design Goals’, tim Augsburg
Foto: Gesa Balbig, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Titel ‘Design Goals’ bezieht sich auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals SDGs) der Vereinten Nationen. Die Schau zeigt beeindruckende Design-Lösungen und Strategien in Form von Produkten, Materialien und Konzepten für die Zukunft: Kreative und technische Lösungen aus bisher ungenutzten Ressourcen. Die jungen Expertinnen setzen so als ‘complex problem solver’ nachhaltige, gesellschaftlich relevante Statements im Design und Ingenieurwesen.

Jacquardgewebe nach Entwürfen von Gesa Balbig
Ausstellung ‘Design Goals’, tim Augsburg
Foto: Gesa Balbig, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

tim-Museumsdirektor Dr. Karl Borromäus Murr: ‘Nachhaltigkeit nimmt zu Recht einen immer wichtigeren Stellenwert in unserem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben ein. Das betrifft einerseits die gesamte Wertschöpfungskette, die gerade im Bereich der Textilproduktion schon immer eine globale war und so stellvertretend für viele aktuelle weltweite Herausforderungen steht. Wie müssen wir mit unserem Planeten Erde umgehen, damit er auch noch künftigen Generationen als lebenswerter Lebensraum dienen kann? Wie gehen wir mit Ressourcen um? Wie kann der Klimawandel gestoppt und faire Arbeitsbedingungen hergestellt werden? Wie kann ein nachhaltiger Konsum aussehen? All das thematisieren die spannenden Arbeiten der jungen Designerinnen in beeindruckender Weise.’

Etien-Marie Hofbauer: Zero Waste Bag
Ausstellung ‘Design Goals’, tim Augsburg
Foto: Etien-Marie Hofbauer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Gesa Balbig, Elise Esser, Katharina Grobheiser, Melissa Grustat, Etien-Marie Hofbauer, Lydia Petersen, Franziska Poddig, Theresa Scholl, Marina Elena Wachs.

 Info:

7. Mai – 24. September 2022

Design Goals
Designerinnen setzen Zeichen für textile Nachhaltigkeit

tim | Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg
Provinostraße 46
86153 Augsburg
Deutschland

www.timbayern.de

Öffnungszeiten:
Di – So: 9 – 18 Uhr
montags geschlossen

Der Eintritt ist frei

Flyer

Maker Space im tim-Rahmenprogramm:

Let’s get creative! Die ‘Macherinnen’ der Exponate, die im Rahmen der Ausstellung ‘Design Goals’ zu sehen sind, bieten am Eröffnungswochenende Workshops zum textilen Arbeiten an. Neben eigenen Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit vermitteln die Designerinnen dabei ihr Wissen und Können im Gestalten von Textilien oder wie eigene kreative Ideen in diesem Bereich umgesetzt werden können. Der ‘Maker Space’ ist eine offene Werkstatt, in der Besucherinnen und Besucher beispielsweise ein eigenes, mitgebrachtes T-Shirt oder anderes Textil gemeinsam mit den Profi-Designerinnen upcyceln können.

Sa, 7. Mai 2022, 9.30 – 16.30 Uhr und
So, 8. Mai 2022, 10 – 14.30 Uhr

Die Teilnahme an den offenen Workshops ist kostenlos.

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Moved by Schlemmer.
100 Jahre Triadisches Ballett

Poster
Ausstellung ‘Moved by Schlemmer’, 2022, Staatsgalerie Stuttgart
© Staatsgalerie Stuttgart
Foto freundlicherweise von der Staatsgalerie zur Verfügung gestellt

Am 30. September 1922 wird das ‘Triadische Ballett’ von Oskar Schlemmer im Württembergischen Landestheater in Stuttgart uraufgeführt.

Szenenfoto zum ‘Triadischen Ballett’
Zwei Figurinen aus der gelben Reihe: ‘Rundrock’, getanzt von Elsa Hötzel und ‘Taucher’, getanzt von Oskar Schlemmer, um 1922/23
Stiftung Bauhaus, Dessau
© Stiftung Bauhaus, Dessau
Ausstellung ‘Moved by Schlemmer’, 2022, Staatsgalerie Stuttgart
Foto freundlicherweise von der Staatsgalerie zur Verfügung gestellt

Die Faszination dieses aussergewöhnlichen Gesamtkunstwerks, das bildende Kunst, Tanz und Kostüm zusammendenkt, ist bis heute ungebrochen. Schlemmers erhaltene Originalfigurinen, die sich seit den 1970er Jahren im Besitz der Staatsgalerie Stuttgart befinden, zählen zu den Highlights der Sammlung.

Oskar Schlemmer: Das Triadische Ballett, 1922
Staatsgalerie Stuttgart
Ausstellung ‘Moved by Schlemmer’, 2022, Staatsgalerie Stuttgart
Foto: © Staatsgalerie Stuttgart, freundlicherweise von der Staatsgalerie zur Verfügung gestellt

Warum und auf welche Weise bewegt das ‘Triadische Ballett’ auch hundert Jahre nach seiner Entstehung die Besucher*innen? Und worin zeigt sich Schlemmers Relevanz für die Gegenwartskunst?

Oskar Schlemmer: Das Triadische Ballett, 1922
Staatsgalerie Stuttgart
Ausstellung ‘Moved by Schlemmer’, 2022, Staatsgalerie Stuttgart
Foto: © Oliver Kröning, freundlicherweise von der Staatsgalerie zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung ‘Moved by Schlemmer’, die die Staatsgalerie Stuttgart noch bis zum 9. Oktober 2022 zeigt, bettet die historischen Figurinen in eine Präsentation aus raumfüllenden Installationen dreier zeitgenössischer Künstlerinnen ein und holt einen aussergewöhnlichen Moment Stuttgarter Geschichte auf die Bühne der Gegenwart.

Kalin Lindena: ohne Titel (Bühne), 2014, Detail
Atlas (Statist), 2012, Detail
© Kalin Lindena & Galerie Nagel Draxler, Berlin/Köln/München
Ausstellung ‘Moved by Schlemmer’, 2022, Staatsgalerie Stuttgart
Foto: Staatsgalerie Stuttgart, freundlicherweise von der Staatsgalerie zur Verfügung gestellt

Ausgangspunkt der Ausstellung ist Schlemmers Konzept des ‘Triadischen Balletts’ als Tanz der Dreiheit, der sich in drei Stimmungen vom Heiter-Burlesken über das Festlich-Getragene hin zum Mystisch-Fantastischen steigert. Ulla von Brandenburg, Kalin Lindena und Haegue Yang reagieren jeweils auf eine Stimmung und konfrontieren Schlemmers Überlegungen mit ihren eigenen künstlerischen Fragestellungen.

Oskar Schlemmer: Das Triadische Ballett, Figurine ‘Tänzer, türkisch’, 1922
Staatsgalerie Stuttgart
Kalin Lindena: ohne Titel (Bühne), 2014, Detail
© Kalin Lindena & Galerie Nagel Draxler, Berlin/Köln/München
Ausstellung ‘Moved by Schlemmer’, 2022, Staatsgalerie Stuttgart
Foto: Staatsgalerie Stuttgart, freundlicherweise von der Staatsgalerie zur Verfügung gestellt

Ein Blick auf die Rezeptionsgeschichte zeigt zudem, wie stark der Einfluss des ‘Triadischen Balletts’ – von der Musik bis hin zur Mode – bis heute geblieben ist, aber auch, welche kritischen Fragen das Schlemmer’sche Werk hundert Jahre nach seiner Entstehung im Heute provoziert.

Haegue Yang: Sonic Gate – Law of Nine, Teil von Handles, 2019
© Genehmigt durch Haegue Yang und Galerie Barbara Wien, Berlin
Ausstellung ‘Moved by Schlemmer’, 2022, Staatsgalerie Stuttgart
Foto: Staatsgalerie Stuttgart, freundlicherweise von der Staatsgalerie zur Verfügung gestellt

Prof. Dr. Christiane Lange, Direktorin der Staatsgalerie, sagt: ‘Das ‘Triadische Ballett’ von Oskar Schlemmer ist seit seiner Uraufführung 1922 ständige Inspiration für Künstlerinnen und Künstler aller Medien. Dies verdeutlichen auch 100 Jahre später die Arbeiten von Ulla von Brandenburg, Kalin Lindena und Haegue Yang auf eindrucksvolle Art und Weise.’

Ulla von Brandenburg: Maskiert und vor allem – verschwiegen, 2022, Detail
© Genehmigt durch Ulla von Brandenburg und Meyer Riegger, Berlin/Karlsruhe; Produzentengalerie Hamburg, Hamburg; Galerie Art: Concept, Paris; Pilar Corrias, London
Ausstellung ‘Moved by Schlemmer’, 2022, Staatsgalerie Stuttgart
Foto: Staatsgalerie Stuttgart, freundlicherweise von der Staatsgalerie zur Verfügung gestellt

Die Kuratorin Dr. Susanne Kaufmann-Valet ergänzt: ‘Es ist sehr beeindruckend zu sehen, wie aktuell das ‘Triadische Ballett’ von Oskar Schlemmer bis heute geblieben ist.’

Oskar Schlemmer: Der Tänzer, 1923, Staatsgalerie Stuttgart
Ulla von Brandenburg, Maskiert und vor allem – verschwiegen, 2022, Detail
© Genehmigt durch Ulla von Brandenburg und Meyer Riegger, Berlin/Karlsruhe; Produzentengalerie Hamburg, Hamburg; Galerie Art: Concept, Paris; Pilar Corrias, London
Ausstellung ‘Moved by Schlemmer’, 2022, Staatsgalerie Stuttgart
Foto: Staatsgalerie Stuttgart, freundlicherweise von der Staatsgalerie zur Verfügung gestellt

Weitere Informationen zum Tanz- und Performancefestival, Ausstellungstrailer, Video zum ‘Making of’, Podcast zur Geschichte des ‘Triadischen Balletts’ und vieles mehr sind auf der Website der Staatsgalerie zu finden. Einfach mal reinklicken!

Info:

10. April – 9. Oktober 2022

Moved by Schlemmer.
100 Jahre Triadisches Ballett

Staatsgalerie Stuttgart
Konrad-Adenauer-Strasse 30 – 32
70173 Stuttgart
Deutschland

www.staatsgalerie.de

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Atelier Zanolli
Stoffe, Mode, Kunsthandwerk, 1905–1939

Mit Airbrush besprühte Seidenstoffe, opulent bestickte Kissen, farbenprächtige Perl- und Holzarbeiten: Das Museum für Gestaltung Zürich hütet mit dem Nachlass der Familie Zanolli einen seltenen Schatz. Unter dem Label ‘Atelier Zanolli’ erschuf diese in Zürich eine fantastische Welt voller anmutiger und heiterer Produkte.

Atelier Zanolli: Stoffcoupon, Dessin 9010, Seide, gefärbt, Schablonen-/Spritztechnik, 1930er Jahre, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Darin zeigen sich kulturelle wie stilistische Einflüsse von der Avantgarde bis zur geistigen Landesverteidigung. Trotz den teils schwierigen Gegebenheiten der Epoche gelang es den Zanollis stets, ihren Wunsch nach künstlerischer Selbstverwirklichung mit Aufträgen für bedeutende Textilunternehmen und Warenhäuser zu verbinden.

Atelier Zanolli: Zierkissen, Seidentaft, appliziert und bestickt, 1917-1939, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung erzählt die bewegte Geschichte der aus Italien eingewanderten Familie und zeigt ihre mit enormer Liebe zum Detail gestalteten Objekte.

Atelier Zanolli: Ansteckschmuck, Leder, gefärbt, 1915-1939, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit ungebremster schöpferischer Energie bespielte die Familie Zanolli in Zürich zu Beginn des 20. Jahrhunderts das weite Feld der kunsthandwerklichen Gestaltung. Material- und disziplinübergreifend entwarf und produzierte sie eine Vielzahl von charmanten Objekten, die im Rahmen der Ausstellung ‘Atelier Zanolli’ im Museum für Gestaltung Zürich ab dem 6. Mai 2022 entdeckt werden können.

Atelier Zanolli, Dosen mit Deckel, Holz, gedrechselt, gebeizt, Brandmalerei, 1923-1930, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung ‘Atelier Zanolli – Stoffe, Mode, Kunsthandwerk, 1905–1939’ präsentiert erstmals öffentlich den materiellen Nachlass der künstlerisch hochambitionierten Familie Zanolli. Als Atelier Zanolli erschafft die Familie ab 1905 in der Seidenstadt Zürich eine Fülle von Produkten, die ihre hohe Attraktivität in zahllosen Sparten und unerwartet bunten Farben auffächert.

Atelier Zanolli: Perlband, Glasperlenarbeit, gehäkelt, 1917-1939, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Arbeiten ermöglichen einen umfassenden Einblick in die Techniken und Bedingungen sowie den Zeitgeschmack der Epoche.

Atelier Zanolli: Textildruck, Dessin 0128, Seide gefärbt, Linoldruck, ca. 1921, Kunstge-
werbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ideale der Familie und ihr Ringen um die Positionierung des ‘Stile Zanolli’ in einer gestalterisch ambitionierten Zeit weisen dabei Parallelen zu aktuell tätigen Start-ups auf, gerade in ihrer Leidenschaft für handgefertigte Produkte, wie sie auch heute wieder nachgefragt sind.

Atelier Zanolli: Stoffprobe, Dessin 5078 A, Seide, gefärbt, Schablonen-/Spritztechnik,
1926-1939, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zentral in der Tätigkeit des Atelier Zanolli ist die Familie als tragende Produktionseinheit. Die als Modeschöpferin tätige Mutter Antonietta Zanolli initiiert 1905 die Migration aus dem norditalienischen Belluno nach Zürich, wo die Familie mit einem Atelier für Mode und Kunsthandwerk einen Neuanfang wagt.

Atelier Zanolli: Schablonen Textildruck, Karton, 1926-1939, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Bald steigt die Nachfrage nach den aufwendig bestickten Kreationen, wo Huftiere über Holzschalen und Lederetuis springen oder Luftballons vor einem Regenbogen schweben.

Atelier Zanolli: Schale, Holz, gedrechselt, bemalt, 1915-1939, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ab Mitte der 1920er Jahre entstehen stets neue fantasievolle Muster auf zahllosen Seidenstoffen.

Atelier Zanolli: Stoffcoupon, Dessin 9012, Seide, gefärbt, Schablonen-/Spritztechnik, 1926-1939, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Gekonnt und mit viel Lust am Experiment führt die Tochter Lea Zanolli dabei die Airbrush-Spritzpistole.

Edith Weil-Baumann: Lea Zanolli am Spritzapparat, Atelier Zanolli, Zollikerberg, 1939, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Trotz teils widrigen historischen Vorgaben kann das Atelier Zanolli die künstlerische Selbstverwirklichung mit Aufträgen für bedeutende Warenhäuser wie Grieder und Jelmoli verbinden.

Atelier Zanolli: Gürteltasche, Glasperlenarbeit, um 1917, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der zum ersten Mal gezeigte Fundus sorgt für ein aussergewöhnliches Sehvergnügen im Museum für Gestaltung Zürich. In sieben Ausstellungzonen stellt sich zunächst in aparten Fotos die Famiglia Zanolli vor.

Fotografie unbekannt, Zoe, Pia und Lea Zanolli, ca. 1915, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Eine ‘Boutique’ ermöglicht das Schwelgen in der sinnlichen Welt des Stile Zanolli: Umrahmt von veredelten Seidenstoffen prangen opulent bestickte Kissen, mit Brandmalerei verzierte Lederetuis, farbenprächtige Holz-, Filz- und Glasperlenarbeiten und Spritztechnik auf Papier.

Atelier Zanolli: Etuis, Leder, gefärbt, Brandmalerei, 1915-1939, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘L’Atelier’ macht in Entwürfen und Materialien die Produktion greifbar. Die Zürcher Designerin Franziska Born zeigt in einer Neuinterpretation des Stile Zanolli die Finessen der Airbrushtechnik auf. In der anschliessenden Vermittlungszone ‘Provòn!’ (Bellunesisch für: Probieren wir es!) kann das Publikum mittels Stempeln eigene Muster kreieren, die Teil der Ausstellung werden.

Atelier Zanolli: Stoffprobe, Dessin 5021 A, Seide, gefärbt, Schablonen-/Spritztechnik, 1926-1939, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Il Successo’ markiert die Stationen des Atelier Zanolli vom Hausierhandel bis zum Erfolg, während ‘L’Influsso’ den Zanolli-Kosmos über inspirierende aussereuropäische Textilien wie auch die lokale Konkurrenz kontextualisiert: Sophie Taeuber-Arp, Otto Morach sowie Elsi Giauque aus der Zürcher Filiale der Wiener Werkstätte sind hier unter anderen vertreten. Internationale Parallelen manifestieren sich in den meisterhaften Exponaten von Klara Posnanski und Maria May.

Atelier Zanolli: Armreif, Glasperlenarbeit, gehäkelt, ca. 1921, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘La Risonanza’ zu guter Letzt bildet mit aktuellen Designpositionen eine zeitgenössische Echokammer: Rafael Kouto, Lela Scherrer oder Ikou Tschüss treten über die gestalterischen Disziplinen mit dem Atelier Zanolli in einen Dialog.

Atelier Zanolli: Vertreterkarte, 1923-1929, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Atelier Zanolli’, Museum für Gestaltung Zürich
Foto: U. Romito und I. Suta, Museum für Gestaltung Zürich/ZHdK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Leihnahmen aus internationalen Sammlungen und von den Nachfahren des Atelier Zanolli sowie dokumentarisches Material zur Familie aus dem Schweizerischen Sozialarchiv ergänzen die Exponate aus der Museumsbestand.

Kuratorium: Sabine Flaschberger, Kunstgewerbesammlung Museum für Gestaltung Zürich

Zur Ausstellung ist eine Publikation erhältlich

Informationen zu Gesprächen, Führungen, inklusiven Angeboten und Workshops sind auf der Website des Museums zu finden.

Info:

6. Mai – 4. September 2022

Atelier Zanolli – Stoffe, Mode, Kunsthandwerk, 1905–1939

Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal
Pfingstweidstrasse 96
8005 Zürich
Schweiz

www.museum-gestaltung.ch

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20 Jahre ALKÜNS!
ver-rückt

Die Textilkunst-Internetgruppe ‘Die Alküns’ lädt ein zu ihrer Jubiläums-Ausstellung unter dem Titel ‘ver-rückt’.

Einladung
Ausstellung ’20 Jahre ALKÜNS! ver-rückt’, Galerie Kunstverein Schollbrockhaus, Herne
Foto freundlicherweise von den ALKÜNS zur Verfügung gestellt

Dieses Thema wird vielseitig interpretiert und bietet viel Raum zur Gestaltung, denn:

ver-rückt ist, wenn:

– etwas aus dem bekannten Rahmen fällt

– etwas räumlich oder zeitlich verschoben ist

– oder auch etwas ungewöhnlich, unerwartet oder unberechenbar ist

Man lasse sich überraschen!

Info:

25. Mai – 6. Juni 2022

20 Jahre ALKÜNS!
ver-rückt

Galerie Kunstverein Schollbrockhaus
Karl-Brandt-Weg 1
44629 Herne
Deutschland

www.schollbrockhaus.de
www.alkuens.de

Vernissage:
Mi, 25. Mai 2022, 17 – 19 UHr

Öffnungszeiten:
27. – 29. Mai 2022
2. Juni 2022
4. – 6. Juni 2022
jeweils 11 – 17 Uhr

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Menschen, Tiere, Götterwesen
Textile Schätze aus dem Alten Peru

In den Beständen der Abegg-Stiftung in Riggisberg befindet sich eine kleine, aber eindrucksvolle Sammlung von Textilien aus dem Alten Peru. Nun werden die interessantesten Stücke aus der präkolumbischen Ära davon präsentiert – zum ersten Mal in einer eigenen Sonderausstellung.

Schon vor mehr als zweitausend Jahren wurden im Alten Peru Stoffe und Gewänder von grosser Vielfalt und Kunstfertigkeit geschaffen. Dass wir sie heute noch bewundern können, ist speziellen klimatischen und geografischen Bedingungen zu verdanken; denn erhalten geblieben sind die kostbaren Stücke im salzhaltigen Boden der Wüstengebiete an der peruanischen Küste. Geschützt vor Feuchtigkeit und Licht überdauerten sie die Zeitläufe zum einen als Weihegaben an die Götter oder als Grabbeigaben. In der sogenannten Paracas-Kultur beispielsweise (8. bis 1. Jahrhundert v. Chr.) wickelte man die Toten in Stoffbündel, die bis zu fünfzig Schichten umfassten. Ein Teil davon bestand aus reich verzierten Tuniken, Lendenschurzen, Kopftüchern, Röcken und Mänteln. In jüngeren Kulturen gab man den Verstorbenen Tongefässe mit, gefüllt mit wertvollen Gewändern. Als beeindruckende Zeugnisse längst untergegangener Welten bieten uns die Textilien einen Blick in eine ferne Vergangenheit.

Für die Herstellung der Textilien wurden vor allem Wolle und Baumwolle verwendet. Wolle lieferten Lamas und Alpakas, die auf den Hochebenen der Anden lebten. Baumwolle wurde in den Flusstälern der Küste angebaut. Dort lagen fruchtbare Oasen, die Landwirtschaft inmitten der Wüste erlaubten. Zum Färben wurden verschiedenste Naturfarbstoffe benutzt. Besonders aufwendig war die Rotfärbung mit Cochenille. Der Farbstoff wurde aus getrockneten, zu Pulver gemahlenen Schildläusen erzeugt. Auch Blau war schwierig herzustellen. Es wurde in einem komplizierten Verfahren aus den Blättern des Indigostrauches gewonnen. 

Detail einer Tunika
Peru, Nordküste, Chimú-Kultur, 11.–15. Jahrhundert
Abegg-Stiftung, Inv. Nr. 5731
Die Textilien aus dem Alten Peru zeichnen sich durch farbenprächtige Muster aus. Oft werden dabei geometrische und figürliche Motive miteinander kombiniert.
Ausstellung ‘Menschen, Tiere, Götterwesen’, Abegg-Stiftung, Riggisberg
© Abegg-Stiftung, CH-3132 Riggisberg
Foto: Christoph von Viràg, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zunächst begeistern die Gewänder, Stoffe und Stickereien in der Ausstellung vor allem wegen ihrer ausdrucksstarken und rätselhaften Figuren, ihrer Buntheit, ihren stilisierten Tierdarstellungen und abstrakten Mustern. Darüber hinaus erzählen sie von den frühen Hochkulturen Perus, lange vor den Eroberungen und Zerstörungen der spanischen Truppen.

Die Ausstellung zeigt eindrückliche Objekte aus dem faszinierenden textilen Erbe jener Epochen, angefangen bei der bereits erwähnten Paracas- und der darauffolgenden Nasca-Kultur – letztere geniesst wegen der nach ihr benannten riesigen Linienzeichnungen im Wüstenboden eine gewisse Popularität – über in Laienkreisen kaum bekannte Zivilisationen namens Tiahuanaco, Huari, Sicán, Chimú und Chancay bis hin zu den berühmten Inka. Letztere herrschten von ca. 1430 bis zur 1532 erfolgten Ankunft der Spanier in Peru.

Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut und beginnt mit reizvollen Stickereien aus der späten Paracas-Kultur, aus der sich in einem fliessenden Übergang die Nasca-Kultur entwickelte. Viele Textilien der Paracas-Zeit zeichnen sich durch lineare, oft streng geometrische Darstellungen aus. Menschen oder menschenähnliche Gestalten haben natürliche Formen, die sich deutlich vom Hintergrund abheben. Mit ihrer etwas plakativen Zeichnung erinnern sie an moderne Comicfiguren; so auch die untereinander angeordneten Männer auf einem ca. 90 cm langen Zierstreifen.

Detail einer gestickten Zierborte
Peru, Südküste, späte Paracas-/frühe Nasca-Kultur, 2. Jh. v. Chr.–1. Jh. n. Chr.
Abegg-Stiftung, Inv. Nr. 1080
Mit ihren frischen, bunten Farben und den ausdrucksstarken Gestalten erinnert die feine Stickerei an eine Comic-Zeichnung. Sie ist rund 2000 Jahre alt.
Ausstellung ‘Menschen, Tiere, Götterwesen’, Abegg-Stiftung, Riggisberg
© Abegg-Stiftung, CH-3132 Riggisberg
Foto: Christoph von Viràg, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In einer Vitrine gibt es eine Reihe von vielfarbigen, rundplastischen Zierborten zu bewundern. Einige zeigen geometrische Ornamente, die meisten aber kolibriartige Vögelchen, die mit ihren langen Schnäbeln an bunten Blüten saugen. Die Borten sehen aus wie gestrickt, sind jedoch in einer besonderen Sticktechnik gearbeitet. Ein Kurzfilm erklärt, wie man diese textilen Miniaturskulpturen hergestellt hat.

Mehrere vollständig erhaltene Tuniken bilden ein weiteres Highlight der Ausstellung. Die Tunika gehörte – zusammen mit Rock und Lendenschurz – zur klassischen Männertracht im Alten Peru. Sie war eher kurz und wurde ärmellos oder mit knappen Ärmelansätzen getragen. Als Halsöffnung diente ein senkrechter Schlitz.

Ein solches Gewand besteht in der Regel aus mindestens zwei zusammengenähten Stoffstücken. Zum Weben der Bahnen verwendete man oft ein Rückenband-Webgerät. Dabei wurde das eine Ende der Webkette um die Hüfte fixiert, das andere an einem Pfahl befestigt. So einfach die Webgeräte waren, so kunstvoll sind die damit hergestellten Stoffe. Ihre farbenfrohen Muster bestehen meist aus raffinierten Kombinationen von geometrischen Formen mit stilisierten Tieren oder menschenähnlichen Figuren.

Gestickte Zierborte
Peru, Südküste, späte Paracas-/frühe Nasca-Kultur, 2. Jh. v. Chr.–1. Jh. n. Chr.
Abegg-Stiftung, Inv. Nr. 578
Die Stickerei zeigt menschenähnliche Wesen, die fliegend, fallend oder tauchend wiedergegeben sind. Die Stickereistiche folgen der Form der Figur und verleihen ihr dadurch zusätzlich an Ausdruck und Bewegung.
Ausstellung ‘Menschen, Tiere, Götterwesen’, Abegg-Stiftung, Riggisberg
© Abegg-Stiftung, CH-3132 Riggisberg
Foto: Christoph von Viràg, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Den Abschluss der Ausstellung bilden zwei dicht mit bunten Federn besetzte Kleidungsstücke: ein Kopfschmuck und eine Tunika aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Die Federn wurden dem Muster entsprechend mit umgeknickten Kielen um einen Baumwollfaden gehängt, mit einem Knoten fixiert, und die Federschnur anschliessend auf dem Trägergewebe aufgenäht. Die Federn stammen vor allem aus den tropischen Gebieten der östlichen Anden und des Amazonasbeckens. Die Federtechnik ist so fein und kleinteilig gearbeitet, dass die Augen und sogar die Pupillen zu erkennen sind.

Die frühperuanischen Textilien in der Abegg-Stiftung stammen fast alle aus der privaten Sammlung von Werner Abegg (1903–1984). Den grössten Teil davon erwarb er bereits am Anfang seiner Sammlungstätigkeit, zwischen 1930 und 1933. Mit der Gründung der Abegg-Stiftung 1961 gingen die südamerikanischen Pretiosen in den Stiftungsbesitz über. Seither wurde dieser Bereich durch einzelne Schenkungen und Ankäufe aus Schweizer Privatbesitz noch etwas ausgebaut. Die textilen Schätze aus dem Alten Peru befinden sich normalerweise alle im Depot der Abegg-Stiftung. Die aktuelle Sonderausstellung bietet also eine einzigartige Gelegenheit, präkolumbische Gewänder, Stoffe und Stickereien, deren kraftvolle Formensprache und raffinierte Herstellungstechnik kennenzulernen und zu entdecken.

Auch interessant:

Mein Bericht über die Ausstellung ‘INKA – Könige der Anden’, Linden-Museum Stuttgart, 2014

Bericht über die Ausstellung ‘Nasca – Im Zeichen der Götter. Archäologische Entdeckungen aus der Wüste Perus’, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2018, zu finden innerhalb der Ausstellungstipps Mai 2018

Info:

1. Mai – 13. November 2022

Menschen, Tiere, Götterwesen
Textile Schätze aus dem Alten Peru

Abegg-Stiftung
Werner-Abeggstrasse 67
3132 Riggisberg
Schweiz

www.abegg-stiftung.ch

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Rot
Ausstellung zum 25. Geburtstag des Tuchmacher Museums Bramsche

2022 feiert das Tuchmacher Museum Bramsche seinen 25. Geburtstag ganz im Zeichen der Farbe Rot. ‘Das Bramscher Rot ist nicht nur für unser Museum, sondern auch für die Stadt Bramsche ein wichtiges Markenzeichen’, erläutert Kerstin Schumann, Museumsleiterin, die Themensetzung für das Jubiläumsjahr: ‘Das leuchtende Rot, in dem wir unsere Wolle färben und zu Wolldecken verarbeiten, ist eng mit der Bramscher Tuchmachergeschichte verwoben.’ Bereits im 18. Jahrhundert färbten sowohl ein Schönfärber als auch die in einer Gilde zusammengeschlossenen Tuchmacher Wolltuche rot. Im 19. Jahrhundert hatte die Produktion roter Uniformstoffe wirtschaftliche Bedeutung.

Key Visual
Ausstellung ‘Rot’, Tuchmacher Museum Bramsche
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Den Auftakt zum Jubiläumsjahr macht die Ausstellung ‘Rot’, die am Sonntag, den 15. Mai eröffnet wird. Die feierliche Eröffnung ist gleichzeitig die zentrale Auftaktveranstaltung des Internationalen Museumstages für Niedersachsen und Bremen. Ein entsprechend grosses Fest erwartet die Besucher*innen. ‘Zwei Mal mussten wir diese Auftaktveranstaltung coronabedingt absagen, in diesem Jahr sind wir zuversichtlich, dass es klappt’, freut sich Kerstin Schumann zusammen mit den Kooperationspartnern des Museumstags.

Spinnsaal im Tuchmacher Museum Bramsche
Ausstellung ‘Rot’, Tuchmacher Museum Bramsche
Foto: Oliver Pracht, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Unter dem Motto des Museumstages ‘Museen mit Freude entdecken’ findet am 15. Mai 2022 ein grosses Geburtstagsfest statt. Mit Gratulant*innenreigen, bunten Geschenken und ‘roter’ Musik wird um 11.30 Uhr die Ausstellung ‘Rot’ eröffnet. Den ganzen Tag über, von 10 bis 17 Uhr, wird im Färbekessel der Färberei mit Krapp Wolle im Bramscher Rot gefärbt, auf dem historischen Webstuhl die neue Jubiläumswolldecke gewebt und im Museumshof warten Schafe auf Streicheleinheiten. Ausserdem gibt es viele Mit-Mach-Aktionen für Klein und Gross. Der Eintritt am Internationalen Museumstag ist frei.

Färberbuch mit Rezepten zum Rotfärben, 1885-1894
Ausstellung ‘Rot’, Tuchmacher Museum Bramsche
Foto: Kröger, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Mittelpunkt der Ausstellung ‘Rot’, die bis zum 4. September 2022 in der Kornmühle gezeigt wird, steht die Technik und Geschichte des Rotfärbens mit Naturfarbstoffen. Eine raumfüllende Installation zeigt eindrücklich die zahlreichen Nuancen von Rot, die dabei entstehen können. Von historischen Fahnen über die Bekleidung aus Bramscher Produktion bis hin zum Spitztütenfeuerlöscher der Tuchmacherinnung nehmen ikonische Objekte die kulturgeschichtliche Bedeutung der Farbe Rot exemplarisch in den Blick. Ein Rückblick mit ‘roten’ textilen Arbeiten aus den Ausstellungen der vergangenen Jahre werden um aktuelle Positionen ergänzt.

Info:

15. Mai – 4. September 2022

Rot
Ausstellung zum 25. Geburtstag des Tuchmacher Museums Bramsche

Tuchmacher Museum Bramsche
Mühlenort 6
49565 Bramsche
Deutschland

www.tuchmachermuseum.de

Karte ‘Rot – 25 Jahre Tuchmacher Museum Bramsche’ mit Programmübersicht

Einladung ‘Rot’ am 15. Mai 2022

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In America: An Anthology of Fashion

Ab dem 5. Mai 2022 zeigt The Met in New York den zweiten Teil seiner Mode-Ausstellung unter dem Titel ‘In America: An Anthology of Fashion’, der den Grundlagen amerikanischer Mode gewidmet ist.

Gallery View, Belonging. Dress, OFF-WHITE™ c/o Virgil Abloh (Italian, founded 2013), Virgil Abloh (American, 1980–2021), 2022; Courtesy Virgil Abloh c/o Off-White™.
Ausstellung ‘In America: An Anthology of Fashion’, The Met, New York
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Präsentation findet in den historisch ausgestalteten Räumen des American Wing des Museums statt. Die Entstehung eines ausgeprägten amerikanischen Stils wird anhand einer Reihe von Darstellungen nachgezeichnet, die die Mode von einzelnen Designer*innnen, die vom 19. bis Mitte/Ende des 20. Jahrhunderts in den USA gearbeitet haben, präsentiert. Dieser zweite Teil bildet sozusagen das Vorwort zu ‘In America: A Lexicon of Fashion’ – mein Bericht hierüber ist in den Ausstellungstipps September 2021 zu finden. Diese Ausstellung läuft bereits seit Herbst 2021 im Anna Wintour Costume Center, beide Teile werden bis zum 5. September 2022 nebeneinander zu sehen sein.

Video Preview

Info:

5. Mai – 5. September 2022

In America: An Anthology of Fashion

The Metropolitan Museum of Art

The American Wing – period rooms
1000 Fifth Avenue
New York, NY 10028
USA

www.metmuseum.org

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Stückwerk
Geflickte Krüge, Patchwork, Kraftfiguren

Viele Objekte in den Sammlungen des Museum der Kulturen Basel sind aus Stücken zusammengesetzt oder unvollkommen. Trotzdem oder gerade deswegen besitzt jedes Stück in der neuen Ausstellung ‘Stückwerk – Geflickte Krüge, Patchwork, Kraftfiguren’ besonderen Wert und Bedeutung, oft neues Potenzial.

Ausstellungsansicht
Ausstellung ‘Stückwerk – Geflickte Krüge, Patchwork, Kraftfiguren’, Museum der Kulturen Basel
Foto: © Museum der Kulturen Basel, Omar Lemke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ob es aus Teilchen zusammengenäht oder mit Applikationen verziert ist. Ob es beschädigt oder geflickt ist. Stück für Stück wird die Kraft des Verbindens, die Kunst des Trennens und die Wucht des Zerstörens enthüllt.

Patchwork-Quilt Baby Block, Tumbling Block, Detail
USA; ohne Datierung; Baumwolltoile, Baumwollstopfwatte
Ausstellung ‘Stückwerk – Geflickte Krüge, Patchwork, Kraftfiguren’, Museum der Kulturen Basel
Foto: © Museum der Kulturen Basel, Omar Lemke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Es kann schnell gehen: Ein Gegenstand rutscht aus der Hand und schon hat er einen Henkel ab, einen Sprung oder zerschellt. Davor warnt der Spruch auf einem Krug aus dem Elsass oder aus Südwestdeutschland von 1734: ‚Lestu mich auf einen stein springen, so werden meine scherben klingen.’

Umhangtuch/Schal ‘rehükhim’, Detail
Yimchungrü-Naga, Dorf Sangpurr, Distrikt Tuensang, Nagaland, Indien; um 1930; Baumwolle, Kettreps, broschierte Ziereinträge, Gehäuse der Kaurischnecke
Ausstellung ‘Stückwerk – Geflickte Krüge, Patchwork, Kraftfiguren’, Museum der Kulturen Basel
Foto: © Museum der Kulturen Basel, Omar Lemke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Krug ist unversehrt. Doch andere Exponate in der Ausstellung sind es nicht: Sie sind beschädigt, geflickt, unvollkommen. Statuen fehlen Arme, Köpfe sind ohne Körper, Gefässe weisen sichtbare Nähte auf, wo sie – mal kunstvoll, mal pragmatisch – repariert wurden.

Frauenbluse ‘cholo’, Detail
Sindh, Pakistan; vor 1972; Baumwolle, Seide, Spiegel, Kardamom, synthetische Farben
Ausstellung ‘Stückwerk – Geflickte Krüge, Patchwork, Kraftfiguren’, Museum der Kulturen Basel
Foto: © Museum der Kulturen Basel, Omar Lemke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Und trotzdem zeugen sie von kulturellen, sozialen oder religiösen Praktiken. In jedem Patchwork-Textil, in jedem geflickten Gefäss und in jeder Kraftfigur stecken Geschichte, Wissen und Können. In Japan zum Beispiel ist die Reparatur einer Teeschale hohe Kunst und wird wortwörtlich vergoldet. In vielen Textilien, Figuren oder Reliquien zeigt die Ausstellung die Kraft des Verbindens, was in fünf Stationen deutlich wird.

‘mola’-Bluse, Detail
Guna, Ustupu, Gunayala, Panama; 1963; Baumwolle
Ausstellung ‘Stückwerk – Geflickte Krüge, Patchwork, Kraftfiguren’, Museum der Kulturen Basel
Foto: © Museum der Kulturen Basel, Omar Lemke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Welche Ästhetik sich aus Zusammengefügtem ergeben kann, lässt sich an Textilien bewundern. Ob Kleidungsstück, Tuch, Decke oder Teppiche, sie alle sind aus Teilen zusammengesetzt – manchmal zufällig, oft geplant. Im Fall der Patchwork-Objekte, der Quiltdecken aus den USA sowie Pakistan oder der Fasnachtskostüme entwickelte sich aus dem Zusammennähen eine veritable Kunst.

Plätzlimaa und Patchworktuch
Ausstellung ‘Stückwerk – Geflickte Krüge, Patchwork, Kraftfiguren’, Museum der Kulturen Basel
Foto: © Museum der Kulturen Basel, Omar Lemke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Textilien erlangten durch das Verbinden zudem spezielle Bedeutung: In vielen Teilen West- und Nordafrikas galten Patchwork-Roben als Symbol von Macht, Prestige und Würde. Die Jibba im Sudan wurde gar zum Zeichen des Widerstands gegen die Kolonialherrschaft.

‘egungun’-Maskerade
Yoruba, Republik Benin; vor 2001
Holz, Farbe, Stahl, Baumwolle, Wolle, Samt, Plüsch, Kunstfasern, Polyurethanschaum, Fell, Gehäuse der Kaurischnecke, Kunststoff-, Glasperlen, Pailletten
Ausstellung ‘Stückwerk – Geflickte Krüge, Patchwork, Kraftfiguren’, Museum der Kulturen Basel
Foto: © Museum der Kulturen Basel, Omar Lemke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Applikationen auf Gewändern und Substanzen in Figuren verleihen diesen besondere Kräfte. Das Frauenkleid ‘Jumlo’ aus Pakistan soll dadurch alles Schlechte abhalten. Das schamanische Gewand aus Sibirien verleiht den Trägern Macht, um Krankheiten zu bekämpfen.

Schamanisches Gewand, Detail
Sacha (Jakuten), Republik Sacha der Russischen Föderation, vor 1913
Fell, Leder, Eisenlegierung, Kupferlegierung, Pflanzenfasern
Ausstellung ‘Stückwerk – Geflickte Krüge, Patchwork, Kraftfiguren’, Museum der Kulturen Basel
Foto: © Museum der Kulturen Basel, Omar Lemke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ähnlich funktionieren die westafrikanischen Jägerhemden mit ihren Applikationen aus tierischen Trophäen. Kraftfiguren, in denen Medizin steckte, sollten vor Krankheiten, Unfällen und negativen Einflüssen schützen.

Ausstellungsansicht mit Jägerhemden
Ausstellung ‘Stückwerk – Geflickte Krüge, Patchwork, Kraftfiguren’, Museum der Kulturen Basel
Foto: © Museum der Kulturen Basel, Omar Lemke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Durch soziale, kulturelle oder religiöse Praktiken des Teilens entstehen Bruchstücke. Reliefplatten, Sockel und Giebelfiguren wurden von Bauten gelöst. In der Ausstellung sind auch Figuren zu sehen, denen Körper- oder Geschlechtsteile fehlen. Oder es sind nur Köpfe vorhanden. Hier erfahren die Besucher*innen, dass etwa ein Buddhakopf ohne Körper Ausdruck von Gewalt ist, jedoch auch zum Kunstobjekt mutierte. Bei den Azteken repräsentierte der Kopf den Körper und Geist einer Person.

Ausstellungsansicht
Ausstellung ‘Stückwerk – Geflickte Krüge, Patchwork, Kraftfiguren’, Museum der Kulturen Basel
Foto: © Museum der Kulturen Basel, Omar Lemke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Gewisse Dinge werden sogar bewusst weggeworfen oder dem Zerfall ausgesetzt. Dies hängt oft mit dem Tod zusammen. In vielen Kulturen bedeutet der Tod Gefahr für die Hinterbliebenen. Paradestücke hier sind Seitentürstücke aus Neukaledonien. In Trauerritualen hieben Verwandte der Hausbesitzer auf die mit geschnitzten Gesichtern und geometrischen Mustern reich verzierten Teile mit Äxten ein.

Mantel ‘hanten’, Detail
Honshu, Japan; Ende 19./Anfang 20. Jh.; Baumwolle, Indigo
Ausstellung ‘Stückwerk – Geflickte Krüge, Patchwork, Kraftfiguren’, Museum der Kulturen Basel
Foto: © Museum der Kulturen Basel, Omar Lemke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit Stückwerk, Bruchstellen, fehlenden Teilen oder schadhaften Stellen sind die Restaurator*innen und Konservator*innen des Museums täglich beschäftigt. In einer Schauwerkstatt in der Ausstellung geben sie deshalb Einblick in ihre Arbeit.

Eine Begleitpublikation ist erhältlich

Info:

29. April 2022 – 22. Januar 2023

Stückwerk
Geflickte Krüge, Patchwork, Kraftfiguren

Museum der Kulturen Basel
Münsterplatz 20
4051 Basel
Schweiz

www.mkb.ch

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Märchen, Mythen und Geschichten

Ab dem 3. Mai 2022 taucht die Galerie Handwerk in München mit ihrer neuen Ausstellung in die Welt der Märchen, Mythen und Geschichten ein.

Key Visual
Ausstellung ‘Märchen, Mythen und Geschichten’, Galerie Handwerk, München
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Das Erzählen von Geschichten ist eine Aufgabe, die traditionell der Literatur zugeordnet wird, aber auch die Musik oder die bildende Kunst können in ihrem Medium Geschichten erzählen. ‘Storytelling’ ist geradezu ein höchst aktuelles Thema, das sich in vielen Bereichen der Gestaltung wiederfindet.

Tilleke Schwarz, NL: Gut Feeling, Stickerei
Ausstellung ‘Märchen, Mythen und Geschichten’, Galerie Handwerk, München
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Auch im Kunsthandwerk, im gestaltenden Handwerk, in den angewandten Künsten kann erzählt werden. Die derzeitige Ausstellung ‘Märchen, Mythen und Geschichten’ in der Galerie Handwerk in München beschäftigt sich damit, auf welche Weise das Erzählen hier möglich ist, wie die angewandte Kunst Themen aus Malerei und Skulptur aufgreift und sie für ihre eigenen Bedürfnisse verwandelt, welche Inhalte sie aufnimmt und welche Assoziationen Eingang finden. Ein weiteres Thema bildet die Beziehung zwischen dem Inhalt der Geschichte zu der Funktion des Gegenstands. Der Bezug von Dekor und Gebrauchszweck ist ein Thema, das immer wieder diskutiert wurde: Soll die Funktion eines Gegenstands sich im Thema der Dekoration widerspiegeln oder ist sie von diesem unabhängig?

Aino Kajaniemi, FI: In the Same 2012, Tapisserie
Ausstellung ‘Märchen, Mythen und Geschichten’, Galerie Handwerk, München
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Dabei erweisen sich die Möglichkeiten des Erzählens in den Bereichen von Schmuck, Keramik, Glas und Textil als besonders vielgestaltig. Es kann gemalt und geformt, collagiert und verfremdet, zitiert und assoziiert werden. Eine andere Erzählebene erfolgt durch Fragmentierungen, wobei hier die Betrachterin, der Betrachter in die Erzählung einbezogen wird. Sie oder er komplettiert mit der eigenen Fantasie die Fehlstellen und füllt die Lücken aus. Bei der Arbeit mit Fundstücken erzählen die unterschiedlichen Gegenstände selbst eine Geschichte, die nicht immer vollständig ist und eher auf einer assoziativen Ebene erfolgt. Thema ist hier die Erinnerung, die individuelle Geschichte, die für Aussenstehende nur bedingt einsehbar ist.

Jana Machatova, SK: Alice im Wunderland, Schmuck
Ausstellung ‘Märchen, Mythen und Geschichten’, Galerie Handwerk, München
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Dass Kunsthandwerker*innen Interesse an der Erzählung haben, verwundert nicht. Schon Walter Benjamin verband das traditionelle Handwerk mit der Erzählkunst. Erzählung und Handwerk seien durch die Wanderschaft der Handwerker eng verknüpft – hier hätten sie neue Erfahrungen gemacht, Geschichten gehört, Dinge erlebt, die sie weitertragen – erzählen – konnten. Handwerk und Erzählen verlangten beide eine solide Ausbildung und umfassende Kenntnisse, beides sei in der Geschichte selbst verwurzelt und von einer Generation an die nächste vermittelt. Die Werkstatt sei zudem der Ort gewesen, an dem solche Geschichten weitergegeben wurden. Sowohl die Arbeit des Handwerkers als auch die des Erzählers weise individuelle Kennzeichen auf.

Sören Krag, DK/NO: Fáfnismál(Sigurd with the head of Reginn), Tapisserie
Ausstellung ‘Märchen, Mythen und Geschichten’, Galerie Handwerk, München
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Den Zusammenhang zwischen den Exponaten und den darauf abgebildeten Geschichten sichtbar zu machen, ist das Ziel dieser Ausstellung. Wie die Beispiele zeigen, findet sich in den angewandten Künsten eine reiche Erzähllust, bei der Gegenstände mit Szenen, Figuren und der Darstellung von Objekten überzogen werden. Geschichte, Mythologie, Märchen und Erinnerung etc. bilden die Quellen. Die Betrachtenden sind eingeladen, sich Zeit zu nehmen, sich die Geschichten von den ausgestellten Werken erzählen zu lassen oder zu versuchen, sie zu entschlüsseln.

Koen Taselaar, NL: The Tipless Iceberg
Ausstellung ‘Märchen, Mythen und Geschichten’, Galerie Handwerk, München
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Weitere Fotos sowie eine Liste der Aussteller*innen sind auf der Website zu finden.

Info:

3. Mai – 11. Juni 2022

Märchen, Mythen und Geschichten

Galerie Handwerk
Max-Joseph-Strasse 4
80333 München
Deutschland

www.hwk-muenchen.de

Einladungskarte

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‘Gut’. Der Anfang ist weisses Gold –
Geschichten der Sanktgaller Tuchherstellung 1250 bis ‘BIGNIK’

Textile Vergangenheit und Gegenwart verbinden sich in einer freien künstlerischen Interpretation: Martin Leuthold, Ikone des Schweizer Textildesigns, lässt die Bleichen des frühneuzeitlichen St. Gallen in einer raumgreifenden Installation im Textilmuseum St. Gallen auferstehen und verknüpft die historische Leinwandproduktion mit dem wachsenden Gemeinschaftswerk ‘BIGNIK’, das vor zehn Jahren von den Konzeptkünstlern Frank und Patrik Riklin ins Leben gerufen wurde und bis 2050 fortdauern soll.

«GUT» Der Anfang ist Weisses Gold Geschichten der Tuchherstellung in St. Gallen 1250 bis 2050 «Off-White» 2022 Martin Leuthold und Marcus Gossolt
Ausstellung ‘Gut’. Der Anfang ist weisses Gold – Geschichten der Sanktgaller Tuchherstellung 1250 bis ‘BIGNIK’, Textilmuseum St. Gallen
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

St. Gallen kann auf eine viele hundert Jahre währende Textilgeschichte zurückblicken, die ihren Anfang im Mittelalter nimmt. Seit dem 13. Jahrhundert zählt die Leinwandproduktion zu den wichtigsten Einnahmequellen der Stadt und Region St. Gallen. Mitte des 15. Jahrhunderts löst St. Gallen das krisengeschüttelte Konstanz als führendes Leinwandzentrum des Bodenseeraums ab und die Textilproduktion und der -handel bescheren St. Gallen einen wirtschaftlichen Aufschwung, der im Jahr 1610 seinen Höhepunkt findet, als 23’622 Tücher erster Qualität von je 97,5 m Länge und ca. 1 m Breite gebleicht werden.

Bleichefelder von St. Gallen, Franz Nikolaus König, 1817. Vadianische Sammlung der Ortsbürgergemeinde
Ausstellung ‘Gut’. Der Anfang ist weisses Gold – Geschichten der Sanktgaller Tuchherstellung 1250 bis ‘BIGNIK’, Textilmuseum St. Gallen
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Dreissigjährige Krieg und die Pest lassen die florierende Wirtschaft bald einbrechen, doch um 1650 erholt sich das Leinwandgewerbe und sichert der Stadt eine gute Konjunktur, denn die Ostschweizer Leinwand – das ‘weisse Gold’ – ist bis zum beginnenden 17. Jahrhundert der wichtigste Exportartikel aus dem Gebiet der heutigen Schweiz.

Installation im Foyer des Textilmuseums St. Gallen
Ausstellung ‘ ‘Gut’. Der Anfang ist weisses Gold – Geschichten der Sanktgaller Tuchherstellung 1250 bis ‘BIGNIK’, Textilmuseum St. Gallen
Foto: Maurus Hofer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Dies ist auch den Kaufleuten zu verdanken, die ab dem 13. Jahrhundert Fernhandel mit der Leinwand aus dem Bodenseeraum treiben. Im frühen 16. Jahrhundert erstreckt sich das Handelsnetz von Deutschland bis Italien und von Polen nach Spanien. Dank diverser Handelsprivilegien, die zwischen Frankreich und der Eidgenossenschaft vereinbart werden, kommt den französischen Städten, allen voran dem textile Zentrum Lyon, eine besondere Bedeutung zu.

Installation im Treppenhaus des Textilmuseums St. Gallen
Ausstellung ‘Gut’. Der Anfang ist weisses Gold – Geschichten der Sanktgaller Tuchherstellung 1250 bis ‘BIGNIK’, Textilmuseum St. Gallen
Foto: Maurus Hofer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Nachfrage nach der Ostschweizer Leinwand verschafft zehntausenden Menschen in der Region Arbeit. Sie widmen sich dem Anbau von Flachs, dem Spinnen von Garn sowie dem Weben, Bleichen und Veredeln der Tücher. Dass die Leinwand über alle Produktionsstufen hinweg den höchsten Ansprüchen genügt, darüber wachen Zünfte und städtische Behörden, die das Leinwandgewerbe regulieren. Mit einem ‘G’ bezeugen sie die Herkunft (‘St. Gallen’) – in freier Lesart auch die Qualität (‘gut’) – der für den Fernhandel bestimmten Textilartikel.

Die Kuratoren und Künstler in der Ausstellung (v.l.n.r.): Markus Gossolt, Martin Leuthold, Patrik Riklin, Frank Riklin.
Ausstellung ‘Gut’. Der Anfang ist weisses Gold – Geschichten der Sanktgaller Tuchherstellung 1250 bis ‘BIGNIK’, Textilmuseum St. Gallen
Foto: Maurus Hofer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Politische Gründe, in- und ausländische Konkurrenz sowie veränderte Konsumgewohnheiten lassen den Handel mit der Ostschweizer Leinwand bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts einbrechen. Es sollten mehr als 100 Jahre vergehen, bis der St. Galler Textilindustrie eine weitere Blüte beschieden ist: Die Erfindung der Handstickmaschine erlaubt die massenhafte Fertigung der als ‘St. Galler Spitze’ vermarkteten Stickereien, die sich weltweit grösster Beliebtheit erfreuen und die um 1900 zu einem veritablen Boom der Textilstadt St. Gallen führen. Noch heute geniesst die Ostschweizer Metropole in der Textil- und Modewelt einen hervorragenden Ruf, was gleichermassen der Innovationskraft der noch verblieben Hersteller als auch deren Nähe zur Haute Couture zu verdanken ist, die immer wieder spektakuläre Entwürfe aus St. Galler Stickereien lanciert.

Ausstellungsansicht
Ausstellung ‘Gut’. Der Anfang ist weisses Gold – Geschichten der Sanktgaller Tuchherstellung 1250 bis ‘BIGNIK’, Textilmuseum St. Gallen
Foto: Maurus Hofer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die wechselvolle Geschichte der Ostschweizer Textilindustrie hat den Kurator und Designer Martin Leuthold seit jeher fasziniert. Fast ein halbes Jahrhundert war Leuthold als Entwerfer für die international renommierte Textilfirma Jakob Schlaepfer AG tätig und so hat es ihm besonders der Qualitätsanspruch, der bereits in der Leiwandzeit den Erfolg der St. Galler Textilwirtschaft sicherte, angetan. ‘In 800 Jahren mussten wir uns achtmal neu erfinden’, so Leuthold, ‘und immer wieder waren Wandel und Veränderung, Innovationen und Investitionen Triebfeder für unsere Zukunft.’

Ausstellungsansicht
Ausstellung ‘Gut’. Der Anfang ist weisses Gold – Geschichten der Sanktgaller Tuchherstellung 1250 bis ‘BIGNIK’, Textilmuseum St. Gallen
Foto: Maurus Hofer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Originalobjekte aus dem späten Mittelalter und der frühen Neuzeit sind rar – nicht nur in der Sammlung des Textilmuseums. Und so entschied sich Leuthold – trotz seiner persönlichen Vorliebe für das Material Leinen – für eine freie künstlerische Interpretation. Er schuf eine raumgreifende Installation, die auch medial einen Bogen schlägt von der Frühzeit der St. Galler Textilgeschichte über die Stickerei-Blüte bis zur Gegenwart, die sich in Form der sozialen Skulptur ‘BIGNIK’ manifestiert.

Foulards, Design Martin Leuthold
Ausstellung ‘Gut’. Der Anfang ist weisses Gold – Geschichten der Sanktgaller Tuchherstellung 1250 bis ‘BIGNIK’, Textilmuseum St. Gallen
Foto: Maurus Hofer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ob sich die Ostschweizerinnen und -schweizer der speziellen ‘textilen DNA’ rühmen dürfen, auf die sich Leuthold gerne bezieht, sei dahingestellt. Aber dass die textile Vergangenheit zu einer lebendigen Tradition avanciert ist, belegen die Parallelen zwischen den historischen Bleichen und der zeitgenössischen Auslegung ‘BIGNIK’. ‘Die verblüffende Analogie zwischen der textilen Vergangenheit und der Langzeitperformance ‘BIGNIK’ hat uns selbst überrascht’, so der Konzeptkünstler Frank Riklin vom Atelier für Sonderaufgaben. Sein Zwillingsbruder Patrik ergänzt: ‘Martin Leuthold inszeniert textile Vergangenheit und zeitgenössische Kunst so, als ob es von Anfang an von ‘BIGNIK’ so geplant gewesen wäre. Ein Schelm, der GUTes denkt!’

Installation ‘BIGNIK’
Ausstellung ‘Gut’. Der Anfang ist weisses Gold – Geschichten der Sanktgaller Tuchherstellung 1250 bis ‘BIGNIK’, Textilmuseum St. Gallen
Foto: Maurus Hofer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Leinwand-Zeit hat unzweifelhaft ein Ende gefunden und mit ihr sind die zum Bleichen auf den Wiesen ausgelegten Stoffbahnen verschwunden. Doch ‘BIGNIK’ sei Dank, sind die Hügel, Wiesenflächen und Ortskerne im Sanktgallischen heute wieder mit Tüchern bedeckt – zumindest sporadisch. ‘Gemeinsam ein riesiges Picknick-Tuch für die ganze Bevölkerung erschaffen, bestehend aus 286’478 Tüchern, exakt so viele wie die Einwohnerzahl der Region.’ Das ist die Vision der Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin vom Atelier für Sonderaufgaben, die eine textile Tradition wieder aufleben lassen.

‘BIGNIK’-Nähwerkstatt im Textilmuseum, 2022
Ausstellung ‘Gut’. Der Anfang ist weisses Gold – Geschichten der Sanktgaller Tuchherstellung 1250 bis ‘BIGNIK’, Textilmuseum St. Gallen
Foto: Atelier für Sonderaufgaben, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Einmal im Jahr wird das wachsende Tuch mit der Bevölkerung ausgelegt. Bis heute weist es eine Ausdehnung von ca. 18’000 qm auf, was rund 6,2% der angestrebten Fläche entspricht. Die Fertigstellung der ‘BIGNIK’-Vision wird voraussichtlich im Jahr 2050 erfolgen. Bis dahin soll am Wahnsinn genäht werden, so der ambitionierte Plan der Künstler.

Das gemeinsame Aus- und Zusammenlegen der Tücher machen ‘BIGNIK’ zu etwas Besonderem.
Ausstellung ‘Gut’. Der Anfang ist weisses Gold – Geschichten der Sanktgaller Tuchherstellung 1250 bis ‘BIGNIK’, Textilmuseum St. Gallen
Foto: Beat Schiltknecht, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung ‘Gut. – Der Anfang ist weisses Gold’ ist vom 22. April 2022 bis einschliesslich 29. Januar 2023 im Textilmuseum St. Gallen zu sehen. Begleitet wird sie von einer zusätzlichen Installation des Projekts ‘BIGNIK’ im Handstickmaschinensaal. Die diesjährige Tuch-Auslegung ist für den 12. Juni 2022 im Stadtzentrum von St. Gallen vorgesehen.

Info:

22. April 2022 – 29. Januar 2023

‘Gut’. Der Anfang ist weisses Gold –
Geschichten der Sanktgaller Tuchherstellung 1250 bis ‘BIGNIK’

Textilmuseum St. Gallen
Vadianstrasse 2
9000 St. Gallen
Schweiz

www.textilmuseum.ch

Broschüre zur Ausstellung

Veranstaltungen

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Schmuck + Hülle – Zusammenspiel und Wechselwirkung

Der Schmuck und seine Hülle – zwei Dinge, die zueinander in ganz besonderer Beziehung stehen. Das Eine bedarf des Anderen: das Juwel bliebe ohne Umhüllung schutzlos und verletzlich, die Hülle ohne Inhalt zweck- und bedeutungslos. Beide haben einander etwas zu geben, sie sind auf Augenhöhe, ergänzen einander, werten einander auf. Die Hülle bietet Schutz, Bewahrung, Podest, Bühne, sie gewährt dem Schmuck den grossen Auftritt, zuteil wird ihr dafür Persönlichkeit, Bedeutung, Inhalt. Es entsteht Synergie, aus Synergie wird Symbiose.

Arbeit von Demmel und Hahn-Stracke
Ausstellung ‘Schmuck + Hülle’, Handwerksmuseum Deggendorf
Foto: GEDOKmünchen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit der Ausstellung ‘Schmuck + Hülle’ präsentiert das Handwerksmuseum Deggendorf derzeit die Werke von 30 Künstlerinnen der GEDOKmünchen, die im Rahmen eines Projektes die Wechselwirkung zwischen dem Objekt – dem Schmuck – und dem umgebenden Raum – der Hülle – untersuchten. Die Teilnehmerinnen, die aus unterschiedlichen Sparten der angewandten Kunst kommen, fanden sich zu Paaren zusammen, um einen Spannungsbogen zwischen Schmuck und Hülle zu schlagen.

Arbeit von Höltermann und Zwirner
Ausstellung ‘Schmuck + Hülle’, Handwerksmuseum Deggendorf
Foto: GEDOKmünchen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Aus dieser Zusammenarbeit entwickelten sich völlig neue Objekte, die die traditionelle Bedeutung der Begriffe von ‘Schmuck’ als tragbarem, mobilem Objekt und der statischen ‘Hülle’ aufheben. In allen Interpretationen vereinen sich Objekt und Umgebung zu einem symbiotischen Ganzen. Sie überspannen dabei den Bereich von Objektkunst über Buchbinderei, Glas und Licht, Gold- und Silberschmiedekunst, Holzbildhauerei, Keramik-, Leder-, Papier- bis Textil-Kunst.

Arbeit von Vitzthum und Vögele
Ausstellung ‘Schmuck + Hülle’, Handwerksmuseum Deggendorf
Foto: GEDOKmünchen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit ca. 300 Mitgliedern ist die GEDOKmünchen die umfangreichste Regionalgruppe der bundesweiten GEDOK-Organisation. Sie agiert interdisziplinär und fördert professionell künstlerisch tätige Frauen. Die GEDOK ist die grösste und traditionsreichste Künstlerinnenorganisation in Deutschland. Sie wurde 1926 von Ida Dehmel gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, die Arbeit von talentierten Künstlerinnen nachhaltig zu fördern, ihnen den Weg in die Öffentlichkeit zu erleichtern, die Verbindung zwischen Künstlerinnen und Kunstfördernden zu pflegen und die Gleichstellung von Frauen im Kulturbetrieb mit institutioneller und praktischer Hilfe zu unterstützen. Über die Aufnahme einer Künstlerin in die GEDOK entscheidet eine Fachjury. Die Mitgliedschaft als Kunstförder*in steht allen Kunstinteressierten offen.

Info:

5. April – 12. Juni 2022

Schmuck + Hülle – Zusammenspiel und Wechselwirkung

Handwerksmuseum Deggendorf
Maria-Ward-Platz 1
94469 Deggendorf
Deutschland

www.handwerksmuseum.deggendorf.de
www.gedok-muc.de

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Ungehaltene Frauen
Christine Bünning

Christine Bünning macht einen neuen Versuch, ihre Ausstellung ‘Ungehaltene Frauen’ in den Räumen der Eberhard-Ossig-Stiftung in Berlin-Mitte zu zeigen. Nachdem die Pandemie ihr verschiedene Striche durch die Rechnung gemacht hat, ist dies jetzt für das Wochenende 14. /15. Mai 2022 geplant.

Flyer
Ausstellung ‘Ungehaltene Frauen – Christine Bünning’
Freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

In ihrem Buch ‘Wenn du geredet hättest, Desdemona’ erfand Christine Brückner Monologe für Frauengestalten aus der Geschichte, der Literatur und der Mythologie wie sie hätten gehalten werden können. Denn mit Sicherheit hätten diese Frauen etwas zu sagen gehabt! Doch leider sind fast ausschliesslich berühmte Reden berühmter Männer überliefert …

Christine Bünning: Diana
Ausstellung ‘Ungehaltene Frauen – Christine Bünning’
Foto: Christine Bünning, von der Künstlerin freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Christine Bünning hat sich mit diesen und anderen Frauen auseinandergesetzt und die Inhalte der ungehaltenen Reden textil in Szene gesetzt in unterschiedlichsten Techniken. Die Präsentation dieser Quilts wird umrahmt von kurzen Text-Lesungen und Musikdarbietungen passend zu den gezeigten Frauen.

Info:

14./15. Mai 2022

Ungehaltene Frauen
Christine Bünning

Eberhard-Ossig-Stiftung
Markgrafenstrasse 88
10969 Berlin
Deutschland

www.eberhard-ossig-stiftung.de
www.christinebuenning.berlin

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Coburger Glaspreis 2022
Veste Coburg und Europäisches Museum für Modernes Glas

Ein zerbrechliches Material, filigrane Muster, leuchtendes Farbspiel: In der grossen Werkschau zum Coburger Glaspreis 2022 verzaubern neueste Glaskunstwerke die Besucher*innen. 400 internationale Künstler*innen sind der Ausschreibung zu Europas wichtigstem Wettbewerb für zeitgenössische Glaskunst gefolgt. 90 schafften es in die engere Auswahl. Ihre Werke sind derzeit auf der Veste Coburg und im Europäischen Museum für Modernes Glas in Rödental zu sehen.

Plakat
Ausstellung ‘Coburger Glaspreis 2022’, Kunstsammlungen der Veste Coburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Coburger Glaspreises 2022 sind inzwischen gekürt. Der erste Preis, dotiert mit 15.000 EUR, geht an die Norwegerin Æsa Björk. Ihrem Werk ‘Fragments’, das aus zwei grossen, konvexen Linsen besteht, liegt eine besonders  anspruchsvolle Herstellungstechnik zugrunde. Die silberne, teils durchbrochene und blasige Oberfläche und die verspiegelte Innenseite sorgen für Lichtreflexe, die an die Entstehung des Universums erinnern.

Æsa Björk: Fragments, Detail, 2021, 1. Preis
Ausstellung ‘Coburger Glaspreis 2022’, Kunstsammlungen der Veste Coburg
Foto: Kunstsammlungen der Veste Coburg, Dieter Ertel, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Irin Alison Lowry gewinnt den mit 10.000 EUR dotierten zweiten Preis für ihre in feinster Pâte de verre-Technik ausgeführte Skulpturengruppe aus Taufkleid und Babyschuhen.

Alison Lowry: Adhlacadh dúinn le dinit (bury us with dignity), 2021, 2. Preis
Ausstellung ‘Coburger Glaspreis 2022’, Kunstsammlungen der Veste Coburg
Foto: Kunstsammlungen der Veste Coburg, Dieter Ertel, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Lowry gelingt hier ein berührendes Mahnmal für den jahrzehntelangen tragischen Umgang mit unehelichen Kindern in kirchlichen Mutter-und-Baby-Heimen Irlands.

Alison Lowry: Adhlacadh dúinn le dinit (bury us with dignity), 2021, Detail, 2. Preis
Ausstellung ‘Coburger Glaspreis 2022’, Kunstsammlungen der Veste Coburg
Foto: Kunstsammlungen der Veste Coburg, Dieter Ertel, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Judith Röder aus Deutschland erhält den mit 5.000 EUR dotierten 3. Preis für eine Installation aus vordergründig antiquierten Overhead-Projektoren. Als Projektionsvorlagen dienen hier ausrangierte Fensterscheiben. Diese scheinbar unwichtigen Überreste werden im projizierten Bild eindrucksvoll neu kontextualisiert, sie erinnern an Mikro- und Makroaufnahmen aus der Natur.

Judith Röder, Projektion VII, 2021, 3. Preis
Ausstellung ‘Coburger Glaspreis 2022’, Kunstsammlungen der Veste Coburg
Foto: Kunstsammlungen der Veste Coburg, Dieter Ertel, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Weitere Preisträger kommen aus Tschechien, der Slowakei und aus Schweden.

Mit der Ausstellung zum Coburger Glaspreis 2022 präsentieren die Kunstsammlungen der Veste Coburg nun zum fünften Mal einen Gesamtüberblick über die zeitgenössische Kunst aus Glas. Technisch, konzeptionell und auch von der Komplexität her haben die Arbeiten ein hohes künstlerisches Niveau erreicht, das in den letzten zehn Jahren noch deutlich gestiegen ist. 

Sahar Baharymoghaddam: Das Kissen, 2021
Ausstellung ‘Coburger Glaspreis 2022’, Kunstsammlungen der Veste Coburg
Foto: Kunstsammlungen der Veste Coburg, Dieter Ertel, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Der magische Werkstoff Glas birgt vielseitige Überraschungseffekte, ruft in besonderer Weise Emotionen hervor und regt zum Nachdenken an’, so der Direktor der Kunstsammlungen, Jurymitglied und Ausstellungskurator Dr. Sven Hauschke.

Iris Haschek: Social Distancing, 2021
Ausstellung ‘Coburger Glaspreis 2022’, Kunstsammlungen der Veste Coburg
Foto: Iris Haschek, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Nun sind die Besucher*innen aufgerufen, ihren Favoriten zu küren. Bis zum 8. August 2022 laufen die Abstimmungen für den mit 2.000 EUR dotierten Publikumspreis und den mit 500 EUR dotierten Jugend-Publikumspreis.

James Lethbridge: Acanthus in Gold, 2020
Ausstellung ‘Coburger Glaspreis 2022’, Kunstsammlungen der Veste Coburg
Foto: James Lethbridge, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Regelmässige wie auch individuell buchbare Führungen bieten einen guten Zugang zur Thematik. Am Ausstellungsstandort Rödental kann man zugleich die prämierten Objekte der vergangenen Glaspreise entdecken und in die Geschichte des modernen Glases seit den 1960er Jahren eintauchen.

Info:

10. April – 25. September 2022

Coburger Glaspreis 2022
Veste Coburg und Europäisches Museum für Modernes Glas

Kunstsammlungen der Veste Coburg
Veste Coburg
96450 Coburg

Europäisches Museum für Modernes Glas
Rosenau 10
96472 Rödental

www.veste.kunstsammlungen-coburg.de
www.glasmuseum.kunstsammlungen-coburg.de

Flyer Glaspreis

Flyer Events & Führungen

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Quilts 2020 – Tradition bis Moderne XII

Die T – M (wie die Ausstellung im Mitglieder-Jargon genannt wird) ist nach ihrem ‘Auftritt’ bei der PPM Brno Quilt Show im tschechischen Brünn weiter gewandert ins bayerische Fürstenfeldbruck.

Plakat
unter Verwendung u.a. von ‘Ouroboros’ von Renate Schmidt
Ausstellung ‘Quilts 2020 – 2022 – Tradition bis Moderne XII’, Kunsthaus Fürstenfeldbruck
Foto freundlicherweise vom Kunsthaus Fürstenfeldbruck zur Verfügung gestellt

Die Patchwork Gilde Deutschland e.V. präsentiert im dortigen Kunsthaus ab dem 13. Mai 2022 die zwölfte Ausgabe ihres Wettbewerbs ‘Tradition bis Moderne’. Frei von strengen Vorgaben zu Thema, Technik oder Grösse sind eigene Ideen umgesetzt worden. So wird gezeigt, welche Motive den Mitgliedern der Gilde am Herzen liegen und über welches technische Können sie verfügen.

Katalog erhältlich

Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Kunsthaus Fürstenfeldbruck e.V.

Info:

13. Mai – 3. Juli 2022

Quilts 2020 – Tradition bis Moderne XII

Kunsthaus Fürstenfeldbruck
Kloster Fürstenfeld
Fürstenfeld 7
82256 Fürstenfeldbruck
Deutschland

www.kunsthaus-ffb.de
www.patchworkgilde.de

Einladung

Vernissage:
Fr, 13. Mai 2022, 19 Uhr

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45. Internationaler Museumstag am 15. Mai 2022

Key Visual
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Das Motto ‘Museen mit Freude entdecken’ überschreibt dieses Jahr den Internationalen Museumstag am 15. Mai 2022. An diesem Sonntag bieten viele Institutionen etwas Besonderes, z.B. spezielle Führungen, Blicke hinter die Kulissen, Kurse und Workshops für Jung und Alt und/oder auch freien Eintritt. Am besten, man informiert sich über die zentrale Website, was regional oder anderswo geboten wird.

Info:

www.museumstag.de

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… und dann gibt’s noch kurze Hinweise:

Mit Riesenschritten nähern sich die Highlight-Events im Mai für alle reiselustigen Quilter*innen, die Ausstellungsbesuche soo lange vermisst haben. Tolle Ausstellungen, Einkaufsmöglichkeiten und Kurse, alles in Hülle und Fülle. Was will man mehr? Am Besten vorher über die jeweilige Website informieren. Die Links gebe ich unten an.

In chronologischer Reihenfolge:

NADELWELT Karlsruhe

Haben Sie meinen neuen Bericht über die Ausstellungen der letzten NADELWELT Karlsruhe im Oktober 2021 schon entdeckt? Nein? Dann bitte hier nachsehen und auf der Zunge zergehen lassen! Ähnliches kann man auch im Mai erwarten. Und das alles unter einem Dach, nämlich dem der Messe Karlsruhe, auch mit bester Anbindung an Bus und Bahn.

Info:

20. – 22. Mai 2022

NADELWELT Karlsruhe

Messe Karlsruhe
Messeallee 1
76287 Rheinstetten
Deutschland

www.nadel-welt.de

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9. International Quiltfestival Luxembourg

Wie schon früher im Hauptort Wilwerwiltz und drei Gemeinden rundherum, in Hallen, Kirchen, Scheunen. Eine wunderschöne Gegend, sehr malerisch. Parkplätze und Pendelservice gratis.

Info:

26. – 29. Mai 2022

9. International Quiltfestival Luxembourg

9776 Wilwerwiltz
Luxembourg

www.quiltfestival.lu

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Patchworktage der Patchwork Gilde Deutschland e.V.

Die Gilde nimmt den dritten Anlauf, um endlich Corona und die Online-Events hinter sich zu lassen und im thüringischen Meiningen das jährliche Treffen live abzuhalten. Die Ausstellungs- und Veranstaltungsorte sind über die Innenstadt verteilt. Der Flyer enthält das Wichtigste, auch einen Plan – zu finden auf der Website (zum Herunterladen).

Info:

27. – 29. Mai 2022

Patchworktage der Patchwork Gilde Deutschland e.V.

98617 Meiningen
Deutschland

www.patchworkgilde.de/aktivitaeten/patchworktage

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The Joanna S. Rose Red & White Collection

Erinnern Sie sich noch an die Red & White Quilts? An meinen Buchtipp? An die von Wiebke Maschitzki daraus entwickelte Aktion hier im BERNINA blog?

An die unglaubliche Story über Joanna S. Rose, die in den 1950er und 60er Jahren über 650 antike rot-weisse Quilts aus drei Jahrhunderten, einer schöner als der nächste, auf Flohmärkten erwarb und rettete? Und an die daraus entstandene phantastische Ausstellung ‘Infinite Variety’, die im März 2011 in der New Yorker Park Avenue Armory für nur kurze Zeit zu sehen war?

Egal, ob Sie sich an dieses Geschenk von Daniel Rose an seine Ehefrau zum 80. Geburtstag erinnern oder nicht: Es blieb der Wunsch, diese Ausstellung nochmals an vielleicht anderen Orten sehen zu können. Und das ist jetzt möglich!

Noch kurz bevor Joanna S. Rose 2020 verstarb, vermachte sie dem International Quilt Museum in Lincoln/Nebraska (USA) ihre Collection. Das Museum formte eine Ausstellung daraus, die derzeit dort noch bis zum 10. September 2022 zu bewundern ist.

Und wer nicht in die USA reisen kann: Es gibt auf der Website des Museums einen virtuellen Rundgang. Und es existiert natürlich auch noch mein Bericht hier im BERNINA Blog, der zu meinen am meisten geklickten Beiträgen gehört – warum also nicht noch ein paar mehr Klicks 🙂 Viel Spass!

Info:

1. April – 10. September 2022

The Joanna S. Rose Red & White Collection

International Quilt Museum
University of Nebraska-Lincoln
1523 N. 33rd St.
Lincoln, NE 68583
USA

www.internationalquiltmuseum.org

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DRIFT – ‘Breaking Waves’

In den Ausstellungstipps Februar 2022 hatte ich die spektakuläre Ausstellung ‘DRIFT – Moments of Connection’ im Hamburger Museum für Kunst & Gewerbe vorgestellt, die das niederländische Künstlerduo DRIFT zum 5. Geburtstag der Elbphilharmonie Hamburg gestaltete. Am Ende des Artikels findet sich der Hinweis auf die Entwicklung eines performativen Kunstwerks ‘Breaking Waves’, das am 28. April 2022 uraufgeführt und an drei weiteren Abenden gezeigt werden sollte. ‘Die Installation lässt den Aussenraum des Konzerthauses in neuem Licht erstrahlen und nimmt dabei Bezug auf seine Umgebung und sein Inneres: die Musik’, lautete die Ankündigung.

Diese Show fand auch statt, auf der Website der Elbphilharmonie gibt es in der Mediathek ein Video davon, wie Hunderte beleuchteter Drohnen das Gebäude mit einem Wellenspiel aus Licht umgaben. Super schön anzusehen!

Die weiteren geplanten Shows aber mussten in Abstimmung mit den Luftsicherheitsbehörden kurzfristig abgesagt werden. Die Premiere wurde durch fremde Drohnen gestört, so dass es zu zahlreichen Drohnenabstürzen kam. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Teams der Elbphilharmonie und DRIFT bedauerten dies sehr.

Info:

www.elbphilharmonie.de/de/mediathek

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Heidi Bucher Metamorphosen I

Die bisher grösste Retrospektive zu Heidi Bucher in der Schweiz im Kunstmuseum Bern widmet sich dem umfassenden und vielseitigen Gesamtwerk der Schweizer Künstlerin. Gezeigt werden Arbeiten aus allen zentralen Werkgruppen.

Diese Ausstellung entstand in Kooperation mit Haus der Kunst München und dem Muzeum Susch.
Zum Bericht über die Ausstellung in München geht es in den Ausstellungstipps Oktober 2021

Info:

8. April – 7. August 2022

Heidi Bucher Metamorphosen I

Kunstmuseum Bern
Hodlerstrasse 8–12
3011 Bern
Schweiz

www.kunstmuseumbern.ch

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Spurensuche
Judith Mundwiler

Diese Ausstellung ist der bekannten Textilkünstlerin Judith Mundwiler gewidmet. Seit über dreissig Jahren zeigt diese Künstlerin ihr Werke in In- und Ausland. Ihre Arbeiten haben immer einen textilen Charakter. Sie nutzt die Geschichte, die den verwendeten Papieren und Stoffen innewohnt, um ihre Bilder zu entwickeln und ihre Gedanken zu existentiellen Fragen zu formulieren.

Info:

Spurensuche
Judith Mundwiler

kuk! raum für kunst und kultur
Ida Sträulistrasse 73d
8404 Winterthur
Schweiz

www.kuk-art.weebly.com

Vernissage:
Sa, 14. Mai 2022, 17 Uhr

Ausstellungstage:
So, 15. Mai 2022, 15 – 18 Uhr
Sa + So, 21. + 22. Mai 2022, 15 – 18 Uhr
Sa + So, 28. + 29. Mai 2022, 15 – 18 Uhr
die Künstlerin ist an allen Ausstellungstagen ausser am 21. Mai 2022 im kuk! anwesend.

***

Spazio Alle Donne!

Die Frauenfiguren vom Bundeshaus Bern, welche die Künstlerinnen von SGBK anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Frauenstimmrecht kreiert hatten (Bericht hier), reisten ins Tessin und werden dort in Ascona und Locarno noch bis 8. Mai 2022 zu sehen sein.

Ausstellungsorte:
vor Gemeindeverwaltung und Casa Serodine, Ascona
Museo Casorella & Castello Visconteo in Locarno

Weitere Info:

www.judithmundwiler.ch/spazio-alle-donne

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Gabi Mett

Renommierte Textilkünstlerin – renommierte Gruppe – passt!

Gabi Mett ist seit Neuestem Mitglied bei Quilt Art! Ganz herzliche Gratulation!

Die neueste Ausstellung ‘Material Evidence’ dieser Gruppe – natürlich noch ohne Gabis Beteiligung – ist derzeit noch in der Textilsammlung Max Berk in Heidelberg-Ziegelhausen zu sehen – hier geht’s zu meinem Bericht.

Und: Gabi stellt ab Oktober zusammen mit Judith Mundwiler und Pascale Goldenberg in Heidelberg aus – aber das ist eigentlich noch top secret …

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Du und Ich
Friedenssticken 2022

Cornelia Zürcher (Zürcher Stalder AG) teilt mit:

Das Thema des diesjährigen Friedenssticken heisst ‘Du und Ich’.

Welche Assoziationen haben Sie mit diesem Wortpaar?
Lassen Sie Stickgrund und Faden sprechen. Wir freuen uns auf Ihr Mitmachen!

Das gemeinsame Sticken ist vorgesehen für Sonntag, den 15. Mai 2022, von 10 – 16 Uhr

Sie sind herzlich willkommen!

Sie können auch zuhause sticken und uns Ihre Stickerei im Herbst für die Ausstellung zusenden. Auch Stickereien aus dem Ausland sind sehr willkommen. Die Ausstellung findet vom 23. Oktober – 13. November 2022 statt.

Weitere Info:

www.zsag.ch

Übrigens: Die aktuelle Ausstellung im Kulturort Garnlager ‘Westafrikanische Webkunst‘ wurde bis zum 6. Mai 2022 verlängert.

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La Biennale di Venezia 2022

Die 59. Biennale in Venedig wird von der in New York lebenden Cecilia Alemani kuratiert, der dortigen Kuratorin der High Line Art. Als eine der wenigen Frauen, die die Biennale di Venezia jemals kuratiert haben, lud sie überwiegend Künstlerinnen ein. Aber auch der Krieg in der Ukraine wurde zum beherrschenden Thema.

ttt – titel, thesen, temperamente hat der Veranstaltung eine ganze Sendung gewidmet, die hier bis 24. April 2023 abrufbar ist.

Info:

23. April – 27. November 2022

La Biennale di Venezia 2022

Biennale Arte 2022
The Milk of Dreams

Venedig
Italien

www.labiennale.org

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Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die tagesaktuellen Besuchsregelungen und die Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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Kommentare zu diesem Artikel

23 Antworten

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  • Martina H.

    Hallo Frau Heinz,vielen Dank für Ihre wunderbaren Tipps. Ich freue mich jeden Monat darauf! Bei jeder Reise – und ich komme viel in Deutschland rum- schaue ich, ob ich an einer  der Museen ‘vorbeikomme’. Auch mein Mann lässt sich gern inspirieren.Zuletzt konnte ich in Hamburg die wunderbare DRIFT- Ausstellung ansehen.Vielen Dank noch einmal.

    • Gudrun Heinz

      halli hallo martina,

      wie toll zu lesen, ganz herzlichen dank für ihre zeilen! dass sie jeden monat auf die neuen tipps warten und sie dann auch noch in ihre planungen einbeziehen und auch schon davon profitiert haben – das macht mich natürlich stolz. so lohnt sich das ganze für alle seiten: für sie als leserin und leser, für mich als autorin, für BERNINA als blogbetreiber und klar, auch für die museen und veranstalter. und wer hier noch alles dahintersteht – also echt für viele leute 🙂 so gesehen macht mir die förderung der, vor allem textilen, aber auch bildenden kunst und das zusammenstellen noch mehr spass!

      ihnen nochmals lieben dank und weiterhin viele inspirationen und entdeckungen.

      beste grüsse, auch an ihren mann,

      gudrun

  • Erika Bornemann

    Liebe Gudrun,da  hast du uns mal wieder eine Ausstellungsvielfalt auf die Augen gegeben, die einfach Freude macht.Die Sachen von Elsbeth Nusser -Lampe sind wunderbar,-man müsste sich alles direkt anschauen können.Umso schöner ist es da ,sich deine Fotos und Berichte anzuschauen, die du wieder einmal mit viel Fleiss und Sorgfalt aufbereitet hast.Herzlichen Dank dafür und liebe GrüßeErika   

    • Gudrun Heinz

      halli hallo erika,

      dir auch ganz herzlichen dank! wie schön, dass dir die auswahl gefällt, freue mich sehr. auch für den monat mai gab es ein breites angebot an ausstellungen – da fiel mir die wahl schwer, was ich bringen soll. aber manche museen hatten ihre unterlagen noch nicht bereit, so dass die erst noch kommen, und das hat mir dann auch wieder geholfen.

      danke dir nochmals und

      beste grüsse

      gudrun

  • Wiebke Maschitzki

    Liebe Gudrun!Welche Fülle!! Ob Elsbeth N.L. , die Tulpen oder  .. oder … . Eine prachtvolle Auswahl hast Du uns wieder gezeigt. So sind wir  auch von weit weg mittendrin.Ganz herzlichen Dank für diese aufwendige Zusammenstellung.Liebe GrüßeWiebke                                                                         

    • Gudrun Heinz

      halli hallo wiebke,

      wie schön von dir zu lesen – 1000 dank!

      ich hab es ja schon in einer antwort hier in den kommentaren geschrieben: tulpen sind ein sehr beliebtes motiv und man kann damit so tolle textile dinge gestalten – du hast dazu ja auch schon viele anregungen hier im blog gegeben. es kommt immer wieder gut an 🙂 vielleicht weil diese dekorative pflanze so früh im jahr und so farbenprächtig blüht, ich weiss es nicht. aber spätestens als ich mal blühende tulpenfelder in holland live besucht und bewundert habe – die nahmen nahezu kein ende – bin ich ein fan dieser pflanze 🙂

      dir also nochmals ein ganz liebes dankeschön und

      einen schönen sonntag.

      beste grüsse

      gudrun

  • Barbara Keuling

    Hallo Gudrun, was für ein Riesenangebot du da zusammengetragen hast, man kann sich nicht entscheiden, wohin zuerst!Die meisten sind mir allerdings zu weit weg, aber Bramsche habe ich schon ins Auge gefasst.Die Tulpen wären mir aber eigentlich noch lieber, aber leider zu weit weg, da muss ich mal in meiner Sammlung von afghanischen Stickereien gucken, da habe ich etliche Tulpen und andere Blumen und mache mir einen eigenen Tulpenstrauß.Vielen Dank für die ausführliche Recherche!Liebe Grüße Barbara

    • Gudrun Heinz

      halli hallo barbara,

      ein grosses dankeschön an dich für deine lobenden worte – freut mich sehr! deine überlegungen sind meine überlegungen: verschiedene themen, verschiedene orte, verschiedene berichtslängen – die mischung machts wohl. ausstellungsübersichten in tabellenform kann man viele finden. ich versuche, möglichst von vielen seiten an inspirierende themen heranzugehen und sie so darzustellen, dass die geneigten leser*innen auch was davon haben, mit bild und text, wenn möglich. so dass man am ball bleibt, auch wenn man/frau nicht persönlich überall hinkommt. das ist z.b. etwas, was ich für mich bedauere … aber das positive überwiegt dann doch.

      danke nochmals und

      beste grüsse

      gudrun

  • ursula brenner

    das ist ja wieder ein kracher, liebe gudrun: wo soll man als erstes hin, denn HOCHINTERESSANT ist alles, was du uns hier präsentierst! ich jedenfalls habe mir die wunderbare TULPENSCHAU IM GARTENBAU hier in der staats- und stadtbibliothek augsburg gegönnt, und gestern dann gleich noch den vortrag aus dem begleit-programm. und was soll ich sagen: so schlecht hatte ich für meinen beitrag zu “A TULIP is a TULIP is a TULIP” (guldusi-ausschreibung) gar nicht recherchiert! aber jetzt stromere ich erst durch deine wunderbaren, vielfältigen, verführerischen, bunten usw.usw. hinweise und angebote – VIELEN DANK für alles + liebe grüße – von uschi, die auf das 9,– €-ticket wartet

    • Gudrun Heinz

      halli hallo uschi,

      auch dir nochmals 1000 dank! ohne dich wäre ich vielleicht nicht über die tulpenausstellung mit den wunderbaren alten tulpendarstellungen und der dazugehörigen geschichte gestolpert. ich finde es eine hervorragende inspiration für einen tulpenquilt – womit wir dann schon bei elsbeth nusser-lampe wären … oder bei wiebke maschitzki, die sich um tulpenmuster hier im blog schon verdient gemacht hat … oder bei pascale goldenberg und und und. man bemühe einfach mal die blogeigene suchfunktion als erstes!

      auf das 9-euro-ticket warten bestimmt noch mehr leute. da bin ich gespannt, wie das ankommt und wie es umgesetzt werden kann. aber leider erst ab dem juni, so dass es für die besuche von festivals u.ä. im mai noch nicht einsatzbereit ist. schade. aber es kommen ja auch wieder neue ausstellungen & events, vielleicht gibt es dann ja auch neue entdeckungen, wer weisss?

      liebe uschi, dir nochmals dankeschön und bis zum nächsten mal

      beste grüsse

      gudrun

  • Birgit Friese

    Liebe Gudrun, danke für die vielen Tipps. Es ist immer eine Freude, auch wenn nicht alles aufgrund geografischer Verhältnisse gesehen werden kann. Wir alküns freuen uns auf unsere Ausstellung und freuen uns auf viele Besucher. Ich persönlich freue mich auch schon auf die Biennale in Venedig – das ich ein Muss. Der Flug ist schon für August gebucht. Danke für den Filmtipp. Ich werde ihn mir in der Mediathek anschauen.Sei ganz lieb gegrüßt Birgit

    • Gudrun Heinz

      halli hallo birgit,

      dir auch ganz lieben dank für dein feedback, worüber ich mich sehr freue. ich hoffe, du hast die alküns-ausstellung auch in dem post über die letzte nadelwelt karlsruhe entdeckt 🙂 für eure kommende in herne wünsche ich euch sehr viele besucher und ganz viel erfolg. und um deinen biennale-besuch in bella venezia beneide ich dich jetzt schon … den ttt-beitrag fand ich so vielversprechend. bin gespannt auf dein fazit.

      beste grüsse, auch an alle alküns

      gudrun

      • Birgit Friese

        Liebe Gudrun, ich will gerne aus/über  Venedig berichten.

        Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Unsere alkünsche Ausstellung beginnt am Donnerstag, dem 26.05.2022 mit der Vernissage von 17  – 19 Uhr. (Mittwoch wird noch aufgebaut)

         

      • Gudrun Heinz

        halli hallo birgit,

        das wäre toll, aus erster hand etwas zu erfahren. und für eure ausstellung und natürlich für die vernissage wünsche ich euch viele besucher – alküns-ausstellungen sind immer sehenswert!

        beste grüsse

        gudrun

  • Gudrun Heinz

    halli hallo,
    ‘The Met Gala’ ist gelaufen. bilder von den spannendsten looks gibt’s bei den boulevard- und modemagazinen, z.b. hier:
    https://www.bunte.de/gallery/fce3d1a5-c46b-45a5-ac76-6b2dfcb6cbc5.html
    https://www.gala.de/beauty-fashion/fashion/met-gala-2022--die-besten-looks-vom-roten-teppich_22847526-22847116.html
    https://www.vogue.com/slideshow/met-gala-2022-red-carpet-live-celebrity-fashion
    viel spass!
    beste grüsse
    gudrun 

    ich sah gerade, dass sich die links nicht durch einfaches anklicken öffnen. so geht’s doch: bitte zuerst den link markieren und dann mit rechtsklick öffnen.

  • Birgit Berndt

    Hallo Gudrun,herrlich, deine Berichte über die unterschiedlichsten Ausstellungen. Auch wenn für mich die Wege zu weit sind, ist dank deiner Fotos und Texte ein interessanter Überblick möglich. Von der Familie Zanolli habe ich noch nie gehört und dabei sind ihre Arbeiten so wundervoll und vielseitig. Ebenso nochmal der Hinweis auf die Alküns und speziell auf Christina Tomala, die sich um alte Handarbeitstechniken kümmert. Ich werde mich weiter informieren.Viele GrüßeBirgit

    • Gudrun Heinz

      halli hallo birgit,

      wie schön von dir zu lesen! herzlichen dank!

      mir ging es genauso: famiglia/atelier zanolli??? nie gehört!!! aber: man lernt eben nie aus: wie gut, dass das museum für gestaltung zürich diese schätze unbeschadet in seinen archiven und depots gehütet und sie wiederentdeckt hat. derartige in den 1930er jahren entstandene dinge hätten in deutschland vielleicht nicht überlebt, es zumindest damit schwer gehabt.

      beste grüsse

      gudrun

  • Gerlinde Fürstner

    Vielen lieben Dank für das Zusammenstellen dieser sehr interessanten Ausstellungen!Kreative GrüßeGerlinde

    • Gudrun Heinz

      halli hallo gerlinde,

      vielen lieben dank zurück! sehr schön, dass dir meine auswahl gefällt – ich freue mich immer über positive kommentare 🙂

      beste grüsse

      gudrun

      • Gabi Mett

        Liebe Gudrun,

        da hast Du Dich mal wieder selbst übetroffen. Das sind ja ganz spannende Ausstellungen, die Du uns da vorgestellt hast. Vielen Dank für Deine umfangreichen Recherchen. Da steckt viel Zeit, Arbeit und Enthusiasmus drin.

         

        herzliche Grüße    Gabi

        P.S. Dank auch für die Glückwünsche zur Mitgliedschaft in QuiltArt!

      • Gudrun Heinz

        halli hallo gabi,

        vielen dank, freut mich sehr zu lesen. viel zeit, arbeit – aber vor allem enthusiasmus, da hast du recht 🙂

        ich bin schon gespannt, was wir als nächstes von dir (und quilt art) ausstellungsmässig geboten bekommen werden – aber du teilst dies ja immer rechtzeitig mit. gut so.

        beste grüsse

        gudrun

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