Kreative Artikel zum Thema Nähen

Raffinierte Bluse nähen

Hallo ihr Lieben

Heute möchte ich eine raffinierte Bluse – im wahrsten Sinne des Wortes – nähen. Die Bluse ist vorne und hinten jeweils gerafft und hat tolle Rüschendetails. Damit kommen auch einfarbige Stoffe wunderbar zur Geltung. Durch die Verwendung von luftig leichten Stoffen kann die Bluse sogar im Sommer getragen werden. Außerdem habe ich der Bluse Manschetten mit einem Knopf zugefügt, was ich euch in diesem Beitrag zusätzlich erklären möchte.

Genäht habe ich die Bluse mit der b05 ACADEMY sowie der BERNINA L 860 zur Versäuberung der Kanten.

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Raffinierte Bluse nähen – das Material

Schnittmuster für die raffinierte Bluse

Bevor es losgeht, benötigt ihr das Schnittmuster für die Bluse. Der Schnitt hierfür heißt “Noélie” und ist von einer französischen Designerin mit dem Label Clématisse Patterns. Die eine oder andere unter euch spricht sicher Französisch. Ein Tipp für diejenigen, die das nicht tun: ihr könnt die Website im Browser übersetzen lassen. Die Schnittteile sind jeweils auch mit englischer Übersetzung versehen, die Anleitung jedoch ist nur auf Französisch geschrieben. Aber kein Problem, ich versuche, die wichtigsten Schritte so anschaulich wie möglich zu erklären, sodass ihr die Bluse auch ohne Fremdsprachkenntnisse einfach nachnähen könnt.

Stoff und weiteres Zubehör

Nachdem ihr das Schnittmuster vorliegen und eure Größe ermittelt habt, geht es an die Stoffwahl. Ideal sind leichte, luftige und schön fallende Stoffe. Ich habe mich für einen sommerlichen Lyocell-Stoff in der Farbe Terracotta entschieden, da dieses Material auch im Sommer kühl auf der Haut liegt. 

Nebst dem Stoff benötigt ihr 5 Knöpfe, solltet ihr wie ich in diesem Beispiel knöpfbare Manschetten bevorzugen, so kommen zu den 5 Knöpfen noch zwei weitere dazu. In diesem Fall solltet ihr nun 7 Knöpfe vorliegen haben.

Außerdem benötigt ihr:

  • farblich passendes Nähgarn
  • feine Nadel für eure Nähmaschine (ich habe mich für eine 70er Universalnadel entschieden)
  • Elastic Nähgarn zum Smoken, z.B. von Mettler
  • Schneiderkreide
  • Stecknadeln
  • Lineal

Raffinierte Bluse nähen – los geht’s

Schritt 1: Zuschnitt und Vorbereitung

Schneidet alle Teile in eurer entsprechenden Größe zu und übertragt alle Knipse und Markierungen auf den Stoff. Dabei ist zu beachten, dass die Nahtzugabe von 1 cm bereits im Schnittmuster inkludiert ist. Näht ihr ebenfalls eine Manschette mit Knöpfen, so schneidet ihr das Teil für das Ärmelbündchen erstmal noch nicht zu. Wie genau ihr die Manschette dann zuschneidet, erkläre ich in einem späteren Schritt.

Bügelt anschließend auf die beiden Knopfleistenteile (patte boutonnage genannt) eine leichte Bügeleinlage, z.B. Vliesline H180 auf. Dazu schneidet ihr einmal das Knopfleistenteil aus der Bügeleinlage zu und schneidet es dann in der Mitte auseinander. Danach wird je eine Hälfte auf eine Knopfleiste aus eurem Blusenstoff gebügelt.

Schritt 2: Knopfleisten annähen

Legt je ein Knopfleistenteil rechts (endroit) auf links (envers) auf je ein Vorderteil und näht diese mit 1 cm Nahtzugabe an.

Bügelt anschließend die Nahtzugabe in die Knopfleiste und an der noch offenen Kante bügelt ihr die Nahtzugabe von 1 cm ebenfalls nach innen. Das erleichtert den nächsten Schritt.

Faltet nun die Knopfleiste in der Hälfte und steckt die Kante mit der nach innen gebügelten Nahtzugabe knapp entlang der zuvor genähten Naht fest, sodass die neue Kante die Naht gerade so verdeckt.

Näht anschließend die Kante knappkantig fest. Hierbei hilft auch der Schmalkantfuß.

Die Knopfleiste ist nun fertig vorbereitet. Wer mag, kann jetzt direkt die Knopflöcher nähen oder das zum Schluss machen. Ich habe mit diesem Schritt bis zuletzt abgewartet, da ich an die fertige Bluse erstmal die zur Wahl stehenden Knöpfe anhalten wollte, um zu sehen, welche mir schlussendlich am besten zusagen. 

Schritt 3: Brustabnäher nähen

In diesem Schritt werden die Brustabnäher genäht. Steckt den Abnäher anhand der Markierungen im Schnittmuster fest. Näht anschließend den Abnäher mit eurer präferierten Methode und bügelt den Abnäher im Anschluss nach unten.

Schritt 4: Es wird raffiniert

Endlich kommt das entscheidende Detail ins Spiel. Die dekorativen Raffungen an Vorder- und Rückenteil werden genäht. Bevor ihr damit loslegt, solltet ihr die Einstellungen eurer Maschine hierfür an einem Stoffrest testen. 

Nehmt zunächst das Smock-Garn zur Hand und wickelt es von Hand auf eure Unterfadenspule. Bringt dabei ein klein wenig Spannung auf, aber nicht zu viel. Auch das könnt ihr gut an einem Probestück auf einem Stoffrest testen und gegebenenfalls nochmals neu wickeln.

Ich habe für das Vorderteil eine Stichlänge von 3,5 und eine Fadenspannung von 3 verwendet. Beim Rückenteil habe ich eine Stichlänge von 3 genutzt, ebenfalls mit der Fadenspannung 3. Ihr solltet aber, wie oben erwähnt, die jeweiligen Einstellungen an einem Stoffrest testen, da das doch etwas variieren kann.

Seid ihr mit euren Einstellungen zufrieden, dann könnt ihr an die Bluse gehen. Näht an jedem Vorderteil entlang der dafür im Schnitt eingezeichneten Linien bis zur Knopfleiste. Da Verriegeln nicht so gut klappt, lasst ihr beim Fadenabschneiden einiges stehen und zieht dann händisch den Oberfaden mit einer Nadel auf die linke Seite des Stoffs und verknotet diesen dort mit dem Unterfaden (Smok-Garn). Mit dem Rückenteil verfahrt ihr genauso.

Schritt 5: Rücken- und Vorderteile der raffinierten Bluse zusammenfügen

Nun ist es an der Zeit, die Vorderteile an das Rückenteil zu nähen. Legt dazu beide Vorderteile je rechts auf rechts auf das Rückenteil. Steckt die Vorderteile an der Schulter und entlang der Seite am Rückenteil fest. Naht diese Kanten mit 1 cm Nahtzugabe und versäubert anschließend mit der Overlock. Hierfür verwende ich für zarte Blusenstoffe die schmale 3-Faden Overlocknaht.

An dieser Stelle ein kleiner Tipp. Falls ihr wie ich oft keine 3 Konen vom gleichen Garn zur Hand habt, nehmt einfach das Garn und zwei Unterfadenspulen eurer Nähmaschine, spult das Garn wie gewohnt auf die Unterfadenspulen auf und nutzt diese dann in der Overlock anstelle einer Garnkone. Das klappt bei Nähprojekten mit geringem Garnbedarf an der Overlock ganz toll.

Schritt 6: Die zweite Raffinesse

Es wird wieder gerafft! Diesmal ist aber der Kragen an der Reihe und eine andere Technik. Faltet das Kragenteil (im Schnitt unter “Col” zu finden) rechts auf rechts entlang der langen Kanten und näht es an den kurzen Kanten fest. Wendet den Kragen anschließend und formt die Ecken mit einem spitzen Gegenstand aus. Jetzt werden im Abstand von 5 und 7 mm zur langen offenen Kante die Reihfäden genäht. Dazu stellt ihr die Fadenspannung etwas herunter (ich habe mich für 2,5 entschieden) und nutzt die maximale Stichlänge eures Geradstichs. Wichtig, Anfang und Ende werden nicht verriegelt! 

Zieht nach dem Nähen an den Unterfäden und der Kragen wird dadurch schön gerafft. Rafft den Kragen soweit, bis er der Länge eures Halsausschnittes an der Bluse entspricht. Verknotet dann die Unterfäden und überprüft, ob die Raffung gleichmäßig über die Länge verteilt ist. Passt alles, könnt ihr den Kragen rechts auf rechts am Halsausschnitt feststecken. Dabei sollten die Enden jeweils bündig mit der Knopfleiste abschließen. Näht den Kragen mit einer Nahtzugabe von 7 mm an.

Im Anschluss wird nun das schmale Stoffband rechts auf rechts darüber gelegt und mit 1 cm Nahtzugabe angenäht. Kürzt danach eure Nahtzugabe auf 5 mm und faltet das Stoffband wie ein Einfassband um die Nahtzugabe herum und steckt es auf der linken Seite eurer Bluse fest. Näht das Band wieder mit 1 cm Nahtzugabe an.

Schritt 7: Volants einsetzen

Die Volants könnt ihr entweder wie in der Anleitung gezeigt mit der Nähmaschine säumen oder aber die Overlock nutzen. Ich habe mich für einen Rollsaum mit der Overlock entschieden. Danach näht ihr wieder jeweils zwei Reihfäden ein und rafft die Volants auf die entsprechende Länge. Sie sollen vom Knips C bis zum Knips D verlaufen, wie im Schnittmuster gekennzeichnet. Näht den Volant mithilfe der Knipse und 7 mm Nahtzugabe in die Armausschnitte ein.

Schritt 8: Knöpfbare Manschetten nähen – Ärmel vorbereiten

Für die nächsten Schritte weiche ich von der Anleitung ab. Möchtet ihr keine knöpfbare Manschette, könnt ihr natürlich anhand der Anleitung im Schnittmuster vorgehen.

Zuerst schneide ich an den Ärmeln einen Schlitz für die Manschette ein. Dieser ist bei mir etwa 7 cm lang von der unteren Kante im Schnitt gemessen. Zudem schneidet ihr einen Einfassstreifen mit der Breite 3 cm in der doppelten Länge eures Schlitzes zu. Diesen Streifen benötigt ihr in doppelter Ausführung, für jeden Ärmel einen.

Näht diesen Einfassstreifen mit 6 mm Nahtzugabe rechts auf links an den Ärmelschlitz. Dabei zieht ihr den Schlitz so auseinander, dass der “Knick” gerade so beim Nähen erfasst wird aber keine Falte schlägt.

Nun bügelt ihr die gerade genähte Kante in den Einfassstreifen und bügelt die Nahtzugabe der noch offenen langen Kante um. Anschließend faltet ihr den Streifen zur Hälfte und steckt ihn auf der rechten Seite des Ärmels so fest, dass gerade so die Naht überdeckt wird. Näht den Streifen nun knappkantig an.


Ist der Einfassstreifen festgenäht, dreht ihr den Ärmel auf die linke Seite. Dort legt ihr beide eingefasste Kanten übereinander und näht im 45°-Winkel kurz darüber, wie im nachstehenden Bild dargestellt.

Die Ärmel können jetzt rechts auf rechts an der langen Kante geschlossen werden. Zwischen den Knipsen A und B an den Armkugeln werden auch wieder je zwei Reihfäden eingenäht um den Ärmel an dieser Stelle einhalten zu können. Unten am Ärmel näht ihr ebenfalls zwei Reihfäden von Schlitz zu Schlitz ein. Hier wird der Ärmel später auf die Länge der Manschette gerafft und erhält so seine tolle voluminöse Optik.

Schritt 9: Knöpfbare Manschetten nähen – Manschetten vorbereiten

Die Ärmel selbst sind nun startklar für die weiteren Schritte, nun fehlt noch die Manschette selbst. Ihr könnt entweder das Schnittteil aus dem Schnittmuster um die Überlappung plus Nahtzugabe verlängern oder einfach an eurem Handgelenk direkt ausmessen, wie lange die Manschette sein soll. Bedenkt auch hier, dass die Überlappung etwa 2 cm betragen solle, je nach Knopfgröße und gewünschter Optik.

Bügelt dann die Manschette entlang der langen Kante zur Hälfte, rechts auf rechts. Zeichnet euch dann die Nähte ein. An einer Seite näht ihr mit 1 cm die kurze Kante entlang, bis 1 cm vor dem Ende und dann nochmals 2 cm entlang der langen Kante. Verriegelt dort gut. Schneidet nun die Nahtzugabe an dieser Stelle bis kurz vor die Naht ein.

Auf der anderen Seite näht ihr die kurze Kante mit 1cm Nahtzugabe zusammen und stoppt 1 cm vor dem Ende. Auch hier sollte die Naht gut verriegelt werden. Anschließend können die Manschetten gewendet werden. Das sollte nun etwa aussehen wie im nachstehenden Bild.

Schritt 10: Knöpfbare Manschetten nähen – Manschetten an den Ärmel nähen

Jetzt werden die Manschetten an den Ärmel angenäht. Rafft dafür die untere Ärmelkante auf die Länge der Manschette. Steckt diese dann mit einer offenen Kante am Ärmel fest. Klappt dazu eine Hälfte nach oben weg. Beginnt an einem Schlitz und steckt rundherum fest. An der Seite mit dem Übertritt trifft der Schlitz auf die noch offene Stelle (2 cm vor Ende der Manschette). Im Bild unten ist dies nochmals aufgezeigt zur Veranschaulichung. 


Näht die Manschette mit 1 cm Nahtzugabe an. Anschließend wird die noch offene Kante der Manschette um die Nahtzugabe gebügelt und dann wieder so festgesteckt, dass sie die gerade genähte Kante überdeckt. Näht alles knappkantig fest. Fertig sind die Manschetten.

Schritt 11: Fertigstellung der raffinierten Bluse

Es ist fast geschafft! Bevor es nun an die Knöpfe geht, werden noch die Ärmel eingesetzt. Geht hierbei wie gewohnt vor und dachtet darauf, dass alle Knipse aufeinander treffen. Nutzt zum Versäubern eure Overlocker, damit später an der Ärmelnaht innen nichts ausfranst.

Anschließend wird der Saum genäht, schlagt dazu die untere Kante 2×5 mm um und näht diese fest. Jetzt kann es mit den Knopflöchern weitergehen. Zeichnet diese wie im Schnitt angegeben an. Das ist die Mitte des Knopflochs. Am besten ihr probiert nun an einem Reststück aus, wie lange eurer Knopfloch mit der Knopflochautomatik der Maschine ist. Messt dann die Hälfte dieser Länge vom angezeichneten Mittelpunkt des Knopflochs und markiert diese Stelle auf dem Stoff. Das macht ihr nun für jedes der Knopflöcher. An diesem Punkt startet dann euer Knopfloch, wenn ihr es mit der Automatik näht.

Sind eure Knopflöcher fertig, könnt ihr diese mit einem Stecheisen oder dem Nahttrenner vorsichtig öffnen. Legt die Bluse vorne sorgfältig übereinander und markiert durch die Knopflöcher hindurch die Position für die Knöpfe auf dem Untertritt.

Dort werden nun die Knöpfe angenäht. Das könnt ihr händisch machen, oder die Maschine nutzen. Ich habe mich entschieden, die Maschine dafür zu nutzen. Verwendet dazu den passenden Nähfuß eurer Maschine und stellt einen mittelbreiten Zickzackstich bei Stichlänge 0 ein. Beachtet aber, dass ihr später die überstehenden Fäden mit einer Nadel auf die linke Seite ziehen und verknoten solltet, damit sich kein Knopf versehentlich löst. 

Geht bei den Manschetten genauso vor.

Schon ist eure Bluse fertig. Es ist in der Tat ein klein wenig Arbeit, aber es lohnt sich! Übrigens trage ich sehr gerne zu dieser Bluse eine Highwaist-Jeans. Wie man eine solche näht, könnt ihr in einem älteren Beitrag lesen: Die perfekte Jeans nähen.

Viel Spaß beim Nachnähen.

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