Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps Juli 2022

Judith Mundwiler
Jubiläumsausstellung 120 Jahre SGBK

120 Jahre SGBK (Schweizerische Gesellschaft Bildender Künstlerinnen) bildet den Anlass für eine Ausstellung in der Galerie Carzaniga in Basel. Es werden ausgewählte Werke von 65 Künstlerinnen aus Basel und der Region gezeigt, darunter die Textilkünstlerin Judith Mundwiler. Sie ist mit zwei Werken vertreten.

Das blaue, ‘MAY2020’, gehört zu der Dreierserie ‘MAY2020’, inspiriert vom Himmel während des Lockdowns – fei von Luftverkehr oder Kondensstreifen. Judith arbeitete hier mit gebrauchten Parkingtickets, Folie und Farbpigmenten.

Judith Mundwiler: MAY2020, 2020
140 x 200 cm, gebrauchte Parkingtickets, Folie
Mixed media, bemalt mit Farbpigmenten, maschinengenäht
Ausstellung ‘Jubiläumsausstellung 120 Jahre SGBK’
Foto: Judith Mundwiler, freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Das zweite Werk, ‘Lockdown’, mit seiner faszinierenden reliefartigen Oberflächenstruktur besteht aus leeren Teebeuteln. Beide entstanden 2020.

Judith Mundwiler: Lockdown, 2020
je 84 x 115 cm, Papier (leere Teebeutel)
Mixed media, maschinengenäht
Ausstellung ‘Jubiläumsausstellung 120 Jahre SGBK’
Foto: Judith Mundwiler, freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Ausserdem gibt es noch ein neues Buch zum SGBK, in dem alle Künstlerinnen der Sektion Basel vorgestellt sind:

Die Kunst ist eine Künstlerin – Basler Künstlerinnen der Gegenwart

Info:

30. Juni – 20. August 2022

Jubiläumsausstellung 120 Jahre SGBK

Galerie Carzaniga
Gemsberg 10
4051 Basel
Schweiz

www.carzaniga.ch
www.judithmundwiler.ch

Einladungskarte

Vernissage:
Do, 30. Juni 2022: 15 – 20 Uhr

Öffnungszeiten:
Di – Fr: 10 – 18 Uhr
Sa: 10 – 15 Uhr

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Textiler Garten

Seile, Garne und Fäden: Das Museum für Gestaltung Zürich verwandelt diesen Sommer seine grosse Ausstellungshalle in einen Garten aus Textilien. Gewebte oder geknüpfte Reliefs und Installationen besetzen den Raum und sprengen in teils überwältigendem Massstab die Grenzen zwischen Skulptur und Umgebung.

Machiko Agano: untitled, 2007
Fondation Toms Pauli Lausanne
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: Machiko Agano, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung ‘Textiler Garten’ entführt das Publikum ab dem 15. Juli 2022 in eine atmosphärische Inszenierung der Fiber Art. Die gezeigten Werke wecken Assoziationen an Wetterphänomene, lassen Pflanzen und Blüten wuchern und führen die Vergänglichkeit vor Augen.

Krystyna Czarnocka: Totem flamboyant, 1976
Fondation Toms Pauli Lausanne
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: Fibbi-Aeppli, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Spitzenstücke aus zwei der weltweit bedeutendsten Sammlungen der Fiber Art, der Fondation Toms Pauli in Lausanne und der Kunstgewerbesammlung des Museum für Gestaltung Zürich, feiern eine wieder entdeckte Kunstform.

Hanna Jung: Two spaces: the space for nude feet and the space for a stone, 1973-74
Fondation Toms Pauli Lausanne
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: Fibbi-Aeppli, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Seile, Garne und Fäden waren das Ausgangsmaterial internationaler Textilkünstlerinnen, die ab 1960 den Handlungsraum der Kunst radikal erweiterten.

Anne-Marie Matter: Les Azalées, 1979
Fondation Toms Pauli Lausanne
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: Fibbi-Aeppli, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Ihre Tapisserien verliessen die Wand und brachen mit der jahrhundertealten Konvention des Bildteppichs. Gewebte oder geknüpfte Reliefs und Installationen besetzten den Raum und sprengten in teils überwältigendem Massstab die Grenzen zwischen Skulptur und Kontext.

Barbara Levittoux-Swiderska: Niewod, 1978
Fondation Toms Pauli Lausanne
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: Fibbi-Aeppli, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Die eindrücklichen Werke aus Sisal, Wolle oder Mais suchten den kreativen Dialog zwischen Material und Technik. Sie interpretierten bewährte Kulturtechniken neu und übersetzten textile Traditionen indigener Völker Amerikas in die Gegenwart.

Aurèlia Muñoz: Capa pluvial II, 1976
Fondation Toms Pauli Lausanne
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: Arnaud Conne, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Die Entstehung der Fiber Art wurzelt auf mehreren, sich gegenseitig befruchtenden Entwicklungen in Kunst, Gestaltung und Gesellschaft.

Françoise Grossen: Five White Elements, 1971
Museum für Gestaltung Zürich, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: U. Romito & I. Šuta, Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Ungegenständliche Werke und eine expressive Abstraktion etablierten sich in der bildenden Kunst seit dem Zweiten Weltkrieg insbesondere in Nordamerika als gestalterische Sprache. Die aufkommende Frauenbewegung fand in der neuen Kunstform eine kraftvolle und eigenständige Ausdrucksform und verortete die im häuslichen Kontext ausgeführten handwerklichen Prozesse im Kunstkontext.

Carol Shaw-Sutton: Mingled Destinies, 1991-92
Fondation Toms Pauli Lausanne
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: Nora Rupp, Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Vorwiegend Frauen waren es denn auch, die den reinen Gebrauchszweck durch ästhetische und konzeptionelle Fragestellungen ersetzen und sich in ihren Werken mit kulturellen Fragen wie Geschlecht, Politik und gesellschaftlich vorgegebenen Rollen und Identitäten auseinandersetzten.

Ritzi und Peter Jacobi: Fragments III, 1981
Museum für Gestaltung Zürich, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: U. Romito & I. Šuta, Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Die Fiber-Art-Bewegung entwickelt sich inhaltlich unabhängig voneinander in verschiedenen Erdteilen.

In Nordamerika eröffnete Lenore Tawney 1961 im Staten Island Museum in New York ihre erste Einzelausstellung. Diese gilt als früheste öffentliche Sichtbarmachung der Fiber Art.

Lenore Tawney: Cloud, 1982
Fondation Toms Pauli Lausanne
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: Alain Chudeau, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Sie und weitere Künstlerinnen wie Sheila Hicks oder Cynthia Shira betonten wiederholt ihr Interesse an präkolumbianischen Web- und Wirktechniken. 1964 zeigt das Kunstgewerbemuseum Zürich (heute Museum für Gestaltung Zürich) mit ‘Gewebte Formen’ erstmals nordamerikanische Fiber Art in Europa.

Claire Zeisler: To Conrad, 1969
Museum für Gestaltung Zürich, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: U. Romito & I. Šuta, Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

In den Ländern Osteuropas wurden Kunsthandwerk und Kunst oftmals in denselben Akademien unterrichtet, so dass sich die beiden Disziplinen natürlich zu überschneiden begannen. Durch die Zerstörung der historischen Tapisseriemanufakturen im Krieg waren die Künstlerinnen gezwungen, ihre Entwürfe selbst auszuführen.

Jagoda Buić: Etude rouge, ca. 1972
Museum für Gestaltung Zürich, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: U. Romito & I. Šuta, Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Hinzu kam ein Mangel an feinen Garnen. In der Folge griffen Künstlerinnen wie Magdalena Abakanovicz oder Jagoda Buic auf gebrochene Schiffstaue aus Sisal oder Hanf zurück, die sie entzwirnten und mit natürlichen Pigmenten einfärbten.

Magdalena Abakanowicz: Abakan 28, 1968
Museum für Gestaltung Zürich, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: U. Romito & I. Šuta, Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

In der Schweiz wurden Gestalterinnen wie Elsi Giauque, Pierrette Bloch oder Françoise Grossen mit individuellen Materialien wie Maisblättern, Pferdehaar und Sisal schon frühzeitig Teil der neuen Kunstform.

Elsi Giauque: Mais, ca. 1945
Museum für Gestaltung Zürich, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: U. Romito & I. Šuta, Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Auf die bewährte Technik der Stickerei vertraut Lissy Funk, setzt darin aber konsequent auf gestalterisches Neuland.

Lissy Funk: Lebensbaum, 1964
Fondation Toms Pauli Lausanne
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: Arnaud Conne, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Nachfolgende Generationen mit Marie Schuman oder Cécile Feilchenfeldt liessen sich von den grossen Vorbildern zu eigenen überzeugenden Findungen anregen.

Morel von Schulthess: Blaue Knospen, 1982
Museum für Gestaltung Zürich, Decorative Arts Collection
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: U. Romito & I. Šuta, Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

In der Ausstellung ‘Textiler Garten’ sind neben den genannten Künstlerinnen weitere 35 Positionen zu entdecken.

Naomi Kobayashi: Jto 3, 1985
Museum für Gestaltung Zürich, Kunstgewerbesammlung
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: U. Romito & I. Šuta, Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

1961 gründeten Alice und Pierre Pauli mit Jean Lurçat in Lausanne das ‘Centre international de la Tapisserie Ancienne et Moderne’ (CITAM). Dessen Ziel war es, die Vitalität und Kreativität der zeitgenössischen Tapisserie zu dokumentieren und sichtbar zu machen. Ab 1962 organisierte das Musée des Arts Décoratifs in Lausanne die ‘Biennales internationales de la Tapisserie’, die auf Basis eines Wettbewerbs den Anspruch hatten, den ‘Seismografen’ der zeitgenössischen Textilkunst zu verkörpern. Viele der in der Ausstellung ‘Textiler Garten’ gezeigten Arbeiten wurden ursprünglich für eine der Lausanner Biennalen konzipiert.

Magdalena Abakanowicz: Embryologie, 1978-1981
Fondation Toms Pauli Lausanne
Ausstellung ‘Textiler Garten’
Foto: Arnaud Conne, freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Kuratorium und Szenografie: Christian Brändle, Direktor Museum für Gestaltung Zürich

Auch interessant:

Mein Bericht über die Ausstellung ‘TAPISSERIES NOMADES’ im Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne (2016)

Mein Bericht über die Ausstellung ‘Aufbruch Textil’ in der Pforzheim Galerie (2016)

Die Ausstellung ‘Sheila Hicks: Off Grid’ läuft noch bis 25. September 2022 in The Hepworth Wakefield – zu finden in den Ausstellungstipps Juni 2022

Zum Bericht über die  Ausstellung ‘Weaving beyond the Bauhaus’, die The Art Institute of Chicago 2019/2020 zeigte, geht es hier

Info:

15. Juli - 30. Oktober 2022

Textiler Garten

Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8005 Zürich
Schweiz

www.museum-gestaltung.ch

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Otl Aichers Olympiade

… und wenn man schon mal da ist in der Ausstellungsstrasse des Museums für Gestaltung in Zürich, so kann man sich vom 19. Juli – 18. September 2022 noch ein Schmankerl gönnen: Eine kleine, aber feine Schau von Plakaten des Gestalters Otl Aicher: ‘Otl Aichers Olympiade’.

Otl Aicher, München 1972
Plakatsammlung, Museum für Gestaltung Zürich, ZHdK
Ausstellung ‘Otl Aichers Olympiade’
Foto freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Otl Aicher verantwortete das grafische Gesamtkonzept der Olympischen Spiele in München 1972.

Otl Aicher, München 1972
Plakatsammlung, Museum für Gestaltung Zürich, ZHdK
Ausstellung ‘Otl Aichers Olympiade’
Foto freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Die ausgestellten Plakate reduzieren jede Sportart auf ihre spezifische Atmosphäre und die präzise Eigenart der Bewegung im Raum. Der fotografische Bildinhalt wird zerlegt und damit sowohl einen raffinierten Pop-Art-Effekt als auch eine ästhetische Veredelung erzielt.

Otl Aicher, München 1972
Plakatsammlung, Museum für Gestaltung Zürich, ZHdK
Ausstellung ‘Otl Aichers Olympiade’
Foto freundlicherweise vom Museum für Gestaltung zur Verfügung gestellt

Otl Aicher, der vor 100 Jahren in Ulm geboren wurde, sind derzeit, genau wie den Olympischen Spielen 1972, mehrere Ausstellungen gewidmet. Näheres dazu folgt weiter unten in der Rubrik ‘kurze Hinweise’.

Info:

19. Juli – 18. September 2022

Otl Aichers Olympiade

Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8005 Zürich
Schweiz

www.museum-gestaltung.ch

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Ruth Asawa: Citizen of the Universe

Die amerikanische Künstlerin Ruth Asawa (geb. 1926 Norwalk, Kalifornien – gest. 2013 San Francisco, Kalifornien) geriet in Vergessenheit. Ausstellungen bei der diesjährigen Biennale in Venedig, in Oxford (England) und in Stavanger (Norwegen) holen sie und ihr faszinierendes Werk wieder ins Licht.

Ausstellungsansicht
‘Ruth Asawa: Citizen of the Universe’
Modern Art Oxford
Foto: Ben Westoby, freundlicherweise vom MAO zur Verfügung gestellt

‘Citizen of the Universe’ lautet der Ausstellungstitel im Kunstraum Modern Art Oxford, wo die Schau noch bis zum 21. August 2022 zu sehen ist. Sie wirft einen einzigartigen Blick auf die visionäre Künstlerin, Pädagogin und Aktivistin Ruth Asawa. Die Ausstellung zeigt ihre charakteristischen hängenden Skulpturen aus gewundenem und verflochtenem Draht und ineinander verschachtelten Formen, einige davon mehrere Meter grosss. Flankiert wird das Ganze von Drucken, Zeichnungen, Briefen und Fotografien. ‘Citizen of the Universe’ feiert Asawas Überzeugung der ganzheitlichen Integration von Kunst, Bildung und gesellschaftlichem Engagement.

Ausstellungsansicht
‘Ruth Asawa: Citizen of the Universe’
Modern Art Oxford
Foto: Ben Westoby, freundlicherweise vom MAO zur Verfügung gestellt

Als Tochter japanischer Einwanderer lebte Ruth Asawa als Teenager aufgrund der durch die US-Regierung angeordneten Umsiedlung und Inhaftierung von etwa 120.000 japanischstämmigen Amerikanern am Vorabend des Zweiten Weltkriegs in einem Internierungslager. Trotz der extremen Bedingungen lernte sie dort professionelle Künstler kennen, die das Mädchen, das schon früh seine Liebe zum Zeichnen entdeckt hatte, förderten – eine positive Wendung für die 16-Jährige. Als sie 1943 das Lager verliess, war sie der festen Überzeugung, dass Kunst das Leben verändern und eine positive Kraft für das soziale Wohl sein kann.

Ausstellungsansicht
‘Ruth Asawa: Citizen of the Universe’
Modern Art Oxford
Foto: Ben Westoby, freundlicherweise vom MAO zur Verfügung gestellt

Von 1946 bis 49 studierte Asawa am Black Mountain College (North Carolina) und pflegte ihre Philosophie der ‘Integration kreativer Arbeit in das tägliche Leben’. Hier lernte sie Josef und Anni Albers kennen, die als Bauhauslehrer in Deutschland vom NS-Regime verfolgt worden waren und schloss eine lebenslange Freundschaft mit dem visionären Architekten R. Buckminster Fuller, der sie einst als einen der grössten Künstler bezeichnete, die er kenne. Als Ergebnis ihrer Erfahrungen am College erkannte Asawa, dass Menschen sich dafür entscheiden können, Rassen-, Klassen- und nationalistische Spaltungen zu überwinden.

Ausstellungsansicht
‘Ruth Asawa: Citizen of the Universe’
Modern Art Oxford
Foto: Ben Westoby, freundlicherweise vom MAO zur Verfügung gestellt

Ein erfülltes Leben zu führen bedeutete für Asawa, sich sozial zu engagieren, eine Familie zu gründen, mit ihr Kunst zu schaffen und sich voll und ganz am Leben ihrer lokalen Gemeinschaft zu beteiligen. Sie heiratete Albert Lanier, einen Architekturstudenten, den sie am College kennengelernt hatte und liess sich mit ihm in San Francisco nieder, weil dort die Eheschliessung (sie japanischstämmig, er weisser US-Bürger) erlaubt war. Sie hatten sechs Kinder.

Ruth Asawa: Untitled (ohne Titel)
Wandhängende Arbeit, 1960er Jahre
Sammlung vom San José Museum of Art
Museumsankauf mit Mitteln von Polly und Tom Bredt, Elaine und Rex Cardinale und Mary Mocas, 2006
Bild: © San José Museum of Art,
Foto: Douglas Sandberg
Artwork © 2021 Ruth Asawa Lanier, Inc. / ARS, NY and DACS, London.
Courtesy David Zwirner
Ausstellung ‘Ruth Asawa: Citizen of the Universe’
Foto freundlicherweise vom MAO zur Verfügung gestellt

Auf einem Markt in Mexiko beobachtete sie Frauen beim Korbflechten und bat sie, ihr dies beizubringen. Zu Hause begann sie, korbähnliche Formen mit einem durchgehenden Draht zu flechten, schloss sie zu Kugeln, verschachtelte sie ineinander, so dass die kleineren Formen innen und die grösseren Formen aussen voneinander abhängig und untrennbar miteinander verbunden sind. Aus dem banalen Material Draht, eigentlich nur in begrenztem Umfang formbar, wurden wunderbare ästhetische Gefässe oder bonsaiartige Miniaturbäume.

Imogen Cunningham: Ruth Asawa an ihrer Draht-Skulptur 3 arbeitend, 1956
Photograph by Imogen Cunningham
© 2022 Imogen Cunningham Trust
Artwork © 2021 Ruth Asawa Lanier, Inc. / ARS, NY and DACS, London
Courtesy David Zwirner
Ausstellung ‘Ruth Asawa: Citizen of the Universe’
Foto freundlicherweise vom MAO zur Verfügung gestellt

Von den späten 1940er Jahren bis zur Wende des 21. Jahrhunderts schuf Asawa ihre unverwechselbaren Hängeskulpturen aus Draht, den sie zu eleganten neuen Formen verschlungen und verflochten hat. Asawas Skulpturen sind eine Erforschung von Strukturen in der Natur und entstehen aus ihrer genauen Beobachtung des organischen Lebens. Ihre Konzepte basieren auf den künstlerischen, wissenschaftlichen und kulturellen Erkenntnissen, die sie am Black Mountain College gelernt hat.

Ausstellungsansicht
‘Ruth Asawa: Citizen of the Universe’
Modern Art Oxford
Foto: Ben Westoby, freundlicherweise vom MAO zur Verfügung gestellt

In Asawas Worten ‘enthüllt der von der Skulptur geworfene Schatten genauso viel wie die Skulptur selbst. … Viele der Formen sind von Pflanzenwachstum, Knochenstrukturen und Mustern inspiriert, die in Wasser und Öl, Seifenblasen und Rauch zu sehen sind.’ Von Hand gefertigt, ist jede von Asawas Skulpturen eine voluminöse Form, die raffiniert mit minimalen Materialien geschaffen wurde.

Imogen Cunningham: Ruth Asawa, Künstlerin mit ihren Kindern, 1957
© 2022 Imogen Cunningham Trust
Artwork © 2021 Ruth Asawa Lanier, Inc. / ARS, NY and DACS, London
Courtesy David Zwirner
Ausstellung ‘Ruth Asawa: Citizen of the Universe’
Foto freundlicherweise vom MAO zur Verfügung gestellt

Anfang der 1950er Jahre war ihr Werk in New York angekommen und Ruth Asawa wurde von einer Galerie vertreten. Doch wie andere Zeitgenossinnen auch hatte sie Schwierigkeiten, sich in der von Männern dominierten Kunstwelt durchzusetzen und bald schlief die Zusammenarbeit mit der Galerie wieder ein. Asawa geriet in Vergessenheit und wurde schliesslich nur noch lokal wahrgenommen. In San Francisco wurde sie bekannt und bekam auch Aufträge. Im Vordergrund stand aber ihr Interesse an der Erziehungsarbeit und sie organisierte Workshops für Kinder.

Imogen Cunningham: Ruth Asawas Draht-Skulpturen und ihre Schatten, 1956
© 2022 Imogen Cunningham Trust
Artwork © 2021 Ruth Asawa Lanier, Inc. / ARS, NY and DACS, London
Courtesy David Zwirner
Ausstellung ‘Ruth Asawa: Citizen of the Universe’
Foto freundlicherweise vom MAO zur Verfügung gestellt

Dies entsprach ganz ihrer Vision für die Rolle der Kunst in der Gesellschaft, die inklusiv sein sollte. Asawas wachsendes Gefühl wahrer innerer Freiheit motivierte sie ihr Leben lang, einen künstlerischen und bürgerlichen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Ruhig und charismatisch entschied sich Asawa dafür, sich als ‘Citizen of the Universe’ (‘Bürger des Universums’) zu begreifen und entwickelte ein Gefühl für höhere Ziele, das darauf beruht, das Leben durch Kunst zu verbessern. Diese Ausstellung stellt diese Ideen in den Vordergrund und ist eine Bestätigung ihrer aktuellen Relevanz als Verfechterin der lebenswichtigen Rolle, die Kreativität in der Gesellschaft spielt.

Ausstellungsansicht
‘Ruth Asawa: Citizen of the Universe’
Modern Art Oxford
Foto: Ben Westoby, freundlicherweise vom MAO zur Verfügung gestellt

Fast 50 Jahre nach ihrer letzten Präsenz in New York wurde Christie’s auf Asawa aufmerksam und veranstaltete eine Solo-Ausstellung mit begeistertem Publikum. Ein spektakuläres Auktionsergebnis katapultierte sie 2013 wieder nach oben – aber Ruth Asawa war schon zu krank und starb wenige Monate später im Alter von 86 Jahren.

Info:

28. Mai – 21. August 2022

Ruth Asawa: Citizen of the Universe

Modern Art Oxford
30 Pembroke Street
Oxford
OX1 1BP
England

www.modernartoxford.org.uk

 

1. Oktober 2022 – 22. Januar 2023

Ruth Asawa: Citizen of the Universe

Stavanger Kunstmuseum
Henrik Ibsens gate 55
4021 Stavanger
Norwegen

www.stavangerkunstmuseum.no

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Kimono Style: The John C. Weber Collection

Noch bis zum 20. Februar 2023 zeigt The Met in New York die Ausstellung ‘Kimono Style: The John C. Weber Collection’, die die künstlerischen Wechselbeziehungen zwischen dem Kimono und westlicher Mode vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert untersucht. Die Ausstellung zeigt eine bemerkenswerte Auswahl des T-förmigen japanischen Kleidungsstücks, darunter zahlreiche moderne Kimonos aus der renommierten Sammlung japanischer Kunst von John C. Weber sowie Highlights aus der Sammlung des Costume Institute. Über 60 Kimonos für Damen, Herren und Kinder sowie westliche Couture, japanische Gemälde, Drucke und Kunsthandwerk sind ausgestellt.

Ausstellungsansicht
‘Kimono Style: The John C. Weber Collection’
The Metropolitan Museum of Art, New York
Foto: Bruce Schwarz, freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Diese herausragende Ausstellung präsentiert den Kimono aus einer länderübergreifenden Perspektive und beleuchtet die künstlerischen Dialoge zwischen Japan und dem Westen sowie den anhaltenden Einfluss des Kimonos auf Designer auf der ganzen Welt.

Sommer Robe (hito-e)
Edo-Zeit (1615–1868), frühes 19. Jh.
Seide, Seiden- und Goldstickerei
184.6 x 123.8 cm
John C. Weber Collection
Ausstellung ‘Kimono Style: The John C. Weber Collection’
Foto: Paul Lachenauer © The Metropolitan Museum of Art, freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Der Kimono dient seit Jahrhunderten als Tableau, auf dem die Geschichten von Frauen beschrieben und festgehalten werden. Die Vielfalt an Mustern und Farben und die oft wechselnden Trends verraten viel über die japanische Kultur und Gesellschaft, wenn wir die Umstände der Besitzer dieser Kleidungsstücke und ihre Herstellungstechniken beleuchten.

Ausstellungsansicht
‘Kimono Style: The John C. Weber Collection’
The Metropolitan Museum of Art, New York
Foto: Bruce Schwarz, freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Für viele westliche Couturiers und Designer war der Kimono ein Katalysator, um neue Motive und Schnitte zu kreieren, die dem Träger Freiheit geben, indem Raum zwischen Körper und Kleidung geschaffen wird. Gleichzeitig trugen westliche Herstellungstechniken und Materialien sowie künstlerische Trends zur Modernisierung der T-förmigen Kleidungsstücke bei und halfen, frische Stile zu erschaffen.

Yohji Yamamoto: Mantel
Frühling/Sommer 1983
Baumwolle
The Metropolitan Museum of Art, Ankauf, Gould Family Foundation Gift, in memory of Jo
Copeland, 2011
(2011.288)
Ausstellung ‘Kimono Style: The John C. Weber Collection’
Foto © The Metropolitan Museum of Art, freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Die Web-, Färbe- und Sticktechniken, für die Japan so bekannt ist, erreichten während der Edo-Zeit (1615–1868) ihren künstlerischen Höhepunkt. Mitglieder der herrschenden Militärklasse waren die Hauptkonsumenten prächtiger Kimonos, von denen jeder massgefertigt wurde. Gleichzeitig entstand eine dynamische urbane Kultur und die Kaufmannsklasse nutzte ihren Reichtum, um materiellen Luxus zu erwerben.

Ausstellungsansicht
‘Kimono Style: The John C. Weber Collection’
The Metropolitan Museum of Art, New York
Foto: Bruce Schwarz, freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Kimonos, eine der sichtbarsten Kunstformen im täglichen Leben, boten den Stadtbewohnern eine Möglichkeit, ihre ästhetische Sensibilität zu demonstrieren. Die damals verwendeten Kimono-Musterbücher und Ukiyo-e-Holzschnitte sind vergleichbar mit modernen Modemagazinen und zeugen von einem ausgeklügelten System der Produktion, Distribution und Konsumtion.

Ausstellungsansicht
‘Kimono Style: The John C. Weber Collection’
The Metropolitan Museum of Art, New York
Foto: Bruce Schwarz, freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Darstellungen von Kimonos in japanischen Holzschnitten wurden Ende des 19. Jahrhunderts von westlichen Couturiers umfassend studiert, die sich zuerst von den dekorativen Motiven des Kleidungsstücks inspirieren liessen. Später sollten die vergleichsweise lockere, umhüllende Silhouette des Kimonos und sein geradliniger Schnitt einen tiefgreifenden und dauerhaften Einfluss auf die westliche Mode haben, wobei Couturiers wie Madeleine Vionnet und Cristóbal Balenciaga sich für ihre avantgardistischen Kreationen von der Konstruktion und den geometrischen Linien des Kimonos anregen liessen.

Maison Margiela, John Galliano: Mantel-Kleid
Herbst/Winter 2015-16
Polyester, Baumwolle
The Metropolitan Museum of Art, Schenkung von Maison Margiela, zu Ehren von Harold Koda, 2016
(2016.401a–c)
Ausstellung ‘Kimono Style: The John C. Weber Collection’
Foto © The Metropolitan Museum of Art, freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

In der Meiji-Zeit (1868–1912) wurde westliche Kleidung in Japan eingeführt. Gleichzeitig ermöglichten Modernisierung und gesellschaftliche Veränderungen mehr Frauen den Zugang zu Seidenkimonos als je zuvor. Später wurden einige der Kimono-Motive sogar von westlicher Kunst beeinflusst. Um die 1920er Jahre wurden erschwingliche Konfektionskimonos (Meisen) sehr beliebt und spiegelten einen westlicheren Lebensstil wider. Diese wurden in Kaufhäusern verkauft, die westlichen Einzelhändlern nachempfunden waren und Marketingstrategien im westlichen Stil folgten.

Ausstellungsansicht
‘Kimono Style: The John C. Weber Collection’
The Metropolitan Museum of Art, New York
Foto: Bruce Schwarz, freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Der globale Handel und die Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erweiterten Japans Zugang zu teurer Wolle, Baumwolle und maschinengesponnener Seide erheblich. Kimono-Muster orientierten sich zunehmend an westlichen Kunstbewegungen, beispielsweise an den floralen Ornamenten, die für den Jugendstil charakteristisch sind oder an den kühnen, geometrischen Formen des Art déco. Gleichzeitig wandten sich westliche Couturiers der japanischen Kunst und Kleidung zu. Kimonos wurden zunächst als Morgenmäntel neu interpretiert und später dienten vor allem ihre Stoffe als Inspirationsquelle für die Kreationen von Couture-Häusern wie Worth.

Ausstellungsansicht
‘Kimono Style: The John C. Weber Collection’
The Metropolitan Museum of Art, New York
Foto: Bruce Schwarz, freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

In den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts revolutionierten die geradlinige und lockere Form des Kimonos die westliche Mode: Couturiers gaben das S-förmige, korsettierte Mieder für eine flache, geradere, moderne Linie auf. Pariser Modeschöpfer wie Paul Poiret, die Callot Soeurs und Madeleine Vionnet liehen sich japanische Ideen aus und drapierten ihre Kleidungsstücke von der Schulter, anstatt den Stoff so zuzuschneiden, dass er der Form des Körpers folgt. Beispielsweise wurde Poirets modernistischer ‘Paris’-Mantel von 1919, einer der Höhepunkte aus der Kollektion von The Costume Institute, aus einem einzigen 15-Fuss-Stück Seidensamt mit minimalem Schnitt hergestellt. Dies erinnert an das Konzept, einen Kimono aus einem einzigen Ballen Stoff zu schaffen, ohne Abfall und nur mit geradlinigen Elementen.

Paul Poiret (1879–1944): ‘Paris’-Mantel
1919
Seide, Wolle, Metallfaden
The Metropolitan Museum of Art, Ankauf, Friends of The Costume Institute Gifts, 2005
(2005.207)
Ausstellung ‘Kimono Style: The John C. Weber Collection’
Foto © The Metropolitan Museum of Art, freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Erschwingliche, stilvolle Kimonos aus Meisen, einer preiswerten Seide, die aus vorgefärbten Garnen gewebt wird, eine Technik, die als Ikat (Kasuri) bekannt ist, wurden im frühen 20. Jahrhundert populär. In den 1920er und 30er Jahren konnten Arbeiterinnen und Frauen aus der Mittelschicht, von Gymnasiastinnen bis hin zu Verkäuferinnen, diese lässigen, farbenfrohen, modernen Kimonos mit kräftigen, grafischen Mustern kaufen.

Ausstellungsansicht
‘Kimono Style: The John C. Weber Collection’
The Metropolitan Museum of Art, New York
Foto: Bruce Schwarz, freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Kaufhäuser haben häufig neue Designs herausgebracht, um Trends auszulösen und zum Kauf anzuregen. Viele Meisen-Kimono-Muster wurden von avantgardistischen Kunstbewegungen wie dem italienischen Futurismus und dem holländischen De Stijl inspiriert. Piet Mondrians Kompositionen waren besonders einflussreich.

Comme des Garçons, Rei Kawakubo: Mantel
Frühling/Sommer 2018
Polyester, Nylon
The Metropolitan Museum of Art, Ankauf, 2018
(2018.650a–c)
Ausstellung ‘Kimono Style: The John C. Weber Collection’
Foto © The Metropolitan Museum of Art, freundlicherweise von The Met zur Verfügung gestellt

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist die ikonische Struktur des Kimonos eine Inspirationsquelle sowohl für die japanische als auch für die westliche Mode. Einige moderne Designer verwenden seine Form als Ausgangspunkt für ‘konstruierte’ Kleidungsstücke, wie in den Arbeiten von Issey Miyake und Cristobal Balenciaga zu sehen ist. Andere spielen mit den symbolischen Assoziationen des Kimonos. Von im Westen tätigen japanischen Designern, darunter Yohji Yamamoto und Rei Kawakubo, neu gemischt und neu interpretiert, spiegelt der Kimono die japanische Kultur dynamisch wider, sowohl in die Welt als auch zurück zu sich selbst, wie in Rei Kawakubos Ensemble für Comme des Garçons mit einer Manga-Figur deutlich wird. Durch all diese Iterationen hat der Kimono auf eine Zukunft jenseits von Modetrends, kulturellen Grenzen und Geschlechternormen hingewiesen.

Info:

7. Juni 2022 – 20. Februar 2023

Kimono Style: The John C. Weber Collection

The Metropolitan Museum of Art
1000 Fifth Avenue
New York, NY 10028
USA

www.metmuseum.org

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ALL HANDS ON: Flechten

Flechten – eine Kulturtechnik, tausende Jahre alt, weltweit praktiziert, regional ausgeprägt und bis heute Hand-werk im wahrsten Sinne des Worts: Nur der Mensch beherrscht die komplexe Flechttechnik, keine Maschine kann sie ersetzen. Die Ausstellung stellt die Faszination dieser Fertigkeit in den Mittelpunkt, zeigt Verflechtungen zwischen historisch gewachsenem Wissen und modernen Innovationen.

Ausstellungsansicht
‘ALL HANDS ON: Flechten’
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen
Foto: David von Becker, freundlicherweise vom MEK zur Verfügung gestellt

In den vier Ausstellungsbereichen Mensch, Schutz, Material und Muster können die Besucher*innen zahlreiche geflochtene Alltagsgegenstände aus ganz Europa aus der umfangreichen Sammlung des Museums Europäischer Kulturen (MEK) entdecken.

Ausstellungsansicht
‘ALL HANDS ON: Flechten’
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen
Foto: David von Becker, freundlicherweise vom MEK zur Verfügung gestellt

Eine begehbare Raumskulptur des Künstlers Olaf Holzapfel und weitere internationale, zeitgenössische Kunst- und Designpositionen, die sich mit verschiedenen Flechttechniken auseinandersetzen, bieten ergänzende Perspektiven.

Feinflechtskulptur ‘Kumo’ der Flechtwerkgestalterin Megumi Higuchi
Oberursel, Deutschland, 2020
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen
Ausstellung ‘ALL HANDS ON: Flechten’
Foto: Christian Krug, freundlicherweise vom MEK zur Verfügung gestellt

Verknüpft werden die einzelnen Themen mit zahlreichen interaktiven Stationen, die Gross und Klein für das immaterielle Kulturerbe begeistern und die Faszination für Handgemachtes buchstäblich ‘be–greifbar’ machen. Also – ALL HANDS ON: Flechten!

Flechtmaterialien:
Birkenwurzeln, Sápmi, schwedischer Teil, vor 1916
Birkenrinde, Nilsiä, Finnland, um 1920
Espartogras, Spanien, um 1930
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen
Ausstellung ‘ALL HANDS ON: Flechten’
Foto: Christian Krug, freundlicherweise vom MEK zur Verfügung gestellt

‘ALL HANDS ON: Flechten’ porträtiert zeitgenössische und historische Flechter*innen. Die Ausstellung zeigt, wie geflochtene Gegenstände – etwa Körbe, Hüte oder Schuhe – Dinge beim Transport oder den Menschen vor Wind und Wetter schützen.

Strohhut, Alpenraum, um 1940
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen
Ausstellung ‘ALL HANDS ON: Flechten’
Foto: Christian Krug, freundlicherweise vom MEK zur Verfügung gestellt

Ein Korbstuhl aus der Passagierkabine des Zeppelins LZ 120 ‘Bodensee’ von 1919 unterstreicht, dass die genialen Eigenschaften von Geflochtenem – nämlich Stabilität, Leichtigkeit und Flexibilität – auch in der innovativen Luftfahrt gefragt waren. Ein ca. 3.000 Jahre altes umflochtenes Gefäss aus Ägypten beweist, dass Flechten eine Basiskulturtechnik ist. Und ein geflochtenes Kleid aus der Spring/Summer Fashion Show 2012 als Leihgabe von Dolce&Gabbana betont den Reiz von Geflochtenem bis heute – vor allem im zeitgenössischen Design sowie in der Haute Couture.

Dolce&Gabbana Spring/Summer 2013
Women’s Fashion Show, Look 83
Courtesy of Dolce&Gabbana
Ausstellung ‘ALL HANDS ON: Flechten’
Foto: Monica Feudi, freundlicherweise vom MEK zur Verfügung gestellt

Zudem werden in der Ausstellung verschiedene Flechtmaterialien erläutert, die von den Besucher*innen haptisch erfahren werden können. ‘ALL HANDS ON: Flechten’ weitet den Blick immer wieder auch über den europäischen Kontext hinaus: So wird beispielsweise die Tatsache thematisiert, dass Flechtmaterialien wie Sisal und Rattan ursprünglich vielfach als koloniale Rohstoffe nach Europa gelangten.

Lebende Brücke ‘Wah Mawlong’
in Rangthylliang, Pynursla, Indien, 2022
© Morningstar Khongtaw, Point of View Production
Ausstellung ‘ALL HANDS ON: Flechten’
Foto freundlicherweise vom MEK zur Verfügung gestellt

Im letzten Ausstellungsbereich kann anhand vielfältiger Exponate nachempfunden werden, wie mit grossem Können und Geschick durch verschiedene Flechttechniken zahlreiche Muster entstehen. Was für das Auge als regelmässiges Muster erscheint, ist in Wahrheit jahrelange Erfahrung und oftmals sehr viel komplexer als auf den ersten Blick anzunehmen.

Rucksack ‘Tarzan der Flechtwerkgestalterin Rosa Gies
Oberfranken, Bayern, 2020
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen
Ausstellung ‘ALL HANDS ON: Flechten’
Foto: Christian Krug, freundlicherweise vom MEK zur Verfügung gestellt

Zeitgenössische künstlerische Positionen vertiefen die inhaltliche Auseinandersetzung, unter anderem von Syowia Kyambi, Nathalie Miebach und Muriel Gallardo Weinstein. Der Konzeptkünstler Olaf Holzapfel hat eigens für die Ausstellung die Auftragsarbeit ‘Der geflochtene Garten’ als begehbare Raumskulptur entworfen. Sie eröffnet einen immersiven Zugang zum Flechthandwerk.

Olaf Holzapfel: Der geflochtene Garten, 2022
Ausstellung ‘ALL HANDS ON: Flechten’
Foto: © Jens Ziehe, freundlicherweise vom MEK zur Verfügung gestellt

Die Faszination und Vielfältigkeit des Flechthandwerks lässt sich nur durch Ausprobieren und Mitgestalten umfassend vermitteln: In allen Ausstellungsbereichen laden Hands-On-Stationen dazu ein, überraschende Aspekte des Flechtens in zugänglicher Form selbst zu erleben.

Nest einer Feldmaus
Ausstellung ‘ALL HANDS ON: Flechten’
Foto: © Ingo Arndt Photogaphy, freundlicherweise vom MEK zur Verfügung gestellt

Hier können die Besucher*innen Nester flechten, Flaschen schützen, sich mit anderen Geschichten verflechten und vieles mehr. ‘ALL HANDS ON’ versteht sich also als Motto: Die Ausstellung ist nicht nur sehr informativ, sondern lädt ein, aktiv zu werden und sich für die Vielseitigkeit des Flechtens zu begeistern– Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht.

Ausstellungsansicht
‘ALL HANDS ON: Flechten’
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen
Foto: David von Becker, freundlicherweise vom MEK zur Verfügung gestellt

Eine Sonderausstellung des Museums Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit CARMAH und dem Studiengang Europäische Ethnologie der Humboldt Universität zu Berlin, dem Studiengang Europäische Medienwissenschaft der Universität Potsdam und FH Potsdam sowie der Gartenarbeitsschule Steglitz-Zehlendorf.

Info:

24. Mai 2022 bis auf Weiteres

ALL HANDS ON: Flechten

Museum Europäischer Kulturen (MEK)
Arnimallee 25
14195 Berlin-Dahlem
Deutschland

www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-europaeischer-kulturen

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Huhn oder Ei – wer war zuerst?

Vom 9. – 24. Juli 2022 werden im Haus Bachem in Königswinter auf die Frage: ‘Huhn oder Ei – wer war zuerst?’ Antworten gesucht, die nicht einfach zu finden sein werden. Denn die beiden Künstlerinnen Astrid Meiners-Heithausen und Ulla Hoppe sind neue Wege gegangen und haben sich von jeweils sechs Werken der Kollegin zu eigenen Arbeiten inspirieren lassen.

Einladungskarte
Ausstellung ‘Huhn oder Ei – wer war zuerst?’
Foto freundlicherweise von Ulla Hoppe zur Verfügung gestellt

Der Dialog von Stift und Nadel, von Papier und Textil, von Strich und Faden war für beide Künstlerinnen eine willkommene Herausforderung zu neuen Ansätzen.

Astrid Meiners-Heithausen: Gespräch (blau)
Ausstellung ‘Huhn oder Ei – wer war zuerst?’
Foto freundlicherweise von Astrid Meiners-Heithausen zur Verfügung gestellt

Auf diese Weise sind 12 ‘Kunstpaare’ entstanden, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten und die spannende Frage stellen: ‘Huhn oder Ei – wer war zuerst?’

Ulla Hoppe: die.drei (blau)
Ausstellung ‘Huhn oder Ei – wer war zuerst?’
Foto freundlicherweise von Ulla Hoppe zur Verfügung gestellt

Was genau passiert, wenn zwei Künstlerinnen aus den Bereichen Photomalerei und Druckgrafik auf der einen Seite und Textilkunst im Allgemeinen und Stickerei im Besonderen von zwei Seiten an ein Thema herangehen, ist ein völlig neuer, spannender Ansatz in der Betrachtungsweise.

Ulla Hoppe: Mandala
Ausstellung ‘Huhn oder Ei – wer war zuerst?’
Foto freundlicherweise von Ulla Hoppe zur Verfügung gestellt

Die Ergebnisse sind verblüffend. Teilweise ist die Parallele auf den ersten Blick erkennbar, teilweise bedarf es eines zweiten Blicks, um den Gedanken nachzuspüren, die zu den jeweiligen Ergebnissen führten.

Astrid Meiners-Heithausen: Fadensushi
Ausstellung ‘Huhn oder Ei – wer war zuerst?’
Foto freundlicherweise von Astrid Meiners-Heithausen zur Verfügung gestellt

Die Arbeiten sind im Format jeweils einander angepasst. Astrids Drucke hängen immer links, Ullas Stickereien hängen immer rechts. Aber welches von beiden Bildern war zuerst, welches kam danach? Eine Antwort auf diese Frage kann vielleicht in der Ausstellung gefunden werden. Eine der beiden Künstlerinnen ist immer da, am Wochenende sind häufig beide anwesend und stehen gerne Rede und Antwort. Man darf jedenfalls gespannt sein!

Info:

9. – 24. Juli 2022

Huhn oder Ei – wer war zuerst?

Haus Bachem
Drachenfelsstrasse 6
53639 Königswinter
Deutschland

www.astrid-meiners-heithausen.de
www.die.drei-textil.de

Vernissage:
Sa, 9. Juli 2022, 15 Uhr

Öffnungszeiten:
täglich: 12 – 17 Uhr
ausser Di, 19. Juli 2022

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Ask Me If I Believe In The Future

Was kann Gestaltung für die Zukunft beitragen? Welche Ideen, Fragen und Strategien haben Designer*innen, wenn es darum geht, Zukunftsvisionen zu entwickeln?

Objects of Common Interest: Teahouses for domesticity, 2022, Rendering
© Objects of Common Interest
Ausstellung ‘Ask Me If I Believe In The Future’
Foto freundlicherweise vom MK&G zur Verfügung gestellt

Im Rahmen der neuen Ausstellung ‘Ask Me If I Believe In The Future’, die das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) vom 1. Juli 2022 an zeigt, hat die renommierte Mailänder Kuratorin Maria Cristina Didero international tätige Designer*innen eingeladen, ihre Interpretation der Zukunft, ihre Erwartungen und Visionen neu zu formulieren: Das griechische Designstudio Objects of Common Interest von Eleni Petaloti und Leonidas Trampoukis, der Designer Erez Nevi Pana aus Israel, die Schweizerin Carolien Niebling und das multidisziplinäre Designstudio Zaven von Enrica Cavarzan und Marco Zavagno aus Italien.

Die Designer*innen und Designstudios bekamen von der Kuratorin eine Carte Blanche und gestalteten Neuproduktionen, die eigens für die Ausstellung im MK&G entstanden sind. Obgleich sie von sehr unterschiedlichen Ansätzen ausgehen und angesichts der Herausforderungen der globalen Krisen verschiedene Perspektiven auf die Zukunft einnehmen, zeugen die Ergebnisse von einer erstaunlichen Kohärenz – dem Glauben an die Zukunft.

Maria Cristina Didero
Foto: Stefano Ferroni, freundlicherweise vom MK&G zur Verfügung gestellt

Maria Cristina Didero ist eine international gefragte Designkuratorin, Beraterin und Autorin aus Mailand, die weltweit Ausstellungen für Museen und Unternehmen kuratiert. Als Autorin arbeitet Didero mit internationalen Magazinen zusammen.

Die Installation ‘Teahouses for domesticity’ von Objects of Common Interest basiert auf einer existentiellen Erfahrung, die uns die Corona-Pandemie besonders deutlich vor Augen geführt hat: Unser menschliches Bedürfnis nach Nähe und Gemeinschaft.

Objects of Common Interest: Standing Stones
Installationsansicht
ADAM – Brussels Design Museum, 2020
Ausstellung ‘Ask Me If I Believe In The Future’
Foto: Mathijs Labadie, freundlicherweise vom MK&G zur Verfügung gestellt

Objects of Common Interest lädt das Publikum dazu ein, in einer sinnlichen Landschaft zu interagieren. ‘Teahouses for domesticity’, drei aufblasbare PVC-Objekte, die begehbar sind und wie überdimensionale Röhren aussehen, ermöglichen den Besucher*innen individuelle Erfahrungen. Mit ihrer partizipativen Installation präsentieren Objects of Common Interest eine optimistische Sicht auf die Zukunft: Sie stellen neue Formen und konzeptuelle Methoden des Zusammenseins zur Disposition.

Der Designer Erez Nevi Pana entwirft mit seiner Installation ‘Homecoming’ ein futuristisches Panorama der Erde als Einheit von Mensch, Tier und Natur, die es zu schützen und zu erhalten gilt. Seiner Idee liegt das bekannte Zitat von Neil Armstrong zugrunde, für den die Erde vom Mond aus betrachtet so klein wie eine Erbse aussah. Angesichts zunehmender Expansionsbestrebungen der Menschen in den Weltraum ist das Leben auf einem anderen Planeten eine Möglichkeit, die Erde zu erhalten.

Erez Nevi Pana: Homecoming, 2022
Prozessbild (Earth)
Ausstellung ‘Ask Me If I Believe In The Future’
Foto: Dor Kedmi, freundlicherweise vom MK&G zur Verfügung gestellt

Pana lädt uns ein, die Erde von oben zu sehen – wir sehen einen Planeten, den die Menschen auf der Suche nach dem Unbekannten verlassen haben, einen Planeten, zu dem wir immer zurückkehren können. Sein Setting besteht unter anderem aus einem Wasserbecken, das metaphorisch für die lebendige Kraft des Lebens steht, und einem Landeplatz für imaginäre Raumschiffe sowie einer Flagge, die symbolisch für die Vision der lebendigen Erde als Einheit steht.

Erez Nevi Pana (* 1983) erforscht Naturphänomene und Umweltprozesse durch die Erkundung unterschiedlicher Materialien. An der Universität für Kunst und Design in Linz setzt er sich unter anderem für veganes Design ein und arbeitet an der Kristallisation von Salz aus dem Toten Meer.

Auf die Frage, ob sie an die Zukunft glauben, antwortet Zaven mit einer Frage: Why not? Das Designstudio schöpft seinen Glauben an die Zukunft aus dem Prinzip der Zusammenarbeit – ein Leitmotiv ihrer Arbeitsweise.

Zaven: One Two, 2022
Multifunktionaler Mantel, Textilmix
Ausstellung ‘Ask Me If I Believe In The Future’
Foto: Zaven, freundlicherweise vom MK&G zur Verfügung gestellt

Für die Installation im MK&G kooperierten sie vor allem mit lokalen Expert*innen, unter anderem mit einem jungen Keramiker, der mit in der Natur gefundenem Lehm arbeitet, oder einer Schneiderei aus ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Durch diesen inspirierenden Wissenstransfer entwickeln sie gemeinschaftlich neue Formen und Methoden, die unter anderem auf traditionellem Handwerk basieren. Ihre Installation besteht aus archetypischen Objekten, die auch in der Zukunft essentiell wichtig sein werden: Eine Lampe, die Licht ins Dunkel bringt; Gefässe, um Speisen und Getränke aufzubewahren; ein Mantel, der wärmt und schützt; ein Stuhl zum Sitzen und Ausruhen.

Zaven: Glueless, 2022
Holzstuhl
Ausstellung ‘Ask Me If I Believe In The Future’
Foto: Zaven, freundlicherweise vom MK&G zur Verfügung gestellt

‘Why not?’ eröffnet die Möglichkeit, die Welt von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten. Warum also nicht aktiv werden und die Dinge, die uns umgeben, selbst gestalten?

Zaven, 2008 von Enrica Cavarzan und Marco Zavagno gegründet, ist ein multidisziplinäres Designstudio, das in Venedig ansässig ist.

Carolien Niebling bezeichnet sich als Food Futurist und arbeitet mit Lebensmitteln. In Forschung, Lehre und Beratung hat sich die Designerin auf Alternativen zu konventionellen Lebensmitteln spezialisiert.

Carolien Niebling: Kombu plate with irish moss
Irisch Moos platziert auf einer Gipstestform mit dem Abdruck eines Kombucha-Pilzes
Ausstellung ‘Ask Me If I Believe In The Future’
Foto: Carolien Niebling, freundlicherweise vom MK&G zur Verfügung gestellt

Die Produktion von Lebensmitteln ist eine der Hauptursachen der CO2-Emission. Unser Essverhalten beeinflusst den Klimawandel, individuelles Handeln hat bereits kurzfristig enorme Auswirkungen. Nieblings Installation ‘Future-Proof Plating’ eröffnet neue Perspektiven auf Lebensmittel, die in der Natur vorkommen und noch nicht auf unserem täglichen Speiseplan stehen. Die auf Textil gedruckten Makrofotografien von Algen und essbaren Pflanzen ziehen die Betrachter*innen durch ihre beeindruckenden Texturen und Formen in Bann.

Carolien Niebling: Dulse (Rotalge)
Ausstellung ‘Ask Me If I Believe In The Future’
Foto: Lorenz Cugini, freundlicherweise vom MK&G zur Verfügung gestellt

Stilisierte Anordnungen der wilden Pflanzen sind auf Keramikteller eingeprägt oder als Relief abgegossen. Nieblings Installation macht ein ästhetisches Angebot, über eine alternative Zukunft von Essen und die Zukunft unseres Planten nachzudenken, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu heben.

Carolien Niebling (* 1984), die in Zürich lebt und arbeitet, ist an der École Cantonale d’Art de Lausanne (ECAL) als Dozentin tätig.

Die italienische Filmemacherin Francesca Molteni begleitete die Designer*innen während des Entwicklungs- und Produktionsprozesses der vier Neuproduktionen. Ihr Dokumentarfilm wird in der Ausstellung präsentiert.

Info:

1. Juli – 23. Oktober 2022

Ask Me If I Believe In The Future

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G)
Steintorplatz
20099 Hamburg
Deutschland

www.mkg-hamburg.de

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Sabine Groschup – Der doppelte (T)raum

Das Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) bildet ab dem 29. Juni 2022 die grosse Bühne für Arbeiten der aus Innsbruck stammenden, österreichischen Künstlerin, Filmemacherin und Autorin Sabine Groschup. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Groschup hat für die Schau ‘Der doppelte (T)raum’ den mehr als 1.000 Quadratmeter grossen Ausstellungsraum des Museums mit seiner beeindruckenden, grossfenstrigen Fassade und seinen historischen Stahlsäulen in ein surreales Szenario verwandelt.

Sechs jeweils zwölf Meter lange, auf den Webmaschinen im tim hergestellte Stoffbahnen, dienen dabei als Bildträger. Darauf spiegelt Groschup die realen Fensterfronten der einstigen Fabrikhalle und verdoppelt damit auf faszinierende Weise den Ausstellungsraum.

Blick in die Ausstellung ‘Sabine Groschup – Der doppelte (T)raum’
Foto: Felix Weinold, freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

Sabine Groschup (* 1959), eine Schülerin der bedeutenden österreichischen Künstlerin Maria Lassnig, komplettiert die Kulisse durch sieben geheimnisvolle Häuser. Die hölzernen, an Türme erinnernden Objekte entstanden in Zusammenarbeit mit Studierenden der Fakultät für Architektur und Bauwesen an der Hochschule Augsburg. Gekonnt spielt Groschup durch leicht verschobene Perspektiven der Gebäude mit den Sehgewohnheiten der Besucherinnen und Besucher. Jederzeit schlägt die entworfene Raumbühne in eine Traumbühne um.

Fenster im tim als Jacquard-Gewebe
Ausstellung ‘Sabine Groschup – Der doppelte (T)raum’
Foto: Andreas Brücklmair, freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

tim-Museumsdirektor Dr. Karl Borromäus Murr: ‘Mit ihrer gross angelegten Intervention, die unter anderem gewebte Stoffbahnen, hölzerne Häuser, künstliche Schatten und eine Himmelsfotografie umfasst, leistet Sabine Groschup eine Hommage an den italienischen Maler Giorgio de Chirico, einen Wegbereiter des Surrealismus. Sie arbeitet dabei mit der semantischen Verwandlung von Traum in Raum und umgekehrt. Groschup hat damit nicht nur ein bühnenartiges Szenario geschaffen, innerhalb dessen ihr künstlerisches Schaffen zur Anschauung kommt, sondern lässt auch darüber nachdenken, ob nicht das ganze Leben des Menschen auf der Bühne stattfindet – frei nach Erving Goffman: ‘Wir alle spielen Theater’.’

Blick in die Ausstellung ‘Sabine Groschup – Der doppelte (T)raum’
Foto: Felix Weinold, freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

Sabine Groschups Arbeiten umfassen die verschiedensten künstlerischen Gattungen. Diese reichen von Malerei, Textilkunst und filmischem Schaffen über plastische Arbeiten, Literatur und Fotografie hin zu Raum-, Video- und Klanginstallationen.

Seit 2013 arbeitet Sabine Groschup mit den ‘Stofftaschentüchern’ an einem Werkkomplex, der die Künstlerin als Lyrikerin zeigt. Dabei handelt es sich um mit Gedichten bestickte Taschentücher, die verschiedenen Themen gewidmet sind.

Sabine Groschup
Aus der Serie ‘Taschentücher der Liebe’
Ausstellung ‘Sabine Groschup – Der doppelte (T)raum’
Foto: Felix Weinold, freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

Den ‘101 Taschentüchern der Tränen’ und ’19 Taschentüchern der Krise’ stehen thematisch die ‘213 Taschentücher der Liebe (f.n. Ramon Llull)’ gegenüber. Daneben ist eine Reihe von einzelnen Personen gewidmeten Taschentuchgedichten entstanden. Die in unterschiedlichen Farben gehaltenen Taschentücher, die oftmals auch durch einen Farbrahmen oder auch eine Stickerei eingefasst sind, dienen als Bildgrund, auf dem die Gedichte mit ihrem beinahe plastischen Schriftbild wie Autografen erscheinen – nur, dass die Handschrift nicht auf ein Schreibwerkzeug zurückgeht, sondern auf Nadel und Garn.

Sabine Groschup
Aus der Serie ‘Taschentücher der Liebe’
Ausstellung ‘Sabine Groschup – Der doppelte (T)raum’
Foto: Felix Weinold, freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

Die Titel der einzelnen Zyklen deuten an, dass Groschup hier existenzielle Gefühlsregungen des Menschen bearbeitet: Trauer, Schmerz und Liebe – Emotionen, die sich auch mit dem kulturellen Gebrauch des Taschentuchs verknüpfen.  Auch wenn herkömmliche Taschentücher Gebrauchsgegenstände des Alltags darstellen, verweisen sie mit ihrer eingestickten Lyrik in Form und Inhalt auf die Ausseralltäglichkeit der Kunst.

Die als ‘Sweet Lady of Darkness’ betitelte Werkgruppe umfasst insgesamt zwölf textile Figuren, deren kuttenartige Kleider Sabine Groschup nach einem mittelalterlichen Schnitt entworfen hat.

Sabine Groschup
Aus der Werkgruppe ‘Sweet Lady of Darkness’
Ausstellung ‘Sabine Groschup – Der doppelte (T)raum’
Foto: Felix Weinold, freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

Neun dieser Gestalten versammeln sich zu drei Dreiergruppen, drei weitere Figuren treten als Einzelfiguren in Erscheinung. Zunächst charakterisiert eine mehr oder weniger monochrom leuchtende Farbigkeit die grösstenteils im Raum schwebenden, überlebensgrossen Figuren, die mit ihren ausladenden Kapuzen einer seltsamen Sekte oder Ordensgemeinschaft anzugehören scheinen. Sie lassen zugleich an übernatürliche Fabelwesen wie Feen, Hexen oder Banshees denken.

Sabine Groschup
Aus der Werkgruppe ‘Sweet Lady of Darkness’
Ausstellung ‘Sabine Groschup – Der doppelte (T)raum’
Foto: Felix Weinold, freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

In der römisch-keltischen Mythologie gab es die Kapuzen-Geister (Genii Cucullati), die immer zu dritt auftraten. Jedenfalls rufen diese illustren Figuren, die zum Teil rätselhafte Applikationen tragen, zahlreiche Assoziationen hervor, die allesamt um das Thema Weiblichkeit kreisen. Schon der Titel dieser Werkgruppe ‘Sweet Lady of Darkness’ verweist auf ein Spannungsfeld von süsser Verführung und abgründiger Dunkelheit.

Sabine Groschup
Aus der Werkgruppe ‘Sweet Lady of Darkness’
Ausstellung ‘Sabine Groschup – Der doppelte (T)raum’
Foto: Felix Weinold, freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

Die in Rede stehenden Gestalten strahlen gleichermassen Attraktivität und Unheimlichkeit aus. Dabei verkörpern die einzelnen Figuren verschiedenste Möglichkeiten des Frauseins – Möglichkeiten, die zwischen traumhaften Sehnsüchten und mühsam verdrängten Ängsten oszillieren. Der Sammeltitel ‘Sweet Lady of Darkness’ beinhaltet demnach verschiedene Rollen, die ein- und dieselbe Person einnehmen kann. Mit ihren meist leuchtenden Farben und sprechenden Applikationen erscheinen diese Gestalten wie psychologische Archetypen oder gespenstische Traumfänger weiblicher Identität.

Sabine Groschup
Aus der Werkgruppe ‘Sweet Lady of Darkness’
Ausstellung ‘Sabine Groschup – Der doppelte (T)raum’
Foto: Felix Weinold, freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

Seit 2002 erarbeitet Sabine Groschup den textilen Werkzyklus mit dem Titel ‘ausgezogen’. Diese Bezeichnung deutet allerdings nicht auf eine mögliche Nacktheit hin, sondern ist wörtlich gemeint. Die Künstlerin hat nämlich aus verschiedensten Bademänteln, Badetüchern, Handtüchern und Waschlappen, die aus Frottiergeweben bestehen, diejenigen Fäden herausgezogen, welche die flauschigen Schlingen bilden. In der musealen Präsentation finden sich die ausgezogenen Fadenhaufen unterhalb der jeweiligen Textilien am Boden platziert.

Sabine Groschup
Aus der Werkgruppe ‘ausgezogen’
Ausstellung ‘Sabine Groschup – Der doppelte (T)raum’
Foto: Felix Weinold, freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

Mühevoll dekonstruiert Groschup hier Textilien, die sie in ihren verschiedenen Bestandteilen zur Anschauung bringt. Während das Kleidungsstück seine ursprüngliche Form bewahrt, zeigen sich die ausgezogenen Fäden als formloses Knäuel. Die Künstlerin lehnt sich gleichsam gegen die Webmaschine auf, die ein Handtuch etwa in nur wenigen Minuten industriell fertigt. Die ästhetische Dekonstruktion geht hier mit einer Destruktion einher – mit dem Ziel, die Struktur des bearbeiteten Gegenstandes zu erkennen. Indem Groschup die Schlingen aus der jeweiligen Textilie extrahiert, identifiziert sie deren wesentliches Element, das doch die typische Flauschigkeit und Saugkraft ausmacht. Ohne diese Eigenschaften verliert die ursprüngliche Textilie ihren namensgebenden Charakter. So mag man Groschups ‘ausgezogene’ Arbeiten als sinnliche Parabeln begreifen, welche die analytische Arbeit umschreiben, die es braucht, ein Bedeutungsgewebe zu entschlüsseln.

Sabine Groschup an der Werkgruppe ‘ausgezogen’
Ausstellung ‘Sabine Groschup – Der doppelte (T)raum’
Foto: Felix Weinold, freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

Hinter dem Titel ‘John Cage ORGAN2 / ASLSP’ verbirgt sich ein ebenso vielschichtiger wie vielteiliger Werkkomplex von Sabine Groschup, die sich darin seit 2012 einer aussergewöhnlichen Komposition des US-amerikanischen Musikpioniers John Cage widmet. Die Rede ist von dem Orgelstück ‘ORGAN2/ASLSP’ aus dem Jahr 1987, dem Cage die Spielanweisung gegeben hat, es so langsam wie möglich zu spielen.

Groschup nimmt konkret Bezug auf eine extreme Interpretation dieser Spielanweisung durch das John-Cage-Orgel-Kunst-Projekt Halberstadt, das 2001 begonnen hat, die Cage’sche Komposition auf 639 Jahre auszudehnen – mit der Konsequenz, dass aufgrund unserer begrenzten Lebensdauer kein Mensch je das ganze Konzert wird hören können.

Im Zentrum von Groschups Auseinandersetzung mit dem Halberstädter Unterfangen steht das experimentelle Filmprojekt ‘(JC{639})’. Dieser Film dokumentiert das Halberstädter Konzert auf künstlerische Weise.

Portrait Sabine Groschup
Ausstellung ‘Sabine Groschup – Der doppelte (T)raum’
Foto: Georg Weckwerth, freundlicherweise vom tim zur Verfügung gestellt

Dazu hat Groschup 89 verschiedene Sequenzen gedreht, die in ihrer Anzahl auf die 89 Töne der Cageschen Komposition zurückgehen. Jedoch verweigert sich die Künstlerin der Bestimmung, in welcher Reihenfolge die Sequenzen zu zeigen sind. Wie schon die Komposition von Cage, der unterschiedliche Varianten zufallsgesteuerten Komponierens erprobt hat, arbeitet auch Groschup mit dem Zufallsprinzip, das im Futurismus, Dadaismus und auch Surrealismus künstlerische Vorläufer erlebt hat. Hatte Cage ‘ORGAN2/ ASLSP’ unter Einsatz eines computergesteuerten Zufallsprogramms komponiert, wodurch sich eine unvorhersehbare Abfolge des Stückes ergab, so ermittelt Groschup ihre Schnittfolge mittels freier Zufallsoperationen.

Am Ende erkundet Groschup mit ihrem Werkkomplex ‘John Cage ORGAN2/ ASLSP’ die menschliche Erfahrung von Zeit und ihrer Dauer sowie die Möglichkeiten einer Kunst, die sich in Teilen dem Zufall überantwortet.

Info:

29. Juni – 9. Oktober 2022

Sabine Groschup – Der doppelte (T)raum

tim | Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg
Provinostrasse 46
86153 Augsburg
Deutschland

www.timbayern.de

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FRUCHTWERK

Nach der farbenprächtigen Blüte der Obstbäume und Sträucher im Frühling dürfen wir uns im Sommer und Herbst auf die üppige Ernte der Früchte freuen. Von Erdbeeren und Johannisbeeren bis hin zu all den zahlreichen Apfel- und Birnensorten. An einem heissen Sommertag erfrischt uns die saftig-süsse Wassermelone oder der bunt gefüllte Obstteller.

‘FRUCHTWERK’
Key Visual – Pedro Sequeira, PT
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die diesjährige Sommerausstellung ‘FRUCHTWERK’ der Galerie Handwerk in München widmet sich noch bis zum 30. Juli 2022 dem Thema Frucht und zeigt, wie sich das gestaltende Handwerk davon inspirieren lässt.

Birgit Morgenstern, DE
Ausstellung ‘FRUCHTWERK’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die Darstellung von Früchten dient in der Kunst als grosses Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Jahrhunderte verfolgen lässt. Hier spielt nicht nur die Zierde eine Rolle, sondern einzelnen Früchten wurde auch eine Bedeutung beigemessen. Jede Epoche hält für den kulinarischen Genuss auch das richtige Tafelgeschirr bereit und allerlei nützliches Gerät diente zur Pflege und Vorratshaltung.

Gabi Veit, IT
Ausstellung ‘FRUCHTWERK’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Hierbei denken wir zum Beispiel an ein Bowlegefäss mit bunten Früchten und prickelndem Inhalt, das auf jedem Sommerfest die Gäste erfreut. Für die Ernte stehen Körbe bereit. Der Schmuck wartet auf mit Kirschohrringen, Erdbeercolliers und fruchtigen Broschen.

Kira Fritsch, DE
Ausstellung ‘FRUCHTWERK’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Früchte als Ornament auf Servietten und Keramikgeschirr zieren den sommerlich gedeckten Tisch.

Lottie Day, GB
Ausstellung ‘FRUCHTWERK’
Foto: © Beth Moseley, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Ebenso Kompottschalen aus Glas, für die Ausstellung gefertigte Obstmesser und Marmeladentöpfchen sowie gravierte Trinkgefässe, Joghurtbecher und Feines aus Porzellan.

Pedro Sequeira, PT
Ausstellung ‘FRUCHTWERK’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Geschnitzte Granatäpfel aus Holz, Fruchtobjekte aus Keramik und in Silber zeigen Plastizität, Textilien sind bedruckt in himbeerrot und heidelbeerblau.

Birgit Morgenstern, DE
Ausstellung ‘FRUCHTWERK’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Das Repertoire der Ausstellungsobjekte reicht vom Obstkorb über Keramik bis hin zu feinen Textilen, Schmuck, Gläsern, Fotografien, Bestecken und Etageren.

Andrea Borst, DE
Ausstellung ‘FRUCHTWERK’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Zu dieser Gruppenausstellung hat die Galerie Handwerk über 40 Gestalter*innen aus Deutschland und den angrenzenden Ländern eingeladen. Die Exponate wecken die Lust auf die Verwendung schön gestalteter Gegenstände in unserem Alltag.

Weitere Fotos sind auf der Website zu entdecken.

Auch interessant:

Präsenz bei der Internationalen Handwerksmesse München mit den Sonderschauen Exempla, Schmuck und Talente – Meister der Zukunft vom 6. – 10. Juli 2022 in der Halle B5.

Info:

29. Juni – 30. Juli 2022

FRUCHTWERK

Galerie Handwerk
Max-Joseph-Strasse 4
80333 München
Deutschland

www.hwk-muenchen.de

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Think Big!
Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten

Die New Yorker Künstlerin Gail Rothschild steht im Zentrum von ‘Think Big!’, der neuen Sonderausstellung der Skulpturensammlung und des Museums für Byzantinische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin, in der sie spätantike Textilfunde aus Ägypten porträtiert. Zu sehen vom 1. Juli – 31. Oktober 2022 im Bode-Museum in Berlin.

Gail Rothschild: Renpet
2019, New York, Brooklyn
Acryl auf Leinwand
© Gail Rothschild
Ausstellung ‘Think Big! Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten’
Foto freundlicherweise von den Staatlichen Museen zu Berlin zur Verfügung gestellt

Ägyptische Textilien aus der reichen Sammlung des Museums für Byzantinische Kunst sind die Inspirationsquelle für ihre neue Serie monumentaler Malereien. In der Gegenüberstellung mit Wirkereien aus der Zeit vom 4. – 9. Jahrhundert entsteht eine faszinierende Dynamik zwischen vergangenen Kulturzeugnissen und zeitgenössischem Kunstschaffen.

Frau mit blauem Nimbus, 4.-5. Jahrhundert
Ägypten, vermutlich Achmim
Wolle und Leinen, Wirkerei
© Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Ausstellung ‘Think Big! Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten’
Foto: Antje Voigt, freundlicherweise von den Staatlichen Museen zu Berlin zur Verfügung gestellt

Gail Rothschild (* 1959, New York City) lebt in Brooklyn. Nach ihrem Abschluss in Yale begann Rothschild eine Karriere als Wanderkünstlerin. Für Museen und Colleges in den Vereinigten Staaten schuf sie ortsspezifische Installationen, die sich mit der weniger bekannten Geschichte der Frauen und der Ureinwohner*innen des Landes befassen. In Zusammenarbeit mit internationalen Museen setzt sich Rothschild in ihren Gemälden mit archäologischen Textilfragmenten auseinander.

Gail Rothschild: Shephard’s Pie
2021, New York, Brooklyn
Acryl auf Leinwand
© Gail Rothschild
Ausstellung ‘Think Big! Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten’
Foto freundlicherweise von den Staatlichen Museen zu Berlin zur Verfügung gestellt

Für ihre aktuelle Serie grossformatiger Malereien in Acryl auf Leinwand hat sich Gail Rothschild von den Bildwirkereien der reichen Textilsammlung des im Bode-Museum beheimateten Museums für Byzantinische Kunst inspirieren lassen. ‘Wenn ich ein antikes Textil male …

Gewebefragment mit Hirtenszene, 5.-6. Jahrhundert
Ägypten, vermutlich Achmim
Grundgewebe aus Leinen, Leinwandbindung; Wirkerei aus Wolle und Leinen
© Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Ausstellung ‘Think Big! Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten’
Foto: Antje Voigt, freundlicherweise von den Staatlichen Museen zu Berlin zur Verfügung gestellt

… denke ich an so viele Dinge. Ich bin mir seines Schöpfers, des Spinnens der Faser und seiner Webart bewusst’, beschreibt Rothschild ihre Motivation. ‘Ich denke an die ursprüngliche Verwendung der Textilien und die Körper, die sie berührt haben. … Ich denke daran, wie sich das Gewebe und die einst gesponnenen Fasern im Laufe der Zeit auflösen. Meine Bilder stehen in der Tradition der Vanitasbilder, sie sprechen von Zeit.’

Gail Rothschild: Head and Shoulders
2019, New York, Brooklyn
Acryl auf Leinwand
© Gail Rothschild
Ausstellung ‘Think Big! Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten’
Foto freundlicherweise von den Staatlichen Museen zu Berlin zur Verfügung gestellt

Auf der Suche nach neuen Vorlagen für ihre grossformatigen Werke stiess Gail Rothschild auf die bunten, motivreichen Wirkereien aus dem spätantiken Ägypten, die zur Zeit ihrer Entdeckung um 1900 viele bedeutende Künstler*innen, Kunstsammler*innen, Modemacher*innen und Theaterleute faszinierten. Besonders der französische Ägyptologe Albert Gayet und der Kunsthändler Dikran Kelekian haben seinerzeit dazu beigetragen, die bis dato unbekannten Kleinodien weltweit zu verbreiten.

Tunikafragment mit figürlich verziertem Streifen, 7.-9. Jahrhundert
Ägypten
Wolle und Leinen, Wirkerei
© Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Ausstellung ‘Think Big! Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten’
Foto: Antje Voigt, freundlicherweise von den Staatlichen Museen zu Berlin zur Verfügung gestellt

Auch unter wirtschaftlichen Aspekten hätte der Zeitpunkt der Entdeckung der Textilien kaum besser sein können. Im Zuge der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden in Europa und Nordamerika Kunstgewerbevereine und -museen mit wachsendem Bedarf an Musterkollektionen als Anschauungsmaterial für Fabrikanten und Handwerker aus den neuen Berufszweigen und für interessierte Laien. Textilien aus ägyptischen Gräbern, deren Muster und Motive als Vorlage für die nunmehr maschinelle Textil- und Tapetenproduktion dienten, waren dafür geradezu prädestiniert.

Gail Rothschild: Leviathan
2019, New York, Brooklyn
Acryl auf Leinwand
© Gail Rothschild
Ausstellung ‘Think Big! Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten’
Foto freundlicherweise von den Staatlichen Museen zu Berlin zur Verfügung gestellt

Das Berliner Museum für Byzantinische Kunst besitzt die grösste Sammlung spätantiker Textilien aus Ägypten in Deutschland. Sie entstand in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit Wilhelm von Bodes Plänen, im Kaiser-Friedrich-Museum, das 1904 eröffnen sollte, auch eine Abteilung mit spätantik-byzantinischen Kunst- und Alltagsobjekten einzurichten.

Fragment eines ärmellosen Kleides, 7.-9. Jahrhundert
Ägypten, Faijum, aus den Ruinen von Arsinoë/Krokodilopolis
Grundgewebe aus Wolle, Leinwandbindung
Borten aus Wolle und Leinen, Leinwandbindung mit Lancierung
© Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Ausstellung ‘Think Big! Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten’
Foto: Antje Voigt, freundlicherweise von den Staatlichen Museen zu Berlin zur Verfügung gestellt

Den Grundstock bildeten über 80 Textilien aus der Sammlung des ehemaligen deutschen Konsuls in Kairo, Carl Reinhardt, welche Bode privat erwarb und dem neuen Museum schenkte. In den folgenden Jahren wuchs die Textilsammlung durch Erwerbungen oder Schenkungen von Privatpersonen sowie Übertragungen von Beständen aus dem Ägyptischen Museum und vom Kunstgewerbemuseum. Heute umfasst sie rund 2.000 Objekte.

Gail Rothschild: Unravellings
2021, New York, Brooklyn
Acryl auf Leinwand
© Gail Rothschild
Ausstellung ‘Think Big! Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten’
Foto freundlicherweise von den Staatlichen Museen zu Berlin zur Verfügung gestellt

Gail Rothschild überführt nun mit ihren monumentalen Bildern diese Alltagsobjekte aus der Spätantike in die Kunst des 21. Jahrhunderts. 2019 besuchte die Künstlerin erstmals das Bode-Museum und liess sich zu einer neuen Serie inspirieren. Nur auf den ersten Blick wirken ihre Gemälde wie Kopien, doch sind sie eigenständige Kunstwerke mit einer ganz eigenen Präsenz, Dynamik und Ausstrahlung.

Tunikafragment mit figürlich verziertem Streifen und rechteckigem Einsatz, 5.-6. Jahrhundert
Ägypten, angeblich Achmim
Grundgewebe aus Leinen, Leinwandbindung
Wirkereien aus Wolle und Leinen
© Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Ausstellung ‘Think Big! Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten’
Foto: Antje Voigt, freundlicherweise von den Staatlichen Museen zu Berlin zur Verfügung gestellt

In der Gegenüberstellung mit originalen Textilien aus der Antike entsteht ein faszinierendes Spannungsfeld zwischen Zeugnissen einer vergangenen Kultur und zeitgenössischem Kunstschaffen. Aufgrund der Grösse der Bilder kommen Besucher*innen nicht umhin, sich auch mit den kleinformatigen Textilfragmenten intensiver auseinanderzusetzen. Dies birgt die Chance, sie als kunsthandwerkliche Meisterstücke neu zu erleben und ihre alltägliche Funktion und Nutzbarkeit in der damaligen Gesellschaft zu erfahren.

Gail Rothschild, Portrait, 2022
© Gail Rothschild
Ausstellung ‘Think Big! Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten’
Foto freundlicherweise von den Staatlichen Museen zu Berlin zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung soll zum gesellschaftlichen Diskurs beitragen und dazu anregen, sich mit der langen Historie von antiken Kleidungsstücken und Ausstattungstextilien – von ihrer Herstellung bis zur Verwendung als museales Anschauungsobjekt – auseinanderzusetzen.

‘Think Big! Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten’ wurde kuratiert von Cäcilia Fluck, wissenschaftliche Mitarbeiterin, und Kathrin Mälck, Textilrestauratorin der Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst.

Katalog erhältlich

Info:

1. Juli – 31. Oktober 2022

Think Big!
Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten

Bode-Museum
Am Kupfergraben, Eingang über die Monbijoubrücke
10117 Berlin
Deutschland

www.smb.museum/museen-einrichtungen/bode-museum

***

… und dann gibt’s noch kurze Hinweise:

Workshops zum Färben mit Naturfarbstoffen im Tuchmacher Museum Bramsche im September 2022

Für das Tuchmachergewerbe in Bramsche hatte die Farbe Rot eine besondere Bedeutung. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts konnten Textilien ausschliesslich mit Naturfarbstoffen gefärbt werden. Die weitverbreitetsten und wirtschaftlich bedeutendsten Rot-Farbstoffe waren Krapp und Cochenille.

Im Begleitprogramm zur aktuellen Ausstellung ‘Rot – 25 Jahre Tuchmacher Museum Bramsche’ bietet die Osnabrücker Designerin Anette Rega im September zwei Workshops zum Rotfärben mit diesen Naturfarbstoffen im Tuchmacher Museum an.

In den beiden Workshops wird mit unterschiedlichen Rezepten und Stoffarten experimentiert, um eine möglichst grosse Vielfalt an Rottönen zu erzeugen. Alle Teilnehmenden erhalten ein Stoffprobenpaket zum Ausprobieren. Die Stoffe sind bereits zum Färben vorbereitet und gebeizt.

Die Kosten betragen pro Workshop 55 Euro zzgl. 15 Euro Materialkosten. Darin sind alle Farben, Stoffe und Zusatzmittel sowie ein kleines Handout zum Färben und Beizen enthalten. Ausserdem wird empfohlen eine Schürze bzw. Kittel sowie Gummihandschuhe mitzubringen. Anmeldungen sind per E-Mail an info(at)tuchmachermuseum.de (bitte (at) durch @ ersetzen) möglich. Die Mindestteilnehmer*innenzahl beträgt 5 Personen, maximal können 8 Personen an dem Workshop teilnehmen.

Rot färben – Workshops mit Anette Rega:
Rot färben mit Krapp: Sa, 3. September 2022, 12 – 16 Uhr
Rot färben mit Cochenille: So, 4. September 2022, 10 – 14 Uhr

Info:

www.tuchmachermuseum.de

***

art KARLSRUHE
Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst

Vom 7. – 10. Juli 2022 findet die wegen der Pandemie aus dem Frühjahr verschobene Kunstmesse art Karlsruhe statt. Vier riesige Messehallen, ein grosses Entrée und ein grüner Innenhof bieten den Raum und Platz zur Präsentation von der kleinsten Grafik bis hin zu raumgreifenden Skulpturen.

Info:

7. – 10. Juli 2022

art KARLSRUHE
Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst

Messe Karlsruhe
Messeallee 1
76287 Rheinstetten
Deutschland

www.art-karlsruhe.de

***

Internationaler Webermarkt und Faserzone

Der bekannte Textilmarkt findet am Wochenende 23./24. Juli 2022 im ältesten Ortsteil Haslachs, in den verwinkelten Gässchen ‘auf der Stelzn’ statt, sowie rund um die alte Textilfabrik ‘Vonwiller’, in der heute das Textile Zentrum Haslach beheimatet ist. Der Markt soll in erster Linie für Handweber*innen, Textilschaffende und heimische Webereibetriebe eine Verkaufsmöglichkeit für ihre hochwertigen Produkte bieten und einzigartige Qualität für ein fachkundiges Publikum sichtbar machen.

Info:

23./24. Juli 2022

Internationaler Webermarkt und Faserzone

Textile Kultur Haslach
Stahlmühle 4
4170 Haslach
Österreich

www.textile-kultur-haslach.at

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Zu Otl Aicher – einem der führenden Gestalter des 20. Jahrhunderts

Der 100. Geburtstag von Otl Aicher (1922-1991) wird in Ulm gleich mit zwei Ausstellungen gefeiert. Das HfG-Archiv, das aus der berühmten Hochschule für Gestaltung hervorgegangen ist, zeigt eine Auswahl von 100 Plakaten. Das Museum Ulm eröffnet am 12. November 2022 die Ausstellung ‘Otl Aicher – Widerstand und Protest: Symbole, Gesten, Signale’.

Flyer zu ‘100 Jahre – 100 Plakate’

Zu den bedeutendsten Arbeiten von Otl Aicher zählt die komplette Gestaltung der Olympischen Spiele 1972 in München, woran er mit seinem bis zu 40-köpfigen Team fünf Jahre lang arbeitete, es entstanden Olympia-Entwürfe mit internationaler Ausstrahlung. Das Herzstück aber sind die berühmten Piktogramme, die die verschiedenen Sportarten mit wenigen Strichen erklären.

Ein kurzer informativer Beitrag samt Video ist bei SWR aktuell zu finden.

Aus Anlass ihres 50. Jubiläums sind die Olympischen Sommerspiele 1972 in diesem Jahr Schwerpunktthema des Münchner Stadtmuseums. Unter dem Titel ‘Olympische Spurensuche‘ begibt sich das Museum erstmals direkt an die historischen Orte des Geschehens. Bei einer Tour durch die Stadt werden an etwa 20 ausgewählten Stationen Besonderheiten und Ereignisse hervorgehoben. Es geht um Themen wie Nachhaltigkeit, das grafische Erscheinungsbild und dessen Vorbildfunktion für modernes Corporate Design, Migration, die Modernisierung sowie der Ausbau der Infrastruktur oder das die Spiele prägende Attentat.

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Rückblick auf die Ausstellung von Ursula Suter in der Textilkunstgalerie ‘art textil Sent’

Kürzlich habe ich auf die Ausstellung der Filzerin Ursula Suter in der Textilkunstgalerie ‘art textil Sent’ hingewiesen – ein Foto von einer ihrer Arbeiten zierte sogar den kompletten Post der Ausstellungstipps Juni 2022. Nun hat Christine Läubli einen Rückblick auf diese Ausstellung geschrieben und zusammen mit vielen Fotos im Blog der Gruppe taf.ch veröffentlicht. Eine unbedingte Empfehlung zum Lesen und Anschauen!

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Rosemary Mayer
Ways of Attaching

Dass Rosemary Mayers Objekte aus zarten Stoffen dem Gesetz der Schwerkraft zu trotzen scheinen – das sahen wir schon im Bericht über ihre Ausstellung im Ludwig Forum Aachen. Ab 11. Juni 2022 besteht die Gelegenheit, die Ausstellung im Lenbachhaus in München zu sehen.

Info:

11. Juni – 18. September 2022

Rosemary Mayer
Ways of Attaching

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstrasse 33
80333 München
Deutschland

www.lenbachhaus.de

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Chiharu Shiota
Across the River

Die japanische Künstlerin Chiharu Shiota (*1972) realisierte für die Landesgalerie Niederösterreich eine neue, raumgreifende Installation, die sowohl auf die Architektur wie auch auf den Standort des Museums Bezug nimmt, mit einem dichten Geflecht aus Wollfäden und am Boden befindlichen Booten.

Info:

11. Juni 2022 – 15. Januar 2023

Chiharu Shiota
Across the River

Landesgalerie Niederösterreich
Museumsplatz1
3500 Krems an der Donau
Österreich

www.lgnoe.at

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Faith Ringgold: American People

Ab Februar 2022 entdeckte das Publikum in New York mit der Malerin, Autorin, Pädagogin und nicht zuletzt Quilterin Faith Ringgold endlich eine Künstlerin, die ihr Leben lang mit ihrer Kunst gegen Rassismus und dafür gekämpft hat, als schwarze Frau eine Stimme zu haben. Inzwischen ist die Ausstellung an die Westküste, nach San Francisco ins de Young museum weitergewandert. Wer diesen Weg nicht machen kann, dem sei mein Bericht über die New Yorker Schau ans Herz gelegt.

Info:

16. Juli – 27. November 2022

Faith Ringgold: American People

de Young museum
Golden Gate Park
50 Hagiwara Tea Garden Drive
San Francisco
CA 94118
USA

www.deyoung.famsf.org

***

Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die Besuchsvoraussetzungen und die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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Kommentare zu diesem Artikel

6 Antworten

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  • Birgit Berndt

    Hallo Gudrun,wie sich doch Plakate in den vergangenen Jahren verändert haben und die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten für Kimonos und und und…danke für deinen Bericht, wie immer spannend zu lesen.Viele GrüßeBirgit

    • Gudrun Heinz

      halli hallo birgit,

      lieben dank zurück! ja, speziell plakate gehen mit der mode, zeigen aber immer auch die fantastischen ideen der grafik-designer*innen. auch wenn es nicht immer gleich eine kampagne in der grössenordnung ‘olympia’ sein muss.

      mach’s gut und

      beste grüsse

      gudrun

  • Angelika Kunzelmann

    Hallo Frau Heinz!Lese seit kurzer Zeit(bin jetzt in Rente) den Newsletter von BERNINA.Die sehr ausführlichen Beschreibungen Ihrer Austellungsvorschläge begeistern mich sehr und regen mich zu zukünftigen Besuchen an.Herzlichen Dank für Ihre Mühe. Ich freue mich schon auf weitere Beiträge.Herzliche Grüße von der Schwäbischen Alb,Angelika Kunzelmann

    • Gudrun Heinz

      halli hallo frau kunzelmann,

      1000 dank für ihre netten zeilen, freut mich sehr zu lesen. ich bemühe mich, jeden monat aus dem angebot von ausstellungen & co. einen ‘bunten mix’ zusammenzustellen, der den unterschiedlichen interessen der blogleser*innen gerecht werden soll. aber manchmal ist das nicht so einfach: es gelingt mir nicht immer, informationen und fotos zu bekommen, manchmal ist es zu viel und ich muss eine auswahl treffen. und manchmal ‘gehen die pferde mit mir durch’ – d.h. ich muss über etwas bestimmtes berichten, weil es mich selbst so begeistert. ich lege den schwerpunkt auf textiles, aber ich komme an blicken über den tellerrand nicht vorbei, wenn sie einfach inspirierend sind. und so ergeben sich kürzere und längere berichte, wichtiges und weniger wichtiges, erreichbares und unerreichbares. die weitaus meisten berichte bleiben im blog erhalten, nur in einigen fällen bin ich nach abschluss der entsprechenden ausstellung gezwungen, vereinbarungsgemäss fotos oder auch den ganzen artikel wieder zu löschen, meist aus urheberrechtlichen gründen. und so freue ich mich, dass ich hier auf dem BERNINA blog die künste bekannter machen darf und vor allem die textilkunst dadurch fördere.

      in diesem sinn wünsche ich ihnen beim entdecken der verschiedenen beiträge verschiedener autor*innen hier auf dem BERNINA blog viel freude und spass!

      beste grüsse

      gudrun heinz

      p.s. … und jede*r freut sich über kommentar(e) – das ist schon mal ein cooler start – danke nochmals 🙂

       

  • Wiebke Maschitzki

    Liebe Gudrun!Ein blaues Wunder – toll !!Immer wieder freue ich mich über Deine so sorgfältig, aber doch auch mühsam zuammengestellten Ausstellungstipps.Diesmal ist ja wieder mal Hamburg dabei — vielleicht mit dem 9 € -Ticket?? oh jeh, vielleicht in den übervollen Regionalzügen??? Bei uns sind doch jetzt schon Ferien.Liebe Grüße und weiterhin viel Spass bei Deinen Ausstellungsbesuchen.Wiebke

    • Gudrun Heinz

      halli hallo wiebke,

      vielen herzlichen dank für deinen kommentar, über den ich mich sehr freue. solltest du hamburg besuchen, das mk&g hat noch mehr zu bieten. z.b. die ausstellung ‘dressed’, die ich in den ausstellungstipps märz 2022 vorgestellt habe, noch bis zum 28. august 2022. so lange würde ja auch das 9-euro-ticket noch gelten … und das museum ist auch günstig gelegen, direkt neben dem hauptbahnhof. vielleicht hilft das bei der entscheidung?

      einen schönen sommer und

      beste grüsse

      gudrun

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