Kreative Artikel zum Thema Nähen

Nähanleitung für einen bunten Weihnachtsrock

Und was verbirgt sich heute hinter dem 22. Türchen vom Blog-Adventskalender 2022? Eine Nähanleitung für einen bunten Weihnachtsrock, der nicht nur das absolute Potential zum Last-Minute-Outfit hat, sondern sich auch bestens als Last-Minute-Geschenk für Tochter, Schwester, Mama, Nichte & Co. eignet. Es muss ja nicht unbedingt immer ein lustiger “Ugly-Xmas-Sweater” sein. Das Schnittmuster für den Rock stelle ich euch kostenlos als PDF-Download zur Verfügung.

Natürlich ist so ein Outfit für Weihnachten abseits von elegantem Gitzer mal etwas ganz Anderes. Ich verbinde damit herrliche Kindheitserinnerungen, denn bei uns war zu Weihnachten schon immer alles kunterbunt.

Der Schmuck unseres Weihnachtsbaums beinhaltete die verschiedensten Farben und Formen. Das lag einfach daran, dass wir all den Christbaumschmuck aufhängten, der mit schönen Erinnerungen verbunden war. Sei es ein liebes Geschenk der Nachbarin, ein Mitbringsel vom Adventsmarkt oder etwas Selbstgebasteltes. Und auch wenn all das farblich nicht aufeinander abgestimmt war, bewunderte ich als Kind immer die bunte Vielfalt. Daran hat sich bis heute eigentlich nichts geändert.

Aber nun geht es los mit unserer Nähanleitung für einen bunten Weihnachtsrock, den ihr entweder mit einem elastischen Stich eurer Nähmaschine oder mit der Overlock nähen könnt. Bevor ihr nun aber mit dem Nähen beginnt, lest zuerst die Anleitung sorgfältig durch.

Material und Zubehör

  • 1 – 1,5 m Sommersweat “Ugly Christmas”
  •  50 – 60 cm dehnbarer Futterstoff 
  • ca. 20 cm passendes Bündchen
  • 1,5 m Kordelband (z.B. Flachkordel)
  • ca. 50 cm farblich passendes Paspelband
  • Lederösen
  • doppelseitiges Klebeband (z.B. Stylefix)
  • Stoffschere oder Rollschneider mit Schneidematte
  • Stecknadeln und/oder Stoffklammern
  • Schneiderkreide oder Ähnliches
  • kleine Handnähnadel
  • passendes Nähgarn

Gratis-Schnittmuster für den Weihnachtsrock

Das Schnittmuster für den Weihnachtsrock könnt ihr euch kostenlos als PDF herunterladen:

Download Schnittmuster Mein Rock A4

Achtet darauf, dass ihr beim Ausdrucken die Größe auf 100 % einstellt. Bei der A4-Datei werden die Seiten Stoß an Stoß zusammengeklebt. Das geht super schnell, da kein Abschneiden erforderlich ist. Allerdings gibt es kaum Drucker die vollkommen randlos drucken können. Es fehlen daher zwischen den einzelnen Seiten die Linien, die aber gedanklich quasi weiterlaufen. Hier seht ihr, wie die A4-Seiten zusammengeklebt werden:

Ihr müsst nicht alle Taschenteile ausdrucken, sondern nur die Seite mit eurer Größe. Das Schnittmuster deckt die Größen XS, S, M und L ab, was den Größen/Doppelgrößen 32, 34/36, 38/40, 42/44 entspricht. Der Rock hat eine leichte A-Linie und sitzt auf der Hüfte. 

Das Schnittmuster ist auf eine Standardgröße von 168 cm ausgerichtet. Solltet ihr unsicher sein, welche Größe ihr benötigt, dann gleicht euren Hüftumfang und eure Länge mit den Maßen des Rockteils ab. 

Zuschnitt

Sämtliche Schnittmusterteile beinhalten keine Naht- oder Saumzugaben. Ihr müsst diese also noch an den Schnittmusterteilen dazugeben. Grundsätzlich werden Vorder- und Rückenteil aus dem Rockteil zweimal im Bruch zugeschnitten. Wenn ihr den Rock auch mit Taschen nähen wollt, dann schneidet ihr einmal ein Rockteil für das Rückenteil zu. Danach trennt ihr beim Schnittmuster das Teil für den Tascheneingriff inklusive Nahtzugabe ab. Anschließend schneidet ihr dann das vordere Rockteil zu.

Bei den Taschenteilen geht ihr genau so vor. Schneidet zuerst die hinteren Taschenteile zu. Schneidet dann wieder den Teil für den Tascheneingriff inklusive Nahtzugabe ab. Danach schneidet ihr das vordere Taschenteil zu. 

Achtet bei Verwendung von Norwegermustern oder Ähnlichem darauf, dass der Musterverlauf nicht nur bei den Rockteilen, sondern auch bei den hinteren Taschenteilen übereinstimmt. 

Anschließend werden noch die Rockteile aus dem dehnbaren Futterstoff zugeschnitten, wobei ihr den Futterrock um ca. 4 cm kürzer zuschneiden könnt als den Hauptrock. 

Den Zuschnitt des Bündchens erkläre ich im Laufe der Anleitung. 

Taschen nähen

Nehmt das vordere Rockteil und schneidet in der Länge des Tascheneingriffs mit ca. 2-3 cm Zugabe pro Seite das Paspel­­band zu. Steckt es an den vorderen Tascheneingriff.

Näht das Paspelband mit dem Geradstich eurer Nähmaschine so nah wie möglich an die Naht des Paspelbandes an den Tascheneingriff an. Am besten gelingt mir das mit dem Reissverschlussfuss #4 

Image of Reissverschlussfuss # 4.

Reissverschlussfuss # 4

Durch seine schmale Mittelzehe kommt der Reissverschlussfuss # 4 sehr nah an die Reissverschlusszähnchen heran und kann den Reissverschluss sauber annähen.

Mehr erfahren

Steckt anschließend wie auf dem Bild zu sehen den vorderen Taschenbeutel rechts auf rechts passgenau an den Tascheneingriff. Das Paspelband liegt genau dazwischen. 

Wendet nun eurer Rockteil, damit ihr die zuvor genähte Naht vom Paspelband gut erkennen könnt.

Jetzt näht ihr das vordere Taschenteil links neben der ersten Naht mit ca. 1-2 mm Abstand an den Tascheneingriff an. Das heißt, dass diese Naht nun wesentlich näher an der Paspelschnur verläuft. 

Bügelt danach die Nahtzugabe in Richtung des Taschenbeutels. Steppt anschließend die Nahtzugabe auf dem Taschenbeutel knappkantig fest. Ich verwende für knappkantiges Absteppen am liebsten den Schmalkantfuss #10D.

Image of Schmalkantfuss # 10.

Schmalkantfuss # 10

Der Schmalkantfuss #10 ist optimal zum Absteppen, Säumen und Verzieren. Durch sein spezielles Führungsblech gelingen mit ihm exakt gerade Nähte.

Mehr erfahren

Steckt den hinteren Taschenbeutel rechts auf rechts passgenau auf den vorderen Taschenbeutel. Näht nun den hinteren Taschenbeutel an den vorderen. Wiederholt alle Arbeitsschritte auch beim anderen Tascheneingriff. 

Klappt die Taschenbeutel wieder zurück und bügelt diese ordentlich aus. Fixiert mit einem größeren Geradstich (Stichlänge ca. 3,5-4) eurer Nähmaschine die Taschenbeutel oben und an den Seiten (siehe gelbe Markierung) innerhalb der Nahtzugabe an euer Rockteil. 

Rockteil und Futter für Weihnachtsrock nähen

Steckt nun rechts auf rechts das Rückenteil auf eurer zuvor genähtes Vorderteil. 

Solltet ihr euren Rock aus Bordüren- oder gestreiften Stoff nähen, achtet beim Stecken darauf, dass die Streifen der beiden Rockteile so genau wie möglich aufeinandertreffen. Am einfachsten gelingt das durch Verwendung von Stecknadeln, mit denen ihr exakt die betreffenden Streifen oder Bordüren vor dem Nähen zusammenstecken könnt. Näht nun das Vorder- und Rückenteil an den Seitennähten zusammen. 

Wendet euren Rock. 

Legt ebenso die beiden Teile des Futterrocks rechts auf rechts aufeinander und schließt hier ebenfalls die Seitennähte. 

Anschließend wird der Futterrock mit dem Hauptrock an der oberen Kante miteinander verbunden. Dazu gebt ihr den Futterrock in den Hauptrock und zwar so, dass die Seitennähte aufeinandertreffen. Achtet jeweils auf Vorder- und Rückenteil.

Damit beim Tragen des Rockes kein Naht stört, sollten die Nahtzugaben zueinander zeigen. Außerdem werden sie in verschiedene Richtungen gelegt. 

Näht nun innerhalb der Nahtzugabe mit einem großen Geradstich (ca. 3,5-4) eurer Nähmaschine den Futterrock an die obere Kante des Hauptrocks an. 

Bündchen für Weihnachtsrock nähen

Messt zuerst den Umfang eures Weihnachtsrocks an der oberen Kante und multipliziert diesen Wert mit 0,8.

Beispiel: Umfang 80 cm x 0,8 = 64 cm

Schneidet nun euer Bündchen mit einer Breite von 9 cm und der oben ermittelten Länge plus Nahtzugabe zu. Stimmt die Breite noch vor dem Zuschnitt mit euren Lederösen ab.

Anschließend markiert ihr euch, wie auf diesem Bild zu sehen, mit Schneiderkreide die vordere Mitte horizontal und vertikal. Der Abstand für die Mitte der Ösenlöcher beträgt je 3 cm zur vertikalen Linie. Demnach ergibt sich also ein Gesamtabstand von 6 cm.

Die Höhe müsst ihr mit euren Lederösen abgleichen. Diese sollten abzüglich der unteren Nahtzugabe ebenso mittig liegen. Legt probehalber eure Lederösen auf das Bündchen auf. Es sollte nun in etwa wie hier auf diesem Bild aussehen.

Klebt anschließend die Lederösen mit Stylefix auf eurer Bündchen. 

Jetzt werden die Lederösen innerhalb der vorgestanzten Markierungen angenäht. Ich verwendete dafür wieder den Schmalkantfuß. Da die linke Seite des Füßchens teilweise etwas breiter als die Lederöse ist, legte ich als Höhenausgleich noch ein Gurtenband dicht neben die Lederöse. Die Nadelstellung gab ich dementsprechend weit nach links. Damit hier wirklich Stich für Stich gelingt, solltet ihr möglichst nur mit dem Handrad die Lederösen festnähen. Verriegelt Anfang und Ende jeweils nur mit einem Vor- und Rückstich. 

Nach dem Annähen zieht ihr mit einer dünnen Handnähnadel die oberen Fäden auf die linke Seite eures Bündchens. Verknotet diese danach mit den unteren Fäden und schneidet sie oberhalb des Knotens ab.

Drückt die Lederöse von der rechten Seite etwas in den Stoff. Dadurch könnt ihr sehr gut den Ring der Öse erkennen. Schneidet dann mit einer Schere den Bereich für die Ösen außerhalb des Rings aus. 

So sollte nun der freigeschnittene Ösenbereich aussehen. 

Entfernt anschließend noch die Reste der Kreidemarkierungen durch einfaches Wischen. 

Schließt euer Bündchen zu einem Ring. Wendet euren Rock auf links. Markiert jeweils an der Rockoberkante und an der unteren Kante des Bündchens mit den Lederösen die vordere und hintere Mitte sowie die Seitennähte. Anschließend steckt ihr diese Kante des Bündchens rechts auf rechts an die Rockoberkante. Dabei trifft die vordere Mitte des Bündchens genau auf die Mitte der Rockoberkante. Näht nun diese Seite des Bündchens an eure Rockoberkante. Dehnt dabei die Vierteln des Bündchens auf die Länge der Vierteln der Rockoberkante.

Anschließend versäubert ihr die noch offene Kante eures Bündchens mit der Overlock. Ihr könnt diese Kante auch mit einem elastischen Overlockstich eurer Nähmaschine versäubern. Markiert anschließend auch an dieser Bündchenkante jeweils die vordere und hintere Mitte sowie die Seiten. Schlagt danach diese Bündchenkante um die nach oben gerichtete Nahtzugabe der Rockoberkante. Legt dabei die Nähte Stoß an Stoß, so dass die Overlocknaht der noch offenen Bündchenkante über die Overlocknaht der Rockoberkante ragt. 

Fixiert anschließend die noch offene Kante des Bündchens von der rechten Seite exakt im Nahtschatten zwischen Bündchen und Rock mit einer Stecknadel. Wiederholt diesen Vorgang rundherum. Dehnt dabei wieder die Vierteln des Bündchens auf die Vierteln der Rockoberkante. 

So sieht nun das fertig gesteckte Bündchen von der Innenseite aus. 

Steppt von der rechten Seite genau im Nahtschatten euer Bündchen mit einem Geradstich fest. Auch hier ist wieder der Schmalkantfuß perfekt dafür geeignet. 

Fädelt nun noch eure Kordelband durch die Ösen. 

Fertig ist euer Bündchen. Durch diese Art des Annähens bleibt euer Bündchen schön flach und wellt sich nicht. 

Fertigstellung

Zu guter Letzt müsst ihr nur noch euren Weihnachtsrock säumen. Futterröcke säume ich im Allgemeinen immer nur mit einer Overlocknaht. Dadurch bleibt das Futter am Saum schön flach und unauffällig. Für den Saum meines Oberrocks entschied ich mich für den Leiterstich des Flatlockstichs meiner Overlock. Dieser ist sehr dekorativ und schnell genäht. 

Mit dieser Anleitung samt Gratis-Schnittmuster wünsche ich euch viel Spaß beim Nachnähen des Weihnachtsrocks, zumal das Schnittmuster bestimmt auch abseits der Weihnachtsfeiertage Verwendung findet. 

Habt ein wundervolles Fest im Kreise eurer Lieben.

Herzlichst Janine.

Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: Bündchen, doppelseitiges Klebeband, Futterstoff dehnbar, Handnähnadeln, Kordel, Lederösen, Nähgarn; Schere; Stecknadeln; Wonderclips; Webware; Schrägband; Paspel; Reißverschluss;, Ösen, Paspelband, Schneiderkreide, Sommersweat
Verwendete Produkte:
BERNINA 570 QE (NEW)
BERNINA 570 QE (NEW)
BERNINA L 860
BERNINA L 860
BERNINA L 220
BERNINA L 220

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