Kreative Artikel zum Thema Quilten

SOFT POWER

Hamid Zénati inszeniert eine von seinen Textilarbeiten als performative Skulptur im Meer während einer Reise, 1990er Jahre
© Hamid Zénati Estate
Ausstellung ‘SOFT POWER’, DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam, 2024
Foto: Hamid Zénati, freundlicherweise vom Kunsthaus zur Verfügung gestellt

DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam zeigt ab dem 16. März 2024 die Gruppenausstellung ‘SOFT POWER’, die Textilgestaltung als künstlerisches Ausdrucksmittel vorstellt, mit dem Machtverhältnisse infrage gestellt werden können. Die Ausstellung begreift Textilien nicht nur als handwerklich oder industriell gefertigte Objekte, sondern auch als Teil von Systemen.

William Kentridge: Germanie et des Pays adjacents du Sud et de l‘Est (Pylon Lady), 2007/08
Sammlung Hasso Plattner
Courtesy: der Künstler und Goodman Gallery
Ausstellung ‘SOFT POWER’, DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam, 2024
Foto freundlicherweise vom Kunsthaus zur Verfügung gestellt

Dazu gehören die Produktions- und Handelsnetze, die Textilien und Menschen über den gesamten Globus bewegen, genauso wie die Geschichten, Kartografien und Kosmologien, die sich um sie herum entfalten. Auch ihre Verwendung als integraler Bestandteil unserer täglichen Routinen und besonderen Rituale wird untersucht. Die Ausstellung gliedert sich in drei ineinander verwobene Kapitel.

Magdalena Abakanowicz: Diptère, 1967
Courtesy: ASOM Collection
Ausstellung ‘SOFT POWER’, DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam, 2024
Foto: Marcin Koniak / Desa Unicum’, freundlicherweise vom Kunsthaus zur Verfügung gestellt

Im Kapitel ‘Unsichtbare Hände’ stehen die Produktionsbedingungen von Textilien und deren Rohmaterialien im Vordergrund – unter anderem auch am Beispiel der Geschichte der Leipziger Baumwollspinnerei und des VEB Vowetex in Plauen. Die Arbeiten im Kapitel ‘Muster durchbrechen’ verweigern sich formalen Vorgaben und zeigen, wie Textilkunst soziale Normen und Machtmechanismen infrage stellen kann, indem sie die scheinbar unendlichen Wiederholungen einer festen Ordnung durchbrechen.

Leonor Antunes: alterated knot 6 [geänderter Knoten 6], 2018
Installationsansicht, Marian Goodman Gallery, London, 2018
Courtesy: die Künstlerin und Marian Goodman Gallery New York, Paris und Los Angeles
Ausstellung ‘SOFT POWER’, DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam, 2024
Foto: Nick Ash, freundlicherweise vom Kunsthaus zur Verfügung gestellt

Das Kapitel ‘Fäden der Vorfahr:innen’ befasst sich mit der Frage, wie Textilien zum Gedenken an die uns Vorausgegangenen verwendet werden – seien es direkte Vorfahr:innen oder solche, deren Geschichten und Lebensweisen unsere eigenen Realitäten beeinflussen. So, wie sich einzelne Fäden zu Geweben und grösseren Netzwerken verbinden können, beziehen sich die historischen und zeitgenössischen Arbeiten in diesem Kapitel auf vergangene Traditionen, die bis heute nachwirken.

Qunnie Pettway: Flying Swallows [Flugschwalben], ca. 1978
Courtesy: Joeann West und Alison Jacques, London
© Qunnie Pettway / Artists Rights Society (ARS), New York /DACS, London und VG Bild-Kunst, Bonn
Ausstellung ‘SOFT POWER’, DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam, 2024
Foto: Michael Brzezinski, freundlicherweise vom Kunsthaus zur Verfügung gestellt

‘SOFT POWER’ zeigt Arbeiten von Magdalena Abakanowicz, Caroline Achaintre, Wilder Alison, El Anatsui, Leonor Antunes, Ouassila Arras, Rufina Bazlova, Kevin Beasley, Mariana Chkonia, Edith Dekyndt, Claus Dobberke, Toni Ebel, Gee’s Bend Quiltmakers, Philipp Gufler, William Kentridge, Maria Lai, Joanna Louca, Manuel Mathieu, Rosemary Mayer, Elrid Metzkes, Małgorzata Mirga-Tas, Sandra Mujinga, Gulnur Mukazhanova, Otobong Nkanga, Willem de Rooij, Ramona Schacht, Gabriele Stötzer, Sung Tieu, Johanna Unzueta, Hamid Zénati und anderen.

Darüber hinaus widmet sich eine Auswahl von Wandbehängen und Archivmaterial der Geschichte des Zirkels für künstlerische Textilgestaltung Potsdam und seiner Position im staatlich geförderten Freizeitprogramm der DDR, dem sogenannten ‘künstlerischen Volksschaffen’.

Die Ausstellung wurde von Daniel Milnes kuratiert, der seit Juni 2023 als Kurator am MINSK arbeitet.

Info:

16. März – 11. August 2024:

SOFT POWER

DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam
Max-Planck-Strasse 17
14473 Potsdam
Deutschland

www.dasminsk.de

***

Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der Website des Veranstalters besonders über die tagesaktuellen Besuchsregelungen und die Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Fotos und Text wurden freundlicherweise vom Veranstalter für den Artikel zur Verfügung gestellt – vielen Dank!

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Kommentare zu diesem Artikel

2 Antworten

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    • Gudrun Heinz BearbeitenDas Bearbeiten von Kommentaren im BERNINA Blog ist erst nach Anmeldung mit einem Blog-Benutzerkonto möglich. Melden Sie sich jetzt an oder erstellen Sie hier ein Benutzerkonto, wenn Sie noch keines besitzen.

      halli hallo marianne,

      vielen herzlichen dank für deinen kommentar. es freut mich sehr, dass dir sowohl die ausstellung als auch die architektur gefallen haben. schon die bilder und infos auf der website über das ehemalige terrassenrestaurant ‘Minsk’ bis hin zum heutigen kunsthaus, das die hasso plattner foundation als zweites museum neben dem ‘barberini’ in potsdam betreibt, machen neugierig.

      nochmals danke und

      beste grüsse

      gudrun

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