Wir nähen das wunderschöne Jeanskleid “Fabienne” aus dem inspiration Magazin 1/2026! Es ist perfekt für die ersten warmen Frühlingstage und kann euch den ganzen Sommer über begleiten. Ich erkläre euch Schritt für Schritt und mit vielen Bildern, wie ihr das Jeanskleid nähen könnt. Los geht’s!

Jeanskleid nähen – Materialliste
Das Schnittmuster für das Kleid “Fabienne” könnt ihr hier kaufen und herunterladen
- 2,6 – 3,1 m Jeansstoff, 150 cm breit, hier geht es zum Originalstoff
- 0,3 m Rest Baumwollstoff für Taschenbeutel, 140 cm breit
- Gewebeeinlage G 710 (Vlieseline)
- Nähgarn «Extra Stark» (Mettler)
- Jeansnadel
- 7 – 8 Knöpfe, 18 mm (Union Knopf)
- 2 Halbrundringe, 40 mm (Prym)
- Schmalkantfuss #10
- Knopfannähfuss #18
- BERNINA Dual Transport oder Obertransportfuss #50
Ich habe einen etwas leichteren Stoff gewählt, diesen hier: Viskose Chambray.
Wenn du näher an den Originalstoff möchtest, empfehle ich dir einen dickeren Stoff, z.B. diesen Jeanstoff.
Jeanskleid nähen – Stoff zuschneiden
Zugaben: Wähle überall Nahtzugaben von 1 cm. An den Kleid- und Taschensäumen eine Zugabe von 4 cm.
Zuschnitt wie im Druck- oder Papierbogen-Schnitt angegeben:
- 1: 2 × Vorderteil
- 2: 4 × Knopfleiste
- 3: 4 × Taschenbeutel
- 4: 1 × Rückenteil im Stoffbruch
- 5: 1 × Oberkragen im Stoffbruch
- 6: 1 × Unterkragen im Stoffbruch
- 7: 2 × Ärmel
Zusätzlich:
- 8: 2 x Gürtel insgesamt: 110 bis 140 × 4 cm (zzgl. Nahtzugabe von 1cm an allen Kanten). Sollte der Stoff diese Länge nicht hergeben, kann der Gürtel auch in mehreren Teilen zugeschnitten werden.
- 9: 2 x Brusttasche: 13 x 15 cm (zzgl. Nahtzugabe von 1cm rundum und 4cm am Eingriff).
- 10: 4 x Manschette: je nach Konfektionsgröße 30,1/31,2/32,5/33,6/34,9/36,3/38,4 x 8 cm (zzgl. Nahtzugabe von 1cm an allen Kanten).
Denkt daran, auch alle Markierungen mit kleinen Knipsen zu übertragen:
Jeanskleid nähen – Anleitung
Schritt 1: Einlage aufbügeln
Wir starten damit die Oberkanten der Brusttaschen, den Unterkragen, 2 Knopfleisten, 2 Manschetten und den Gürtel mit Gewebeeinlage zu bebügeln. Schneidet die Schnittteile aus Einlage zu, legt sie mit der Klebeseite auf die linke Stoffseite, legt ein Bügeltuch (oder Küchentuch) auf die Seite mit den Klebepunkten und drückt euer Bügeleisen je ca. 10 Sekunden Stelle für Stelle auf die Stoffe, bis die Einlage überall gut klebt. Das Bügeltüch dient dazu, dass euer Bügeleisen oder euer Bügelbrett nicht mit Einlage verklebt wird. Danach lasst ihr die Teile gut auskühlen.
Schritt 2: Nahttaschen nähen
Schließt eure Seitennähte bis zum oberen Schlitzzeichen und vernäht die Naht. Danach Stichlänge maximal erhöhen und weiternähen bis zum 2. Schlitzzeichen. Darunter Stichlänge zurückstellen, vernähen und die Seitennaht fertig schließen.
Jetzt legt ihr den ersten Taschenbeutel rechts auf rechts in Länge des Tascheneingriffs auf die Zugaben vom Vorderteil und steckt sie fest. Achtet darauf, dass ihr die Nahtzugabe vom Rückteil nicht mit steckt. Näht nun knapp neben der Seitennaht, dabei Zugaben oben und unten nicht mit annähen.
Das gleiche macht ihr mit dem zweiten Taschenbeutel auf der Zugabe des Rückteils.
So sollte es jetzt aussehen: Die Taschenbeutel sind auf die Zugaben genäht, in der Mitte liegt die Seitennaht. Die rechten Warenseiten der Taschenbeutel zeigen zueinander, wenn ihr sie zu klappen würdet. Dann habt ihr es richtig angenäht.
Zugaben auseinanderbügeln. Am Vorderteil die Zugaben ober- und unterhalb des Tascheneingriffs senkrecht bis zur Naht einschneiden.
Dieses Stück der Nahtzugabe zusammen mit der Zugabe der vorderen Taschenlängskante versäubern.
Jetzt steppt ihr die Nahtzugaben des vorderen Taschenbeutels schmalkantig von rechts ab. Hier müsst ihr darauf achten, dass ihr nur die Nahtzugabe mit näht. Also das Vorder- und Rückenteil vor dem Nähen einfach zur Seite schieben und den vorderen Taschenbeutel auf der Nahtzugabe von Schlitzzeichen zu Schlitzzeichen absteppen.
Als kreative Option habe ich bei mir die Taschen noch auf dem Oberstoff des Vorderteils abgenäht. Dies ist beim Original nicht so, aber wenn es euch gefällt, könnt ihr es hier auf dem Vorderteil auch noch absteppen.
Bügelt nun beide Taschenbeutel in das Vorderteil, steckt sie aufeinander und schließt sie drumherum. Danach die Taschenbeutel versäubern.
Wenn ihr die Taschenbeutel versäubert habt, dann könnt ihr das Kleid nun auf die andere Seite drehen. Nun liegt die Seitennaht vor euch, die noch nicht am Taschenbeutel an der Seitennaht versäubert wurde.

Jetzt wird die Seitennaht zusammengefasst versäubert, dabei die Längskante des hinteren Taschenbeutels mitfassen. Nahtzugabe nach hinten und Taschenbeutel nach vorne bügeln.
Fertig! Ihr könnt nun die langen Stiche der beiden Tascheneingriffe von der linken Stoffseite aus auftrennen. Wer die Nähte auf der linken Stoffseite nicht so gut erkennt, kann auch auf der rechten Seite vorsichtig die Naht auftrennen. Hierbei ist die Gefahr aber höher, dass ihr den Oberstoff verletzt oder versehentlich die Seitennaht auftrennt. Daher bitte nur von rechts auftrennen, wenn ihr euch dessen bewusst seid.
Optional kann zur Stabilisierung am Tascheneingriff oben und unten quer über die Seitennaht ein Riegel durch alle Stofflagen genäht werden. Achtet dabei, dass die Taschen nach vorne liegen.
Schritt 3: Schulternähte schließen und Kleid säumen
Wir schließen jetzt unsere Schulternähte. Die Zugaben zusammen versäubern und in das Rückenteil bügeln.
Als nächstes widmen wir uns dem Saum des Kleides. Versäubert diesen an der Overlock, bügelt ihn um (Nahtzugabe 4cm) und steppt ihn mit «Extra Stark» nach Jeansart 2 x ab. Wenn eure Nahtzugabe auch eine Breite von 4 cm hat, empfehle ich euch die 1. Steppnaht bei 3,8 cm von der Saumkante abzusteppen. Die 2. Absteppnaht würde ich Füsschenbreit zur 1. gesteppten Naht nähen.
Schritt 4: Knopfleisten annähen
Jeweils eine verstärkte und eine unverstärkte Knopfleiste rechts auf rechts legen und an den vorderen Kanten und den kurzen Unterkanten zusammennähen.
Schneidet nun die Zugaben an den Spitzen der vorderen Kanten bis kurz vor der Naht ein, an den unteren Ecken schneidet ihr sie zurück.
Jetzt wendet ihr die Knopfleisten und bügelt die vorderen Kanten. Näht nun die Zugaben der äußeren Knopfleisten (ohne Einlage) rechts auf rechts an die Vorderteile. Sie reichen bis kurz vor die Schulternaht. Achtet am Saum darauf, dass die Nahtzugabe etwas überstehen. Wer einen sehr dicken Stoff hat, kann hier die Nahtzugabe der Knopfleiste, welche eine Einlage hat, auf die Hälfte zurückschneiden.
Zugaben in die Knopfleiste bügeln, an der Ecke gegenüber der Spitze die Zugabe einschneiden. Die Zugaben an der Spitze abschneiden. Bevor ihr es abschneidet, würde ich die Knopfleiste anstecken, vorallem im Bereich der Spitze und kontrollieren, dass genug Stoff zum Annähen bleibt. So könnt ihr auch kontrollieren, dass ihr nicht zu viel abschneidet.
Bügelt dann die Nahtzugaben der inneren Knopfleisten (mit Einlage) nach links um, sodass die vorher genähte Naht knapp überdeckt wird (ca. 2mm). Steckt die Nahtzugaben quer so fest.
Steppt die Knopfleiste nun von rechts schmalkantig mit «Extra Stark» ab.
Dann steppt ihr die vordere Kanten ebenso schmalkantig ab.
Schritt 5: Kragen nähen
Näht die Kragenaußenkanten rechts auf rechts zusammen. Der Oberkragen ist etwas größer als der Unterkragen, damit er später gut liegt. Tipp: Um die Mehrweite gleichmässig zu verteilen könnt ihr die Krägen jeweils in der Mitte markieren. Von dort aus markiert ihr auf der Kragenaussenkante jeweils die Hälfte der Strecke. Dann steckt ihr die Markierungen der Ober- und Unterkragen aufeinander. So habt ihr die Mehrweite gleichmässig verteilt. Beim nähen liegt der Oberkragen mit Mehrweite nach unten, dann wird der Stoff gut verteilt.
Zugaben in den Ecken zurückschneiden und in den Rundungen einschneiden, Kragen wenden und bügeln. Die Kante des Oberkragens liegt etwas über der des Unterkragens. Wer auch hier wieder einen dickeren Stoff hat, kann die Nahtzugabe des Unterkragen auf ungefähr 5 mm zurückschneiden. Wichtig ist, dass ihr hier wirklich nur die Nahtzugabe der Kragenaussenkanten zurückschneidet und nicht den Teil, der später ans Halsloch genäht wird.
Unterkragen rechts auf rechts gemäß Markierung an den Halsausschnitt stecken. Achtet auch hier wieder darauf, dass der Kragen an den Enden etwas über die Knopfleiste schaut. Unterkragen annähen.
Die Zugabe der offenen Längskante des Oberkragens einschlagen, feststecken und mit «Extra Sark» schmalkantig festnähen, dabei den Kragen direkt ringsum schmalkantig absteppen. An den Spitzen den Nähfuß mit versenkter Nadel anheben und den Kragen wenden, danach weiternähen.
Schritt 6: Ärmel nähen
Steckt die Ärmelkanten rechts auf rechts aufeinander und schließt sie. Die Zugaben werden zusammen versäubert und in den rückwärtigen Ärmel gebügelt.
Nun reihen wir die Armkugeln in der oberen Hälfte leicht ein: Dazu Stichlänge auf 5 erhöhen, Unterfaden hochholen und zusammen mit dem Oberfaden ca. 10 cm rausziehen. Innerhalb der Nahtzugabe zwei Reihen nähen und den Faden am Ende wieder ca. 10 cm lang lassen.
Wenn ihr jetzt den Stoff festhaltet und an den Fäden vorsichtig zieht, könnt ihr die Weite eurer Armkugel an das Armloch anpassen. Tipp: zieht die Fäden immer vom hinteren Ärmel aus, damit sich die Mehrweite auslaufend zum vorderen Ärmel verteilt. Wendet euer Kleid auf links, die Ärmel auf rechts. Nun könnt ihr die Ärmel rechts auf rechts in die Armlöcher stecken. Beachtet hierbei die Markierungen an der Seitennaht, der Vorderseite und an der Schulternaht.
Näht die Ärmel ein. Dann könnt ihr die Reihfäden entfernen, in dem ihr kräftig an den Fadenenden zieht. Versäubert die Nahtzugaben zusammen und bügelt sie in den Ärmel.
Jetzt bekommen unsere Ärmel noch Manschetten. Dafür jeweils eine verstärkte und eine unverstärkte Manschette rechts auf rechts an einer der Längskanten zusammennähen.
Bügelt die Zugaben auseinander. Auch hier könntet ihr bei sehr dicken Stoff die Nahtzugabe der Manschette (mit Einlage) an der abgenähten Seite auf 5 mm zurückschneiden. Legt die Manschetten an den kurzen Seiten rechts auf rechts, steckt die Nähte aufeinander und näht sie zum Ring zusammen.
Manschetten wenden und links auf links bügeln. Die unverstärkte Seite steht dabei etwas über (ca. 2-3 mm).
Zugaben der äußeren Manschetten (ohne Einlage) rechts auf rechts an die Ärmelunterkanten stecken und annähen.
Die Zugaben bügelt ihr in die Manschetten. Dann bügelt ihr die inneren Manschetten links auf links auf die äussere Manschettenseite. Faltet nun die Nahtzugaben von der inneren Manschette an der Oberkante um und legt die Nahtzugabe auf die vorher gesteppte Naht. Die Nahtzugabe sollte die Naht knapp überdecken (2 mm). Zugaben feststecken und von rechts schmalkantig mit «Extra Stark» absteppen. Unterkanten der Manschetten ebenso schmalkantig absteppen. Oben und unten jeweils eine zweite Absteppung nach Jeansart nähen. Tipp: für ein stimmiges Ergebnis würde ich hier empfehlen, die Absteppung vom Abstand so zu wählen, dass sie identisch ist mit dem des Kleidsaumes.
Schritt 7: Knopflöcher und Knöpfe nähen
Das erste Knopfloch auf Höhe der Spitze an der Knopfleiste in das rechte Vorderteil markieren, 6 – 7 weitere Knopflöcher (je nachdem, wie viele Knöpfe du möchtest, das kannst du nach deinen Vorlieben entscheiden) im Abstand von ca. 7 cm. Hier kann eine Knopfloch-Abstandslehre hilfreich sein, um gleichmäßige Abstände zu erzielen. Näht die Knopflöcher dann längs zur vorderen Kante auf.
Sichert die enden mit Stecknadeln und öffnet die Knopflöcher vorsichtig mit einem Nahttrenner.
Steckt euer rechtes Vorderteil mit den eben genähten Knopflöchern so exakt wie möglich auf das linke und markiert euch mit einem Trickmarker genau die Mitte der Knopflöcher auf der linken Knopfleiste. Hier näht ihr dann die Knöpfe mit Nähfuss #18 an das linke Vorderteil. Tipp: Testet euren Trickmarker immer vorher an einem Probestück aus. Dieser sollte komplett verschwinden nach einer Zeit. Je nachdem was ihr für einen habt, empfehle ich euch die Anweisungen zum Stift zu lesen und zu testen.
Schritt 8: Gürtel nähen
Falls ihr mehrere Gürtelteile zugeschnitten habt, näht diese zusammen, um auf die gewünschte Länge zu kommen. Dann steckt ihr eure beiden Gürtel der Länge nach rechts auf rechts und näht sie ringsum zusammen. Lasst dabei eine ca. 10 cm lange Wendeöffnung.
Schneidet die Zugaben in den Ecken zurück. Auch hier könntet ihr eine Seite der Nahtzugabe bei der dickem Stoff auf 5 mm kürzen. Dann könnt ihr den Gürtel durch die Öffnung wenden.
Bügelt die Kanten und steppt den Gürtel dann ringsum mit «Extra Stark» schmalkantig ab. Tipp: achtet beim Bügeln darauf die Wendeöffnung auch mit einzubügeln, damit ihr später keine Schwierigkeiten beim Absteppen habt. Mit dem Absteppen wird die Wendeöffnung gleichzeitig geschlossen. Näht dann zwei weitere Stepplinien im Abstand von ca. 1,2 cm.
Fädelt dann an eine der kurzen Gürtelseiten die Halbrundringe ein, legt ca. 3 cm des Gürtelendes um die Ringe und steppt es fest.
Schritt 9: Brusttaschen nähen
Nun versäubern wir unsere Brusttaschen ringsum. Näht dafür mit eurer Overlock immer bis kurz vor die Ecke, hebt den Fuß und die Nadeln an, dreht den Stoff um 90 Grad, senkt den Fuß wieder und versäubert bis zur nächsten Ecke. Tipp: das Drehen der Brusttasche gelingt einfacher, wenn ihr die Brusttasche so viel wie nötig bewegt und gleichzeitig dabei so wenig Faden wie möglich herauszieht.
Bügelt dann die Oberkanten der Brusttaschen um (Nahtzugabe 4cm) und steppt sie mit Nähgarn «Extra Stark» nach Jeansart 2 x ab, Stichlänge ca. 3,8. Bügelt die restlichen Zugaben ebenfalls nach links um. Tipp: auch hier empfehle ich den Abstand der Steppung auf den Abstand der Steppung am Kleidsaum und an der Manschette abzustimmen. Das sorgt für ein besonders stimmiges Ergebnis am Ende.
Wenn ihr mit dem Schnitt arbeitet, wo keine Markierungen sind: steckt eure Brusttaschen jeweils parallel zur vorderen Mitte mit einem Abstand von 3,5 cm von der inneren Knopflochleistenkante. Dabei ist die untere Kante der Brusttasche ca. auf Höhe des 2. Knopfes. Wenn ihr Markierungen habt, könnt ihr die Brusttaschen an die Markierung stecken. Näht die Brusttaschen nun schmalkantig mit «Extra Stark» auf.
Fertig! Ihr habt es geschafft, euer Jeanskleid ist fertig genäht und bereit getragen zu werden. 🙂
Ich hoffe, ihr seid mit eurem Ergebnis zufrieden und konntet meiner Anleitung gut folgen. Bei Fragen schreibt gerne in die Kommentare.
Bis bald,
eure Linda
P.S. Schaut auch gerne mal auf meinem Instagram Account und dem des inspiration Magazins vorbei. Dort wird es auch das ein oder andere Video zur Nähanleitung für das Kleid “Fabienne” geben.
Alle meine Nähanleitungen auf dem BERNINA Blog findet ihr auf meinem Profil.
BERNINA Corporate Blog –














































































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