Kreative Artikel zum Thema Nähen

Bündchen nähen mit integriertem Füsschen – Anleitung für “Mitwachsbündchen”, Versionen 2 und 3

In diesem Beitrag möchte ich euch zwei weitere Versionen zeigen, wie ihr Bündchen nähen könnt, die mit euren Babys mitwachsen. Wie bereits bei Version 1, kommt dieses Mitwachsbündchen mit einem integrierten Füsschen, das bei Bedarf umgestülpt werden kann.

Bündchen kochgekrempelt

Leider war mein Model nicht willens, stillzuhalten

integriertes Füsschen

Bei sommerlichen Temperaturen ist es zwar schwer vorstellbar, aber irgendwann kommen auch die kalten Tage wieder. Und dann brauchen unsere Kleinsten auch wieder Pyjamas. Wenn ihr wie ich die langen Tage ausnützen wollt, um schon einmal den Kleiderschrank für den Winter zu füllen, dann ist diese Anleitung genau die richtige. Bevor ihr weitermacht: bitte lest unbedingt den ersten Beitrag zu diesen Mitwachsbündchen, da ich hier auf meinem ursprünglichen Beitrag aufbaue.

Warum dieser zweite Beitrag?

Version 1 der Bündchen hat mir gute Dienste geleistet. Aber irgendwann hat mich die Overlocknaht am hochgekrempelten Bündchen gestört und ich habe nach einer anderen Möglichkeit gesucht, wie ich ein solches Bündchen nähen kann. Meine Überlegung dabei war, dass das umgekrempelte Bündchen im Vergleich zum Füsschen deutlich länger getragen wird – nach einer Weile kann man die Füsschen ja gar nicht mehr brauchen. Und somit verdient das Bündchen in meinen Augen eine “saubere” Naht.

Bei den folgenden zwei Versionen ist das Ganze also umgekehrt: Man sieht die versäuberte Seitennaht am Bündchen selbst nicht (vorausgesetzt ihr näht vorsichtig und genau – also nicht so wie ich), und beim umgestülpten Füsschen kommt die Naht dann zum Vorschein. Wenn ihr nicht so “faden-wechsel-faul” wie ich seid, könnt ihr passendes Garn zum Versäubern benutzen, womit die Naht dann gar nicht so auffällt.

Informationen zum Berechnen des Bündchens und zu anderen Änderungen, die ihr am Schnittmuster vornehmen sollt, findet ihr in meinem ersten Beitrag dazu.

Version 2: die schön Faule

Dies ist eine unkompliziertere Variante als Version 3, aber sie muss exakt genäht werden. Bei der Version 2 näht ihr die Bündchen wie bei Version 1 auch vor dem Zusammennähen des Pyjamas an. Ihr könnt ebenfalls fast genau gleich vorgehen: vorne einen Saum arbeiten, hinten gefaltet annähen, vorne nur die obere Seite links auf rechts annähen. Nun kommt der Unterschied: den Saum bitte nicht gleich hochstecken und annähen. Stattdessen legt ihr das Vorderteil mit dem “heruntergeklappten” Bündchen mit der linken Pyjama-Seite/rechten Bündchenseite nach oben auf einen Tisch. Legt das Rückenteil mit dem angenähten Bündchen links auf links darauf. Dann “faltet” ihr das untere Bündchen mit dem Saum um das Rückenteil herum und steckt es oben fest – der Saum sollte wieder genau an der Naht enden. Ihr habt also ein Sandwich mit dem doppelten “Hinterbündchen” in der Mitte und je einer Lage “Vorderbündchen”, die das ganze umschliesst.

Bündchen vor dem Nähen

Das Bündchen des Vorderteils wird um das hintere Bündchen gelegt

Jetzt wird das Bündchen (und nur das Bündchen!) festgenäht. Ich habe dafür meine Overlocker benutzt (weil ich am liebsten alles mit der Overlocker nähen würde). Im Nachhinein muss ich allerdings zugeben, dass das Resultat hier mit einer normalen Nähmaschine und elastischem Stich schöner geworden wäre. Zudem habt ihr farblich eine grössere Auswahl an Garnen.

Wenn ihr wie ich die Overlocker verwenden möchtet, empfehle ich euch auch wieder wie bei Version 1, den Saum beidseitig mit der normalen Nähmaschine mit einem Geradstich mit ein paar Stichen festzunähen, damit nichts verrutscht. Achtet darauf, dass ihr nur das Bündchen zusammennäht und es sich auch nicht verzieht, sonst ist die versäuberte Naht dann beim fertigen Pyjama sichtbar. Beim Bild unten seht ihr, was passieren kann, wenn sich das Bündchen verzieht (hier links).

fertig angenähtes Bündchen

Nur das Bündchen wird festgenäht

Nun könnt ihr das Füsschen “zurückstülpen”, sodass daraus ein Bündchen wird, und das Pyjama zusammennähen. Passt dabei auf, dass ihr nicht aus Versehen bei der Beinnaht über das Bündchen näht. Die Beinnaht sollte also genau nur bis zum Bündchen genäht werden, sonst lässt sich dann das Füsschen nicht schön öffnen.

Version 3: die Schöne

Dies ist die schönste aller Varianten. Sie ähnelt am meisten der klassischen Methode, wie wir normalerweise Bündchen nähen. Bei so kleinen Baby-Bündchen kann es aber etwas zum “Gewurstel” und “Gefluche” kommen, bis man es geschafft hat. Wie beim klassischen Bündchen müsst ihr zuerst den ganzen Overall zusammennähen, und dann näht ihr das Bündchen.

Bündchen zusammennähen

Fertigt euren Saum am vorderen Bündchen wie bei den anderen Versionen auch. Danach macht ihr genau gleich wie bei Version 2 aus den beiden Bündchenteilen ein Sandwich. Legt dafür das vordere Bündchen offen mit der rechten Seite nach oben hin und legt das doppelt gefaltete hintere Bündchen darauf. Die oberen Kanten sollten aufeinander liegen. Dann faltet ihr den unteren Teil des Bündchens hoch, sodass der Saum 1cm vor den oberen Kanten zu liegen kommt (das ist die Nahtzugabe). Steckt alles fest und näht die beiden Seiten mit einem elastischen Stich oder mit der Overlocker fest.

zusammengenähtes Bündchen

Das Bündchen wird zuerst zusammengenäht

Bündchen nähen

Nun stülpt ihr das Füsschen zurück, sodass ihr ein (fast) normales Bündchen habt. Damit der Saum nicht aus Versehen mitgefasst wird, würde ich nun den Saum nach unten feststecken. Dann könnt ihr das Bündchen ganz klassisch annähen. Wie schon gesagt, kann sich das als schwierig erweisen, je nachdem, welche Grösse ihr näht. Ihr müsst das Bündchen rechts auf rechts in das Bein legen und gedehnt annähen. Achtet aber darauf, dass das hintere Bündchen auf das hintere Pyjama-Teil trifft und umgekehrt. Das Ganze ist mit der Overlocker natürlich schwieriger, aber das Ergebnis wird meines Erachtens viel dehnbarer und schöner.

Bündchen klassisch annähen

Das Bündchen wird klassisch angenäht

Fertig sehen die beiden Versionen 2 und 3 genau gleich aus – oder sollten es zumindest. Der Unterschied liegt nur in der Vorgehensweise.

Version 2 und 3 nebeneinander

Version 2 links und Version 3 rechts

Das war Teil 2 meiner kleinen Reihe zu Mitwachsbündchen. Ich hoffe, die Anleitung war hilfreich, und ich freue mich auf eure Kommentare. Den ersten Teil zu Bündchen nähen mit integriertem Füsschen findet ihr hier.

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: Bündchenstoff, Bündchenware, Lineal, passendes Nähgarn, Rollenschneider
Verwendete Produkte:
BERNINA 530
BERNINA 530
BERNINA L 460
BERNINA L 460

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Kommentare zu diesem Artikel

3 Antworten

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  • Ursula Meier

    Ganz ehrlich, das würde mich auch stören so ein Bündchen ! Was mich aber auch stört, dass, das Bündchen und überhaupt alles mit dem dunklen Garn versäubert wurde, so viel Zeit muß doch sein, den Faden zu wechseln !! Haben Sie kein Empfinden, kein Gefühl für schönes !!

    Mit freundlichen Grüßen

    Ulla

    • Chantal

      Hallo Ulla
      Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Ganz ehrlich, wie bereits im Artikel erwähnt, bin ich tatsächlich sehr Faden-wechsel-faul. Ein anderer Grund für das kontrastierende Garn war allerdings auch, dass die Nähte in den Fotos klar zu erkennen sind. Und das sind sie ja offensichtlich. Es tut mir Leid, dass dich das anscheinend dermassen stört.
      Bei meinem nächsten Pyjama werde ich den Faden wechseln, ich verspreche es! 😉

      • Ursula Meier

        Hallo Chantal, mach es, wie du willst, nur ich verstehe es nicht, dass ihr jungen Frauen da so wenig gespür habt !! Ich bin über 70 !! und glaube mir, dass ich immer noch wenn ich nähe oder sticke jeder Stich und jede Naht 100% sein muss! Lieber trenne ich 5 mal, noch dazu wenn ich es öffentlich mache ! Auch mein Teile werden gelegentlich veröffentlicht !

        liebe Grüße

        Ulla

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