Kreative Artikel zum Thema Nähen

Schnittmustergrössen selber ändern

Liebe Leserinnen

In den Kommentaren auf meinen gestrigen Artikel wurde gefragt, wie sich die Grösse eines Schnittes anpassen lasse. Das Problem ist sicher vielen bekannt: Ein Schnitt gefällt Ihnen auf Anhieb, aber leider ist Ihre Grösse nicht auf dem Schnittmusterbogen. Was nun? Ist es nur eine Grösse Unterschied, so ist dies bei Mehrgrössen-Schnitten kein Problem. Die nachfolgende Anleitung stammt aus Ausgabe 57 unseres Magazins inspiration.

Vergrössern oder verkleinern

Für die richtige Grösse vergleichen Sie Ihre Masse bitte zunächst mit der aus der Grössentabelle vom Schnittbogen. Manche Masse ändern sich von Zeit zu Zeit.

Für Körpergrösse 168 cm 

tabelle

 

 

 

 

 

Wählen Sie für Oberteile die Grösse, die Ihrer Oberweite am nächsten ist; und für Hosen und Röcke wählen Sie die Grösse, die Ihrer Hüftweite entspricht. Dies ist eine gute Basis auch für eventuelle andere Abweichungen zur Normtabelle. Man darf nicht vergessen, Bekleidungshersteller schmeicheln uns gerne mit der Grössenwahl!

Auf dem Schnittbogen messen Sie von jeder Linie den Abstand zur nächsten Grösse. Sie werden feststellen, dass die Abstände zwischen zwei Grössenlinien in der Regel immer gleich sind (blaue Pfeile). Lediglich zwischen Grösse 34 und 36 und auch zwischen 46 und 48 sind die Abstände anders.

Grössenänderungen innerhalb des Grössenbereichs 36–46
Führen Sie diese Abstände jetzt weiter nach aussen (bei einer Schnitt vergrösserung) oder nach innen (zum Verkleinern des Schnittes) fort. Setzen Sie Markierungen durch einen kleinen Strich oder Punkt. Wiederholen Sie dies an mehreren Stellen jeder Linie. An den Ecken verbinden Sie die Eckpunkte aller Grössen. In der Zeichnung unten sind das die roten Linien.

Einfaches RGB

Verbinden Sie die vorgenommenen Markierungen miteinander, sie treffen sich jeweils auf den roten Linien. Achten Sie auf einen harmonischen Verlauf. Die neue Linie ist in Grün dargestellt. Die Zeichnung zeigt Vergrösserung von Grösse 44 auf 46.

Grössenerweiterung von Grösse 46 auf 48
Von Grösse 46 auf 48 ist darauf zu achten, dass die Weitenmasse wie Oberweite, Taille und Hüfte um das eineinhalbfache dieser ansonsten gleichen Abstände erweitert werden müssen (siehe Tabelle oben und Zeichnung unten). Da sich die Längenmasse nicht so stark verändern, ist es besser, vorher ein Nesselmodell von derartig veränderten Schnitten an zu fertigen. Das Vorgehen ist ansonsten wie oben beschrieben.

Einfaches RGBVerkleinern von Grösse 36 auf 34
Hier ist dasselbe Vorgehen wie beim Grössenbereich 36 – 46 zu beachten. Nur die Taille wird dabei nicht ganz so stark verkleinert, da der Grössensprung laut Tabelle hier nur 3 statt 4 cm entspricht.

Tipp: Vom Vergrössern oder Verkleinern von mehr als einer Grösse ist eher abzuraten. Aber das ist natürlich modellabhängig. Gerade locker geschnittene Teile, wie zum Beispiel das Streifenkleid mit dem losen Oberteil, welches in der gleichen Ausgabe der inspiration publiziert wurde wie die Hinweise zum Abändern von Schnittmustern,  können auch mal um zwei Grössen verändert werden.

streifenkleid

Hat Ihnen diese kleine Anleitung zum Änderung von Schnittmustern geholfen? Gibt es Themenbereiche, zu denen Sie gerne mehr Informationen hätten? Über ein Feedback würde ich mich freuen!

Liebe Grüsse aus den inspirations-Redaktionsräumen,
Claudia Giesser

 

Nähkunde / Tutorials: Schnittmuster-Größe selbst ändern #nähen #nähtipps #schnittmuster #schnittkonstruktion #tutorial #nähanleitung

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Kommentare zu diesem Artikel

3 Responses

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  • Claudia Giesser

    Hallo Frau Döring

    Schnitte von Oberteilen kann man verlängern, wenn man etwa in der Mitte der Höhe des Armlochs, zwischen Brustabnäher und Taillenhöhe und im Hüftbereich eine Linie quer zur vorderen und rückwärtigen Mitte einzeichnet. Schnittteile dort durchschneiden. Der Schnitt wird an diesen Stellen parallel um die benötigte Mehrlänge auseinandergeschoben.

    Davon werden an Taille und Hüfte etwa je 40% der Differenzlänge und in Armlochhöhe 20% verlängert. Bei Ihnen dürften das rein rechnerisch für das Shirt ca. 5 cm Mehrlänge insgesamt sein. Es hängt aber auch davon ab, ob Sie eher einen langen Oberkörper, oder eher lange Beine haben. Vergleichen Sie auch immer die Masse aus den Masstabellen mit Ihren eigenen.

    Beim Ärmel muss dann etwa in halber Kugelhöhe und in Ellbogenhöhe verlängert werden. Im Armkugelbereich etwas weniger als in der Armlochhöhe von Vorder- und Rückenteil. Den Rest der fehlenden Länge am Ärmel fügen
    Sie in Ellbogenhöhe ein. Es genügt nicht den Ärmel einfach zu verlängern, da er
    dann meist unten zu schmal wird.

    Tasten Sie sich vorsichtig an einen so veränderten Schnitt ran. Das Ergebnis lässt sich dann auf viele weitere Schnitte des selben Anbieters anwenden.

    Liebe Grüsse
    Claudia Giesser

  • Ilka Döring

    Liebe Frau Giesser, vielen Dank für die anschauliche Erklärung. Bei mir ist das Problem anders gelagert: Ich bin 178 cm groß. Das ist bei gekaufter Konfektion vor allem bei Oberteilen immer ein Problem, bei Schnitten verhält es sich genauso. Mir fehlen dann ganze 10 cm im Vergleich zur 168 cm Normgröße an der Länge bzw. an der Ärmellänge. Häufig ist nicht markiert an welcher Stelle eine Schnittverlängerung möglich ist. Ganz schlimm ist es bei Blusen o.ä. mit Brustabnähern, weil die immer mehrere cm zu hoch sitzen. Bei Hosen ist dafür meist die Taille zu tief. Eigentlich bräuchte ich Grösse 76 oder 80. Die Auswahl ist aber sehr bescheiden.
    Haben Sie ein paar Tipps auf Lager, wie und wo man Schnitte gut verlängern kann?

  • Elli Sue

    Hallo Frau Giesser,

    Auch ich gehöre zu denjenigen, die sich dafür interessieren, wie man einen Schnitt vergrößert.
    Vielen lieben Dank für die tolle Anleitung und die schnelle Information.
    Und vielen lieben Dank auch, dass Sie in der neuen Inspiration bereits größere Größen im Schnittmuster mit aufgenommen haben.

    Liebe Grüße
    Elli Sue

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