Kreative Artikel zum Thema Nähen

Adventskalender 2015 – das 20. Türchen

Beitragsbild

Es macht totalen Sinn, dass mein Beitrag zu diesem wunderbaren BERNINA Adventskalender ganz kurz vor Heiligabend erscheint. Nicht etwa, weil das Beste zum Schluss kommt.
Uh Uhhhh.
Es ist vielmehr so, dass dies der ungefähre Zeitpunkt ist, an dem mir jedes Jahr auffällt, dass es noch ungefähr 5 Minuten bis Weihnachten ist. Das bringt bei 5 Kindern, 3 Enkelkindern, Schwiegerkindern, Nichten, Neffen, Geschwistern, Eltern, etc. etc. – an die man EIGENTLICH beizeiten hätte denken sollen gewisse logistische Probleme mit sich. Mal ganz abgesehen von einem massiv auftretenden schlechten Gewissen.

Ich habe Freundinnen, bei denen steht jedes Jahr Ende September bereits die Liste der Weihnachtsgeschenke und zu versendenden Grüße – bis spätestens Ende Oktober ist alles eingekauft und verpackt, die Karten geschrieben und frankiert – und die können dann ganz entspannt die Feiertage auf sich zukommen lassen. Immer, wenn besagte Freundinnen mir das dann zeigen oder erzählen – dann, wenn ich gerade in meine alljährlich wiederkehrende “Oh-Mein-Gott-wie-ist-das-möglich-das-es-schon-wieder…. – und-ich-habe-noch-kein-einziges-Geschenk” – Panik verfalle… also immer dann bekommen diese Freundinnen auf ihrem Freundschafts-Guthabenkonto ein bis drei Punkte bei mir abgezogen. (Nur zur Info für eben jene Damen – das musste mal gesagt werden!)

Jedenfalls, ich könnte natürlich immer das Argument anbringen, dass wir jüdisch sind und deswegen ja Weihnachten nicht so wirklich unser Fest ist. Das Problem ist nur, dass Hannukah, Passover und Rosh Hashanah bei mir genauso schlecht wegkommen. Und wir ja schließlich sowohl die jüdischen, als auch die christlichen Feiertage mitnehmen. Das nennt sich dann im Dezember – wenn Weihnachten und Hannukah, das jüdische Lichterfest stattfinden schlicht: Weihnukkah

Jedenfalls – ich bin immer ganz froh, wenn ich noch deko-technisch irgendwas fertig bekomme, damit es für meine Familie am Heiligabend nicht ganz so auffällig ist, dass wieder mal alles ziemlich last-minute passiert ist.

Und dafür passt dieses Projekt ganz wunderbar – Ihr könnt dafür die letzten Reste Eurer Weihnachtsstoffe verwenden, den einen oder anderen Uni hat man ja immer und vor allem für diejenigen unter Euch, die vor ein paar Monaten meine Körbchen genäht haben: hier könnt Ihr die letzten Reste Eures Soft & Stable Vlieses verwenden. Falls das bis jetzt noch nicht so offensichtlich war – es handelt sich um genähte Platzkärtchen für das Weihnachtsessen mit der Familie – für mich waren das insgesamt 11 Kärtchen und ich war von Anfang bis Ende ca. 1,5 Stunden beschäftigt.

Anleitung:

Materialbedarf (für 1 Kärtchen!)

Weihnachtsstoff: 1 Stück 3 cm x 10 cm
1 Stück 9 cm x 10 cm

Uni-Stoff:               1 Stück 6,5 cm x 10 cm

Soft and Stable:     1 Stück 11 x 15 cm

Passendes Garn

Da ich genau 11 Kärtchen brauchte, passte ein Streifen von 12 über die Stoffbreite von 110 cm und ein weißer Streifen von einer Jelly Roll – die ich dann einfach der Länge nach mit einer Nahtzugabe von 1 cm aneinander genäht habe. Erst danach habe ich dann diesen Streifen in kleinere Rechtecke von 10 x 14 cm geschnitten. Wenn Ihr weniger Kärtchen macht – oder unterschiedliche Reste benutzt, müsst Ihr das natürlich einzeln nähen.

Streifen

Euer gepatchtes Rechteck wird gut gebügelt (Nahtzugaben in Richtung des dunkleren oder gemusterten Stoffes) und auf ein etwas größeres Stück Soft & Stable gesteckt.

Stoffstücke auf Soft and Stable

Nun knappkantig rundherum feststeppen, ich habe auch noch mal ober- und unterhalb des weißen Streifens abgesteppt. Danach das überschüssige Vlies rundherum abschneiden.

gestepptes Oberteil

Nun zum Teil der am meisten Spaß macht – die Namen müssen drauf. Da habt Ihr natürlich immer die Möglichkeit entweder Euer Stickmodul zu verwenden und die Namen vorher mit entsprechendem Abstand auf ein Stück unifarbenen Stoff aufzusticken, dann erst auszuschneiden und in das Kärtchen zu integrieren. Aber ich wollte gerne, dass die Namen meine Handschrift haben.

Also – den BSR-Fuß anbringen (oder den Fuß, den Ihr zum freihandquilten verwendet), Untertransport versenken – Kontrastgarn einfädeln und los gehts. Ich habe jeden Namen drei mal abgefahren – vorwärts, rückwärts, vorwärts. Auf jeden Fall solltet Ihr vorher auf einem Stück Papier ausprobieren, wie Ihr den entsprechenden Namen in Schreibschrift ohne abzusetzen am besten schreiben könnt.

Oberteile mit Namen

 

Fast fertig – jetzt noch rechts auf rechts den Rückenstoff auf Eure Teile heften, rundherum mit einer Nahtzugabe von 1 cm absteppen, dabei an der oberen Kante (der Seite ohne Namenszug) eine Wendeöffnung von 5 cm lassen (siehe lila Markierung)

Rückseite und Wendeöffnung

An drei Seiten die Nahtzugaben auf 2 mm einkürzen, nur an der Seite mit der Wendeöffnung die Nahtzugabe breit lassen, nur die Ecken werden abgeschnitten.

Schild vor dem Wenden

Nun das Teil wenden, mit einem nicht zu spitzen Gegenstand die Ecken gut herausholen und bügeln. Dabei natürlich darauf achten, dass die Nahtzugaben der Wendeöffnung schön gleichmäßig nach innen gebügelt werden. Mit Nadeln oder Wonder Clips feststecken.

Schild nach dem Wenden

Jetzt einmal rundherum knappkantig absteppen, dabei wird die Wendeöffnung geschlossen. Das Rechteck links auf links zur Hälfte falten und am oberen, geknickten Rand noch einmal quer absteppen – dadurch steht das Schildchen ordentlich.

fertige Schilder

Euch allen ein frohes Weihnachts und/oder Hannukahfest, entspannte Zeiten zwischen den Feiertagen, gutes Essen, nette Gesellschaft, interessante Gespräche und Lektüre und natürlich Zeit zum Nähen!

Eure Grete

 

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