Kreative Artikel zum Thema Nähen

Perfekte Knopflöcher Teil 2

Hallo ihr Lieben,

recht herzlich möchte ich mich für Eure Anregungen in Punkto Knopflöcher bedanken. Ich werde in diesem Beitrag auf Eure Fragen eingehen und Euch die Möglichkeiten aufzeigen, die die BERNINA Maschinen mit dem entsprechenden Zubehör haben, um grandiose Knopflöcher zu arbeiten.

Ines fragte nach der Fadenspannung bei den Knopflöchern.
Grundsätzlich stellt die 580, 710, 750, 780, 820 und 830 automatisch die Fadenspannung ein. Sie ist bei allen Stoffdicken gleich. Für die Dicke des Stoffes besitzt die Maschine keinen Sensor. Sollte man bei dem Probeknopfloch feststellen, dass die Fadenspannung nicht den Erwartungen entspricht, so lässt sie sich noch nachregulieren. Auf jeden Fall ist es richtig, wenn sich der Oberfaden in der Verknotung mit dem Unterfaden mehr auf der Unterseite des Materials befindet, denn nur so erhält man ein sehr schön abgerundetes Nahtbild.

Von Henriette und Sandra kam die Anregung, doch zu erklären und zu zeigen, wie man ein perfektes Knopfloch in einen Hosenbund näht. Der Knackpunkt bei einem Hosenbund ist die unterschiedliche Höhe. Es ist auf jeden Fall ein Muss mit der „Transporthilfe zum Knopfloch nähen“ zu arbeiten, denn ohne diese hängt sich der Knopflochschlitten an der Kante auf. Es ist wichtig, wie auch bei allen anderen Nähfüssen, dass der Nähfuss waagerecht aufliegt. Die „Transporthilfe zum Knopfloch nähen“ schafft einen Ausgleich zu der dicken Kante, so dass ein Aufhängen unmöglich ist.

So bringt man die „Transporthilfe zum Knopfloch nähen“ an. Zuerst setzt man den Knopflochschlitten an die Maschine an. Dann setzt man die Transporthilfe erst hinten an den Schlitten an,

dreht sie anschliessend nach rechts und klemmt sie somit fest.

Auf dem Bund zeichnet man das Knopfloch an. Es ist wichtig, dass man anzeichnet, wo das Knopfloch enden soll. Nun stelle ich die Knopflochlänge am Schlitten ein. Bei den Maschinen, bei denen man die Knopflochlänge über das Display einstellen kann, nutzt man diese Funktion. Bei allen anderen Maschinen, bringt man das gewünschte Knopfloch in den Kurzzeitspeicher, soll heissen: Erste Raupe nähen, bis die Länge erreicht ist, Vernähtaste drücken und fertigstellen. Bitte vergesst nicht, ein Probeknopfloch zu nähen, es aufzuschneiden und den Knopf durchzustecken. Denn nur so seid ihr auf der sicheren Seite, dass es passt.

Aber egal an welcher Maschine ihr sitzt, der nächste Schritt ist bei allen gleich.

Den Zeiger des Knopflochschlittens benötigt man nun um den Endpunkt zu bestimmen. Den Zeiger bitte auf die Knopflochlänge ausrichten. Den Hosenbund legt man nun zwischen die beiden Bleche. An der vorderen Kante liegt der Stoff vierfach. Mit der Transporthilfe ist diese „Hürde“ genommen. Bitte achtet darauf, dass der Zeiger passgenau mit der aufgezeichnete Quermarkierung übereinstimmt. (Hier auf dem Foto ist das nicht so ersichtlich, aber es war mir nicht möglich es anders zu fotografieren.)

Aber was ist jetzt mit dem Bruch des Bundes? Da wo der Bund festgenäht ist, liegt der Stoff fünffach. Also kippt die Transporthilfe nun nach links weg. Da muss noch ein Ausgleich her. Das geht ganz einfach. Man schneidet sich ein Stückchen Stoff von dem gleichen Material zu, woraus man auch die Hose oder den Rock genäht hat. Dieses Stück legt man doppelt und schiebt es unter den linken Teil der Transporthilfe. Bitte darauf achten, dass es nicht mit in den Nähbereich des Schlittens ragt.

So und nun einfach die Maschine starten. Das läuft wie am Schnürchen.

Ist es nicht super perfekt, das Knopfloch? Man muss einfach nur wissen wie!

Und nun möchte ich gerne auf die Anregung von Anita näher eingehen, die die automatisch genähten Knopflöcher für so manche Nähprojekte zu kurz findet. Der beste Weg ist, so denke ich, die Knopflöcher auszusticken. Die Länge ist nahezu unbegrenzt möglich.

Bei der B780 und B830 kann man die Erstellung einer Knopflochstickdatei direkt an der Maschine bewerkstelligen. Aber auch mit der Sticksoftware Designer V6 lässt sich im Handumdrehen eine solche Datei herstellen.

Wir öffnen die Software und wählen den Mega Hoop aus. Anschliessend gehen wir auf Objekteigenschaften auf die Tabe „Knopfloch“. Dort hat man die Möglichkeit unter 9 verschiedenen Knopflöchern das passende auszuwählen.
Für das Beispiel habe ich das Augenknopfloch mit Normalriegel ausgewählt. Die Länge wurde auf 60 mm erhöht und der Winkel „Waagerecht“ ausgewählt. Tipp: Es lassen sich sogar schrägstehende Knopflöcher erstellen. Um dieses zu erzielen, gibt man einfach einen Wert bei Winkel ein.

Anschliessend geht man auf „Anordnen“ „Knopflöcher hinzufügen“.

Es erscheint das Fenster „Knopflöcher – Einstellungen“. Hier hat man die Möglichkeit, die Anzahl der Knopflöcher einzugeben. Für unser Beispiel nehmen wir einfach mal 8 Stück.

Jetzt zieht man mit gedrückter Maustaste die Knopflöcher in Position.

Klickt mit der linken Maustaste um den Vorgang abzuschliessen und die Knopflöcher sind nun gesetzt.
Falls man feststellen sollte, dass die Position nicht stimmt, ist dies kein Problem. Im Nachhinein lässt sich der Abstand immer wieder korrigieren. Dafür einfach die Objektauswahl aktivieren, auf die Knopflöcher klicken, den Mauspfeil an die Endpunkte setzen und auseinander ziehen.

Die Augen des Knopfloches zeigen nach links. Wenn man dies so belassen würde, hat man das Problem, dass sich der komplette Blazer, Mantel oder die komplette Bluse auf dem Freiarm befindet. Dies wird sehr hinderlich beim Sticken sein. Also werden die Knopflöcher jetzt noch waagerecht gespiegelt. Dafür einfach auf den entsprechenden Button gehen.

Je nach Abstand und Anzahl der Knopflöcher kommt man nun nicht mehr mit einem Rahmen aus, um die Knopflöcher perfekt auszusticken. Aber dieses Problem lässt sich mit der Designer Software auch einfach lösen. Man geht auf die „Rahmen Arbeitsfläche“. Dort hat man die Möglichkeit das Motiv, hier unsere Knopflöcher, in mehrere Dateien aufzuteilen. Geht man auf diese Arbeitsfläche, werden die Knopflöcher, die in den Rahmen passen, hellgrün dargestellt, die nicht passen schwarz.

Man aktiviert einen zusätzlichen Rahmen und verschiebt diesen so, dass die anderen Knopflöcher grün dargestellt werden.

Diesen Vorgang wiederholt man so oft, bis alle Knopflöcher mit Rahmen abgedeckt sind. Wichtig hierbei ist auch, dass man die Rahmen gut überlappen lässt, denn nur so kann die Software die Ansatzpassmarken, die für das korrekte Ansetzen der Muster benötigt werden, setzen. Die Software verfügt über eine Prüffunktion, „Rahmensetzungen berechnen“, die man unbedingt durchlaufen lassen sollte. Erhält man am Ende der Prüfung, die gleiche Anzahl an Rahmen angezeigt, wie man verwendet hat, ist alles perfekt. Sollte man eine höhere Anzahl angezeigt bekommen, so sollte man die Rahmen noch mehr zusammenschieben.

Anschliessend wechselt man wieder auf die „Stickarbeitsfläche“ und geht auf „Datei“ „Speichern unter“.
Das Fenster „Mehrfachrahmung“ erscheint. Man bestätigt „Pro Rahmensetzung eine Datei exportieren (mir zuerst zeigen…)“.

Nun erhält man eine Übersicht der Dateien und hat die Möglichkeit diese noch mal zu kontrollieren. Anschliessend geht man dann auf „Alles speichern“ und „Schliessen“. Die Dateien werden mit einer zusätzlichen Zahl versehen und in den zuvor angewählten Ordner abgespeichert.

Die einzelnen Dateien lassen sich nun öffnen und man kann sie unter der Funktion „Fenster“ „Nebeneinander senkrecht“ alle anzeigen lassen.

Nun exportiert man die Dateien zur Maschine. Wie man dann die Knopflöcher mit der Maschine weiterverarbeitet, werdet ihr im dritten Teil “Perfekte Knopflöcher” sehen. Zuvor möchte ich Euch aber noch demonstrieren, wie man die Knopflöcher in einem Rutsch auch noch aufschneiden lassen kann. Dafür geht man hin und speichert die soeben erstellten Datein in dem Dateiformat „EXP“ ab.
Dann öffnet man die DesignWorks Software. Und liest sie unter der Funktion „Bildquelle“ „Aus Stickdatei“ ein. Die Stoffauswahl sollte ähnlich dem Stoff sein, aus dem ihr Euer Modell genäht habt.

Anschliessend wählt ma die Funktion “Bezierformen”

und setzt in die Mitte des Knopfloches eine Linie. In den Objekteigenschaften ändert man diese Linie von „Keine“ in „Cutwork“ um. Diesen Vorgang wiederholt man für alle Knopflöcher und Dateien.

Die Schnitte sollten zuerst gearbeitet werden. Also schiebt man die Knopflöcher ganz nach oben in der Reihenfolge. Hier wäre es die Position 5. Da die Schnitte nur eine Schneiderichtung benötigen, lässt man das Kombinieren weg.

Alle Dateien werden nun auf die Maschine oder einen USB-Stick exportiert.

Nun seht ihr, wie das Zusammenstellen der Knopflöcher direkt an der B780 funktioniert.

Man geht auf den Ordner mit den Stichen und wählt unter Knopflöcher das aus, was man gerne verwenden möchte.
In diesem Beispiel hier: Das einfache Knopfloch.

Das nun dargestellte Knopfloch lässt sich über die „i“- Funktion nach den eigenen Bedürfnissen abändern.

Für unsere Zwecke drehen wir es um 90 Grad.

Und nun passen wir es der gewünschten Grösse an.

Bei der Grössenveränderung wird die Stichanzahl nicht (wie im Nähbereich) angepasst.
Dies müssen wir in der Funktion „Stickdichte“ noch anpassen. Hier reicht es vollkommen, die Dichte um 10% zu erhöhen. Die Stichlänge bleibt in der Grundeinstellung.

Da wir ja mehrere Knopflöcher aussticken möchten, reicht der kleine Rahmen nicht aus. Wir wählen zuerst den Mega Hoop und gehen dann anschliessend auf „Bordüren sticken“. Die Maschine erstellt so viele Duplikate von dem Knopfloch, wie sie meint in dem Rahmen aussticken zu können. Diese Anzahl lässt sich individuell anpassen. Auch der Abstand der Knopflöcher lässt sich frei wählen. Hier sind es 4 Knopflöcher mit einem Abstand von 80 mm.
Aktiviert man die Pfeile auf dem Display (aktivierte Pfeile sind gelb umrandet), so werden Passmarken mit ausgestickt.
Für unser Projekt sind sie ein Muss, denn wir möchten ja schliesslich 8 Knopflöcher im gleichen Abstand aussticken.
Wir bestätigen unsere Eingabe, indem wir auf den grünen Haken gehen.

Es kann durchaus sein, dass der Rahmen rotumrandet dargestellt wird, weil die Passmarken zu weit unten sind. Dies ist aber überhaupt kein Problem. Man schiebt das ganze einfach über die „i“- Funktion nach oben.

Da das zu bestickende Gut (Blazer, Mantel, Bluse etc.) nicht in den Rahmen eingespannt werden kann, fügen wir auf jeden Fall den Heftrahmen hinzu. Somit kann unser Stickgut nicht verrutschen.

So, das ist ja schon einen Menge Information.

Wie die Ausarbeitung von gestickten Knopflöchern an der Maschine erfolgt, möchte ich Euch, wie schon angesprochen, gerne in dem dritten Teil „Perfekte Knopflöcher“ beschreiben.

Auch in diesem Beitrag werde ich das Anliegen von Fabienne beantworten und zeigen, wie man Knöpfe mit dem Knopfannähfuss annäht.
Diese Anleitung werde ich zeitnah publizieren.

Ich wünsche Euch eine schöne Zeit!

Herzliche Grüsse,

Birgit

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