Kreative Artikel zum Thema Quilten

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Ausstellungsplakat

Ausstellungsplakat

Klare Konturen, kühne Formen und Oberflächen, ein Spiel mit Kontrasten — dies sind nur einige Merkmale, die den Schmuck Winfried Krügers (*1944) ausmachen. Ob aus reinem Silber, Email oder Papier, die Vielfalt reizvoller Eindrücke in seiner Umgebung sind viel zu inspirierend, als dass er sich nur bestimmten Materialien oder einem Sujet zuwenden würde.

Brosche Silber Winfried Krüger 1967/68 Foto: Petra Jaschke

Brosche
Silber
Winfried Krüger
1967/68
Foto Petra Jaschke

Der Goldschmied und Schmuckdesigner war bis 2010 Lehrer für Schmuckgestaltung am Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät an der Goldschmiedeschule Pforzheim und erhielt 1992 den Staatspreis Baden-Württemberg für Kunsthandwerk.

Brosche Aluminium, Tempera, Lack Winfried Krüger 1984 Foto Petra Jaschke

Brosche
Aluminium, Tempera, Lack
Winfried Krüger
1984
Foto Petra Jaschke

Die derzeitige Ausstellung im Schmuckmuseum Pforzheim blickt mit mehr als 300 Objekten auf sein Schaffen seit den frühen 1960er Jahren zurück. “Es ist sehr schön, das Werk eines Künstlers über mehr als fünfzig Jahre vor sich zu haben, die Zeit ablesen zu können und vor allem auch die stetige Veränderung der künstlerischen Handschrift vor Augen zu haben”, erläutert Museumsleiterin Cornelie Holzach.

Brosche (zweiteilig) Silber, Aluminium, Lack Winfried Krüger 1987 © Schmuckmuseum Pforzheim Foto Petra Jaschke

Brosche (zweiteilig)
Silber, Aluminium, Lack
Winfried Krüger
1987
© Schmuckmuseum Pforzheim
Foto Petra Jaschke

Der Schmuck Winfried Krügers, genannt Vincy, zeichnet sich durch klare Konturen und kühne Formen aus. Er arbeitet mit verschiedensten Oberflächen, vornehmlich in Silber, und spielt dabei mit Kontrasten — sei es in Bezug auf Materialität oder Farbigkeit, im Wechsel von Spielerischem mit Streng-Geometrischem oder dem Zusammenspiel von Präzision und Robustheit.

Halsschmuck Silber, Email Winfried Krüger 1997 Foto Petra Jaschke

Halsschmuck
Silber, Email
Winfried Krüger
1997
Foto Petra Jaschke

Während in Krügers frühen Arbeiten die traditionelle Gestaltung anklingt, lässt er diese bald hinter sich und sucht seine eigene künstlerische Linie. Er folgt dem Lustprinzip und macht Neues, Anderes, was ihm aufregend erscheint.

Dose Silber, Oxyd Winfried Krüger 1999 Foto Petra Jaschke

Dose
Silber, Oxyd
Winfried Krüger
1999
Foto Petra Jaschke

In der Zeit der grossen Experimente und des Ausbrechens aus althergebrachten Beschränkungen in den 1980er Jahren bewegt er sich frei zwischen Schmuck, Zeichnung, Malerei und Inszenierung.

Broschen Silber, z.T. Lack Winfried Krüger 2007 Foto Petra Jaschke

Broschen
Silber, z.T. Lack
Winfried Krüger
2007
Foto Petra Jaschke

Seine neuesten Arbeiten sind kühl, klar, glatt und präzise, meist aus Mattsilber. Bis heute hat er auf unabhängige und uneitle Weise oft Neuland betreten, hat mit scharfem Blick Eindrücke aus dem Alltag gesammelt und in Schmuck verwandelt, immer mit einem gut Teil Humor und gelassener Distanz: “Was sehen und in Schmuck herüberziehen — das ist es”, fasst er seine Herangehensweise selbst in Worte. Oder, anders von der Leiterin der Goldschmiedeschule Sigrid Kopittke ausgedrückt: “Im Grunde ist nichts vor ihm sicher, um eine Verwandlung in Schmuck zu erfahren.”

Brosche Silber, Oxyd, Glas Winfried Krüger 2007 Foto Petra Jaschke

Brosche
Silber, Oxyd, Glas
Winfried Krüger
2007
Foto Petra Jaschke

Winfried Krüger gehört einer Generation von Schmuckkünstlern an, die die Anfänge des Avantgarde-Schmucks in den 1960er Jahren miterlebt und dann mitgeprägt hat. Mit 16 begann der “Pforzheimer Junge” seine Ausbildung zum Juwelengoldschmied an der dortigen Berufsfachschule und studierte dann an der Kunst+Werkschule bei Reinhold Reiling.

Figuren Silber, Email Winfried Krüger 2008 Foto Petra Jaschke

Figuren
Silber, Email
Winfried Krüger
2008
Foto Petra Jaschke

Auf das Studium folgte eine Zeit in Berlin, in der er in Ateliergemeinschaft mit Manfred Bischoff und Georg Dobler Möbel baute, Kunstgeschichte studierte, Hüte modellierte oder beim Film arbeitete — “als nach allen Seiten hin offenes Multitalent”, wie Barbara Maas in ihrem Katalogbeitrag schreibt.

Brosche Silber, Oxyd Winfried Krüger 2008 Foto Petra Jaschke

Brosche
Silber, Oxyd
Winfried Krüger
2008
Foto Petra Jaschke

Ab 1989 unterrichtete er für über 20 Jahre am 1988 gegründeten Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät an der Goldschmiedeschule Pforzheim. Dabei ist ihm gedankliche Freiheit stets wichtig gewesen, und er betrachtet technisch-handwerkliches Können und Gestaltung als gleichwertige Elemente.

Halsschmuck Silber, Oxyd, Bleiband, Textil Winfried Krüger 2009 Foto Petra Jaschke

Halsschmuck
Silber, Oxyd, Bleiband, Textil
Winfried Krüger
2009
Foto Petra Jaschke

Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erhältlich.

***

Info:

19. Juli – 19. Oktober 2014

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schmuck von winfried krüger

Schmuckmuseum Pforzheim
Im Reuchlinhaus
Jahnstrasse 42
75173 Pforzheim

www.schmuckmuseum.de

Öffnungszeiten:
Di – So und feiertags: 10 – 17 Uhr

Führungen durch die Ausstellung:
So, 21. September und 12. Oktober, jeweils 15 Uhr

Infos und Fotos vom Museum zur Verfügung gestellt – herzlichen Dank!

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Kommentare zu diesem Artikel

9 Responses

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  • Annette

    Guten Morgen Gudrun,
    auch mir gibt Materialverteilung der “Tasche” zu denken. Auf der Seite des Schmuckmuseums Pforzheim, die Du oben verlinkt hast, ist ein Ausschnitt größer zu sehen. Könnte es sein, dass das Bleiband in Deinem Spulenkapselaufbewahrungsbehältnis steckt und das als Material ebenfalls angegebene Textil im Träger meiner Handtasche?
    Vielleicht fährt jemand hin und berichtet des Rätsels Lösung 🙂
    Liebe Grüße Annette.

    • Gudrun Heinz

      halli hallo,
      ich werde mich bei nächster gelegenheit ins schmuckmuseum begeben, gehe nicht über los und ziehe auch keine 4000 mark ein 🙂
      wenn die ausstellungseröffnung von ‘Zeichen der Zeit’ in hohenstein-ernstthal vorbei ist, hab ich dafür zeit – vielleicht …
      ein schönes weiteres wochenende und
      beste grüsse
      gudrun

  • Wiebke Maschitzki

    Liebe Gudurun !
    Das ist ja schon wieder ein interessanter Bericht von Dir !
    .So ausgefallene Schmuckstücke – die sieht man eher selten.
    Das Titelfoto erinnert mich auch an einen Spulenbehälter an einer Perlenkette.
    Vielen Dank !
    Liebe Grüße
    Wiebke.

    • Gudrun Heinz

      liebe wiebke,
      ich widerspreche ja ungern, aber es handelt sich wirklich nicht um perlen! es ist doch angegeben und damit offiziell: es ist ein bleiband – die farbe macht’s. und es passt ja auch zum künstler, der ‘was gesehen und in schmuck verwandelt hat’ … genial, gell? 🙂
      beste grüsse
      gudrun

      • Wiebke Maschitzki

        Und wie heißt es so schön : wer lesen kann, ist im Vorteil!
        Dabei habe ich es gelesen.
        Aber rote Perlen wären doch auch ein herrlicher Kontrast gewesen und auch genial.
        Liebe Grüße
        Wiebke

  • Gudrun Heinz

    halli hallo,
    vielen dank für eure nachrichten.

    liebe silena, das tut mir jetzt sehr leid, das hatte ich auch noch nicht. bei mir sind die fotos komplett und in aller pracht sichtbar und mein laptop hat nun nicht den super grossen bildschirm. wenn man es sich auf dem display eines smartphones ansieht, werden die schmuckstücke vermutlich ziemlich klein sein, aber das foto doch vorhanden. ruf doch bitte die seite nochmal neu auf, vielleicht ändert sich dann etwas.

    liebe annette, von wegen handtasche 🙂 mich erinnert dieser halsschmuck vom teaser-bild (=artikelübersicht) eher an eine vorratsdose, die ich früher mal zur aufbewahrung meiner nähmaschinenspulchen hatte – und zwar von unten gesehen! und das gefärbte bleiband ist doch einfach klasse, oder?

    ein schönes wochenende und
    beste grüsse
    gudrun

  • Annette

    Hallo Gudrun,
    hab beim Bild in der Artikelübersicht gedacht – ups, schon wieder eine Handtasche 🙂 Interessante Teile! Danke fürs Zeigen 🙂
    @silena: Ich sehe die Bilder komplett.

    Liebe Grüße Annette.

  • silena

    Hallo zusammen
    Seht ihr die Fotos? Bei mir zeigt es nur den Text zum “Bild” an. Das hatte ich noch nie.
    Liebe Grüße
    Silena

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