Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps Juli 2020

Bewegte Zeit
Kunst und Corona im Dialog

‘Bewegte Zeit’ – unter diesem Titel entsteht derzeit im Tuchmacher Museum Bramsche ein Kunstprojekt, das künstlerische Auseinandersetzungen mit den Erscheinungen, Veränderungen oder Emotionen, die die Corona-Pandemie direkt oder indirekt verursacht und hervorruft, zum Inhalt hat.

Gertrud Schaper: Begegnung mit Maria
Foto: Gertrud Schaper, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Die Resonanz der Künstlerinnen und Künstler ist schon jetzt riesig, wir sind gespannt, welche Kunstwerke uns noch in den nächsten Wochen erreichen werden’, Museumsleiterin Kerstin Schumann ist begeistert von der Reaktion auf das neue Ausstellungsprojekt ‘Bewegte Zeit – Kunst und Corona im Dialog’ im Tuchmacher Museum Bramsche. Die erste Hängung der Ausstellung ist jetzt komplett.

Annette Rußwinkel: Nur zu zweit
Foto: Annette Rußwinkel, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Nachdem die zum 300. Geburtstag von Justus Möser geplante Ausstellung ‘Die Leute sind Goldarbeiter’ und das Begleitprogramm aufgrund der Corona-Pandemie auf das nächste Jahr verschoben werden musste, ist in der Kornmühle unerwartet ein Freiraum entstanden. ‘In den Wochen des Lockdowns hatten wir immer wieder Kontakt zu Bramscher Künstler*innen und Textilkünstler*innen aus unseren Ausstellungsprojekten. Zum Glück sind in unserem näheren Umfeld alle gesund geblieben’, schildert Kerstin Schumann den Anstoss zu diesem Ausstellungsprojekt.

Elke Priess: Pose: Aufbruch
Foto: Michael Dörfler, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die stillen und oft einsamen Wochen mit all ihren verunsichernden Veränderungen haben gerade Kunstschaffende ganz unterschiedlich erlebt. In den Ateliers entstanden und entstehen viele Arbeiten, die sich direkt oder indirekt mit der Krise und den Veränderungen dieser Zeit auseinandersetzen. Mit der Ausstellung ‘Bewegte Zeit’ ist jetzt für diese Arbeiten ein Forum geschaffen worden. Nach und nach entsteht hier eine vielfältige und sehr aktuelle Ausstellung, die sich immer wieder verändern darf.

Andrea Wilmers: Durchgang, Detail
Foto: Andrea Wilmers, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt
siehe auch unten: Workshop ‘aus gegebenem Anlass …’

Zusätzlich werden alle Arbeiten auf dem Blog des Museums und auf Facebook vorgestellt. Das Projekt soll voraussichtlich bis Mitte September 2020 in der Kornmühle des Museums gezeigt werden. Der Eintritt in die Ausstellung ist für Besucher*innen frei.

An der Ausstellung können sich alle Künstler*innen beteiligen, die zuvor telefonisch (05461 94510) oder per E-Mail (info(at)tuchmachermuseum.de – bitte (at) durch @ ersetzen) Kontakt mit dem Museum aufgenommen haben. Um die erforderlichen Hygiene- und Abstandsregeln einhalten zu können, sollten die Arbeiten an den Wänden gehängt werden können.

Info:

noch bis 15. September 2020

Bewegte Zeit
Kunst und Corona im Dialog

Tuchmacher Museum Bramsche
Mühlenort 6
49565 Bramsche
Deutschland

www.tuchmachermuseum.de

Sa & So, 11. & 12. Juli 2020, jeweils 10 – 16.30 Uhr:
‘aus gegebenem Anlass …’
Workshop mit Andrea Wilmers

Niemand konnte sich den Eindrücken der vergangenen Wochen entziehen. Sorge und Leichtigkeit gaben einander die Hand – Einschränkungen und Freiräume. Freiräume bieten aber auch die Chance, neue Ideen, Gedanken und Impulse entstehen zu lassen. In dem Workshop wollen wir uns austauschen und versuchen, den Eindrücken eine kreative Gestaltung zu geben. Dabei steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern sie ist Mittel zum Zweck. Mitgebrachte Gedanken, Fotos, Ideen, Texte und Materialien laden zum Austausch und zur kreativen Gestaltung ein.

Bitte mitbringen: Malgründe (2–3 Leinwände, Papiere oder Pappen), Acrylfarbe, Pinsel, Stifte, Arbeitskleidung inkl. Schuhe, Essen und Trinken.

Kosten: 90 EUR
Verbindliche Anmeldung bis zum 8. Juli 2020 unter
Telefon: 05461 9451-0
E-Mail: info(at)tuchmachermuseum.de (bitte (at) durch @ ersetzen)

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„Adam, wo bist du?”
Eine Kunstinstallation von Ilana Lewitan

Ilana Lewitan ist Künstlerin, Münchnerin und Jüdin. Derzeit zeigt das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst in München ihre Installation „Adam, wo bist du?“, in deren Zentrum sich ein überdimensional grosses Kreuz befindet. Aber daran hängt nicht etwa Jesus. Dort hängt der gestreifte Haftanzug eines KZ-Insassen.

Plakat
© SMÄK / Die Werft

Die zentrale Frage ist: Was wäre geschehen, wenn Jesus 1938 in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt hätte? Anhand der Skulptur erweitert die Künstlerin das Thema ‘Identität’ auf unsere Zeit.

Ausstellungsansicht
Foto: © SMÄK, Marianne Franke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Auf 400 Quadratmetern erkundet die Künstlerin in verschiedenen Stationen das Verhältnis von individueller Identität und den Zuschreibungen durch die Umwelt. Wer bin ich? Wer oder was bin ich in den Augen der Anderen, weil ich als der geboren bin, der ich bin? Wie fühlt sich diese Zu-Schreibung von aussen an?

Ausstellungsansicht
Foto: © SMÄK, Marianne Franke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Am Beispiel vornehmlich jüdischer Biografien vergegenwärtigt die aus verschiedenen Stationen bestehende Installation, wie Ausgrenzung und Stigmatisierung funktionieren und schon immer funktioniert haben. Gemeinsamkeiten und Bruchstellen zwischen Vertrautem und Fremdem, zwischen In- und Ausländern, zwischen Migranten und Einheimischen, zwischen Privilegierten und Benachteiligten werden unmittelbar erlebbar und kulminieren in der zentralen Frage nach der Menschlichkeit des Menschen: „Adam, wo bist du?“

Ausstellungsansicht
Foto: © SMÄK, Marianne Franke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Darüberhinaus greift die Installation aus dem Sonderausstellungssaal hinaus in die Dauerausstellung des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst und spielt mit den doppelten Zuschreibungen in den verschiedenen Kulturen. Insgesamt zwölf (Kunst-)Objekte von Ilana Lewitan dringen in die Räume und Vitrinen zwischen die altägyptischen Originale ein und treten in Dialog mit der jahrtausendealten Kunst und Kultur – ‘Interventionen’, die die Besucher*innen sensibilisieren: Jüdische Geschichte und das Alte Ägypten sind durch Altes und Neues Testament vielfach miteinander verknüpft.  

Die Interviews, die Ilana und Louis Lewitan mit zehn Menschen führten, die Ausgrenzung selbst erlebt haben und teilweise immer noch erleben, stehen zusammen mit weiteren Fotos und Informationen auf der Website des Museums zur Verfügung.

Zur Ausstellug sind ein Katalog und ein Leporello erhältlich.

Info:

17. Juni 2020 – 10. Januar 2021

„Adam, wo bist du?“
Eine Kunstinstallation von Ilana Lewitan

Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
im Kunstareal München
Gabelsbergerstrasse 35
80333 München
Deutschland

www.smaek.de

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Harper’s Bazaar, Premier magazine de mode

Anlässlich der Wiedereröffnung seiner Modegalerie, die dank des Sponsorings von Stephen und Christine Schwarzman komplett renoviert wurde, präsentiert das Musée des Arts Décoratifs in Paris derzeit eine grosse Ausstellung, die dem Modemagazin ‘Harper’s Bazaar’ gewidmet ist. Die Ausstellung – ursprünglich vom 28. Februar bis 14. Juli 2020 geplant, jedoch aufgrund der Corona-Krise geschlossen – wurde nun am 23. Juni 2020 eröffnet und die Laufzeit bis zum 3. Januar 2021 verlängert.

Key Visual
unter Verwendung von
Dovima für das Cover Dezember 1959
© Avedon Foundation
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Harper’s Bazaar. Premier Magazine de Mode’ zeigt die Meilensteine und die Entwicklung der 1867 als erstes Mode-Magazin in den USA erschienenen Zeitschrift, die bis heute international erhältlich ist.

152 Jahre Modegeschichte werden durch die Visionen der grossen Künstler und Fotografen nachgezeichnet, die zum einzigartigen Stil des ‘Bazaars’ beigetragen haben: von Man Ray, Salvador Dali und Andy Warhol bis Richard Avedon und Peter Lindbergh. 60 Couture- und Konfektionskleider, von denen die meisten aus der Sammlung des Museums stammen, sind neben den Bildern, wie sie ursprünglich in der Zeitschrift vorgestellt wurden, zu sehen.

Harper’s Bazaar – August 2019
Kate Winslet
© Peter Lindbergh
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung ist auch eine besondere Hommage an drei bedeutende Persönlichkeiten in der Geschichte des Magazins: Carmel Snow, Alexey Brodovitch und Diana Vreeland. Zusammen schufen sie die moderne Ästhetik sowohl im Bereich Mode als auch im Bereich Grafikdesign – ein richtungsweisender Stil des Magazins. Der Architekt und Designer Adrien Gardère überwachte die Renovierung der Galerien und entwarf die Ausstellungsszenografie.

Karl Lagerfeld für Chloé
Bugatti Kleid
von Hurel mit Perlen bestickter Seidenjersey
Ready-to-wear, Herbst-Winter 1983
Chloé Archives
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Bazaar’ wurde 1867 von Harper & Brothers als Frauenmagazin nach europäischem Vorbild mit den Schwerpunkten Mode, Gesellschaft, Kunst und Literatur ins Leben gerufen.

Harper’s Bazaar – März 1896
Illustration von William H. Bradley
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mary Louise Booth, die erste Chefredakteurin, war nicht nur eine Befürworterin des Wahlrechts für Frauen und Gegnerin der Sklaverei, sondern auch francophil, was sich ebenso im Magazin niederschlug. So gehörten Pablo Picasso, Jean Cocteau und Henri Matisse zu den vielen französischen Künstlern, die in der Zeitschrift vorgestellt wurden – neben Artikeln über die führenden Persönlichkeiten der amerikanischen Schule wie Jackson Pollock, Frank Stella oder William Burroughs.

Harper’s Bazaar – Juni 1964
© Hiro
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In Sachen Literatur glänzte ‘Harper’s Bazaar’ mit Beiträgen von Colette, Simone de Beauvoir, Françoise Sagan, Jean Genet und André Malraux. Ebenso schrieben einige der grössten britischen und amerikanischen Schriftsteller, von Charles Dickens bis Virginia Woolf, Patricia Highsmith, Truman Capote und Carson McCullers für das Magazin.

Balenciaga
Haute Couture
Frühling-Sommer 1955
Paris
© MAD Paris
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Über die Qualität des Inhalts hinaus war es jedoch seine Ästhetik, die das Magazin auszeichnete und hervorhob. Die Kombination aus Modefeatures und tiefgründiger Kritik setzte die Massstäbe für Mode und Grafikdesign. Grosse Couturiers wie Charles-Frederick Worth, Paul Poiret, Jeanne Lanvin, Madeleine Vionnet, Elsa Schiaparelli, Christian Dior oder Cristóbal Balenciaga verdanken einen Teil ihres Mythos dem Prestige des ‘Bazaars’.

Gleb Derujinsky – Juli 1958
Ruth Newmann
© Derujinsky
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die sich über zwei Etagen der Modegalerie erstreckende Ausstellung ist chronologisch geordnet und nimmt verschiedenste Themen, die im Lauf der Zeit in der Zeitschrift behandelt wurden, auf. Dies hebt einerseits den Beitrag des Magazins zur Entwicklung der weiblichen Silhouette in den letzten 152 Jahren hervor und veranschaulicht andererseits, wie aus inspirierenden Skizzen, Fotografien und Mustern die epochalen Bilder des ‘Bazaars’ wurden.

Peter Lindbergh
November 1992
© Peter Lindberg
Courtesy Peter Lindberg, Paris
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung stellt zunächst kurz Modejournale vom 16. bis zum 19. Jahrhundert vor, dann folgt die Ära Mary Louise Booth.

Miette Landrey
Tageskleid
Moiré antique, 1866-1868
© MAD Paris
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Sie gab den Ton im ‘Bazaar’ an, indem sie die Modelle des Pariser Couturiers Charles-Frederick Worth zeigte, einem grossen Favoriten der amerikanischen High Society. Die Entwicklung des Magazins spiegelt wechselnde Stile wider, vom Jugendstil bis zum Orientalismus der Ballets Russes und hin zu Paul Poiret, die die Zeichnungen von Erté in den 1910er und 1920er Jahren für die Cover beeinflussten.

Jeanne Lanvin – Zeichnung für eine Collection
Gouache auf Papier
Pénombre, Frühling-Sommer 1929
Lanvin Archives, Paris
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In dieser Zeit formte das Magazin zusammen mit Arbeiten von Baron Adolphe de Meyer die Ästhetik der Modefotografie. In den folgenden Jahren beeinflusste der Surrealismus die Fotografien und Titelillustrationen, die die Entwürfe von Elsa Schiaparelli und Madeleine Vionnet wiedergeben.

Anonymous – Madeleine Vionnet
Abendkleid
Herbst-Winter 1936
© MAD Paris
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In den 1930er Jahren machten Chefredakteurin Carmel Snow, Art Director Alexey Brodovitch und Moderedakteurin Diana Vreeland den ‘Bazaar’ zu einem avantgardistischen Luxusmagazin. Sie öffneten das Magazin für die Fotografien von Louise Dahl-Wolfe, Man Ray und Richard Avedon, dessen Stil mit den wogenden Abendkleidern der Nachkriegsjahre harmonierte.

Avedon
Sunny Harnette für Harper’s Bazaar Oktober 1954
© 2015, Pro Quest LLC
All rights reserved
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

1947 war es Snow, die Christian Diors erste Kollektion als ‘New Look’ bezeichnete.

Harper’s Bazaar – April 1947
Illustr. SAM
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ein goldenes Zeitalter der Couture war eingeleitet.

Replika von Christian Diors ‘Chérie dress’
Baumwolle, 1959
Nach dem Modell vom Frühling-Sommer 1947
Paris
© MAD Paris
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In den 1950er Jahren erlangte der ‘Bazaar’ einen solchen Einfluss, dass das Magazin im Musical Funny Face (mit Audrey Hepburn) verspottet wurde. Die kulturellen, sozialen, politischen sowie Pop- und Op-Art-Revolutionen der 1960er Jahre wurden von Avedon in seiner berühmten ‘Now’-Ausgabe vom April 1965 mit Model Jean Shrimpton auf dem Cover verkörpert.

Hiro
Oktober 1963
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Fotografen wie Hiro nutzten die Mode als Experimentierfeld und verwendeten farbige Gele und Blitze, die von der kinetischen Kunst inspiriert waren. Die Bilder der 1970er Jahre spiegeln die farbenfrohe, lebendige Mode der Zeit wider. In den 1980er Jahren gaben Disco, Dallas und Dynasty den Ton für das Magazin an, das von Anthony T. Mazzola geleitet wurde. Nun tauchen auf den Titelseiten Nahaufnahmen von Prominenten auf.

Harper’s Bazaar – April 2010
Demi Moore
© Mark Seliger
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit Liz Tilberis als Chefredakteurin und Fabien Baron als Creative Director kehrte das Magazin 1992 zu einer klassischeren Vision von Eleganz mit neuem Design und unverwechselbarer Ästhetik zurück. Patrick Demarchelier und Peter Lindbergh fotografierten Models wie Linda Evangelista und Kate Moss für das Cover.

Harper’s Bazaar – Cover Dezember 1992
Kate Moss
© Patrick Demarchelier
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Jahr 2001, unter Glenda Bailey als Chefredakteurin, Stephen Gan als Creative Director und später Elizabeth Hummer als Design Director, wandte sich das Magazin mit Fotografen wie Jean-Paul Goude dem Spektakulären und Phantasievollen zu. Mutige, ehrgeizige Entscheidungen prägten die Zeit. Aber die Schönheit und Lebendigkeit des Magazins ging mit einem tiefen Respekt für seine Geschichte einher.

Givenchy – Clare Waight Keller
Ready-to-wear, Frühling-Sommer 2019
Kurzes Kleid, Seidenkrepp, mit silbernen Pailletten bestickt
Givenchy Archives
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Harper’s Bazaar:Premier magazine de mode ‘ ist die erste Ausstellung, die einem Modemagazin gewidmet ist und über die Fotografien hinaus die Auswirkungen der redaktionellen und künstlerischen Ausrichtung, des Designs und der dahinter stehenden Männer und Frauen untersucht. Auch geht die Ausstellung den Fragen nach, wie Magazine dazu beigetragen haben, wie Mode zu definieren ist und was wir als Mode betrachten.

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erhältlich.

Auch interessant:

Mein Beitrag über die Ausstellung ‘Bilder der Mode’, die das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg 2014/15 zeigte. Sie befasst sich mit dem Genre der Modezeichnung, speziell für exquisite Zeitschriften angefertigt.

Info:

23. Juni 2020 – 4. Januar 2021

Harper’s Bazaar, Premier magazine de mode

Musée des Arts Décoratifs
107 Rue de Rivoli
Eingang vorübergehend über den Jardin du Carrousel
75001 Paris
Frankreich

www.madparis.fr

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Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives

Franz Erhard Walther (* 1939 in Fulda) – Träger des Goldenen Löwen der Venedig Biennale 2017 – ist eine Schlüsselfigur der Abkehr vom Bild seit der europäischen Nachkriegszeit. Jenseits des klassischen Verständnisses von Skulptur und Malerei formulierte er einen völlig neuen Werkbegriff, der den Betrachter als Akteur mit einbezieht.

Bereits in seinem Frühwerk beschäftigt Walther sich in unterschiedlichen Medien mit dem Zufälligen und dem Prozessualen als Gestaltungsprinzipien. Gleichzeitig wurde Stoff, ein bis dahin ungebräuchliches künstlerisches Material bei Walther, zum Innovationsträger, aus dem die Aktivierungsobjekte hervorgingen. Mit dem Schlüsselwerk der ‘Vier Körperformen’ (1963) wird der Körper zum Motiv. Es entsteht der ‘Erste Werksatz’ (1963–1969), der aus 58 aktivierbaren Stücken besteht, die den Betrachter in aussergewöhnliche zwischenmenschliche Situationen versetzen. Mit ihm erlebt Walther 1969 seinen Durchbruch, als er den ‘Werksatz’ anlässlich der Ausstellung ‘Spaces’ im New Yorker MoMA präsentiert. Unter dem Einfluss der Pop Art werden Walthers Textilien zusehends farbiger. In den ‘Wandformationen’ der 1980er Jahre erzielt er eine unvergleichbare Verschränkung von Malerei, Skulptur und Architektur, die sich bis heute fortsetzt.

Die Exponate können zum Teil angezogen oder betreten werden. Das Verständnis des Betrachters von einer traditionellen Bildlogik wird auf diese Weise herausgefordert. Der Körper wird hierbei zum Medium, indem er Lebensprozesse in Bilder überführt.

Ein Katalog ist erhältlich.

Der Film zur Ausstellung ist auf der Website des Museums zu finden und eine ausdrückliche Empfehlung. Bitte anklicken!

Info:

6. März – 29. November 2020:

Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives

Haus der Kunst
Prinzregentenstrasse 1
80538 München
Deutschland

www.hausderkunst.de

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Mit Stich und Faden
Expressionistische und zeitgenössische Kunst im Gegenüber

Einmal jährlich wird im Museum August Macke Haus in Bonn ein Brückenschlag vom Expressionismus in die zeitgenössische Kunst gewagt. Ausgangspunkt ist das Werk von August Macke (1887 – 1914), das im Künstlerhaus in einer Dauerausstellung zugänglich ist und Macke als Gesamtkunstwerker zeigt. In der Sonderausstellung ‘Mit Stich und Faden’ geraten Werke der klassischen Moderne und 12 spannende Positionen der Gegenwartskunst in einen Dialog.

August Macke / Maria Marc / Elisabeth Macke: Orientalische Frauen, 1948–1950
Woll- und Seide auf Leinen, 76 x 95 cm
Privatbesitz
Museum August Macke Haus
© Museum August Macke Haus
Foto: David Ertl, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Wie andere Handarbeiten auch ist Sticken heute wieder überall präsent: in der Mode, in der Raumdekoration wie in der Kunst. Der Widerspruch beziehungsweise die ironische Spannung zwischen dem althergebrachten Medium und den modernen Inhalten ist von grossem Reiz, Selbstgemachtes als Antwort auf Industrialisierung und Ent-Individualisierung steht hoch im Kurs und erscheint beinahe wie eine subversive Aktion.

Ernst Ludwig Kirchner / Erna Kirchner: Figurenreiche Szenen aus dem Leben – Tänzer und Tänzerinnen, um 1919/1920
Tischdecke, Stramin, bunte Wolle, 108 x 76 cm
Badisches Landesmuseum Karlsruhe
© Foto: Thomas Goldschmidt, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Vor diesem Hintergrund ist die Frage nach der Rolle und den Spielarten zeitgenössischer Kunst von besonderem Interesse. Wird heute Sticken als künstlerisches Material verwendet, hat dies eine besondere Aussagekraft – auch vor dem Hintergrund, dass hier immer noch eine weibliche Aura mitschwingt. In den Mädchenschulen war Sticken Teil des Unterrichts und sollte die von der Gesellschaft geforderten weiblichen Tugenden wie etwa Disziplin, Sittsamkeit und Sauberkeit herausbilden und wie Lesen, Rechnen und Schreiben vermitteln.

August Macke / Elisabeth Macke (zugeschrieben): Abstraktes Muster III, 1913/14
Kissenplatte, Wollgarn auf Stramin, Durchmesser 39 cm
Museum August Macke Haus
© Museum August Macke Haus
Foto: Günter Weber, Bonn, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Expressionismus rückte mit der Stickerei das Gesamtkunstwerk in den Blick. August Macke, Ernst Ludwig Kirchner, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc und andere stickten, um ihre Malerei in den Raum und damit in den Alltag zu übertragen und Kunst und Leben miteinander zu durchdringen.
In revolutionärer Weise sprengten die Künstlerinnen und Künstler dabei die Grenzen zwischen Kunst und Handwerk. Dabei blieb mit der Stickerei die Nähe zur bemalten Leinwand erhalten, denn es handelte sich um dieselbe Ausgangsbasis wie bei der Malerei: mit Pinsel und Stift liessen sich die Entwürfe auf den zu stickenden Stoff übertragen. Die Ausführung erfolgte durch die Frauen bzw. Lebensgefährtinnen der männlichen Künstler, die wie Gabriele Münter oder Maria Marc häufig selbst Künstlerinnen waren und auch ihre eigenen Entwürfe realisierten.

Franz Marc / Maria Marc: Landschaft mit Pferden und Regenbogen, um 1914/15
Stickerei, Seiden- und Wollgarn auf Leinen, 74 x 26 cm
Gestickt nach einer Tempera-Studie von Franz Marc, 1911
Privatbesitz
© Foto: Museum August Macke Haus / David Ertl, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Doch wie gehen Künstlerinnen und Künstler heute mit diesem Medium um? Was fasziniert an der uralten, kleinteiligen und äusserst zeitaufwändigen Technik? Längst geht es heute nicht mehr um die Grenzüberschreitung von Kunst und Handwerk. Vielmehr wird die Stickerei als künstlerisches Ausdrucksmittel gesehen, das gleichwertig neben oder im Zusammenklang mit den klassischen Techniken wie Malerei, Zeichnung, Fotografie oder Plastik steht.

Robert Abts: Gedankenverbindungen, 2008–2014
Kugelschreiber, Tinte, Edding, Silberdraht, Stickgarn, Nähseide auf Karton, 10,5 x 14,5 cm
courtesy of the artist + www.parterra.de
© Foto: David Ertl, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Umgang mit dem Material weist eine ebenso grosse Bandbreite auf wie der inhaltliche Radius. So hinterfragen Suscha Korte und Sylvie Hauptvogel ganz unmittelbar historische Kontexte und Erwartungshaltungen. Barbara Wrede zeichnet gleichsam mit dem Faden ihren figurativen Kosmos menschlicher Abgründe aus Realem und Irrealem, Verzweiflung und Humor. Jochen Flinzer spinnt auf beiden Seiten des Bildträgers ein feines Netz aus Fäden, wobei Gegenstand und Abstraktion, Subjektives und Objektives ein zusammenhängendes Pendant ergeben, das sich im Arbeitsprozess entwickelt. Gisoo Kim greift in ihrer Stickerei in ihre eigenen Schwarz-Weiss-Fotografien ein. Indem sie den Bildträger durchsticht und mit farbigen Fäden durchzieht, Wegeführungen betont, Gegenstände eliminiert oder mit Akzenten versieht, entsteht etwas vollständig Neues, wird das Dokumentarische wieder ausser Kraft gesetzt.

Jochen Flinzer: Aus der Serie Floating World: Relativität der Gleichzeitigkeit, 2017/19
Seidenfaden, Papier, 40 x 30 cm
courtesy of the artist + Holger Priess Galerie
© Foto: Jochen Flinzer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Claudia Kallscheuer arbeitet mit Fundstücken, die zum Bildträger werden. Und während Robert Abts Gedankenverbindungen ins Dreidimensionale überführt, tastet sich Angelika Frommherz mit ihren fragilen, reliefartigen Arbeiten in den Raum vor.

Claudia Kallscheuer: Für Maria, 2018
Sessel, Stickerei, Faden, 85 x 75 x 60 x 80 cm
courtesy of the artist + Mianki Gallery
© Foto: Peter Hinschläger, Aachen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Alexandra Knie untersucht demgegenüber die Überschneidung von Kunst, Handwerk und Wissenschaft, Vanessa Oppenhoff erfindet ironisch-bissige Comicgeschichten als Kommentare zum aktuellen Zeitgeschehen. Und Bea Meyer beschäftigt sich konzeptionell mit Muster, Rhythmus und Takt, mit der Gleichzeitigkeit von An- und Abwesenheit, von Selbstwahrnehmung bis hin zu Fremd- und Selbststeuerung.

Vanessa Oppenhoff: The thorough civilan, 2016
Faden, Vellum, Acryl, Zeitungspapier und Gouache, 35 x 41,5
Privatbesitz
courtesy of the artist + Galerie Martina Kaiser
© Foto: Michael Klein, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Es sind die gesellschaftlichen Rollenverhältnisse und allgemeine Fragestellungen, die in den zeitgenössischen Arbeiten thematisiert werden. Und mit der zeitaufwendigen, akkuraten Arbeitsweise wird auch die Schnelllebigkeit unserer Zeit hinterfragt.

Kuratorin: Dr. Ina Ewers-Schultz

Katalog erhältlich.

Weitere Fotos sind auf der Website des Museums zu finden.  Besonders sei auch auf den dort anklickbaren Link zu einem sehens- und lesenswerten Beitrag des WDR hingewiesen. Nicht verpassen!

Info:

6. März – 1. November 2020

Mit Stich und Faden
Expressionistische und zeitgenössische Kunst im Gegenüber

Museum August Macke Haus
Hochstadenring 36
53119 Bonn
Deutschland

www.august-macke-haus.de

Öffnungszeiten:
Fr – So: 11 – 17 Uhr

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Gustav Klimt, d’or et de couleurs

Aus 600.000 Kubikmetern Stahlbeton besteht der vom NS-Regime an der französischen Atlantikküste in Bordeaux errichtete U-Boot-Bunker, der bis zu fünfzehn Tauchboote beherbergen konnte und auch durch die Bomben des Zweiten Weltkriegs kaum angekratzt wurde. Rohbeton, Stahl und Wasser im Halbdunkel – trotz seiner Geschichte übt dieser aussergewöhnliche Ort im Inneren eine magische Anziehungskraft aus – jedenfalls dann, wenn er, in einen gigantischen Raum für digitale Kunst verwandelt, zur Bühne für eine Licht- und Tonshow wird: die ‘Bassins de Lumières’, untergebracht in vier von elf Zellen des ehemaligen Bunkers.

‘Gustav Klimt, d’or et de couleurs’ – Ausstellungsansicht
© akg-images ; © akg-images / Erich Lessing ; © Heritage Images / Fine Art Images / akg-images / © Culturespaces Anaka Photographie
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Langsam taucht ein U-Boot auf und gleitet durch das geöffnete Tor auf die Besucher*innen zu. Nach dieser Projektion – Einstimmung und Erinnerung an einstige Zeiten zugleich – explodieren die Farben, die Farben der Werke von Gustav Klimt (1862 – 1918) und anderer Wiener Künstler aus der Zeit um 1900, dargeboten in der Eröffnungsausstellung ‘Gustav Klimt, Gold und Farben’.

Gustav Klimt: Der Kuss
1908-1909
Österreichische Galerie, Belvedere, Wien, Inv. no. 912
© akg-images/Erich Lessing
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Das schwarze Wasser und der Beton reflektieren von Musik begleitet auf ca. 12.000 Quadratmetern Fläche die Gemälde und Details daraus um ein Vielfaches vergrössert und in Bewegung versetzt. In einem schillernden Regen aus Gold und Farben kann man u.a. in Klimts berühmteste Werke – wie z.B.  ‘Der Kuss’, ‘Adele Bloch-Bauer I’ oder ‘Judith’ – eintauchen.

Gustav Klimt: Apfelbaum I
ca. 1912
Privatsammlung
© akg-images/Erich Lessing
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Einzelne Ornamente, dekorativ geschwungene Linien, florale Elemente – Charakteristika der Jugendstilmalerei – sind herausgelöst und entfalten sich vor den Augen der staunenden Betrachter*innen dieser Multimedia-Show in mehreren Sequenzen.

‘Gustav Klimt, d’or et de couleurs’ – Ausstellungsansicht
© Culturespaces Anaka Photographie
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Eine zweite, kürzere Schau zeigt Werke von Paul Klee (1879 – 1940) – beides zusammen ein 45-minütiges Spektakel. Kein ‘echter’ Museumsbesuch, aber ein geheimnisvoll-phantastisches audio-visuelles Kunst-Erlebnis.

‘Paul Klee, peindre la musique’ – Ausstellungsansicht
© Culturespaces Anaka Photographie
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Einen Eindruck in bewegten Bildern gibt es hier – unbedingt ansehen!

Auch interessant:

Zwei meiner Artikel über Jugendstil: Mode und Architektur in Riga (2013) ‘Samt und Seide – formvollendet’ und über Koloman Moser (1868 – 1918), einem Zeitgenossen von Klimt und Visionär, der die neue, moderne Formensprache in Wien um 1900 mitgeprägt hat (2018).

Info:

10. Juni 2020 – 3. Januar 2021

Gustav Klimt, d’or et de couleurs

Bassins de lumières
Base sous-marine de Bordeaux
Impasse Brown de Colstoun
33 300 Bordeaux
Frankreich

www.bassins-lumieres.com

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Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen
TextilBoom.

Derzeit findet unter dem Motto ‘Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen’ die 4. Sächsische Landesausstellung statt, die die gesamte Region Südwestsachsen als eine Wiege der europäischen Industrialisierung in den Blick nimmt. In einem grossen kulturhistorischen Panorama wird an verschiedenen Standorten die wechselvolle Geschichte von Industrie und Geld, Arbeit und Technik, Wissen und Innovation, Gesellschaft und Politik thematisiert. Die Schlüsselbranchen liefern authentische Einblicke in die sächsische Technik- und Industriegeschichte unter den Stichworten: SilberBoom., TextilBoom., KohleBoom., EisenbahnBoom., MaschinenBoom. und AutoBoom. (Näheres dazu im unten verlinkten Flyer).

Plakat

‘TextilBoom.’ ist ab dem 11. Juli 2020 in der Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau – einem der Schauplätze der 4. Sächsischen Landesausstellung – zu erleben. Die nahezu vollständig erhaltenen historischen Gebäude und Maschinen machen sie zu einem aussergewöhnlichen und authentischen Ort der sächsischen Textilherstellung.

Spinnerei
Foto: © Sächsisches Industriemuseum. Tuchfabrik Gebr. Pfau,
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Geschichte der Tuchfabrik begann im 19. Jahrhundert in der aufstrebenden Textilstadt Crimmitschau. Friedrich und Antonie Pfau waren mit ihrer 1859 gegründeten Handweberei so erfolgreich, dass sie 1885 am heutigen Standort in eine neu errichtete Maschinenweberei umziehen konnten. Nach einem Brand entstand ab 1899 durch Neubau und Ankauf die heute erhaltene Volltuchfabrik. In der Tuchfabrik Gebr. Pfau wurden v.a. Streichgarngewebe für Oberbekleidung hergestellt. In der DDR gehörte sie zum Volkseigenen Betrieb Volltuchwerke Crimmitschau. Nach der Schliessung im Jahr 1990 verblieben die Fabrikräume so, wie die letzten Mitarbeiter sie verlassen hatten.

Spinnerei
Foto: © Sächsisches Industriemuseum. Tuchfabrik Gebr. Pfau,
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Während einer Führung durch die historischen Gebäude erleben die Besucherinnen und Besucher alle Herstellungsschritte von Stoffen – von der Anlieferung der Fasern, über das Spinnen und Weben, bis zum Verpacken der Stoffballen. Die Vorführung der verschiedenen Textilmaschinen ist dabei ein besonderes Erlebnis und ermöglicht einen Einblick in den harten Arbeitsalltag der Beschäftigten in der Vergangenheit.

Spinnerei
Foto: © Sächsisches Industriemuseum. Tuchfabrik Gebr. Pfau,
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Zentrum der 4. Sächsischen Landesausstellung steht die Spinnerei. Schon beim Betreten des grosszügig gestalteten Empfangsbereiches erhalten die Besucherinnen und Besucher einen Blick auf die grossen Krempelmaschinen. Anschliessend können sie den original erhaltenen Spinnsaal mit seinen Selfaktoren besichtigen und sich in der ersten Etage über die Zukunft der sächsischen Textilindustrie informieren.

Weberei
Foto: © Sächsisches Industriemuseum. Tuchfabrik Gebr. Pfau,
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ein Rundgang im Aussenbereich lädt dazu ein, das Fabrikgelände selbst zu erkunden und sich im Museumsgarten mit den Rohstoffen für Textilien zu beschäftigen.

Färberei
Foto: © Sächsisches Industriemuseum. Tuchfabrik Gebr. Pfau,
freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Während der Corona-Pandemie werden vom Museum verschiedene Vorkehrungen getroffen um die Besucherinnen und Besucher zu schützen. Es kann dabei zu Einschränkungen kommen. Aktuelle Informationen z.B. zu Veranstaltungen und Führungen finden Sie auf der Website der Tuchfabrik Gebr. Pfau.

Info:

11. Juli – 1. November 2020

Boom.
500 Jahre Industriekultur in Sachsen
4. Sächsische Landesausstellung

TextilBoom.

Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau
Leipziger Strasse 125
(Eingang Sahntalstrasse)
08451 Crimmitschau
Deutschland

www.boom-sachsen.de
www.saechsisches-industriemuseum.com

Öffnungszeiten:
Mi – So, Feiertage: 10 – 17 Uhr
Mo – Di: geschlossen

Fabrikführungen:
11 und 14 Uhr

Flyer

***

CREATIVE CLIMATE CARE

Mit der neuen Ausstellungskooperation ‘CREATIVE CLIMATE CARE’ reagieren das MAK (Museum für angewandte Kunst) und die Universität für angewandte Kunst Wien auf die bedingt durch die Corona-Krise massiv beschränkten Produktionsbedingungen im Kunst- und Kulturbereich. Vor allem junge Künstler*innen und Kreative, die in den letzten Jahren ihr Studium abgeschlossen haben, stehen aktuell unter Druck. Von Juni bis Dezember 2020 bespielen Absolvent*innen der Universität für angewandte Kunst Wien in fünf aufeinander folgenden, jeweils dreiwöchigen Pop-up-Ausstellungen die MAK Galerie mit Projekten, die sich mit virulenten Themen zu Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit und dem essenziellen Beitrag von Design, Architektur und Kunst zu einem neuen Mindset für aktive Klimapflege befassen. Die Auswahl der Projekte erfolgte über einen geladenen Wettbewerb, an dem sich 20 Absolvent*innen der Angewandten der letzten fünf Jahre beteiligten. ‘CREATIVE CLIMATE CARE’ ist gleichzeitig der Startschuss für die künftige permanente Bespielung der MAK Galerie als ‘CREATIVE CLIMATE CARE GALERIE’.

Die neue Reihe startet mit dem Projekt ‘Subscribe Climate Care’ des Designers Florian Semlitsch.

Florian Semlitsch: Subscribe Climate Care, 2020
© Florian Semlitsch
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In seiner Auftaktausstellung stellt Designer Florian Semlitsch unter dem Titel ‘Subscribe Climate Care’ das Smartphone als Dreh- und Angelpunkt der zunehmend digitalisierten Gesellschaft in den Fokus. Schon längst hat sich das allgegenwärtige Tool von seiner unmittelbaren Kommunikationsfunktion entfernt und bedient alle Bereiche individueller und kollektiver Unterhaltung, Vermarktung von Inhalten und Produkten. Wie gross der Energieaufwand ist, um sich etwa hochauflösende Videos anzusehen, auf dem Weg in die Arbeit die aktuellste Folge der Lieblingsserie zu streamen oder durch Hunderte Bilder zu scrollen, ist kaum bekannt. Mittlerweile ist eine gesamte Generation mit diesen Medien aufgewachsen, sie sind ein wichtiger Teil der weltweiten Wirtschaft. Doch welcher Content wird mit einem enormen Energieverbrauch eigentlich verbreitet?

Florian Semlitsch: Subscribe Climate Care
MAK-Ausstellungsansicht, 2020, MAK GALERIE
© MAK/Georg Mayer
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Florian Semlitsch lenkt die Aufmerksamkeit auf jene Internetplattformen, die Content zum Thema Climate Care produzieren und verbreiten. Die von Semlitsch ausgewählten Inhalte in Form von Instagram-Accounts, Videos und Tutorials von YouTuber*innen oder Audio-Streams von Podcasts werden in einer raumgreifenden multimedialen Installation präsentiert und sollen einen Einstieg in die grössere Thematik rund um Klimapflege und Aktivismus bieten: ein prägnanter Kick-off für das Mindset der neuen Ausstellungsreihe.

Info:

16. Juni – 8. Dezember 2020

CREATIVE CLIMATE CARE
Pop-up-Ausstellungen

MAK – Museum für angewandte Kunst
Stubenring 5
1010 Wien
Österreich

www.mak.at

Die fünf Pop-Up-Ausstellungen:

Florian Semlitsch
16. Juni – 5. Juli 2020

Sophie Gogl
14. Juli – 23. August 2020

Chien-hua Huang
8. September – 4. Oktober 2020

Martina Menegon
20. Oktober – 8. November 2020

Antonia Rippel-Stefanska
17. November – 8. Dezember 2020

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Max Ernst – Sammlung Würth

Ab dem 18. Juli 2020 zeigt das Schmuckmuseum Pforzheim eine neue Ausstellung, in der Werke von Max Ernst aus der Sammlung Würth in Dialog mit Werken aus dem Schmuckmuseum treten.

Plakat

Max Ernst (1891 – 1976) zählt zu den anregendsten und einflussreichsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Die Strahlkraft seines Œuvres reicht weit über seine Zeit hinaus. Ein Teil seiner biografischen Notizen ist fiktiv, und er hielt stets auch eine ironische Distanz zu seinen eigenen Werken und Techniken: In seinen Bildern finden sich Figuratives wie erfundene Formen, seine Kunst ist multimedial. Max Ernst war ein Grenzgänger und Meister des Zwischenreichs. Wie sein Leben ist auch sein Werk von Brüchen und Themenwechseln geprägt. Beides ist in der Gesamtheit Ausdruck seines visionär-skeptischen Weltentwurfs.

Max Ernst: Frontispiz zu La dame ovale/Die ovale Dame von Leonora Carrington, 1939, einem Buch mit acht Reproduktionen nach Collagen von Max Ernst
Sammlung Würth
© VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In der Sammlung Würth gehört Max Ernst zu den zentralen künstlerischen Positionen. Den Kern des Ernst-Blocks bildet eine einzigartige Kollektion von Büchern und Grafiken. Darin wird das an Vielfalt kaum zu übertreffende, scheinbar grenzenlose bildnerische Universum des Surrealisten Max Ernst von seinen Anfängen bis zu seinem fantastischen Spätwerk erlebbar. Auch einige Plastiken des Künstlers werden gezeigt.

im Dialog dazu aus der Sammlung des Schmuckmuseums:
Brosche ‘Octopus und Schmetterling’
Gold, Perlen, Diamanten, Rubine, Amethyste, Topas, Emaille
Entwurf: Lucas von Cranach, Berlin, 1899/1900
Ausführung: Louis Werner, Berlin, 1900
© Schmuckmuseum Pforzheim, [SMP Inv.Nr. 1979/6]
Foto: Günther Meyer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit seinen Grafiken illustriert Max Ernst Texte anderer Künstlerkollegen oder, ab 1919, eigenes literarisches Material. Auch hier ist Verwirrung Programm, denn ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen Bild und Text besteht nicht. Somit ist der Betrachter letztlich auf sich selbst gestellt: Einerseits ist er mit Fremdem konfrontiert, für das es keinerlei Deutung gibt; andererseits kann er sich dem Dargestellten aus eben diesem Grund mit grösster Freiheit nähern – und genau dazu möchte die Ausstellung im Schmuckmuseum einladen und lässt überdies einzelne Stücke aus der Sammlung in Korrespondenz zu den Werken von Max Ernst treten.

 

Info:

18. Juli 2020 – 17. Januar 2021

Max Ernst – Sammlung Würth

Schmuckmuseum Pforzheim
Jahnstrasse 42
75173 Pforzheim
Deutschland

www.schmuckmuseum.de

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Corona-Hut

Dem Münchner Stadtmuseum wurde am 3. Juni 2020 der ‘Corona-Hut’ übergeben. Angekauft wurde der Hut von der Sammlung Mode / Textilien / Kostümbibliothek. Das Münchner Stadtmuseum sammelt als Gedächtnis der Stadt wie sich die Corona-Pandemie auf München und die Münchner Bürger*innen auswirkt und ausgewirkt hat. Besonders schwer war es für kleinere Unternehmer*innen, die während der Krise ihre Geschäfte wochenlang schliessen mussten und kaum Möglichkeiten hatten, ihre weggebrochenen Aufträge anderweitig zu ersetzen.

Hutmacherin Nicki Marquardt und die Museumsdirektorin Dr. Frauke von der Haar mit Hut vor dem Münchner Stadtmuseum
© Münchner Stadtmuseum
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Einige haben sich kreative Lösungen ausgedacht, um sich nicht unterkriegen zu lassen. Die Hutmacherin und Modisten-Meisterin Nicki Marquardt machte mit einem aussergewöhnlichen Hut, der mittlerweile als ‘Corona-Hut’ bekannt ist, auf sich aufmerksam. Der Hut mit einer Krempe von 1,5 Metern Spannweite besteht aus 2,5 Kilometern geflochtener Strohborte, wiegt ganze vier Kilo und wurde von Hand in 100 Arbeitsstunden angefertigt.

Hutmacherin Nicki Marquardt und ihre Mitarbeiterin nähen am Corona-Hut
© Nicki Marquardt
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Philosophie der Hutmacherin Nicki Marquardt ist: ‘Es gibt für jede Gelegenheit den richtigen Hut’. So hat sie während des Lockdowns einen Hut geschaffen, der eindeutig signalisiert, dass Abstand gehalten werden muss.

Hutmacherin Nicki Marquardt und die Museumsdirektorin Dr. Frauke von der Haar präsentieren den Corona-Hut vor dem Münchner Stadtmuseum
© Münchner Stadtmuseum
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Sammlung Mode / Textilien / Kostümbibliothek des Münchner Stadtmuseums umfasst Kleidung und Accessoires jeden Genres, von Alltagskleidung bis zu Haute Couture, vom Anfang des 18. Jahrhunderts bis zur aktuellen Gegenwart. Der Bestand besteht derzeit aus ca. 60.000 Objekten, zu welchen nun auch der Corona-Hut zählt.

Der Corona-Hut wird vom 23. Juni bis 12. Juli 2020 in der Lounge des Münchner Stadtmuseums präsentiert.

Info:

23. Juni – 12. Juli 2020

Corona-Hut

Lounge des Münchner Stadtmuseums
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Deutschland

www.muenchner-stadtmuseum.de

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Anette Lenz. à propos

Die in Paris lebende deutsche Grafikdesignerin Anette Lenz zählt zu den einflussreichsten Gestalter*innen der Gegenwart. In Frankfurt widmet ihr deshalb das Museum Angewandte Kunst ab dem 2. Juli 2020 eine Ausstellung.

Anette Lenz: Motiv, ‘Là est la question’
Le nouveau Relax, scène conventionnée de Chaumont
Theatersaison 2015/2016
© Anette Lenz
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Aus einem Misstrauen gegenüber kommerzieller Werbung heraus hat sie neue Strategien für die visuelle Kommunikation im öffentlichen Raum entwickelt. Ihr teilweise anarchisches, immer lustvolles und experimentelles Spiel mit Typografie, Farbe, Fotografie und Film brachte aussergewöhnliche Plakatserien, Bücher, Ausstellungsdesigns und die visuellen Identitäten mehrerer französischer Städte, Theater und Museen hervor. Unaufgeregt, aber umso relevanter für eine visuelle Wahrnehmung, hat sich Anette Lenz in den letzten 30 Jahren in der französischen Grafikwelt und international etabliert. In einer nach wie vor männlich dominierten und von ökonomischen Faktoren bestimmten Kommunikationswelt vertraute sie stets auf die eigene Einmaligkeit, wodurch sie zu einer Vorreiterin einer neuen Generation von Grafikdesignerinnen geworden ist.

In ihrer ersten grossen Einzelausstellung in Deutschland kontextualisiert, ironisiert und kommentiert Anette Lenz ihr eigenes Lebensgefühl. Sie verwandelt die Museumsräume in begehbare grafische Welten, die visuelle Kommunikation als sinnlich-poetischen Denkanstoss erlebbar machen. Die Wirkung ihrer Arbeiten macht uns nicht zu Konsument*innen, sondern ermöglicht uns, am Ideenreichtum und der Ausdruckskraft von Grafikdesign teilzuhaben.

Kuratoren: Peter Zizka, Prof. Matthias Wagner K

Info:

2. Juli – 27. Dezember 2020

Anette Lenz. à propos

Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
60594 Frankfurt
Deutschland

www.museumangewandtekunst.de

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Raffael – Macht der Bilder
Die Tapisserien und ihre Wirkung

Ende Februar 2020 wurden die Gemäldegalerie Alte Meister und Skulpturensammlung bis 1800 im Dresdner Semperbau nach siebenjähriger Teilschliessung mit einem Festwochenende wiedereröffnet. Nur wenige Wochen danach musste die Sempergalerie aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen werden. Mittlerweile ist das Haus wieder für Besucher*innen zugänglich. Trotz der schwierigen Situation ist es gelungen, im Raffael-Jahr 2020 die Sonderausstellung ‘Raffael – Macht der Bilder. Die Tapisserien und ihre Wirkung’ mit bedeutenden internationalen Leihgaben zu realisieren.

Anlässlich des 500. Todestages des grossen Renaissancekünstlers zeigt die Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) derzeit eine umfangreiche Präsentation zu den sogenannten Dresdner Bildteppichen des namhaften Ausnahmekünstlers der italienischen Hochrenaissance.

Ausstellungsansicht ‘Raffael – Macht der Bilder. Die Tapisserien und ihre Wirkung.’
Gemäldegalerie Alte Meister
© SKD, Foto: Alexander Peitz, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ab 1515 schuf Raffael (Raffaello Santi) im Auftrag von Papst Leo X. zehn grossformatige Kartons, nach denen in Brüssel Tapisserien für die Sixtinische Kapelle gewebt wurden. Erstmals wurden diese Bildteppiche, die sich heute in den Vatikanischen Museen befinden, zu Weihnachten 1519 aufgehängt. Raffaels Kartons, heute Teil der Sammlung des Victoria & Albert Museum in London, wurden 1623 vom späteren König Karl I. von England in Genua erworben. Er liess sie in der englischen Tapisserie-Manufaktur in Mortlake als Vorlage für weitere Serien verwenden. Dort entstand auch die Folge der sechs Wandtextilien, die 1728 in die Sammlung von Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August der Starke) gelangte. Von ihnen sind drei dem Heiligen Petrus gewidmet, die anderen drei dem Heiligen Paulus.

Ausstellungsansicht ‘Raffael – Macht der Bilder. Die Tapisserien und ihre Wirkung.’
Gemäldegalerie Alte Meister
© SKD, Foto: Alexander Peitz, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Anhand ausgewählter Rezeptionsbeispiele thematisiert die Ausstellung Raffaels Bildteppiche und Entwürfe sowie deren weitreichenden Einfluss auf nachfolgende Künstler*innen bis ins 19. Jahrhundert. Zu den fünf präsentierten Dresdner Wandteppichen kommen zwei Leihgaben aus der Pariser Einrichtung Mobilier national hinzu, die deutliche Ähnlichkeiten in der Bordürengestaltung zu den Dresdner Textilien aufweisen.

Ergänzt wird die Präsentation der Tapisserien mit über 50 Gemälden, Skulpturen, Druckgrafiken und Zeichnungen, darunter Werke von Raffael, Nicolas Poussin, Peter Paul Rubens, Rembrandt, Anthony van Dyck, Marcantonio Raimondi und Diana Scultori. Durch antike Skulpturen wird in der Ausstellung zudem verdeutlicht, welchen Einfluss die Kunstmetropole Rom auf Raffaels Formverständnis hatte.

Ausstellungsansicht ‘Raffael – Macht der Bilder. Die Tapisserien und ihre Wirkung.’
Gemäldegalerie Alte Meister
© SKD, Foto: Alexander Peitz, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Für die Gemäldegalerie Alte Meister spielen diese textilen Kunstwerke eine zentrale Rolle in der Präsentation. Ursprünglich in der Tribuna des Semperbaus ausgestellt, wurden die Tapisserien ab 1960 im ehemaligen Gobelin-Saal, dem heutigen Winckelmann-Forum präsentiert. In den Jahren von 1992 bis 1999 konnten sie dank des finanziellen Engagements der Rudolf-August Oetker-Stiftung umfassend restauriert werden, waren jedoch seit 2008 nicht mehr Teil der Sammlungspräsentation. Mit dieser Ausstellung werden sie nach zwölf Jahren der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

Raffael (Raffaelo Santi): Weide meine Schafe
Bildteppich nach einem Karton von Raffael Teppich; 431 x 623 cm Gemäldegalerie Alte Meister
© SKD, Foto: Herbert Boswank, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Raffaels Bildsprache hat von jeher beeindruckt, denn der Ausnahmekünstler der italienischen Renaissance erwies sich als ein Meister klar erkennbarer Bildaussagen, ja geradezu ‘sprechender’ Bilder. Die Zeichnungen zu den Kartons für die Bildteppiche machen deutlich, wie er den menschlichen Körper in verschiedenen Haltungen studierte und die erzählerische Struktur schliesslich in ausgefeilte Bildarchitekturen und Landschaften übertrug. Die Ausstellung kann einige dieser Zeichnungen präsentieren und erlaubt es dem Betrachter so, Raffael gleichsam über die Schulter zu schauen und ihm bei seiner Bildfindung zuzusehen’, so Stephan Koja, Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister und Skulpturensammlung bis 1800.

Es ist geplant, die Ausstellung in leicht veränderter Form unter dem Titel ‘Raphael – The Power of Renaissance Images: The Dresden Tapestries and their Impact’ ausserdem im Columbus Museum of Art in Columbus, Ohio zu zeigen.

Begleitend ist eine Publikation erschienen.

Hier geht es zu einem Film über die Ausstellung, in dem der Direktor der Gemäldegalerie Stephan Koja sowie die Co-Kuratorin Larissa Mohr interessante Hintergrundinformationen zu den Tapisserien liefern. 

Info:

6. Juni – 30. August 2020

Raffael – Macht der Bilder
Die Tapisserien und ihre Wirkung

Gemälde Galerie Alte Meister
Zwinger
Theaterplatz 1
01067 Dresden
Deutschland

www.gemaeldegalerie.skd.museum

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es grünt

Die Galerie Handwerk in München präsentiert derzeit die Aussstellung ‘es grünt’.

Einladung

Die Idee hierzu entstand bereits vor einem Jahr und man blickt auf dem Hintergrund der inzwischen eingetretenen Ereignisse um die Corona-Pandemie voller Hoffnung in die Zukunft, wie es die Farbe Grün auch symbolisiert. Zugleich stellt sich die Frage, was sich verändern wird, im Handwerk, dem Kunsthandwerk und der angewandten Kunst.

Ausstellungsansicht ‘es grünt’
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung ‘es grünt’ wurde durch eine Diskussion in der Galerie Handwerk ausgelöst, als eine grüne Kupferschale besprochen wurde und die Frage aufkam, woher das Grün kommt.

Sabine Lintzen, NL
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Genau dieser Frage spürt die Ausstellung nun an vielen Beispielen in den Bereichen Glas, Keramik, Schmuck, Metall, Textil und Papier nach.

Lutz Könecke, DE
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Die Natur hat wohl die grösste Palette an Grüntönen anzubieten. Es ist ein anschauliches Erlebnis, wenn sich das Grün des Frühlings verändert und zarte helle Grüntöne sich in dunkles Grün mit all seinen Abstufungen verwandelt.

William Rudolph Faulkner, DE
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Versucht der Mensch die Farbe Grün zu erzeugen, ist er gezwungen, sich der verschiedensten Materialien, Substanzen, Techniken und Verfahren zu bedienen: Seien es grüne Erdpigmente wie sie in der Malerei benützt werden, mit Naturfarben behandelte Garne oder Stoffe …

Orike Muth, DE
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

… durch Metalloxyde gefärbte Glasuren in der Keramik und im Glas, oder Papier durch Hinzugabe natürlicher Fasern.

Laurenz Stockner, IT
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Erstaunliches ist dabei von den Exponaten der Ausstellung zu lernen wie auch die Literatur zur Farbe Grün viele spannende Geschichten erzählt.

Johannes Nagel, DE
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

50 Gestalter*innen wurden vom Veranstalter eingeladen, ihre Auseinandersetzung mit der Farbe Grün zu präsentieren, der Farbe, die so viel Symbolkraft besitzt und oft mit Wachstum und dem Leben ganz allgemein in Verbindung gebracht wird.

Maarten Vrolijk, NL
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Damit der Ausstellungsbetrieb in der Galerie Handwerk unter den momentan wichtigen Sicherheits- und Hygienerichtlinien durchgeführt werden kann, werden alle Besucher*innen um Unterstützung gebeten.

Sabine Lintzen, NL
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Unterstützt würden durch einen Besuch vor allem auch die Aussteller*innen. Auch das Kunsthandwerk ist von der Krise besonders hart getroffen worden, Ausstellungen und Märkte entfallen über einen langen Zeitraum. Umso glücklicher schätzt man sich, dass die Galerie Handwerk wieder geöffnet ist.

Orike Muth, DE
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Weitere Fotos sind auf der Website der Galerie zu finden.

Info:

18. Juni – 1. August 2020

es grünt

Galerie Handwerk
Max-Joseph-Strasse 4
80333 München
Deutschland

www.hwk-muenchen.de

Einladungskarte

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Papier Biennale 2020

Vom 27. Juni – 15. November 2020 zeigt das Museum Rijswijk die Papier Biennale 2020. Zum 13. Mal besetzt die Ausstellung wie immer das ganze Haus. Dieses Jahr lautet das Thema der Biennale ‘HOME’.

Pim Palsgraaf: Ashes 06, 2019
Papier, Karton, Holz, 98 x 55 cm
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Nachdem man festgestellt hatte, dass sich viele zeitgenössische Künstler*innen genau damit beschäftigen, war dies nur logisch. Meist sind es die Künstler*innen, die gesellschaftliche Probleme zuerst wahrnehmen und sich damit auseinandersetzen. So ist es auch diesmal: Jedes der ausgestellten Werke liefert den Besucher*innen Denkanstösse. Die Hälfte der teilnehmenden Künstler*innen wurden eingeladen, an dieser Biennale teilzunehmen, die andere Hälfte der Teilnehmer*innen wurde ausgewählt, nachdem sie sich an der internationalen Ausschreibung beteiligt hatten.

Beste Voraussetzungen für eine wieder spannende Ausstellung!

Ein ausführlicher Bericht folgt!

Info:

27. Juni – 15. November 2020

Papier Biennale 2020

Museum Rijswijk
Herenstraat 67
2282 BR Rijswijk
Niederlande

www.museumrijswijk.nl

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Jiři Tichý. Die Haut des Marsyas und die Flügel des Schmetterlings

Jiří Tichý gilt als Revolutionär der Textilkunst, als künstlerisches Multitalent. Eine Auswahl der textilen Werke des Tschechen (1924 – 2013) und einige Kleinplastiken zeigt das Museum Tuch + Technik im Rahmen einer Kooperationsausstellung mit der Herbert Gerisch-Stiftung Neumünster. Dort steht sein malerisches und graphisches Schaffen im Mittelpunkt.

Jiří Tichý: vox coeli
Tapisserie, Baumwolle, Wolle, mit eingewebter Cellodecke, 242 x 120 cm
Foto: Marie Kosmatov, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Jiří Tichý zählt zu den Gründern und Wegbereitern der Neuen Textilkunst, die seit den 1960er Jahren aus einem jahrtausende alten, traditionellen, nach mitunter starren Vorgaben arbeitendem Handwerk eine innovative Kunstform entwickelte. Über Jahrzehnte fand sie ihr Weltzentrum in der ‘Biennale internationale de la tapisserie’ in Lausanne. Dort hat Tichý zwischen 1965 und 1971 regelmässig ausgestellt.

Jiří Tichý: Fenster 1
Tapisserie, Baumwolle, Wolle, Hanfseile, 250 x 104 x 10 cm
Foto: Marie Kosmatov, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Tichýs Werke sind aussergewöhnlich – in Form, Farbe und Struktur. Der Künstler hält sich nicht an das rechtwinklige Format traditioneller Weber, er entwickelt dynamische, unregelmässige, mitunter bizarre Formen. Er komponiert Arbeiten, die auf seine Wurzeln als Maler zurückgehen, nutzt expressive Farben, linear und flächig. In der Gestaltung der Oberflächenstruktur arbeitet er mit dem gesamten Spektrum der Möglichkeiten: Er verstärkt, verdichtet, dreht die Fäden, kreiert mehrschichtige Überlappungen, so dass die Oberfläche einem Relief gleicht. Neben Webarbeiten sind auch Stoffdrucke und Textilcollagen zu sehen.

Jiří Tichý: Koan über die Glückseligkeit
Tapisserie, Baumwolle, Wolle, 164 x 110 cm
Foto: Marie Kosmatov, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Inspirieren lässt sich der Künstler zum Beispiel durch die antike Mythologie, das erste textile Hauptwerk beruht auf dem Marsyas-Mythos. Aber auch die Tapisserien des Mittelalters, Jugendstils und des Bauhauses sowie volkstümliche Traditionen seiner Heimat oder die der indigenen Völker Südamerikas fliessen in seine Arbeit ein. Immer wieder taucht das Motiv des Schmetterlings auf, Tichý liebte Schmetterlinge.

Jiří Tichý: Frühlingsregen
Tapisserie, Baumwolle, Wolle, eingewebtes Holzbrett, 230 x 140 x 10 cm
Foto: Marie Kosmatov, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Doppel-Ausstellung in beiden Häusern zeigt das komplexe Kunstschaffen Tichýs erstmals in diesem Umfang: hochgebrannte Emaillemalereien, Monotypien, Frottagen, Siebdrucke, Collagen, Xerografien, Buchkunst und Illustrationen sowie Beispiele aus der Zusammenarbeit mit Architekten stehen ausgewählten textilen Werken gegenüber. Exemplarisch und repräsentativ sind alle Schaffensperioden von 1940 bis 2008 vertreten, ein Grossteil der Werke wird zum ersten Mal ausgestellt.

Jiří Tichý: vox profana
Tapisserie, Baumwolle, Wolle, mit eingewebtem Celloboden, 310 x 165 cm
Foto: Marie Kosmatov, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kurator der Ausstellung und Verfasser des Katalogs ist Professor Dr. Christoph Brockhaus, ehemaliger Direktor des Lehmbruck Museums Duisburg, das den Künstler Jiři Tichý mit weiteren Werken parallel dazu ebenfalls noch bis 20. September 2020 zeigt.

 

Auch interessant:

Mein Artikel über die Ausstellung ‘Tapisseries Nomades’ (2016), in dem auf die Hintergründe der ‘Biennale internationale de la tapisserie’ eingegangen wird.

Info:

21. Juni – 20.September 2020

Jiři Tichý. Die Haut des Marsyas und die Flügel des Schmetterlings

Museum Tuch + Technik
Kleinflecken 1
24534 Neumünster
Deutschland

www.tuchundtechnik.de

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Fast Fashion.
Die Schattenseiten der Mode

Das Museum Europäischer Kulturen (MEK), Berlin-Dahlem, hat seine Pforten seit dem 27. Juni 2020 wieder für das Publikum geöffnet. Hinzuweisen ist insbesondere auf die aktuelle Sonderausstellung ‘Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode’, die bis zum 31. Januar 2021 verlängert wurde und neben ‘comiXconnection’ (verlängert bis 30. Mai 2021) sowie der Sammlungspräsentation ‘Kulturkontakte. Leben in Europa’ im MEK zu sehen ist.

Tim Mitchell: Recycling von Kleidung, 2005
© Tim Mitchell and Lucy Norris
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode’, konzipiert vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (hier geht es zu meinen früheren Berichten), wirft einen kritischen Blick auf die Folgen des Modekonsums für Produzent*innen und Umwelt und regt die Besucher*innen an, sich engagiert mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinanderzusetzen. Das MEK ergänzt die Auseinandersetzung mit der Fast Fashion um Einblicke in die Berliner Slow-Fashion-Szene: Hier entstehen zahlreiche innovative Ideen, wie Mode nachhaltig produziert und genutzt werden und gleichzeitig Spass machen kann.

Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode, Ausstellungsansicht
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / David von Becker
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Weitere Informationen und den Ausstellungstrailer findet man hier.

Info:

noch bis 31. Januar 2021

Fast Fashion.
Die Schattenseiten der Mode

Museum Europäischer Kulturen
Staatliche Museen zu Berlin
Arnimallee 25
14195 Berlin-Dahlem
Deutschland

www.smb.museum

Öffnungszeiten (bis auf Weiteres):
Sa/So: 11 – 18 Uhr

Der Besuch des MEK ist bis auf Weiteres ausschliesslich mit einem Zeitfensterticket möglich. Es wird dringend empfohlen, Tickets im Vorfeld online zu buchen.

Im Rahmen des Sommerprogramms für Familien der Staatlichen Museen zu Berlin, das in diesem Jahr unter dem Motto ‘Rein ins Grüne’ steht, werden vom 4. Juli bis 8. August 2020 jeweils samstags von 12 – 16 Uhr im Garten des MEK vier ‘Familientische’ bereitstehen, die es Mitgliedern aus einem Haushalt ermöglichen, anhand ausgewählter Materialien den Besuch der Sonderausstellung ‘Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode’ zu vertiefen.

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… und dann gibt’s noch:

Night of Light

Blicke aus der Vogelperspektive herunter auf Deutschland in der Nacht von Montag, 22. auf Dienstag, 23. Juni 2020 dürften bemerkenswert gewesen sein: Tausende Gebäude waren ab dem späten Abend in rotes Licht getaucht. Es war ein flammender Appell der Veranstaltungswirtschaft, die auf ihre Notsituation wegen der Corona-Beschränkungen hinweisen wollte. Nicht nur bekannte Bauwerke wie etwa das Schloss Sanssouci in Potsdam oder das Ulmer Münster waren illuminiert, auch aus Hohenstein-Ernstthal erreichte mich ein Foto:

Das Textil- & Rennsport Museum in Hohenstein-Ernstthal in der ‘Night of Light’
Foto: Marina Palm, freundlicherweise von ihr zur Verfügung gestellt

Der Ausfall von Veranstaltungen bedroht einen Wirtschaftszweig, der rund 2,5 Millionen Menschen beschäftigt, so die Organisatoren. Viele Künstler, Spielortbetreiber, Bühnenbauer, Beleuchter, Tontechniker, Messebauer, Clubbesitzer oder Konzertveranstalter – alle, die Veranstaltungen organisieren und dies seit Monaten nicht dürfen, wollten mit der Aktion darauf aufmerksam machen, dass für sie bald die Lichter ganz ausgehen könnten, wenn nicht schnell geholfen wird.

Weitere Info:

www.night-of-light.de

***

Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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Kommentare zu diesem Artikel

12 Antworten

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  • Luitgard Möschle

    …und ich habe auch noch zwei Ausstellungstipps zu dem afghanischen Stickprogramm GULDUSI von Pascale:

    Die Ausstellung : Keep your Eye on the Planet

    …in der Willi-Sitte-Galerie in Merseburg

    vom 01.Juli 2020 bis zum 25. Oktober 2020

    Mit der Willi-Sitte-Galerie wurde ein Ausstellungsort geschaffen, der die Begegnung mit Werken der Bildenden Kunst aus über 60 Jahren Schaffenszeit von Prof. Willi Sitte, einem der herausragendsten Maler unserer Zeit, möglich macht. Es werden Handzeichnungen, Grafiken und Gemälde sowie Kunstwerke anderer Künstler ausgestellt, die im Kontext mit dem Schaffen Willi Sittes stehen.

    Domstraße 15
    Telefon: 03461 – 21 41 70

    Öffnungszeiten: Montag und Samstags: geschlossen
    Dienstag – Freitag: 10:00 – 16:00 Uhr
    Sonntag: 13:00 – 16:00 Uhr

    weitere Informationen:http://www.willi-sitte-galerie-merseburg.de/

    ————————————————————————————

    A Tulip is a Tulip is a Tulip…

    Einladung zur Ausstellung
    1. Juli wird die Kunsthof-Passage in Dresden die Ausstellung „A Tulip is a Tulip is a Tulip“ zeigen.

    https://kunsthof-dresden.de/
    Kunsthofpassage Dresden
    Görlitzer Straße 21-25
    Alaunstraße 70
    01099 Dresden
    Äußere Neustadt

     

    • Gudrun Heinz

      auch für diese schönen ergänzungen 1000 dank, liebe luitgard! inzwischen habe ich auch noch mehr interessant klingende sachen gesehen, habe aber zur zeit einiges am bändel, was mir die zeit stiehlt. sehr gut also, dass du die initiative hier ergriffen hast 🙂

  • Luitgard Möschle

    Liebe Gudrun,

    zunächst wieder ein dickes Danke für Deine Tipps! Sie häufen sich wieder, nach diesen langen, corona-geschuldeten Ausfallzeiten der textilen (und auch anderen) Ausstellungen, so daß ich einen großen Hunger/Nachholbedarf habe!

     

    Die Ausstellung “Jiři Tichý. Die Haut des Marsyas und die Flügel des Schmetterlings

    habe ich mir dick angestrichen in meinem Terminkalender, allerdings in Neumünster ??? Das ist also noch etwas unsicher !

    In Bonn die Ausstellung:
    Mit Stich und Faden
    Expressionistische und zeitgenössische Kunst im Gegenüber
    fasse ich auch fest ins Auge und auf dem Blog von Gabi Mett habe ich die Ausstellung der Künstlerin Veronika Moos – http://www.partout-kunstgeschichte.de/ entdeckt – ein MUSS!

    http://gabi-mett.de/blog-kunst-textile-art/

    Also, mein Terminkalender ist gefüllt!

     

    Ich habe eine liebe Freundin, die diese Textilkunstreisen immer gerne mit mir unternimmt! 4 Augen sehen immer mehr wie zwei! Und der Austausch über die Exponate hat immer unbedingt etwas!

     

    Danke nochmals – und liebe Grüße   Luitgard

    • Gudrun Heinz

      halli hallo luitgard,

      ganz herzlichen dank für deine umfangreiche reaktion! ich bin jedesmal sehr froh, wenn es für diejenigen, die hier kommentieren, ein paar ‘leckerbissen’ gibt. das ausstellungsgeschehen bringt es naturgemäss mit sich, dass die orte weit verstreut sind – sonst wäre es ja auch wieder nix. und so ist neumünster für dich relativ ungünstig, am anderen ende von deutschland gelegen (ist ja für mich genauso). ich würde an deiner stelle noch mal abwarten, ob sich dies vielleicht mit einem anderen event kombinieren lässt oder ob die ausstellung vielleicht noch wandert und dann näher rückt. wohingegen bonn mit dem zug sehr gut erreichbar ist und sich vielleicht mit der ausstellung von veronika moos kombinieren lässt. ich bin aber sicher, du findest mit deiner freundin zusamme lösungen und ich wünsche schon jetzt viel spass!

      beste grüsse

      gudrun

  • ursula brenner

    GUDRUN – wie suuuper sind deine hinweise – 1000 dank dafür ! ! !

    beim betrachten der tollen installation in den bassins de lumieres wird mir auch total wein-los ganz schwummrig zumute: diese sensationellen farben, muster, lichteffekte!   und dann die fantastischen werke von jiri tichy – oder die ganzen grünteile in münchen: ein genuß, bestimmt auch “in echt”, falls man bereit ist, maskiert ausser haus zu gehen.

    bei BOOM werde ich mal genauer nachsehen, ob sich auch was über die geschichte der sächsischen knopfindustrie findet. für mich als perlmutt-freundin wäre das sehr interessant, die dissertation von ulrich hahnemann von der TU Chemnitz dazu kenne ich.

    also dann, nochmals ein dickes DANKE + viele liebe grüße an dich – von uschi

    ——————————————————————————————–

     

    • Gudrun Heinz

      halli hallo uschi,

      wenn das keine begeisterung ist 🙂 hab’ ganz lieben dank für diesen kommentar, über den ich mich mal wieder sehr freue.

      ich wusste gar noch nichts über dein besonderes interesse an perlmutt – du überraschst mich immer wieder. ich glaube jetzt zwar nicht, dass du bei dieser speziellen ausstellung darüber etwas dazu findest, aber ich könnte dir den kontakt zur wissenschaftlichen mitarbeiterin des museums in crimmitschau herstellen, falls du das möchtest. vielleicht kennt sie sich da aus, wer weiss.

      ich wünsche dir jedenfalls viel erfolg beim recherchieren.

      beste grüsse

      gudrun

  • Wiebke Maschitzki

    Hallo Gudrun!

    Deine Zusammenstellung ist wieder super – trotz oder wegen Corona gibts es Abwechslung genug. Wegen der anstehenden Ferienzeit für viele Urlauber ja auch verlockende Zeile.

    Lieben Dank und viele Grüße

    Wiebke

     

    • Gudrun Heinz

      halli hallo wiebke,

      lieben dank zurück! das denke ich ja auch, den daheimgebliebenen tut abwechslung gut, die reisenden können vielleicht das eine oder andere ziel live besuchen und informationen braucht jeder.

      dir auch eine gute zeit weiterhin, was macht denn dieses jahr das thema segeln?

      beste grüsse

      gudrun

  • ERIKA BORNEMANN

    Liebe Gudrun,

    ja ,auch ich war fasziniert von der Idee, den Bunker in ein neues Licht zu tauchen.

    Auf Arte hatte ich schon einen Bericht darüber gesehen.

    Auch alle anderen Beiträge von dir sind immer wieder bereichernd und interessant.

    Danke dafür und herzliche Grüße

    Erika

    • Gudrun Heinz

      halli hallo erika,

      herzlichen dank für deine lieben worte! den von dir erwähnten bericht hatte ich auch gesehen. dir wirkung von gefilmten bildern mit musik ist natürlich noch viel eindrucksvoller als das, was ich hier zeigen kann. aber selbst ist die frau / der mann – recherchiert doch mal im www, da gibt’s hierzu noch etliches schönes!

      mach’s gut und nochmals vielen dank für deine immer positiven kommentare! schätze ich sehr!

      beste grüsse

      gudrun

  • Birgit Berndt

    Hallo Gudrun,

    das Highlight des Monats, der Ausstellungsüberblick. Danke für diese spannenden, informativen Ein- und Ausblicke. Toll, wie man einen Bunker auch nutzen kann. Er erscheint wahrlich in einem ‘anderen Licht’.

    Viele Grüße und bleib gesund

    Birgit

    • Gudrun Heinz

      halli hallo birgit,

      ‘das highlight des monats’ – ich bin platt! und natürlich freut mich dieses lob sehr – 1000 dank! es ist in der tat jeden monat aufs neue sehr spannend zu recherchieren, was es neues gibt, worüber ich berichten kann und darf. und an manchen aussergewöhnlichen aktionen komme ich einfach nicht vorbei, wie z.b. die ‘bassins de lumières’ – aber auch der ‘corona-hut’ oder die ‘night of light’. wie schön, dass an dieser stelle platz für solches ist und noch schöner, dass es leser*innen wie dich gibt, die dies schätzen und dies auch kundtun.

      nochmals vielen dank, mach’ du es auch gut und bleib’ gesund.

      beste grüsse

      gudrun

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