Kreative Artikel zum Thema Quilten

ART QUILT UND APPLIKATION

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Mitten in einem im 17. und 18. Jahrhundert blühenden Zentrum der Textilindustrie liegt Hanau mit seinen einstigen zahlreichen Leinenwebereien und dem heutigen Ortsteil Großauheim mit seiner damaligen Woll- und Flachsverarbeitung. Im Museum Großauheim sind noch bis zum 21. September 2014 Art Quilts von Jutta Briehn und Bärbel Grünewald sowie Applikationsarbeiten von Ute Peukert zu sehen – man hat sich auf die textile Vergangenheit zurückbesonnen und lenkt mit dieser Ausstellung das Augenmerk auf die gegenwärtige, sehenswerte Textilkunst.

Blick in die Ausstellung: Jutta Briehn: Tiefseeklänge (li) und Bärbel Grünewald: Die Schale bricht (re)

Blick in die Ausstellung:
Jutta Briehn: Tiefseeklänge (li) und Bärbel Grünewald: Die Schale bricht (re)

Insgesamt sind es 28 Arbeiten der drei Künstlerinnen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Bei den beiden Quilterinnen steht das Färben, Bedrucken und Gestalten von Stoffen im Mittelpunkt ihres Schaffens, während die Applikationen mit Handstickerei kombiniert werden.

Bärbel Grünewald: Skyline, 2013, 150 x 150 cm Hochhäuser türmen sich im schräg einfallenden Licht zu einer Skyline am Fluss. Silbern schimmernde Hochhausfassaden verstärken den luftigen und durchsichtigen Eindruck.

Bärbel Grünewald: Skyline, 2013, 50 x 150 cm
Hochhäuser türmen sich im schräg einfallenden Licht zu einer Skyline am Fluss. Silbern schimmernde Hochhausfassaden verstärken den luftigen und durchsichtigen Eindruck.

Bärbel Grünewald entwickelt ihre Ideen meist im Umgang mit dem selbst gefärbten und gestalteten Stoff. Sie beschäftigt sich mit japanischer Bildgestaltung und Flächenaufteilung und …

Bärbel Grünewald: Bambus I, 2011, 50 x 230 cm Bambus wächst mit geraden langen Stängeln in den Himmel, er biegt sich im Wind, beugt sich unter der Schneelast und richtet sich wieder auf.

Bärbel Grünewald: Bambus I, 2011, 230 x 50 cm
Bambus wächst mit geraden langen Stängeln in den Himmel, er biegt sich im Wind, beugt sich unter der Schneelast und richtet sich wieder auf.

… lässt sich von den koreanischen Pojagi, d.h. Verpackungstüchern aus transparenten Seiden und Leinen inspirieren. So erinnern auch einige ihrer Werke an Fenster mit farbigen Glasanteilen, die erst bei durchscheinendem Licht ihre volle Wirkung entfalten.

Bärbel Grünewald: Blumenfenster, 2013, 87 x 87 cm Der Blick geht durch das mit Blumen geschmückte Fenster in einen transparenten, lichtdurchfluteten Raum, eingerahmt von Fensterflügeln. Die durchsichtige Struktur leuchtet wie ein Kirchenglasfenster.

Bärbel Grünewald: Blumenfenster, 2013, 87 x 87 cm
Der Blick geht durch das mit Blumen geschmückte Fenster in einen transparenten, lichtdurchfluteten Raum, eingerahmt von Fensterflügeln. Die durchsichtige Struktur leuchtet wie ein Kirchenglasfenster.

Jutta Briehn arbeitet vorwiegend mit selbstgefärbten Leinenstoffen, die sie mit Siebdrucken überarbeitet. Abhängig vom Thema oder auch der Stimmung, die sie erzeugen möchte …

Jutta Briehn: Serie 'Frauen und Göttinnen' Sie schreibt dazu: 'Die Frau als Hexe und Verderberin verurteilt, aber auch gleichzeitig als Göttin und Heilige verehrte: mit diesem Thema beschäftigt sich diese Serie

Jutta Briehn: Daphne, 2011, 140 x 67 cm; Pallas Athene, 120 x 75cm und Ophelia, 2011, 140 x 69 cm (v.l.n.r.) aus der Serie ‘Frauen und Göttinnen’
Sie schreibt dazu: ‘Die Frau als Hexe und Verderberin verurteilt, aber auch gleichzeitig als Göttin und Heilige Verehrte: mit diesem Thema beschäftigt sich diese Serie.’

… finden auch aussergewöhnliche Materialien wie z.B. Kunststoff, Papier oder Metall den Weg in ihre Art Quilts. Für die in der Ausstellung gezeigten Serie ‘Frauen und Göttinnen’ liess sie sich von Mythen und Märchen anregen.

Blick in die Ausstellung: Bärbel Grünewald: Altbauten, 2014, 135 x 100 cm, Bärbel Grünewald: Kaskade, 2012, 130 x 83 cm, Jutta Briehn: Spuren I, 2013, 130 x 100 cm, Jutta Briehn: Gotham City, 2012, 100 x 85 cm (v.l.n.r.)

Blick in die Ausstellung:
Bärbel Grünewald: Altbauten, 2014, 135 x 100 cm, Bärbel Grünewald: Kaskade, 2012, 130 x 83 cm, Jutta Briehn: Spuren I, 2013, 130 x 100 cm, Jutta Briehn: Gotham City, 2012, 100 x 85 cm (v.l.n.r.)

Ute Peukert, deren Vater, einem Glaskünstler, eine Abteilung im Großauheimer Museum gewidmet ist, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Handapplikationen und -stickerei. Ihr Stil ist stark beeinflusst von den Künstlern des Bauhauses. Sie sucht nach einer organischen Einheit von Farbe, Form und Struktur. Ihre kleinen Stoffbilder, die sie gerahmt hinter Glas präsentiert, ziegen sakrale Motive oder Anordungen geometrischer Formen. Am Sonntag, 7. September 2014 führt Ute Peukert um 15 Uhr nochmals durch ihre Ausstellung.

Bärbel Grünewald: Wintervögel, 2012, 142 x 125 cm Ein mächtiger Baum steht im Mittelpunkt, daneben verschwimmen weitere Bäume im Nebel. Vögel in den Baumkronen suchen Schutz vor der Kälte. Auch hier wird die japanische Anmutung sowhl in der Komposition als auch in der Technik (teilweise im Shiboriverfahren gefärbt) ganz deutlich

Bärbel Grünewald: Wintervögel, 2012, 142 x 125 cm
Ein mächtiger Baum steht im Mittelpunkt dieser Arbeit, daneben verschwimmen weitere Bäume im Nebel. Vögel fliegen in die Baumkronen und suchen Schutz vor der Kälte.
Auch hier wird die japanisch-koreanische Anmutung sowohl in der Komposition als auch in der Technik (teilweise im Shiboriverfahren gefärbt, Nähte im Pojagi-Stil) ganz deutlich.

***

Info:

11. Mai – 21. September 2014

ART QUILT UND APPLIKATION
Jutta Briehn, Bärbel Grünewald und Ute Peukert

Museum Großauheim
Kunst und Industriegeschichte
Pfortenwingert 4
63457 Hanau

www.museen-hanau.de

Öffnungszeiten:
Do – So: 10 – 12 und 14 – 17 Uhr

Finissage mit Führung: So, 21. September 2014, 15 Uhr

Alle Fotos: © Bärbel Grünewald

Herzlichen Dank an Bärbel Grünewald und an das Museum für das Zur-Verfügung-Stellen der Informationen und Fotos!

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Kommentare zu diesem Artikel

3 Responses

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  • Gudrun Heinz

    halli hallo,
    herzlichen dank für eure kommentare.
    es liegen anstrengende tage hinter uns. fast 500 km fahrt, ausstellungsaufbau in hohenstein-ernstthal, wo ich am letzten samstag die von mir kuratierte und organisierte ausstellung ‘Zeichen der Zeit’ eröffnet habe und dann wieder das ganze zurück. aber es lohnt sich! tolle neue räumlichkeiten und drei ausstellungen zur gleichen zeit.
    beste grüsse
    gudrun

  • Annette

    Hallo Gudrun,
    Dankeschön für die interessanten Bilder!
    Schade, dass der Veranstalter in seiner Vorschau so wenig von Ute Peukert zeigt. Alles, was mit Bauhaus zusammenhängt, finde ich besonders spannend. Und Hanau liegt für mich auch nicht gerade um die Ecke…
    Liebe Grüße Annette.

  • Wiebke Maschitzki

    Liebe Gudrun!
    Diese Arbeiten von uns sehr bekannten Künstlerinnen (bei Jutta Briehn habe ich das Schreiben gelernt) verschönern uns mal wieder den Sonntag.
    VIELEN DANK !!!
    Liebe Grüße
    Wiebke

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