Kreative Artikel zum Thema Sticken

BERNINA Sticksoftware 9 – Verzweigung

Die neue BERNINA Sticksoftware 9 ist da! Mir gefallen die Neuerungen, und ich möchte Euch heute zeigen, wie man beim Erstellen oder Bearbeiten eigener Stickmuster die Funktion Verzweigung nutzt. Wer mit der Vorgängerversion 8 digitalisiert, weiss wie zeitintensiv und komplex es ist, so ein Blatt ohne Fadenschnitte zu digitalisieren:

Image of BERNINA Sticksoftware 9.

BERNINA Sticksoftware 9

BERNINA Sticksoftware 9 in zwei Versionen erhältlich ✓ DesignerPlus bietet umfangreiche, neue Stickfunktionen ✓ Creator enthält alle wichtigen Basis-Werkzeuge ✓ Per Upgrade von Creator auf DesignerPlus wechseln ✓ Zahlreiche neue Funktionen ✓ Mit WiFi-Funktionalität ✓

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Stickmuster selber erstellen – ohne die Funktion Verzweigung

Ich habe meine Blätter von rechts nach links mit dem Block-Werkzeug digitalisiert.

Anhang der ersten vier Blätter zeige ich Euch das Vorgehen ohne die neue Funktion Verzweigung, damit man besser verstehen kann, was ich meine. Zur Verdeutlichung habe ich die Blätter in unterschiedlichen Farben angelegt.

Mit dem Werkzeug „Objekt umformen“ verschiebe ich den Anfangs- und Endpunkt zum inneren Ende der Blätter. Diese Kanten werden später von einem weiteren Satinstich abgedeckt. Das Problem ist, dass die Entfernung zwischen den Blättern teilweise so gross ist, dass die Stickmaschine nach jedem Blatt einen Fadenschnitt machen würde.

In dieser Ansicht sehen wir alle Schnitte, diese werden mit den Dreiecken dargestellt:

Die Querlinien im oberen Bild zeigen uns die Spannfäden. Diese können wir visuell nutzen, um eine Verbindungslinie mit Geradstich zu digitalisieren (offenes Objekt). Ich habe die Linie hier in Rot dargestellt; sie muss aber später natürlich die gleiche Farbe wie die Blätter haben, weil ein Farbwechsel ebenso einen Schnittbefehl verursacht.

Wenn wir die Linie nach dem jeweiligen Blatt im Farbfilm platzieren wird die Maschine keine Schnitte betätigen. Also im Farbfilm das Blatt 1, dann die Geradstichlinie, dann Blatt 2. 

Hier sehen wir, dass es zwischen Blatt 1 und 2 keine Schnitte mehr gibt: die Dreiecke, die die Schnitte symbolisieren, sind verschwunden.

Nach Blatt 2 kommt ein Schnitt, weil dort noch keine Verbindungslinie digitalisiert worden ist.  Hier habe ich die nächsten Linien bis zum Blatt 5 digitalisiert und zwischen den entsprechenden Blättern im Farbfilm platziert.

Hier sehen wir, dass es zwischen diesen Blättern keine Schnitte gibt.

Nach dem Blatt 5 kommen wieder Schnitte, weil dort noch keine Verbindungslinien digitalisiert worden sind. Ich denke aber, dass man jetzt verstehen kann wie aufwändig es ist, das Bild ohne Schnitte zu punchen. Es ist nicht schwer, aber aufwändig. Nun habe ich alle Verbindungslinien digitalisiert und man kann sehen, dass das Muster keine Schnitte hat.

Ich habe dazu gut 30 Minuten (plus ca. 20 Minuten für das Digitalisieren der Objekte) gebraucht und war dabei sehr konzentriert. Als Vergleich kann man hier sehen wie so ein Muster ohne solche Verbindungslinien aussieht. Es werden mehr Stiche generiert und mit 41 Fadenschnitten dauert das Aussticken viel länger. Ausserdem: je mehr Schnitte wir haben desto grösser wird die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Garn beim Sticken unten verheddern kann. Grundsätzlich sollte eine gute Stickdatei so wenige Fadenschnitte haben wie möglich.

Stickmuster selber erstellen mit der neuen Funktion Verzweigung

In der BERNINA Sticksoftware  9 können wir genau das gleiche mit nur 5 Klicks machen. Ja, ihr habt richtig gelesen!

Die Funktion Verzweigung hilft, die Stickabfolge beim Erstellen oder Bearbeitung eigener Stickmuster zu optimieren und Sprungstiche zu minimieren oder zu eliminieren. Dazu wähle ich alle Objekte aus (1), klicke in der Schublade „Bearbeiten“ (2) auf „Verzweigen“ (3) und setze 2 Punkte auf (4 und 5). Wie ich entscheide, welche Punkte gesetzt werden, erkläre ich weiter unten im Beitrag.

Hier können wir sehen, dass die Stickerei keine Fadenschnitte hat und auch keine Spannfäden. Zusätzlich muss man auch keine Anfang- und Endpunkte verschieben, da diese von der Software umkalkuliert werden. Das Ganze mit nur 5 Klicks! Cool, nicht wahr?

Wie funktioniert die Verzweigung?

Am Anfang des Beitrages habe ich in vielen Schritten gezeigt, wie man manuell so ein Blatt als Stickmuster ohne Fadenschnitte digitalisiert. Wie Ihr oben sehen könnt, hätte ich mit nur ein paar Sätzen die neue Verzweigungsfunktion in der Sticksoftware 9 beschreiben können. Ich finde es aber wichtig, etwas voll und ganz zu verstehen, um die jeweilige Funktion korrekt und im vollen Umfang einsetzen zu können.

Im folgenden Video sehen wir, wie die neuen Funktionen „Verzweigung“ und „Verschweissen“ angewendet werden:

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Bei der Verwendung der Funktion „Verzweigung“ kalkuliert die Software die Verbindungen zwischen den einzelnen Blättern – ungefähr so, wie ich das beim manuellen Vorgehen anfangs des Beitrags gemacht habe.

Damit das Werkzeug „Verzweigung“ effizient kalkulieren kann, müssen alle Objekte ein anderes Objekt in der zu verzweigenden Gruppe berühren oder dieses überlappen. Bei meinem Blatt bedeutet es, dass alle meine Blätter (unten grün markiert) die Mittelrippe des Blattes (rot markiert) berühren müssen.

Ich finde, dass die Resultate viel besser sind, wenn die Blätter ca. 0,5 Millimeter unter der Mittelrippe liegen.

Auffällig ist der Unterschied in der Stichzahl bei der manuell digitalisierten Version und bei der Version, die mit der Funktion „Verzweigung“ erstellt worden ist. Wenn ich alle Verbindungslinien manuell digitalisiere, habe ich 10.427 Stiche. Wenn ich die Funktion „Verzweigung“ benutze, komme ich auf 12.087 Stiche.

Der Unterschied ist nicht gross und liegt am Algorithmus der Software. Dieser muss für viele unterschiedliche Situationen effizient kalkulieren, wohingegen jemand mit Erfahrung sich auf die konkrete Aufgabe konzentrieren und diese optimieren kann. In Anbetracht der knappen halben Stunde, die ich mit der Verzweigungs-Funktion gespart habe, finde ich den Unterschied in der Stichzahl unerheblich, da ich das gleiche Stickergebnis erhalte.

Punkte bei der Funktion Verzweigung setzen

Hierzu finde ich es am besten, wenn man überlegt, wie das Muster gestickt wird. Also: Welche Elemente werden in welcher Reihenfolge und was wird ganz am Ende gestickt? Genau nach dieser Logik habe ich ganz oben im Beitrag das Muster manuell digitalisiert. Das bedeutet, dass zuerst die einzelnen Blätter gesickt werden und erst ganz am Ende die Mittelrippe. Diese soll ja die Enden der Blätter abdecken. Es ist hier also sinnvoll, den ersten Punkt am oberen Ende der Mittelrippe und den zweiten am unteren Ende zu setzen.

Ist es schlimm, wenn man die Punkte anders setzt? Nein. Wenn man die Punkte anders setzt, verändert sich die Stichzahl. Im folgenden Beispiel habe ich den ersten Punkt unten an der Mittelrippe gesetzt und den zweiten ganz oben, oberhalb der Blätter.

 

Wir sehen, dass weitere 218 Stiche kalkuliert worden sind. Das ist nicht schlimm, aber wenn man die Logik und Struktur einer Stickerei verstanden hat, kann man die Werkzeuge schlicht und einfach effizienter einsetzen und sich ein paar Stiche sparen.

Zusammenfassung: Manuell digitalisieren vs. mittels Verzweigung digitalisieren

Im folgenden Video schauen wir uns an, wie das manuell digitalisierte Stickmuster (Muster 1) und das mittels der Funktion „Verzweigung“ erstellte Stickmuster (Muster 2) gestickt wird.

Zu erkennen ist, dass bei Muster 1 die Blätter nacheinander gestickt werden und an den unteren Kanten mit der manuell digitalisierten Linie verbunden sind. Bei Muster 2 wird zuerst ein Skelett unter den Blättern gestickt, was die Mehrzahl der generierten Stiche ausmacht. Beide Muster haben keine Fadenschnitte oder Sprungstiche, aber ich brauche viel weniger Zeit, das Muster mit der Funktion Verzweigung zu digitalisieren.

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Ausgestickt sehen beide Muster perfekt aus.

Zeit ist Geld, deshalb bin ich von der neuen Funktion absolut begeistert.

Die BERNINA Sticksoftware 9 könnt Ihr 30 Tage lang gratis testen. Klickt doch mal rein! Hier der Link:

BERNINA Sticksoftware 9 – kostenlose Testversion

Viel Spass beim Spielen!

Kasia

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Kommentare zu diesem Artikel

11 Antworten

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  • Eva Ludwig

    Liebe Kasia, vielen Dank für die sehr gute Darstellung des Vergleichs. Sicher kann man es mit der Testversion selbst ausprobieren, aber wenn jemand es so gut veranschaulicht, ist einfach Spitze. Vielleicht gibt es noch eine Erklärung zur Applikation….. ich habe zur Zeit die V8 und bin am Kauf des Updates auf V9 interessiert, jedoch ohne das Wifi Gerät. Wir wohnen auf mehreren Stockwerken. Mein Nähzimmer ist im untersten Stockwerk und dort haben wir eine sehr schlechte Internetverbindung. Gibt es das Update immer nur mit dem Wifi Gerät zu kaufen? Vielen Dank für Rückmeldung 

  • Brigitte Bloch

    Guten Morgen, ich finde die Videos und die Themen ausgesprochen interessant und hilfreich! Allerdings muss ich leider auch bemerken, dass die Videos viel zu schnell ablaufen. Gleichzeitig den Text lesen, schauen welche Menupunkte angeklickt werden und alles verstehen, ist sehr schwierig. Ich habe schon digitalisiert, aber wenn es etwas ganz Neues ist, braucht man doch etwas mehr Zeit, das Ganze zu verstehen. Schade eigentlich!Mein Vorschlag wäre entweder langsamer oder die entsprechenden Erklärungen einsprechen.Vielen Dank!

    • Matthias Fluri

      Hallo Brigitte, vielen Dank für das Feedback. Bestimmt beziehst Du Dich mit Deiner Videokritik auf das von BERNINA produzierte Video. Ich werde den Tipp an unser Produktionsteam weiterleiten. Allerdings ist es so, dass wir bei diesen Videos einen Spagat machen müssen: Auf Social Media können die Videos nicht kurz und schnell genug sein; als Tutorials sollen sie möglichst detailliert und leicht verständlich sein. Das Resultat ist dann oft ein guteidgenössischer Kompromiss. Übrigens kann man die Abspielgeschwindigkeit auf Youtube reduzieren. Dazu einfach im Player rechts unten auf das Einstellungs-Icon klicken (Zahnrad) und die gewünschte Geschwindigkeit wählen.

      Lieber Gruss
      Matthias

    • kasia Hanack

       

      Hallo Brigitte

      Ich kann Deine Kritik nachvollziehen. Ich denke aber, dass hier der Fokus nicht auf das Digitalisieren der einfachen geraden Linien und Kreise liegt, sondern darauf, die neuen Funktionen zu zeigen. Es wird hier also davon ausgegangen, dass der Kunde eine Linie und einen Kreis digitalisieren, kopieren und verschieben kann. Zum Thema Digitalisieren gibt es einige Beiträge und Videos. Alternativ kann ich Dir die Online- wie auch Präsenzkurse von BERNINA empfehlen. Gabi Seeberg macht fantastische Kurse in denen keine Fragen offen bleiben.

      Viel Spass weiterhin und beste Grüsse

      Kasia

  • Sabine

    Hallo Kasia, vielen herzlichen Dank für den tollen Beitrag der den Vergleich so gut zeigt zeigt. Das ist echt eine super Funktion! Die Zeitersparnis ist wirklich sehr beeindruckend. Liebe Grüße Sabine

  • Birgit

    Hallo Kasia,vielen lieben Dank für den tollen Beitrag! Ich habe auch immer mit Verbindungslinien im Geradstich gearbeitet. Wie verhalten sich die Objekte nach der Verzweigung? Lassen sich die einzelnen Blätter in der Farbe und im Stich noch ändern oder handelt es sich dann um ein ganzes Objekt? Ist es möglich die Verzweigung im nachhinein wieder zerlegen, also wenn ich die Datei abgespeichert und geschlossen hatte?Herzliche GrüßeBirgit

    • kasia Hanack

      Hi Birgit

      Nach der Verzweigung kann man die Einzelelemente in Farbe und co, nicht direkt ändern weil sie, wie Du vermutet hast, ein Objekt sind. Sie können aber zerlegt werden, dann angepasst und jederzeit wieder, auch mit anderen Punkte- Setzung verzweigt. Das finde ich sehr gut, denn so kann man ein wenig spielen und testen welche Punkte eine geringere Stichzahl ergeben.

      Grüsse

      Kasia

  • Steffi Winter

    Oh, Entschuldigung wegen des Namens!Danke für die Erläuterung. Ja ist logisch!Herzliche Grüße!

  • Steffi Winter

    Liebe Tatjana, vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Ich selbst habe mir die Testversion herunter geladen und die Verzweigungsfunktion schon ausprobiert und finde sie genial. Ich habe aber doch noch eine Frage zu den zwei Punkten von denen Du schreibst (also Klick 4. und 5.). Was markieren diese Punkte eigentlich? Ist das die zuletzt zu stickende Sequenz?Mit freundlichen Grüßen. Steffi Winter

    • kasia Hanack

      Hallo Steffi

      Mein name ist Kasia. Die Punkte 4 und 5 markieren ab wo und bis wohin die Verzweigung kalkuliert werden sollte. In meinen Test habe ich gemerkt, dass wenn man die “manuelle Logik” befolgt, werden weniger Stiche kalkuliert.

      Grüsse

      Kasia

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