Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps November 2015

Art_Textiles

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht
Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Die Bedetung von Textilen Werken als Kunstwerk ist höchst ambivalent, denn traditionell bewegt sich die Textile Kunst im Grenzgebiet zwischen Angewandter und Bildender Kunst. Gegenwärtig nimmt die Textile Kunst eine zunehmend zentraler werdende Rolle im Kunstschaffen ein und die Künstler nutzen sie für die Umsetzung sozialer und politischer Statements sowie gestalterischer Konzepte.

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht
Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Die Herbst/Winter-Ausstellung ‘Art_Textiles’ in der nach einer umfangreichen Sanierung und Neugestaltung kürzlich wiedereröffneten und als ‘Museum des Jahres’ ausgezeichneten Whitworth Gallery, die zur University of Manchester gehört, zeigt nun textile Werke, die den Übergang in die Gefilde der Bildenden Kunst geschafft haben – gleichzeitig verbunden mit einer Rückschau.

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht
Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Textile Werke wurden als häusliche Handarbeiten schon immer mit Frauen in Verbindung gebracht. Seit in den 1970er Jahren Feministinnen den Wert traditioneller Handarbeiten wie z.B. Quilts wiederentdeckten und als raffiniertes Mittel der Subversion nutzten, beschäftigt sich die Kunst zunehmend bis hin zur Gegenwart auch mit diesen Materialien und Techniken. Speziell mit textilen Werken werden Fragen rund um Feminität, Identität und den Wert von Handarbeit im digitalen Zeitalter aufgeworfen.

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht
Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Die Ausstellung zeigt Werke aus aller Welt von etablierten Namen wie z.B. Magdalena Abakanowicz – die das beherrschende hängende Werk aus roter Sisalschnur zwischen 1970 und 71 im kommunistischen Polen schuf und damit dort nicht als Künstlerin anerkannt wurde –

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht
Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

oder Dorothea Tanning, Faith Wilding, Grayson Perry, Ghada Amer oder Tracey Emin, stellt aber auch Werke von Aufsehen erregenden neuen Talenten wie Mary Sibande, die sich mit dem Status schwarzer Frauen in Südafrika nach der Apartheid beschäftigt, vor.

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht
Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Diese Ausstellung rüttelt an den Grenzen zwischen Kunst und Kunsthandwerk, bringt sie zum Einsturz und fordert die Besucher heraus, die Bedeutung dieses Mediums in der Kunst zu überdenken.

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht
Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Textile Werke eignen sich hervorragend als starke Ausdruckmittel, wenn es um soziale oder politische Themen geht. Ihre Geschichte, die Assoziation zu weiblichen Tätigkeiten korrespondiert mit einem wiedererwachten Interesse an Handarbeit und dem Taktilen, dem Fühl- und Begreifbaren in einem digitalen Hochgeschwindigkeits-Zeitalter.

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht
Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

‘Und es gibt rund um die Welt ein Bedürfnis, sich mit feministischen Themen zu befassen, das uns veranlasst, auf die feministischen Werke der 1970er und 80er Jahre zurückzublicken’, sagt die Ausstellungskuratorin Jennifer Harris.

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Art_Textiles in The Whitworth 2015, Ausstellungsansicht
Foto: Michael Pollard. Mit freundlicher Genehmigung von The Whitworth

Info:

10. Oktober 2015 – 31. Januar 2016

Art_Textiles

The Whitworth
The University of Manchester
Oxford Road
Manchester
M15 6ER
England

www.whitworth.manchester.ac.uk

Eintritt frei

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Anziehend — von der Fibel zur Brosche

Mit der Entwicklung der Kleidung wird auch die Frage, wie man sie schliesst und kunstvoll rafft, zu einem epochenübergreifenden Thema des Schmuckschaffens. Die Fibel erfüllt als Gewandschliesse gleichermassen einen praktischen wie schmückenden Zweck. Ihr Siegeszug beginnt in der Bronzezeit, als sich die kunstvolle Verarbeitung von Metall verbreitet.

Fibel Bronze Italienisch, um 800 v. Chr. © Schmuckmuseum Pforzheim Foto: Günther Meyer

Fibel
Bronze
Italienisch, um 800 v. Chr.
© Schmuckmuseum Pforzheim
Foto: Günther Meyer

Bis ins hohe Mittelalter bleibt die Fibel als Verschluss und Statussymbol unersetzlich. Mit dem Aufkommen von Knöpfen emanzipiert sie sich zur Brosche und erfüllt ‘nur’ noch ein Schmuckbedürfnis. Kein barockes Damenmieder, kein Herrenhut ist denkbar ohne prächtigen Besatz.

Blütenstrauss (Agraffe) Gold, Smaragd, Diamanten, Email Deutsch, um 1620-1630 © Schmuckmuseum Pforzheim Foto: Günther Meyer

Blütenstrauss (Agraffe)
Gold, Smaragd, Diamanten, Email
Deutsch, um 1620-1630
© Schmuckmuseum Pforzheim
Foto: Günther Meyer

In der Moderne beansprucht die Brosche den Stellenwert eines eigenständigen Kunstwerks. Als Skulptur am Körper bietet sie dem Künstler vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten — und wird ‘Art to wear’.

Brosche Baumpilz, Edelstahl, Pelz Susanne Wolbers Pforzheim 2009 ISSP-Förderankauf »Junge Schmuckkunst im Museum« 2009 © Schmuckmuseum Pforzheim Foto: Petra Jaschke

Brosche
Baumpilz, Edelstahl, Pelz
Susanne Wolbers
Pforzheim 2009
ISSP-Förderankauf »Junge Schmuckkunst im Museum« 2009
© Schmuckmuseum Pforzheim
Foto: Petra Jaschke

Das Schmuckmuseum Pforzheim beherbergt eine hervorragende Sammlung dieses Schmucktyps aus allen Epochen. Eine Zusammenstellung von 100 Spitzenstücken zeigt die Bandbreite eines Themas, das bis heute nicht erschöpft ist.

 

Beautiful Mind: ein Schmuckstück für Cranach

Parallel dazu präsentiert das Schmuckmuseum Pforzheim bis zum 10. Januar 2016 die Ergebnisse des Wettbewerbs ‘Beautiful Mind: ein Schmuckstück für Cranach’.

Katrin trägt den Halsschmuck Wittenberg 2014 von Svenja John Foto: René Arnold

Katrin trägt den Halsschmuck Wittenberg 2014 von Svenja John
Foto: René Arnold

Der Wettbewerb war anlässlich des 500. Geburtstags von Lucas Cranach dem Jüngeren von der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Luthergedenkstätten 2014 im Rahmen der Landesausstellung ‘Lucas Cranach der Jüngere – Entdeckung eines Meisters’ ausgeschrieben worden.

Amelie trägt einen Perlenreif von Kerstin Mayer Foto: René Arnold

Amelie trägt einen Perlenreif von Kerstin Mayer
Foto: René Arnold

Aufgabe war es, aus der Beschäftigung mit Cranachs Leben, Werk und Zeit ein Schmuckstück zu gestalten, das Formen von Selbstdarstellung und sozialer Distinktion aus der Renaissance in unsere Gegenwart übersetzt.

Katrin trägt eine Brosche von Bettina Dittlmann Foto: René Arnold

Katrin trägt eine Brosche von Bettina Dittlmann
Foto: René Arnold

Von den 146 Teilnehmern aus allen Bundesländern gewannen Bettina Dittlmann aus Bayern, Beate Eismann aus Sachsen-Anhalt und Svenja John aus Berlin den ersten bis dritten Preis. Zusammen mit 48 weiteren ausgewählten Arbeiten sind sie bis zum 1. November 2015 zunächst im Lutherhaus Wittenberg und anschliessend ab 20. November 2015 im Schmuckmuseum Pforzheim ausgestellt.

Info:

20. November 2015 – 21. Februar 2016
Anziehend — von der Fibel zur Brosche

20. November 2015 – 10. Januar 2016
Beautiful Mind: ein Schmuckstück für Cranach

Schmuckmuseum Pforzheim
Im Reuchlinhaus
Jahnstrasse 42
75173 Pforzheim

www.schmuckmuseum.de

Öffnungszeiten:
Di – So und feiertags: 10 – 17 Uhr
(ausser 24. und 31. Dezember)

Eröffnung:
Do, 19. November 2015, 19 Uhr

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Manchmal Flickwerk

Einladungskarte

Einladungskarte

Fragmente und Fotos von Unbekanntem sind Ausgangspunkt für die ‘Flickwerke’ von Britta Ankenbauer:
Neue, erahnte oder imaginäre Kontexte werden auf Stoff und Papier mittels Druck- und Textiltechniken erschaffen, ergänzt und zusammengefügt. Die Oberflächen und Verbindungen sprechen die Sprache der Haptik. Flickwerk ist Rettung, Erneuerung, Ergänzung und Schichtung, manchmal passend oder auch äusserst kontrastreich. Haltbar oder brüchig. Ganz wie im Leben.

Info:

1. November 2015 – 31. Januar 2016

Britta Ankenbauer
Manchmal Flickwerk

en passant Galerie Gedok Leipzig, 1. Etage
Haus des Buches
Gerichtsweg 28
04123 Leipzig

www.gedok-leipzig.de
www.britta-ankenbauer.de

Öffnungszeiten:
Mo – Fr: 8 – 17.30 Uhr

Künstlerinnengespräch:
Do, 14. Januar 2016, 17 Uhr
Haus des Buches, Saal 2

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Tradition bis Moderne X

Die Patchwork Gilde Deutschland e.V. schreibt regelmässig die Werkschau ‘Tradition bis Moderne’ aus, in der die Mitglieder aufgerufen werden, ihre besten Quilts für diese Ausstellung einzureichen. Grössen- oder Themenvorgaben gibt es ausdrücklich nicht – nur eines ist allen Arbeiten gemeinsam, nämlich dass sie aus Textilien hergestellt und aus drei Lagen zu bestehen haben, die in dekorativer Weise – mit Quiltstichen – verbunden wurden.

Renate Gütlein: Schatten oder Walking the Dog Foto: Gudrun Heinz

Renate Gütlein: Schatten oder Walking the Dog
Foto: Gudrun Heinz

Die Ausstellung bietet einen von einer Jury ausgewählten spannenden Querschnitt durch das aktuelle Schaffen der Gilde-Mitglieder. Arbeiten aller Stilrichtungen, von aufwändigen traditionellen Quillts über zeitgenössische Entwürfe bis hin zu Art Quilts sind hier vertreten. Die Ausstellung wurde bereits in verschiedenen Museen gezeigt. Die Galerie Quilt und Textilkunst ist die siebte Station der Wanderausstellung.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, den 23. November 2015 um 16 Uhr eröffnet. Zur Einführung spricht Barbara Lange.

Ein Katalog ist für 15 EUR erhältlich.

Info:

23. November – 15. Dezember 2015

Tradition bis Moderne X

Galerie Quilt Et Textilkunst
Sebastiansplatz 4
80331 München

www.quiltundtextilkunst.de

Öffnungszeiten:
Mo – Fr: 10 – 18 Uhr
Sa: 10 – 14 Uhr

Vernissage:
Mo, 23. November 2015, 16 Uhr

Der jährliche weihnachtliche Vorführtag findet bereits am Samstag, 14. November 2015 von 10 – 14 Uhr in der Galerie statt. Bei einer Tasse Kaffee und Gebäck schauen Sie den Mitarbeiterinnen von Quilt Et Textilkunst zu, wie diese verschiedenste Techniken demonstrieren. Schriftliche Kurzanleitungen sind teilweise kostenlos erhältlich.

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Mit Röntgen auf Tuchfühlung

Die Ausstellung ‘Radiation – Strahlung’ hat eine weitere Ausstellungsstation erreicht: Ganz passend zum Thema, das eine Brücke zwischen Wissenschaft und Kunst schlägt, konnten die Organisatorinnen Angelika Henrichs und Barbara Lange das Deutsche Röntgen Museum und das in der Nachbarschaft gelegene Tuchmuseum in Remscheid für die Ausstellung gewinnen.

Flyer

Flyer

Die Besucher erwartet eine Entdeckungsreise: Diejenigen, die mit textilen Werken bisher noch nicht in Berührung kamen, werden über die Vielfalt der Interpretationen staunen. Und umgekehrt werden diejenigen, die wegen der Quilts kommen, in den ständigen Ausstellungen der beiden Häuser Neues entdecken können. Eine gute und interessante Kombination!

Blick in die Ausstellung 'Radiation - Strahlung' während der Präsentation beim EPM 2014 in Ste Marie-aux-Mines (F) Foto: Gudrun Heinz

Blick in die Ausstellung ‘Radiation – Strahlung’ während der Präsentation beim EPM 2014 in Ste Marie-aux-Mines (F)
Foto: Gudrun Heinz

Zu sehen sein werden ca. 50 Quilts und textile Objekte der Gruppen Freisinger Schnipsis und Freischerler und weiterer eingeladener Textilkünstlerinnen aus elf Ländern.

Gudrun Heinz: Light Pollution Ausstellung 'Radiation - Strahlung' Foto: Dr. Wolfgang Heinz

Gudrun Heinz: Light Pollution
Ausstellung ‘Radiation – Strahlung’
Foto: Dr. Wolfgang Heinz

Das Thema ‘Strahlung’ inspirierte zu Arbeiten über Aspekte der Teilchenphysik seit dem Urknall bis hin zu gesellschaftlichen Themen der Gegenwart.

Info:

19. November 2015 – 29. Februar 2016

Mit Röntgen auf Tuchfühlung

Deutsches Röntgen Museum
Schwelmer Strasse 41
Tuchmuseum
Hardt Strasse 2
42897 Remscheid-Lennep

www.roentgenmuseum.de
www.anna-hardt-stiftung.de
www.freisingerschnipsis.blogspot.de
www.freischerler.de

Rahmenprogramm:

Do, 19. November 2015, 19 Uhr:
Eröffnung

So, 22. November 2015, 15 Uhr:
Vortrag ‘Himmlische Phänomene auf Stoff gebracht’ (Dr. Klaus Henrichs)
Kurze Führung durch die Ausstellung (Angelika Henrichs, Kuratorin)

So, 31. Januar 2016, 15 Uhr:
Führung mit Barbara Lange

So, 28. Februar 2016, 15 Uhr:
Demonstration: Entstehung eines Quilts und Führung mit Angelika Henrichs

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Interiors

Einladungskarte

Einladungskarte

Handgefilzte Heimtextilien und Dekorationen werden in der sehenswerten Ausstellung ‘Interiors’ der Finnish Felt Association FILTTI gezeigt. Teppiche, Kissen, Decken, Wandbehänge, Lampen oder skulpturale Dekorationen – aus Finnschaf- oder Merino-Wolle gefilzt, farbenfroh gestaltet oder in Grau- und Weiss-Tönen gehalten – spiegeln die ganze Bandbreite finnischer Filzkunst wider.

Leena Sipilä & Sirpa Mäntylä: Variationen Wandbehang aus Filz Foto: TMB

Leena Sipilä & Sirpa Mäntylä: Variationen
Wandbehang aus Filz
Foto: TMB

Die Ausstellung ‘Interiors’ der Finnish Felt Associaiton FILTTI ist nach Stationen im Historischen Museum Wuppertal und im Musée du Feutre im französischen Mouzon vom 12. November 2015 bis zum 7. Februar 2016 im Tuchmacher Museum Bramsche zu Gast.

Info:

12. November 2015 – 7. Februar 2016

Interiors
Eine Ausstellung der Finnish Felt Association FILTTI

Tuchmacher Museum Bramsche
Mühlenort 6
49565 Bramsche

www.tuchmachermuseum.de

Eröffnung:
Mi, 11. November 2015, 19 Uhr

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25 Jahre Nibelungenquilter

Ein Vierteljahrhundert gemeinsames Nähen und Freundschaften pflegen möchten die Wormser Nibelungenquilter zusammen mit ihren Besuchern feiern und stellen dazu ihre neuesten Arbeiten in der Ev. Magnuskirche Worms aus. Ein Extra-Bonbon: Am Sonntag sind die Geschäfte in Worms geöffnet.

Ausstellungsplakat

Ausstellungsplakat

Info:

28. + 29. November 2015

25 Jahre Nibelungenquilter Worms

Ev. Magnuskirche Worms
Weckerlingplatz
67547 Worms

Öffnungszeiten:
11 – 18 Uhr

Ausstellungseröffnung:
Fr, 27. November 2015, 19.30

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Schirme – vom Alltagsobjekt zum Kunstgegenstand

Die ganze Welt wird von Billigschirmen aus Asien überschwemmt, nur ein kleiner Handwerksbetrieb in Paris hält dagegen. Mit Materialien aus der Vergangenheit und einem einzigartigen Savoir-faire. In dem kleinen Geschäft gibt es Schirme für jedes Wetter und jede Gelegenheit: gegen Regen, gegen Sonne, für eine Hochzeit, für einen historischen Film, für eine Haute Couture Show oder auch für eine ganz spezielle Sonderausstellung. Dies ist die Welt von Michel Heurtault. Sein unglaubliches Wissen über Schirme hat sich der Wahlpariser selbst angeeignet – wie auch die Kunst der Restauration historischer Schirme. Sein Können gilt heute als einzigartig und führte zu seinem weltweiten Ruf sowie diversen Auszeichnungen, darunter den Maître d’Art.

Foto: Website Spielzeug Welten Museum Basel

Foto: Website Spielzeug Welten Museum Basel

Der Schirm kann auf eine über 4000-jährige, wechselvolle Geschichte zurückblicken. In der Ausstellung ‘Schirme – vom Alltagsobjekt zum Kunstgegenstand’ sind Museumsstücke aus vergangenen Tagen wie auch die neusten Kreationen zu sehen. Auch die diversen Einzelteile eines Schirms – von den Knäufen in Form von Hunden oder Katzen über Meterware in alter Spitze, historische Stickereien bis zu den Gestellen aus Fischbein oder Metall – werden gezeigt.

Info:

24. Oktober 2015 – 3. April 2016

Schirme – vom Alltagsobjekt zum Kunstgegenstand
Michel Heurtaults Museumsstücke von 1750 – 1970 und seine neusten Kreationen

Spielzeug Welten Museum Basel
Steinenvorstadt 1
4051 Basel
Schweiz

www.spielzeug-welten-museum-basel.ch

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Gestickte Geschichte(n) – Zwischen Tradition und Moderne

Der gestickte Spruch erlebte seine Blütezeit zwischen 1870 und 1930. Bestickte Spruchtücher wie Überhandtücher, Decken oder Wandbehänge, die in vielen Haushalten – in Wäscheschränken, an Kästen oder gut platziert an den Wänden von ‘guten Stuben’ – hingen, hatten einerseits den praktischen Zweck zu schützen und zu schonen, Ordnung zu schaffen und gleichzeitig das ‘Traute Heim’ zu schmücken.

Einladungskarte

Einladungskarte

Andererseits sind diese Tücher ein Stück Geschichte weiblicher Tradition. Sie legen Zeugnis ab über das damalige Frauenbild, die damaligen Wertvorstellungen und Rollenfestschreibungen. Der gesellschaftlichen Bestimmung zufolge war der eigentliche Wirkungskreis der Frau die häuslich-private Sphäre, während die öffentliche dem Mann vorbehalten blieb. Viele der Sprüche appellierten an Fleiss, Frömmigkeit, Sparsamkeit und Häuslichkeit der Frau, die in ihrer Rolle als Ehefrau, Mutter und Hausfrau verortet war. Die bestickten Textilien wurden aufgehängt, aufgehoben und in der weiblichen Linie weitergegeben, so dass Handarbeiten, insbesondere Sticktücher, auch als weibliche Genealogien zu verstehen sind.

Veronika Olma: heiterhimmel Copyright Veronika Olma

Veronika Olma: heiterer himmel
Copyright Veronika Olma

Die in der Ausstellung präsentierten historischen Objekte treffen auf zeitgenössische Kunst. Mit viel Witz und Sinn für Absurdes beleuchten Birgit Rüberg und Veronika Olma in ihren gestickten Bild-Text-Werken aktuelle gesellschaftliche Verhältnisse.

Birgit Rüberg: Rü-Bergkette Copyright Birgit Rüberg

Birgit Rüberg: Rü-Bergkette
Copyright Birgit Rüberg

Info:

8. November 2015 – 31. Oktober 2016

Gestickte Geschichte(n) – Zwischen Tradition und Moderne

frauen museum wiesbaden
Wörthstraße 5
65185 Wiesbaden

www.frauenmuseum-wiesbaden.de

Öffnungszeiten:
Mi, Do: 10 – 17 Uhr
Sa, So: 12 – 17 Uhr

Ausstellungseröffnung:
So, 8. November 2015, 12 Uhr

Führung durch die Ausstellung:
So, 8. November 2015, 14.30 Uhr

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Gretchen mag’s mondän

Elegante Tagesmode (Modell von Maggy Rouff) aus der französischen Zeitschrift 'Vogue', 1939 © Münchner Stadtmuseum

Elegante Tagesmode (Modell von Maggy Rouff) aus der französischen Zeitschrift ‘Vogue’, 1939
© Münchner Stadtmuseum

Die Damenmode der Dreissiger Jahre war international gesehen eine Bekleidungslinie, in der Glamour und Mondänität mit Sportlichkeit und Lässigkeit einhergingen.

Hosenmode, aus der Zeitschrift 'Das Magazin', 1931 © Münchner Stadtmuseum

Hosenmode, aus der Zeitschrift ‘Das Magazin’, 1931
© Münchner Stadtmuseum

Auch das Klischee vom blonden strammen Uniform-Mädel oder der biederen Soldaten-Mutter kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Frauen im Dritten Reich sehr wohl an Schminke, Mode und Zigaretten interessiert waren.

Haartracht, aus der Zeitschrift 'Mode und Heim', 1935 © Münchner Stadtmuseum

Haartracht, aus der Zeitschrift ‘Mode und Heim’, 1935
© Münchner Stadtmuseum

Die moderne Frau, an der die Jahre der Neuen Sachlichkeit nicht spurlos vorüber gegangen waren, liess sich nicht dem Ideal der deutsch-tümelnden Propagandisten unterwerfen, sondern legte auf modische Eleganz und internationalen Flair grossen Wert. Selbst
Hitler schätzte elegante Frauen, wie durch seine Verehrung für Magda Goebbels, der Repräsentantin des neuen weiblichen Deutschland, deutlich wurde.

Elegante Tagesmode, aus der Zeitschrift 'Deutsche Moden-Zeitung', 1934 © Münchner Stadtmuseum

Elegante Tagesmode, aus der Zeitschrift ‘Deutsche Moden-Zeitung’, 1934
© Münchner Stadtmuseum

Eleganz und französische Modevorbilder wurden selbst nach Kriegsbeginn meist als weibliche Schwäche geduldet, schliesslich präsentierte sich das NS-Regime nach aussen hin gerne als weltläufig.

Damenkleider 1930er Jahre Seidenkrepp, Wollkrepp © Münchner Stadtmuseum

Damenkleider 1930er Jahre
Seidenkrepp, Wollkrepp
© Münchner Stadtmuseum

Ausserdem spielte die Modebranche in Deutschland eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. Daher wurde in Deutschland, besonders in Berlin, weiterhin internationale Mode aus Paris oder Wien übernommen und an die Frau gebracht, die es nachmittags damenhaft und abends hoch elegant liebte.

Abendkleid, aus der Zeitschrift 'Wiener Mode', 1935 © Münchner Stadtmuseum

Abendkleid, aus der Zeitschrift ‘Wiener Mode’, 1935
© Münchner Stadtmuseum

Das Phänomen bedeutete eine tiefe Kluft zwischen Theorie und Praxis, denn die Parolen der Partei forderten zwar eine Rückkehr zum Brauchtum, andererseits wurde im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs Weltoffenheit und Konsum gefördert.

Festliche Stilkleider um 1934/35 Seidenpannesamt, Kunstseidensatin © Münchner Stadtmuseum

Festliche Stilkleider um 1934/35
Seidenpannesamt, Kunstseidensatin
© Münchner Stadtmuseum

Dieser Gegensatz brachte die deutsche Modebranche sowie die Konsumentinnen in eine oftmals schizophrene Lage. In der Ausstellung wird u.a. am Beispiel der 1931 gegründeten Deutschen Meisterschule für Mode München dieser Bruch thematisiert.

Modelle der Meisterschule für Mode um 1938 Seidenkrepp, Kunstseidentüll, Kunstblüten © Münchner Stadtmuseum

Modelle der Meisterschule für Mode um 1938
Seidenkrepp, Kunstseidentüll, Kunstblüten
© Münchner Stadtmuseum

Für diese Ausstellung wurde der 1930er Modebestand des Münchner Stadtmuseums gesichtet, erforscht und restauriert, so dass viele der Textilien nun das erste Mal gezeigt werden können.

Negligé um 1938 Baumwoll-Maschinentüllspitze, Pelz © Münchner Stadtmuseum

Negligé um 1938
Baumwoll-Maschinentüllspitze, Pelz
© Münchner Stadtmuseum

Der abwechslungsreiche Rundgang führt den Besucher durch verschiedene Themenbereiche und macht die modische Vielfalt der Dreissiger Jahre anhand von Tages- und Abendmode, Brautkleidern, Morgentoiletten, Negligés, Sportbekleidung und Tracht deutlich.

Brautkleid 1938 Kunstseidenkrepp, Maschinenstickerei © Münchner Stadtmuseum

Brautkleid 1938
Kunstseidenkrepp, Maschinenstickerei
© Münchner Stadtmuseum

Ca. 150 Damenkleider und Kostüme werden auf handgefertigten Büsten präsentiert, ebenso zahlreiche Accessoires wie Pelze, Schuhe, Taschen, Hüte, Schals, Tücher, Handschuhe, Schmuck und Schmink-Utensilien. Grafische Abbildungen, Modejournale, Modefotografie und Plakate unterstreichen die Fülle an Kleidungstilen und runden die bunte Schau ab.

Strandanzug um 1930/33, Doupionseide © Münchner Stadtmuseum

Strandanzug um 1930/33, Doupionseide
© Münchner Stadtmuseum

In Kooperation mit der Deutschen Meisterschule für Mode wird die Thematik der Ausstellung in eine moderne Sichtweise gerückt und präsentiert.

Sportkostüm um 1936 Sport Münzinger, München Wollserge, Glattleder © Münchner Stadtmuseum

Sportkostüm um 1936
Sport Münzinger, München
Wollserge, Glattleder
© Münchner Stadtmuseum

Zur Ausstellung ist ein Katalog mit zahlreichen farbigen Abbildungen erhältlich.

Info:

25. September 2015 – 29. Mai 2016

Gretchen mag’s mondän – Damenmode der 1930er Jahre

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

www.muenchner-stadtmuseum.de

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DAMMS

Von dem einfallsreichen Künsterpaar Daniela Arnoldi und Marco Sarzi-Sartori aus Mailand (I) erreichte mich folgende Einladungskarte zu ihren neuesten Ausstellungen:

Einladungskarte

Einladungskarte

Info:

31. Oktober – 15 November 2015

Galleria Palazzo Opesso
Via San Giorgio 3
10023 Chieri (Torino)
Italien

www.comune.chieri.to.it/vivi-la-citta/palazzo-opesso

 

12. – 15. November 2015

Knitting & Stitching Show Dublin
RDS
Simmonscourt Pavilion
Simmonscourt Road
Ballsbridge
Dublin 4
Irland

www.theknittingandstitchingshow.com/dublin

 

14. – 15. November 2015

ArtQuilt Roma
L’Arte morbida
Via di Torre Argentina 72
Roma
Italien

www.scuolaromanaquilting.it

 

20. Oktober – 8. November 2015

Artisti in opera
Via Sirtori 15
Milano
Italien

www.damss.com

***

The Knitting & Stitching Show

Die Knitting & Stitching Show, der Magnet für alle, die Nadel und Faden sowie Kunsthandwerk lieben, kommt zuerst nach Dublin …

k and s dublin kl

… und vom 26. – 29. November 2015 ist sie wieder in Grossbritannien, in Harrogate zu sehen und beschliesst damit die Tour.

Auf den entsprechenden Websites sind die Einzelheiten zu diesen Events zu finden.

Info:

12. – 15. November 2015

The Knitting & Stitching Show Dublin
RDS
Simmonscourt Pavilion
Simmonscourt Road
Ballsbridge
Dublin 4
Irland

www.theknittingandstitchingshow.com/dublin

 

26. – 29. November 2015

The Knitting & Stitching Show

Harrogate International Centre
Kings Road
Harrogate
HG1 5LA
England

www.theknittingandstitchingshow.com/harrogate

***

handmade

handmade800

Die Kreativmesse handmade wird vom 14. – 15. November 2015 im rundum erneuerten Congress Centrum in Würzburg veranstaltet. Über 80 Aussteller stellen die aktuellen Trends in den Bereichen Nähen, Stricken, Filzen und Dekorieren vor und es gibt eine Auswahl an Workshops.

Kerstin Presser: Reise einer Perle, Detail Ausstellung 'Perlen' der Patchwork Gilde Deutschland e.V. (hier bei den Patchworktagen 2015) Foto: Gudrun Heinz

Kerstin Presser: Reise einer Perle, Detail
Ausstellung ‘Perlen’ der Patchwork Gilde Deutschland e.V. (hier bei den Patchworktagen 2015)
Foto: Gudrun Heinz

Daneben zeigt die Patchwork Gilde Deutschland e.V. die Ausstellung ‘Perlen’. Als besonderes Highlight sind die Network Quilters mit ihrer Ausstellung ‘Musik trifft Stoff’ vertreten. Die Künstlerinnen sind selbst vor Ort und stehen Rede und Antwort.

Blick in die Ausstellung 'Musik trifft Stoff' der Network Quilters (hier bei den Patchworktagen 2015) Foto: Gudrun Heinz

Blick in die Ausstellung ‘Musik trifft Stoff’ der Network Quilters (hier bei den Patchworktagen 2015)
Foto: Gudrun Heinz

Info:

14. – 15. November 2015

handmade
Ausstellung für kreatives Gestalten

Congress Centrum Würzburg
Am Congress Centrum
97070 Würzburg

www.handmade-messe.info

***

Und zum Schluss gibt es noch …

 

Adventskalender aus afghanischen Stickereien

Martine Molet hatte die symbolisch sehr aussagekräftige Idee, afghanische Stickereien für einen Adventskalender anfertigen zu lassen. Dank dieser Idee gab Pascale Goldenberg den Frauen den Auftrag, vier Tiere zu sticken und zwar einen Esel, ein Kamel, einen Ochsen und ein Schaf.

Adventskalender von Martine Molet-Bastien mit den Stickmotiven aus Afghanistan Foto: Pascale Goldenberg

Adventskalender von Martine Molet-Bastien mit den Stickmotiven aus Afghanistan
Foto: Pascale Goldenberg

Und wer Lust dazu hat, auch einmal einen solchen textilen Adventskalender herzustellen, findet ähnliche Serien im guldusi-Shop hier:

http://www.guldusi.com/shop/stickerei-laghmani.html

oder kann bis zum Jahresende die Stickereien an folgenden Orten direkt erwerben: Bad Saulgau, Remscheid, Kutzenhausen (Elsass), Hamburg und Kirchzarten – entsprechende Informationen sind im Veranstaltungskalender auf der folgenden Seite zu finden:

http://www.guldusi.com/aktuelles/event-kalender.html

Pascale Goldenberg setzt sich seit Jahren mit wachsendem Erfolg für die Frauen in Afghanistan ein Foto: Gudrun Heinz

Pascale Goldenberg setzt sich seit Jahren mit wachsendem Erfolg für die Frauen in Afghanistan ein
Foto: Gudrun Heinz

 

Wettbewerb ‘Gardens around the world’

Schon viele Ausstellungen gingen aus den Wettbewerben hervor, zu denen die afghanischen Frauen mit ihren Stickereien beitrugen.

Pascale Goldenberg schreibt: ‘Es sind unschätzbare Plattformen, die beweisen, wie sehr die beiden Kulturen, die afghanische und die europäische, sich erfolgreich vereinigen können. Deshalb ist an dieser Stelle jetzt genau der richtige Zeitpunkt, Sie hiermit zum Wettbewerb ‘Gardens around the world’ einzuladen, der in Zusammenarbeit mit dem französischen Verein ‘Textile Résonance’ organisiert wird.

Gardens kl

Zögern Sie nicht! Bei dieser Herausforderung beginnt eine Europäerin ein Werk, das von der Afghanin fortgeführt wird, indem diese es mit ihrer Stickerei vervollständigt. Es wird ein Abenteuer, das von Überraschungen geprägt sein dürfte.’

Alle relevanten Informationen zum Projekt finden Sie hier: http://www.guldusi.com/aktuelles.html

Einsendeschluss: 31. Dezember 2015

***

Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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