Kreative Artikel zum Thema Quilten

Fadenmalen mit der Heftstichfunktion der BERNINA Q 20

Seit gut eineinhalb Jahren arbeite ich nun immer wieder mit der BERNINA Langarm Q20 und ich merke, dass sie mir zwischenzeitlich gut “in die Hände gewachsen” ist. Und doch gibt es noch Neues zu entdecken und auszuprobieren.

Heute möchte ich gerne etwas über das Skizzieren mit der Q 20 zeigen. Die Maschine ist neben zweierlei BSR Funktionen und dem Manuellen Modus (keine Stichlängenregulierung) auch mit der Heftstichfunktion (engl. Basting) in dreierlei Stichlängen ausgestattet. Zu wählen ist zwischen SPI 1, 2 und 4, was eine Stichlänge pro Inch bedeutet, also wahlweise 1 Inch, 1/2 Inch und 1/4 Inch, aufgeteilt auf die Gesamtlänge von 1 Inch.

screen_inch

basting_lengths

Wie man gut sehen kann, ist die perfekt gerade Linienführung beim Heften nicht ganz einfach. Beim Heften der drei Lagen eines Quilts spielt dies allerdings auch keine übergrosse Rolle. Die Maschine bringt selbständig Stich für Stich in das Nähgut ein, je nachdem, wo es gerade “hingeschoben” wird. Nun kann man sagen, dass sie dies ja auch beim üblichen Freihandquilten macht. Das stimmt. Doch sind hier die Stichlängen sehr verkürzt und das Führen und daraus resultierende Fadengestalten etwas einfacher.

Und als ich vor einigen Tagen eine neue Arbeit zum Ausgestalten mit Garnen soweit vorbereitet hatte, kam mir bei den groben Schraffuren im Druck ebendiese Heftstichfunktion in den Sinn. Also wagte ich mich heran. Ich wählte sogleich die kleinste Länge von 1/4 Inch an und legte los.

basting_test

Die ersten relativ gerade gehaltenen Linien für die Oberkopfhaare waren recht einfach auszugestalten und das Gefühl für den kleinen Stich und das Führen der Arbeit unter der Nadel bekam ich recht flott in die Finger. Wie schnell sich hier dichte Strukturen sammelten, faszinierte mich.

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Dann versuchte ich einfach ganz locker zu bleiben und ging in die Zeichnungen der Gesichter über. Zwischenzeitlich war ich im Skizzier- und Schraffurmodus angekommen und malte einfach weiter. Wegkommen vom erwarteten Perfektionismus und rein in das ganz freie Gestalten. Es macht wirklich grossen Spass.

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und je nach gewünschter Dichte und Struktur, gehe ich nochmals mit Faden über die bereits gequilteten Flächen

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Die auf der Arbeit entstandenen fünf gleichen Portraits haben durch die Fadenskizzen ein ganz unterschiedliches Aussehen bekommen. Hier spielt der Zufall eine grosse Rolle. Es sind kleinste Nuancen an Strichen Skizzierungen, die diese Veränderungen bewirken. Die winzigsten Finger- und Handbewegungen beim Führen der Arbeit unter der Nadel.

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face_sketch1

Die grosse Arbeitsfläche des Tisches, der Durchlass der BERNINA Q20 und die umfangreiche, direkte Aufsicht auf das Arbeitsstück, die an der Langarmmaschine möglich sind, erlauben ein sehr entspanntes Arbeiten, das eben auch einen konstanten Überblick auf das grosse Ganze ermöglicht. Das erleichtert das Gestalten ungemein.

berninaQ20

BerninaQ20_basting

Zwischenzeitlich sind die fünf verschiedenen “Hommes” fertig ausgestaltet und warten gespannt darauf, was ich weiter mit ihnen anstellen werde.

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homme2

homme1

homme5

 

Die Fadenskizzen haben den Anschein einer dicken Bleistiftschraffur, doch die Plastik, die dabei entsteht, ist eben nur mit Garn möglich. Das macht das Arbeiten des Quiltens so einzigartig. Die BERNINA Q20 schafft selbst bei dieser etwas ungewöhnlichen und zweckentfremdeten Technik ein perfektes Stichbild und reguliert dazu auch hier die Fadenspannung vollautomatisch in Perfektion. Es macht einfach Spass.

Also, alle von Euch, die Ihr zwischenzeitlich auch die Langarmmaschine zu Hause stehen habt, seid mutig und experimentierfreudig, es lohnt sich auch mal vom vorgegebenen und etwas ausgetrampelten Weg abzukommen.

Viele Grüße,

Jutta Hellbach

Schwierigkeitsgrad: Profi
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: Artquilt, Papier, Stoff
Verwendete Produkte:
BERNINA Q 20
BERNINA Q 20
Stickfuss (Tropfenform) # 26
Stickfuss (Tropfenform) # 26

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