Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps September 2017

23. Europäisches Patchwork Treffen

Zum 23. Mal veranstaltet man auch in diesem September wieder im elsässischen Silbertal in Ste Marie-aux-Mines und seinen Nachbarorten das Europäische Patchwork Treffen. Verschiedene Hallen, Säle und Kirchen öffnen ihre Pforten und verwandeln die vier Gemeinden während der vier Tage in eine lebendige Galerie, die sich ganz Patchwork, Quilts und der textilen Kunst widmet. Natürlich besteht auch Gelegenheit, Workshops zu besuchen und sich mit allem, was das Quilterherz begehrt, an einer Vielzahl von Händlerständen einzudecken.

Key Visual

Key Visual

Neben der Ausstellung der ausgewählten Arbeiten aus dem vom Veranstalter organisierten Wettbewerb zum Thema ‘Reise ans Ende der Welt’ gibt es noch weitere, international besetzte Ausstellungen, isgesamt sind es 38. Ich greife an dieser Stelle nur ein paar heraus: Mirjam Pet-Jacobs (NL), Luke Haynes & Co. (USA), Korea Bojagi Forum, The Tentmakers of Cairo (Ägypten), Willy Doreleijers (NL), Brigitte Morgenroth (D), Dijanne Cevaal (Australien), Léa Stansal (F), Paula Nadelstern (USA), Hildegard Müller (D), Val Holmes (F), SAQA, Quilt National, Tradition bis Moderne XI (Patchwork Gilde Deutschland) und, und, und. Am besten, man wirft einen ausführlichen Blick auf die auch in deutscher Sprache vorliegende Website – es gibt da wirklich für jeden Geschmack etwas und es lohnt sich auf jeden Fall, den Event mit seinen 1200 Quilts zu besuchen.

Info:

14. – 17. September 2017

23. Europäisches Patchwork Treffen
Ste Marie-aux-Mines
Frankreich

www.patchwork-europe.eu

Öffnungszeiten:
Do – So: 9.30 – 18 Uhr

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War and Pieced: The Annette Gero Collection of Quilts from Military Fabrics

Website des Museums Detail aus 'Intarsia Quilt with Soldiers and Musicians' unbekannter Künstler, signiert mit 'J.S.J.' Preussen, ca. 1760–1780 The Annette Gero Collection Foto: Tim Connolly, Shoot Studios

Website des Museums (Screenshot)
Detail aus ‘Intarsia Quilt with Soldiers and Musicians’
unbekannter Künstler, signiert mit ‘J.S.J.’
Preussen, ca. 1760–1780
The Annette Gero Collection
Foto: Tim Connolly, Shoot Studios

Ab dem 6. September 2017 präsentiert das American Folk Art Museum in New York City wieder einmal eine spektakuläre Quilt-Ausstellung unter dem Titel ‘War and Pieced: The Annette Gero Collection of Quilts from Military Fabrics’, die erstmals in den USA gezeigt wird. Dahinter verbergen sich 29 Quilts, die ausschliesslich von Männern aus den Wollstoffen militärischer Uniformen in Zeiten von Kriegen im 18. und 19. Jahrhundert angefertigt wurden.

Intarsia Quilt with Soldiers and Musicians unbekannter Künstler, signiert mit 'J.S.J.' Preussen, ca. 1760–1780 Wolle mit Stickgarn; Intarsia, Handapplikationen, Handstickerei 55 x 43" The Annette Gero Collection Foto: Tim Connolly, Shoot Studios, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Intarsia Quilt with Soldiers and Musicians
unbekannter Künstler, signiert mit ‘J.S.J.’
Preussen, ca. 1760–1780
Wolle mit Stickgarn; Intarsia, Handapplikationen, Handstickerei
55 x 43″
The Annette Gero Collection
Foto: Tim Connolly, Shoot Studios, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Quilts stammen vorwiegend aus der einzigartigen Sammlung von Dr. Annette Gero, einer führenden australischen Expertin in Sachen Quilt-Geschichte, die seit 1982 sammelt und von vielen internationalen Museen und wissenschaftlichen Einrichtungen zu Rate gezogen wird, Vorträge hält und ihre Beiträge zu Ausstellungen leistet. Weitere Exponate stammen aus öffentlichen und privaten Sammlungen. Viele der Werke wurden bisher noch nie ausgestellt.

King George III Intarsia Quilt Unbekannter Künstler United Kingdom oder Deutschland Datiert 1766 Wolle mit Stickgarn; Intarsia, Handapplikationen, Handstickerei 106 x 100" Collection Sevenoaks Museum, Kent County Council, United Kingdom Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

King George III Intarsia Quilt
Unbekannter Künstler
United Kingdom oder Deutschland
Datiert 1766
Wolle mit Stickgarn; Intarsia, Handapplikationen, Handstickerei
106 x 100″
Sammlung vom Sevenoaks Museum, Kent County Council, United Kingdom
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Quilts dieser Aussellung sind in mühevoll-sorgfältiger Kleinarbeit angefertigt worden, wobei eine Vielfalt von Techniken zum Einsatz kam. ‘Was diese Quilts noch so ausserordentlich macht, ist, dass sie von Männern geschaffen wurden’, meint die Direktorin des American Folk Art Museums, Dr. Anne-Imelda Radice, und erläutert näher: ‘Männer, die gewöhnlich nicht dazu erzogen wurden, die Kunst des Nähens zu erlernen …

'Turkish Wars' Intarsia Quilt Unbekannter Künstler Wahrscheinlich Südost-Europa Datiert 1719 Wollstoffe von Uniformen; Intarsia, Handapplikationen, Handstickerei 47 x 55" Privatsammlung Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Turkish Wars’ Intarsia Quilt
Unbekannter Künstler
Wahrscheinlich Südost-Europa
Datiert 1719
Wollstoffe von Uniformen; Intarsia, Handapplikationen, Handstickerei
47 x 55″
Privatsammlung
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… beweisen hier ihre Klugheit im Design und ihre manuelle Geschicklichkeit, als sie aus den Stoffen von militärischen Uniformen, Decken und aus ausrangierten Resten Quilts von grosser Schönheit nähten.’ Diese Quilts zeigen uns, dass es ihnen ein Bedürfnis war, sich in Kriegszeiten kreativ zu betätigen und liefern zugleich einen Einblick in das damalige militärische Leben.

Army Uniform Quilt aus der Napoleonischen Ära Unbekannter Künstler Herkunft unbekannt, möglicherweise Preussen Spätes 18. / frühes 19. Jh. Wolle 69 x 55" The Annette Gero Collection Foto: Tim Connolly, Shoot Studios, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Army Uniform Quilt aus der Napoleonischen Ära
Unbekannter Künstler
Herkunft unbekannt, möglicherweise Preussen
Spätes 18. / frühes 19. Jh.
Wolle
69 x 55″
The Annette Gero Collection
Foto: Tim Connolly, Shoot Studios, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die frühesten Exponate in dieser Ausstellung sind bildhafte Quilts, die während der österreichisch-türkischen, preussischen und Napoleonischen Kriege in der sog. Intarsia-Technik angefertigt wurden, einer anspruchsvollen Methode, die in erster Linie von professionellen Schneidern angewandt wurde. Dabei werden Formen ausgeschnitten und ohne Nahtzugabe mit einem Überwindlingsstich zusammengenäht, so dass sie wie die Teile eines Puzzles zusammenpassen. Die Stiche verschwinden in dem gefilzten Flor der schweren Wollstoffe.

Hungarian Soldier’s Intarsia Quilt Unbekannter Künstler Österreich-Ungarn 1820–1830 Wolle mit Stickgarn; Einlegearbeit (Inlaid), Handapplikationen, Handstickerei 46 1/2 x 60" Sammlung Heeresgeschichtliches Museum, Wien Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Hungarian Soldier’s Intarsia Quilt
Unbekannter Künstler
Österreich-Ungarn
1820–1830
Wolle mit Stickgarn; Einlegearbeit (Inlaid), Handapplikationen, Handstickerei
46 1/2 x 60″
Sammlung Heeresgeschichtliches Museum, Wien
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Motive nehmen Bezug auf den Krieg und die sich verändernde Lage. Ein seltenes Beispiel datiert von 1719 und illustriert den Triumph von Österreich über die einfallenden Truppen des ottomanischen Reiches. Andere frühe Werke stellen Soldaten, Musikanten, den habsburgischen Doppeladler, Monumente des Heiligen Römischen Reiches oder Motive aus Sagen und Märchen dar. Manchmal wurden diese Quilts auch von Kriegsgefangenen hergestellt.

Holy Roman Empire Intarsia Quilt Unbekannter Künstler Preussen oder Österreich 1846–1851 Wolle mit Stickgarn; Intarsia, Handapplikationen, Handstickerei 120 x 120" International Quilt Study Center & Museum, University of Nebraska-Lincoln (2011.068.0001) Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Holy Roman Empire Intarsia Quilt
Unbekannter Künstler
Preussen oder Österreich
1846–1851
Wolle mit Stickgarn; Intarsia, Handapplikationen, Handstickerei
120 x 120″
International Quilt Study Center & Museum, University of Nebraska-Lincoln (2011.068.0001)
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Eingewanderte Schneider, wie z.B. der in Ungarn geborene Michael Zumpf, brachten die Intarsia-Technik nach Grossbritannien, wo zwei Meisterwerke während einer Ausstellung im späten 19. Jh. in London grosse Aufmerksamkeit erregten.

The Intellect and Valour of Great Britain Intarsia Quilt Michael Zumpf (ca. 1819–1891) London, England, und Böhmen ca. 1870 Wollstoffe von Uniformen mit Seidenstickgarn; Intarsia, Handstickerei 73 1/4 x 81" The Annette Gero Collection Foto: Tim Connolly, Shoot Studios, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

The Intellect and Valour of Great Britain Intarsia Quilt
Michael Zumpf (ca. 1819–1891)
London, England, und Böhmen
ca. 1870
Wollstoffe von Uniformen mit Seidenstickgarn; Intarsia, Handstickerei
73 1/4 x 81″
The Annette Gero Collection
Foto: Tim Connolly, Shoot Studios, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Eine bekannte Radierung war die Vorlage für die detaillierte Darstellung von britischen militärischen und politischen Führungspersonen und Mitgliedern des Parlaments.

The House of Commons, 1860 Intarsia Quilt Michael Zumpf (ca. 1819–1891) London, England, und Böhmen 1872 Wollstoffe von Uniformen mit Seidenstickgarn; Intarsia, Handstickerei 73 1/4 x 81" The Annette Gero Collection Foto: Tim Connolly, Shoot Studios, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

The House of Commons, 1860 Intarsia Quilt
Michael Zumpf (ca. 1819–1891)
London, England, und Böhmen
1872
Wollstoffe von Uniformen mit Seidenstickgarn; Intarsia, Handstickerei
73 1/4 x 81″
The Annette Gero Collection
Foto: Tim Connolly, Shoot Studios, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die vielleicht am besten bekannten Quilts, die von Soldaten und Regimentsschneidern im 19. Jh., z.B. während des Krim-Konflikts, hergestellt wurden, sind die mit komplexen geometrischen Mustern, die handgenäht sind und aus mindestens 25.000 Stoffteilen bestehen.

Soldier’s Mosaic Quilt Unbekannter Künstler Krim, Indien oder United Kingdom ca. 1850 Wolle mit applizierten Schnüren, Einlegearbeit (Inlaid) 93 1/2 x 75 1/2" International Quilt Study Center & Museum, University of Nebraska-Lincoln (2017.002.0001) Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Soldier’s Mosaic Quilt
Unbekannter Künstler
Krim, Indien oder United Kingdom
ca. 1850
Wolle mit applizierten Schnüren, Einlegearbeit (Inlaid)
93 1/2 x 75 1/2″
International Quilt Study Center & Museum, University of Nebraska-Lincoln (2017.002.0001)
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Es wurde früher vermutet, dass sie als Beschäftigungstherapie für die verwundeten Soldaten in Hospitälern dienten, aber zumindest die elaborierten, gut ausgearbeiten Stücke dürften eher als Zeitvertreib von Schneidern und Soldaten angefertigt worden sein, die diese dann nach ihrer Rückkehr nach Hause ihren Liebsten schenkten.

Soldier’s Quilt with Incredible Border Unbekannter Künstler Indien ca. 1855–1875 Wollstoffe von Uniformen mit Perlen; handapplizierte Perlenstickerei, geschichtete Applikation am Rand 82 x 88" The Annette Gero Collection Foto: Tim Connolly, Shoot Studios, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Soldier’s Quilt with Incredible Border
Unbekannter Künstler
Indien
ca. 1855–1875
Wollstoffe von Uniformen mit Perlen; Handapplikation, Perlenstickerei, geschichtete Applikationen am Rand
82 x 88″
The Annette Gero Collection
Foto: Tim Connolly, Shoot Studios, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Es gibt weniger als 100 dieser Quilts auf der Welt und keiner gleicht dem anderen’, sagt Dr. Annette Gero. Sie wurden als Erbstücke geschätzt und aufbewahrt und haben kaum das Tageslicht gesehen – bis heute. Die unglaubliche Schönheit dieser Quilts wird noch durch ihre Entstehungsgeschichte unterstrichen, wenn man bedenkt, unter welchen Umständen sie entstanden und welches Bedürfnis die Soldaten, verwundet oder gefangen, hatten, etwas Schönes zu schaffen, um es der Angst und dem Schrecken des Krieges entgegenzusetzen.

Soldier’s Quilt: Square within a Square Unbekannter Künstler Artist unidentified Krim, Indien oder United Kingdom ca. 1850–1880 Wollstoffe, wahrscheinlich von Militäruniformen 86 x 66" Sammlung vom American Folk Art Museum, New York Geschenk von General Foods, 1986.7.1 Foto: Schecter Lee, New York Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Soldier’s Quilt: Square within a Square
Unbekannter Künstler
Krim, Indien oder United Kingdom
ca. 1850–1880
Wollstoffe, wahrscheinlich von Militäruniformen
86 x 66″
Sammlung vom American Folk Art Museum, New York
Geschenk von General Foods, 1986.7.1
Foto: Schecter Lee, New York
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das American Folk Art Museum, New York, organisierte diese Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem International Quilt Study Center & Museum, University of Lincoln-Nebraska, wo sie nochmals vom 25. Mai bis 16. September 2018 ausgestellt wird.

Unbekannter Künstler Indien ca. 1860–1870 Wolle mit Perlen; Einlegearbeit (Inlaid), Handapplikation, Perlenstickerei 63 x 63" The Annette Gero Collection Foto: Tim Connolly, Shoot Studios, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Unbekannter Künstler
Indien
ca. 1860–1870
Wolle mit Perlen; Einlegearbeit (Inlaid), Handapplikation, Perlenstickerei
63 x 63″
The Annette Gero Collection
Foto: Tim Connolly, Shoot Studios, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kuratiert wurde sie von Dr. Annette Gero und Stacy C. Hollander, der Chef-Kuratorin des American Folk Art Museums.

Soldier’s Quilt Unbekannter Künstler Krim, Indien oder United Kingdom 1850–1875 Wolle; Einlegearbeit (Inlaid), Handapplikation 58 x 58" Sammlung vom Denver Art Museum Neusteter Textile Collection, Geschenk von Vicki und Kent Logan: Erworben zu Ehren von Alice Zrebiec mit Mitteln von Nancy Lake Benson, 2015.2 Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Soldier’s Quilt
Unbekannter Künstler
Krim, Indien oder United Kingdom
1850–1875
Wolle; Einlegearbeit (Inlaid), Handapplikation
58 x 58″
Sammlung vom Denver Art Museum Neusteter Textile Collection, Geschenk von Vicki und Kent Logan:
Erworben zu Ehren von Alice Zrebiec mit Mitteln von Nancy Lake Benson, 2015.2
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung wird von einer 240 Seiten umfassenden illustrierten Publikation begleitet:
Wartime Quilts: Appliqués and Geometric Masterpieces from Military Fabrics von Annette Gero, erhältlich im Museumsshop.

Info:

6. September 2017 – 7. Januar 2018

War and Pieced: The Annette Gero Collection of Quilts from Military Fabrics

American Folk Art Museum
2 Lincoln Square
(Columbus Avenue between 65th and 66th Streets)
New York, NY 10023
USA

www.folkartmuseum.org

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Netsuke und Sagemono

Ab dem 2. September 2017 öffnet das Museum für Ostasiatische Kunst Köln nach Umbau- und Sanierungsmassnahmen wieder einen Teil des Hauses und präsentiert den Besuchern (neben einem Teil der Sammlung) ganz bezaubernde japanische ‘Köstlichkeiten’: Netsuke und Sagemono.

Zweiteiliges Inrô mit Gerätschaften, als Dekor Shitan-Holz, Elfenbein (Schnurführung), Lack. Japan, 19. Jh. Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Zweiteiliges Inrô mit Gerätschaften, als Dekor Shitan-Holz, Elfenbein (Schnurführung), Lack. Japan, 19. Jh.
Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien
Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Da der Kimono, das traditionelle japanische Gewand, keine Taschen hat, kamen ab dem 17. Jahrhundert Sagemono (‘Hängesachen’) in Mode, die zur Aufbewahrung persönlicher Utensilien wie zum Beispiel Medizin, Tabak und Pfeife, Geld, Namensstempel und Stempelfarbe Verwendung fanden.

Japanische Hirschkuh mit Jungtier. Netsuke, Künstler: Okatomo (Kyoto). Japan, um 1800. Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Japanische Hirschkuh mit Jungtier. Netsuke, Künstler: Okatomo (Kyoto). Japan, um 1800.
Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien
Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Über eine Schnur wurden die Sagemono mit einem Netsuke aus geschnitztem Wurzelholz, Elfenbein, Wal- oder Walrosszahn, Horn oder Holz verbunden. Bei der Aufhängung am Gürtel diente das Netsuke als Gegengewicht und sorgte dafür, dass das Sagemono in Position gehalten wurde.

Ein Vasall reitet rückwärts auf einem galoppierenden Eber. Gleiches Motiv auf Tonkotsu, Kiri-Holz mit Elfenbein-Relief und Netsuke aus Elfenbein. Japan, Edo-Zeit (1602–1868). Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Ein Vasall reitet rückwärts auf einem galoppierenden Eber. Gleiches Motiv auf Tonkotsu, Kiri-Holz mit Elfenbein-Relief und Netsuke aus Elfenbein. Japan, Edo-Zeit (1602–1868).
Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien
Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Das Schnitzen von Netsuke entwickelte sich zu einer eigenen Kunstform. Entsprechend tragen viele Netsuke eine Künstlersignatur. Die Miniaturkunstwerke stellen oftmals …

Päonie, Netsuke, Elfenbein, sig.: Yoshiyuki. Japan, Edo-Zeit (1602–1868). Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Päonie, Netsuke, Elfenbein, sig.: Yoshiyuki. Japan, Edo-Zeit (1602–1868).
Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien
Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

… populäre Glückssymbole oder die Tiere des Tierkreises, aber auch erotische Motive dar. Sie bestechen durch ihren Einfallsreichtum und ihren subtilen Humor, aber auch durch ihre handwerkliche Perfektion.

Pfeife mit figürlichen Schnitzereien aus Hirschhorn. Silberne Pfeife mit Hasen, Herbstblumen, Hahn und Henne als Dekor. Senryuzutsu in Gestalt eines langbeinigen Mannes. Japan, Edo-Zeit (1602–1868). Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Pfeife mit figürlichen Schnitzereien aus Hirschhorn. Silberne Pfeife mit Hasen, Herbstblumen, Hahn und Henne als Dekor. Senryuzutsu in Gestalt eines langbeinigen Mannes. Japan, Edo-Zeit (1602–1868).
Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien
Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung im Museum für Ostasiatische Kunst Köln präsentiert ausgewählte Netsuke und Sagemono aus Museums- und Privatbesitz. Zu den Leihgebern zählen Sammler aus Deutschland, Belgien, Frankreich und den Niederlanden, denen das Museum zu grossem Dank verpflichtet ist. Herzlicher Dank gebührt Trudel Klefisch, die für Ausstellung und Katalog verantwortlich zeichnet, ausserdem Adrian Heindrichs vom Kunsthaus Lempertz, der auf allen Ebenen wichtige Hilfe leistete. Das Projekt wurde durch die Kölner Auktionshäuser Lempertz und Van Ham grosszügig unterstützt.

Seemann mit 'pantalon à pont'. Netsuke, Elfenbein. Japan, 17./18. Jh. Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Seemann mit ‘pantalon à pont’. Netsuke, Elfenbein. Japan, 17./18. Jh.
Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien
Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Ich selbst bin 2011 zum ersten Mal über die reizenden Netsuke ‘gestolpert’ – und möchte daher (für alle, die es noch nicht kennen) gleich noch eine Leseempfehlung geben, der Klappentext des Buches fasst es treffend zusammen:

Zweiteiliges Manjû mit Frühling- und Herbstdekor, Elfenbein. Japan, Edo-Zeit (1602–1868). Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Zweiteiliges Manjû mit Frühling- und Herbstdekor, Elfenbein. Japan, Edo-Zeit (1602–1868).
Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien
Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

‘264 Netsuke, Miniatur-Schnitzereien aus Holz und Elfenbein aus Japan, liegen in der Vitrine des britischen Keramikkünstlers Edmund de Waal, Nachkomme der jüdischen Familie Ephrussi. Wie sie dorthin gelangten, erzählt de Waal in einem Erinnerungsbuch, das vom Paris der Belle Epoque ins Wien des Fin de siecle führt und vom Tokio der 1950er Jahre über Odessa nach London.’ Diese aussergewöhnliche Familiengeschichte trägt den Titel ‘Der Hase mit den Bernsteinaugen’ und ist beim Zsolnay Verlag, Wien, erschienen. Aber Vorsicht, hat man einmal angefangen zu lesen, sollte man Zeit haben, denn aufhören ist schwer …

Der taoistische Kriegsgott Kwan’u. Netsuke, Künstler: Yoshimura Shuzan (zugeschrieben). Japan, 18. Jh. Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Der taoistische Kriegsgott Kwan’u. Netsuke, Künstler: Yoshimura Shuzan (zugeschrieben). Japan, 18. Jh.
Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien
Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Meine zweite Begegnung mit Netsuke fand in Birmingham statt, wo in der dortigen Kunstgalerie (Museum & Art Gallery) einige Vitrinen mit den faszinierenden japanischen Miniatur-Schnitzereien zu bestaunen waren. Ich war hin und weg!

Der Glücksgott Hotei in seinem Sack. Gleiches Motiv auf Metall-Manjû mit Ojime. Japan, Edo-Zeit (1602–1868). Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Der Glücksgott Hotei in seinem Sack. Gleiches Motiv auf Metall-Manjû mit Ojime. Japan, Edo-Zeit (1602–1868).
Foto: Jean Marie Colrat, St. Gratien
Foto freundlicherweise vom Museumsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt

Wer sich dafür interessiert – hier sind Links:

www.bmagic.org.uk

www.netsuke.org

www.wikipedia.org

Info:

2. September – 27. Oktober 2017

Netsuke und Sagemono

Museum für Ostasiatische Kunst Köln
Universitätsstrasse 100
50674 Köln
Deutschland

www.museum-fuer-ostasiatische-kunst.de

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Riga Quilt Festival 2017

Noch bis zum 9. September 2017 veranstaltet die lettische Gilde ‘Latvia Quilting’ das 9. Internationale Quilt Festival in Riga.

Flyer

Flyer

Wie schon in den vergangenen Jahren – hier geht es beispielsweise zu einem meiner früheren Berichte – gibt es verschiedene Quiltausstellungen zu sehen: ‘Living Green’ lautet das Thema für die lettischen Quilts und mit ‘Roots’ war der internationale Mini-Quilt-Wettbewerb überschrieben. Dann sind jede Menge Kissen zu sehen und die französische Gilde ‘France Patchwork’ widmet ihre Ausstellung traditionellen Arbeiten, um nur einiges zu nennen.

Info:

19. August – 9. September 2017

Riga Quilt Festival 2017

Culture Palace Ziemeļblāzma
36 Ziemeļblāzmas Street
Riga
Lettland

www.latviaquilting.lv

Finissage:
So, 10. September 2017, 12 Uhr

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Bosna Quilt

Vom 2. – 17. September 2017 findet bei ‘art textil sent’ die 10. Ausstellung statt. Diese soll etwas Besonderes werden! Diesmal zeigt Beatrice Lanter nicht eine einzelne Künstlerin, sondern ein gelungenes Zusammengehen von verschiedenen Kräften.

Einladungskarte

Einladungskarte

1993 ist in einem Flüchtlingslager bei Feldkirch in Vorarlberg (Österreich) ein grossartiges Projekt entstanden. Die Malerin Lucia Lienhard-Giesinger begann, mit geflohenen bosnischen Frauen Quilts herzustellen. Alle mussten neue Wege beschreiten. Die Malerin wandte sich dem Textilen zu – die Frauen lernten Stoff zu verarbeiten. Lucia machte die Entwürfe – die Frauen nähten die Stoffe zusammen, haben das Steppen übernommen und daraus ganz schnell ihre eigene Kunst entwickelt.

Die ersten Bosna Quilts entstanden! Sie waren wunderschön in ihrer Erscheinung, mit einer unglaublichen Ausstrahlung und Kraft. Lucia Lienhard-Giesinger organisierte Ausstellungen und viele Quilts fanden schnell eine neues Zuhause. Das Projekt wurde europaweit viel beachtet. Die regelmässige Beschäftigung hat den Flüchtlingsfrauen geholfen, diese schwierige Zeit – fern von ihrer Heimat – zu überstehen. Das kreative Tun hat sie ermutigt, mitten in dieser gewaltigen Verunsicherung neue Schritte zu wagen.

Bosna Quilt 06-2016 grün Quadrate 001 Foto freundlicherweise von Beatrice Lanter zur Verfügung gestellt

Bosna Quilt 06-2016 grün Quadrate 001
Foto freundlicherweise von Beatrice Lanter zur Verfügung gestellt

1998 begann das zweite Kapitel dieser unglaublichen Geschichte. Zwei Heimkehrende haben das Projekt mitgenommen. Seither entstehen die Quilts in Bosnien, in Gorazde. Zwölf Frauen haben sich zu versierten Quilterinnen entwickelt. Das Projekt verhilft ihnen in dieser schwierigen Zeit – die Arbeitslosigkeit ist in Bosnien sehr gross – zu einem gesicherten Teileinkommen. Es hat die Frauen auch zusammengeschweisst und gibt ihnen viel Selbstvertrauen. Die Quilts sind aus deren Leben nicht mehr wegzudenken.

Das gemeinsame Engagement von verschiedensten Menschen war von Anfang an auch in den Werken spürbar – sicher hat die Ausstrahlung der Quilts etwas damit zu tun. Es haben sich, neben den Erwähnten, ja auch viele andere für das Gelingen dieses Projekts eingesetzt.

Bosna Quilt 06-2016 rot altrosa grau 001 Foto freundlicherweise von Beatrice Lanter zur Verfügung gestellt

Bosna Quilt 06-2016 rot altrosa grau 001
Foto freundlicherweise von Beatrice Lanter zur Verfügung gestellt

Nach wie vor ist das Bosna-Quilt-Abenteuer ein Engagement über alle Grenzen hinweg. Die fertigen Quilts kommen nämlich zurück nach Österreich und Lucia kümmert sich um die Ausstellungen. Seit 2012 gibt es in Bregenz (Österreich) auch die Bosna Quilt Werkstatt, wo die Werke entworfen und später auch verkauft werden.

Nun gehen die Quilts einmal mehr auf die Reise, diesmal ins Schweizerische Unterengadin, nach Sent. Beatrice Lanter ist davon überzeugt, dass auch die Besucherinnen und Besucher ihrer Galerie ‘art textil sent’ dem Zauber dieser Arbeiten erliegen werden – diesem mehrschichtigen, magischen Zusammenspiel von Farbe und Stichen, diesem Zusammenfinden von Gestalterinnen aus verschiedenen Kulturen – und freut sich auf regen Besuch.

Info:

2. – 17. September 2017

Bosna Quilt

art textil sent
Stron 277
7554 Sent
Schweiz

www.beatrice-lanter.ch
www.bosnaquilt.at

Öffnungszeiten:
Di – So: 12 – 18 Uhr

Vernissage:
Sa, 2. September 2017, 14 Uhr

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KUNSTstoff – TextilART

Einladung 1

Einladung 1

Die Ausstellung KUNSTstoff – TextilART widmet sich Künstlerinnen und Künstlern, die grossformatige Werke und Installationen mit textilen Materialien erarbeiten. Dabei kommen selbst gewebte Stoffe, Secondhand-Kleidung, Industrietextilien oder chemisch veränderte Stoffe zum Einsatz. Deren Eigenschaften reichen von fragiler Transparenz über vielschichtige Strukturen bis hin zu unübersehbarer Leuchtkraft zäher Stofflichkeit.

Einladung 2

Einladung 2

Allen künstlerischen Positionen ist die Faszination an den scheinbar unendlichen Möglichkeiten des Materials gemein, die aufgespürt, ausgereizt und bis an ihre Grenzen genutzt werden. Folgende Fotos, die mir die in Köln lebende Künstlerin Ulli Böhmelmann freundlicherweise zur Verfügung stellte, verdeutlichen dies:

Ulli Böhmelmann: Installation Akkumulation aus Vliesstoff im Kunstturm Mücke Foto freundlicherweise von Ulli Böhmelmann zur Verfügung gestellt

Ulli Böhmelmann: Installation Akkumulation aus Vliesstoff im Kunstturm Mücke
Foto freundlicherweise von Ulli Böhmelmann zur Verfügung gestellt

Über ihre Installationen findet man auf ihrer Website beispielsweise folgenden Text von Nicole Geske:

‘Leitmotiv der Installationen von Ulli Böhmelmann ist es, die von ihr erspürte und subjektiv gedeutete Atmosphäre eines Ortes ästhetisch zu präzisieren. Die ausgewählten Orte dienen dabei nicht als Ausstellungsräume im üblichen Sinne, denn es sind keine autarken Kunstwerke darin zu finden. Das Kunstgeschehen ereignet sich vielmehr als symbiotisches Ineinandergreifen von Raum und Objekten. Letztere ergreifen nicht als bevorrechtigte Kunstwerke Besitz vom Raum, sondern ….

Ulli Böhmelmann: Installation Akkumulation aus Vliesstoff im Kunstturm Mücke Foto freundlicherweise von Ulli Böhmelmann zur Verfügung gestellt

Ulli Böhmelmann: Installation Akkumulation aus Vliesstoff im Kunstturm Mücke
Foto freundlicherweise von Ulli Böhmelmann zur Verfügung gestellt

… gelten als gleichrangiges Medium. Während die Form- und Farbgebung der eigens für einen Ort angefertigten Objekte dessen atmosphärische Qualitäten vertiefen, stellt ihre Konstruktionsweise faktische Raumverbindung her. So schließen Hohlkörper den umgebenden Raum als Innenraum in sich ein. Das lichtdurchlässige Material ermöglicht es den Objekten zudem, künstliches Licht abzugeben oder Umgebungslicht in ihr Inneres aufzunehmen, was ihnen ein unstoffliches, ätherisches Aussehen verleiht. …’

Ulli Böhmelmann: Installation Akkumulation aus Vliesstoff im Kunstturm Mücke Foto freundlicherweise von Ulli Böhmelmann zur Verfügung gestellt

Ulli Böhmelmann: Installation Akkumulation aus Vliesstoff im Kunstturm Mücke
Foto freundlicherweise von Ulli Böhmelmann zur Verfügung gestellt

Als nächste Künstlerin ist Daniela Bergschneider aus Paderborn zu nennen, deren Ausstellung ‘Sprout’, auf die ich hier schon einmal hingewiesen hatte, mir eindrücklich in Erinnerung geblieben ist. Daniela Bergschneider (geb. 1986), die Mode-Textil-Design und Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Paderborn und Textildesign an der HAW Hamburg studieıte und sich darüber hinaus im Jahr 2015 in der Klasse für Bildhauerei an der Kunsthochschule Mainz eingeschrieben hatte, verfolgt ebenfalls einen ganz eigenen Ansatz in ihrem Schaffen.

Daniela Bergschneider: o.T. 2015 Stoff, Holzstäbe, gefärbt, 160 x 125 x 25 cm Foto freundlicherweise von Ulli Böhmelmann zur Verfügung gestellt

Daniela Bergschneider: o.T.
2015
Stoff, Holzstäbe, gefärbt, 160 x 125 x 25 cm
Foto freundlicherweise von Ulli Böhmelmann zur Verfügung gestellt

Durch vielfältige Manipulationen überführt sie ihr textiles Material ins Organische und erschafft Gebilde, die z.B. an Flechten oder Kristalle erinnern und lässt Natürliches mit Künstlichem verschwimmen. Es erinnert an Wachstumsprozesse, an Werden und Vergehen, gestoppt in einer Art Zwischenstadium, einer Momentaufnahme. Ihre Objekte scheinen an Wänden und Ecken entlang zu wachsen, zu wuchern – ein spannender Dialog mit dem Raum und dem Betrachter entwickelt sich.

Daniela Bergschneider: o.T. 2014 Stoff, ausgebrannt, 320 x 170 x 40 cm Foto freundlicherweise von Ulli Böhmelmann zur Verfügung gestellt

Daniela Bergschneider: o.T.
2014
Stoff, ausgebrannt, 320 x 170 x 40 cm
Foto freundlicherweise von Ulli Böhmelmann zur Verfügung gestellt

Auch die japanische Künstlerin Kaoru Hirano, Jahrgang 1975, machte mit letztjährigen Ausstellungen in Augsburg und Bocholt auf sich aufmerksam. Sie dröselt Second-Hand-Kleidung bis auf die Fäden auf und verbindet die Fäden wieder so, dass sie eine schemenhafte Skulptur formen, wobei eine überraschende Ästhetik neu ensteht.

Kaoru Hirano: Ohne Titel Foto freundlicherweise von Ulli Böhmelmann zur Verfügung gestellt

Kaoru Hirano: Ohne Titel
Foto freundlicherweise von Ulli Böhmelmann zur Verfügung gestellt

Sie spüre so den Erinnerungen der Textilien nach, erläuterte der Kurator der Bochumer Ausstellung, Martin Schmidt, und erzeuge mit ihren Objekten Assoziationsräume, die sich auf die Menschen, die einst die nun umgearbeitete Kleidung getragen haben, bezögen. Eine Form moderner Kunst, ‘die in ihrer Suche nach Form und Sinn eine eindrucksvolle technische Finesse mit höchster ästhetischer Ausdruckskraft verbindet’, so Schmidt. Konkrete Kleidung verwandelt in abstrakte Kunst.

Kaoru Hirano: Ohne Titel Foto freundlicherweise von Ulli Böhmelmann zur Verfügung gestellt

Kaoru Hirano: Ohne Titel, Detail
Foto freundlicherweise von Ulli Böhmelmann zur Verfügung gestellt

Beteiligt sind ausserdem:
Alexandra Deutsch, Wiesbaden
Reinhold Engberding, Quickborn-Heide
Jens J. Meyer, Essen
Andrea Ostermeyer, Mannheim

Die Ausstellung wird vom Kunstverein Gelsenkirchen organisiert.

Info:

3. September – 5. November 2017

KUNSTstoff – TextilART

Kunstmuseum Gelsenkirchen – Alte Villa
Horster Strasse 5-7
45897 Gelsenkirchen
Deutschland

www.gelsenkirchen.de

Öffnungszeiten:
Di – So: 11 – 18 Uhr

Ausstellungseröffnung:
So, 3. September 2017, 11.30 Uhr

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Crossover

Unter dem Titel ‘Crossover’ findet vom 12. – 19. September 2017 ein Textile Art Festival in Borås (Schweden) statt, in dessen Mittelpunkt die vom Textilmuseet / Textile Museum of Sweden und der Stadt Borås ausgerichtete diesjährige Konferenz des ETN (European Textile Network) steht. In der Stadt und ihrer Umgebung gibt es eine Vielzahl von Veranstaltungen – Ausstellungen, Vorträge und Workshops – deren besonderer Schwerpunkt auf nachhaltiger Kreativität und Innovation innerhalb von Textilkunst und Design liegt. Das genaue Proramm findet sich (auch auf Englisch) auf der Website des Museums.

Key Visual

Key Visual

Von Museumsseite aus begleitet wird das Festival durch die Ausstellung ‘Equation’ von Faig Ahmed aus Aserbaidschan, die noch bis zum 24. September 2017 dauert und auf die ich hier bereits ausführlich hingewiesen hatte, sowie durch die neue Schau grossformatiger Werke unter dem Titel ‘Everyday Matter – The Value of Textile Art’, die am 16. September 2017 eröffnet wird. Bis zum 28. Januar 2018 dreht sie sich um Materialien aus dem Alltag und den langsamen Prozess, den die verschiedenen textilen Techniken bei der Herstellung textiler Kunst durchlaufen. Hierzu wurden zehn Textilkünstler aus den skandinavischen Ländern eingeladen.

Info:

12. – 19. September 2017
Crossover

6. Mai – 24. September 2017
Equation – Faig Ahmed

16. September 2017 – 28. Januar 2018
Everyday Matter – The Value of Textile Art

Textilmuseet / Textile Museum of Sweden
Skaraborgsvägen 3A
506 30 Borås
Schweden

www.textilmuseet.se

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FrauenZimmer 2017

Textile Kunst ist untrennbar mit Frauen verbunden und muss sich doch ihre Anerkennung in der Öffentlichkeit und Kunstwelt immer wieder erkämpfen. Sie eignet sich wie kaum eine andere, weibliche Lebensthemen, An-Sichten und Frauenleben abzubilden – im wahrsten Sinne des Wortes zu verkörpern.

Textile Artefakte sind Speicher weiblicher Geschichten, Gesichter und Schicksale ganzer Generationen. Textilien umhüllen uns, sind uns zweite Haut oder Maske und Verwandlung, und ihre Herstellung gleicht sich auf allen Kontinenten dieser Erde. Doch textile Objekte, so vielschichtig wie ihre Schöpferinnen, spiegeln zugleich auch den Zeitgeist, werden zum Ausdruck politischer Bewegungen.

Einladung

Einladung

Vom 2. September – 15. Oktober 2017 präsentieren in der von der Hennefer Faserkünstlerin Ricarda Aßmann organisierten Ausstellung in der Kunsthalle des JungenForumKunst Siegburg e.V. 20 Filz- und Textilkünstlerinnen aus 6 Nationen ihre zum Teil sehr persönlichen Objekte und Installationen.

Am 3. September 2017 demonstrieren mitten in der Ausstellung vier Künstlerinnen den ganzen Tag live und zeitgleich ihre speziellen Techniken Schritt-für-Schritt. Vorangemeldete Besucherinnen und Besucher erhalten so die einmalige Gelegenheit, den Künstlerinnen über die Schulter zu schauen und ihnen Fragen zur Arbeitsweise zu stellen. Eine Fülle von Anregungen, Inspirationen und fachlicher Austausch!

Ricarda Aßmann: Nana-na! Foto: Ricarda Aßmann

Ricarda Aßmann: Nana-na!
Foto: Ricarda Aßmann

Bei Kira Outembetova geht es um die Möglichkeiten des Malens auf Filz; auf der Basis ungarischer Filztradition fertigt Kinga Huszti eine modern interpretierte Kopfbedeckung; die Leipziger Künstlerin Yvonne Zoberbier lässt nur 4 – 5 cm grosse Figurinen und Büsten entstehen und Ricarda Aßmann collagiert aus Filzen eine Nana-Frauenfigur à la Niki de Sainte Phalle, vollendet mit freier Maschinenstickerei.

Die Veranstaltung wird von weiteren Workshop-Angeboten begleitet (siehe unten).

Info:

2. September – 15. Oktober 2017

FrauenZimmer 2017

JUNGES FORUM KUNST SIEGBURG e.V.
Luisenstrasse 80
53721 Siegburg
Deutschland

www.jungesforumkunst.de
www.filzfrau.de

Öffnungszeiten:
Täglich: 11 – 19 Uhr

Vernissage:
Sa, 2. September 2017, 17 Uhr

Workshops:
Ricarda Aßmann: Kapsel-Miniaturen, 16. September 2017
Karen Betty Tobias: Freies Sticken – Portrait auf Filz, 1. Oktober 2017
Sandra Struck-Germann: Gesichter der Seele, 7. Oktober 2017
Info und Anmeldung über FilzFrau – Ricarda Aßmann

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manu factum 2017

Seit mehr als 50 Jahren veranstaltet das Land Nordrhein-Westfalen die Landesausstellung nach einem vorgängigen Wettbewerb und zeichnet alle zwei Jahre mehrere Sieger aus dem Kunsthandwerk mit dem begehrten Preis ‘manu factum’ für ihre herausragende Leistung aus. Eine Jury trifft eine Vorauswahl aus Kategorien wie z.B. Wohnen, Möbel, Schmuck, Skulptur oder Kleidung und zum ersten Mal auch künstlerische Medien. Insgesamt gab es 450 Bewerbungen; Spitzenreiter mit jeweils über hundert Einreichungen sind die Kategorien Schmuck und Skulptur.

Konrad Koppold aus Leverkusen, asymmetrische Gefässe aus gedrechseltem Eichenholz. Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Konrad Koppold, Leverkusen: asymmetrische Gefässe aus gedrechseltem Eichenholz.
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Staatspreis rückt das Unikat, das handgefertigte Einzelstück, die genuine schöpferische Leistung in den Mittelpunkt. Wettbewerb und Ausstellung werden gemeinsam von der Landesregierung und der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks NRW durchgeführt. Garant für die Qualität ist ein zweistufiges anonymisiertes Verfahren; nach Vorauswahl durch eine Fachjury entscheidet eine weitere Kommission aus Vertretern des (Kunst-)Handwerks, der Wissenschaft, der Architektur und der Museen sowie der Ministerien und der Staatskanzlei über die Vergabe der Preise.

Gewonnen haben diesmal:

Konrad Koppold aus Leverkusen, gelernter Tischler und Innenarchitekt, überzeugte im Themenfeld Wohnen mit seinen asymmetrischen Gefässen aus gedrechseltem Eichenholz.

Ira Marom ist Konzept-Künstler aus Köln mit israelischen Wurzeln. Seine in der Kategorie Medien ausgezeichnete Arbeit zeigt eine Serie von Portraits geflüchteter Menschen, gedruckt in Sand und auf Erde. Dabei wird die vom Sand-Media-Drucker erzeugte Fotovorlage freskal in eine feuchte Erdtafel eingelassen.

Ira Marom, Köln: Serie von Portraits geflüchteter Menschen, gedruckt in Sand und auf Erde. Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ira Marom, Köln: Serie von Portraits geflüchteter Menschen, gedruckt in Sand und auf Erde.
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Siegerin im Bereich Skulptur ist Barbara Hattrup aus Salzkotten mit ihrer variablen Wandinstallation aus verschiedenen Faserkacheln. Die studierte Textilgestalterin hat bei ihrem Objekt Rindenbast des Papiermaulbeerbaumes verarbeitet und so Leichtigkeit und Transparenz vereint.

Barbara Hattrup, Salzkotten: variable Wandinstallation aus verschiedenen Faserkacheln. Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Barbara Hattrup, Salzkotten: variable Wandinstallation aus verschiedenen Faserkacheln.
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ulrike Becker aus Münster entwarf einen Beistelltisch aus pulverbeschichtetem Stahl mit Einlege-Tablett. Die Tischlerin und Projektgestalterin (HWK) überzeugte die Jury im Bereich Möbel mit ihrem demonstrativ logischen, einfachen und nahbaren Stück.

Ulrike Becker, Münster: Beistelltisch aus pulverbeschichtetem Stahl mit Einlege-Tablett. Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ulrike Becker, Münster: Beistelltisch aus pulverbeschichtetem Stahl mit Einlege-Tablett.
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Themenbereich Schmuck schuf Alessa Joosten aus Düsseldorf eine grafische und zugleich skulpturale Kette aus Holz. Die Arbeit der Schmuckdesign-Studentin entspricht durch die Verwendung eines nachwachsenden Rohstoffs einem nachhaltigen Gestaltungsgedanken. Durch das geringe Gewicht des natürlichen Materials verfügt das Schmuckstück trotz seiner Grösse über Leichtigkeit.

Alessa Joosten, Düsseldorf: grafische und zugleich skulpturale Kette aus Holz. Foto: Tamara Hansen Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Alessa Joosten, Düsseldorf: grafische und zugleich skulpturale Kette aus Holz.
Foto: Tamara Hansen
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Bereich Kleidung wurde diesmal kein Preis vergeben.

Insgesamt 135 Arbeiten werden im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) vom 9. September – 5. November 2017 ausgestellt. Die Besucher können sich auf eine Fülle kreativer Ideen und beeindruckender freier künstlerischer Arbeiten freuen. Diese Bandbreite macht den Reiz der zeitgenössischen Ausstellung aus, die ebenso als Plattform für den Austausch mit anderen Kreativen dient.

Die Preisträgerinnen und Preisträger werden am 9. September 2017 in einer Feierstunde für geladene Gäste von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart persönlich ausgezeichnet und dürfen sich jeweils über 10.000 Euro freuen.

Info:

10. September – 5. November 2017

manu factum 2017 – Staatspreise im Kunsthandwerk NRW

Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Hansastrasse 3
44137 Dortmund
Deutschland

www.dortmund.de

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Neues von Gabi Mett

Die international bekannte Textilkünstlerin Gabi Mett aus Essen ist an den beiden vorher genannten Ausstellungen (‘FrauenZimmer – Weibsbilder – Textile Geschichten’ und ‘manu factum’) beteiligt und freut sich sehr, dabei zu sein. Nun war ich neugierig und habe mal nachgefragt:

Bei ‘manu factum’ hat sie einen Quilt mit dem Titel ‘Kultplatz’ eingereicht:

 Gabi Mett: Kultplatz 2017 137 x 146 cm Baumwolle, Vlies, Stickgarne Wholeclothquilt, maschinen- und handgequiltet Foto: Gabi Mett, freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Gabi Mett: Kultplatz
2017
137 x 146 cm
Baumwolle, Vlies, Stickgarne
Wholeclothquilt, maschinen- und handgequiltet
Foto: Gabi Mett, freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Ausgangspunkt für diese Arbeit waren kleine Stickereien, die die Künstlerin zusammengelegt und fotografiert hat, sowohl von vorne als auch von hinten. Dann wurden diese Fotos digital weiterbearbeitet. Anschliessend traf sie eine Auswahl und liess diese professionell auf Stoff drucken, wobei nicht ganz klar war, wie das Ergebnis aussehen würde. Gabi räumte dem Zufall einen grossen Platz ein. Spannend!

Gabi schreibt mir, wie es weiterging: ‘Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden, allerdings stand ich dann vor der Herausforderung, wie ich diese Fläche nun weiterbearbeite. Ich habe den Strassenplan aus meiner Kindheit dem Maschinenquilten zu Grunde gelegt. Mit dickerem Garn wurden besondere Elemente hervorgehoben.’

Gabi Mett: Kultplatz, Detail Foto: Gabi Mett, freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Gabi Mett: Kultplatz, Detail
Foto: Gabi Mett, freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Da sich ihre Arbeiten seit Langem mit dem Thema des Ursprungs und damit auch mit Ritualen und Kult beschäftigen, erhielt die Arbeit den Namen ‘Kultplatz’. ‘Es ist der zweite Quilt’, fährt die Künstlerin fort, ‘den ich auf diese Art und Weise gestaltet habe. Es werden sicherlich noch weitere folgen.’

Vier ihrer Arbeiten sind in Siegburg zu sehen. Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus einer grösseren Arbeit mit dem Titel ‘Woran glaubst du?’, die zwischen 2015 und 2017 entstanden und insgesamt 200 x 37 cm gross, handgenäht und gestickt ist und aus Leinen, Baumwolle und unterschiedlichsten alten textilen Materialien besteht.

Gabi Mett: Woran glaubst du?, Detail Foto: Gabi Mett, freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Gabi Mett: Woran glaubst du?, Detail
Foto: Gabi Mett, freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Die oben genannten kleinen Stickereien – sie sind als Amulette gedacht und an die 300 hat Gabi Mett in den letzten zwei Jahren gefertigt und bestickt – haben ihren Platz auf einem alten Tuch aus Leinen gefunden. Mit alten roten Handarbeitsgarnen wurde dieses Objekt gestickt. Diese Elemente waren der Ausgangspunkt für den Quilt von ‘manu factum’.

Gabi Mett: Amulette 2, Detail Foto: Gabi Mett, freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Gabi Mett: Amulette 2, Detail
Foto: Gabi Mett, freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Vielen Dank, liebe Gabi, für diesen aufschlussreichen Einblick in Deine Arbeit, die uns auch ein bisschen zeigt, wie beispielsweise eine Serie entsteht und alles ineinander greift.

Info:

www.gabi-mett.de

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Und noch mehr Molakana im FORUM MOLA-KUNST

Das Textilmuseum FORUM MOLA-KUNST in Bremen (Deutschland) präsentiert in seiner Dauerausstellung die MOLA-KUNST der Kuna-Indianerinnen und deren europäische Variante von Christel Walter. Die in dieser einzigartigen Handnähtechnik gefertigten Exponate entführen die Besucher in eine exotische, farbenfrohe Welt der textilen Gestaltungsmöglichkeiten.

Einladung

Einladung

Ab dem 2. September 2017 befasst sich die Sonderausstellung ‘Und noch mehr Molakana im FORUM MOLA-KUNST’ ebenfalls mit der Mola-Technik. In dieser Ausstellung werden sorgfältig aufgearbeitete und zusammengestellte Original-Molakana …

Das Foto stellt eine Mola aus der Sammlung Schlüter-Ellner mit der Landebahn der Insel Rio Sidra dar. Foto: FORUM MOLA-KUNST, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Foto stellt eine Mola aus der Sammlung Schlüter-Ellner mit der Landebahn der Insel Rio Sidra dar.
Foto: FORUM MOLA-KUNST, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… zu den Themengebieten Christianisierung der Kuna, Werbung, Comics sowie Technik präsentiert und mit informativen Texten beschrieben und erklärt. So können die Besucher einen weiteren Einblick in das Leben in Kuna Yala erhalten. Die farbenfrohen und aufwendig gearbeiteten Original-Molakana stammen aus der Sammlung Schlüter-Ellner, München, und aus dem Archiv des FORUMS MOLA-KUNST und wurden bisher noch nicht gezeigt.

Zur Vernissage hält Frau Schlüter-Ellner einen begleitenden Vortrag.

Darüberhinaus ist für Sa / So, 18. / 19. November 2017 der Workshop ‘Ein Feuerwerk der Farben: Mola-Technik für Anfänger’ mit Marion Kienzle geplant. Bitte um baldige Anmeldung! Nähere Info

Info:

2. September – 25. November 2017

Und noch mehr Molakana im FORUM MOLA-KUNST

FORUM MOLA-KUNST
Günter und Christel Walter-Stiftung
Schwachhauser Heerstrasse 268 a
28359 Bremen
Deutschland

www.forum-mola-kunst.de

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Do und Sa: 13 – 18 Uhr

Vernissage:
Fr, 1. September 2017, 18 Uhr
mit Vortrag von Frau Schlüter-Ellner: ‘Tradition und Wandel bei den Guna-Indianerinnen in Panama’

Mehr über diese textile Volkskunst finden Sie hier in meinem früheren Beitrag

Kimsooja

Das Kunstmuseum Liechtenstein widmet der aus Korea stammenden Künstlerin Kimsooja (* 1957), deren Arbeiten aktuell sowohl bei der Biennale in Venedig als auch bei der ‘documenta’ in Kassel zu sehen sind, eine umfangreiche Einzelausstellung ab dem 22. September 2017.

Kimsooja, Thread Routes - Chapter I, 2010 (Filmstill), Courtesy of Kimsooja Studio Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kimsooja, Thread Routes – Chapter I, 2010 (Filmstill), Courtesy of Kimsooja Studio
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kimsooja verbindet in ihren Installationen, Performances, Video- und Fotoarbeiten fragmentarische Beobachtungen zu einer Einheit der Begegnung unterschiedlicher Orte und Menschen. Dabei spielen Dauer und Zeitlichkeit sowie die metaphorische Verflechtung eigener Erfahrungen, kultureller Hintergründe und historischer Bezüge eine wesentliche Rolle.

Kimsooja, Thread Routes - Chapter IV, 2014 (Filmstill), Courtesy of Kimsooja Studio Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kimsooja, Thread Routes – Chapter IV, 2014 (Filmstill), Courtesy of Kimsooja Studio
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Häufig kreisen die Werke um das Thema textile Stoffe und die Tätigkeit des Nähens. So setzt die Künstlerin ihre Aufgabe der einer Nadel gleich, die durch ihr Wirken verschiedene Teile, das heisst verschiedene Kulturen und Standpunkte, zusammenführt. Eine lineare Zeitwahrnehmung tritt hierbei in den Hintergrund. Besonders Kimsoojas Videoinstallationen sind von einer Zeitlosigkeit geprägt, in der Gegenwart und Vergangenheit ineinanderfliessen.

Die Ausstellung ist eine Produktion des Kunstmuseum Liechtenstein, kuratiert von Christiane Meyer-Stoll.

Ein ausführlicher Bericht ist in Planung.

Info:

22. September 2017 – 14. Januar 2018

Kimsooja

Kunstmuseum Liechtenstein
mit Hilti Art Foundation
Städtle 32
9490 Vaduz
Fürstentum Liechtenstein

www.kunstmuseum.li
www.kimsooja.com

Vernissage:
Do, 21. September 2017, 18 Uhr

Öffentliche Führung:
Do, 28. September 2017, 18 Uhr

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15 Jahre textilkunstalternativ – Die Alküns

Wabi-sabi – eine japanische Philosophie der Wahrnehmung von der Schönheit im Unperfekten -, Foto trifft auf Textiles und die Bewegung von der zweiten in die dritte Dimension inspirierten die Künstlerinnen der Gruppe ‘Die Alküns’ und gaben viel Stoff für eine vielversprechend-spannende Jubiläums-Ausstellung.

Diese findet während der Öffnungszeiten im Rahmen der Messe Nadel & Faden 2017 in Osnabrück statt.

Einladungskarte

Einladungskarte

Info:

15. – 17. September 2017

15 Jahre textilkunstalternativ – Die Alküns

Messe Nadel & Faden
OsnabrückHalle
Erdgeschoss Raum 03
Schlosswall 1 – 9
49074 Osnabrück
Deutschland

www.alkuens.de
www.nadelundfaden-osnabrück.de

Öffnungszeiten:
Fr / Sa: 10 – 18 Uhr
So: 10 – 17 Uhr

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Nadel & Faden
23. Messe für textile Kunst und Handarbeit

Bei der Messe ‘Nadel & Faden’ präsentieren über 80 Händler aus dem In- und Ausland die Trends und Entwicklungen des internationalen Textilmarktes. Zu den Höhepunkten zählen neben zahlreichen Workshops und einer Benefizaktion …

Logo

Key Visual

… fünf Sonderschauen: ‘Wabi Sabi – Von der Schönheit des Vergänglichen und Foto Tex’ mit der Gruppe textilkunstalternativ – Die Alküns, ‘Musik trifft Stoff’ (Quilts von Bach bis Techno) und ‘Quillows – Praktisch! Kunst’ der Gruppe Network Quilters, ‘Wort und Faden’ mit Heidemarie Mönkemeyer sowie ‘Nadel & Faden trifft Batik und Lyrik’ mit Maria Ilona Poppendieck.

Alles Nähere finden Sie auf der angegebenen Website.

Info:

15. – 17. September 2017

Nadel & Faden
23. Messe für textile Kunst und Handarbeit

OsnabrückHalle
Schlosswall 1 – 9
49074 Osnabrück
Deutschland

www.nadelundfaden-osnabrück.de

Öffnungszeiten:
Fr / Sa: 10 – 18 Uhr
So: 10 – 17 Uhr

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Ulf Moritz – Textiles Design
Stoffentwürfe 1987 – 2017

Ulf Moritz ist ein ausgesprochen innovativer Stoffdesigner und zählt zu den wichtigsten Gestaltern seiner Branche. Auffallend in seinem textilen Schaffen ist der stete Wandel, insbesondere im Umgang mit dem Material: von Kupferdraht bis Schrumpfgarn, von Ausbrenner bis Lasercut, immer bringen seine Kombinationen aus technischer Raffinesse und neuartigem Materialeinsatz Textilien von grosser Ausstrahlungskraft und Lebendigkeit hervor. Haptik und Atmosphäre, Eleganz und Opulenz, Perfektion und Originalität prägen das gesamte Werk von Ulf Moritz, zu dem neben Stoffen auch Teppichböden, Tapeten, Inneneinrichtungen und architektonische Projekte zählen.

Stoffentwurf 'Fold' von Ulf Moritz Foto: Rudolf Schmutz, 2011 Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Stoffentwurf ‘Fold’ von Ulf Moritz
Foto: Rudolf Schmutz, 2011
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Studiert hat Ulf Moritz an der Krefelder Textilingenieurschule bei Professor Georg Muche, dem Maler und ehemaligen Leiter der Weberei am Bauhaus in Dessau. Die dort schon erhobene Maxime von ‘Kunst und Technik gleichermassen’ führt der für internationale Firmen tätige Gestalter bis heute fort. Entwürfe von ihm befinden sich in den Sammlungen des Stedelijk Museums, Amsterdam, im Cooper-Hewitt National Design Museum, New York, und im Textiel Museum, Tilburg.

Einladung

Einladung

Unter dem Aspekt der Innovation im Material stellt das Neue Museum Nürnberg aus dem umfangreichen Reservoir seines Schaffens aussergewöhnliche Stoffentwürfe der letzten drei Jahrzehnte in einer vom Künstler gestalteten Rauminstallation als Foyer-Ausstellung ab dem 29. September 2017 vor. Mit freundlicher Unterstützung von SAHCO Hesslein.

Aus der Einladung

Aus der Einladung

Info:

29. September – 1. November 2017

Ulf Moritz – Textiles Design
Stoffentwürfe 1987 – 2017

NEUES MUSEUM
Staatliches Museum für Kunst und Design Nürnberg
Unteres Foyer
Klarissenplatz
90402 Nürnberg
Deutschland

www.nmn.de

Der Eintritt ist frei

Eröffnung:
Do, 28. September 2017, 19 Uhr

Begleitveranstaltung:
Do, 12. Oktober 2017, 18 Uhr
Materialien und Technik im Textildesign
mit Sarah Kemmerer, Dipl. Ing. FH Textiltechnologie, SAHCO Hesslein
Die Veranstaltung ist kostenlos

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Quiltfest der Patchwork Gilde Austria

Drei Tage lang feiert die Patchwork Gilde Austria ihr diesjähriges Quilt Fest in Götzis. Neben Workshops, Show & Tell sowie Generalversammlung steht vor allem die Jubiläumsausstellung ‘Wir feiern 20 Jahre Patchwork Gilde Austria und 10 Jahre Quilt Fest’ im Mittelpunkt. Ausserdem kann man dort auf jede Menge gleichgesinnter netter Leute treffen. Wenn das kein Grund zum Besuch ist …

Lesezeichen

Lesezeichen

Info:

29. September – 1. Oktober 2017

Quiltfest der Patchwork Gilde Austria

Kulturbühne Ambach
Am Bach 10
Junker Jonas Schlössle
Junker-Jonas-Platz 1
6840 Götzis
Österreich

www.patchworkgilde.at

Öffnungszeiten:
Fr: 17 – 20 Uhr
Sa: 10 – 18 Uhr
So: 10 – 17 Uhr

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Eine runde Sache – wo Knöpfe ins Spiel kommen

Aus der Ausschreibung ist eine Ausstellung geworden: Der Verein Deutsch-Afghanische Initiative (Freiburg) und Pascale Goldenberg hatten in Zusammenarbeit mit der Fa. Nähmaschinen Lutz einen Wettbewerb initiiert, bei dem Europäerinnen die in Afghanistan entstandenen Stickereien in eine eigene Arbeit einbeziehen sollten. Zur Wahl standen entweder ein gesticktes Quadrat mit Knopfmotiv oder eine kleine runde Stickerei, die extra für dieses Projekt in Afghanistan in Auftrag gegeben worden waren.

Flyer

Flyer

Erstmalig wird jetzt im September im Saal der Stadtbücherei in Biberach an der Riß (Deutschland) eine Auswahl der entstandenen und ausgewählten Arbeiten zu sehen sein, bevor die ganze Ausstellung nach Dürnau wandert, wo die 6. Patchworkausstellung, die die Fa. Nähmaschinen Lutz vom 6. – 8. Oktober 2017 veranstaltet, stattfinden wird.

Info:

19. – 30. September 2017

Eine runde Sache – wo Knöpfe ins Spiel kommen

Stadtbücherei Biberach
Medien- und Informationszentrum
Viehmarktstrasse 8
88400 Biberach an der Riß
Deutschland

www.miz.biberach-riss.de
www.guldusi.com
www.naehmaschinen-lutz.de

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Tradition bis Moderne XI

Wieder einmal präsentieren das Stadtmuseum und das Handwerksmuseum in Deggendorf die jurierte Quilt-Ausstellung der Patchwork Gilde Deutschland e.V. ‘Tradition bis Moderne XI’, die alle drei Jahre für die Mitglieder der Gilde ausgeschrieben und organisiert wird. Sie zeigt einmal mehr das hohe gestalterische, technische und künstlerische Niveau, auf dem die Mitglieder arbeiten.

Jutta Kohlbeck: Virtual Reality, Detail Foto: Jutta Kohlbeck

Jutta Kohlbeck: Virtual Reality, Detail
Foto: Jutta Kohlbeck

Für die ‘Tradition bis Moderne XI’ wurden genau 100 Arbeiten von Künstlerinnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Lettland und den USA eingereicht, aus denen eine fachkundige Jury 40 Arbeiten für die Ausstellung auswählte.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich.

Info:

24. September – 12. November 2017

Tradition bis Moderne XI

Handwerksmuseum und Stadtgalerie im Stadtmuseum Deggendorf

Handwerksmuseum
Maria-Ward-Platz 1
Stadtmuseum
Östlicher Stadtgraben 28
94469 Deggendorf
Deutschland

www.museen-deggendorf.de

Öffnungszeiten:
Di – Sa: 10 – 16 Uhr
So / Feiertage: 10 – 17 Uhr
Für Gruppen nach Vereinbarung

Eröffnung:
So, 24. September 2017, 11 Uhr im Stadtmuseum

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11. Ortenauer Textiltage

Neben einer Reihe von Verkaufsständen und Workshops (siehe bitte den Flyer für die Details) sind für die Ortenauer Textiltage, die von der Schwarzwälder Spinnstube veranstaltet werden, noch zwei Sonderausstellungen angekündigt, die sehr interessant zu werden versprechen:

Magda Goldbach und Veronika Schlüsselburg liessen sich von Texten aus Rainer Maria Rilkes Feder inspirieren und …

Flyer

Flyer

… setzten sich – jede auf ihre eigene Weise – mit seiner Lyrik auseinander und schufen mit Stoff, Papier, Filz und Farben eine eigene Poesie zeitgenössischer Quilts unter dem Titel ‘Rainer Maria Rilke – eine textile Interpretation’.

‘Was Frau so braucht’ – von den Strümpfen bis zum Parfum – hat Ulla Hoppe mit Nadel und Faden in originelle Textilkunst umgesetzt. Stick-Kunst mit verschiedensten Garnen und Stoffen. Gerne verwendet sie auch Altes mit Geschichte.

Info:

23. / 24. September 2017

11. Ortenauer Textiltage

Stadthalle Freistett
Maiwaldstrasse 32
77866 Rheinau-Freistett
Deutschland

www.schwarzwaelder-spinnstube.de

Öffnungszeiten:
Sa / So: 10 – 18 Uhr

Flyer

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Neues vom Tuchmacher Museum Bramsche

Am Sonntag, 24. September 2017, findet der diesjährige Tuchmarkt statt. Mit dieser Veranstaltung knüpft das Museum an die textile Vergangenheit der Stadt Bramsche an. In der besonderen Atmosphäre der historischen Tuchfabrik präsentieren über 20 Textilhandwerker und Textilkünstler ihr Können und verkaufen ihre Erzeugnisse: von handgefertigten Stoffen über Kleidung bis hin zu Accessoires und anderen textilen Kreationen.

Einladung

Einladung

Ausserdem wird in der Färberei des Museums Wolle mit dem natürlichen Farbstoff Krapp im ‘Bramscher Rot’ gefärbt. Kinder und Erwachsene können desweiteren verschiedene Handarbeitstechniken ausprobieren.

Nah am Leben
Textilkunst von Gertrud Schaper

Ab dem 30. September 2017 zeigt das Museum die Sonderausstellung ‘Nah am Leben – Textilkunst von Gertrud Schaper’, in der der Mensch und die ihn prägenden Erfahrungen und Gefühle im Mittelpunkt stehen. Das Besondere: die Künstlerin arbeitet ausschliesslich mit textilen Materialien. Als Trägermaterial wählt sie einfache, neutrale Stoffe, auf die unterschiedlichste Textilien in Collage- und Applikationstechnik aufgebracht werden. Je nach Überlagerung erzeugt sie mit transparenten Stoffen wie Tüll oder Organza perspektivische Wirkungen. Auch textile Verpackungsmaterialien, selbst bedruckte Stoffe und Fotoprinttextilien setzt Getrud Schaper ein.

Gertrud Schaper: Werden und Vergehen 3 Foto: Martin Bruns, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Gertrud Schaper: Werden und Vergehen 3
Foto: Martin Bruns, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Linie, der bewusst gesetzte Faden, ist dabei ihr wichtigstes Ausdrucksmittel. Energisch und impulsiv oder straff und geordnet können Umgrenzung, Schraffur und Zeichenduktus sein, mal hängen Fäden frei über den Bildrand hinaus, mal verdichten sie sich zu Knoten. Die Künstlerin entwickelte die Technik der Stickerei dazu weiter und sie verwendet sie sehr frei. Mit dieser Technik lassen sich auch Körper in ihrer Plastizität darstellen und selbst eine Rückenansicht lässt die Persönlichkeitsstruktur des Dargestellten erkennen.

Die Ideen zu ihren Arbeiten sind aus dem Leben gegriffen: menschliche Gesichter in denen sich vielfältige Gefühle widerspiegeln, aber auch Charaktere wie der Göttervater Zeus oder David aus dem Alten Testament. Der Betrachter möge sich so ‘in das Bild hineingezogen fühlen und in Interaktion mit dem Dargestellten treten’, sagt die Künstlerin.

Gertrud Schaper studierte Textilgestaltung an der Universität Köln und war nach ihrem Examen einige Jahre freie Mitarbeiterin bei Prof. Hilda Sandtner an der Universität Augsburg. Heute arbeitet und lebt sie in Lingen/Ems.

Das aktuelle Programm mit seinen vielfältigen Angeboten des Tuchmacher Museums Bramsche finden Sie im Flyer.

Info:

24. September 2017
Tuchmarkt
Öffnungszeiten:
10 – 17 Uhr

30. September – 5. November 2017
Nah am Leben
Textilkunst von Gertrud Schaper
Eröffnung:
Fr, 29. September 2017, 19 Uhr

Tuchmacher Museum Bramsche
Mühlenort 6
49565 Bramsche
Deutschland

www.tuchmachermuseum.de

Flyer

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Geflochtenes Gold

Strohflechten ist eine alte Handwerkskunst und in vielen Kulturen bekannt: Aus einfachen Strohhalmen werden Gebrauchsgegenstände oder raffinierte Schmuckstücke geflochten. In der Schweiz war die Kunst vor allem in den Kantonen Aargau, Freiburg, Obwalden und Tessin heimisch. Bauernfamilien verdienten sich in Heimarbeit mit Strohflechten ein Zusatzeinkommen. Im Aargau entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sogar eine Strohflechtindustrie. Hergestellt wurden in erster Linie Strohhüte. Daraus entwickelte sich ein grosser Exportindustriezweig.

Geflochtenes Gold Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Geflochtenes Gold
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Workshop ‘Geflochtenes Gold’ im Museum der Kulturen Basel – unter der Leitung der Strohflechtspezialistin Ottilia Lehmann – stellen die Teilnehmenden geflochtene Motive und filigrane Strohornamente selber her und arrangieren alles zu einem einzigartigen Bild. Objekte aus der Ausstellung ‘StrohGold’ und der Sammlung des Museums liefern Inspirationen.

Info:

Museum der Kulturen Basel
Münsterplatz 20
4001 Basel
Schweiz

www.mkb.ch

Workshop ‘Geflochtenes Gold’
Sa, 16. September 2017, 11 – 16 Uhr
Mitbringen: Küchentuch, Stickschere (sofern vorhanden) und Verpflegung
Kosten: 110 CHF
Anmeldung bis 11. September 2017

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Vorschau Oktober 2017:

Patchworkausstellung
Patchwork-Quilt-Treff Bondorf

Die Mitglieder des Patchwork- und Quilttreffs der VHS Bondorf zeigen ihre textilen Werke in der Zehntscheuer in Bondorf. Von traditionellen bis modernen Patchwork- und Quiltarbeiten ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Plakat

Plakat

Highlight der diesjährigen Ausstellung wird das Gemeinschaftsprojekt ‘… und weiss’ sein. Jedes Gruppenmitglied hat dazu eine Tüte mit weissen und eigenen Stoffen gepackt und jeden Monat denselben Block mit anderen Stoffen genäht. So entstanden in den letzten zwei Jahren 11 Quilts, die alle aus denselben Blöcken bestehen und doch unterschiedlicher nicht sein können. Lassen Sie sich überraschen!

Gemeinschaftsprojekt Foto freundlicherweise von Katrin Getto zur Verfügung gestellt

Gemeinschaftsprojekt
Foto freundlicherweise von Katrin Getto zur Verfügung gestellt

Am 3.Oktober 2017 wird um 15 Uhr ein Gemeinschaftsquilt zugunsten des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes im Landkreis Böblingen verlost.

Kaffee und Kuchen sowie ein kleiner Bazar runden an allen drei Ausstellungstagen das Programm ab.

Info:

1. – 3. Oktober 2017

Patchworkausstellung
Patchwork-Quilt-Treff Bondorf

Zehntscheuer
Hindenburgstrasse 92
71149 Bondorf
Deutschland

Parkmöglichkeiten sind reichlich vorhanden, die Ausstellung ist barrierefrei erreichbar.

Öffnungszeiten:
So, Mo, Di: 11 – 17 Uhr

Vernissage:
So, 1. Oktober 2017, 13 Uhr

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Und dann gibt es noch ‘We Wear Culture’ …

… ein Link für alle, die noch nicht genug haben von Ausstellungen, Modethemen, Designern und Trendsettern und, und, und. Google hat neulich ein gigantisches Projekt gestartet: ‘We Wear Culture’. Das sind nicht nur Geschichten, die unsere Kleidung erzählt, nein, es ist viel mehr. Nämlich ein Mega-Archiv, in dem Abertausende von Fotos und Informationen lagern, die man jederzeit und kostenlos besuchen und abrufen kann! Mal eben in den Sammlungen des Metropolitan Museum of Art in New York stöbern oder entdecken, was Mode und Kunst miteinander zu tun haben, in die Geschichte der St. Galler Spitze eintauchen oder wie wärs mit einem Rundumblick im japanischen Kobe Fashion Museum? Am besten bookmarken und / oder die App installieren, denn dann kann man mitreden oder auch still geniessen …

https://www.google.com/culturalinstitute/beta/project/fashion

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Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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