Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps Oktober 2018

Spitzen der Gesellschaft

Die Ausstellung ‘Spitzen der Gesellschaft’ widmet sich historischen Spitzen aus der Zeit von 1500 bis 1800. Die kostbaren Textilien, die über viele Jahrhunderte den obersten Gesellschaftsschichten wie Adel und Klerus vorbehalten waren, kamen einst als Vorlagen für die boomende Ostschweizer Textilindustrie in den Besitz des Textilmuseums St. Gallen, das heute über eine international bedeutende Spitzensammlung verfügt. Die von Museumsdirektorin Barbara Karl kuratierte und von meierkolb Luzern in Szene gesetzte Ausstellung wird vom 26. Oktober 2018 – 10. Februar 2019 zu sehen sein.

Kragen, Italien, 1690–1715, im 19. Jh. neu montiert
Ausstellung ‘Spitzen der Gesellschaft’, Textilmuseum St. Gallen.
Foto: Michael Rast, 2018, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Spitzen, filigrane Kunstwerke, aufwändig gefertigt aus feinsten Garnen, faszinieren: Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts erfasst das Modephänomen ganz Europa, wo Spitzen in den kommenden Epochen die prächtigen Roben weltlicher und geistlicher Herrscher schmücken. Ein Hauch von Luxus haftet den reizvoll durchbrochenen Textilien bis heute an. Dies belegen die aufsehenerregenden Kreationen der Couturiers, die das modische Spiel mit der zarten (In-)Transparenz aufs Schönste zelebrieren.

Einsatz, Italien, 1580–1620, auf Seidengewebe, Italien, zweite Hälfte 16. Jh.
Ausstellung ‘Spitzen der Gesellschaft’, Textilmuseum St. Gallen.
Foto: Michael Rast, 2018, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung ‘Spitzen der Gesellschaft’ konzentriert sich auf die Spitzenmode, wie sie an den Höfen von Spanien und Frankreich, die zu ihrer Zeit politisch, kulturell und modisch tonangebend in Europa waren, getragen wurde. Präsentiert werden mehr als 160 historische Textilien verschiedener Epochen und Macharten, die die Entwicklung der Spitze von ihren Anfängen im 16. Jahrhundert bis Ende des 18. Jahrhunderts zeigen und sie in den Kontext zeitgenössischer Modeströmungen stellen. Zu sehen sind unter anderem eine selten gezeigte Kasel aus dem 17. Jahrhundert sowie eine Prunkdecke, die aus dem Besitz des spanischen Hofes stammt.

Schultertuch oder Fontange, Italien, um 1700
Ausstellung ‘Spitzen der Gesellschaft’, Textilmuseum St. Gallen.
Foto: Michael Rast, 2018, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Seine exquisite Spitzensammlung hat das Textilmuseum St. Gallen der florierenden Ostschweizer Textilindustrie zu verdanken, die ihre Stickereien Ende des 19. Jahrhunderts weltweit exportierte. Gearbeitet wurde die berühmte ‘St. Galler Spitze’ nach der Vorlage historischer Spitzen, die …

Barben, Brüssel, um 1720, auf Seidengewebe, Frankreich, 1720–30
Ausstellung ‘Spitzen der Gesellschaft’, Textilmuseum St. Gallen.
Foto: Michael Rast, 2018, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… von den Fabrikanten gezielt gesammelt worden waren, um auf der Maschine imitiert zu werden. Diese und andere historische Spitzen befinden sich heute im Textilmuseum St. Gallen, das mit einem Bestand von mehr als 5000 Spitzen über eine international bedeutende Sammlung verfügt.

Haubenverzierung oder Fontange, Brüssel oder Alençon, um 1735
Ausstellung ‘Spitzen der Gesellschaft’, Textilmuseum St. Gallen.
Foto: Michael Rast, 2018, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Entwicklung der Klöppel- und Nadelspitzen zählen zu den wichtigsten Innovationen Europas der frühen Neuzeit. Die meisten technischen Errungenschaften des Textilbereiches waren bis dato aus dem Osten übernommen worden – die Spitze war eine hauptsächlich von Frauen entwickelte Technik, die von Italien ausgehend die Mode der europäischen Eliten eroberte.

Antependium, Frankreich, Italien, Spanien oder Flandern, 1695–1710
Ausstellung ‘Spitzen der Gesellschaft’, Textilmuseum St. Gallen.
Foto: Michael Rast, 2018, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Produktion von Spitzen revolutionierte jedoch nicht nur die Mode der oberen Gesellschaftsklassen, sondern auch die soziale Stellung zehntausender Frauen, die sie in aufwendiger Heimarbeit produzierten, und zudem war sie ein treibender Faktor der Industrialisierung.

Krawattenende, Frankreich oder Venedig, um 1690
Ausstellung ‘Spitzen der Gesellschaft’, Textilmuseum St. Gallen.
Foto: Michael Rast, 2018, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Wichtige Zentren der Spitzenproduktion fanden sich in Italien, Frankreich und in den Niederlanden, von wo aus die kostbare Ware europaweit gehandelt wurde. Lange Zeit blieb die Verwendung von Spitzen weitgehend den Eliten vorbehalten, was sowohl dem hohen Preis als auch den Kleiderordnungen, die die Mode nicht nur an den Höfen regulierten, geschuldet war.

Altartuch, vermutlich England, erstes Viertel 17. Jh.
Ausstellung ‘Spitzen der Gesellschaft’, Textilmuseum St. Gallen.
Foto: Michael Rast, 2018, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ändern sollte sich das erst im 18. Jahrhundert mit der Französischen Revolution und der zunehmenden Industrialisierung, die in ganz Europa gravierende politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Umwälzungen zur Folge hatten. Die Umstellung von Hand- auf Maschinenarbeit machte aus dem raren Luxusgut Spitze ein erschwingliches Massenprodukt.

Engageantes, Alençon oder Argentan, um 1730, auf Seidengewebe, Frankreich, 1700–20
Ausstellung ‘Spitzen der Gesellschaft’, Textilmuseum St. Gallen.
Foto: Michael Rast, 2018, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung folgt der Entwicklung der Spitze im Kontext der streng regulierten höfischen Mode von den Anfängen im 15. Jahrhundert bis Ende des 18. Jahrhunderts, als Änderungen im Geschmack, die beginnende Industrialisierung und speziell die Französische Revolution dramatische Auswirkungen auf die Spitzenproduktion hatten. Kleiderordnungen kontrollierten die Mode bis ins 18. Jahrhundert und somit die Verwendung von Spitzen.

Borte, Nordeuropa, 1580–1620
Ausstellung ‘Spitzen der Gesellschaft’, Textilmuseum St. Gallen.
Foto: Michael Rast, 2018, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Es ist heute schwierig, einzelne Stücke bestimmten Produktionszentren in Italien, den Niederlanden oder Frankreich zuzuschreiben. Die Ausstellung wählt daher den Blickwinkel des höfischen Umfelds als geschmackgebenden Konsumenten, der die Mode dominierte und formte: das habsburgische Spanien (16. – Mitte 17. Jh.) und das bourbonische Frankreich (Mitte 17. – Ende 18. Jh.).

Borte, Orne (Frankreich), erstes Viertel 18. Jh.
Ausstellung ‘Spitzen der Gesellschaft’, Textilmuseum St. Gallen.
Foto: Michael Rast, 2018, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zur Ausstellung ‘Spitzen der Gesellschaft’ werden Museumsgespräche, Führungen und Workshops sowie ein museumspädagogisches Programm für Schulen angeboten. Des Weiteren erscheint bei Arnoldsche Art Publisher der Bildband ‘Historische Spitzen. Die Leopold-Iklé-Sammlung im Textilmuseum St. Gallen’. Die Publikation kann ab Oktober im Textilmuseum St. Gallen, über den Verlag oder im Buchhandel zum Preis CHF 78/ EUR 58 bezogen werden. Während der Ausstellung ist sie zum Sonderpreis von CHF 58 im Shop des Textilmuseums erhältlich.

Info:

26. Oktober 2018 – 10. Februar 2019

Spitzen der Gesellschaft
Die Sammlung historischer Spitzen des Textilmuseums St. Gallen

Textilmuseum St. Gallen
Vadianstrasse 2
9000 St. Gallen
Schweiz

www.textilmuseum.ch

Vernissage:
Do, 25. Oktober 2018, ab 18.30 Uhr

***

Victor Vasarely
Im Labyrinth der Moderne

Victor Vasarely (1906–1997) ist der schillernde Hauptvertreter der europäischen Op-Art und zentrale Figur der französischen Nachkriegskunst, dessen Werk sich aus den Lehren des Bauhauses der 1920er Jahre speist.

Ausstellungsansichten ‘Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne’
Foto: Städel Museum, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Städel Museum in Frankfurt am Main zeigt derzeit eine gross angelegte Sonderausstellung ‘Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne’. Sie erschliesst Vasarelys sechs Jahrzehnte umfassendes Werk, das für eine vielschichtige, labyrinthische Moderne zwischen Avantgarde und Popkultur steht.

Ausstellungsansichten ‘Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne’
Foto: Städel Museum, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Anhand von über 100 Werken präsentiert die Retrospektive nicht nur den Erfinder der Op-Art der 1960er Jahre, sondern zeichnet darüber hinaus die Entwicklung des Jahrhundertkünstlers mit zentralen Arbeiten aus allen Werkphasen nach.

Katalog und Begleitheft zur Ausstellung sind erhältlich.

Mein ausführlicher Bericht ist hier zu finden.

Info:

26. September 2018 – 13. Januar 2019

Victor Vasarely
Im Labyrinth der Moderne

Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main
Deutschland

www.staedelmuseum.de

***

Museum für Werte
zu Gast im Kunstmuseum Wolfsburg

Was bedeuten Respekt, Freundschaft und Toleranz für Sie?
Werden Sie Teil unserer Ausstellung und gestalten Sie sie mit!

E-Card
freundlicherweise vom Kunstmuseum Wolfsburg zur Verfügung gestellt

So lautete der Projektaufruf des Kunstmuseums Wolfsburg, das vom 19. Oktober – 9. Dezember 2018 gemeinsam mit dem Museum für Werte die Ausstellung im Studio des Kunstmuseums zeigen wird. Vorgestellt werden Geschichten und Objekte zu den Werten Respekt, Freundschaft und Toleranz, die, eingeladen durch den Aufruf, von interessierten Personen eingereicht wurden.

Auch ich wollte mich an diesem Projekt beteiligen und bewarb mich. Mein Mixed-Media-Quilt ‘Demenz’ und die dazu gehörende Geschichte wurden für die Ausstellung akzeptiert. Etwa 80 Exponate werden es sein, die Besucherinnen und Besucher dazu auffordern, über Werte individuell und auch miteinander nachzudenken und ins Gespräch zu kommen.

Eine spannende Angelegenheit, die ich noch weiter verfolgen werde!

Info:

19. Oktober – 9. Dezember 2018

Museum für Werte
zu Gast im Kunstmuseum Wolfsburg

Kunstmuseum Wolfsburg
Hollerplatz 1
38440 Wolfsburg
Deutschland

www.kunstmuseum-wolfsburg.de

***

Bijoux Bijoux! Modeschmuck von Chanel bis Dior

Ab dem 13. Oktober 2018 zeigt das Berliner Kunstgewerbemuseum Meisterwerke des Modeschmucks von 1930 bis 2007. Beginnend mit den sachlichen Tendenzen der späten 1920er und frühen 1930er Jahre …

Grossé: Diplôme d’Honneur, Grosse Schleifenbrosche, 1937
Privatsammlung Gisela Wiegert
© Hartmut Springer, Gronau
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… sowie den verspielten Kreationen von Miriam Haskell wird ein weiter Bogen zu den kühn-kostbaren Paruren der Gegenwart geschlagen.

Yves Saint Laurent: Rot-Orange emailliertes Collier mit passenden Ohrclips, 1980er Jahre
Privatsammlung Gisela Wiegert
© Hartmut Springer, Gronau
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Rund 500 Objekte aus der Sammlung Gisela Wiegert – allesamt berühmte Entwürfe grosser Modehäuser und namhafter Designer wie Coco Chanel, Christian Dior oder William de Lillo – werden erstmals in Berlin zu sehen sein.

Christian Dior: Collier mit zwei Paar passender Ohrclips
Hersteller: Henkel & Grosse, 1977
Privatsammlung Gisela Wiegert
© Hartmut Springer, Gronau
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kleidung und Schmuck sind von jeher untrennbar miteinander verbunden und inspirieren sich gegenseitig.

Coro Craft: Armreif mit Ohrclips, 1939
Privatsammlung Gisela Wiegert
© Hartmut Springer, Gronau
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mode-Schmuck, ursprünglich aus unedlen oder halbedlen Materialien für die serielle und somit preisgünstige Produktion gefertigt, ist heute zur unverzichtbaren Ergänzung modischer Kleidung geworden.

Coppola & Toppo: Mehrreihiges Collier aus rot verlaufenden Glassperlen mit passenden Ohrclips, 1960er Jahre
Privatsammlung Gisela Wiegert
© Hartmut Springer, Gronau
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Wichtige Zentren waren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Idar-Oberstein und Gablonz, nach dem zweiten Weltkrieg Neugablonz, sowie Providence in den USA. Hier wurde und wird Schmuck in grossen Produktionsstätten entworfen und auch gefertigt.

Pricharé: Weintraubencollier mit Brosche
hergestellt in Neugablonz um 1968
Privatsammlung Gisela Wiegert
© Hartmut Springer, Gronau
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Coco Chanel war die erste Modeschöpferin, die die kreativen Möglichkeiten von Modeschmuck erkannte und ihn ab den frühen 1930er Jahren gezielt als gestalterisches Element ihrer Kollektionen einsetzte.

Coco Chanel: Collier aus dunkelroten Glassteinen in quadratischen Fassungen und Perlfransen, 1960er Jahre
Privatsammlung Gisela Wiegert
© Hartmut Springer, Gronau
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Andere Couturiers folgten und heute kreiert fast jedes grosse Modehaus Saison für Saison eine eigene Schmucklinie. Modeschmuck oder besser gesagt ‘Couture-Schmuck’ ist zu einem festen Bestandteil der Haute-Couture-Kollektionen geworden und entwickelt einen eigenen künstlerischen Anspruch, der ihn vom Vorbild des ‘echten’ Schmucks unterscheidet.

Robert. F. Clark für William de Lillo Ltd., USA: Collier mit geometrischen Motiven, um 1968
Privatsammlung Gisela Wiegert
© Hartmut Springer, Gronau
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die rund 500 Objekte der Ausstellung – zumeist zueinander passende Ensembles, sogenannte Paruren – werden erstmals in Berlin zu sehen sein.

Stanley Hagler: Collier mit passenden Ohrclips, Blütenmedaillons und Perlfransen, 1940-1950
Privatsammlung Gisela Wiegert
© Hartmut Springer, Gronau
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Es sind Leihgaben von Gisela Wiegert, einer der bedeutendsten deutschen Sammlerinnen von Modeschmuck. Seit mehr als 30 Jahren sammelt sie passioniert und kenntnisreich hochwertigen Modeschmuck und stellt die wichtigsten und schönsten Stücke ihrer opulenten Sammlung dem Kunstgewerbemuseum grosszügig für die Ausstellung zur Verfügung.

Moschino: Mehrreihiges Perlcollier mit roten Glasherzchen und Perlfransen, 1990er Jahre
Privatsammlung Gisela Wiegert
© Hartmut Springer, Gronau
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile: Ein Rundgang in der Modegalerie des Kunstgewerbemuseums zeigt in unmittelbarer Nachbarschaft die vielfältige Wechselwirkung von Schmuck und Mode und bietet mit Arbeiten von Coco Chanel, Coppola und Toppo, Eisenberg, Miriam Haskell …

Miriam Haskell: Armreif, Brosche, Ohrclips, 1940-1950
Privatsammlung Gisela Wiegert
© Hartmut Springer, Gronau
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

,,, Kenneth J. Lane, William de Lillo, Pricharé, Trifari bis hin zu Elsa Schiaparelli, Vendôme und Albert Weiss einen einzigartigen Überblick über die Entwicklung des Modeschmucks in Europa und den USA von 1930 bis heute.

Coco Chanel: Collier mit grünen Blüten, 1960er Jahre
Privatsammlung Gisela Wiegert
© Hartmut Springer, Gronau
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ein zweiter Ausstellungsteil widmet sich ausschliesslich den Kreationen aus dem Haus Dior und zeigt, nach Jahrzehnten gegliedert, fulminante Ensembles von 1955 bis 2007.

Christian Dior: Collier aus Neusilber und Glassteinen in Vulkanoblau
Hersteller: Henkel & Grosse, 1962
Privatsammlung Gisela Wiegert
© Hartmut Springer, Gronau
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Info:

13. Oktober 2018 – 27. Januar 2019

Bijoux Bijoux! Modeschmuck von Chanel bis Dior

Kunstgewerbemuseum
Matthäikirchplatz
10785 Berlin
Deutschland

www.smb.museum

Eröffnung:
Fr, 12. Oktober 2018, 19 Uhr

***

KUROCHKA RYABA 2018

Auch im Oktober 2018 findet dieses internationale Quiltfestival wieder in Sankt Petersburg (Russland) statt. Europäische Quilterinnen sind mit Martina Hilgert-Vervoort (D), Rita Schaffer (A) und einer Gruppenausstellung aus den Niederlanden gut vertreten. Wolfgang Eibisch, Ex-BERNINA Sales Manager Eastern Europe, organisiert eine Quiltreise nach Sankt Petersburg.

Plakat

Wie bisher ist die Kuratorin Natalia Merentsewa für die Auswahl und Präsentation der Exponate verantwortlich, die wieder in der grossartig geeigneten Halle des Künstlerbundes gezeigt weden. Einen Eindruck von den Ausstellungen früherer Jahre findet man hier.

Info:

23. – 28. Oktober 2017

KUROCHKA RYABA 2017
VIII. Internationales Quilt Festival

Ausstellungszentrum des Künstlerbundes
ul. Bolshaya Morskaya, 38
Sankt Petersburg
Russland

www.craftbazar.ru

***

Kunstvoll gewickelt – Vier altägyptische Vogelmumien

Im alten Ägypten wurden nicht nur Menschen, sondern auch Tiere mumifiziert. Bei Ausgrabungen fand man zahlreiche einbalsamierte Katzen, Hunde, Vögel, vereinzelt sogar Krokodile, Gazellen und Affen. Es haben sich zahlreiche solcher Tier- und Scheinmumien aus dem Alten Ägypten erhalten und seit einigen Jahren werden diese faszinierenden Objekte erforscht. Ihre Funktion und Bedeutung ist noch nicht vollständig geklärt.

Die textilen Bestandteile dieser Mumien bekamen bisher nur wenig Aufmerksamkeit. Nun konnte die Abegg-Stiftung einen Beitrag zur aktuellen Forschung leisten. Im Rahmen einer Abschlussarbeit im Studiengang Textilkonservierung/- restaurierung wurden die textilen Bestandteile von vier Vogelmumien eingehend untersucht, dokumentiert und behutsam restauriert, ohne die Bündel zu öffnen.

Einladungskarte

In einer kleinen Sonderpräsentation stellt die Abegg-Stiftung zur Zeit vier kunstvoll in Stoff gewickelte Vogelmumien aus dem 4. – 1. Jahrhundert vor Christus aus. Die mumifizierten Tiere gehören dem Bibel + Orient Museum in Freiburg i. Üe. und wurden der Abegg-Stiftung zur Untersuchung und Restaurierung anvertraut.

Ibismumie
Die Ibismumie ist V-förmig mit gefärbten und ungefärbten Leinenstreifen umwickelt.
Ägypten, ptolemäische Periode, 3.–1. Jahrhundert v. Chr.; mumifizierter Tierkörper, verschiedene Leinengewebe und Leinenfaden; Freiburg i. Üe., Bibel + Orient Museum, Inv. Nr. ÄFig 2002.3
©Abegg-Stiftung, CH-3132 Riggisberg
Foto: Christoph von Viràg, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zu sehen sind zwei Falkenmumien, eine Ibismumie und eine sogenannte Scheinmumie. Bei letzterer handelt es sich um ein Bündel, das, wie eine Röntgenaufnahme gezeigt hat, keine tierischen Bestandteile enthält, aber in der Form eines mumifizierten Vogels gestaltet ist. Wie die anderen – echten – Präparate auch, ist sie sorgfältig in mehrere Stoffschichten gehüllt, mit Faden umwickelt und mit Gewebestreifen aufwendig verziert.

Scheinmumie
Dieses Mumienbündel ist in der Form eines mumifizierten Vogels gestaltet, enthält aber keine tierischen Bestandteile. Trotzdem ist sein Inhalt sorgfältig in mehrere Stoffschichten gehüllt, mit Faden umschlungen und mit verschiedenfarbigen Gewebestreifen V-förmig eingewickelt. Zudem hat die Scheinmumie aufgemalte Gesichtszüge und Verzierungen auf der Brust.
Ägypten, ptolemäische Periode, 3.– 1. Jahrhundert v. Chr.; pflanzliches Material, verschiedene Leinengewebe und Leinenfaden; Freiburg i. Üe., Bibel + Orient Museum, Inv. Nr. ÄFig 2000.6
©Abegg-Stiftung, CH-3132 Riggisberg
Foto: Christoph von Viràg, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Nach der Ausstellung kehren die über 2000 Jahre alten Grabfunde wieder nach Freiburg i. Üe. ins Bibel + Orient Museum zurück.

Info:

12. September – 11. November 2018

Kunstvoll gewickelt – Vier altägyptische Vogelmumien

Abegg-Stiftung
Werner Abeggstrasse 67
3132 Riggisberg
Schweiz

www.abegg-stiftung.ch

Öffnungszeiten:
Täglich: 14 – 17.30 Uhr

***

Textiles Handwerk Patchwork

Am Samstag, 20. und Sonntag 21. Oktober 2018 veranstaltet das Textil- und Rennsport Museum in Hohenstein-Ernstthal wieder einen Handwerkertag, der der textilen Technik Patchwork gewidmet ist. Dazu passend ist, wie bereits angekündigt, die Quilt-Ausstellung ‘Tradition bis Moderne XI’ – die aktuelle elfte Ausgabe der von der Patchwork Gilde Deutschland e.V. alle drei Jahre organisierten Mitgliederausstellung – zu sehen.

Flyer

Ausserdem werden verschiedene Vorführungen angeboten, es bestehen Möglichkeiten, sich auszutauschen und einzukaufen und – wie es in Sachsen nicht wegzudenken ist – gibt es Kaffee und Kuchen, für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt.

Am Sonntag findet ab 10 Uhr das Regionaltreffen Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt der Patchwork Gilde Deutschland e.V. ebenfalls hier statt – eine gute Möglichkeit, sich über alles zu informieren und die Kontakte zu pflegen oder aufzubauen. Der Eintritt ist für Gildemitglieder frei.

Flyer

Info:

20. – 21. Oktober 2018

Textiles Handwerk Patchwork

Textil- und Rennsport Museum
Antonstrasse 6
09337 Hohenstein-Ernstthal
Deutschland

www.trm-hot.de

Öffnungszeiten:
Sa, So: 10 – 18 Uhr

Flyer

***

Inside Out
Jonathan Callan – Andreas My

Der britische Künstler Jonathan Callan (* 1961 in Manchester) und der in Köln lebende Andreas My (* 1961 in Waiblingen) arbeiten seit Jahrzehnten mit Papier.

Jonathan Callan: ‘Homeward bound (66 books about the English)’, 2018
Papier und Schrauben, 5,5 x 60 x 19 cm
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Jonathan Callan geht vom Buch aus, das er in flächige Objekte oder Raumbilder überführt, Andreas My zerschneidet Verpackungskartonagen und setzt aus ihnen Skulpturen oder grossflächige Rauminterventionen zusammen. Während Callan die Fläche und oft auch den Inhalt einer Publikation thematisiert, wirken Mys Objekte hingegen wie dreidimensionale Zeichnungen, in denen feinste Kartonstreifen oder Garne sich zu neuen Raumgebilden verbinden, die an organische Gewebe und Nester erinnern.

Andreas My: Welle 06,07,04, 2017
farbig bedruckte Wellpappe, Weissleim
350 x 100 x 200 cm
© VG BILD-KUNST Bonn, 2018
Foto: Olgert Lindau, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In beiden Werken spielt der Gedanke des ‘Recycling’, der Überführung massenweise vorhandenen Materials in eine neue Dimension, eine zentrale Rolle. Beide Künstler arbeiten installativ und zeigen speziell für diesen Ausstellungsort geschaffene Werke.

Zur Ausstellung erscheint ein aufwendiger, bibliophiler Katalog in japanischer Bindung.

Info:

15. September 2018 – 6. Januar 2019

Inside Out
Jonathan Callan – Andreas My

Kunstmuseum Villa Zanders
Konrad-Adenauer-Platz 8
51465 Bergisch Gladbach
Deutschland

www.villa-zanders.de/htdocs_de

Flyer

***

Feuerwerk der Farben
20 Jahre Quilt Et Textilkunst

Quilt Et Textilkunst in München hat Grund zum Feiern: Seit 20 Jahren besteht das Fachgeschäft – zwischen Viktualienmarkt, Stadtmuseum und Synagoge gelegen – dessen Angebot über einen reinen Quiltshop hinausgeht. Regelmässig engagiert Christine Köhne beispielsweise erfahrene Kursleiterinnen und zeigt in der angeschlossenen Galerie sehenswerte Ausstellungen.

Foto freundlicherweise von Quilt Et Textilkunst zur Verfügung gestellt

Unter dem Thema ‘Feuerwerk der Farben’ wurde anlässlich des Jubiläums wieder einmal ein Quilt-Wettbewerb ausgeschrieben. Maria Reuter, Karin Reichert, Jutta Hufnagel und Barbara Lange bildeten die Jury und wählten ca. 35 Quilts für die Ausstellung aus, die am 13. Oktober 2018 eröffnet wird. Man darf gespannt sein!

Info:

13. Oktober 2018 – 3. November 2018

Feuerwerk der Farben
20 Jahre Quilt Et Textilkunst

Quilt Et Textilkunst
Christine Köhne
Sebastiansplatz 4
80331 München
Deutschland

www.quiltundtextilkunst.de

Eröffnung mit Preisverleihung:
Sa, 13. Oktober 2018, 18 Uhr

***

Catherine Labhart – Tapisserien

Ab dem 26. Oktober 2018 zeigt die Galerie TextilAltro in der Bibliothek der HSR Hochschule für Technik Rapperswil (Schweiz) eine neue Ausstellung unter dem Titel ‘Catherine Labhart – Tapisserien’. Das Plakat-Motiv ist inspiriert von Peter Zumthors Architektur, genauer von der Therme Vals in den Bündner Alpen.

Plakat

Catherine Labhart (* 1947) gestaltet seit 1987 Bilder mit Fäden am Hochwebstuhl und hat sich das Rüstzeug dazu weitgehend autodidaktisch angeeignet. Je ein Bild für jeden Monat des Jahres schuf Catherine Labhart in ihrer Serie ‘Kalenderblätter’, alle gleich gross im Format 47,5 x 21 cm.

Catherine Labhart: Februar
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Das Tapisserie-Weben ist eine jahrhundertealte Technik. In einer langsamen und ruhigen Arbeitsweise am Hochwebstuhl wachsen die Bilder nur langsam, Zeile um Zeile, von einer Bildkante zur gegenüberliegenden. Die Technik erlaubt keinerlei nachträgliche Korrekturen, jede neu gewebte Fläche oder Farbnuance muss im Hinblick auf das fertige Bild gewichtet und beurteilt werden, lange bevor dieses als Ganzes sichtbar ist. Jede noch so kleine Entscheidung muss bereits gewebte Bildelemente ausbalancieren und gleichzeitig eine ausgewogene Basis schaffen für die noch ungewebten Bereiche des Bildes.

Catherine Labhart: Mai
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die Künstlerin verwendet immer mehrfache, farblich meist gemischte Schussfäden und erreicht mit traditionellen Webtechniken und pointilistischer Farbwirkung äusserst feine Farbübergänge. Entgegen überkommener Tradition verwendet sie nur Seidengarne. Seide reagiert mit ihrem Glanz stärker auf wechselnden Lichteinfall und ist weniger elastisch als die traditionell verwendete Wolle, was die unterschiedlichen Gewebestrukturen betont und die Bildoberfläche zusätzlich belebt. Die vergleichsweisen kleinformatigen Tapisserien werden auf Rahmen gespannt und erhalten so mehr Körper, Stabilität und Gewicht.

Catherine Labhart: Juni
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt
Empfindlichkeit 100

Info:

26. Oktober – 14. Dezember 2018

Catherine Labhart – Tapisserien

Galerie TextilAltro
HSR Hochschule für Technik Rapperswil
Gebäude 5, 1. Stock (in der Bibliothek)
Oberseestrasse 10
8640 Rapperswil
Schweiz

www.textilaltro.hsr.ch

www.labhart-tapisserien.ch

Vernissage:
Fr, 26. Oktober 2018, 17 – 20 Uhr
Samstags-Apéro:
10. November 2018, 13 – 16 Uhr
Finissage:
Fr, 14. Dezember, 14 – 17 Uhr

***

Voyage dans une peinture de Marthe Donas, en quilting

Eine Ausstellung in Gent über Marthe Donas (1885 – 1967) – ein klangvoller Name der internationalen Avantgarde – lieferte Monique Gilbert eine Idee für ein neues Textilprojekt. Ein Projekt um ein Gemälde rückt den Künstler noch stärker ins Rampenlicht. Ausgangspunkt für diese ‘Reise’ wurde ein 63 x 48 cm grosses Bild mit dem Titel ‘Composition abstraite n° 6’ (Abstrakte Komposition Nr. 6), das Marthe Donas im Jahre 1920 schuf. Davon ausgehend entwarf die belgische Textilgruppe ‘Crossroads’ unter der Leitung von Monique Gilbert Arbeiten, in denen jeweils ein isoliertes Detail aus dem Gemälde eine Rolle spielt.

Flyer

Jede Teilnehmerin wählte ein Detail aus, ein Quadrat von 15 x 15 cm, das dann, auf exakt 90 x 90 cm vergrössert und in Stoff umgesetzt, mit der Maschine genäht und gequiltet wurde. Die verwendeten Materialien sind Baumwolle (z.T. gefärbt), Filz, Samt, recycelte Stoffe usw. Mit einer Miniatur-Textilarbeit von 15 cm kann der Besucher interaktiv herausfinden, wo das ausgewählte Detail in dem Gemälde von Marthe Donas vorkommt.

Flyer (Rückseite)

Die 18 ausgestellten Quilts zeigen ein besonderes Interesse für die formale und technische Ausführung. Darüber hinaus bilden diese individuellen Interpretationen ein wahres Geflecht aus Motiven und Farben – eine Hommage an die belgische Künstlerin Marthe Donas, die übrigens den Leserinnen und Lesern des BERNINA blogs im Rahmen meines Artikels über die Ausstellung ‘Sturmfrauen’ schon einmal begegnete.

Das Gemälde von Marthe Donas sowie eine Reihe ihrer weiteren Werke aus den Jahren 1917 bis 1921 sind ebenfalls in der Ausstellung im Musée Marthe Donas zu sehen.

Info:

13. Oktober – 11. November 2018

Voyage dans une peinture de Marthe Donas, en quilting

Musée Marthe Domas
Rue de la Montagne, 36
1460 Ittre
Belgien

www.museemarthedonas.be

www.moniquegilbert.be

Öffnungszeiten:
Do + Sa: 13 – 17 Uhr
So: 11 – 17 Uhr

***

Verhüllt, enthüllt!
Das Kopftuch

Ein Stück Stoff steht im Mittelpunkt dieser Ausstellung. Es ist um vieles älter als Judentum, Christentum und Islam. Lange vor diesen Religionen markierte das Kopftuch im alten Mesopotamien gesellschaftliche Unterschiede – und sein Fehlen die sexuelle Schutzlosigkeit der Frauen. Heute liegt es mit unzähligen Bedeutungen schwer beladen vor uns. Und allzu oft ist es noch das Wort eines Mannes auf dem Körper einer Frau.

Plakatsujet der Ausstellung
© KHM-Museumsverband
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Tuch, mit dem sich religiöse Frauen ihren Kopf, ihr Antlitz und mitunter den ganzen Körper bedecken, erhitzt die Gemüter. Doch das Gebot für Frauen, sich das Haupt zu verhüllen, ist seit Jahrhunderten ebenso Bestandteil der europäischen Kultur. Seine Geschichte reicht von den Anfängen des Christentums bis in unsere Zeit.

Die Jungfrau von Guadalupe
Los Angeles, USA, 2008
Acryl auf Leinwand
Weltmuseum Wien
© KHM-Museumsverband
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Für die Christen wird der Schleier zum Sinnbild der Ehrbarkeit, Schamhaftigkeit und Jungfräulichkeit. Der Apostel Paulus fordert von den Frauen, ihr Antlitz mit einem Schleier zu verhüllen, wenn sie mit Gott reden. Offenes Haar gilt als unsittlich, nur die Jungfrau Maria trägt es mitunter auf diese Weise.

Männerkopftuch aus Guatemala
Tzute, Kopftuch mit doppelköpfigen
Adlern, für Männer einer cofradia
K’iche’ Maya, Santa Catarina Nahuala
Dept. Solola, Guatemala
vor 1980
Baumwolle, Viskose
H 121 cm, B 104 cm
Weltmuseum Wien
© KHM-Museumsverband
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das bedeckte Haupt zählt zum Vorrecht verheirateter Frauen wie zur Ordenstracht der Nonnen. Trauernde legen den Witwenschleier an. Im Spätmittelalter bestimmen in den Städten Europas Kleiderordnungen, wie sich die Frauen Kopf und Hals zu umhüllen haben.

Kopie nach Domenico Zampieri, gen. Domenichino
Andreas Nesselthaler zugeschrieben
Klio, die Muse der Geschichte
um 1800
Kunsthistorisches Museum Wien
Gemäldegalerie
© KHM-Museumsverband
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zu Beginn der 1920er Jahre beklagt der Papst den Leichtsinn von Frauen, die sich beim Tanzen in ‘unanständiger’ Kleidung über die Grenze der Schamhaftigkeit hinwegsetzen. In der Zeit des autoritären österreichischen ‘Ständestaates’ und des Nationalsozialismus sollen Kopftuch und Dirndl Heimat und Bodenständigkeit vermitteln.

Wiener Chic
2018
© Susanne Bisovsky
Foto: Bernd Preiml, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In den 1950er Jahren steht das bedruckte Kopftuch als Modeaccessoire für Luxus, Eleganz und Emanzipation. Schritt für Schritt werden die Machtverhältnisse in den Geschlechterbeziehungen hinterfragt. Erst 1976 wird in Österreich das patriarchalische Ehemodell vom Gleichbehandlungs- bzw. Partnerschaftsprinzip gesetzlich abgelöst.

Preisgekröntes Kopftuch-Outfit
Modezeichnung aus dem Archiv der
Modeschule der Stadt Wien im Schloss
Hetzendorf
1964
© Modeschule der Stadt Wien im Schloss
Hetzendorf
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Während ein Teil der jungen Musliminnen sich in der Öffentlichkeit gegenüber Fremden verschleiern muss, da sie sonst als sündig und den Männern verfügbar gelten, kreieren andere eine Art Streetwear-Look, farbenfroh und frech, sexy und züchtig zugleich.

Suzanne Jongmans
Julie – portrait of a Lady
© Courtesy Galerie Wilms
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Iran stellen sich Aktivistinnen mit offenem Haar gut sichtbar auf belebte Kreuzungen und schwenken als Zeichen des Protests ihr Kopftuch, während sich Designerinnen im Westen an der Mode der 1950er Jahre orientieren und Vintage-Kopftücher im Programm führen.

Tina Lechner
Xiao
2018
Silbergelatineprint, 90 x 70 cm
© Courtesy Galerie Hubert Winter, Wien
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Modest Fashion’ heisst ein Modetrend, der darum bemüht ist weniger Haut zu zeigen. Mittlerweile ist er religionsübergreifend ein weltweites Milliardengeschäft. Und Queen Elizabeth II. trägt nach wie vor als persönliches Branding ein Kopftuch von Hermès – nicht nur, wenn sie ausreitet.

Kopftuch einer Braut
Tunesien, Tamezret, Mitte 20. Jh.
Wolle, Baumwolle, Seide,
synthetische Fasern, Pigment
Slg. Renate Menzel
mit Fransen: 100 × 76 cm
Weltmuseum Wien
© KHM-Museumsverband
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Weltmuseum Wien präsentiert ab dem 18. Oktober 2018 siebzehn eigenständige Positionen zum Thema Kopftuch, die den Blick auf dieses Stück Stoff um neue (und möglicherweise unerwartete) Aspekte erweitern sollen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Info:

18. Oktober 2018 – 26. Februar 2019

Verhüllt, enthüllt!
Das Kopftuch

Weltmuseum Wien
Heldenplatz
1010 Wien
Österreich

www.weltmuseumwien.at

***

Hochzeitsträume

Hochzeit – der grosse Traum. Für viele der wichtigste Augenblick im Leben. Wie sehen diese Träume aus? Wie werden sie geschaffen? Wie haben sie sich verändert? Gehen alle Träume in Erfüllung? Und was hat das alles mit Gefühlen zu tun?

In der Ausstellung ‘Hochzeitsträume’ zeigt das Museum Europäischer Kulturen (MEK) in Berlin derzeit gelebte und ungelebte, vergangene und gegenwärtige Hochzeitsträume. Sie sind so verschieden wie die Menschen, die Kulturen und Religionen und haben doch erstaunlich viel gemeinsam.

Plakat

Die Schau zeigt in konzentrierten Themeninseln persönliche Geschichten rund um die Hochzeit anhand verschiedener Objekte. Rund 120 historische und aktuelle Exponate wie Brautkleider, Brautkronen und Schmuck, Kunstwerke, royale Souvenirs, Filme und Interviews, rituelle Gegenstände, Hochzeitsfotos und Websites aus unterschiedlichen Regionen Europas nehmen das Spannungsfeld von individuellen Träumen und gesellschaftlichen Konventionen in den Blick.

Brautkorsett, Deutschland, um 1880
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Besucherinnen und Besucher können Brautmoden aus den letzten 150 Jahren bewundern und die Geschichte einzelner Roben erfahren – etwa die eines kostbaren Rokoko-Kleids der Familie Klucke aus dem schlesischen Hirschberg oder der Berliner Schneiderin Emma Schier, die ihr Brautkleid 1916 selbst entworfen und genäht hat.

Hochzeitskleid (dreiteiliges Rokokokleid) 1760/70er Jahre
Umarbeitung im 19. Jh., Hirschberg, Schlesien
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Doch nicht jeder Hochzeitstraum geht in Erfüllung. Davon zeugen in der Ausstellung unter anderem das ‘Tränenkleid’ aus dem einstigen Königsberg oder ein Hochzeitsbaldachin aus der ehemaligen Synagoge in der Prinzregentenstrasse in Berlin.

Brautkrönchen, Oberbayern, 19. Jh.
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Christian Krug
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Träume sind immer auch emotionale Visionen der Zukunft. Damit haben sich Jugendliche des Oberstufenzentrums Bekleidung und Mode Berlin, die aus vielen Ländern der Welt kommen, beschäftigt und für das MEK aus ihren Visionen ein gemeinsames Traumbrautkleid entworfen.

Info:

28. September 2018 – 28. Juli 2019

Hochzeitsträume

Museum Europäischer Kulturen
Staatliche Museen zu Berlin
Arnimallee 25
14195 Berlin-Dahlem
Deutschland

www.smb.museum

Flyer

***

Auf Freiheit zugeschnitten.
Das Künstlerkleid um 1900 in Mode, Kunst und Gesellschaft

Ausgehend vom künstlerischen Reformkleid untersuchen die Kunstmuseen Krefeld erstmals in einer Ausstellung die komplexen Wechselbeziehungen zwischen Kunst, Mode, Fotografie und Tanz im Kontext der Reformbewegung zwischen 1900 und 1914. Die interdisziplinäre Fragestellung und jüngste Forschungsergebnisse ermöglichen neue Perspektiven auf diese spannende Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Einengung, Ornament und Befreiung sind dabei Schlagworte, die nicht nur das damalige Frauenbild definieren, sondern auch die sich neu entwickelnden künstlerischen Disziplinen und ein anderes Verständnis von Kunst.

Maximilian Snischek: Modeentwurf Mantel, 1914
Bleistift und Aquarell auf Papier, 38,3 x 30,2 cm
MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst
Foto: MAK, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

 

Kunst und Leben sollten eins werden. Danach strebten viele Künstler um die Jahrhundertwende, die sich den Reformbewegungen anschlossen und so auf die Umbrüche in Politik und Gesellschaft reagierten. Die ästhetische Gestaltung wurde zum Mittelpunkt des alltäglichen Lebens und prägte einen neuen Kunstbegriff. Dazu gehörten auch Kleidung und Möbel, die dem modernen Leben angepasst werden sollten. Ergonomische Möbel wurden gestaltet, das Reformkleid entworfen. Individualität und Persönlichkeit bekamen einen neuen Stellenwert in der Gesellschaft und kamen in der Mode zum Ausdruck. Gerade für die Frauen bedeutete das Reformkleid Befreiung und neues Körpergefühl.

Seit jeher spiegelt Kleidung die Gesellschaft auf vielfältige Weise. Kleidung transportiert Vorstellungen und Wertesysteme, definiert den gesellschaftlichen Status. Heute ist Kleidung vor allem Ausdruck von Persönlichkeit und Individualität. Um 1900 unterlag die Kleidung der Frau dagegen dem Modediktat aus Paris und damit dem männlich dominierten Blick. Der Befreiung von diesen Abhängigkeiten sind lange Kämpfe vorausgegangen, die im deutschsprachigen Raum um 1900 einen Kulminationspunkt erreichten. Mode wurde zum Synonym für eine körperliche wie gesellschaftliche Emanzipation.

Loïe Fuller: Le Papillon de Nuit, 1912
Reproduktion einer Fotografie
In: Fantasio, Bd. 2, Dezember 1912, 19,5 x 28 cm
Kunstmuseen Krefeld
Foto: Kunstmuseen Krefeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In Krefeld fand im August 1900 die erste Ausstellung künstlerischer Reformkleider in Deutschland statt: Angeregt von Friedrich Deneken, dem Gründungsdirektor des Kaiser Wilhelm Museums, wurden Kleiderentwürfe von bekannten Künstlerinnen und Künstlern gezeigt, darunter Henry van de Velde, Alfred Mohrbutter, Richard Riemerschmid und Margarete von Brauchitsch.

Die Krefelder Ausstellung im Jahr 1900 war ein Auftakt, zahlreiche weitere Präsentationen von Künstler-Kleidern folgten in anderen Städten. Hatte man schon in den Jahrzehnten zuvor zunächst in den USA und in England, dann auch in Mitteleuropa für eine Reform der Frauenkleidung und Frauenkultur gekämpft, die sich vor allem am Für und Wider des Korsetts abarbeitete, so kam nun ein grundlegend neuer Aspekt hinzu. ‘Von heute an sind Ausstellungen von Damenkleidern in die Kategorie der Kunstausstellungen eingereiht’, lautete die Überzeugung Henry van de Veldes. Frauenmode sollte nicht länger nur bequem und gesund sein, wie es dem Grundgedanken der Lebensreform entsprach, sondern darüber hinaus auch eine ästhetisch anspruchsvolle Gestaltung erfahren – und zwar durch Künstlerinnen und Künstler.

Henry van de Velde: Teekleid, um 1896
Ausführung: Maria van de Velde
In: Album moderner, nach Künstlerentwürfen ausgeführte Damenkleider, ausgestellt auf der Großen Allgemeinen Ausstellung für das Bekleidungswesen, Krefeld 1900
Friedrich Wolfrum Verlag, Düsseldorf o. J., 1900
32 x 26 cm
Kunstmuseen Krefeld
Foto: Kunstmuseen Krefeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit der Aufhebung der Grenzen von freier und angewandter Kunst erhielten die Künstlerinnen und Künstler eine Schlüsselrolle bei der Erfindung neuer, zeitgemässer Formen. Architektur, Einrichtung und Ausstattung wurden als Gesamtkunstwerk definiert und aus einer einheitlichen Formensprache heraus gedacht. In diesen Kontext gehörte nun auch das Künstlerkleid, dessen Erscheinung sich an der Rauminszenierung wie an der Individualität der Trägerin orientierte. Die Kleiderentwürfe des Jugendstils zeigen eine erneuerte Auffassung von Schönheit, die, wie Henry van de Velde es ausdrückte, als ‘Waffe’ wirken sollte.

Die junge Avantgarde, die Ausdruck und Emotion als Essenz der Kunst deklinierte, erklärte das selbst entworfene Kleid zum autonomen Kunstwerk, das die Empfindung als Bewegung in den Raum übertrug. Das Künstlerkleid in all seinen unterschiedlichen Ausprägungen wird vor dem Ersten Weltkrieg zu einem Kristallisationspunkt für die umfassenden europäischen Erneuerungsbewegungen.

Paul Poiret: Mantel, 1913
Graue Wolle, schwarze Seide
Getragen von Madame Poiret
Stiftung August Ohm Hamburg
Foto: Kunstmuseen Krefeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die opulente Schau vereint Bestände der eigenen Sammlung mit zahlreichen hochkarätigen Leihgaben aus dem In- und Ausland in einer anschaulichen Inszenierung. Die Kunstmuseen Krefeld präsentieren in der Ausstellung die komplexen Wechselbeziehungen zwischen freier Kunst, Kunsthandwerk, Mode, Fotografie, Tanz und Werbung im Kontext der Reformbewegung zwischen 1900 und 1914 und stellen das Künstlerkleid als Teil der Idee des Gesamtkunstwerks vor. Die Ausstellung thematisiert das Reformkleid als Sinnbild eines umfassenden gesellschaftlichen Wandels und als zentralen Entwicklungsschritt im Selbstverständnis der modernen Frau.

In den Fokus rücken dabei auch die europäischen Netzwerke der Reformbewegung. Von den Präraffeliten über die Gesamtkunstwerk-Entwürfe des Jugendstils, der Wiener Werkstätte und der Expressionisten, vom Ausdruckstanz bis zu neuen Medien der Inszenierung und Verbreitung wie Fotografie, Plakat und Modezeichnung spannt sie ein Panorama der frühen Moderne.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildeıtes Katalogbuch mit zahlreichen Essays.

Info:

12. Oktober 2018 – 24. Februar 2019:

Auf Freiheit zugeschnitten.
Das Künstlerkleid um 1900 in Mode, Kunst und Gesellschaft

Kaiser Wilhelm Museum
Joseph Beuys-Platz 1
(ehemals Karlsplatz 35)
47798 Krefeld
Deutschland

www.kunstmuseenkrefeld.de

Eröffnung:
Do, 11. Oktober 2018, 19.30 Uhr

***

Schichtweise Sichtweisen
Schwarz auf weiss – textile Gedanken von Heidi Drahota und Johanna Spaethe

Oft liegt unsere Inspiration in einem Fundstück, einem Wort oder in Lettern, die unsere Sichtweise auf die Dinge prägen, beeinflussen und verändern. Wir sichten unser Material und schichten Fasern, Garne, Stoffe, Farben und Formen, aber auch Papiere oder Fundstücke, um die eigene Sichtweise zum Ausdruck zu bringen.

Einladungskarte

Der Betrachter kann an der Oberfläche bleiben oder Schicht für Schicht in die Tiefe unserer Arbeiten und Gedanken eindringen, die wir strukturiert, transparent aber auch dreidimensional umgesetzt haben. ‚Schwarz auf weiss‘ sollte dabei der rote Faden in unseren Werken sein.

Heidi Drahota: Tägliche Stiche
Foto freundlicherweise von Heidi Drahota zur Verfügung gestellt

Wir, Heidi Drahota und Johanna Spaethe, arbeiten textil und möchten zeigen, dass das nicht nur das Einfädeln einer Nadel, Zuschneiden, Nähen, Sticken oder Weben ist. Lassen Sie sich entführen in unsere textilen Sichtweisen.

Der schöne Schein, Detail
Foto freundlicherweise von Heidi Drahota zur Verfügung gestellt

Info:

3. – 27. Oktober 2018

Schichtweise Sichtweisen
Schwarz auf weiss – textile Gedanken von Heidi Drahota und Johanna Spaethe

Kulturscheune der Altstadtfreunde
Zirkelschmiedsgasse 30
90402 Nürnberg
Deutschland

www.heidi-drahota.de

Öffnungszeiten:
Mi – So: 14 – 19 Uhr

Vernissage:
Di, 2. Oktober 2018, 18.30 Uhr

Einladungskarte

***

Grenzgängerinnen

Vor acht Jahren fanden wir, Heidi Drahota, Anne Jansen, Johanna Spaethe und Ruth Zenger, uns über das Filzen.

Anne Jansen
Foto freundlicherweise von Heidi Drahota zur Verfügung gestellt

Nach einer gemeinsamen Ausstellung entschlossen wir uns zu einer weiteren Präsentation unserer verschiedenartigsten Werke mit einem Thema: ‘Grenzgängerinnen’.

Johanna Spaethe: Kladde und Akte
Foto freundlicherweise von Heidi Drahota zur Verfügung gestellt

Heute hat dieses Thema eine politische und gesellschaftskritische Dimension, deren Aktualität sich in unseren Arbeiten auch widerspiegelt.

Key Visual

Wir zeigen auf unterschiedliche Weise die Verknüpfung von verschiedenen Werkstoffen und Verfahren.

Ruth Zenger
Foto freundlicherweise von Heidi Drahota zur Verfügung gestellt

Traditionelle Textiltechniken wie Filzen, Klöppeln, Nähen, Spinnen, Stricken sind die Grundlagen unseres kreativen Tuns, aber auch Grenzüberschreitungen zu Fotografie oder textilfremden Materialien finden sich in unseren künstlerischen Ausdrucksformen.

Heidi Drahota: Dress Of Soul
Foto freundlicherweise von Heidi Drahota zur Verfügung gestellt

Jede von uns geht mit den Materialien und diesem Thema individuell um und interpretiert es auf eigene Weise.

Derzeit läuft die Ausstellung ‘Grenzgängerinnen’ im Oberfränkischen Textilmuseum Helmbrechts mit dem Schwerpunkt auf Filzarbeiten.

Info:

21. September 2018 – 17. Februar 2019

Grenzgängerinnen

Oberfränkisches Textilmuseum Helmbrechts
Münchberger Strasse 17
95233 Helmbrechts
Deutschland

www.textilmuseum.de

Flyer

***

FORUM 047: Elizaveta Porodina – Smoke and Mirrors

Die in München lebende Künstlerin Elizaveta Porodina (* 1987 in Moskau) hat sich längst als Modefotografin international einen Namen gemacht. Ihre skurrilen und schrillen Inszenierungen für namhafte Modelabels erschienen in der Vogue und in Harper’s Bazaar; auf Instagram kann sie sich über eine grosse Anzahl von Followern freuen.

Elizaveta Porodina: Ohne Titel, 2018
© Elizaveta Porodina
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In ihrer ersten Museumspräsentation im Münchner Stadtmuseum zeigt sie neue Bilder, die sich zwischen atmosphärischen Porträts, Mode und Dokumentarfotografie bewegen, stilistisch aber auch vom Surrealismus beeinflusst sind. Ähnlich wie Helmut Newton, der neben lrving Penn und Gordon Parks zu ihren Vorbildern zählt, erzählen ihre Fotografien dank Porodinas filmischer Inszenierungen immer eine Geschichte. Ihr gelingen farbenfrohe Fantasie-Szenerien oder dramatische Schwarzweiss-Motive. Klassische Bildgenres sind ihr nicht wichtig, vielmehr geht es ihr ‘um die Beziehung zwischen Menschen, um die Vision, diese grossartigen Dimensionen sichtbar zu machen, letztendlich geht es nur um Liebe.’

Elizaveta Porodina: Ohne Titel, 2018
© Elizaveta Porodina
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Eine Auswahl aus dem vielseitigen Repertoire der Fotografin ist in der Kabinettausstellung vertreten. Kuratiert von der Sammlung Fotografie, werden Bilder und Werkgruppen zu sehen sein, die über die reine, angewandte Praxis der Modefotografie hinausgehen. Vielmehr handelt es sich um Portraits, die von seelischer Zerrissenheit und düsteren Vorahnungen geprägt sind. Porodina beschäftigt sich in ihren Lichtbildern mit der unüberwindbare Distanz zu ihren Mitmenschen und Methoden der Verstellung – so nah man sich auch stehen mag, so nah die Kamera auch an ihr Motiv heran treten kann, sichtbar werden häufig nur die Grenzen. Diese sinnbildliche Barriere nimmt die Fotografin mit ihren Studiotechniken und Hilfsmitteln auf: um malerische Effekte zu
erzielen, verwendet sie milchige und fettige Glasscheiben oder setzt geschickt Bewegungsunschärfen und Mehrfachbelichtungen ein, um Störeffekte zu erzeugen. Ob SchwarzWeiss oder in Farbe, keines ihrer Bilder bietet einen direkten und offenen Zugang zum Dargestellten und so entwickeln sich die Figuren in ihren Bildern zu Projektionsflächen für Narrationen, Fanatasien und Selbstreflexionen.

Elizaveta Porodina: Ohne Titel, 2017
© Elizaveta Porodina
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Porodina greift neben surrealistischen Stilelementen, Darstellungsmodi der klassischen Modefotografie auf, sei es das Licht und die Accessoires eines Edward Steichen oder Techniken der Bildmanipulation und Verfremdungsstrategien, die an Erwin Blumenfeld erinnern. Mit diesen teils dadaistischen Anleihen gelingt es Porodina, einen eigenen wiedererkennbaren Stil zu entwickeln, der sich insbesondere durch die intime, träumerische und entrückte Stimmung der
Bilder auszeichnet.

Info:

5. Oktober 2018 – 20. Januar 2019

FORUM 047: Elizaveta Porodina – Smoke and Mirrors

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Deutschland

www.muenchner-stadtmuseum.de

***

Erika Hock
Hotel Atlantik

Der französische Soziologe Michel de Certeau unterscheidet in seiner Schrift ‘Kunst des Handelns’ den Ort vom Raum. Demnach ist ein Ort eine momentane Konstellation von festen Punkten und enthält einen Hinweis auf eine mögliche Stabilität. Im Unterschied zum Ort entsteht ein Raum, wenn man Richtungsvektoren, Geschwindigkeitsgrössen und die Variabilität der Zeit in Verbindung bringt. Ein Raum ist also ein Geflecht von Elementen, die sich bewegen und deren Bewegung ihn in ihrer Gesamtheit erfüllen. Diese Aktivitäten geben ihm eine Richtung, eine Zeit; dadurch funktioniert er erst als eine Einheit von aufeinander abgestimmten Elementen. Insofern sind es bei Michel de Certeau vor allem die Menschen, die einen Raum erst schaffen und er betont die Wichtigkeit der Beziehung zwischen dem Individuum und den Dingen im Raum.

Erika Hock – Hotel Atlantik
Ausstellungsansicht
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Hierauf verweist auch die Ausstellung ‘Hotel Atlantik’ von Erika Hock (*1981 in Kirgisistan), die derzeit in der Kunsthalle Lingen gezeigt wird. Über den Begriff des Hotels deutet sie auf den Charakter des Zwischenortes Hotel. Hotelzimmer stellen immer Räume des Dazwischen dar, denn der Mensch hält sich in ihnen meist nur temporär auf und richtet sich selten häuslich ein, nutzt oft lediglich das Bett und das Bad.

Erika Hock – Hotel Atlantik
Ausstellungsansicht
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Dieses Phänomen des Zwischenraums weiter denkend, kann auch unsere derzeitige Welt als ein Raum des Dazwischen betrachtet werden, der sich aktuell in einem Zustand des Übergangs befindet mit einem ungewissen Ausgang und an dem der Mensch sich in Beziehung zu unterschiedlichen Dingen erfährt.

Erika Hock – Hotel Atlantik
Ausstellungsansicht
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Indem Erika Hock einzelne Objekte zueinander in Beziehung gesetzt hat, betont sie vor allem das Verhältnis zwischen diesen und darüber auch zu uns als Mensch. Ihre Werke changieren oft an der Grenze zum Design oder auch zur Architektur, besitzen aber nie eine Gebrauchsfunktion, sondern vermitteln immer ideelle Inhalte.

Erika Hock – Hotel Atlantik
Ausstellungsansicht
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Eines ihrer Objekte erinnert zwar an den berühmten Stuhl von Ludwig Mies van der Rohe aus dem Jahr 1927, den er einst am Bauhaus entwarf. Dem Freischwinger fehlt aber eine Sitzfläche, so dass der Charakter des Objekts im Vordergrund steht. Die Form war derjenigen des menschlichen Körpers nachempfunden und ergonomisch untersucht. Dieses wie weitere Objekte von Erika Hock sind Teil ihrer Serie mit dem Titel ‘Elbows and Knees’, also ‘Ellenbogen und Knie’, die auf Verrenkungen des menschlichen Körpers verweisen.

Erika Hock – Hotel Atlantik
Ausstellungsansicht
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Ein weiteres Objekt erinnert an einen Tisch und deutet auch über die gerauchten Zigaretten explizit auf den Menschen hin, aber auch ihm wohnt keine Gebrauchsfunktion inne, er fungiert vielmehr als Metapher für Leben und Handlung. Hier wird die Beziehung der Dinge zu- und untereinander betont und auf das Verhältnis zwischen Stuhl und Tisch verwiesen, aber durch das Fehlen der Möglichkeit, beides zu benutzen, wird gleichzeitig immer auch eine Abwesenheit des Menschen betont und eine gewohnte und herkömmliche Ordnung der Dinge in Frage gestellt.

Erika Hock – Hotel Atlantik
Ausstellungsansicht
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Dies lässt sich auch in Korrespondenz mit den weiteren Elementen im Raum wie dem Vorhang und dem zweiteiligen runden Lampenobjekt ablesen. Alles erinnert an sehr gutes modernes Design, wird aber – präsentiert im Kontext Kunst – vor allem als dieses entlarvend vermittelt und betont eine fliessende Grenze zwischen beiden Disziplinen. Erika Hock selbst sagt in einem Interview, dass der Raum zwischen Design, Mode, Architektur und Kunst so gross sei, dass man nicht von Grenzen sprechen könne und sie sich eben genau für diesen Zwischenraum interessiere, in dem man selbst entscheiden kann.

Erika Hock – Hotel Atlantik
Ausstellungsansicht
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Hierzu fordert auch das Objekt im Bereich hinter dem Vorhang auf, hier liegt ein kirgisischer Teppich über einem leicht durchhängenden Element – alles in allem vermittelt es auf humorvolle Art und Weise menschliche Züge. Auch hier ist eine eindeutige Benennung schwierig, ist in erster Linie ein Objekt, vermittelt aber auch die Funktion des Halters für den Teppich. Es korrespondiert mit dem weiteren Element an der Wand, welches eine Nase im Profil zeigt und so erneut auf eine Form des menschlichen Körpers verweist.

Erika Hock – Hotel Atlantik
Ausstellungsansicht
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Ob Design, Kunst, Architektur oder auch Mode – ihre Werke berühren viele gestalterische Disziplinen. Sie fungieren aber vor allem als Verweis auf einen aktuellen Zustand des Dazwischen, in dem sich der Mensch heute einrichten muss. Dass ein Leben in diesem Zustand radikaler Veränderung und des Dazwischen nicht immer einfach ist, dies zeigen aktuelle gesellschaftliche Ereignisse, deren konkrete Inhalte uns allen bewusst sind. Aber gleichzeitig stellen die teilweise humorvollen Werke von Erika Hock die Frage danach, ob ein Leben im Dazwischen nicht auch positive Seiten haben und vielleicht sogar ganz bequem sein kann.

Info:

15. September – 11. November 2018

Erika Hock
Hotel Atlantik

Kunsthalle – Kunstverein Lingen e.V.
Kaiserstrasse 10a
49809 Lingen
Deutschland

www.kunsthallelingen.de

Kostenloses und öffentliches Künstlergespräch:
So, 11. November 2018, 15 Uhr
Anmeldung nicht erforderlich

***

Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode

Vom 12. Oktober 2018 – 24. Februar 2019 zeigt das Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt in Köln die Ausstellung ‘Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode’, über die ich schon verschiedentlich berichtete. Sie wirft einen kritischen Blick hinter die Kulissen der globalen Textilindustrie und will dazu anregen, sich engagiert mit dem Thema Mode-Konsum und seinen sozialen und ökologischen Folgen zu beschäftigen.

Key Visual © RJM 2018
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg konzipierte erste Teil des Ausstellungsparcours gliedert den Themenkomplex Fast Fashion in mehrere Stationen. Es geht um den Grundwiderspruch: Auf der einen Seite wird der glamouröse Auftritt der Modeindustrie und das Verhalten der Konsumenten in den Überflussgesellschaften thematisiert – auf der anderen Seite die problematischen Bedingungen der Bekleidungsproduktion in den Herstellerländern. Neun zeitgenössische künstlerische Positionen unterschiedlicher Genres, die sich kritisch mit Fast Fashion und ihren Folgen auseinandersetzen, ergänzen wissenschaftliche Recherchen und dokumetarisches Material.

Taslima Akther: Rana Plaza Collapse – Death of 13 © Taslima Akther 2013
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im zweiten Teil der Ausstellung gelangen die Besucher in den Slow Fashion-Bereich. Hier geht es um fair gehandelte, ethisch bewusste Kleidung aus regionaler bzw. indigener Manufaktur, mit kurzer, sozial und ökologisch nachhaltiger Produktionskette. Slow Fashion ist ein Bewusstsein, eine Haltung, die sich alle Protagonisten der Mode zu eigen machen können: die Designer, die Produzenten und nicht zuletzt die Käufer. Slow Fashion und Globalisierung müssen sich nicht widersprechen.

Aymara-Frauen beim Scheren der Alpakas, Nord-Chile © Andrea Oneto 2008
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt zeigt aus der eigenen Sammlung Beispiele für alternative Ansätze zur Fast Fashion. Es geht um Mode, die Tradition und Gegenwart textilen Gestaltens ausgewählter Herkunftsregionen repräsentiert, zugleich um alternative Materialien und umweltschonende Herstellungsprozesse, die sich einer wachsenden kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Beachtung erfreuen: Kantha-Stickereien aus Nordindien und Bangladesch, Alpaka-Designs aus Chile, der ‘langsamste Stoff der Welt’ – IKAT aus Ost-Indonesien, Bilum-Kleidung aus Papua Neuguinea, Lotos-Seide aus Myanmar, Brokat-Webereien aus Thailand, Batik-Arbeiten aus Indonesien, Rindenbast-Textilien aus Uganda, Faso Dan Fani aus Burkina Faso.

Die Themen sind und bleiben aktuell. Ein ausführlicher Bericht folgt.

Katalog erhältlich.

Info:

12. Oktober 2018 – 24. Februar 2019

Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode

Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt
Cäcilienstrasse 29 – 33
50667 Köln
Deutschland

www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum

***

Museum Tuch + Technik

Im Museum Tuch + Technik in Neumünster ist im Oktober einiges geboten, zum Beispiel:

Noch bis zum 14. Oktober 2018 läuft die Ausstellung ‘Von Ost nach West und wieder zurück’ – Textile Kunstwerke von Beate von Harten – Wien, die sich gerne von fernen poetischen Ideen in ihren Werken inspirieren lässt. Mitten im Winter den Frühling spüren? Die Kälte vergessen, von grünem Gras, bunten Blumen und köstlichen Früchten träumen? Das war die Vision von Chosrau I, einem persischen Grosskönig aus dem Herrschergeschlecht der Sassaniden im 6. Jahrhundert. Erzählungen zufolge verbrachte er die kalte Jahreszeit auf einem fast 1000 Quadratmeter grossen ‘Frühlingsteppich aus Seide, goldenen Wassern und Edelsteinen’. Gemeinsam mit seinen Fürsten erprobte er darauf das Schachspiel (von seinen indischen Nachbarn geschenkt) mit Figuren aus Smaragden und Rubinen. Diese Überlieferungen inspirierten die Künstlerin Beate von Harten zu dem neu interpretierten Werk ‘Chosrau’s spring reloaded’ – in 1000 Stunden und einer Nacht gewebt.

Beate von Harten: Chosrau’s spring reloaded, Detail
Foto: Tamara Tinnacher, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ebenfalls bis zum 14. Oktober 2018 ist noch ‘Moderne trifft Heute’ zu sehen. Studierende der Kunstgeschichte haben in Seminarräumen und Ateliers gemeinsam mit Kunstschaffenden eine Kunstausstellung zur Epoche der Moderne in Schleswig-Holstein erarbeitet. Sechs hauptsächlich keramisch arbeitende Künstlerinnen und Künstler präsentieren hier Arbeiten. Im Vorfeld der Ausstellung beschäftigten sich Studierende mit der Moderne in Schleswig-Holstein (ca. 1900 – 1972): Eine Zeit des Umbruchs in Industrie und Gesellschaft. Aber auch eine Zeit der neuen Ideen, Formen und Visionen, die in der Keramik ihren Eindruck hinterliess. Gemeinsam mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern fragen die Studierenden nach dem, was von der Moderne heute übrig geblieben ist.

Line Dufour: Fate, Destiny und Self Determination
Foto: Line Dufour, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ab dem 26. Oktober 2018 zieht die Installation ‘Fate, Destiny und Self Determination – Schicksal, Vorsehung und Selbstbestimmung’, organisiert von der Kanadierin Line Dufour, ins Museum ein. Die Installation besteht aus drei Teilen: zwei Wandteppichen, zwischen denen viele unregelmässige Webstücke in verschiedenen Höhen positioniert frei im Raum zu schweben scheinen – als ob eine Tapisserie auseinanderreisst und wieder zusammenfindet. Das Besondere an dem Projekt: Die vielen einzelnen Formen wurden von Weberinnen und Webern aus aller Welt beigesteuert, bisher kamen 762 Formen aus 39 Ländern zusammen. 453 Personen haben das Projekt bis heute mitgestaltet. Und die Installation wächst immer noch …

Sofakissen aus Schottlandwolle
Foto: Annette Boysen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Und am 20. und 21. Oktober 2018 findet der Webermarkt statt, ein Treffpunkt für Freunde hochwertiger Handwerkskunst. Insgesamt 30 Aussteller bauen ihre Stände direkt im Museum neben den imposanten Textilmaschinen auf und präsentieren ihre Produkte – Unikate, die die Besucher erwerben können: Tischwäsche, Teppiche, Hüte, Kissen und ausgefallene Accessoires.

Info:

Tuch + Technik | Textilmuseum Neumünster
Kleinflecken 1
24534 Neumünster
Deutschland

www.tuchundtechnik.de

***

Immer schön auf dem Teppich bleiben!

Ein Teppich ist äusserst praktisch. Man kann Dinge darunter kehren. Er kaschiert unschöne Stellen auf dem Fussboden und in orientalischen Märchen kann man damit sogar fliegen.

Immer schön auf dem Teppich bleiben!
Ausstellungsansicht
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Aber Spass beiseite.

Immer schön auf dem Teppich bleiben!
Ausstellungsansicht
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

In der Herbstausstellung 2018 zeigt die Handwerksform Hannover derzeit handgefertigte Teppiche aus den unterschiedlichsten Materialien und in den unterschiedlichsten Macharten. Gehäkelt, gewebt, getuftet, geknüpft, aus Wolle, Baumwolle oder digital bedruckt.

Immer schön auf dem Teppich bleiben!
Ausstellungsansicht
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Grosse und kleine Formate, Teppiche für die Wand oder den Boden, ausgewählte Arbeiten für den sakralen Raum und eine Auswahl von Nomadenteppichen aus der Sammlung von Robert Schulz.

Info:

15. September – 13. Oktober 2018

Immer schön auf dem Teppich bleiben!

Handwerksform Hannover
Ausstellungs- und Informationszentrum der Handwerkskammer Hannover
Berliner Allee 17
30175 Hannover
Deutschland

www.hwk-hannover.de

Öffnungszeiten:
Di – Fr: 11 – 18 Uhr
Sa: 11 – 14 Uhr
So, Mo und an gesetzlichen Feiertagen geschlossen
Eintritt frei

***

… und dann gibt es noch:

‘ORF-Lange Nacht der Museen’ 2018

Die diesjährige ‘ORF-Lange Nacht der Museen’ findet am Samstag, 6. Oktober 2018 statt: in ganz Österreich – Vorarlberg mit Liechtenstein, Schweiz und Lindau (D) – mit nur einem Ticket. Bereits zum 19. Mal initiiert der ORF die Kulturveranstaltung – rund 700 Museen und Galerien sind heuer daran beteiligt und öffnen ihre Türen für kulturinteressierte Nachtschwärmer von 18 – 1 Uhr früh.

Key Visual

Neben abwechslungsreichen Ausstellungen werden viele spannende Events und Sonderveranstaltungen geboten. Besucher können aus dem reichen Angebot ihre persönlichen Highlights wählen und alle teilnehmenden Häuser und Veranstaltungen mit nur einem Ticket besuchen. Neben kleinen, kuriosen und grossen, renommierten Kulturinstitutionen nehmen heuer wieder viele neue Locations teil, die darauf warten, von den ‘Lange Nacht’-Besuchern entdeckt zu werden. Wie wärs beispielsweise mit dem Stickerei-Museum (S-MAK) in Lustenau, dem Webereimuseum im Textilen Zentrum Haslach oder mit den prächtigen Kopfbedeckungen, die die textil kunst galerie in Salzburg präsentiert?

Info:

www.langenacht.orf.at

***

Maus-Türöffner-Tag

Im Rahmen eines Aktionstages öffnen sich in der Weberei des Textilwerks Bocholt sonst verschlossene Türen und ermöglichen grossen und kleinen Fans der ‘Sendung mit der Maus’ einen Blick hinter die Kulissen des Museums.

Mit der Maus geht es auf Tour durch das LWL-Textilwerk.
Foto: LWL/Frins, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Am Mittwoch, 3. Oktober 2018 gibt es von 14 – 18 Uhr kreative und spielerische Angebote, Spass und Action zwischen Heizkessel, Dampfmaschine und Webstühlen. Dabei ist der Eintritt im gesamten Textilwerk frei und die Teilnahme kostenlos.

Info:

3. Oktober 2018

LWL-Industriemuseum Textilwerk Bocholt
Weberei
Uhlandstrasse 50
46397 Bocholt
Deutschland

www.lwl.org

***

Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel

10 Responses

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Birgit Berndt

    Hallo Gudrun,

    erst jetzt finde ich Zeit für einen Kommentar. Glückwunsch zu deiner Teilnahme in Wolfsburg. Der Bericht über die Spitze ist ‘spitze’, aber auch der über die Kopftücher und der…und, und, und. Einfach toll, dein Überblick.

    Viele Grüße

    Birgit

    • Gudrun Heinz

      halli hallo birgit,

      herzlichen dank auch dir! du weisst doch, ich bin immer um vielfalt bemüht. diesmal sind wirklich einige ‘schmankerl’ unter den ausstellungen dabei …

      beste grüsse

      gudrun

  • Rita Schaffer

    Liebe Gudrun, danke für Deine Veröffentlichung der Ausstellung in St. Petersburg! Ich freue mich schon sehr auf diese Reise. Darf ich diesen Ausschnitt in meine HP setzen?

    Herzliche Grüße Rita

    • Gudrun Heinz

      halli hallo rita,

      herzlichen dank für deine liebe reaktion. na klar, das kannst du sehr gern verwenden.

      du wirst sehen, kurochka ryaba in sankt petersburg wird ein toller event – und überhaupt ist die stadt mit ihren sehenswürdigkeiten eine reise wert. vor allem die eremitage! grüsse bitte marina blumin ganz herzlich!

      alles gute und beste grüsse

      gudrun

  • draechin

    Eine Offenbarung… Ich werde jetzt öfters bei Vasarely vorbeischauen, wenn ich ein Quiltmuster suche…

    Danke für den Tipp.

    • Gudrun Heinz

      halli hallo draechin,

      vielen dank für deinen kommentar – freut mich sehr zu lesen. victor vasarely erfreut sich doch in patchwork- / quiltkreisen seit jahren grosser beliebtheit und man lernt ja auch bekanntlich nie aus. schau mal auf die website des städel museums, da gibt’s noch eine menge mehr zu entdecken!

      beste grüsse

      gudrun

  • Wiebke Maschitzki

    Hallo Gudrun!

    Spitze mit den Spitzen!!

    Ob  Victor Vasarely, der Schmuck, die Textilkünstlerinnen, die Ausstellungen im Museum Tuch und Technik (die sind für mich ja leicht erreichbar) — alles hast Du uns so schmackhaft gemacht!!

    Vielen Dank und liebe Grüße

    Wiebke
     

    • Gudrun Heinz

      halli hallo wiebke,

      vielen dank zurück! schön, wenn’s ‘schmeckt’! man nehme von allem etwas – die ‘ingredienzien’ nahmen diesmal schier kein ende …

      beste grüsse

      gudrun

  • Isabelle Wiessler

    Liebe Gudrun, man möchte eigentlich alles sehen – so interessante Ausstellungen. Vielen Dank für deine unermüdliche Berichte und Gratulation zu deine Teilnehmen in Wolfsburg! Toll!

    • Gudrun Heinz

      halli hallo isabelle,

      1000 dank für deinen freundlichen kommentar, über den ich mich sehr freue! die letzten beiden wochen bedeuteten für mich ausstellungen satt. einige tage in berlin (bestandsaufnahme gurlitt, bewegte zeiten, gerhard richter, vom expressionismus zum informel, schloss sans souci, kunstgewerbemuseum berlin – um nur einiges zu nennen) und dann recherche für die tipps – jetzt kommt mal wieder was anderes dran. unsere fenster müssten z.b. geputzt werden …

      jetzt packe ich das paket für das kunstmuseum wolfsburg und wünsche dir noch einen schönen abend.

      beste grüsse

      gudrun

Liebe Leserin, lieber Leser des BERNINA Blogs,

um Bilder über die Kommentarfunktion zu veröffentlichen, melde Dich im Blog bitte an.Hier geht es zur Anmeldung.

Du hast dich noch nicht für den BERNINA Blog registriert?Hier geht es zur Registrierung.

Herzlichen Dank, Dein BERNINA Blog-Team