Kreative Artikel zum Thema Nähen

Ich nähe einen Time-to-shine-Anzug, Teil 2: der Blazer

Anzug nähen - die Jacke

Hallo zusammen, da bin ich wieder! Ich nehme Euch ein Stück weiter mit auf meiner Nähreise, an deren Ende ein Anzug stehen soll, der zu vielen Gelegenheiten getragen werden kann. Im letzten Artikel habe ich Euch gezeigt, wie ich die Hose nähe. Heute, im zweiten Teil, geht es um den Blazer. Der Blazer ist ein Kleidungsstück, das ich oft trage. Heutzutage bevorzuge ich einen etwas längeren Blazer aus einem Stoff, der ein wenig dehnbar ist, was ihn sehr angenehm zu tragen macht. Der Stoff, den ich verwendet habe, ist ein etwas dickerer Scuba-Crêpe. Er war perfekt für die Hose und er eignet sich auch sehr gut für meinen Blazer.

Habt Ihr Teil 1 verpasst? Kein Problem, hier ist er: Time-to-Shine-Anzug, Teil 1: die Hose

Der Anzug ist Teil einer Capsule Wardrobe, die unter dem Motto “Time to shine!” steht. Ich nähe mit der BERNINA 590 Crystal Edition.

Image of BERNINA 590 Crystal Edition.

BERNINA 590 Crystal Edition

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Das Schnittmuster für den Blazer

Das Schnittmuster, das ich für diesen Blazer verwendet habe, ist aus der niederländischen Knipmode (Jacke 1, Mai 2018). Dieser Blazer hat einen extrahohen Schlitz am Rücken, was ihn noch bequemer macht. Am Schnittmuster habe ich zur Abwechslung mal gar nichts geändert. Ich habe das Schnittmuster schon einmal in einem goldenen, nicht dehnbaren Stoff genäht. Auch da habe ich nichts am Schnittmuster geändert. Neugierig auf diese Version? Schaut sie Euch hier auf Instagram an!

An einigen Stellen bin ich von der Nähanleitung zum Schnittmuster abgewichen. Zum Beispiel habe ich sowohl die Vorder- als auch die Rückseite mit weichem, etwas festerem Vlies verstärkt. Für die Taschen habe ich Kunstleder für die Paspeln am Eingriff. Um schön geformte Schultern zu bekommen, habe ich neben den Polstern Ärmelschiffchen eingesetzt. Diese beiden Anpassungen werde ich im Folgenden beschreiben. 

Die Eingriffe aus Kunstleder:

Ärmelschiffchen und Schulterpolster:

Tascheneingriffe mit Paspeln nähen

Ich liebe Paspeltaschen. Sie sind zeitaufwändig, aber das Ergebnis ist wunderbar.

Bei der Herstellung von Paspeltaschen ist es immer wichtig, dass Ihr genau arbeitet. Beginnt mit der Verstärkung des Tascheneingriffs. Beim Blazer ist dieser auf die seitlichen und vorderen Schnittteile aufgeteilt. Verstärkt diese zuerst, bevor Ihr die Schnittteile zusammennäht. Nach dem Absteppen gut bügeln! Ich lasse normalerweise die Nahtzugabe stehen. Dann markiert Ihr den Tascheneingriff mit einem spitzen Bleistift oder Marker. Verwendet auch Heftstiche, damit er auf auch auf der rechten Stoffseite sichtbart wird.

Nähte mit einem Bügelholz flachstreichen:

Tascheneingriff markieren:

Heften:

Legt dann die beiden Paspeln auf die rechte Seite des Stoffes, mit der rechten Seite nach unten. Steckt sie fest. Bei Kunstleder wollt Ihr anstelle der Stecknadeln vielleicht Klebeband verwenden, um die Paspeln festzukleben. Näht dann die lange Seite sauber auf der Innenseite an der eingezeichneten Markierung fest. Näht genau von Ecke zu Ecke.

Als nächstes schneidet Ihr den Tascheneingriff zu. Schneidet die Ecken diagonal ein, mit einem Abstand von einem Zentimeter zur Ecke. Genau dort, wo die Naht endet.

Die festgeklebten Paspeln:

Die Naht auf der Innenseite:

Ecken einschneiden:

Jetzt die Paspeln an der Öffnung umfalten, so dass 0,5 cm sichtbar bleiben. Wieder feststecken oder festkleben. Der Genauigkeit halber hefte ich auch.

Dann die Ecke an der kurzen Seite nach aussen falten und festnähen. Befestigt die Einfassungen, indem Ihr der vorherigen Naht im Nahtschatten folgt.

Umgefaltete und geklebte Paspel:

Die Ecken nach aussen falten und festnähen:

Im Nahtschatten nähen:

Befestigt die beiden Taschenteile an den Nähten auf der Innenseite. Ich verwende den Scuba-Crêpe-Stoff als unteres Taschenteil und das Stretchfutter als oberes Taschenteil. Schliesst die Tasche und versäubert sie mit einem Zickzackstich oder mit der Overlockmaschine.

So sieht die Tasche jetzt aus:

Wenn die Taschen fertig sind, können die vorderen und hinteren Schnittteile zusammengefügt werden. Dann wird der Kragen angenäht. Und dann ist es Zeit für die Schultern.

Den Blazer mit schöne Schultern nähen

Dieser Blazer hat Schulterpolster. Um den Übergang von der Schulter zum Ärmel fliessend zu gestalten, habe ich die Ärmelkugel verstärkt und dazu Ärmelschiffchen verwendet. Ihr könnt diese Schiffchen als Fertigprodukt kaufen. Die Schiffchen werden nach dem Einsetzen des Ärmels von links an der Armkugel angebracht, damit der Ärmel an dieser Stelle leichten Stand erhält. Sie verhindern, dass die Ärmelkugel eingedrückt wird.

Vor dem Anbringen den Schlitz des Schiffchens zuklappen und mit einer Stecknadel befestigen. Der Schlitz wird an der Schulternaht ausgerichtet. Ich habe die Schiffchen von Hand befestigt.

Die verstärkte Ärmelkugel:

Das Schiffchen sitzt:

Feststecken …

Von Hand annähen, die Stecknadel aus dem Schlitz lösen …

Legt das Schulterpolster in die Mitte der Schulternaht. (Dies gilt, wenn Ihr wie ich gerade Schulterpolster verwendet. Wenn Ihr speziell geformte Mantel-Schulterpolster habt, legt die Seite, die am meisten abfällt, nach hinten. Legt den dicksten Teil dieses Schulterpolsters auf die Schulternaht).

Befestigt das Schulterpolster von Hand entlang der Ärmelöffnung, an der Schulternaht und an der Spitze (in der Nähe des Kragens). Macht dies locker, damit die Dicke erhalten bleibt.

Das Polster ist mittig platziert und an der Naht ausgeichtet: 

Von Hand festnähen:

Lockere Stiche verwenden:

Voilà:

Das Futter im Blazer

Wenn man all diese Dinge erledigt hat, macht man im Grunde einen zweiten Blazer: das Futter. Ich setze hier gerne auf ein paar besondere Details um. Das Futter meines Blazers besteht aus zwei Farben. Am unteren Ende des Ärmels verwende ich einen goldfarbenen Stoff, der sichtbar wird, wenn man die Ärmel hochkrempelt. Schliesslich lautet das Motto immer noch “Time to shine!”.

Der untere Ärmel erhält einen goldenen Touch:

Das Futter:

Anprobe – und Ärmel umkrempeln: 

Wenn ich das Futter einsetze, steppe ich gerne mit einem gold-beigen Garn ab. So mache ich es auch mit dem Etikett:

Bevor ich den Saum nähe, verbinde ich den Besatz des Vorderteils mit unsichtbaren Stichen auf der Innenseite. Dazu befestige ich das Vorderteil und den Besatz mit großen Heftstichen.

Unsichtbares Verbinden:

Der letzte Schritt besteht darin, den Saum und das Futter zu befestigen. Seid Ihr neugierig, wie ich das gemacht habe? Ich zeige es Euch in einem Video hier auf Instagram.

Und schon ist der Blazer bereit, in meine Capsule Garderobe einzuziehen. Natürlich zusammen mit der Hose aus dem letzten Blog-Post. Er passt aber auch sehr gut zu meinem Kleid aus rosa Stretchsamt.

Ein Power Suit! Von hinten …

… und von vorne:

Blazer nähen mit tollen Details

It’s a match!

Mein nächstes Projekt für die Capsule Wardrobe ist ein Refashion-Projekt! Etwas mit Pailletten und Stickereien. Juhu! Sieht man sich dann wieder hier im Blog?

Alles Liebe,
Marlies
@madebyLIESL

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