Kreative Artikel zum Thema Nähen

Drucken mit Procion MX Farben

Wieder einmal habe ich mit Photoshop ein einziges Grundmotiv stark verändert und somit insgesamt 3 gut zusammenpassende Thermofaxmotive zum Drucken erhalten.

Diesesmal wollte ich jedoch nicht mit Acrylfarben Stoffe bedrucken, sondern mit verdickter Procion MX Farbe Stoffe mit Drucktechnik färben. Ebenfalls kam mir beim Erarbeiten der Motive am Computer die Idee zusätzlich mit der Reservierungstechnik mit Freezerpaper zu experimentieren.

Die hochdosiert angerührten Procion MX Farbpulver mischte ich mit entsprechend dicker Printpaste, damit die Druckergebnisse mit den filigranen Motiven der neuen Siebe auch gelingen. (Einen Bericht zum Anfertigen dieser Farben findet Ihr im Bericht zum Deconstructed Screen Printing nach der Methode von Kerr Grabowski).

Freezerpaper ist eine Art kunststoffbeschichtetes Papier, dessen Unterseite gut auf Stoff haftet und sich problemlos auf Stoff aufbügeln und ebenso leicht wieder abziehen lässt. Es findet seinen Ursprung vor allem im amerikanischen Metzgereihandwerk – vielmehr als Verpackung der fertigen Fleischwaren im Ladenverkauf. Dieses Papier ist bei uns im gut sortierten Patchworkhandel erhältlich und zwar auf einer Rolle von 12,1 m x 0,38 m.  Für den ersten Stoff schnitt ich unterschiedlich grosse Kreise aus Freezerpaper aus und bügelte sie anschliessend auf den sodabehandelten weissen Baumwollstoff.

Nachdem der Stoff mit Stecknadeln auf der Druckunterlage gut fixiert war, konnte ich beginnen. Stück um Stück füllte sich die weisse Stoffbahn mit dem neuen Muster. Da die Strukturen des Motivs keine harten, sondern fliessende Konturen aufweisen, war es recht einfach grossflächig zu arbeiten.

Nach dem ersten Farbauftrag mit Smaragdgrün fügte ich eine zweite Schicht orange hinzu. Beide Drucke überlagerten sich nicht punktgenau, sondern bildeten zusammen ein homogenes Gefüge.

Dann entfernte ich die aufgebügelten Freezerpaperkreise, indem ich mit der Spitze einer Stecknadel unter den Rand fuhr und dann das Papier vorsichtig vom frisch bedruckten Stoff abzog.

Es war verführerisch den Stoff mit diesen ausgesparten weissen Kreisen zu belassen, doch wollte ich austesten, wie ein dritter und ein vierter Farbauftrag wirkt.

So steckte ich die Gegenstücke der Kreise aus Freezerpaper vorsichtig und kantengenau auf den bedruckten Stoff

und druckte mit einem weiteren Motiv zuerst in blau,

entfernte das Papier, steckte das nächste Gegenstück auf,

druckte in dunklem pink und fuhr so fort, bis alle fünf weissen Kreise mit Farbe gefüllt waren.

Dann überlegte ich, wie ich zu diesem ersten Stoff noch zwei weitere unterschiedliche, doch passende Stoffe gestalten könnte. Wieder nutzte ich die Reserviertechnik und schnitt aus langen Bahnen Freezerpaper freihand mit dem Rollschneider Wellenlinien aus.

Diese bügelte ich entsprechend auf die nächste Stoffbahn auf, steckte sie erneut auf die Druckvorlage auf und druckte diesesmal nur mit blau.

Die Wirkung spricht für sich und gefällt mir ausnehmend gut.

Die aus den Wellenlinien geschnittenen Mittelstücke bügelte ich anschliessend auf den dritten vorbereiteten weissen Baumwollstoff auf

und druckte mit demselben dunklen pink, das bereits für die Kugeln im ersten Stoff verwendet wurde.

Es ist fast zu schade, die aufgebügelten Papiere zu entfernen, der allover Druck ist wunderschön.

Beide Stoffe ergeben eine Art positiv-negativ Druck und harmonieren wirklich sehr gut.

Nach dem Drucken rollte ich alle drei Stoffe, die u.a. auf einer Unterlage aus dünner Kunststofffolie lagen vorsichtig zusammen und lasse die Procion MX Farben nun 24 Stunden einwirken. Es ist zu hoffen, dass wie bei den Stoffen für das Doodlingprojekt die weissen Stellen beim Auswaschen auch weiss bleiben.

Und danach werden sie sicherlich erst einmal im Stoffregal Platz nehmen, bis die Idee zu weiteren Verarbeitung entwickelt ist.

Die Siebe mit den abstrakten Motiven sind allerdings jetzt schon bei mir erhältlich.

Viele Grüße,

Jutta Hellbach

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel

3 Responses

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • patchmaus

    Hallo Jutta,
    also die Idee mit dem Freezerpaper ist klasse. Deine Ergebnisse sind wirklich toll. Da kommen einem ja schon beim Zuschauen die Ideen der Weiterverarbeitung! Wirklich schön!
    LG Sabine

  • Jutta Hellbach

    Guten Abend Beatrice,

    ja, freu dich drauf, der Kurs wird sicherlich grossartig. Für mich ist es auch jedesmal aufs Neue sehr spannend und bereichernd in der Stoffgestaltung zu arbeiten und im Kurs zu sehen, wie innerhalb kürzester Zeit Teilnehmerinnen über sich selbst hinauswachsen und Stoffe “zaubern”, wie sie es niemals von sich vermutet hätten.
    Bis Donnerstag :-),

    Jutta Hellbach

  • Beatrice

    Guten Abend.
    Jetzt kribbelts mich in den Fingern und ich würde am liebsten GLEICH loslegen. Zum Glück geht es nicht mehr lange bis es DONNERSTAG ist und der Kurs beginnt. Ich freue mich riesig drauf. :o)

Liebe Leserin, lieber Leser des BERNINA Blogs,

um Bilder über die Kommentarfunktion zu veröffentlichen, melde Dich im Blog bitte an.Hier geht es zur Anmeldung.

Du hast dich noch nicht für den BERNINA Blog registriert?Hier geht es zur Registrierung.

Herzlichen Dank, Dein BERNINA Blog-Team