Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps Juni 2017

Patchworktage
der Patchwork Gilde Deutschland e.V.

Die Patchworktage der Gilde sind, nicht nur für die Mitglieder, deren Mitgliederversammlung in die Veranstaltung eingebunden ist, immer ein Quilt-Höhepunkt im Jahr, der diesmal in Fürth bei Nürnberg stattfindet. Neben interessanten und vielseitigen Ausstellungen werden Kurse und Workshops angeboten – diesmal werden Olivia Uffer (CH) und Ricky Tims (USA) Kurse bzw. Workshopvorträge halten – und eine Reihe von Fachgeschäften bieten ihre neuesten Produkte an.

Das Ausstellungsprogramm ist vielfältig und umfasst 23 Ausstellungen. Leider kann ich an dieser Stelle nur einige vorstellen.

Zunächst wird die neueste Auflage der ‘Tradition bis Moderne’ eröffnet, die die Gilde für ihre Mitglieder ausgeschrieben hatte. Eine Jury wählte ca. 50 Quilts aus, wovon zwei Arbeiten mit einem Geldpreis ausgezeichnet und Teil der ständigen Sammlung der Gilde werden.

Alle aktuellen Neuerwerbungen für die ständige Sammlung der Gilde sind zusammen mit weiteren Arbeiten der ausgewählten Künstlerinnen in einer eigenen Ausstellung zu sehen, so dass die Besucher einen Eindruck von der Bedeutung dieser Künstlerinnen für die Patchworkszene in Deutschland erhalten.

Tradition bis Moderne - Plakat

Tradition bis Moderne – Plakat

Das Thema der Challenge, die die Patchwork Gilde Deutschland 2016/17 für Ihre Mitglieder ausgeschrieben hat, war ‘Mein Garten’. Die Ergebnisse sind überraschend, wunderbar, bezaubernd und reichen von traditionellen Grandmothers-Flowergarden-Blöcken bis zu freien Interpretationen. Die Ausstellung der Patch-Kids zeigt ebenfalls Arbeiten zum Wettbewerbsthema ‘Mein Garten’. Dieses Jahr haben die Kinder das gleiche Thema wie die Erwachsenen und wie die Jungen Erwachsenen. Ausserdem werden Quilts aus mehreren Ländern, die sich auch an diesem Thema beteiligt haben, zu bewundern sein.

‘Der Quilt im Fehler’ – es schlägt die grosse Stunde für die Fehler-Quilts, der Fehler macht den Quilt interessant. Alle rätseln mit, wo in diesen tollen Arbeiten der Fehler sein soll. Die Amtsträger der Gilde stellen sich von ihrer textilen Seite vor und die Absolventinnen der Kursleiterinnenausbildung zeigen ihre Arbeiten zusammen mit den Zertifikatsquilts. Ausserdem werden die ‘textilen Grüsse’ aus 17 EQA-Ländern präsentiert, die sich mit jeweils 16 Quilts an dieser Ausschreibung beteiligten.

Es gibt ausserdem noch viele Ausstellungen von Einzelkünstlern, Gruppen und Organisationen, wozu man hier die näheren Informationen findet.

Blick in die Ausstellung 'MÄNNER' von Gudrun Heinz und Sarah Schultz Foto: Gudrun Heinz, Ausstellung beim Europ. Patchwork Meeting, Ste Marie-aux-Mines (F), 2016

Blick in die Ausstellung ‘MÄNNER’ von Gudrun Heinz und Sarah Schultz
Foto: Gudrun Heinz, Ausstellung beim Europ. Patchwork Meeting, Ste Marie-aux-Mines (F), 2016

Abschliessend freue ich mich jedoch besonders, dass die ‘MÄNNER’ – Ausstellungsprojekt von Gudrun Heinz und Sarah Schultz – wieder dabei sind; nach dem Prague Patchwork Meeting und der NADELWELT 2017 haben die Besucher die Gelegenheit, hier einen Teil der Exponate zu sehen. Auch werde ich selbst vor Ort sein und freue mich wieder auf viele interessante Gespräche!

Info:

9. – 11. Juni 2017

Patchworktage
der Patchwork Gilde Deutschland e.V.

Stadthalle Fürth
Rosenstrasse 50
90762 Fürth
Deutschland

www.patchworkgilde.de

Öffnungszeiten:
Fr/Sa: 10 – 18 Uhr
So: 10 – 17 Uhr

Eröffnung:
Do, 8. Juni 2017, 19 Uhr, im Foyer

Flyer

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TEXTILE ART BERLIN

Die 13. TEXTILE ART BERLIN wirft ihre Schatten voraus: Über 100 Künstler, Kunsthandwerker und Händler präsentieren ihre beeindruckenden Objekte und Materialien an den Verkaufsständen, es gibt über 25 Gruppen- und Einzelausstellungen, 25 Workshops und Mitmachaktionen, verschiedene Vorträge und am Samstagabend die beliebte Modenschau – auf 4000 Quadratmetern, verteilt über drei Etagen (mit Fahrstühlen).

Flyer

Flyer

Die TEXTILE ART BERLIN ist umgezogen: Der neue Veranstaltungsort ist der PHORMS Campus Berlin-Mitte, wo der neue Kooperations-Partner eine bilinguale Privatschule betreibt, die Kinder von der Kita und Schüler bis zum Abitur unter einem Dach vereint. Das wunderbar restaurierte historische Gebäude bietet einen tollen Rahmen für die renommierte Messe.

Beate Bossert Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Beate Bossert
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Das diesjährige Thema, dem sich die Teilnehmer verschrieben haben, lautet ‘In Quest of Beauty: Inspiration – Creation – Sensation’. Im Angebot sind stilvolle und witzige Bekleidung, Schmuck und elegante Accessoires, originelle Innendekorationen, Quilts, Objekte im modernen Materialmix, antike textile Schätze, Bücher und vielfältige, auch ansonsten schwer zu findende Materialien und vieles mehr – unmöglich, an dieser Stelle alles vorzustellen.

Almyra Weigel Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Almyra Weigel
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

‘Wer Buchstaben sät … wird Wörter ernten’ lautet der Titel der Einzelausstellung von Marie-Christine Chammas, die Sprichwörter und Redensarten aus verschiedenen Sprachen interpretiert: alt und neu, genäht, gequiltet, gestickt, gezeichnet.

Marie-Christine Chammas Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Marie-Christine Chammas
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die Einzelausstellung von Annemie Koenen ‘Creationen in Filz’ stellt Bekleidungsaccessoires, aber auch Wandbehänge, Skulpturen und Wohnaccessoires vor.

Annemie Koenen Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Annemie Koenen
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Unter der Überschrift ‘Alter / Leben’ entstanden in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Fotografen Manfred Klimek neue Portraits, geschaffen von Gudrun Leitner. Es sind Ausschnitte aus seinen Fotos und sie zeigen, wie nah sich das Erstellen von genähten Bildern und die Fotografie sein können.

Gudrun Leitner Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Gudrun Leitner
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

‘Quilts & Collagen’ – Einzelausstellung von Monika Schiwy-Jessen. Seit 1997 erarbeitet sie frei gestaltete Quilts und Collagen mit verschiedenen textilen und nicht textilen Materialien, inspiriert von der Natur und von Bildfragmenten aus Magazinen und Zeitungen.

Monika Schiwy-Jessen Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Monika Schiwy-Jessen
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die VDA Kunstfakultät Kaunas aus Litauen präsentiert die neuesten Arbeiten ihrer Textilkunst-Studierenden zum Thema ‘Zitrus’. Die textilen Kunstwerke spiegeln eine ganze Bandbreite von Empfindungen, die durch verschiede Zitrus-Aromen und –Farben hervorgerufen werden können. Traditionelle und neueste Techniken finden sich hierbei in einem experimentellen Verständnis vereinigt. Geleitet wird die Textilabteilung der Kunstfakultät Kaunas von Prof. Monika Žaltauskaitė-Grašienė, Koordinatorin: Almyra Weigel.

VDA Kaunas Kunstfakultät Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

VDA Kaunas Kunstfakultät
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Info:

24. – 25. Juni 2017

TEXTILE ART BERLIN

PHORMS Campus Berlin Mitte
Ackerstrasse 76
13355 Berlin
Deutschland

www.textile-art-berlin.de

Öffnungszeiten:
Sa: 10 – 18 Uhr, Modenschau: 19 – 21 Uhr
So: 10 – 17 Uhr

Flyer

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DIVINE X DESIGN.
Das Kleid der Antike

Neuinterpretierte Modeentwürfe treffen auf antike Kunst – ein Kooperationsprojekt der AMD Akademie Mode & Design mit der Glyptothek und den Staatlichen Antikensammlungen München führte zur Sonderausstellung ‘DIVINE X DESIGN. Das Kleid der Antike’, die in den Antikensammlungen und der Glyptothek derzeit zu sehen ist.

Plakat © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München

Plakat
© Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München

Kleidung hat in der Antike ebenso wie heute eine hohe gesellschaftliche Relevanz. Die Ausstellung ‘DIVINE X DESIGN. Das Kleid der Antike’ soll ein Gespräch über Bekleidung im antiken Griechenland und unsere Vorstellungen von Kleidung und Mode anregen. Gemeinsam mit der AMD Akademie Mode & Design haben die Staatlichen Antikensammlungen und Glyptothek München dazu ein Projekt umgesetzt, um antike Kleidung und zeitgenössisches Modedesign in einen Dialog treten zu lassen.

Hochkarätige antike Kunstwerke und eigens für die Ausstellung entworfene Mode von Nachwuchsdesignern veranschaulichen den Dialog zwischen den Epochen.

'Vasenbild' Entwurf Strickkleid: Sophia Stuhlmiller Vorbild: griechischer Vasentypus Lekythos (Salbölgefäss), Staatliche Antikensammlungen München © Peter Schreiber Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Vasenbild’
Entwurf Strickkleid: Sophia Stuhlmiller
Vorbild: griechischer Vasentypus Lekythos (Salbölgefäss), Staatliche Antikensammlungen München
© Peter Schreiber
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Insgesamt drei Studiengruppen der AMD arbeiteten über zwei Jahre am interdisziplinären Projekt ‘Divine X Design’. Zwei aufeinanderfolgende Jahrgänge an Modedesignern entwarfen zwei verschiedene Kollektionen und diverse sogenannte Additive.

'Tierfrau' Entwurf Kleid: Frank Lin Vorbild: Marmorrelief der Medusa Rondanini, 440 v. Chr., Kopie aus römischer Zeit, Glyptothek München © Peter Schreiber Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Tierfrau’
Entwurf Kleid: Frank Lin
Vorbild: Marmorrelief der Medusa Rondanini, 440 v. Chr., Kopie aus römischer Zeit, Glyptothek München
© Peter Schreiber
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Während sich die erste Kollektion sehr allgemein von der griechischen Antike, deren Formensprache und deren Mythos inspirieren liess und …

'Metamorphose' Entwurf Kleid: Eva Kühn Vorbild: Marmorstatue des Münchner Kuros, um 540 v. Chr., Glyptothek München © Peter Schreiber Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Metamorphose’
Entwurf Kleid: Eva Kühn
Vorbild: Marmorstatue des Münchner Kuros, um 540 v. Chr., Glyptothek München
© Peter Schreiber
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… besonders nach textilen Oberflächen und Strukturen gesucht wurde, um dem Historischen eine innovative Sicht gegenüber zu stellen, lag der Schwerpunkt der zweiten Kollektion auf Faltenwürfen.

'Connection' Entwurf Kleid: Susanna Niklas Vorbild: Mantel der Marmorstatue der Leda, um 380 v. Chr., Kopie aus römischer Zeit, Glyptothek München © Peter Schreiber Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Connection’
Entwurf Kleid: Susanna Niklas
Vorbild: Mantel der Marmorstatue der Leda, um 380 v. Chr., Kopie aus römischer Zeit, Glyptothek München
© Peter Schreiber
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Farbe Weiss war hier vorgegeben, um eine möglichst puristische Sicht auf die Faltenentwicklungen zu zeigen und um eine Nachvollziehbarkeit zu den antiken Vorbildern zu erleichtern.

Mantel der Marmorstatue der Leda, um 380 v. Chr., Kopie aus römischer Zeit, Glyptothek München © Peter Schreiber Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mantel der Marmorstatue der Leda, um 380 v. Chr., Kopie aus römischer Zeit, Glyptothek München
© Peter Schreiber
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Des Weiteren geht die Ausstellung der Frage nach, welches Aussehen, welche Funktion und welchen gesellschaftlichen Stellenwert Kleidung im antiken Griechenland hatte und wie diese Vorstellungen im Laufe der vergangenen Jahrhunderte in unsere heutige Zeit tradiert wurden und werden.

Modischer Mann mit langem Spitzbart in Chiton und Mantel sowie mit Sonnenschirm. Amphore, Ton, um 480–470 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München. © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Modischer Mann mit langem Spitzbart in Chiton und Mantel sowie mit Sonnenschirm.
Amphore, Ton, um 480–470 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München.
© Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Denn Kleidung ist in allen Gesellschaften bestimmt durch offizielle und inoffizielle Kleiderordnungen, Codes, Chiffren und die Zuschreibung von (Status-)Symbolen.

Ein fein gefalteter Chiton aus dünnem Stoff und ein sorgfältig drapierter Mantel, das sind die Kleidungsstücke dieser griechischen Frau. Ölgefäss aus Ton, um 510 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München. © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ein fein gefalteter Chiton aus dünnem Stoff und ein sorgfältig drapierter Mantel, das sind die
Kleidungsstücke dieser griechischen Frau.
Ölgefäss aus Ton, um 510 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München.
© Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Auf archäologischer Basis wird das Wissen um Kleidung in der griechischen Antike präsentiert. Im Alltag, bei Festlichkeiten, beim Sport, bei der Jagd und im Krieg kam unterschiedliche Kleidung zum Einsatz.

Jugendlicher Reiter mit vielfältig gemusterten, thrakischen Mantel. Trinkschale, Ton, um 510 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München. © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Jugendlicher Reiter mit vielfältig gemusterten, thrakischen Mantel.
Trinkschale, Ton, um 510 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München.
© Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Auch Kosmetik, Frisuren und Accessoires waren damals schon wichtige Stilmittel für das individuelle Erscheinungsbild.

Parfumölflakon in Form einer reich geschmückten und gekleideten Frau Figurengefäss, Ton, um 560 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München. © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Parfumölflakon in Form einer reich geschmückten und gekleideten Frau
Figurengefäss, Ton, um 560 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München.
© Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Da kaum Textilreste aus der griechischen Zeit erhalten sind, wird anhand von gemalten Bildern auf antiken Gefässen, Statuetten aus Ton und Bronze, Schmuck sowie lebensgrossen Marmorstatuen den Fragen nach dem Aussehen und der Bedeutung der damaligen Kleidung sowie den Fertigungsprozessen nachgegangen.

Wollherstellung im antiken Griechenland. Die sitzende Frau wickelt das Vorgarn auf den Rocken. Kalpis (Wassergefäss), Ton, 420–400 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München. © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Wollherstellung im antiken Griechenland. Die sitzende Frau wickelt das Vorgarn auf den Rocken.
Kalpis (Wassergefäss), Ton, 420–400 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München.
© Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kleidung kann als soziales Phänomen aufgefasst werden. Die archäologischen Objekte geben Hinweise darauf …

Frau, gekleidet in einen Peplos mit vierstrahligen Sternen und kreuzschraffierter Borte. Statuette aus Bronze, um 460–450 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München. © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Frau, gekleidet in einen Peplos mit vierstrahligen Sternen und kreuzschraffierter Borte.
Statuette aus Bronze, um 460–450 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München.
© Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… welche Zeichen von Kleidung ausgehen betreffend Standes-, Alters- und Geschlechtsunterschiede, welche gesellschaftlichen Vorstellungen sich darin spiegeln.

Mann im sorgfältig um den Körper drapierten Himation. Statuette aus Bronze, um 440 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München. © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mann im sorgfältig um den Körper drapierten Himation.
Statuette aus Bronze, um 440 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München.
© Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Sie legen den Umgang mit dem menschlichen Körper und die Inszenierung desselben nahe. Themenfelder wie Schönheit, Erotik und Hässlichkeit werden mit Hilfe von Kleidung, aber auch von Nicht-Bekleidung dargestellt.

Jäger mit breitkrempigem Hut und Pantherfell. In der Rechten eine Lanze. Trinkschale, Ton, um 500 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München. © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Jäger mit breitkrempigem Hut und Pantherfell. In der Rechten eine Lanze.
Trinkschale, Ton, um 500 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München.
© Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Entwürfe zeitgenössischer Mode in der Ausstellung vermitteln weitere Zugänge zur Thematik. Ausgehend von sowohl inhaltlichen Fragestellungen, etwa im Umgang mit dem Mythos oder mit Körpervorstellungen, als auch von formalen Anknüpfungspunkten bei der Bearbeitung von Faltenwürfen sind zwei Modekollektionen entstanden. Sie zeigen in der Ausstellung, wie fruchtbar eine solche gestalterische Auseinandersetzung mit antiker Kunst sein kann.

'Fliegen' Entwurf Kleid: Maria Luisa Kargl Vorbild: Hydria (Wassergefäß) mit Darstellung der Götterbotin Iris, um 480 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München © Peter Schreiber Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Fliegen’
Entwurf Kleid: Maria Luisa Kargl
Vorbild: Hydria (Wassergefäß) mit Darstellung der Götterbotin Iris, um 480 v. Chr., Staatliche Antikensammlungen München
© Peter Schreiber
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Modekollektionen haben einen klaren Bezug zum ‘Heute’ und regen im Zusammenspiel mit den antiken Objekten dazu an, über soziokulturelle und historische Zusammenhänge neu nachzudenken.

'Geknöpft' Entwurf Kleid: Karoline von Igel Vorbild: Chitonknöpfung der Marmorstatue der Aphrodite mit Ziegenfell, um 380 v. Chr., Kopie aus römischer Zeit, Glyptothek München; © Peter Schreiber Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Geknöpft’
Entwurf Kleid: Karoline von Igel
Vorbild: Chitonknöpfung der Marmorstatue der Aphrodite mit Ziegenfell, um 380 v. Chr., Kopie aus römischer Zeit, Glyptothek München;
© Peter Schreiber
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Denn was an antiker Kunst über die Zeichenhaftigkeit von Kleidung und ihre Relevanz in der Gesellschaft herausgearbeitet wurde, ist auch an den zeitgenössischen Entwürfen in einer für die heutige Zeit aussagekräftigen Form nachzuvollziehen.

Chitonknöpfung der Marmorstatue der Aphrodite mit Ziegenfell, um 380 v. Chr., Kopie aus römischer Zeit, Glyptothek München; © Peter Schreiber Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Chitonknöpfung der Marmorstatue der Aphrodite mit Ziegenfell, um 380 v. Chr., Kopie aus römischer Zeit, Glyptothek München;
© Peter Schreiber
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Idee zu dieser Ausstellung wurde von der Konservatorin und Ausstellunskuratorin, Frau Dr. Astrid Fendt, entwickelt.

Mantel der Mnesarete auf einem Grabrelief aus Marmor, um 380 v. Chr., Glyptothek München © Peter Schreiber Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mantel der Mnesarete auf einem Grabrelief aus Marmor, um 380 v. Chr., Glyptothek München
© Peter Schreiber
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zusammen mit der Studiendekanin für den Studiengang Mode Design, Frau Prof. Ulrike Nägele, gestaltete sie das inhaltliche Grundkonzept von Ausstellung und Katalog.

'… Error' Entwurf Kleid: Sarah Schön Vorbild: Mantel der Mnesarete auf einem Grabrelief aus Marmor, um 380 v. Chr., Glyptothek München © Peter Schreiber Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘… Error’
Entwurf Kleid: Sarah Schön
Vorbild: Mantel der Mnesarete auf einem Grabrelief aus Marmor, um 380 v. Chr., Glyptothek München
© Peter Schreiber
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Beitrag der Studierenden erstreckt sich jedoch nicht nur auf das Modedesign. Neben den Kreationen der Modedesigner haben Modejournalisten die Modeinszenierungen für die Bildstrecken für Katalog, Poster und Postkarten erarbeitet und Marken-und Kommunikationsdesigner die Konzeption für das Layout des Kataloges entwickelt. Über die Schüler der Meisterschule für das Holzbildhauerhandwerk entstanden die extra angefertigten Figurinen für die Ausstellungsexponate.

Der Katalog ist eine Empfehlung, besonders stechen die beiden Kapitel über die Modentwürfe und Drapagen heraus – toll gemacht!

Entwurfszeichnung für das Kleid 'Vasenbild' © Sophia Stuhlmiller Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Entwurfszeichnung für das Kleid ‘Vasenbild’
© Sophia Stuhlmiller
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die feierliche Eröffnung fand am 4. April 2017 in den imposanten Räumlichkeiten der Antikensammlungen und der Glyptothek statt. Die Ausstellung und das Projekt erzielte auch in den Medien grosse Aufmerksamkeit und belegt, wie relevant das Vernetzen von Bildung, Wissenschaft und Hochkultur für die Kulturlandschaft sein kann.

Rekonstruktion der gesprangten und gefilzten Kleidung des Bogenschützens aus dem Westgiebel des Aphaiatempels von Ägina Original um 500 v. Chr., Glyptothek München. © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Rekonstruktion der gesprangten und gefilzten Kleidung des Bogenschützens aus dem Westgiebel
des Aphaiatempels von Ägina
Original um 500 v. Chr., Glyptothek München.
© Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, fotografiert von Renate Kühling
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Den Hinweis auf diese sehr sehenswerte und interessante Ausstellung gab mir eine alte Quilt-Freundin, Frau Ursula Brenner, die total begeistert nach einem Besuch eines Workshops, der textile Techniken – von der Antike bis heute – nämlich das Spinnen, Filzen, Sprangen, und Weben, thematisierte …

Nachbau eines Gewichtswebstuhls © Ursula Brenner Foto freundlicherweise von Ursula Brenner zur Verfügung gestellt

Nachbau eines Gewichtswebstuhls
© Ursula Brenner
Foto freundlicherweise von Ursula Brenner zur Verfügung gestellt

… sowie einer Führung durch die Ausstellung aus München zurückkehrte. Originalton Uschi Brenner: ‘Frau Dr. Fendt hielt die kurzweilige und interessante Führung durch die Glyptothek: die Statuen in ihren klassischen Gewändern und daneben die textilen Umsetzungen der StudentInnen in DIESEM ‘Ambiente’: ich sage dir: es war sooo toll!’

Workshop, Technik Sprang © Ursula Brenner Foto freundlicherweise von Ursula Brenner zur Verfügung gestellt

Workshop, Technik Sprang
© Ursula Brenner
Foto freundlicherweise von Ursula Brenner zur Verfügung gestellt

Spinnen, Filzen und Weben dürften uns allen wohl bekannte Techniken darstellen, aber Sprangen? Auch darüber gibt die Ausstellung Auskunft! Originalton Uschi Brenner: ‘In dem Workshop über die textilen Techniken sah ich zum ersten Mal, wie so ein Sprang-Geflecht hergestellt wird!’

Workshop, Technik Sprang © Ursula Brenner Foto freundlicherweise von Ursula Brenner zur Verfügung gestellt

Workshop, Technik Sprang
© Ursula Brenner
Foto freundlicherweise von Ursula Brenner zur Verfügung gestellt

Vielen Dank, liebe Uschi, für den Hinweis und deine Fotos, die mit freundlicher Erlaubnis von Frau Dr. Fendt hier veröffentlicht werden dürfen.

Info:

5. April – 8. Oktober 2017

DIVINE X DESIGN.
Das Kleid der Antike

Staatliche Antikensammlung und Glyptothek
Königsplatz
80333 München
Deutschland

www.antike-am-koenigsplatz.mwn.de
www.amdnet.de

Öffnungszeiten:
Di – So: 10 – 17 Uhr

Begleitprogramm

Fr, 2. Juni 2017:
Kolloquium zum Thema ‘Mode und Antike’ in den Antikensammlungen
Anmeldung erforderlich
Programm

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Rosmarie Artmann-Graf

In der nächsten Ausstellung bei ‘art textil sent’ in Sent im Schweizerischen Unterengadin zeigt Beatrice Lanter vom 3. – 18. Juni 2017 Werke von Rosmarie Artmann-Graf.

Die Künstlerin aus Olten fällt durch ihre sensiblen Arbeiten auf. Themen aus der Natur haben sie schon immer zu wunderbaren Stickereien inspiriert. Sie hat in ihrem frühen Schaffen auch einige Quilts gemacht.

Rosmarie Artmann-Graf, Portrait Foto freundlicherweise von 'art textil sent' zur Verfügung gestellt

Rosmarie Artmann-Graf, Portrait
Foto freundlicherweise von ‘art textil sent’ zur Verfügung gestellt

In den letzten Jahren sind nun aber vor allem Werke mit hängenden, gewickelten Schnüren und subtile Objekte entstanden. Diese setzen sich aus den verschiedensten und ungewöhnlichsten Materialien zusammen. Meist sind das kleine Dinge, die irgendwo übriggeblieben sind, die viele von uns wegwerfen würden und die auf oft ungewöhnliche Weise den Weg zu Rosmarie Artmann-Graf gefunden haben.

Rosmarie Artmann-Graf: Fleissiges Lieschen, Detail Foto freundlicherweise von 'art textil sent' zur Verfügung gestellt

Rosmarie Artmann-Graf: Fleissiges Lieschen, Detail
Foto freundlicherweise von ‘art textil sent’ zur Verfügung gestellt

Sie verändert, gestaltet diese Materialien und schafft so neue Zusammenhänge, neue Bedeutungen. Sie tut dies in tiefer Versunkenheit, mit unendlich viel Ausdauer, mit Humor, mit viel spielerischem Vergnügen und einer grossen Heiterkeit. Aus den vielen kleinen Teilen werden grosse Werke, fantasievoll und überraschend witzig, von grosser Leichtigkeit.

Rosmarie Artmann-Graf: Tautropfen der Liebe, Detail Foto freundlicherweise von 'art textil sent' zur Verfügung gestellt

Rosmarie Artmann-Graf: Tautropfen der Liebe, Detail
Foto freundlicherweise von ‘art textil sent’ zur Verfügung gestellt

Rosmarie Artmann-Graf durfte ihre Arbeiten schon in vielen Ausstellungen zeigen – die wichtigste war sicher 2010 im Textilmuseum St. Gallen. Seit vielen Jahren begleitet Rosmarie Artmann-Graf neben ihrem eigenen Schaffen eine Gruppe ambitionierter Stickerinnen in ihrer Entwicklung.

Die Besucher können sich auf diese vielfältigen Werke, die in stiller Hingabe und mit viel Beharrlichkeit entstanden sind, wirklich freuen.

Info:

3. – 18. Juni 2017

Rosmarie Artmann-Graf

art textil sent
Stron 277
7554 Sent
Schweiz

www.beatrice-lanter.ch

Öffnungszeiten:
Di – So: 12 – 18 Uhr

Vernissage:
Sa, 3. Juni 2017, 14 Uhr

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fadenSpannung
Claudia Kallscheuer, Angelika Frommherz, Anna Maria Gawronski, Andrea Hild und Nike Schroeder

Einladung

Einladung

Die erste Assoziation zu ‘fadenSpannung’ ist mit grosser Wahrscheinlichkeit die Nähmaschine. An der Nähmaschine entscheidet die richtige Fadenspannung über eine gute oder eine schlechte Naht. Fehler bei der Einstellung zur Fadenspannung führen zu einigen klassischen Problemen: lose Nähte, Schlingen, Stoffe, die sich zusammenziehen oder beulen und vieles mehr. Aber genau mit diesen Fehlern und dem bewussten Verstoss gegen das perfekte Ergebnis, dem Spiel mit dem Zufall, arbeitet Claudia Kallscheuer. Im Weiteren hat sie die gezeichnete und geschriebene Linie konsequent durch die genähte Linie, mit all ihren Spannungsebenen, ersetzt.

Damit setzte Claudia Kallscheuer den Impuls nach Künstlern und Künstlerinnen zu schauen, welche den Faden als Linie mit all seinen Spannungsebenen in ihren Arbeiten nutzen.

Einladung Rückseite

Einladung Rückseite

In der Ausstellung ‘fadenSpannung’, die erst kürzlich in der Berliner mianki. Gallery eröffnet wurde und noch bis zum 8. Juli 2017 zu sehen ist, nähern sich fünf Künstlerinnen der Linie auf besondere Weise. Die Linien in ihren Werken sind in erster Linie nicht gezeichnet. Die Linien sind genäht, gestickt, verknüpft, gewoben, gespannt, verwickelt, lose, es sind dicke Linien und dünne Linien und das immer in unterschiedlichen Spannungen. Der jeweilige Ansatz der Künstlerinnen ist so unterschiedlich wie die Zeichnungen eines jeden Künstlers ihre ganz eigene Signatur tragen. Da ist das Spiel mit der Fadenspannung, das bewusste Einsetzen von Kett- und Schussfäden, das Arbeiten auf Stoff oder Papier, das Führen der Nadel von Hand oder mit der Maschine, das Verkehren von vorn und hinten. So greift die Linie in den Raum, umspielt diesen auf subtile Weise und erweitert das jeweilige Werk um den Begriff der Skulptur. Dabei eint die unterschiedlichen Positionen das Spiel mit der ‘fadenSpannung’ und das Basiselement: die Linie.

Ein ausführlicher Bericht folgt.

Info:

19. Mai bis 8. Juli 2017

fadenSpannung
Claudia Kallscheuer, Angelika Frommherz, Anna Maria Gawronski, Andrea Hild und Nike Schroeder

mianki. Gallery
Kalckreuthstrasse 15
10777 Berlin
Deutschland

www.mianki.com

Öffnungszeiten:
Di – Fr: 15 – 19 Uhr
Sa: 11 – 16 Uhr

Einladung zum Ausstellungsrundgang mit Künstlergespräch:
Kunsthistorikerin Andrea-Katharina Schraepler, via artis berlin, im Gespräch mit Claudia Kallscheuer und weiteren Künstlerinnen der Ausstellung über den Faden und seine Spannung als Linie im Werk.
Am Samstag, 17. Juni 2017, 17 Uhr, um Anmeldung wird gebeten.
Wir freuen uns auf Sie. Herzlich willkommen!

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Shibori. Mode aus japanischen Stoffen

Plakat

Plakat

Das Handwerk des Shibori-Färbens hat in Japan eine lange Geschichte. Bereits im 3. Jahrhundert wurden Kleider aus den aufwendig gemusterten Stoffen gefertigt.

Shibori-Kleid, 1995 © Stadtmuseum Simeonstift Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Shibori-Kleid, 1995 © Stadtmuseum Simeonstift
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Studenten und Studentinnen der Fachrichtung Modedesign der Hochschule Trier haben die traditionelle Textilkunst im Rahmen eines interkulturellen Projekts im Jahr 1995 aufgegriffen und modern interpretiert.

Shibori-Kleid aus der Kollektion 'East meets West', 1995 © Stadtmuseum Simeonstift Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Shibori-Kleid aus der Kollektion ‘East meets West’, 1995 © Stadtmuseum Simeonstift
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ihre Kollektionen sind derzeit erstmals in einer Ausstellung im Stadtmuseum zu sehen.

Shibori-Zweiteiler aus der Kollektion 'Poetisches Indigo', 1995 © Fotostudio Heinz Steinmetz Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Shibori-Zweiteiler aus der Kollektion ‘Poetisches Indigo’, 1995 © Fotostudio Heinz Steinmetz
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Shiburo’ bedeutet ‘wringen‘ oder ‘pressen‘. Der japanische Begriff beschreibt den Herstellungsprozess, der in einem meditativen Akt aus Kraft und Konzentration die feinen Textilien entstehen lässt.

Shibori-Zweiteiler aus der Kollektion 'Poetisches Indigo', 1995 © Fotostudio Heinz Steinmetz Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Shibori-Zweiteiler aus der Kollektion ‘Poetisches Indigo’, 1995 © Fotostudio Heinz Steinmetz
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Seiden- und Baumwollstoffe werden bei Shibori so gewickelt, gebunden und gefaltet, dass beim Färben grafische Muster entstehen.

Shibori-Kleid aus der Kollektion 'Unter die Haut', 1995 © Fotostudio Heinz Steinmetz Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Shibori-Kleid aus der Kollektion ‘Unter die Haut’, 1995 © Fotostudio Heinz Steinmetz
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Faltungen und Raffungen hinterlassen nach dem Trocknen einen Reliefeffekt. Diese aufwendige Technik ist bis heute überliefert. So wurden auch die Stoffe in der Ausstellung von japanischen Shibori-Meistern in Handarbeit hergestellt.

Shibori-Zweiteiler aus der Kollektion 'Wir sind Lockvögel, baby!', 1995 © Fotostudio Heinz Steinmetz Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Shibori-Zweiteiler aus der Kollektion ‘Wir sind Lockvögel, baby!’, 1995 © Fotostudio Heinz Steinmetz
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Hochschule Trier liess die Tradition des Shibori in einer deutsch-japanischen Kooperation wieder aufleben. Anlässlich des EU-Japan-Fests der Kulturhauptstadt Luxemburg im Jahr 1995 entwarfen Studenten und Studentinnen der Fachrichtung Modedesign Kollektionen aus original japanischen Stoffen.

Shibori-Kleid, 1995 © Stadtmuseum Simeonstift Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Shibori-Kleid, 1995 © Stadtmuseum Simeonstift
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit Unterstützung von World Shibori Network aus Nagoya entstanden rund 50 Kleider, die den klassischen Ornamenten ein modernes Outfit verleihen und das historische Handwerk mit der Mode des 20. Jahrhunderts vereinen.

Shibori-Kleid, 1995 © Stadtmuseum Simeonstift Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Shibori-Kleid, 1995 © Stadtmuseum Simeonstift
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In Zeiten nachhaltigen Designs wird diese Rückbesinnung auf alte Werte und traditionelle Herstellungsmethoden ein immer grösserer Trend in der Mode. Das kommt auch im jüngsten Projekt der Trierer Modedesigner zum Ausdruck, das die Ausstellung im Stadtmuseum ergänzt: In der Kollektion ‘Boro’ aus dem Jahr 2016, einer japanischen Variante des Upcyclings, werden ausrangierte Textilien zu neuen Kleidern umgearbeitet, d.h. hier neu eingefärbt und mit Flicken und Stickereien repariert. Design wird hier zum Beispiel für Austausch und Wissenstransfer. Dabei wird die Nachhaltigkeit besonders betont – ein Ziel, das in Zeiten von Fast Fashion immer wichtiger wird.

Ausstellungsansicht der Kollektion 'Boro - fabric of life' Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ausstellungsansicht der Kollektion ‘Boro – fabric of life’
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Nähere Informationen zum Thema ‘boro’ gibt es in meinem Artikel zu einer früheren Ausstellung ‘Boro – Stoffe des Lebens’.

Info:

2. April – 22. Oktober 2017

Shibori. Mode aus japanischen Stoffen

Stadtmuseum Simeonstift Trier
Simeonstiftplatz 1
54290 Trier
Deutschland

www.museum-trier.de

Öffnungszeiten:
Di – So: 10 – 17 Uhr

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Stoff – Wachs – Weide / Material im Dialog
Birgitta Hüttermann & Diana Stegmann

Formalästhetisch zeigen die Arbeiten der Textilkünstlerin Birgitta Hüttermann und der Korbflechterin Diana Stegmann einen schönen Zusammenklang. Die strenge Linearität des Korbgeflechtes findet sich in den textilen Wandobjekten wieder.

Birgitta Hüttermann aus Homburg/Saar ist seit 1973 freischaffend im Bereich Textilgestaltung tätig. Ihre Arbeiten sind textile Wandobjekte, in denen Stoff, durch Behandlung mit Wachs, zum Träger von Farbe und Strukturen wird. Der Stoff bildet in der Komposition den Grundton. Das Wachs steht mit seiner farbigen Gestaltung, den Brüchen, den reliefartigen, seriell angeordneten Strukturen für die Melodie. Die streng lineare Ordnung der Wachselemente wird durch ihre farbig kontrastierenden Brüche, die manchmal organisch anmuten, aufgebrochen und kontrapunktiert.

Birgitta Hüttermann: Sammlung 1-4 Foto: © Jürgen Hüttermann. Freundlicherweise vom Saarländischen Künstlerhaus zur Verfügung gestellt

Birgitta Hüttermann: Sammlung 1-4
Foto: © Jürgen Hüttermann. Freundlicherweise vom Saarländischen Künstlerhaus zur Verfügung gestellt

Die aus dem Wendland stammende Flechtgestalterin Diana Stegmann verwendet Weiden für ihre Flechtkörbe, die sie als ‘Basketwave’ bezeichnet. Das den Flechtarbeiten inhärente streng lineare Prinzip des Über- und Untereinander der Weidenruten steht in einem spannungsreichen Gegensatz zum Flechtkorpus, der sich in organischen Wellen zu einem Korb formt. Werden die Weidenrutenenden üblicherweise im Geflecht versteckt, lässt Diana Stegmann sie bewusst nach aussen ragen, so dass sie reliefartig den Aussenraum des Flechtkorbes erweitern. Das dichte Stachelkleid der Körbe nimmt die Wellenbewegung auf.

Diana Stegmann: Basket wave 6 Foto: © Diana Stegmann. Freundlicherweise vom Saarländischen Künstlerhaus zur Verfügung gestellt

Diana Stegmann: Basket wave 6
Foto: © Diana Stegmann. Freundlicherweise vom Saarländischen Künstlerhaus zur Verfügung gestellt

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Info:

29. Juni – 20. August 2017

Stoff – Wachs – Weide / Material im Dialog
Birgitta Hüttermann & Diana Stegmann

Saarländisches Künstlerhaus
Karlstrasse 1
66111 Saarbrücken
Deutschland

www.kuenstlerhaus-saar.de

Öffnungszeiten:
Di – So: 10 – 18 Uhr
Der Eintritt ist frei

Eröffnung:
Mi, 28. Juni 2017, 19 Uhr

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Birgit Hrouzek
Bitte nicht bügeln

‘Falten machen den Stoff lebendig.
Sie strukturieren die Seide, geben ihr eine Laufrichtung.
Der Stoff folgt einem Rhythmus von auf und ab.
Das Licht bricht sich auf den oberen Kanten der Falte und lässt die Seide damit noch mehr schimmern als im glatten Material.
Der gefältelte Stoff erinnert mich an Wellen oder Dünung.
Die gestalterischen Möglichkeiten sind unerschöpflich, sie faszinieren und inspirieren mich seit Jahren’, soweit das Statement der 1947 in Sindelfingen geborenen Diplom-Modegrafikerin.

Die Fotos auf der unten angegebenen Website des Bayerischen Kunstgewerbevereins machen Lust auf mehr!

Einladungskarte

Einladungskarte

Sonngard Marcks
Hortus Pictus

Die 1959 in Eisleben geborene Sonngard Marcks zählt zu den anerkannten deutschen Keramikerinnen der Gegenwart – ihr Schwerpunkt ist die Fayencemalerei. Diese bis ins Mittelalter zurück reichende Technik ist nach der italienischen Stadt Faenza benannt. Fayencen sind aus ungesinterter Irdenware gefertigt und mit einer weissen Zinnglasur überzogen. Es entsteht ein Malgrund, der den dunklen Scherben abdeckt und gleichzeitig die Oberfläche versiegelt. Die weisse Glasur sollte zudem den Eindruck von Porzellan erwecken, lange bevor das ‘weisse Gold’ in Europa hergestellt werden konnte. Die Fayencemalerei erfordert eine grosse handwerkliche und technische Geschicklichkeit, da sie direkt auf die noch nicht ausgeschmolzene Glasur aufgetragen wird und es keinerlei Korrekturmöglichkeiten gibt.

Einladung

Einladung

Sonngard Marcks beherrscht diese Technik meisterhaft. Ihre Keramiken sind aber nicht nur Träger der aufwendigen und farbenfrohen Dekore. Blüten, Blätter, Früchten und Insekten entwickeln ein plastisches Eigenleben als Griffe, Knäufe und Tüllen. Malerei und Keramik gehen so eine einzigartige Symbiose ein. Es verwundert nicht, dass Sonngard Marcks zudem eine begabte Zeichnerin ist. Einige ihrer Einzelblätter begleiten die in dieser Ausstellung gezeigten keramischen Werke. ‘Die Arbeiten von Sonngard Marcks sind pure Augenlust – mehr noch: sie öffnen den Blick für das Schöne, für den ‘Glanz der Wahrheit’ und damit auch für das, was dahintersteht, denn auch die Schönheit kann neue Wege des Denkens erschliessen.’ (Josef Straßer, Ausstellungskatalog Weiden 2016)

Info:

12. Mai – 8. Juli 2017

Birgit Hrouzek
Bitte nicht bügeln

Sonngard Marcks
Hortus Pictus

Bayerischer Kunstgewerbeverein
Pacellistrasse 6 – 8
80333 München
Deutschland

www.bayerischer-kunstgewerbeverein.de

Öffnungszeiten:
Mo – Sa: 10 – 18 Uhr

Anprobe mit Birgit Hrouzek:
Fr, 23. Juni 2017, 16 – 18 Uhr

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Stick BILDER

Noch bis zum 17. September 2017 präsentiert das Deutsche Textilmuseum Krefeld die Ausstellung ‘StickBILDER’ und zeigt damit erstmals einen neuen Trend in der Textilkunst: 70 Arbeiten von fünf zeitgenössischen Künstlerinnen aus Deutschland verbinden de Technik des Stickens mit anderen bildgebenden Techniken. Diesen zeitgenössischen Arbeiten werden sieben Objekte der eigenen Sammlung gegenüber gestellt.

Plakat

Plakat

Gisoo Kim, Victoria Martini, Brunhild Mauss, Monika Thiele und Katharina Wilke kombinieren in ihren StickBILDERn die klassische Verzierungstechnik des Stickens mit Fotografie, Malerei und Druck. Zwar sind die Herangehensweisen der Künstlerinnen vielfältig, ebenso ihre Ausdrucksformen, aber dennoch stehen sie für einen aktuellen Trend in der Textilkunst.

Gisoo Kim aus Essen überschreibt ihre Technik mit ‘NadelZeichnungen’. Sie fotografiert, fertigt aus den Abzügen Collagen und überstickt diese schliesslich mit unterschiedlich starken Nähgarnen und Sticktwist. Ihre Stickerei legt sich wie eine Zeichnung über die Fotografien, zeichnet vorhandene Formen nach und führt diese fort. So wird eine Vielschichtigkeit geschaffen, die an Vexierbilder erinnert.

Victoria Martini aus München betitelt ihre Arbeitsweise als ‘Verlangsamung der Zeit’. Sie findet ihre Vorlagen im Internet und in Printmedien. Sie wählt Motive des aktuellen Geschehens, die erschrecken oder nachdenklich stimmen. Am Computer verfremdet sie die Vorlagen, stellt sie in einen neuen Kontext, fertigt Zeichnungen und gibt sie als teilweise gestickte, teilweise gemalte Bilder auf zum Teil lieblich gemusterten Druckstoffen wieder. Ihre Bilder beziehen sich stilistisch auf die Pop-Art der 1960er Jahre.

Brunhild Mauss aus Tönisvorst bezeichnet ihre Technik als ‘FadenMalerei’. Sie fotografiert Landschaften, Wiesen und Pflanzen und nimmt diese Bilder als Vorlage, die sie ohne Vorzeichnung in Stickerei auf den Stickgrund überträgt. Ihr kommt es darauf an, die Strukturen und Farben der Pflanzen realistisch nachzuempfinden. Dabei löst sie sich von den klassischen Stickstichen und arbeitet frei.

Monika Thiele aus Baden-Baden nennt ihre Arbeiten ‘FadenBilder’. Diese bestehen aus mehreren Lagen durchscheinenden Organzas, zum Teil mit Fotomotiven bedruckt. Vor allem aber setzt sie viele Lagen unterschiedlich ausgerichteter Spannstiche wie Schraffuren darüber. Hinterleuchtet mit Kunst- bzw. Tageslicht mischen sich die Schraffuren zu plastischen Formen. Thieles Motive sind realistisch, die Kombination ist aber poetisch assoziativ, manchmal traumartig – auch bewusst alptraumartig. Im Zentrum steht meist eine menschliche Figur.

Katharina Wilke aus Bielefeld fertigt ‘Fremde Momentaufnahmen, bestickt’. Ihr Ausgangspunkt sind Fotografien der 1950er bis 1970er Jahre, die sie auf Flohmärkten und Internetplattformen ersteht. Sie lässt die Motive in Vergrösserung mit einem Thermodruckverfahren auf einen grob zugeschnittenen Stickgrund drucken, überstickt Bereiche der Fotos mit Woll-, Näh- und Goldgarn und versieht sie mit Glasperlen.

Dem stellt das Museum sieben historische Bildstickereien aus der eigenen Sammlung gegenüber. Ein StickBILD der Zeit um 1800, das 2014 in die Sammlung des Deutschen Textilmuseums aufgenommen wurde, öffnete den Blick der Kuratorinnen Dr. Annette Schieck und Dr. Isa Fleischmann-Heck für die Kombination von Bildern, hergestellt in Stickerei und anderen bildgebenden Techniken. Ein Besuch der Ausstellung Katharina Wilkes in Bielefeld, gab schliesslich den Ausschlag für die nun im Textilmuseum gezeigte Ausstellung.

Inmitten der 70 modernen Künstlerarbeiten ist ein Raum geschaffen worden, in dem sieben historische Objekte aus der Sammlung des Deutschen Textilmuseums gezeigt werden. Im Zentrum steht besagtes Bild, das eine pastorale Szene zeigt, ausgeführt in Wasserfarbenmalerei auf Seidengrund, mit einer Stickerei aus Chenille-Garn. Es wurde dem Museum durch den Verein Freunde der Museen Burg Linn geschenkt. Seit 2014 ist es mit finanzieller Unterstützung des Fördervereins, der Flachsmarktgemeinschaft und der Bezirksvertretung Oppum-Linn in mehreren Etappen restauriert worden und wird nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Weitere ausgewählte StickBILDER aus eigener Sammlung sind: Ein Fragment einer Bettumrandung des 16. Jahrhunderts aus Italien, das Bild des Heiligen Petrus aus dem 17. Jahrhundert, ein Landschaftsbild um 1800, ein ‘Quodlibet’ von 1830 mit 21 Bildern in verschiedenen Materialien und Techniken gestickt, sowie zwei Möbelbezüge des 18. Jahrhunderts, aus dem Besitz der Krefelder Familie von der Leyen.

Info:

14. Mai – 17. September 2017

Stick BILDER

Deutsches Textilmuseum Krefeld
Andreasmarkt 8
47809 Krefeld
Deutschland

www.krefeld.de

Öffnungszeiten:
Di – So: 10 – 18 Uhr
Pfingsten geschlossen

Öffentliche Führungen:
Mi und So: 14.30 Uhr

Vortrag von Dr. Isa Fleischmann-Heck, stellvertretende Direktorin des DTM:
‘Eine gestickte Kostbarkeit: Die neuerworbene Bildstickerei des Deutschen Textilmuseums’
Mi, 28.  Juni 2017, 19 – 20.30 Uhr

Workshops mit Larissa Konze:
‘Kunst mit Foto und Faden – eigene Bilder kreativ besticken’
Sa, 10.  Juni 2017: 11 – 14 Uhr, oder
Di, 25.  Juli 2017, 11 – 14 Uhr, oder
Do, 10.  August 2017, 11–14 Uhr

Bildstickerei-Workshop mit Zari Joosten:
‘Malen mit Nadel und Faden’
Mo – Mi,  21. – 23. August 2017

Anmeldungen erforderlich

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Dames de Couleurs
Handgefärbte Bazins aus Mali aus der Sammlung von Patricia Gérimont

Einladung

Einladung

Die Ausstellung ‘Dames de Couleurs’ (Damen der Farben), die ab dem 11. Juni 2017 in Lyssach (Schweiz) zu sehen sein wird, ist das Ergebnis zahlreicher Aufenthalte von Patricia Gérimont, einer belgischen Anthropologin, in Bamako, Mali. Hier hat sie Färberinnen getroffen, welche die prächtigsten dekorativen Motive auf den ‘Bazins’ färben.

Blau färben Ausstellung 'Dames de Couleurs' Foto: Patricia Gérimont, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Blau färben
Ausstellung ‘Dames de Couleurs’
Foto: Patricia Gérimont, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Seit über einem Jahrzehnt ist die Belgierin Patricia Gérimont mit den afrikanischen Färberinnen befreundet. Daraus entstanden ein Buch über die Färberinnen, ein Dokumentarfilm und mehrere viel beachtete Ausstellungen.

Schwarzweiss-Variationen Ausstellung 'Dames de Couleurs' Foto: Patricia Gérimont, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Schwarzweiss-Variationen
Ausstellung ‘Dames de Couleurs’
Foto: Patricia Gérimont, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die Färbetechniken, von Abbinden bis Abnähen, sind ähnlich wie in anderen Erdteilen auch, aber …

Abgebunden Ausstellung 'Dames de Couleurs' Foto: Patricia Gérimont, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Abgebunden
Ausstellung ‘Dames de Couleurs’
Foto: Patricia Gérimont, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

… durch die spezielle Farbgebung und die Motive erhalten die fertigen Stoffe einen typisch afrikanischen Stil.

Auftrennen der Reservierung Ausstellung 'Dames de Couleurs' Foto: Patricia Gérimont, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Auftrennen der Reservierung
Ausstellung ‘Dames de Couleurs’
Foto: Patricia Gérimont, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Früher wurde mit Indigo und anderen Pflanzenfarben gefärbt. Mitte des 20. Jahrhunderts wechselten die Färberinnen zu den einfacher zu handhabenden synthetischen Farben, die noch bunter und kräftiger waren.

Fertig! Ausstellung 'Dames de Couleurs' Foto: Patricia Gérimont, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Fertig!
Ausstellung ‘Dames de Couleurs’
Foto: Patricia Gérimont, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

In ihrer Bewunderung für die traditionellen textilen Techniken, hat sich Patricia Gérimont auch in das Gebiet der Dogon begeben, im Zentrum Malis, um die Färberinnen von Indigo zu treffen.

Indigo Ausstellung 'Dames de Couleurs' Foto: Patricia Gérimont, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Indigo
Ausstellung ‘Dames de Couleurs’
Foto: Patricia Gérimont, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Etwa fünfzig Ausstellungsstücke aus der Sammlung von Patricia Gérimont, ausgestellt wie meisterhafte Gemälde und mit Fotos dokumentiert, zeugen von der Vielfalt der Techniken, vom künstlerischen Reichtum und Wissen und der Fantasie der afrikanischen Handwerkerinnen.

Das Färben Ausstellung 'Dames de Couleurs' Foto: Patricia Gérimont, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Das Färben
Ausstellung ‘Dames de Couleurs’
Foto: Patricia Gérimont, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Info:

11. Juni – 20. August 2017

Dames de Couleurs
Handgefärbte Bazins aus Mali aus der Sammlung von Patricia Gérimont

Garnlager Lyssach
Gewerbestrasse 9
3421 Lyssach
Schweiz

www.zsag.ch
www.garnlager.ch

Öffnungszeiten:
Mo – Fr: 10 – 11.30 und 13.30 – 17 Uhr
Sa/So:13.30 – 17 Uhr
Achtung: 22./23. und 29./30. Juli und 1. und 5./6. und 12./13. August 2017 geschlossen!

Vernissage:
So, 11. Juni 2017, 15 Uhr
Patricia Gérimont erzählt

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‘PÆTCHY’-Bilder – Textile Collagen von Marga Jülich und
Skulpturen – Arbeiten aus Draht von Helga Backus

Zum ersten Mal in einer Ausstellung – Textile Arbeiten von Marga Jülich. Sie wird ihre ‘PÆTCHY’-Bilder zeigen. So nennt die gelernte Architektin und autodidaktische Künstlerin ihre kunstfertigen kleinen Bild-Collagen. Auf nur 144 cm² lässt sie mit grosser Leidenschaft immer wieder neue, fantasievolle und meist farbfrohe Bildwelten entstehen.

Plakat

Plakat

Die Metallkünstlerin Helga Backus arbeitet seit über 25 Jahren mit Metall in ihrer Werkstatt in Maisach. In dieser Ausstellung zeigt sie gewickelte und modellierte Figuren aus verschiedenen Metalldrähten sowie Miniaturfiguren aus Ton mit metallischer Patina.

Info:

3. – 17. Juni 2017

‘PÆTCHY’-Bilder – Textile Collagen von Marga Jülich und
Skulpturen – Arbeiten aus Draht von Helga Backus

Galerie Quilt Et Textilkunst
80331 München
Sebastiansplatz 4
Deutschland

www.quiltundtextilkunst.de

Öffnungszeiten:
Mo – Fr: 10 – 18 Uhr
Sa: 10 – 16 Uhr

***

Kunstwege – Seite an Seite

Wie bereits hier angekündigt, setzen die beiden befreundeten Textilkünstlerinnen Helene Fischer aus Wittmund …

Helene Fischer: Thy Foto freundlicherweise von Helene Fischer zur Verfügung gestellt

Helene Fischer: Thy
Foto freundlicherweise von Helene Fischer zur Verfügung gestellt

… und Heidemarie Mönkemeyer aus Ottersberg …

Heidemarie Mönkemeyer: Kleine Häuserreihe Foto freundlicherweise von Heidemarie Mönkemeyer zur Verfügung gestellt

Heidemarie Mönkemeyer: Kleine Häuserreihe
Foto freundlicherweise von Heidemarie Mönkemeyer zur Verfügung gestellt

… ihre im Jahr 2016 begonnene, erfolgreiche Zusammenarbeit fort.

Helene Fischer: Vesterhavet Foto freundlicherweise von Helene Fischer zur Verfügung gestellt

Helene Fischer: Vesterhavet
Foto freundlicherweise von Helene Fischer zur Verfügung gestellt

Unter dem Thema ‘Kunstwege – Seite an Seite’ präsentieren sie erneut gemeinsam ihre unterschiedlichen Arbeitsweisen in einer Ausstellung. Auch dieses Mal zeigen grosszügige Quilts neben filigranen Miniaturen …

Heidemarie Mönkemeyer: Sortenwahl Foto freundlicherweise von Heidemarie Mönkemeyer zur Verfügung gestellt

Heidemarie Mönkemeyer: Sortenwahl
Foto freundlicherweise von Heidemarie Mönkemeyer zur Verfügung gestellt

… das Spannungsfeld textilen Arbeitens und laden zu Entdeckungen ein.

Info:

31. Mai – 29. Juni 2017

Kunstwege – Seite an Seite
Helene Fischer, Wittmund und Heidemarie Mönkemeyer, Ottersberg
Textilkunst-Ausstellung

Sparkasse Leer/Wittmund
Mühlenstrasse 93
26789 Leer
Deutschland

www.heide-moenkemeyer.de

Öffnungszeiten:
Mo – Fr: 9 – 12 und 14 – 17 Uhr
(ausser Mi)

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Festival de Fil en Fil

Plakat

Plakat

Vom 2. bis 4. Juni 2017 findet zum 4. Mal das ‘Festival de Fil en Fil’ (Vom Faden zu Faden) in den Orten rund um Chabeuil (Département Drôme in der Region Rhône-Alpes, Süd-Frankreich) statt, unter anderem mit der Ausstellung ‘ETOFFES D’ART’ der bekannten Künstlerin Ina Statescu.

Arbeiten von Ina Statescu Foto: Gudrun Heinz, Ausstellung von Ina Statescu beim Europ. Patchwork Meeting, Ste Marie-aux-Mines (F), 2016

Arbeiten von Ina Statescu
Foto: Gudrun Heinz, Ausstellung von Ina Statescu beim Europ. Patchwork Meeting, Ste Marie-aux-Mines (F), 2016

Ina Statescu, die lange Zeit für die Pariser Haute Couture arbeitete und im Lauf der Jahre mit ihren zauberhaften Werken immer wieder begeisterte, zeigt unter anderem hier ihre letzten Arbeiten, denn sie hat die Absicht, sich im kommenden Jahr zurückzuziehen.

Ina Statescu: Printemps, Detail Foto: Gudrun Heinz, Ausstellung von Ina Statescu beim Europ. Patchwork Meeting, Ste Marie-aux-Mines (F), 2016

Ina Statescu: Printemps, Detail
Foto: Gudrun Heinz, Ausstellung von Ina Statescu beim Europ. Patchwork Meeting, Ste Marie-aux-Mines (F), 2016

Es ist also eine der letzten Gelegenheiten, einige ihrer Werke nicht nur nochmals live zu sehen, sondern auch um das eine oder andere Stück zu erwerben. Näheres zu den vielen Ausstellungen bei diesem Festival findet man unter dem unten angegebenen Link.

Info:

2. bis 4. Juni 2017

Festival de Fil en Fil

26120 Chabeuil
Frankreich

www.penelopefestival.canalblog.com

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… und dann gibt es noch:

Wichtige Ausstellungen zeitgenössischer Kunst

Am 10. Juni 2017 ist es wieder soweit: In Kassel wird die ‘documenta’ eröffnet. Eine der weltweit bedeutendsten Ausstellungsreihen zeitgenössischer Kunst – neben der Biennale in Venedig, die noch bis zum 26. November 2017 veranstaltet wird – findet zum einen nur alle fünf Jahre statt. Zum anderen gibt es im Jahr 2017 eine Besonderheit: Erstmals sind Kassel und die griechische Hauptstadt Athen gleichberechtigte Gastgeber der Ausstellung. Die von Adam Szymzcyk geleitete ‘documenta 14’ kann man in Kassel vom 10. Juni – 17. September 2017 besuchen, in Athen läuft sie noch bis zum 16. Juli 2017.

Info:

www.documenta14.de

www.labiennale.org

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Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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