Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps November 2017

Macht Handarbeiten glücklich?
Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung

Ab dem 19. November 2017 beschäftigen sich gleich drei Kabinettausstellungen im Stadtmuseum Hornmoldhaus in Bietigheim-Bissingen mit der Frage: ‘Macht Handarbeiten glücklich?’ und sie wird – zumindet zum Teil – schon selbst mit dem Untertitel ‘Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’ beantwortet. Man diagnostiziert eine neue Lust am Selbermachen, am Handarbeiten – doch woher kommt sie? Die Sonderausstellung spürt den Entwicklungen vorwiegend weiblicher Handarbeiten seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert nach, zeichnet ihren Bedeutungswandel nach, sucht Antworten und wirbt für Wertschätzung.

Flyer

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Die drei Kabinettausstellungen thematisieren unterschiedliche textile Bereiche und künstlerische Ansätze und werden von verschiedenen Textilschaffenden repräsentiert:

‘Textil Gewebe Tapisserie’ zeigt Arbeiten von Erika Beyreuther, Weberin, und Christina Frey, Textilkünstlerin.

‘Mädchen und Frauen sticken in Afghanistan’ gibt Pascale Goldenberg Gelegenheit, ihr transkulturelles Kunstprojekt vorzustellen.

In ‘Artquilts. Quilts – Handwerk und Kunst II’ präsentiert die in Bietigheim-Bissingen lebende Textilkünstlerin Friederike Hoerst-Röhl neue textile Werke. Seit sie 2009 erstmalig im Stadtmuseum Hornmoldhaus ausstellte, hat sie nicht nur an vielbeachteten Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen, es ist auch viel Sehenswertes entstanden.

Einladungskarte

Einladungskarte

‘Artquilts. Quilts – Handwerk und Kunst II’ wird am Freitag, 24. November 2017 eröffnet und ich habe die grosse Ehre, in diese hochinteressante Ausstellung von Friederike Hoerst-Röhl einführen zu dürfen, bevor die Künstlerin selbst zu einem Ausstellungsrundgang einlädt.

Einladungskarte

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Die Sonderausstellung ‘Macht Handarbeiten glücklich? – Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’ wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet – Näheres dazu im Flyer.

Info:

19. November 2017 – 22. April 2018

Macht Handarbeiten glücklich?
Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung

Stadtmuseum Hornmoldhaus
Hauptstrasse 57
74321 Bietigheim-Bissingen
Deutschland

www.stadtmuseum.bietigheim-bissingen.de

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr: 13.45 – 17.45 Uhr
Do: 13.45 – 19.45 Uhr
Sa, So und feiertags: 10.45 – 17.45 Uhr

Mo und am 24., 25., 31. Dezember sowie Karfreitag geschlossen

Eintritt frei

Artquilts. Quilts – Handwerk und Kunst II
Textile Werke von Friederike Hoerst-Röhl

24. November 2017 – 14. Januar 2018

Ausstellung im Stadtmuseum Hornmoldhaus

Vernissage:
Fr. 24. November 2017, 19 Uhr
Trauzimmer in der Lateinschule,
Hauptstrasse 61, 74321 Bietigheim-Bissingen

Einladungskarte

Werkstattgespräch mit der Künstlerin:
Do, 11. Januar 2018, 10.30 Uhr

Flyer

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WANDLUNGEN
Retrospektive – Perspektive

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von Quiltkunst e.V. zeigt die Textilsammlung Max Berk ab dem 19. November 2017 in Zusammenarbeit mit dem Verein die zweiteilige Ausstellung ‘Wandlungen’, die sowohl einen Rückblick auf die Entwicklung der deutschen Quiltszene anbietet als auch Wege der Neuinterpretation vorstellt.

Dorle Stern-Straeter: No exit Foto: Dorle Stern-Straeter, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Dorle Stern-Straeter: No exit
Foto: Dorle Stern-Straeter, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Teil Retrospektive spiegelt eine Objekt-Auswahl aus früheren Ausstellungen eindrucksvoll die Entwicklung der Kunstform Quilt wider.

Ursula Rauch: Woodoo Foto: Ursula Rauch, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ursula Rauch: Woodoo
Foto: Ursula Rauch, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Teil Perspektive setzt sich aus den einjurierten Arbeiten eines Wettbewerbs zusammen und widmet sich der Frage, welche neuen Wege der Kunstquilt nehmen könnte. Lassen sich überraschende neue Formen, Materialien und Inhalte finden, die die Konventionen sprengen oder das Medium neu interpretieren?

Birgit Reinken: Sitzen 2 Foto Michael C. Möller, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Birgit Reinken: Sitzen 2
Foto: Michael C. Möller, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Gezeigt werden 45 Arbeiten von 43 Textilkünstlerinnen.

Gabi Mett: Das magische Quadrat Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Gabi Mett: Das magische Quadrat
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ein ausführlicher Bericht über diese Ausstellung ist in Planung.

Info:

19. November 2017 – 18. Februar 2018

WANDLUNGEN
Retrospektive – Perspektive

Textilsammlung Max Berk
Brahmsstrasse 8
69118 Heidelberg-Ziegelhausen
Deutschland

www.museum-heidelberg.de
www.quiltkunst-ev.de

Öffnungszeiten:
Mi, Sa, So: 13 – 18 Uhr
Sondertermine für Gruppen nach Vereinbarung

Vernissage:
So, 19. November 2017, 11 Uhr

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Deutsche Couture
Kleiderwunder der 50er bis 70er Jahre

In seiner neuen Ausstellung bietet das Deutsche Textilmuseum in Krefeld ab dem 5. November 2017 ein Fest für die Sinne: Leuchtende Farben, glitzernde Stoffe, Strass und Federn erwarten die Besucher. Aus dem reichen Bestand an Damenkleidung wird Mode deutscher Couturiers der 50er bis 70er Jahre präsentiert. Neben 130 Kleidungsstücken, zu denen Tagesmode, Cocktail- und Abendroben sowie Hosenanzüge gehören, werden auch Accessoires dieser Zeit gezeigt.

Plakat

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Der Schwerpunkt liegt auf der Präsentation von Modellkleidern des Couturiers Werner Lauer (geboren 1910 in Berlin, gestorben 1973 in Krefeld), der 1947 gemeinsam mit seiner Frau Emmi die Firma Lauer-Böhlendorff GmbH in Krefeld gegründet hat. Das Couture-Haus, das in den 50er und 60er Jahren sehr erfolgreich neben anderen deutschen Firmen agierte, bestand bis 1970.

Erstmals wird eine grosse Zahl der von Werner Lauer entworfenen Kleider der Öffentlichkeit vorgestellt und durch Modelle der Couture-Häuser Heinz Oestergaard, Staebe-Seger, Uli Richter, Hans W. Claussen, Paas-Körber, Elise Topell und Susanne Erichsen ergänzt.

Info:

5. November 2017 – 18. Mai 2018

Deutsche Couture
Kleiderwunder der 50er bis 70er Jahre

Deutsches Textilmuseum
Andreasmarkt 8
47809 Krefeld
Deutschland

www.krefeld.de

Öffnungszeiten:
bis 31. März 2018:
Di – So: 11 – 17 Uhr

ab 1. April 2018:
Di – So: 10 – 18 Uhr

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100 Prozent Wolle

Ab dem 5. November 2017 stellt das Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin (MEK) in Kooperation mit dem Studiengang ‘Bühnenbild_Szenischer Raum’ der Technischen Universität Berlin das Sonderausstellungsprojekt ‘100 Prozent Wolle’ vor.

100 Prozent Wolle © Sam Carter Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

100 Prozent Wolle
© Sam Carter
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das MEK widmet sich mit ‘100 Prozent Wolle’ der Kulturgeschichte der Wollproduktion und -verarbeitung. Die Ausstellung zeichnet den Weg von der Rohwolle zum Faden nach und vermittelt aktiv verschiedene Techniken der Weiterverarbeitung – vom Spinnen und Weben über das Stricken und Häkeln bis hin zum Sticken.

Spinnrad Mittelschweden, Ende 19. Jh. © Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin / Maik Schult Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Spinnrad
Mittelschweden, Ende 19. Jh.
© Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin / Maik Schult
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Als intergenerationales Projekt konzipiert, ermöglicht die Ausstellung vielseitige Zugänge zum Thema: Neben der Betrachtung von Sammlungsobjekten wie Spindeln aus allen Gegenden Europas, einem Schäfermantel aus Gras und Webschiffchen …

Webschiffchen Deutschland, Anfang 20. Jh. © Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin / Maik Schult Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Webschiffchen
Deutschland, Anfang 20. Jh.
© Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin / Maik Schult
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… können Schafwolle und Pflanzenfasern ertastet, ein übergrosses Schaf erklettert sowie in einer offenen Werkstatt jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr Stricken und andere Techniken der Fadenverarbeitung erlernt werden.

Hirtenmantel Nordportugal, Mitte 1980er-Jahre © Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin / Maik Schult Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Hirtenmantel
Nordportugal, Mitte 1980er-Jahre
© Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin / Maik Schult
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Schafe gehören seit Jahrtausenden zu den wichtigsten Haus- und Nutztieren des Menschen. Sie liefern weltweit nicht nur Fleisch und Milch, sondern auch und vor allem ihr Fell. Bereits seit der Jungsteinzeit ist das Verspinnen der Wolle mit der Handspindel überliefert.

Spindel Region Perm (Permjaken), Ural, Russland, Anfang 19. Jh. © Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin / Maik Schult Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Spindel
Region Perm (Permjaken), Ural, Russland, Anfang 19. Jh.
© Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin / Maik Schult
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die alten Kulturtechniken des Spinnens und Webens, die durch die industrielle Produktion überflüssig geworden schienen, erleben derzeit eine Renaissance: Jugendliche und junge Erwachsene lassen sich Techniken wie Filzen, Stricken und Häkeln, die ihre Grossmütter als Kinder noch erlernt hatten, beibringen. Als ‘urban knitting’ hat die Handarbeit Einzug in die Populärkultur und den öffentlichen Raum gehalten.

 Spinnwirtel Südserbien, Mitte 19. Jh. © Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin / Maik Schult Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Spinnwirtel
Südserbien, Mitte 19. Jh.
© Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin / Maik Schult
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit ‘100 Prozent Wolle’ werden Kinder und Jugendliche ebenso angesprochen wie Eltern oder Grosseltern: Die Ausstellung, die gemeinsam mit Studierenden des Studiengangs ‘Bühnenbild_Szenischer Raum’ der Technischen Universität Berlin entwickelt wurde, dient als Ort der Weitergabe eigener Erfahrungen und Fähigkeiten, ermöglicht aktives Erfühlen und Erleben sowie den Erwerb neuer Kenntnisse in Gestalt alten Wissens.

100 Prozent Wolle © MartenBG Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

100 Prozent Wolle
© MartenBG
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In gemeinsamen Workshops können die Basics des Spinnens, Strickens, Häkelns, Knüpfens oder Webens, angeleitet von Textilexpertinnen, ausprobiert oder aufgefrischt werden. Alle Materialien sowie Wolle werden zur Verfügung gestellt.

Garnwinde Bosnien, Ende 19. Jh. © Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin / Maik Schult Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Garnwinde
Bosnien, Ende 19. Jh.
© Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin / Maik Schult
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Blick richtet sich damit nicht nur auf die historische Geltung der Wolle in der europäischen Alltagskultur und das damit verbundene immaterielle Kulturerbe der Verarbeitungstechniken.

Strumpf einer Frauentracht Bulgarien, Ende 19. Jh. © Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin / Maik Schult Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Strumpf einer Frauentracht
Bulgarien, Ende 19. Jh.
© Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin / Maik Schult
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Wolle spielt eine Rolle im Hier und Jetzt – als Rohstoff und Material, als Teil der Populärkultur und als Anlass zum Austausch von Geschichten und Erfahrungen. Gleichzeitig soll die Ausstellung der Auftakt für weitere Ausstellungsprojekte zu handwerklichen Kulturtechniken im MEK sein.

100 Prozent Wolle © Rob and Julia Campbell Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

100 Prozent Wolle
© Rob and Julia Campbell
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Info:

29. Oktober 2017 – 23. Juni 2019

100 Prozent Wolle

Museum Europäischer Kulturen
Staatliche Museen zu Berlin
Arnimallee 25
14195 Berlin-Dahlem
Deutschland

www.museumsportal-berlin.de

Öffnungszeiten:
Di – Fr: 10 – 17 Uhr
Sa + So: 11 – 18 Uhr

Eröffnung:
So, 5. November 2017, 15 Uhr

13. Textiltag:
So, 12. November 2017, 11 – 17 Uhr
Ein Tag für die ganze Famlie, an dem Textilkünstlerinnen nicht nur ihre kreativen Ideen und Werke vorstellen, sondern auch auch ihr Know-how vermitteln. Ausserdem Präsentation der Ergebnisse eines künstlerischen Integrationsprojektes der VHS Steglitz-Zehlendorf.

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Friedensbriefe
Stickereien

Stickerinnen in Schweden riefen 2011 zum ersten Weltfriedenssticktag auf. Es folgten andere Länder und so fand 2015 auch in der Schweiz der erste Friedenssticktag statt, ein Schaffenstag für Frieden, Freiheit und Gleichheit.

Plakat

Plakat

Die Stickerinnen wollen ‘Teil sein einer freudvollen und kreativen Friedensbewegung’, wie sie in einem Manifest niederschrieben. ‘Mit den Stickereien setzen wir einen Gegenpunkt zu allen kriegerischen Auseinandersetzungen und weltweiter Unterdrückung und engagieren uns für eine bessere Verständigung zwischen Ländern und Menschen.’

Friedensbrief 2 Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Friedensbrief 2
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die Stickgruppen um Ingrid Eggimann-Jonsson und Barbara Wälchi Keller und weitere Strickerinnen stellen die 2017 entstandenen Arbeiten aus, einen gestickten Friedensbrief, interpretiert in einer überraschenden, kreativen Vielfalt.

Am Eröffnungstag findet ausserdem ein Konzert im Garnlager statt. Man darf sich auf ein Klarinettentrio freuen.

Flyer

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Info:

5. – 19. November 2017:

Friedensbriefe
Stickereien

Garnlager Lyssach
Gewerbestrasse 9
3421 Lyssach
Schweiz

www.garnlager.ch

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Öffnungszeiten:
Mo – Fr: 10 – 11.30 und 13.30 – 17 Uhr
Sa, So: 13.30 – 17 Uhr

Vernissage:
So, 5. November 2017, 15.30 Uhr

Konzert:
So, 5. November 2017, 17 Uhr

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Das Ereignis eines Fadens: Globale Erzählungen im Textilen

Das Textile in der Kunst steht im Mittelpunkt der Ausstellung ‘The Event of a Thread’ des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart), die derzeit im Kunsthaus Dresden gezeigt wird. Auch wird die Frage danach aufgeworfen, welche Bedeutungen und Botschaften das Textile in sich trägt – welchen kulturellen Stellenwert es besitzt – und wie sich Textiles ‘lesen’ lässt.

Flyer

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Was erzählt Gewebe von seiner Herkunft, seiner Bedeutung, seiner sozialen Rolle? Unter welchen ökonomischen Bedingungen und gesellschaftlichen Strukturen haben sich Muster und Formensprachen weiterentwickelt? Welche tradierten Techniken haben sich Künstlerinnen und Künstler angeeignet, abstrahiert, verschoben oder wieder ins Leben zurückgeholt?

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden: Andreas Exner: Aldi-Vorhang, Stoff, genäht, 1999 (links) Zille Homma Hamid: Loom Chair, Baumwollgarn, Steine, Stuhl, Gusseisen, 2013 und Fall Tomorrow, Nylongarn, Seidengarn, 2013 und Couverture Manteau, Teppich aus einem Mantel gefertigt, 2008. Foto: David Brandt, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden:
Andreas Exner: Aldi-Vorhang, Stoff, genäht, 1999 (links)
Zille Homma Hamid: Loom Chair, Baumwollgarn, Steine, Stuhl, Gusseisen, 2013 und Fall Tomorrow, Nylongarn, Seidengarn, 2013 und Couverture Manteau, Teppich aus einem Mantel gefertigt, 2008
Foto: David Brandt, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

In Textilien berühren sich Tradition und Gegenwart, Kunst und Kunsthandwerk, treffen lokale Formen des Wissens und globale Beziehungen aufeinander. In ihnen verknüpfen sich persönliche und ästhetische Geschichten mit jenen über die sozialen und ökonomischen Verhältnisse in einer globalisierten Welt. Es gibt kaum eine Region, in der sich das Textile nicht vielschichtig in die Kultur- und Industriegeschichte eingeschrieben hätte. So erzählt ein Stoff auch davon, welche Materialien wann und wo wichtig wurden, wie Techniken und Formen migrierten und sich weiterentwickelten.

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden: Judith Raum: Cotton Pieces, 2011/12, hochpigmentierte Tusche und Acryl auf Baumwolle Foto: David Brandt, © Judith Raum, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden:
Judith Raum: Cotton Pieces, 2011/12, hochpigmentierte Tusche und Acryl auf Baumwolle
Foto: David Brandt, © Judith Raum, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung zeigt den vielschichtigen Umgang der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler mit den Eigenschaften von Gewebe und hebt mit ihrer Auswahl sowohl die transkulturelle Dimension als auch die Verwobenheit des Materials mit zeitgenössischen Fragestellungen hervor.

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden: (von vorn nach hinten) Franz Erhard Walther: Handlungskörper, 1969 Noa Eshkol: Arab Village at Night, 1982; Desert Landscape with Birds, 1990er Jahre Christa Jeitner: Re-Rester: Draht und Denim. Verfestigte Halde, 2016 Foto: David Brandt, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden:
(von vorn nach hinten) Franz Erhard Walther: Handlungskörper, 1969
Noa Eshkol: Arab Village at Night, 1982; Desert Landscape with Birds, 1990er Jahre
Christa Jeitner: Re-Rester: Draht und Denim. Verfestigte Halde, 2016
Foto: David Brandt, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Die Bauhaus-Künstlerin Anni Albers beschrieb 1965 ‘das Ereignis eines Fadens’ als etwas Multilineares, ohne Anfang und Ende. Eine Möglichkeit, Beziehungen und Zusammenhänge immer wieder neu zu betrachten und strukturieren zu können. Diesen neu-ordnenden Blick entfalten die in der Ausstellung versammelten Objekte, Installationen und Videoessays. Die Werke zeigen dabei auch immer, wie das Textile mit den unterschiedlichsten Aspekten unseres Lebens verbunden ist.

Noa Eshkol: Desert Landscape with Birds, 1990-er Jahre Foto: Uwe Walther, © Noa Eshkol, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Noa Eshkol: Desert Landscape with Birds, 1990-er Jahre
Foto: Uwe Walther, © Noa Eshkol, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Die Beziehungen von Handwerk und künstlerischem Medium lassen sich insbesondere am historischen Beispiel der Weberei am Bauhaus untersuchen, weshalb für die Ausstellung ein Bauhausraum konzipiert wurde. Der mobile Raum zeigt, wie sich eine Verbindung von den Ansätzen und Errungenschaften der Bauhaus-Künstlerinnen und -künstler zum zeitgenössischem Kunstschaffen knüpfen lässt und stellt ihre Bedeutung für die Gegenwart neu zur Diskussion.

 Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden: Bauhausraum Visuelles Archiv mit textilen Replikaten Konzept und künstlerische Recherche: Judith Raum in Zusammenarbeit mit Jakob Kirch, Pascal Storz und den Architekten s.t.i.f.f. Foto: David Brandt, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden:
Bauhausraum
Visuelles Archiv mit textilen Replikaten. Konzept und künstlerische Recherche: Judith Raum in Zusammenarbeit mit Jakob Kirch, Pascal Storz und den Architekten s.t.i.f.f.
Foto: David Brandt, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Die Künstlerin Judith Raum (Berlin) wurde vom ifa eingeladen, sich mit der Geschichte der historischen Textilwerkstatt am Bauhaus auseinanderzusetzen und sich auf die Suche nach den losen Enden zu machen – sie machte erstaunliche Funde. In neun Kapiteln wird die aussergewöhnliche Erfolgsgeschichte der Weberei veranschaulicht.

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden: Bauhausraum Visuelles Archiv mit textilen Replikaten Konzept und künstlerische Recherche: Judith Raum in Zusammenarbeit mit Jakob Kirch, Pascal Storz und den Architekten s.t.i.f.f. Foto: David Brandt, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden:
Bauhausraum
Visuelles Archiv mit textilen Replikaten. Konzept und künstlerische Recherche: Judith Raum in Zusammenarbeit mit Jakob Kirch, Pascal Storz und den Architekten s.t.i.f.f.
Foto: David Brandt, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Dabei sprechen insbesondere die Stoffe selbst: Neu gewebte Annäherungen an Gebrauchsstoffe des Bauhauses können betrachtet und ertastet werden. Sie erzählen davon, wie die einzelnen Weberinnen eine ausgeprägt künstlerische Auffassungs- und Arbeitsweise mit handwerklichem Können verbanden. Konzept: Judith Raum in Zusammenarbeit mit Jakob Kirch, Pascal Storz und den Architekten s.t.i.f.f.

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden: Speziell für die Ausstellungsstation von 'Das Ereignis eines Fadens' im Kunsthaus Dresden konnten aus dem TextielMuseum Tilburg (NL) Kartons mit aufgehefteten Stoffmustern und ein Notizbuch aus dem Nachlass der Bauhaus-Weberin Lisbeth Oestreicher geliehen werden. Alle Stoffe stammen aus der Dessauer Zeit des Bauhauses und wurden vor 1931 entwickelt. Foto: David Brandt, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden:
Speziell für die Ausstellungsstation von ‘Das Ereignis eines Fadens’ im Kunsthaus Dresden konnten aus dem TextielMuseum Tilburg (NL) Kartons mit aufgehefteten Stoffmustern und ein Notizbuch aus dem Nachlass der Bauhaus-Weberin Lisbeth Oestreicher geliehen werden. Alle Stoffe stammen aus der Dessauer Zeit des Bauhauses und wurden vor 1931 entwickelt.
Foto: David Brandt, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Die ifa-Ausstellung trifft bei ihrer Premiere in Dresden auf eine lebendige Auseinandersetzung im Umgang mit dem Motiv des Textilen. Sechs Künstler und Künstlerinnen spinnen die Ausstellung in die Textur der Stadt ein und lassen Gemeinsamkeiten lokaler und globaler Traditionen in neuem Licht erscheinen. Unter dem Titel ‘Verflechtungen vor Ort’ wurden dazu künstlerische Projekte neu entwickelt. Eine Satellitenausstellung sowie Workshops thematisieren die Migration von Wissen durch Weitergabe im Textilen. Nähere Informationen dazu finden sich auf der Website vom Kunsthaus Dresden.

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden: (von vorn nach hinten) Heide Hinrichs: Semikörper, 2013 Elisa van Joolen und Vincent Vulsma: Technik, 2012–2013 Foto: David Brandt, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden:
(von vorn nach hinten) Heide Hinrichs: Semikörper, 2013
Elisa van Joolen und Vincent Vulsma: Technik, 2012–2013
Foto: David Brandt, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Die ‘Verflechtungen vor Ort’ finden in Zusammenarbeit mit dem Kunstgewerbemuseum / Staatliche Kunstsammlungen Dresden statt. Kuratiert von Christiane Mennicke-Schwarz in Zusammenarbeit mit Daniela Hoferer.

Heide Hinrichs: Semikörper, 2013 Foto: Uwe Walther, © Heide Hinrichs, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Heide Hinrichs: Semikörper, 2013
Foto: Uwe Walther, © Heide Hinrichs, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Das Veranstaltungsprogramm findet in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden und dem Maxim Gorki Theater statt. Es wird von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Robert Bosch Stiftung gefördert. Die Veranstaltungen und Workshops werden unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Kulturhauptstadtbüro der Landeshauptstadt Dresden durchgeführt.

Olaf Holzapfel: Chaguarbild (10), 2012–2015 Foto: Uwe Walther, © Olaf Holzapfel, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Olaf Holzapfel: Chaguarbild (10), 2012–2015
Foto: Uwe Walther, © Olaf Holzapfel, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Nach der Premiere im Kunsthaus Dresden geht die ifa-Ausstellung auf eine mehrjährige internationale Tournee. Sie wird jeweils durch lokale Positionen erweitert.

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden: Christa Jeitner: One Thread, ausgeführtes Teilstück eines scheinbar endlosen Fadens. Hommage à John Cage Geknotetes Garn 2017 Foto: David Brandt, © (Christa Jeitner) VG Bild-Kunst Bonn, 2017 Foto freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden:
Christa Jeitner: One Thread, ausgeführtes Teilstück eines scheinbar endlosen Fadens. Hommage à John Cage Geknotetes Garn 2017
Foto: David Brandt, © (Christa Jeitner) VG Bild-Kunst Bonn, 2017
Foto freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Künstlerinnen und Künstler:
Ulla von Brandenburg, Noa Eshkol, Andreas Exner, Uli Fischer, Zille Homma Hamid, Heide Hinrichs, Olaf Holzapfel, Christa Jeitner, Elisa van Joolen & Vincent Vulsma, Eva Meyer & Eran Schaerf, Karen Michelsen Castañon, Judith Raum, Franz Erhard Walther

Uli Fischer: Indigo Aurora, 2011 (2-teilig), Historische Baumwolle (Indigo Färbung) genäht auf Baumwolle auf Keilrahmen, 132,5 x 180 cm Foto: Uwe Walther, © Uli Fischer, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

Uli Fischer: Indigo Aurora, 2011 (2-teilig), Historische Baumwolle (Indigo Färbung) genäht auf Baumwolle auf Keilrahmen, 132,5 x 180 cm
Foto: Uwe Walther, © Uli Fischer, freundlicherweise vom Kunsthaus Dresden zur Verfügung gestellt

The Event of a Thread / Das Ereignis eines Fadens – Globale Erzählungen im Textilen. Eine Ausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa), Stuttgart. Kuratiert von Susanne Weiß in Zusammenarbeit mit Inka Gressel (ifa)

Info:

1. September – 3. Dezember 2017

Das Ereignis eines Fadens: Globale Erzählungen im Textilen

Kunsthaus Dresden
Städtische Galerie für Gegenwartskunst
Rähnitzgasse 8
01097 Dresden
Deutschland

www.kunsthausdresden.de

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Von den Motten nicht verzehrt

‘Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motte und Rost sie verzehren’ (Matth. 6,19 übers. Kürzinger). Dieser Satz aus dem Evangelium zeigt die Prioritäten des Christentums auf.

Plakat

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Zur Ehre Gottes haben sich dennoch in den Kirchen Schätze gebildet, die der Liturgie und dem Gotteslob dienten und dienen. Darunter sind die Paramente und andere Textilien des Gottesdienstes nicht der unbedeutendste Teil der oft frommen Stiftungen. Auch die Stiftskirche St. Georg und Nikolaus in Limburg, der heutige Dom, hat einen bedeutenden Bestand von Gewändern und anderen Gegenständen aus Stoff, die für die Liturgie (Messgewänder), die bischöfliche Repräsentation und die Frömmigkeit geschaffen wurden. Zum Teil werden sie vom Diözesanmuseum bewahrt, aber auch in der Domsakristei.

Kasel (vorne) von Daniel von Mudersbach Mittelrhein, 2. Hälfte 15. Jh. © Diözesanmuseum Limburg Foto: Michael Benecke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kasel (vorne) von Daniel von Mudersbach
Mittelrhein, 2. Hälfte 15. Jh.
© Diözesanmuseum Limburg
Foto: Michael Benecke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Bogen spannt sich dabei von bildbestickten Kaseln der Spätgotik über erlesene Stoffe der Kanoniker aus China und Lyon bis zum Design der liturgischen Bewegung des 20. Jahrhunderts für die bischöflichen Ornate. Neben den kurfürstlich-trierischen Stoffen des Bischofsthrons von 1827 besitzt das Museum auch noch die Ausstattung eines Bischofs vor dem Konzil, die bis zu Schuhen und Strümpfen das Amt repräsentieren sollte.

Chinesische Seide Ende 17. Jh. © Diözesanmuseum Limburg Foto: Michael Benecke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Chinesische Seide
Ende 17. Jh.
© Diözesanmuseum Limburg
Foto: Michael Benecke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die derzeitige Ausstellung möchte einen Einblick in die Vielfalt der liturgischen Textilien bieten, von denen im Museum nur wenig ständig gezeigt werden kann. In der Ausstellung können auch liturgische Zusammenhänge präsentiert werden, womit auch die reiche Liturgiegeschichte früherer Zeiten vergegenwärtigt werden soll.

Dalmatika des grünen Ornats mit eingewebtem Agnus-Dei-Motiv, Detail Bonn 1931 - 33 © Diözesanmuseum Limburg Foto: Michael Benecke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Dalmatika des grünen Ornats mit eingewebtem Agnus-Dei-Motiv, Detail
Bonn 1931 – 33
© Diözesanmuseum Limburg
Foto: Michael Benecke, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Nicht nur Motten und der Wandel liturgischer Vollzüge können den historischen Schätzen gefährlich werden. Eine falsch verstandene ‘Wertschätzung’ kann auch zerstörerisch auf die wertvollen Dokumente des Glaubens einwirken. Pseudorestaurierungen alter Gewänder, die nicht zur Wiederherstellung sondern zur Teilzerstörung geführt haben, werden ebenfalls in dieser Ausstellung, die noch bis zum 26. November 2017 läuft, gezeigt.

Info:

30. August – 26. November 2017:

Von den Motten nicht verzehrt
Textile Schätze aus dem Limburger Dom

Diözesanmuseum Limburg und Domschatz
Domstrasse 12
65549 Limburg
Deutschland

www.staurothek.bistumlimburg.de

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Kunst in Alb-Südwest

Die Karlsruher Textilkünstlerin Annette Bamberger lädt zu einem Kunstwochenende mit Ausstellung und Konzert zu Gunsten der Beiertheimer Tafel ein und freut sich auf viele interessierte Besucher.

Plakat

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Info:

10. – 12. November 2017

Kunst in Alb-Südwest (KIAS)

Hermann-Jung-Haus
Graf-Rhena-Strasse 20a
76137 Karlsruhe
Deutschland

www.annette-bamberger-quilts.de

Vernissage:
Fr, 10. November 2017, 19.30 Uhr
Benefiz-Konzert:
Sa, 11. November 2017, 19.30 Uhr

Öffnungszeiten:
Sa: 10.30 – 18 Uhr
So: 10.30 – 17 Uhr

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Das passt!
Kleiderwahl im Wandel

Sich kleiden, das Passende auswählen, sich anziehen. Dieser Vorgang ist zwar alltäglich, aber auch komplex: Kleidung sollte die Persönlichkeit ihrer Träger repräsentieren, zum Anlass und zum Körper passen und sich gut anfühlen. Die Auswahl ist oft eine Gratwanderung zwischen gesellschaftlicher Anpassung und individuellem Statement. Das Thema ‘Kleiderwahl im Wandel’ greift eine Ausstellung des Tuchmachermuseums Bramsche auf – hier gehts zu meinem damaligen Bericht -, die das Museum Tuch + Technik ab dem 10. November 2017 zeigt.

Das Passt! Foto: joseph design+medien, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Passt!
Foto: joseph design+medien, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Praxis, mit der Kleidung ausgewählt wird, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Kleidung wurde zur immer preiswerteren Massenware, die Moden wechseln schnell. Das spiegelt sich nicht nur in der Vermarktung, sondern auch in den Lebensgeschichten einzelner Kleidungsstücke wider. Früher wurden sie lange getragen, zeigten sichtbare Lebensspuren. Heute entsorgt man sie, teilweise noch ungetragen, schon nach kurzer Zeit. Konnten bei der Hausschneiderei oder in der Umkleidekabine der Kaufhäuser Stoffe, Passform und Sitz haptisch überprüft werden, so findet die Auswahl im ‘dressing room’ der Online-Shops nur noch im Kopf statt. Neben der Tendenz zur ‘fast fashion’, billig produzierter Kleidung, die von meist jüngeren Kunden tütenweise erworben und anschliessend in ‘shopping hauls’ im Internet präsentiert wird, wächst auf der anderen Seite auch das Interesse am Schneidern, sowie an sozial und ökologisch verantwortungsbewusst hergestellter Kleidung.

Das Passt! Schnittmuster Foto: Hermann Pentermann, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Passt! Schnittmuster
Foto: Hermann Pentermann, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung zeigt ein Themenspektrum von der Veränderung der Konfektionsgrössen über den passenden Zuschnitt bis hin zur Massenproduktion von Jeans. Ausgestellt werden aber auch Kleider, die von Geschichte(n) erzählen, historische Schneiderbüsten oder Schnittmuster, die es vielen Frauen ermöglichten, eigene Kleidung zu nähen – egal in welcher Konfektionsgrösse.

Das Passt! Anleitung Hausschneiderei Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Passt! Anleitung Hausschneiderei
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Info:

10. November 2017 – 25. Februar 2018

Das passt!
Kleiderwahl im Wandel

Tuch+Technik | Textilmuseum Neumünster
Kleinflecken 1
24534 Neumünster
Deutschland

www.tuchundtechnik.de

Eröffnung:
Do, 9. November 2017, 19.30 Uhr

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Wunder der Natur

Michael Lange platziert in der realen Welt Miniaturfiguren, mit denen er Geschichten erzählt. Dazu sucht er in kleinen Dingen das Besondere für seine Inszenierungen. Dies können Vogeleier der Haushenne sein, Moose als Bioindikatoren oder aber feine Sandkörner des Amrumer Strandes. Mittels der Fotografie taucht Lange sozusagen in die Welt des Mikrokosmos ein und nimmt die Welt und Natur mit anderen Augen wahr.

Flyer

Flyer

Kleinste und grosse Teile der Natur zeigt Silke Bosbach in ihrer Textilkunst, wie beispielsweise in gehäkelter Bildhauerei: So tauchen zum Beispiel hyperbolische Werke in Form von Wattwürmern, Ammoniten, Seepocken und Korallenformen aus dem Element Wasser auf. Bosbach, die sich mit ihren textilen Kunstprojekten dem grenzüberschreitenden Naturschutz in Form des ‘TEXTILEN LAND ART’ widmet, setzt ihre Werke temporär in der Natur in Szene und fotografiert sie.

Flyer

Flyer

Ein Schnupperkurs ‘Hyperbolisches Häkeln für Einsteiger’ begleitet die Ausstellung. Näheres dazu im Flyer unten.

Info:

5. November 2017 – 2. März 2018

Wunder der Natur
Silke Bosbach, Textilkunst
& Michael Lange, Fotografie

Alte Duchfabrik
Naturpark Öewersauer
15, rue de Lultzhausen
9650 Esch/Sauer
Luxemburg

www.naturpark-sure.lu

Flyer

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Zoom – wenn die visuelle Wahrnehmung sich verändert!

Die Ausstellung ‘Zoom – wenn die visuelle Wahrnehmung sich verändert!’ präsentiert die 24 Kunstwerke des Art Quilt Awards 2017. Zu diesem alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerb hatte das Nordwestdeutsche Museum für IndustrieKultur in Delmenhorst in Kooperation mit der Textilkünstlerin Juliette Eckel zum dritten Mal aufgerufen.

Plakat

Plakat

Dem Aufruf folgten internationale Künstlerinnen, deren eingereichte Art Quilts nach den Kriterien Kreativität, innovative Technik und Materialien sowie professionelle Ausführung von der Jury bewertet wurden und zu einer Prämierung führten.

Die ausgewählten textilen Werke reflektieren das vorgegebene Thema ‘Zoom – wenn die visuelle Wahrnehmung sich verändert!’ in vielfältigen Facetten. Die Ausstellung zeigt Werke von hoher Qualität mit äusserst kreativer und variantenreicher Interpretation des Themas. Als besonders hilfreich erwies sich diesmal die Tatsache, dass die Teilnehmenden gebeten worden waren, ein Bild ihrer Inspirationsquelle miteinzureichen. Die Künstlerinnen bedienten sich bei der Kreation ihrer Werke ganz unterschiedlicher Materialien und Techniken. Neben verschiedenen Stoffarten wurden selbst gefärbte Stoffe, alte Textilien sowie Papiere aller Art eingesetzt und mit verschiedenen Drucktechniken, Hand- und Maschinenstickerei, Malerei und Kalligraphie gearbeitet.

Plakat

Plakat

Unser Sehen basiert auf der Aufnahme und Verarbeitung visueller Reize, bei der eine Erkennung von Elementen und deren Interpretation durch Abgleich mit Erinnerungen stattfindet, wobei eine Auswahl relevanter Informationen und die Zuordnung über Auge und Gehirn geleistet werden. Ist das Erkennen von veränderten Objekten nicht mehr möglich, müssen Imagination und Fantasie die Zuordnung des Gesehenen übernehmen.

Neben den Werken des diesjährigen Art Quilt Awards wird ausserdem die Ausstellung ‘Verschwendung in Schichten’ der letztmaligen Preisträgerin Mirjam Pet-Jacobs gezeigt.

Anlässlich der Vernissage am Sonntag, 5. November 2017, 15 Uhr erfolgt die Preisverleihung des Art Quilt Awards 2017. Man darf gespannt sein!

Info:

5. November – 22. Dezember 2017

Zoom – wenn die visuelle Wahrnehmung sich verändert!
Internationale Textilkunst

Nordwolle Museum
Am Turbinenhaus 10 – 12
27749 Delmenhorst
Deutschland

www.delmenhorst.de

Öffnungszeiten:
Di – Fr, So: 10 – 17 Uhr
Mo + Sa: geschlossen

Vernissage:
So, 5. November 2017, 15 Uhr in der Turbinenhalle
mit Preisverleihung des Art Quilt Awards 2017

Flyer

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Behaglich: Teppiche in indischen Miniaturmalereien

Bequemes Liegen, behagliche Stimmung – nirgendwo spielen Teppiche eine so grosse Rolle wie in der islamischen Welt. In einer Region, die über Jahrhunderte kaum Möbel kannte, ermöglichten sie ein entspanntes Sitzen und Schlafen. Gleichzeitig dienten sie als wichtiges Repräsentationselement und trugen bei staatstragenden Ereignissen zu einem eindrucksvollen Ambiente bei.

Der Moghulherrscher Jahangir (r. 1605-27) mit seiner Frau Frau auf einem kaiserlichen Teppich mit Gitter- und Blütenmuster, wahrscheinlich aus Kaschmir oder Lahore, Indien, frühes 17. Jh., Deckfarben und Gold auf Papier © Museum für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin / Ingrid Geske Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Moghulherrscher Jahangir (r. 1605-27) mit seiner Frau Frau auf einem kaiserlichen Teppich mit Gitter- und Blütenmuster, wahrscheinlich aus Kaschmir oder Lahore, Indien, frühes 17. Jh., Deckfarben und Gold auf Papier
© Museum für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin / Ingrid Geske
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung im Buchkunstkabinett des Museums für Islamische Kunst zeigt rund 22 indo-islamische Malereien aus der Moghulzeit, die die Verwendung von Teppichen in den Kreisen der gesellschaftlichen Eliten veranschaulichen. Die Moghulkaiser waren islamische Herrscher, die zwischen 1526 und 1858 über weite Teile Indiens regierten. Der Gründer der Dynastie, Babur, stammte aus dem persisch geprägten Zentralasien. Von dort brachte er zahlreiche Gepflogenheiten in seine neue Heimat mit, so auch den Gebrauch von Teppichen als bevorzugtem Einrichtungsgegenstand.

Der Moghulkaiser Muhammad Schah (r. 1720-48) auf einem grauen Teppich mit grüner Blumenranke und pinkfarbenen Blüten, Indien, erste Hälfte 18. Jahrhundert, Deckfarben und Gold auf Papier © Museum für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin / Ingrid Geske Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Moghulkaiser Muhammad Schah (r. 1720-48) auf einem grauen Teppich mit grüner Blumenranke und pinkfarbenen Blüten, Indien, erste Hälfte 18. Jh., Deckfarben und Gold auf Papier
© Museum für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin / Ingrid Geske
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Aus den Berichten des Hofhistorikers Abu’l Fazl wissen wir, dass der Bedarf der ersten Moghulherrscher zunächst durch Importe aus Persien gedeckt wurde. Und auch in den ersten indischen Werkstätten in Agra, Lahore und Delhi waren anfänglich noch persische Künstler tätig. Dem entsprechend war die frühe indische Teppichproduktion stark persisch inspiriert. Ab dem 17. Jahrhundert entstand mit der zunehmenden Eigenständigkeit in der Produktion sodann ein eigener Moghul-Stil mit markanten Blumen-, Blüten- und Gittermustern. Besonders charakteristisch sind Teppiche mit in Reihen oder Feldern angeordneten Blütenstauden.

Der Moghulherrscher Jahangir (r. 1605-27) beim Gebet zum Opferfest. In der Moschee herausragende Gebetsteppiche der imperialen Werkstätten, Indien, um 1610, Deckfarben und Gold auf Papier © Museum für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin / Ingrid Geske Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Moghulherrscher Jahangir (r. 1605-27) beim Gebet zum Opferfest. In der Moschee herausragende Gebetsteppiche der imperialen Werkstätten, Indien, um 1610, Deckfarben und Gold auf Papier
© Museum für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin / Ingrid Geske
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Malereien zeigen eindrucksvoll, wie die Teppiche die aus hellem oder rötlichem Stein gebaute Palastarchitektur belebten. Im Zusammenspiel mit textilen Vorhängen und Kissen unterschiedlicher Grösse ermöglichten sie eine flexible Nutzung und Anpassung grosser Räume und die Schaffung intimer Ruheplätze. Auch im Freien wurden sie genutzt um textile Räume zu schaffen: auf der Terrasse, beim Picknick oder bei der Jagd, gerne in Kombination und farblich abgestimmt mit Matten, Matratzen und Kissen. Eine andere Funktion der Teppiche, die in den Miniaturmalereien anschaulich zum Ausdruck kommt, ist ihre repräsentative Verwendung. Häufig breitete man mehrere Teppiche unterschiedlicher Grösse übereinander. Auf diese Weise konnte man Sitzplätze kennzeichnen und die Rangordnung der versammelten Personen hervorheben.

Der Fürst Nawab Schuja ad-Daula (r. 1753-75) von Awadh (Oudh) mit seiner Familie auf einem ungewöhnlichen Teppich mit kraftvollem Blütenmuster in starken Farben, signiert Mihr Tschand, Indien (Lucknow), um 1775, Deckfarben und Gold auf Papier © Museum für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin / Ingrid Geske Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Fürst Nawab Schuja ad-Daula (r. 1753-75) von Awadh (Oudh) mit seiner Familie auf einem ungewöhnlichen Teppich mit kraftvollem Blütenmuster in starken Farben, signiert Mihr Tschand, Indien (Lucknow), um 1775, Deckfarben und Gold auf Papier
© Museum für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin / Ingrid Geske
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Doch entsprechen die Darstellungen auf den Bildern der historischen Wirklichkeit? Entsprechen die Teppiche in den Bildern realen Objekten? Höchstwahrscheinlich. Gerade auf den früheren Bildern aus dem 17. Jahrhundert erkennt man Teppiche, die aus den imperialen Werkstätten der Kaiser stammen könnten und bis heute erhaltenen Exemplaren gleichen. Dasselbe gilt für die späteren Teppiche mit den zahlreichen kleinen Blüten (millefleur-Design), die den Geschmack des 18. Jahrhunderts spiegeln.

Der Offizier Asad Khan und sein Sohn auf einem beigefarbenen Teppich mit millefleur-Design ('tausend Blüten') und brauner Bordüre im Stil der Zeit, Indien, Mitte 18. Jahrhundert, Deckfarben und Gold auf Papier © Museum für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin / Ingrid Geske Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Offizier Asad Khan und sein Sohn auf einem beigefarbenen Teppich mit millefleur-Design (‘tausend Blüten’) und brauner Bordüre im Stil der Zeit, Indien, Mitte 18. Jh., Deckfarben und Gold auf Papier
© Museum für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin / Ingrid Geske
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In der Ausstellung werden neben den Miniaturmalereien auch einige moghul-indische Teppichfragmente aus der Sammlung des Museums für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin gezeigt. In der Zusammenschau mit den Bildern zeigen sie auf anschauliche Weise den Bezug zwischen den Darstellungen und den realen, erhaltenen Objekten.

Prinzessin mit Dienerin auf Terrasse, der dunkelgrundige Teppich mit ausdruckstarker Blumenranke in Grün, Rostrot und Violett im klassischen Moghulstil, Indien, spätes 18. Jh., Deckfarben und Gold auf Papier © Museum für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin / Ingrid Geske Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Prinzessin mit Dienerin auf Terrasse, der dunkelgrundige Teppich mit ausdruckstarker Blumenranke in Grün, Rostrot und Violett im klassischen Moghulstil, Indien, spätes 18. Jh., Deckfarben und Gold auf Papier
© Museum für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin / Ingrid Geske
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Info:

20. Oktober 2017 – 26. Januar 2018

Behaglich: Teppiche in indischen Miniaturmalereien

Museum für Islamische Kunst
Museumsinsel Berlin, Pergamonmuseum
Am Kupfergraben 5
10117 Berlin
Deutschland

www.museumsportal-berlin.de

Öffnungszeiten:
Mo, Di, Mi, Fr: 10 – 18 Uhr
Do: 10 – 20 Uhr
Sa + So: 10 – 18 Uhr

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Miniartextil
BORDERLINE

Der 27. Wettbewerb, der von Arte&Arte organisiert wurde, steht unter dem Thema ‘BORDERLINE’, einem Begriff mit weitem Interpretationsspielraum. Wie bisher wurden von einer Jury aus den internationalen Einsendungen 54 Werke ausgewählt, die Künstlerinnen und Künstler kommen aus 29 Nationen. Wie bisher waren die Arbeiten bei freier Wahl von Material und Technik auf die maximalen Dimensionen von 20 x 20 x 20 cm beschränkt. Und wie bisher findet die ‘Miniartextil’-Ausstellung zunächst in Como (Italien) statt. Sie läuft noch bis zum 26. November 2017.

Logo

Logo

In den vergangenen Jahren habe ich schon öfter über diese Wettbewerbe berichtet – hier findet man eine Auswahl – wie grossartig die Wirkung einer solchen Präsentation ist, kann man meinem Bericht über die Ausstellung der Miniartextil 2016 in Montrouge entnehmen.

Katalog erhältlich.

Info:

7. Oktober – 26. November 2017

Borderline
Miniartextil 2017

Ex-Chiesa di San Francesco
Largo Spallino 1
22100 Como
Italien

www.miniartextil.it

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Pure Gold
Upcycled! Upgraded!

Sperrmüll, Abfall, Billigmaterialien – in der Ausstellung ‘Pure Gold. Ucycled – Upgraded’ geht es um die Etablierung eines alternativen ästhetischen Wertekanons, der integrierend und nicht distanzierend sein und der überall und faktisch gelten soll.

Cheng Biliang: Stahlstab-Hocker, 2016 Bewehrungsstahl, H 45 x B 30 x T 40 cm, Exemplar 1: gelb, Exemplar 2: blau, Exemplar 3: rot, Exemplar 4: lila © Biliang Cheng Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Cheng Biliang: Stahlstab-Hocker, 2016
Bewehrungsstahl, H 45 x B 30 x T 40 cm, Exemplar 1: gelb, Exemplar 2: blau, Exemplar 3: rot,
Exemplar 4: lila © Biliang Cheng
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die international angelegte Ausstellungstour, die im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) begonnen hat, widmet sich dem Upcycling – der Wiederverwendung von bereits verarbeitetem Material zur Erschaffung neuer Objekte. Die anhand der vorgestellten Beispiele eingesetzten Materialien sind überall verfügbar, bilden manchmal die einzig vorhandenen ‘Rohstoffe’. Doch sie werden nach wie vor als Müll und Abfall bezeichnet und als minderwertig angesehen. Gleiches gilt für die zu ihrer Verarbeitung eingesetzten Techniken, das handwerkliche Know-how.

Piratas do Pau: Mulher-Woman, Regal, 2016 Recycelter Warmwasserbereiter, H 150 x B 34 cm, Serie: Senkrechte Weinregale, © Nelsa Guambe Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Piratas do Pau: Mulher-Woman, Regal, 2016
Recycelter Warmwasserbereiter, H 150 x B 34 cm, Serie: Senkrechte Weinregale, © Nelsa
Guambe
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Gelingt es jedoch, diesen Produkten hinsichtlich Materialitat und Machart diesen Makel der Wiederverwertung zu nehmen, kann damit eine völlig neue Vorstellung von Rohstoff und eine neue Wertschätzung erreicht werden. Die Designer nutzen bestimmte, oft übersehene oder nicht im Fokus stehende Material- und Produkteigenschaften, die sie in einem von ihnen entwickelten Kontext zur Basis ihres Entwurfs machen und ermöglichen so ein Upgrading der Produkte und der Technik.

Sahil & Sarthak: Katran High Back Chair, Stuhl, 2010 Stuhl-Konstruktion aus pulverbeschichtetem Baustahl, Gewebe handgedrehter Seile aus recyceltem Georgette-Stoff, © Sarthak Sahil Design Co Foto: Sahil Bagga, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Sahil & Sarthak: Katran High Back Chair, Stuhl, 2010
Stuhl-Konstruktion aus pulverbeschichtetem Baustahl, Gewebe handgedrehter Seile aus recyceltem Georgette-Stoff, © Sarthak Sahil Design Co
Foto: Sahil Bagga, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung zeigt etwa 75 Exponate und führt dabei zwei Perspektiven zusammen: einen europäischen Teil mit rund 40 Arbeiten und einen aussereuropäischen mit etwa 35 Arbeiten. Die aussereuropäischen Stationen umfassen Lateinamerika (Brasilien), Nordafrika (Ägypten), Ostasien (China), Subsahara-Afrika (Zimbabwe), Südasien und Südostasien (Thailand).

Diederik Schneemann: Flip Flop, Tischaufsteller, 2011 Recycelte Flip-Flops, H 25 x B 30 x T 30 cm, © Diederik Schneemann Foto: Martin Minkenberg, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Diederik Schneemann: Flip Flop, Tischaufsteller, 2011
Recycelte Flip-Flops, H 25 x B 30 x T 30 cm, © Diederik Schneemann
Foto: Martin Minkenberg, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Pure Gold’ ist eine Ausstellung des Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), das Kunst- und Kulturaustausch fördert und als Kompetenzzentrum der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Zivilgesellschaft, kulturelle Praxis, Kunst, Medien und Wissenschaft vernetzt.

Studio Avni: Pompom Pouf, Puff, 2013 Hülle: Upcycelte Seidensaris, Füllwatte aus Polyesterfasern, Füllung: Schaumstoff, H 33 cm, Ø 50 cm, © Avni Sejpal Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Studio Avni: Pompom Pouf, Puff, 2013
Hülle: Upcycelte Seidensaris, Füllwatte aus Polyesterfasern, Füllung: Schaumstoff, H 33 cm, Ø 50
cm, © Avni Sejpal
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Schau besteht aus zwei sich ergänzenden Teilen: der physisch erlebbaren Ausstellung und dem virtuellen Dialograum einer Plattform. Kurator des europäischen Teils der Ausstellung ist Volker Albus, Professor an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und Designer. Die Plattform und Workshops werden von Axel Kufus, Designer und Professor an der Universität der Künste Berlin, entwickelt und verantwortet.

Info:

15. September 2017 – 21. Januar 2018

Pure Gold
Upcycled! Upgraded!

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Steintorplatz
20099 Hamburg
Deutschland

www.mkg-hamburg.de

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ADHÄSION – Lotte Füllgrabe-Pütz und Setsuko Fukushima

Lotte Füllgrabe-Pütz zeigt Objekte und Tableaus aus Draht, Papier und Pflanzenteilen, die Grenzschichten des Lebendigen thematisieren und durch poetische Ordnungen selbst wie organische Konstrukte wirken. Auch Setsuko Fukushima untersucht mit ihren, zwischen Wissenschaft und Poesie oszillierenden Objekten botanische Welten und kombiniert diese mit Buchstaben und Sätzen, die so eine Grenzfläche zwischen den Geschichten der Innenwelt und den möglichen, anderen Geschichten der Aussenwelt bilden.

Einladung

Einladung

‘In Lotte Füllgrabe-Pütz und Setsuko Fukushima haben sich wohl zwei Seelenverwandte getroffen, zumindest was das Verständnis von Kunst anbelangt. Beide verzichten auf klare Farben, beide experimentieren sie mit der Natur, mit organischen Materialien, Pflanzenteilen,’ schreibt Horst Martens im Online-Stadtmagazin ‘inherne’, auf dessen Website man eine Reihe von Fotos aus der Ausstellung, auf deren Realisation die beiden Künstlerinnen rund 13 Monate warten mussten, bewundern kann. Sehenswert! – Vielen Dank für den Tipp in letzter Minute an Susanne Klinke.

Info:

29. September – 26. November 2017

ADHÄSION
von Lotte Füllgrabe-Pütz und Setsuko Fukushima

Emschertal-Museum Herne
Städtische Galerie im Schlosspark Strünkede
Karl-Brandt-Weg 2
44629 Herne
Deutschland

www.herne.de

Öffnungszeiten:
Di – Fr: 10 – 13 Uhr und 14 – 17 Uhr
Sa: 14 – 17 Uhr
So: 11 – 17 Uhr

Einladungskarte

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iigfädlet – Ostschweizer Textilgeschichten

Was im Frühling von acht Museen der Region angezettelt worden ist – die Gemeinschaftsausstellung ‘iigfädlet. Ostschweizer Textilgeschichten’ (hier gehts zu meinem Bericht) – geht zu Ende: Sie dauert noch bis zum 29. Oktober 2017. Einige Ausstellungen sind jedoch noch etwas länger zu sehen.

Die acht Ausstellungen und die zahlreichen Begleitveranstaltungen sind insgesamt auf sehr guten Anklang gestossen und haben überall erfreulich viele Besucherinnen und Besucher angezogen– aus der Region ebenso wie aus der ganzen Schweiz. Insbesondere die kleineren Häuser wie das Museum Heiden oder das Museum Prestegg Altstätten weisen für ihre Verhältnisse bemerkenswert hohe Besucherzahlen aus.

Einblick in die Ausstellung im Museum Heiden, mit der Geschichte der konkursgegangenen Media AG ('Laufmaschen – Chancen und soziale Verantwortung') Foto: Jürg Zürcher, St.Gallen, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Einblick in die Ausstellung im Museum Heiden, mit der Geschichte der konkursgegangenen Media AG (‘Laufmaschen – Chancen und soziale Verantwortung’)
Foto: Jürg Zürcher, St.Gallen, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Sehr positiv ist auch, dass ein Teil der Interessierten wie erhofft mehrere Museen besucht und so einen regelrechten ‘iigfädlet’-Parcours absolviert hat. Sie konnten damit unterschiedlichste Einblicke in das weite Feld der Ostschweizer Textilindustrie tun. Der grosse Reiz des Projektes liegt denn auch im gemeinsam angepackten Thema und den in den Museen jeweils verschieden dargestellten Einzelaspekten. So kommt es, dass jeder Besucher, jede Besucherin letztlich eine andere Lieblingsausstellung hat.

Bis zum 29. Oktober 2017 sind noch sämtliche Ausstellungen zu sehen. Verlängert sind folgende Ausstellungen:

Laufmaschen – Chancen und soziale Verantwortung. Aufstieg und Fall der Media AG
Museum Heiden (bis 3. Dezember 2017, nur noch So: 14 – 16 Uhr)

Zwirnen, wirken, mercerisieren – Fabrikarbeit
Museum Herisau (bis 29. Dezember 2017)

Textilarbeit – Leidenschaft oder Schicksal
Brauchtumsmuseum Urnäsch (bis 14. Januar 2018)

Fabrikanten und Manipulanten. Die Ostschweizer Textilindustrie
Textilmuseum St.Gallen (bis auf weiteres)

Aktuelle Auseinandersetzung mit dem Textilen: junge Designer, alternative Produktionsmodelle und Kunstprojekte im Zeughaus Teufen ('Homedress – Von Wand und Gewand'). Auf dem Laufsteg in der Mitte defilieren am 29. Oktober alle während der Ausstellung entstandenen textilen Kreationen. Foto: Jürg Zürcher, St.Gallen, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Aktuelle Auseinandersetzung mit dem Textilen: junge Designer, alternative Produktionsmodelle und Kunstprojekte im Zeughaus Teufen (‘Homedress – Von Wand und Gewand’).
Auf dem Laufsteg in der Mitte defilieren am 29. Oktober alle während der Ausstellung entstandenen textilen Kreationen.
Foto: Jürg Zürcher, St.Gallen, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Bis zum Ausstellungsende finden noch folgende  Veranstaltungen statt:

So, 29. Oktober 2017, 11 Uhr, Museum Heiden
Letzte öffentliche Führung in der Ausstellung ‘Laufmaschen’ mit Ralph Harb und Andres Stehli (mit gefilmten Aussagen von ehemaligen Media-Mitarbeitenden aus den Rahmenveranstaltungen)

Sonntag, 29. Oktober 2017, 14 Uhr, Zeughaus Teufen
Finissage der Ausstellung ‘Homedress’ und Modeschau mit allen am Projekt Beteiligten

Sonntag, 29. Oktober 2017, 14 Uhr, Museum Ackerhus Ebnat-Kappel
Letzte öffentliche Führung in der Ausstellung ‘Textile Haus-Ansichten im Toggenburg’ mit Ausstellungsmacher Jost Kirchgraber

Das Buch zur Ausstellung ‘iigfädlet – Ostschweizer Textilgeschichten’ ist weiterhin in den Museen (CHF 15.-, ohne Stoffmüsterchen) oder beim Appenzeller Verlag (CHF 30.-, mit Stoffmüsterchen) erhältlich. ISBN 978-85882-768-5

Info:

www.iigfaedlet.ch

Prospekt zur Ausstellung

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New Bauhaus Chicago: Experiment Fotografie und Film

Als letzte Ausstellung vor dem Auszug präsentiert das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung (Berlin) vom 15. November 2017 bis 5. März 2018 ‘New Bauhaus Chicago: Experiment Fotografie und Film’ und gibt damit erstmals in Europa einen umfassenden Einblick in die unterschiedlichen Facetten der am New Bauhaus und dem Institute of Design gelehrten und praktizierten Fotografie.

Nathan Lerner: Charlie's Eye, 1940 Bauhaus-Archiv Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2017 Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Nathan Lerner: Charlie’s Eye, 1940
Bauhaus-Archiv Berlin
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das New Bauhaus wurde vor achtzig Jahren von dem emigrierten Avantgardekünstler und ehemaligen Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy in Chicago gegründet. Die legendäre Bauhaus-Nachfolgeinstitution wurde bereits nach nur einem Jahr geschlossen, 1939 als School of Design wiedereröffnet und 1944 in Institute of Design umbenannt.

György Kepes: Ohne Titel (Eier und Faden auf Spiegel), 1942 Bauhaus-Archiv Berlin © Juliet Kepes-Stone Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

György Kepes: Ohne Titel (Eier und Faden auf Spiegel), 1942
Bauhaus-Archiv Berlin © Juliet Kepes-Stone
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Fotografieunterricht wurde Licht als eigener Werkstoff betrachtet. Renommierte Fotokünstler wie György Kepes, Nathan Lerner, Arthur Siegel, Harry Callahan und Aaron Siskind prägten als Lehrer Generationen von Fotografen. Schwerpunkt der Ausbildung waren experimentelle Herangehensweisen, die von Fotogrammen über verschiedenste Formen der Fotografie bis hin zum bewegten Bild reichten.

Charles Swedlund: Ohne Titel (Fotogramm eines Babys), 1957 Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung (Schenkung des Künstlers) © Charles Swedlund/Stephen Daiter Gallery, Chicago Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Charles Swedlund: Ohne Titel (Fotogramm eines Babys), 1957
Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung (Schenkung des Künstlers)
© Charles Swedlund/Stephen Daiter Gallery, Chicago
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung ist ein Projekt in Vorbereitung auf das 100. Bauhaus-Jubiläum 2019 und wird von der Kulturstiftung des Bundes und dem Land Berlin gefördert. Das Gebäude des Bauhaus-Archivs wird in den kommenden Jahren saniert und um einen Neubau erweitert. Aufgrund der bevorstehenden Bauarbeiten zieht das Bauhaus-Archiv im Frühjahr 2018 aus dem von Walter Gropius entworfenen Gebäude aus und findet im Schillertheater ein Interims-Domizil für Verwaltungs- und Depotflächen.

Aaron Siskind: Pleasures and Terrors of Levitation, 1961 Bauhaus-Archiv Berlin © Aaron Siskind Foundation Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Aaron Siskind: Pleasures and Terrors of Levitation, 1961
Bauhaus-Archiv Berlin © Aaron Siskind Foundation
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Mittelpunkt der Fotografieschau stehen die einzigartigen Bestände des Bauhaus-Archivs, die sowohl fotografische und filmische Arbeiten von Lehrern und Schülern als auch Publikationen und Dokumente aus den späten 1930er bis 1980er Jahren beinhalten.

Barbara Crane: People of the North Portal, 1970 Museum of Contemporary Photography Chicago © Barbara Crane Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Barbara Crane: People of the North Portal, 1970
Museum of Contemporary Photography Chicago © Barbara Crane
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ergänzend sind unabhängig entstandene, zeitgenössische Positionen aus Chicago zu sehen. Sie veranschaulichen exemplarisch die Verwandtschaft heutiger fotografischer Praxis zur Fotografie am Institute of Design, das zwar bis heute als Teil des Illinois Institute of Technology besteht, doch seit 2001 kein eigenständiges Fotografieprogramm mehr verfolgt.

Info:

15. November 2017 – 5. März 2018

New Bauhaus Chicago: Experiment Fotografie und Film

Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung
Klingelhöferstrasse 14
10785 Berlin
Deutschland

www.bauhaus.de

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A Tulip is a Tulip is a Tulip

Pascale Goldenberg und die Deutsch-Afghanische Initiative e.V. präsentieren im Landesbergbaumuseum Sulzburg ab dem 17. November 2017 die Ausstellung ‘A Tulip is a Tulip is a Tulip’.

Flyer

Flyer

Die Tulpe gibt der Ausstellung ihren Titel, denn sie steht für alles, was aus dem Orient übernommen wurde und heute im Okzident selbstverständlich ist. Die Ausstellung beinhaltet sowohl antike als auch zeitgenössische Stickereien: Traditionellen Suzanis aus Usbekistan stehen neue experimentelle, zeitgenössische Produktionen aus dem Stickprogramm des Vereins in Afghanistan gegenüber. Der Vergleich macht die seit 10 Jahren besonders positive Entwicklung der Stickereien aus Laghmani deutlich.

Info:

17. November 2017 – 11. Februar 2018

A Tulip is a Tulip is a Tulip

Landesbergbaumuseum Sulzburg
Ehemalige Kirche der Stadt Sulzburg
Hauptstrasse 60
79295 Sulzburg
Deutschland

www.sulzburg.de

Ausstellungseröffnung:
Fr, 17. November 2017, 19 Uhr

Führung:
Mi, 10. Januar 2018, 15 Uhr
mit Pascale Goldenberg

Flyer

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10 x Swiss Graphic Design. Vom Entwurf zum Druck

In Sachen Gestaltung und Typografie geniesst die Schweiz einen hervorragenden Ruf. In einer kleinen, feinen Ausstellung zeigt das Landesmuseum Zürich derzeit herausragende Vertreter des 20. Jahrhunderts und ihre Werke.

Plakat

Plakat

Paul Brühwiler, Georges Calame, Celestino Piatti oder Hans Tomamichel: Die Dichte an guten Grafikern ist in der Schweiz sehr hoch. Viele dieser kreativen Gestalter sind nicht nur gut, sondern auch vielseitig. Sie pendeln zwischen Kunst und Auftragsarbeiten hin und her, wechseln Stile und Formate und erfinden sich immer wieder neu. Die Ausstellung zeigt, wie aus Skizzen und Entwürfen …

Entwurfskizze für «BiC»-Plakat (um 1968) Mit BiC-Kugelschreiber gekritzelt. 10,5 x 14,9 cm. Offsetdruck auf Papier. Urheber: Ruedi Külling. Auftraggeber: Société Bic (suisse), Lugano Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Entwurfskizze für «BiC»-Plakat (um 1968)
Mit BiC-Kugelschreiber gekritzelt. 10,5 x 14,9 cm. Offsetdruck auf Papier.
Urheber: Ruedi Külling. Auftraggeber: Société Bic (suisse), Lugano
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… stilbildende Werke entstanden sind.

«BiC»-Plakat (um 1960) BiC mit neuer Kugel. 128 x 90,5 cm. Offsetdruck auf Papier. Urheber: Ruedi Külling. Auftraggeber: Société Bic (suisse), Lugano Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

«BiC»-Plakat (um 1960) BiC mit neuer Kugel.
128 x 90,5 cm. Offsetdruck auf Papier.
Urheber: Ruedi Külling. Auftraggeber: Société Bic (suisse), Lugano
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ein gutes Beispiel für die Flexibilität der Schweizer Grafiker ist Celestino Piatti. Der Zürcher mit Tessiner Wurzeln war vielseitig begabt. Von Briefmarken über Plakate bis zum Buchcover gestaltete er alles. Mit seinen Buchumschlägen prägte er das Erscheinungsbild des Deutschen Taschenbuch Verlags über Jahrzehnte. Auch Paul Brühwiler war in vielen Sparten aktiv. Der Luzerner wirkte nicht nur in der Schweiz, wo er sich vor allem mit seinen eindrucksvollen Plakaten für das Zürcher Filmpodium einen Namen gemacht hatte, sondern auch in den USA. Dort entwarf er etwa Plattencover für die Beach Boys und für Janis Joplin.

Filmplakat, eine Gérard-Philip-Retrospektive, Idol der 50er Jahre. 128 x 89,9 cm. Siebdruck/Serigraphie. Papier. Gestaltung: Paul Brühwiler ©1994. Auftraggeber: Filmpodium Zürich Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Filmplakat, eine Gérard-Philip-Retrospektive, Idol der 50er Jahre.
128 x 89,9 cm. Siebdruck/Serigraphie. Papier.
Gestaltung: Paul Brühwiler ©1994. Auftraggeber: Filmpodium Zürich
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Regionaler war Hans Tomamichels (1899 – 1984) Wirken. Mitte des letzten Jahrhunderts schuf er jedoch mit Knorrli …

Entwurf für «Knorr»-Plakat (um 1950-60) Knorrli mit gelber Suppenschüssel vor blauem Grund und Knorrli mit weisser Suppenschüssel vor grünem Grund. Tempera auf Papier. Urheber: Hans Tomamichel (1899 - 1984). Auftraggeber: Knorr Nährmittel AG. | Unilever Schweiz GmbH Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Entwurf für «Knorr»-Plakat (um 1950-60) Knorrli mit gelber Suppenschüssel vor blauem Grund und Knorrli mit weisser Suppenschüssel vor grünem Grund.
Tempera auf Papier.
Urheber: Hans Tomamichel. Auftraggeber: Knorr Nährmittel AG. | Unilever Schweiz GmbH
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… eine sympathische Werbefigur, die noch im 21. Jahrhundert …

Entwurf für «Knorritsch»-Inserat (um 1950) Hafer-Flöckli Knorritsch. Mit Knorr-Surrli. Anzeige für den Beobachter. 26 x 19,5 cm. Farbstiftzeichnung auf Papier. Urheber: Hans Tomamichel. Auftraggeber: Knorr Nährmittel AG | Unilever Schweiz GmbH Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Entwurf für «Knorritsch»-Inserat (um 1950) Hafer-Flöckli Knorritsch. Mit Knorr-Surrli. Anzeige für den Beobachter.
26 x 19,5 cm. Farbstiftzeichnung auf Papier.
Urheber: Hans Tomamichel. Auftraggeber: Knorr Nährmittel AG | Unilever Schweiz GmbH
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… einen festen Platz in der kollektiven Erinnerung von Herr und Frau Schweizer hat.

Entwurf für «Knorr»-Plakat (um 1955) Nimm's Knorrli mit!. 21 x 29,7 cm. Farbstiftzeichnung auf Papier. Urheber: Hans Tomamichel. Auftraggeber: Knorr Nährmittel AG | Unilever Schweiz GmbH Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Entwurf für «Knorr»-Plakat (um 1955) Nimm’s Knorrli mit!.
21 x 29,7 cm. Farbstiftzeichnung auf Papier.
Urheber: Hans Tomamichel. Auftraggeber: Knorr Nährmittel AG | Unilever Schweiz GmbH
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden. Die Ausstellung ’10 x Swiss Graphic Design. Vom Entwurf zum Druck’ setzt ihren Fokus daher auf das 20. Jahrhundert. Eine Folgeausstellung ist nicht ausgeschlossen …

Info:

27. Oktober 2017 – 7. Januar 2018

10 x Swiss Graphic Design. Vom Entwurf zum Druck

Schweizerisches Nationalmuseum
Landesmuseum Zürich
Museumstrasse 2
8001 Zürich
Schweiz

www.nationalmuseum.ch

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Messen und Märkte

Es nähert sich wie jedes Jahr die Zeit der Messen und Märkte. Gelegenheit, um schöne, kunsthandwerklich angefertigte Dinge anzuschauen und zu erwerben – damit sich beispielsweise Weihnachten nicht wieder so plötzlich einstellt und vielleicht die eine oder andere Geschenkfrage schon gelöst ist. Hier eine Auswahl:

4. – 5. November 2017

Kunst Hand Werk
Markt für schöne Dinge

Zeche Zollern
Grubenweg 5
44388 Dortmund
Dortmund
Deutschland

www.lwl.org

Sa: 12 – 18 Uhr
So: 11 – 18 Uhr

Der Eintritt kostet an beiden Tagen 1 Euro

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4. – 5. November 2017

Ideen und Objekte 2017
Feines Design aus dem Handwerk

Gut Rosenberg
Horbacher Strasse 319
52072 Aachen
Deutschland

www.ideen-objekte.de

Sa, So: 11 – 18 Uhr

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4. – 5. November 2017

Glasmarkt
Kunst | Design | Schmuck

Glashütte Gernheim
Gernheim 12
32469 Petershagen
Deutschland

www.lwl.org

Sa, So: 10 – 18 Uhr

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5. November 2017

Herbstbasar der Herzkissen-Aktion Karlsruhe
Hermann-Jung-Haus
Graf-Rhena-Strasse 20a
76137 Karlsruhe
Deutschland

www.st-nikolaus-ka.de

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9. – 12. November 2017

The Knitting & Stitching Show

RDS
Simmonscourt Road
Ballsbridge
Dublin 4
Irland

www.theknittingandstitchingshow.com

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10. – 12. November 2017

Markt der Völker
Asien Afrika Amerika

Dezernat 16
Alte Feuerwache
Emil-Maier-Strasse 16
69115 Heidelberg
Deutschland

www.dezernat16.de

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11. – 12. November 2017

handmade

RuhrCongress Bochum
Stadionring 20
44791 Bochum
Deutschland

www.handmade-messe.info

Sa: 10 – 18 Uhr
So: 10 – 17 Uhr

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23. – 25. November 2017

Handwerk en Quiltdagen

De Beursfabriek
Symfonielaan 5
3438 EW Nieuwegein
Niederlande

www.handwerkenquiltdagen.nl

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23. – 26. November 2017

The Knitting & Stitching Show

Harrogate International Centre
Kings Road
Harrogate
HG1 5LA
England

www.theknittingandstitchingshow.com

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24. – 25. November 2017

Textilmarkt im tim

tim | Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg
Augsburger Kammgarnspinnerei (AKS)
Provinostrasse 46
86153 Augsburg
Deutschland

www.timbayern.de

Eintritt frei

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28. November – 3. Dezember 2017

Adventsmarkt
in der Weberei des TextilWerks

TextilWerk Bocholt
Uhlandstrasse 50
46397 Bocholt
Deutschland

www.lwl.org

Di – So: 10 – 18 Uhr

Freier Eintritt

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Ausschreibung:

Pascale Goldenberg und DAI: Keep Your Eye on the Planet

Pascale Goldenberg, Initiatorin und Betreuerin des Stickprogramms der DAI, bat die afghanischen Stickerinnen im Jahr 2016 Augen zu sticken. Die Stickereien in Augenform kann man auf Messen oder über die Website www.guldusi.com erwerben.

Handgestickt von Bibigul Foto freundlicherweise von Pascale Goldenberg zur Verfügung gestellt

Handgestickt von Bibigul
Foto freundlicherweise von Pascale Goldenberg zur Verfügung gestellt

Um am Wettbewerb teilzunehmen, muss mindestens ein gesticktes Auge aus Afghanistan in eine nach eigenem Entwurf zu fertigende künstlerische Textilarbeit in der Grösse von 60 x 60 cm zum Thema ‘Keep Your Eye on the Planet’ integriert werden.

Handgestickt von Lomja Foto freundlicherweise von Pascale Goldenberg zur Verfügung gestellt

Handgestickt von Lomja
Foto freundlicherweise von Pascale Goldenberg zur Verfügung gestellt

Die vielfältigen Aspekte des Themas – sowohl menschlich als auch ökologisch – sollen dabei berücksichtigt werden. Alle textilen Techniken sind zugelassen und es können auch nicht-textile Materialien hinzugefügt werden.

Handgestickt von Rubina Foto freundlicherweise von Pascale Goldenberg zur Verfügung gestellt

Handgestickt von Rubina
Foto freundlicherweise von Pascale Goldenberg zur Verfügung gestellt

Das Projekt ist für jeden aus der EU und der Schweiz offen.

Erste Präsentation der Wanderausstellung: September 2018 in Ste Marie-aux-Mines, Frankreich, im Rahmen des 24. Europäischen Patchwork Meetings.

Bewerbungsfrist: 30. Juni 2018

Ausschreibungsunterlagen

www.guldusi.com

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Zum 2. Teil der Ausstellungstipps November 2017 geht es hier:

https://blog.bernina.com/de/2017/11/ausstellungstipps-november-2017-2-teil/

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Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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