Kreative Artikel zum Thema Quilten

L’aiguille en fête 2014

Der schnelle TGV rauscht durch die Lande und macht seinem Namen “Hochgeschwindigkeitszug” alle Ehre: Karlsruhe Hbf. – Paris Gare de l’Est in drei Stunden. Nur eine weitere halbe Stunde mit der Métro bis zum anderen Ende von Paris …

… und schon entsteigt man der Unterwelt an der Porte de Versailles, wo sich das Ausstellungsgelände direkt vis-à-vis der Métrostation befindet. Fast sind wir am Ziel unserer Wünsche angelangt: L’aiguille en fête – wir kommen!

Das Konzept dieses jährlich und bereits zum zehnten Mal stattfindenden Events ist vergleichbar mit dem der NADELWELT, dem Main-Quiltfestival oder auch mit dem Prague Patchwork Meeting: Händler, mit einem breit gefächerten, umfassenden und auf alle Arten von “Nadelarbeit” ausgerichteten Angebot …

…  in Kombination mit Kursen und internationalen Ausstellungen – und wie sich zeigte, Ausstellungen vom Feinsten. Letztere waren für mich von besonderem Interesse, weshalb ich mich schnurstracks – so schnell dies an Massen von Besuchern (insgesamt sollen es über 42 000 gewesen sein!) vorbei möglich war – quer durch die Halle in den Ausstellungsbereich begab.

Auf dem Plan oben ist dieser Bereich in der rechten unteren Ecke eingezeichnet. Zuerst traf ich auf die Ausstellung der …

Manchester School of Art. Dieser britische Ehrengast des Salons ist Teil der Manchester Metropolitan University, blickt auf eine hervorragende 175-jährige Tradition im Bereich Art und Design zurück und ist heutzutage führend in der Ausbildung. Für mich das Highlight der Ausstellungen!

Exponate von Dozenten, wie Dr. Nigel Hurlstone, Alice Kettle, Jane McKeating, Lesley Mitchison oder Kate Egan, wurden zusammen mit den Arbeiten von ungefähr 80 Studierenden präsentiert. Zweifelsohne der Blickfänger: “What pleasure” von Nigel Hurlstone – 11 etwa lebensgrosse Bildnisse von Männern darstellend. Ausgangspunkt waren Fotos, die stark vergrössert auf textile Untergründe gedruckt und dann, wie Nigel Hurlstone mir erklärte, diverse Male mit verschiedenen Garnen mit Hilfe einer alten BERNINA übernäht und überstickt wurden.

Die Fotos nahm der homosexuelle Amateurfotograf Montague Glover zwischen 1918 und den 1950er Jahren auf, der dazu Männer wie Models einkleidete und in immer gleicher Weise ablichtete – eine Darstellung seines Sexlebens, ein Fetischist beim Spielen. In Nigel Hurlstones auf Stoff gedruckten Vergrösserungen, dicht an dicht gehängt, dicht an dicht übernäht, sind die Bilder jedoch kein Souvenir von sexuellen Begegnungen mehr. Das Panorama bereitet eine Bühne für die sich anbahnenden schrecklichen Ereignisse, die die Welt erschüttern werden und steht in eigenartigem Kontrast zur Verspieltheit der Sujets. Diese Bilder ziehen den Blick an und stossen ihn gleichzeitig wieder ab und werfen die Frage auf, was Freude ist und wo und wann sie lokalisiert sein könnte.

Nigel Hurlstone: What Pleasure (im Hintergrund)

Nigel Hurlstone: What Pleasure, Detail

Dr. Nigel Hurlstone vor dem Werk von Alice Kettle: Odyssey II

Jane McKeating: Red (re)

Jane McKeating: From Copper to Orange

Lesley Mitchison: Swayback (li) und Bustle (re) – auf den Podesten

Lesley Mitchison: Bustle, Detail

Oben im Bild: Ein Teil der Arbeiten von Studenten der Manchester School of Art, die aufzeigen, was die Studierenden während ihrer Ausbildung lernen, ich zitiere Nigel Hurlstone: “How to sew”. Selbstverständlich hat man nicht nur eine Haushaltsnähmaschine zur Verfügung, sondern ein ganze Auswahl und Anzahl spezieller Maschinen, wie sie in der Industrie eingesetzt werden. Selbstverständlich kommen nahezu alle Arten von Materialien zur An- und Verwendung. Selbstverständlich beinhaltet das Studium auch eine Ausbildung in Art und Design. Selbstverständlich werden die digitalen Möglichkeiten und Techniken, die z.B. durch den Einsatz von Computern generiert werden, genutzt und mit den herkömmlichen Methoden verschmolzen. Was für ein faszinierender Einblick!

Bei näherem Hinsehen lässt der obige Lageplan die Vorstellung zu, dass es viele verschiedene und auch verschieden grosse Ausstellungen zu sehen gab. 28 Ausstellungen ingesamt. Nicht überall durfte fotografiert werden, nicht alles konnte man einfangen. Setzen wir also einfach mal den Rundgang fort – weiterhin viel Spass!

Michèle Forest zeigte an ihrem Verkaufsstand Schmuck aus eigener Werkstatt. Bei den Colliers stand vor allem Leder im Mittelpunkt, das in zahlreichen Variationen zusammen mit anderen Materialien verarbeitet und auf Kleiderbügeln präsentiert wurde. Originell!

Françoise Tellier-Loumagne zeigte hochinteressante Gestaltungen – ganz so, wie wir es aus ihren kreativ-inspirierenden Büchern (zu meinen Rezensionen) kennen – aber live und in Farbe!

Agnès Sebyleau – stets in der Nähe ihrer Ausstellung von ausschliesslich gehäkelten Objekten, in der Hand die Häkelnadel in Aktion … seit drei Jahren verhäkelt sie Bindfaden und es entstanden unzählige organisch geformte Werke.

Seidenkimonos aus Japan, La collection Haruko Watanabe – präsentiert von Shukoku Voss-Tabe und L’Association Amitiés Tissées

 

2010 gründete die Künstlerin Paty Vilo die Gruppe “Fiber Art Fever!“. Die etwa 50 Textilschaffenden arbeiten begeistert mit Mut, Poesie, Humor und grosser Freiheit und stellen seither bei nationalen und internationalen Events aus. Im Durchgang zu ihrem Ausstellungsbereich bei l’aiguille en fête tummeln sich zum Auftakt rundherum, also auch an den Wänden und der Decke, die teilweise lebensgrossen Figuren von Anne Bothuon:

Anne Bothuon: Nez dans les nuages

Was der Meissel für den Bildhauer darstellt, ist der Faden für Anne Bothuon: Eingefädelt in grosse Nadeln, zieht sie zusammen, wölbt die Schichten, höhlt aus, formt aus Chiffon und Lagen von Watte und Gaze die textile Skulptur. Die Fäden, die sich über den Körpern kreuzen, erinnern an die Blutgefässe, das Netz der Adern und Venen, das unter der Haut durchscheint.

Im Hintergrund sind hier die gewebten Tapisserien von Emöke zu sehen.

Emilie Chaix: Sculptures organiques

Fragil und doch wieder kraftvoll zugleich tanzen die Skulpuren über den Köpfen der Besucher.

 

Seit nahezu 30 Jahren beschäftigt sich die französische Textilkünstlerin Cosabeth Parriaud mit Patchwork und dem, was rundherum dazugehört.

Inzwischen hat sie die Methoden verfeinert und einen unverkennbaren persönlichen Stil entwickelt. Die Themen Farbe, Transparenz und Integration von fotografischen Eindrücken auf Stoff herrschen vor.

Cosabeth Parriauds Arbeiten, die man aus hochklassigen Ausstellungen, wie beispielsweise der Quilt Triennale kennt, reisten auf einer Erfolgswelle rund um die Welt.

 

Geeta Khandelwal arbeitet mit indischen Webereien, Färbereien und Stoffherstellern zusammen.

Godharis of Maharashtra aus der Sammlung von Geeta Khandelwal

Sie sammelte in der Region Maharashtra, wo Frauen aus alten Stoffen mit der Hand, ohne Schere oder Metermass ausserordentliche Quilts nähen, diese sog. Godharis, um sie international auszustellen. Ein tolles Recycling!

Godharis of Maharashtra aus der Sammlung von Geeta Khandelwal

 

Sophie Morin und Alessandra Celesia gründeten Le Collectif Brodeuses 19, einen Zusammenschluss von Handstickerinnen aus Italien, Polen, Schweden, Argentinien, Spanien, Frankreich und Irland. Ihre Verschiedenheit ist ihre Stärke. Sie experimentieren, jede auf ihre eigene Weise, und kreieren das Unerwartete – alle mit den Mitteln der Handstickerei.

Ausstellung von Le Collectif Brodeuses 19, die ein kleines Atelier installiert hatten. Die Besucher konnten den Stickerinnen bei der Arbeit über die Schulter schauen.

 

Ciao Daniela e Marco! Es gibt immer ein grosses Hallo, wenn wir uns wieder mal irgendwo bei einem Textil-Event treffen:

DAMSS: Daniela Arnoldi & Marco Sarzi-Sartori (I), die ich in meinem Bericht über das Patchwork Treffen 2013 in Ste Marie-aux-Mines schon vorgestellt habe, zeigten ihre Ausstellung “Textile fusions” mit den beeindruckenden Arbeiten …

… auch das 8 Meter lange “Letzte Abendmahl” (im Bild oben eine Detailaufnahme), in buchstäblich neuem Licht. Es ist schon immer wieder erstaunlich, wie die gleiche Ausstellung in anderer Umgebung zur Geltung kommt.

Blick in die Ausstellung “Mining a Golden Seam” von Mitgliedern der Embroiderers’ Guild (UK)

Die Embroiderers’ Guild, die englische Stickgilde, wurde 1906 gegründet, hat sich seither ein hohes Ansehen erworben und ist in zahlreiche regionale Untergruppen gegliedert. Aus dem Nordosten Englands, einer früheren Kohlebergbauregion, kommen die 80 Künstlerinnen, die sich von der Interpretation des Themas “Mining a Golden Seam” herausfordern liessen. Dazu muss man wissen, dass das englische Wort “seam” zwei Bedeutungen besitzt: einmal diejenige, die wir wahrscheinlich alle aus der Textilliteratur kennen, nämlich “Saum” und zum anderen bezeichnet “seam” im Bergbau eine Ader im Sinne einer Lagerstätte von Bodenschätzen, wie z.B. Kohle oder Gold. Und als wahre “Goldader” entpuppte sich diese Ausstellung zeitgenössischer, aber auch traditioneller Handstickereien, in der sich die Besucher drängten. Zu Recht, wie ich meine.

Eigentlich ist es kaum vorstellbar, dass schwer in der Dunkelheit unter Tage schuftende Bergarbeiter, die Kohle abbauten, die Inspiration zu solch exquisiten Stickereien geliefert haben und doch geschah genau dies. Dazu trug sicherlich bei, dass den Stickerinnen diese gefährliche frühere lokale Bergbauindustrie einfach vertraut ist. Gold besitzt andererseits eine besondere Anziehungskraft – das war die Gelegenheit, um opulent und spektakulär zu sticken.

Deborah Cooper: Golden Strata 2, Detail

An diesem Projekt nahmen auch einige Young Embroiderers, also Jugendliche unter 18 Jahren teil, die die englische Stickgilde mit ihrer Nachwuchsarbeit fördert.

Marilyn Cain: Poetry, An Inspirational Golden Seam, Detail

Jean Wells: Goldrush, Detail

Jane Rodgers: Le jardin de melodie

 

Nach meinem ausführlichen Gespräch mit der netten Dame aus Durham über ihre Mining a Golden Seam-Ausstellung und Gott und die Welt, blieb ich eine Ecke weiter gleich wieder hängen, nämlich am Stand von France Patchwork. Monique, die Chefredakteurin der vereinseigenen Zeitschrift “Les Nouvelles”, ist ja immer auf dem Laufenden …

Die Französische Patchwork Gilde zeigte verschiedene Ausstellungen, die auch schon in Ste Marie-aux-Mines zu sehen waren, aber trotzdem wieder einen Blick wert sind. Irgendwie entdeckt man doch immer wieder Neues – man muss sich die Exponate nur noch mal gönnen!

“Les Quilts de Légende” – der Wettbewerb von France Patchwork lud heutige Quilterinnen zu Nachbildungen alter Quilts ein.

 

Eine sehr poetische Ausstellung präsentierte Handska. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit Kleidung. “Das Kleid ist wie eine zweite Haut, wie ein Vermittler zwischen dem, was innen und dem, was aussen ist. Es erzählt intime Geschichten.”

Handska: Les liens, 2 x 2 m, 2012 – 2014 (Mitte)
Besticktes Tuch und Stoffbänder, hervorgegangen aus der Kleidung von ungefähr fünfzig Personen, die mit Handska in Verbindung stehen.

Handska: Robe filiale, 2013 (hinten) Leintuch, Haare der Künstlerin und ihrer Tochter, Leinenfasern

Handska, die Künstlerin (li) bei der Arbeit. Im Hintergrund: Secret Garden, 2014, antike Unterhosen und gefärbte Gaze

 

Die erste Ausstellung der Ergebnisse des Wettbewerbs „Aus der Küche“ wurde bei L’aiguille en fête gezeigt.

Das von Pascale Goldenberg betreute Ausstellungsprojekt „Aus der Küche: Gefäße, Behälter, Utensilien“ schafft mit einem Thema, das für beide Kulturbereiche steht, eine Verbindung von Europa nach Afghanistan. Afghanische Stickerinnen hatten die Möglichkeit, auf Rohlingen zu sticken, die in Europa nach bestimmten Vorgaben gestaltet wurden. Nachdem die Stickereien wieder zurück in Europa waren, bekamen die Teilnehmer ihre Arbeiten, ergänzt durch die afghanische Stickerei, zurück und stellten diese dann fertig.

Näheres und die weiteren Ausstellungstermine dieser ausserordentlich interessanten und abwechslungsreichen Wanderausstellung findet man auf der Website www.guldusi.com

 

Skulpturen, die auf den ersten Blick anmuten, als seien sie aus Keramik oder Metall bei einer Textilausstellung? Aber nein. Nadine Vergues hat bereits vor Jahren ein Material für sich entdeckt: Industriefilz. Und eine Verarbeitungstechnik entwickelt …

Dieser aus Recyclingmaterial bestehende Filz wird mit der Hitze eines Lötkolbens nicht nur geschnitten. Unter der Hitzeeinwirkung verformt und verdreht er sich, wird nach dem Abkühlen hart und nimmt eigenartige Formen an. Zuerst also zerschnitten, danach entstehen unter Nadine Vergues Händen Tausende von kleinen Zellen, die zusammenwachsen und geheimnisvolle faszinierende Figuren entstehen lassen.

Blick in die Ausstellung von Nadine Vergues

 

Caroline Regnaut ist eine erfahrene Näherin und Strickerin. Sie schreibt auch und hat bereits zwei Bücher herausgebracht. Sie hat es verstanden, ihre Leidenschaften unter einen Hut zu bringen: Ihre aus Krawatten bestehenden textilen Bilder korrespondieren mit ihren Gedichten und Texten.

Krawatten in unterschiedlichen Längen und Formen, gestrickt, genäht, aus Seide, Wolle, Kunstfasern, Leder – Caroline Regnaut tut sich keinen Zwang an. Sogar die Bandagen einer Mumie (im Hintergrund: “La Momie”) können aus Krawatten bestehen!

Sie versteht ihre Werke als Hommage an die Männer, die sie ausgewählt und getragen haben, als Hommage an die Frauen, die sie verschenkten, als Hommage an die Designer, die sie entwarfen und als Hommage an die Handwerker, die sie fertigten. Die Krawatte ist also kein modisches Accessoire mehr, sondern zu einem Symbol geworden.

So entstehen neben bildhaften, figurativen Darstellungen auch ungegenständliche, abstrakte mit eigener Poesie.

 

Gegenüber gewährt das Mutter-Tochter-Duo Marion & Sylvie Breton Einblicke in ihr Atelier “ID Textile“, einer Art Ideenlabor für textile Werke verschiedenster Art. Hier überschneiden sich Angewandte und Bildende Kunst, Hand-made und neue Technologien. Neben einer Videoinstallation (Projekt Artisanal-Digital), die wie die ineinander übergehenden Muster beim Blick durch ein sich drehendes Kaleidoskop wirkt, wird eine Sammlung alter Nähmaschinen präsentiert oder Materialien wird ein zweites Leben verliehen.

ID-Textiles: Blick durch …

… “Les Lustres Plumes”

Für ihr Projekt “PATCH'” konnten Textilbegeisterte eine Arbeit im Format 20 cm x 20 cm einsenden – es entstand eine Wanderausstellung, die aufgrund ihrer grossen Resonanz noch fortgesetzt wird.

Befreundete Textilschaffende wurden eingladen, um an “PATCH'” teilzunehmen:

Miriam Medrez

Muriel Baumgartner

Rebecca Campeau

 

Anne-Valérie Dupond präsentiert ihre Welt textiler Objekte und Bilder. Hier sitzt sie unter einer Art Trophäensammlung verschiedenster Tierköpfe, die aus ehemaligen Röcken, Kleidern … entstanden sind und eine dekorative Funktion haben.

Anne-Valérie Dupond verarbeitet Baumwolle, Seide, Samt, Tüll – alles, was im Abfall gelandet wäre …

… wäre es ihr nicht in die Hände gefallen. Marmorbüsten bedeutender Männer in Textil neben sich lasziv räkelnder Frauenkörper – sie stellt die Konventionen in Frage.

 

“Ich nähe Stücke der Geschichte wieder zusammen und nehme vergangene Risse wieder auf” – fröhlich warnt Pascale Drivière den Besucher nach ihrem Gutdünken und benennt ebenso bescheiden ihre Website “petits riens” (“kleine Nichtse”). Aber dieses persönliche Statement trifft es nicht wirklich.

Pascale Drivière zeichnet mit der Handsticknadel, und zwar virtuos. Wer solche Portraits stickt, verfügt über zeichnerische Kompetenz und Finesse im Gebrauch der Sticknadel.

Die Künstlerin sammelt abhanden gekommene Erinnerungsfragmente und spürt längst Vergessenem nach. Grundlage können getragene Wäsche- oder Kleidungsstücke oder auch Knöpfe sein, aber auch alte Fotografien. Sie benutzt sie gleich einem Palimpsest: Sie “schabt” Ursprüngliches ab und verleiht den Stücken durch ihre Stickereien und durch neue Kompositionen andere, neue Bedeutungen.

Eine Fülle von Eindrücken – und ich zeige nicht mal alles – nur einige Beispiele für die Vielfalt, die hier in dieser gesamten Ausstellung geboten wurde. Jean-Charles Durand wählt sorgfältig und mit Sachverstand aus, gibt auch “Randerscheinungen” eine Chance. Was er ausstellen möchte, ist handverlesen. Wie man sieht, besteht keine Konzentration auf eine bestimmte textile Spielart, auf einen “Mainstream”, sondern es geht in eine ausserordentliche Breite, ein Spektrum von verschiedenen künstlerischen Annäherungen entfaltete sich. Dies bekommt man wahrlich nicht überall geboten. Ich bin voller Inspirationen und begeistert! Nochmals 1000 Dank für die Einladung!

Eine Reise nach Paris lohnt sich eigentlich immer. Die Stadt hat nicht nur den Eiffelturm oder den Louvre, sondern für jeden etwas zu bieten. Das gilt ganz besonders, wenn ein Event wie L’aiguille en fête stattfindet – im kommenden Jahr ist das vom 12. – 15. Februar 2015 an gleicher Stelle wieder der Fall. Meine Empfehlung gilt …

***

Info:

L’aiguille en fête
Le salon international des arts du fil
Parc des expositions – Porte de Versailles
Paris (France)

www.aiguille-en-fete.com

Fotos: © Dr. Wolfgang, Gudrun und Valerie Heinz mit freundlicher Erlaubnis des Veranstalters und der Künstler

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Kommentare zu diesem Artikel

16 Responses

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  • Sheila Craig

    Thank you for such a beautiful report on this show, especially the fantastic photographs of the NE Embroiderers’ Guild exhibition, Mining a Golden Seam

  • Jutta Hellbach

    liebe gudrun,
    du triffst den nagel auf den kopf. es ist wünschenswert, als künstler seiner kunst raum und einen rahmen zu geben. wenn dieser dann zugleich “erklärend” sein könnte, wäre es noch besser. ein rundumpaket für den betrachter sozusagen. stimmung ein- und auffangen, darin eintauchen, verweilen, nochmals die exponate betrachten, verbindungen in details knüpfen können. verharren und geniessen.
    und nicht wie so oft stück für stück ablaufen und einfach nur konsumieren.
    ebenfalls wüsste so manch ein fotografierwütiger besucher dann wohl kaum, wo er mit dem knipsen anfangen sollte und würde es dann vielleicht gleich ganz sein lassen….. aber das ist ein anderes thema.

    sonnige grüsse, frisch vom bodensee getankt (kleine auszeit für ein paar stunden)
    jutta

  • Gudrun Heinz

    halli hallo,
    nochmals herzlichen dank für das tolle echo hier!

    liebe jutta, ich bin sehr froh, dass endlich mal jemand anderes auf das thema ‘präsentation’ zu sprechen kommt und nicht nur immer ich darauf herum hacke 🙂

    endlich mal eine tolle beleuchtung!! endlich mal nicht nur stellwandreihen in labyrinth-form. ich habe den eindruck, dass hier nicht unbedingt verschwenderisch mit dem platz usw. umgegangen worden ist, aber es erscheint hinsichtlich form und farbe sowie ausstattung der jeweiligen ‘galerie’ individuell angepasst. also alles andere als schema f. so würde man es sich doch wünschen, wenn man selbst dort ausstellen könnte 🙂

    beste grüsse
    gudrun

  • Jutta Hellbach

    Liebe Gudrun,
    diesen Bericht habe ich nun, bei der zweiten Tasse Kaffee des Tages bereits zum sechsten Mal, seit der Veröffentlichung angesehen und entdecke immer noch Neues. Du überschüttest uns Leserinnen mit so wunderbaren Eindrücken und Erklärungen, dass man sie sich am besten Häppchenweise zuführt und auf der Zunge zergehen lässt.
    Was mir am besten gefällt kann ich diesesmal gar nicht sagen. Doch finde ich es bei dieser Pariser Ausstellung immer wieder aufs Neue beeindruckend, wie stark die Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit der Materialien und Techniken sind.
    Die Präsentationen gefallen mir sehr, sie strahlen insgesamt einfach ein Stück “Gelassenheit” “laissez-faire” aus – typisch französisch eben. Das ist wohl dieses kleine Detail, dass die Aiguille en fete so extravagant macht.
    Danke für diese immense Arbeit – ich sah dich immer und immer wieder über Stunden im Backend an diesem Artikel sitzen und kann nun die Worte deines Mannes gut nachvollziehen :-).
    Herzliche Grüsse,
    Jutta

  • Ewa Stieglauer

    Vielen Dank für den Bericht, in diesem Jahr konnte ich an der Veranstaltung nicht teil nehmen, aber ich kann jedem sie ans Herz legen. Jedes Jahr gibt es einen anderen Schwerpunkt in Sachen Ausstellung wie zB. Spitze, Kostüme etc. und ein wahrer Paradies fürs Shoppen , Nochmals vielen Dank und liebe Grüsse .

  • Wolfgang Eibisch

    Ich weiß nicht, was am tollsten ist. Die Ernte eines Besuchstages?
    Die hochwertige Fotokamera in guten Händen? Der exzellente Text a la GH? Die familiäre Kooperation nach der Reise?
    Ihr seid ein tolles Team. Ich glaube, dass diese Jahr weit mehr Blogberichte von Euch kommen werden! Wir können jetzt schon Spannung aufbauen. Aber heute erst einmal Danke!

  • Gudrun Heinz

    halli hallo,
    vielen dank!

    mir macht es viel spass, events zu besuchen, dort mit leuten zu reden, zu fotografieren und dann einen bericht zu verfassen. es ist meine art der nachbereitung, es verankert sich in meiner erinnerung dadurch auch intensiver. und, das wichtigste, die textilkunst (im ganz allgemeinen sinn) führt ein dasein, das sich mehr oder weniger unter insidern abspielt, also für die öffentlichkeit sich im schatten befindet – da möchte ich mithelfen, dies etwas breiter bekannt zu machen. dass ich damit gleichzeitig den insidern bilder und informationen liefere, ist doch klasse! so haben diejenigen etwas davon, die den event nicht besuchen konnten oder sich nochmals erinnern möchten und auch diejenigen, die künftige besuche planen. ich sags doch immer, ein ding hat nicht nur eine seite!

    ich danke BERNINA für die möglichkeit, über den blog an die öffentlichkeit zu gehen. und daher erlaube ich mir, auch ausstellungstipps zu geben, die nicht ausgesprochen in die rubrik “quilten, nähen, sticken” fallen, dies fällt dann unter “inspiration und ideenanregung” und ist der verzahnung von textiler kunst mit der bildenden kunst geschuldet. honi soit qui mal y pense.

    beste grüsse
    gudrun

  • Wiebke Maschitzki

    Siehst Du, liebe Gudrun !
    Bei meinem 2. Rundgang eben, bevor ich an die Nähmaschine gehe, entdecke ich vieles neu. Die Trophäen aus alter Kleidung – herrlich !!
    Liebe Grüße
    Wiebke

  • Regina L

    Hallo Frau Heinz, vielen herzlichen Dank, dass Sie uns wieder so tolle Ansichten eingefangen haben und uns teilhaben lassen an diesem Ereignis. Ich finde es mehr als lobenswert, wenn sich jemand die viele Mühe macht, um denjenigen, die nicht zu solchen Ausstellungen fahren können, den Blick auf die Exponate zu zeigen. Nochmals vielen herzlichen Dank. Viele Grüße von Regina L.

  • Luitgard

    Hallo Gudrun,

    wunderbare Arbeiten – einfach Klasse – ich bin begeistert und danke für Deinen Bericht und die Fotos – wie immer!

    Ich war letztes Jahr dort – und ich denke, nächsts Jahr wär’s für mich (und meinen Mann) auch wieder an der Zeit, Paris zu besuchen.

    Bis denne – Luitgard

  • Gudrun Heinz

    halli hallo,
    ihr lieben,
    habt alle herzlichen dank für das nette feedback.
    ich war grad so schön im schwung, dass ich gleich den nächsten beitrag verfasst habe, der hoffentlich morgen mittag – high noon – hier erscheint (so habe ichs geplant). also bitte nochmals reinschauen!
    bis zum nächsten mal
    die besten grüsse
    gudrun

  • monika

    Liebe Gudrun,
    DANKE für den Bericht, so anschaulich und umfangreich – all die Details, super!
    Gut, dass Du Dir die Arbeit machst, das tröstet ein bisschen, wenn ein eigener Besuch nicht drin war.
    LG
    monika

  • Annette

    Hallo Gudrun,
    Dankeschön für Deinen umfangreichen Bericht!
    Die Damen mit der Nase in (oder über?) den Wolken sehen auf Euren Fotos überhaupt nicht fragil aus, ganz im Gegenteil. Sehr interessant!
    Liebe Grüße Annette.

  • Wiebke Maschitzki

    Liebe Gudrun !
    Einmalig !! Was Du uns hier zeigst!!!
    Ich kann mir in etwa vorstellen, wie lange es gedauert hat, diesen Bericht zu schreiben.
    Und dankbar lese ich diesen Bericht — sicher häufiger, denn beim 1. Mal bekommt man längst nicht alles mit. Wir können die Runden so oft drehen, wie wir wollen – phantastisch !!
    Ganz, ganz herzlichen Dank für Deine Mühe.
    Liebe Grüße
    Wiebke

  • Wolfgang Heinz

    Textilkunst zum Träumen und Genießen, hier im Blog ohne die drängenden Besucher, und dazu noch mit Details, die ich leider vor Ort gar nicht wahrgenommen habe, liebe Gudrun, vielen Dank für den Bericht. Jetzt kann ich auch nachvollziehen, warum bei uns in den letzten Tagen so viele Kataloge um Deinen Arbeitsplatz lagen. Deine fundierten Informationen zu vielen Ausstellungen und die tolle Präsentation der Ausstellungen vor Ort fügen sich in dem Bericht zu einem nacherlebbaren “Event” zusammen.

    Paris war (ist) eine Reise wert.

    • Brigitte

      Liebe Gudrun,

      erstmal vielen Dank für den tollen Bericht!
      Könntest Du Ankündigungen solcher Events in deinen Newsletter aufnehmen?
      Ich finde toll, dass endlich mal das Thema ‘Präsentation’ diskutiert wird. Seit meinen ersten Ausstellungsbeteiligungen habe ich mich oft über die Präsentation der Arbeiten “gewundert”.
      Sicher gibt es oft Probleme, nicht alle Räumlichkeiten sind für Ausstellungen geeignet, aber mit Fantasie ließe sich meist etwas verbessern.
      Wenn wir unsere Arbeiten als Kunst verstehen wollen, müssen wir sie so auch präsentieren .

      Liebe Grüße
      Brigitte

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