Kreative Artikel zum Thema Nähen

Geschickt eingefädelt – Interview mit Ella Mara

Morgen ist Fernsehtag! Nicht lange nach der am Samstag von Gudrun Heinz empfohlenen Sendung, die ab 15.30 Uhr im 3. Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wird, heisst es um 20.15 Uhr bei VOX wieder “Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?” Um Euch die Wartezeit zu verkürzen, haben wir ein Interview mit der Teilnehmerin Ella Steinmann geführt.

Kandidatin Ella Steinmann

Ella Steinmann ist Kandidatin bei “Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?“ . Bild: ©VOX/ Andreas Friese

Kandidatin Ella Steinmann

Das Nähen hat sich Ella selbst beigebracht. Bild: ©VOX/ Andreas Friese

Ella ist verheiratet, Mutter einer zweijährigen Tochter, Studentin der Philosophie und Religionswissenschaft. Das Nähen hat sie sich selbst beigebracht, nachdem sie zum Geburtstag eine Nähmaschine bekommen hat. In den bisherigen Folgen ist sie als Frohnatur augefallen, die auch unter Zeitdruck munter, mutig und kreativ drauflosschneidert. Als Ella Mara führt sie einen bekannten Nähblog, in dem sie über ihr Hobby und über ihre Erlebnisse beim Fernsehen berichtet.

Liebe Ella, Glückwunsch zur Teilnahme an „Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?“ und zum bisher sehr erfolgreichen Abschneiden. Wie lief das Casting ab? Wer war dabei, was wurde geprüft/gefragt? Wann hast Du erfahren, dass Du mit von der Partie bist?

Beim Casting musste ein Bleistiftrock genäht werden. In der Anleitung waren einige Handnähte vorgesehen und man sollte mit konstrastfarbenem Garn nähen. So was würde ich zuhause niemals tun. Zum Glück sollte man auch Kleidungsstücke mitbringen und präsentieren. Die Entscheidung hat dann ziemlich lange gedauert. Geduld sollte man beim Fernsehen so ganz generell mitbringen.

Du nähst viele Kleider. Hast Du vor den Aufnahmen andere Techniken/Kleidungsstücke eingeübt?

Ich war mir ganz sicher, dass eine Hose kommen wird. Also habe ich einen Übertritt mit Reißverschluss geübt, denn das hatte ich vorher noch nie gemacht. Stattdessen kam eine Jogginghose, mit deren Schnitt ich trotz drittem Platz nicht wirklich warm geworden bin.

Mit welchem Ziel und welchen Erwartungen bist Du an die Aufnahmen gegangen?

Mein strategisches Ziel war es, in der Technik-Aufgabe Inge und in der kreativ-Aufgabe Anke zu überzeugen. Aber viel wichtiger als das war es mir selbst, zufrieden mit meinem Ergebnis zu sein. Denn wenn ich zufrieden bin, ist die teilweise harte Kritik viel besser zu verkraften. Seine eigenen Sachen schön zu finden und sich nicht zu sehr an der Meinung anderer zu orientieren, ist nicht nur in dieser Sendung wichtig.

Wie war das Zusammensein mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Sendung? Bestand Konkurrenzkampf?

Wir Kandidaten haben uns von Anfang an sehr gut miteinander verstanden. Wir haben direkt gemerkt, dass hier Menschen zusammenkommen, die die gleiche Leidenschaft teilen. Wir haben uns auch abends nach Drehschluss immer noch über Schnittmuster, Stoffe und Verarbeitungstechniken unterhalten. Jeder wollte seine persönliche Bestleistung abliefern, aber niemand hat den anderen etwas Schlechtes gewünscht.

Wie hast Du die Juroren erlebt? Waren sie streng oder locker? Konntest Du einen guten Draht zu ihnen entwickeln?

Inge ist zwar streng, aber gleichzeitig sehr herzlich. Man kann eine Menge von ihr lernen. Anke hat super viele Ideen und inspiriert mich persönlich mit ihren bunten Outfits total. Guido ist einfach genau so sympathisch, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt. Er hat absolut keine Star-Allüren, ist sehr professionell und hat immer eine lustige Geschichte zu erzählen. Ich hatte zu jedem Juror einen ganz eigenen Draht und bin froh, sie kennengelernt zu haben.

Wie war das Drumherum wie Hotel, Essen, Freizeit? Was ist hinter den Kulissen gelaufen?

Wir Kandidaten haben zusammen in Berlin alle möglichen Stoffläden besucht und viele Späße gemacht. In einer Drehpause hat uns Inge von Hand rollieren beigebracht, das werde ich nie vergessen.

Wie hast Du die Aufnahmen zeitlich an Deinen übrigen Verpflichtungen vorbeigebracht?

Ich habe mir Urlaub genommen und viel Unterstützung von meiner Familie bekommen, um genug Zeit für die Vorbereitungen und die Drehtage zu haben.

Zu den Sendungen, die bereits erschienen sind: Kannst Du für uns kurz zusammenfassen, wie diese für Dich liefen, was Deine Highlights waren und was ist Dir weniger gut geglückt?

In Folge zwei habe ich eine Aufgabe gewonnen, denn ich habe offenbar die beste Bubikragen-Bluse genäht. Céline und ich lagen aber sehr nah beieinander. Ich war sicher, dass sie gewinnt, und habe mich sehr gefreut, als es anders kam. Dafür ist es am Tag danach nicht so gut gelaufen, mein Spitzentop kam bei Anke nicht gut an. Aber ich fand und finde es schön, und das war mir wichtig.

In der dritten Folge habe ich mit meiner Jogginghose den dritten Platz gemacht, obwohl sie mir nicht besonders gut gefiel. Das lag aber am Schnitt, mit dem ich einfach nicht warm geworden bin. Dafür hat mir die Upcycling-Aufgabe besonders gut gefallen. Ich habe ein rotes Pailettenkleid mit Jeans-Rücken genäht. Ich finde mein Kleid sehr schön, und die Kritik der Jury ist auch recht gut ausgefallen.

Wir vermuten mal, dass Du auch ein Fan der Sendung „The Great British Sewing Bee“ bist. Was gefällt Dir an dieser Sendung besonders gut? Wie siehst Du die deutsche Version im Vergleich dazu?

GBSB ist super. Ich finde schön, dass die Sendung so freundlich ist und alle Kandidaten mit ihren Eigenheiten so positiv dargestellt werden. Ich freue mich, dass dies in bei Geschickt eingefädelt ähnlich ist.

Wenn wir davon ausgehen würden, dass nächstes Jahr eine zweite Staffel ausgestrahlt wird: Welche Tipps gibst Du den Leserinnen und Lesern, die teilnehmen möchten, fürs Casting und den Dreh mit auf den Weg?

Man sollte nicht unterschätzen, wie anders es ist, plötzlich in einer ganz anderen Umgebung und unter Zeitdruck zu nähen. Generell ist es wichtig, geduldig zu sein, und es kann auch nicht schaden, Zeit gut einschätzen zu können. Mir fällt das sehr schwer.

Unabhängig von der Sendung „Geschickt eingefädelt“: Wie willst Du dich als Näherin und Nähbloggerin weiterentwickeln?

Ich will auf jeden Fall weiterhin meine komplette Kleidung selber nähen. Momentan habe ich einige Jacken und Mäntel geplant. Mit der Zeit steigen sowohl Ansprüche als auch Möglichkeiten. Ich möchte mich weiterentwickeln, andere mit meiner Nählust anstecken und vielleicht auch inspirieren.

Was müssen wir tun, dass bei der nächsten Staffel BERNINA Maschinen eingesetzt werden? 🙂

Da müsst ihr wohl die Produktion fragen und nicht mich 🙂

Bild: ©VOX/ Andreas Friese

Bild: ©VOX/ Andreas Friese

Wir drücken Ella Mara die Daumen für alle kommenden Folgen und Nähprojekte!

 

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Kommentare zu diesem Artikel

3 Antworten

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  • Patricia

    Tolles Interview! Ich habe die Sendung auch begeistert verfolgt. Zuvor bin ich von Burdastyle angeschrieben worden, ob sie meinen Kontakt an die Produktionsfirma von “Geschickt eingefädelt” weitergeben dürfen. Aus zeitlichen und familiären (2 kleine Kinder) Gründen konnte ich mich jedoch nicht bewerben. Als dann die Sendung ausgestrahlt wurde habe ich zu meinem Mann gesagt: ” Siehst Du, da hätte ich gar nicht mitmachen können, ich nähe nur mit BERNINA!” Das wäre doch mal was, wenn die Produktion auf BERNINA umsteigen würde. Liebe Ella, Du hast das ganz toll gemacht! Hut ab!

    LG Patricia

  • Flisvos2007

    Grüß Gott,
    es war schön, Ella beim Nähen als Frohnatur zuzusehen
    und das Kleid dafür – das mit den tollen bunten Vögeln –
    spricht für sich!
    Ihre Ideen sind Klasse und mir hat es das letzte Up-
    Cycling-Projekt mit nur einem Ärmel, welchen man auch
    lässig über den Hals werfen kann, besonders angetan!
    Allerdings “kapiere” ich nicht so ganz, wie das funktioniert
    und wie ich das ohne Schnitt hinbekomme. Da wünsche
    ich mir Unterstützung und hoffe, hier helfende, weil schrei-
    bende, Hände zu finden.
    Vielen Dank schon mal und nette Grüße!

  • minette

    Mit Bernina Maschinen gäbe es jedenfalls keine Probleme beim Nähen von Jeans und beim Overlocken wäre keine “Leiter” zu sehen…

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