Kreative Artikel zum Thema Nähen

Geschickt eingefädelt – Interview mit Florian Lange

Heute Abend um 20.15 Uhr erscheint bei VOX die nächste Folge von “Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?”. Nur noch vier Kandidaten kämpfen ums Weiterkommen: Ella, Céline, Florian und Tobias. Morgen wartet eine besondere Herausforderung: Die Halbfinalisten müssen Lingerie aus Seide schneidern. Wir sind gespannt, wer das heikle Material meistert und es ins Finale schafft.

Zu den BERNINA Fans unter den Kandidaten zählt neben Ella Mara, mit der wir hier schon ein Interview publiziert haben, auch Florian Lange, ein 24-jähriger Näh-Autodidakt. Als “HerrSchneider” näht er vor allem Mode aus den 50er- und 60er-Jahren, hinreissende Petticoat-Kleider, Tellerröcke, Bleistiftröcke und Blusen mit Bubikragen. Wir haben uns mit ihm unterhalten.

Bild: ©VOX/ Andreas Friese

Interview mit “Mr. Schneider” Florian Lange

Lieber Florian, Glückwunsch zur Teilnahme an „Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?“ und zum bisher sehr erfolgreichen Abschneiden. Wie bist Du auf die Idee gekommen, an der Sendung teilzunehmen?

Ich wurde von der Produktionsfirma angeschrieben. Sie sind auf meine Internetseite aufmerksam geworden. Das klang alles sehr interessant, und ich dachte mir: Okay, darauf hab ich Lust!

Wie lief das Casting ab?

Im Winter war ein Casting in Berlin. Dort bin ich erstmal vier Stunden zu spät gekommen. Das fand die Produktionsfirma aber gar nicht schlimm, da sie schon befürchtet hatten, dass ich gar nicht mehr komme. Ich wurde total liebevoll begrüßt und fühlte mich gleich wohl. Ich musste ein Interview geben und einen Rock in einer vorgegebenen Zeit nähen, dabei wurde ich gefilmt. Es hat dann gar nicht mehr lange gedauert, und schon hatte ich die Zusage, worüber ich mich sehr gefreut habe! 🙂

Du nähst am liebsten Vintage-Damenkleider. Wie bist Du darauf gekommen? Was gefällt Dir an den 50er- und 60er-Jahren?

Ich mag den Schnitt der Kleider sehr – die Betonung der Taille! Und die Farben: Pastell, aber auch kräftige Farben. Außerdem gibt es viele tolle Menschen, die das auch heute noch tragen.

Hast Du vor den Aufnahmen andere Techniken/Kleidungsstücke eingeübt?

Nein, gar nicht, nur einen Ärmelschlitz habe ich geübt, sonst nichts. Ich dachte, ich lass es auf mich zukommen .

Mit welchem Ziel und welchen Erwartungen bist Du an die Aufnahmen gegangen?

Ich wollte nur wissen, ob ich wirklich nähen kann, weil ich nie einen hatte, der mal gesagt hat: Mensch, das ist ja super toll, was du machst! Und um zu zeigen, dass wir Jungs auch was können an der Nähmaschine!

Wie war das Zusammensein mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Sendung? Bestand Konkurrenzkampf?

Das Zusammensein mit den Kandidaten war fabelhaft! Wir sind ab der ersten Minute alle miteinander klar gekommen! Ich hatte, ehrlich gesagt, Angst vor Zickereien oder ähnlichem, aber das war Gott sei Dank nicht so! Wir haben alle noch Kontakt zueinander, und selbst zur Einweihung meines Ateliers war ein Teil der Gruppe da, das war ein wunderschöner Tag!

Wie hast Du die Juroren erlebt? Waren sie streng oder locker? Konntest Du einen guten Draht zu ihnen entwickeln?

Zu Guido: Er ist so, wie man sich ihn vorstellt. Ich kann das auch anders gar nicht sagen: ein toller Mensch, eben Guido. Der auch seinen eigenen Style hat.

Anke ist süß, wir haben nach wie vor Kontakt. Wenn ich Hilfe brauche, schreibe ich ihr einfach. Sie macht so schöne Sachen!

Inge ist mein größtes Vorbild. Sie ist zwar streng, aber ein absolut herzlicher Mensch. Ich würde gern eine Ausbildung bei ihr machen. Wir schicken uns immer Whatsapp-Sprachnachrichten, das ist total witzig. Sie ist immer da, wenn was ist. Das ist sensationell.

Bild: ©VOX/ Andreas Friese

Wie hat Dein Umfeld auf Deine Teilnahme reagiert, welche Feedbacks hast Du von Bekannten und Verwandten erhalten?

Mein größter Fan, die Mutti, hat sich natürlich besonders gefreut! Selbstverständlich fanden es Freunde und Bekannte auch toll, dass ich mit dabei bin.

In welchem Rahmen verfolgst Du die Ausstrahlung, alleine zuhause oder mit Freunden?

Zuhause mit Freunden und Familie!

Wie hast Du die Aufnahmen zeitlich an Deinen übrigen Verpflichtungen vorbeigebracht?

Das ging super gut! Ich bin damit ganz gut klar gekommen.

Zu den Sendungen, die bereits erschienen sind: Kannst Du für uns kurz zusammenfassen, wie diese für Dich liefen, was Deine Highlights waren und was Dir weniger gut geglückt ist?

Mein absolutes Highlight war natürlich mein Petticoat-Kleid mit dem Schwalbenmotiv aus der zweiten Folge. Hingegen lief es für mich bekanntlich nicht so gut mit der Jogginghose. Diese mochte ich gar nicht!

Schaust Du auch „The Great British Sewing Bee“? Wenn ja, was gefällt Dir an dieser Sendung?

Ehrlich gesagt: Nein, ich kannte das Format überhaupt nicht. Aber ich hab im Nachhinein mal reingeschaut. Das ist alles sehr schön gemacht, besonders die Location!

Wenn wir davon ausgehen, dass nächstes Jahr eine zweite Staffel ausgestrahlt wird: Welche Tipps gibst Du den Leserinnen und Lesern, die teilnehmen möchten, fürs Casting und den Dreh mit auf den Weg?

Einfach sein Ding machen, die Tipps der Juroren aufnehmen und genau zuhören! Und: sich selber treu bleiben! Das hab ich ja auch gemacht mit meinen Tellerröcken. 🙂

Unabhängig von der Sendung „Geschickt eingefädelt“: Wie willst Du Dich als Näher privat und beruflich weiterentwickeln?

Ich möchte gern Schnittmuster, Stoffe und Zubehör vertreiben für Petticoat-Kleider sowie ein Kreativheft. Einen Laden fände ich auch schön. Dazu fehlt mir leider das Kapital. Dennoch denke ich, dass das gut läuft in Brandenburg, da es sowas hier nicht gibt. Mein Vermieter bot mir sogar den Laden bei mir im Haus an. Natürlich bleibe ich auch bei meinen Kleidern und werde kleine und limitierte Kollektionen rausbringen. Eine davon ist in Arbeit. Die wird sensationell! Vielleicht auch Nähkurse für 50er-Jahre-Kleider.

Du bist ein Bühnentalent, machst Auftritte als Mireille Mathieu bei einer Schlagerrevue – gibt es da einen Zusammenhang zum Nähen?

Haha, naja, eine Schneiderin war eben zu teuer für maßangefertigte und detailgetreue Kostüme, darum mache ich das ganz einfach selber.

Du nähst mit BERNINA. Wie bist Du auf uns/zu uns gekommen und was magst Du besonders an BERNINA?

Ich mag das Schnurren der Maschine, wie ein Kätzchen. Ich hatte ja vorher andere Nähmaschinen, aber da gab es immer Probleme, mal konnte die eine Knopflöcher besser, mal konnte die andere den Reissverschluss schöner einnähen. Bei BERNINA stimmt alles. Man merkt, dass man da etwas sehr Hochwertiges vor sich stehen hat! Ich kann es jedem nur empfehlen. Außerdem ist der Service durch den Fachhändlerin meinem Fall ist das der nähParksehr aufmerksam und kompetent.

Was müssen wir tun, dass bei der nächsten Staffel BERNINA Maschinen eingesetzt werden? 🙂

Ich hatte ja ein bisschen gehofft, dass wir Eure Maschinen bekommen für die TV-Show … Ich hätte es mir gewünscht. Da müsst Ihr wohl einfach mal die Produktionsfirma fragen.

Wir drücken Florian die Daumen für alle kommenden Folgen und Nähprojekte!

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Kommentare zu diesem Artikel

2 Antworten

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  • maryann

    Hallo Florian,
    es freut mich für Dich, daß Du soweit gekommen bist in der Nähsendung. Deine Kleider auf Deiner Seite sind wunderschön. Und ich finde es toll, daß Du Brandenburg so gut vertreten hast.
    Dann weiterhin viel Erfolg und viel Spaß,
    liebe Grüße
    maryann

  • Birgit Berndt

    Hallo Florian,
    gerade am vergangenen Sonntag kam ein Interwiev mit Guido Maria Kretschmer im NDR Radio MV. War interessant, es ging auch um die Sendung. Die Kleider sind wunderschön, nicht nur der Schnitt, sondern auch die Stoffe. Viel Glück weiterhin.
    Herzlich
    Birgit Berndt

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