Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps Dezember 2018

Soft? Tactile Dialogues

Noch bis zum 24. Februar 2019 präsentiert das MoMu die Ausstellung ‘SOFT? Tactile Dialogues’, allerdings, da das Museum selbst momentan wegen Renovierungsarbeiten verübergehend geschlossen ist, im Maurice Verbaet Center in Antwerpen (Belgien).

‘SOFT? Tactile Dialogues’
© MoMu Antwerp
Foto: Ian Segal, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zum ersten Mal widmet sich das Museum damit nicht seinem bisher eigentlichen Thema, der Mode, sondern stellt textile Kunst in den Mittelpunkt einer Sonderausstellung. Werke aus der eigenen Sammlung belgischer Textilkünstler*innen aus den 70er und 80er Jahren treten …

Ausstellungsansicht ‘SOFT? Tactile Dialogues’
© MoMu Antwerp
Foto: Ian Segal, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… in einen inspirierenden Dialog mit denen zeitgenössischer Textilschaffenden, die sich frei ausdrücken. Die Architektur des Maurice Verbaet Centre aus den 1960er Jahren und das monumentale Treppenhaus bilden eine beeindruckende Kulisse für die Ausstellung.

Suzannah Olieux: Welvaart en verval, 1975
Foto: Vesna Faassen, © MoMu Antwerp
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In den 60er und 70er Jahren erlebte die textile Kunst eine Blüte: Ab 1962 fanden die ‘Biennales de la tapisserie’ in Lausanne (Schweiz) statt, die …

Edith Van Driessche: Use No Hooks, 1980-85
Foto: Vesna Faassen, © MoMu Antwerp
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… zu radikalen Erneuerungen in der Szene führten, sich zu wichtigen Marksteinen der Textilkunst entwickelten und es aus Sicht der Künstler*innen und der zahlreichen internationalen Besucher*innen bis heute geblieben sind (vgl. dazu meinen Bericht ‘Tapisseries Nomades’).

Tapta: Structure Torsadée, 1973
© MoMu Antwerp
Foto: Ian Segal, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In Belgien fanden damals z.B. Veerle Dupont, Suzannah Olieux, Hetty Van Boekhout, Liberta Ferket oder Edith Van Driessche ihren Weg zur künstlerischen Arbeit mit Textilien …

Veerle Dupont: Alruin, 1976
© MoMu Antwerp
Foto: Stany Dederen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… waren fasziniert von den ästhetischen Möglichkeiten, dem strukturellen Potenzial und der Ausdruckskraft dieses ‘weichen’ Materials.

Tapta: Horizon Flexibles, 1976
Collectie Verbaet
© MoMu Antwerp
Foto: Stany Dederen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung stellt diese Arbeiten vor. Sie stammen alle aus dem Sammlungsdepot des Antwerpener ModeMuseums, wo sie seit ihrem Eingang ungezeigt schlummerten.

Kati Heck: Schutzengel of Painting, 2015
© MoMu Antwerp
Foto: Ian Segal, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausnahme bilden zwei Werke der belgisch-polnischen Künstlerin Tapta, deren Arbeiten Teil der Sammlung von Verbaet ist, einer nach dem Krieg entstandenen Privatsammlung belgischer moderner Kunst.

Wiesi Will: Air Dancers, 2018
© MoMu Antwerp
Foto: Stany Dederen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In der Kunstwelt wird die künstlerische Verwendung von Textilien jedoch mit – zudem noch meist von Frauen ausgeführter – ‘Handarbeit’ oder ‘Dekoration’ abgetan, so dass die ‘Textile Kunst’ keine Anerkennung als Zweig der Bildenden Kunst fand.

Nel Aerts: Ontmaskerd Maske, edition of 20, 2017
© MoMu Antwerp
Foto: Stany Dederen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Wie sieht es heute aus? Immer noch sind es ‘Randerscheinungen’. Obwohl sich in den letzten Jahren …

Nel Aerts: Ontmaskerd Maske, edition of 20, 2017
Foto: © We Document Art, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… einige Museen dem Thema gewidmet haben, in Deutschland z.B. das Kunstmuseum Wolfsburg mit ‘Kunst und Textil’ (2013/14) oder aktuell die Tate Modern in London, die mit der Anni-Albers-Ausstellung auch einen Tribut an das Bauhaus zollt, das 2019 sein 100-jähriges Jubiläum feiert.

Installation Klaas Rommelaere
© MoMu Antwerp
Foto: Stany Dederen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zwar schaffen es Werke von zeitgenössischen Textilschaffenden in Museumsausstellungen, aber beispielsweise Art Quilts haben es hier schwer, sie haben mangels der immer noch fehlenden Anerkennung eher Seltenheitswert.

Klaas Rommelaere: Time Management, 2018
Foto: © Gallery Zink, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Um so erfreulicher ist es, dass das MoMu nun mit ‘Soft?’ die Arbeiten der ersten Generation aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt hat und …

Kati Heck: Dreimal Selbst mit Magier, 2016
© MoMu Antwerp
Foto: Stany Dederen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… sie im Dialog mit den Werken zeitgenössischer Künstler*innen wie Kati Heck, Nel Aerts, Anton Cotteleer, Sven ‘t Jolle, Klaas Rommelaere, Christoph Hefti, Stéphanie Baechler, Ermias Kifleyesus, Gommaar Gilliams, Wiesi Will und Kirstin Arndt präsentiert.

Christoph Hefti: Animal Mask, 2016
© MoMu Antwerp
Foto: Ian Segal, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Diese drücken sich unkompliziert und frei aus, nutzen Textilien oft in Kombination mit anderen Medien.

Installation Sven ‘t Jolle
© MoMu Antwerp
Foto: Ian Segal, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Vielleicht ein (weiterer) Schritt, um die Wahrnehmung in der Welt der Kunst zu verändern, denn …

Wiesi Will: Air Dancers, 2018
© MoMu Antwerp
Foto: Ian Segal, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… die Qualität eines Kunstwerks hat wenig mit Stil oder dem Medium zu tun, sondern mit künstlerischer Intention.

Anton Cotteleer: Proberen de goede ganzenhouder te zijn, 2012
© MoMu Antwerp
Foto: Stany Dederen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Info:

28. September 2018 — 24. Februar 2019

Soft? Tactile Dialogues

ModeMuseum im Maurice Verbaet Center
Mechelsesteenweg 64A
2018 Antwerpen
Belgien

www.momu.be
www.verbaet.com

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Anni Albers

Noch bis zum 27. Januar 2019 läuft die Ausstellung über die Weberin Anni Albers (1899–1994), die im Sommer 2018 bereits in Düsseldorf gezeigt wurde (hier geht’s zu meiner Ankündigung), in der Tate Modern in London – bevor 2019 das Bauhaus sein Jubiläum feiert.

Anni Albers in ihrem Studio im Black Mountain College, 1937
Fotografie von Helen M. Post, Courtesy Western Regional Archives, State Archives of North Carolina
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Es ist die erste grosse Retrospektive über das beeindruckende Werk einer aussergewöhnlichen Künstlerin, die in Grossbritannien präsentiert wird und zeigt ihre wichtigsten Werke aus bedeutenden Sammlungen aus den USA und Europa, die sie in erster Linie in der Technik des Webens geschaffen hat. Die Tate Modern würdigt mit dieser Ausstellung ausdrücklich eine textilschaffende Künstlerin, die einen entscheidenden Beitrag zu moderner Kunst und Design geleistet hat.

Anni Albers: Open Letter, 1958
Baumwolle, 57.8 x 60 cm
The Josef and Anni Albers Foundation, Bethany CT
© 2018 The Josef and Anni Albers Foundation/Artists Rights Society (ARS), New York/DACS, London
Foto: Tim Nighswander/Imaging4Art, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit über 350 Objekten, darunter wunderschöne kleine Studien, grosse Wandbehänge, Schmuck aus Alltagsdingen, Textilien für die Massenproduktion und Auftragsarbeiten, werden in dieser Ausstellung die vielen Aspekte von Albers Praxis beleuchtet, die das alte Handwerk des Handwebens mit der Sprache der modernen Kunst kombinierte. Selbst das Ausstellungsdesign ist von ihren Schriften inspiriert.

Ausstellungsansicht – ‘Anni Albers’
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Annelise Else Frieda Fleischmann, die zur Jahrhundertwende in Berlin geboren wurde, studierte in den 1920er Jahren am innovativen Bauhaus in Weimar und Dessau, wo Schlüsselfiguren der Moderne, wie Paul Klee, Wassily Kandinsky und auch ihr Ehemann Josef Albers lehrten. Obwohl das Bauhaus die Gleichstellung der Geschlechter anstrebte, wurden Frauen immer noch davon abgehalten, bestimmte Disziplinen, wie z.B. Malerei, zu erlernen. Albers begann standardmässig zu weben. Sie fand in Textilien ihre Ausdrucksmittel und widmete sich während des grössten Teils ihrer Karriere dem Weben. Die Ausstellung untersucht, wie traditionelle Handweberei in der lebendigen Weberei der Schule als moderne Kunst neu definiert wurde und zeigt auch Beispiele von Gunta Stölzl (1897-1983), der Leiterin der Bauhaus-Weberei.

Anni Albers: Halsschmuck, ca. 1940
Aluminium-Unterlegscheiben und rotes Ripsband, 844 x 12 mm
The Josef and Anni Albers Foundation, Bethany CT
© 2018 The Josef and Anni Albers Foundation / Artists Rights Society (ARS), New York/DACS, London
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

1933, als das Bauhaus durch das NS-Regime geschlossen wurde, verliess Albers Deutschland und emigrierte in die USA, wo sie am Black Mountain College über 15 Jahre lang unterrichtete.

Ausstellungsansicht – ‘Anni Albers’
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung konzentriert sich auch auf Albers wegweisende Texte, ‘On Designing’ (1959) und ‘On Weaving’ (1965), in denen sie die Geschichte des Webens als globales Phänomen reflektiert, das Tausende von Jahren zurückliegt und dennoch typisch modern ist. Sowohl in ihren Arbeiten als auch in ihren Schriften präsentiert sie eine erheblich erweiterte Geographie der modernen Kunst, die auf Quellen aus Afrika, Asien und Amerika basiert. In einer Reihe bemerkenswerter Leihgaben der Josef & Anni Albers Foundation werden auch Albers bahnbrechende Spätwerke wie ‘TR II’ (1970) und ‘Red Meander I’ (1969-70) gezeigt, die ihre ständige Entwicklung als äusserst originelle abstrakte Künstlerin zeigen, deren anhaltender Einfluss neue Generationen von Künstlern und Designern auf der ganzen Welt inspirierte.

Anni Albers: Six Prayers, 1966-1967
Baumwolle/Leinen, Bast/Silber, Lurex, 1861 x 2972 mm
The Jewish Museum, New York, Gift of the Albert A. List Family, JM
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Besucher sind eingeladen, Textilien von anderen Künstler*innen, beispielsweise von Lenore Tawney, Olga de Amaral oder Sheila Hicks anzusehen, die als Teil der ständigen Sammlung der Tate Modern (Beyond Craft, im Natalie Bell Building) bei freiem Eintritt bis Dezember 2018 gezeigt werden.

Ein Ausstellungskatalog ist erhältlich.

Info:

11. Oktober 2018 – 27. Januar 2019

Anni Albers

Tate Modern
Bankside
London SE1 9TG (UK)
England

www.tate.org.uk

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Wandlungen. Retrospektive – Perspektive

Anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens des Vereins Quiltkunst e.V. (1997 – 2017) initiierte Gisela Hafer die zweiteilige Ausstellung ‘Wandlungen. Retrospektive – Perspektive’, die, nach einer Schau in der Textilsammlung Max Berk in Heidelberg (hier meine Ankündigung) ab dem 16. Dezember 2018 in der Kunststation Kleinsassen (Rhön) zu sehen sein wird.

Birgit Reinken: sitzen, 1994/2017 (li), Gabi Mett: Die Decke des Märchenerzählers, 2009 (re)
Ausstellung ‘Wandlungen. Retrospektive – Perspektive’, Heidelberg 2017
Foto: Gudrun Heinz

Ich habe diese hochinteressante Ausstellung in Heidelberg gesehen, von der Vernissage mit freundlicher Erlaubnis des Museums und des Vereins Quiltkunst e.V. Fotos mitgebracht und möchte nun ein paar Eindrücke zeigen. Neugierig?

Rosemarie Graubner: Partner, Detail, 2001
Ausstellung ‘Wandlungen. Retrospektive – Perspektive’, Heidelberg 2017
Foto: Gudrun Heinz

In den beidem Ausstellungsteilen ‘Retrospektive’ und ‘Perspektive’ zeigt sich, wie Grenzen überschritten wurden.

Ursula Rauch: Voodoo, Detail, 2004
Ausstellung ‘Wandlungen. Retrospektive – Perspektive’, Heidelberg 2017
Foto: Gudrun Heinz

Aber können Textilien zur Kunst werden? Kann textile Kunst die Genregrenzen überschreiten, indem sie die funktionalen Kulturtechniken und das Gewebe zu ihrem Medium macht?

Jutta Kohlbeck: Haut(e) Couture, Detail, 2017
Ausstellung ‘Wandlungen. Retrospektive – Perspektive’, Heidelberg 2017
Foto: Gudrun Heinz

Im Teil ‘Retrospektive’ werden die Werke von 23 eingeladenen Künstlerinnen präsentiert, die den Weg des Quilts als Kunstform in den letzten 20 Jahren massgeblich beeinflusst haben. Sie sind – mit einer Ausnahme – mit Werken aus der Zeit vor 2010 vertreten.

Friederike Kohlhaußen: Folded 6, Detail, 1998
Ausstellung ‘Wandlungen. Retrospektive – Perspektive’, Heidelberg 2017
Foto: Gudrun Heinz

Neben Arbeiten, die die Bildfläche geometrisch strukturierten, entwickelten sich freie Gestaltungsweisen, in die biomorphe und erzählerische Elemente Eingang fanden. Selbst Nicht-Textiles wie Folien wurde schon früh benutzt.

Rosa Dames: In the Mood, Detail, 1992
Ausstellung ‘Wandlungen. Retrospektive – Perspektive’, Heidelberg 2017
Foto: Gudrun Heinz

Was hat sich seither getan, und welche ‘Perspektiven’ eröffnen sich dem Kunstquilt? Der Teil ‘Perspektive’, der als jurierter Wettbewerb ausgeschrieben worden war, widmet sich dieser Frage und 22 Arbeiten, die zumeist 2016/17 entstanden sind, beantworten sie.

Brigitte Kopp: Schwarzes Loch, Detail, 2017
Ausstellung ‘Wandlungen. Retrospektive – Perspektive’, Heidelberg 2017
Foto: Gudrun Heinz

Lassen sich überraschende neue Formen, Materialien und Inhalte finden, die die Konventionen sprengen oder das Medium neu interpretieren?

Judith Mundwiler: From the dark sky to the earth … into the deep ocean, Detail, 2016
Ausstellung ‘Wandlungen. Retrospektive – Perspektive’, Heidelberg 2017
Foto: Gudrun Heinz

Die Ausstellung zeigt mit den 44 ausgewählten Werken eindrucksvoll den Weg vom Quilt zum Bild bis zur Installation.

Gabi Mett: Magischer Raum, Detail, 2012-2017
Ausstellung ‘Wandlungen. Retrospektive – Perspektive’, Heidelberg 2017
Foto: Gudrun Heinz

Inwiefern die veränderte Erscheinung des Quilts ihm neue Aktualität und Bedeutung verleihen, diese Diskussion will die Ausstellung in der Kunststation Kleinsassen über die interessanten ‘Wandlungen’ anstossen.

Britta Ankenbauer: Weiter gehen, Detail, 2017
Ausstellung ‘Wandlungen. Retrospektive – Perspektive’, Heidelberg 2017
Foto: Gudrun Heinz

Zur Ausstellung ‘Wandlungen’ ist ein Katalog erschienen, 120 Seiten mit Texten und Fotografien zu allen 44 Arbeiten. Auch erhältlich beim Verein Quiltkunst e.V.

Katalog

Gleichzeitig lädt der Veranstalter noch zu zwei weiteren Ausstellungen ein: ‘Off Broadway’ zeigt Keramiken von Werner Gnegel und im Studio präsentiert Anne Catherine Frey ausgewählte Teile ihrer Kollektion von aus ihren handgewebten Stoffen gefertigten Unikaten wie Jacken, Röcke, Kostüme, feine Stolen und kuschelige Decken.

Ab dem 27. Januar 2019 ist hier die Ausstellung ‘Fadenlauf – Textil trifft Rennsport’ zu sehen.

Info:

16. Dezember 2018 – 3. März 2019

Wandlungen. Retrospektive – Perspektive

Kunststation Kleinsassen
36145 Hofbieber-Kleinsassen (Rhön)
An der Milseburg 2
Deutschland

www.kunststation-kleinsassen.de
www.quiltkunst-ev.de

Öffnungszeiten:
Di – So: 13 – 17 Uhr

Ausstellungseröffnung:
So, 16. Dezember 2018, 15 Uhr

Einladung

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HAUTNAH. Die Filmkostüme von Barbara Baum

Plakat

Das Kostümbild ist ein grundlegendes Gestaltungsmittel filmischer Welten. Es hilft dem Publikum, Räume und Zeiten einzuordnen. Es macht Wesenszüge von Charakteren sichtbar, zeigt ihren sozialen Status und innere Befindlichkeiten und erzeugt dadurch identifikatorische Nähe. Die Darsteller*innen unterstützt das Kostüm dabei, sich in die Figuren, die sie verkörpern, hineinzuversetzen.

Catherine Zeta-Jones am Set von KATHARINA DIE GROSSE (DE/US 1994-96, R: Marvin J. Chomsky). Deutsches Filminstitut & Filmmuseum / Archiv Barbara Baum.
Dauerleihgabe der Adolf und Luisa-Haeuser Stiftung für Kunst und Kulturpflege.
Foto: Barbara Baum, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Kostümstoff materialisiert Werte- und Wunschvorstellungen der Figuren: mal schützend und stärkend, mal fantastisch und überzeichnet, mal verbergend, (ver-)kleidend oder gar entblössend. Die oft auch historischen Stoffe bilden nicht nur einen visuellen Akzent innerhalb der Bildkomposition, sondern sorgen für Authentizität.

Kleid aus ROMY (DE 2009, R: Torsten C. Fischer)
Quelle: Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Foto: Thomas Lemnitzer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Barbara Baum ist eine der renommiertesten Kostümbildnerinnen Deutschlands. Sie hat ein besonderes Gespür für Stoffe, die nicht nur Arbeitsmaterial, sondern auch Inspirationsquelle sind. Davon zeugt ein Zitat: ‘Ich denke immer in Stoffen. Bei aussergewöhnlichen Stoffen bekomme ich sogar Gänsehaut. Die Entscheidung für diesen oder jenen ganz bestimmten Stoff ist für mich dann meist schon das halbe Kostüm’, soweit Barabara Baum, die seit fast 50 Jahren Kostüme für internationale und nationale Produktionen entwirft.

BERLIN ALEXANDERPLATZ. Figurine für ein leichtes weisses Kleid für Barbara Sukowa.
© Deutsches Filminstitut & Filmmuseum / Archiv Barbara Baum / Entwurf: Barbara Baum. Dauerleihgabe der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Besonders eng arbeitete sie mit Rainer Werner Fassbinder zusammen, unter anderem für ‘DIE EHE DER MARIA BRAUN’ (DE, 1978), ‘LILI MARLEEN’ (DE, 1980), ‘LOLA’ (DE, 1981) und ‘QUERELLE’ (DE, 1982). Ihr besonderes Gespür für historische Stoffe setzte sie auch in mehrteiligen, opulent ausgestatteten TV-Filmen wie ‘KATHARINA DIE GROSSE’ (DE/US, 1994–96) oder ‘BUDDENBROOKS’ (DE, 2007/08) um.

LOLA. Rainer Werner Fassbinder mit Barbara Baum während einer Drehpause.
© Rainer Werner Fassbinder Foundation
Foto: Karl-Heinz Vogelmann, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In ihrem langjährigen Schaffen kleidete Barbara Baum unter anderem Schauspielgrössen wie Meryl Streep, Catherine Zeta-Jones, Jeanne Moreau oder Burt Lancaster ein. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche nationale und internationale Preise, zuletzt 2015 die ‘Ehren-Lola’ beim Deutschen Filmpreis.

LOLA. Barbara Sukowa.
© Rainer Werner Fassbinder Foundation
Foto: Karl-Heinz Vogelmann, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt am Main würdigt den herausragenden Beitrag von Barbara Baum zur Kunst des Kostümbilds mit der Ausstellung ‘HAUTNAH’, die noch bis zum 10. März 2019 zu sehen ist.

LOLA. Figurine für ein Sommerkleid von Barbara Sukowa.
© Deutsches Filminstitut & Filmmuseum / Archiv Barbara Baum / Entwurf: Barbara Baum. Dauerleihgabe der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Eine Nachbildung ihres Ateliers empfängt die Besucher*innen in ihrer Werkstatt. Im Zentrum des Ausstellungsraums steht ein Ateliertisch. Hier spricht Barbara Baum über ihre Profession. Materialien aus ihrem Arbeitsarchiv wie Kostümauszüge, Kostümlisten und vieles mehr zeugen von der ersten, intensiven Auseinandersetzung mit den Drehbüchern.

Blick aus dem Atelier-Bereich auf Kostüme aus DAS GEISTERHAUS (BRD/DK/PT/US 1993, R: Bille August).
Quelle: Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Foto: Thomas Lemnitzer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Aus diesem Material erwachsen konkrete Ideen, die ins Stoffliche übersetzt und schliesslich ins Filmbild integriert werden. Budgetpläne, Rechnungen, Tagesdispositionen und Einkaufslisten sind Belege für die organisatorischen Anforderungen des Berufs. Besprechungsprotokolle, Korrespondenzen, Anproben- und Anschlussfotos zeigen die Einbettung des Kostümbildes in die anderen filmischen Gewerke.

LILI MARLEEN. Figurine für das Silberlamé-Auftrittskleid von Hanna Schygulla.
© Deutsches Filminstitut & Filmmuseum / Archiv Barbara Baum / Entwurf: Barbara Baum. Dauerleihgabe der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Über 50 originale Filmkostüme, Ergebnisse künstlerischen Einfallsreichtums, der Schneiderkunst und nicht zuletzt kalkulatorischer und organisatorischer Planungen, sind um den Atelierraum aufgestellt. Ausserhalb des filmischen Raums zeigen die Zeugnisse textiler Inszenierungskunst hier ihre eigenständige Präsenz. Die statische Präsentation erlaubt eine intensive Auseinandersetzung mit den Kostümen, die im musealen Raum zu dreidimensionalen Exponaten werden.

LILI MARLEEN. Hanna Schygulla.
© Deutsches Filminstitut & Filmmuseum / Archiv Barbara Baum
Dauerleihgabe der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege
Foto: Barbara Baum, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ihre Materialität ist benannt: Crêpe, Brokat, Duchesse, Gold- und Silberlamé, Musselin, Organdy, Samt, Satin, Seide, Spitze, Taft, Tüll, Tweed, Wolle. Stoffe, die das stete Streben von Barbara Baum nach höchster Qualität und dem ‘richtigen’ Material belegen. Da die Originalkostüme aus konservatorischen Gründen nicht berührt werden dürfen, ist ein Bereich eingerichtet, in dem 50 Muster solch hochwertiger Textilien angefasst und erspürt werden können.

Kostüm für Léa Bosco als Gerda Buddenbrook in BUDDENBROOKS (DE 2008, R: Heinrich Breloer).
Quelle: Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Foto: Thomas Lemnitzer, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘HAUTNAH’ ist auch eine Ausstellung ‘zum Anfassen’, die mit einem taktilen Ausstellungskonzept blinden und sehgeschädigten Menschen ein multisensorisches Erlebnis bietet. Kostümentwürfe wurden als taktile Grafiken in Reliefdruck übersetzt. Mit den Fingerspitzen lassen sich Form und Schnitt, Faltenwürfe oder Details wie Pailletten erspüren. Barbara Baums Anmerkungen für die Schneider*innen finden sich als Legende auch in Brailleschrift wieder. Eine originale Stoffprobe vermittelt die haptische Beschaffenheit des verwendeten Materials. Ergänzt wird die taktile Vermittlung durch Audiodeskription. Sie macht Ausstellungsraum und -inhalte über den Hörsinn zugänglich und lässt so mentale Bilder entstehen.

Taktile Station zum Silberlamékleid von LILI MARLEEN (BRD 1981, R: Rainer Werner Fassbinder).
Quelle: Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Foto: Frauke Haß, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Eine weitere, sinnliche Komponente stellen vollkommen neuartige, digitale Leinwände dar, die hinter den Originalkostümen positioniert sind. Sie zeigen die Symbiose von Körper und Filmkostüm im Bewegtbild. Die Montage collagiert frei, der Fokus liegt auf den Kostümen.

QUERELLE. Brad Davis.
© Deutsches Filminstitut & Filmmuseum / Archiv Barbara Baum
Dauerleihgabe der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege
Foto: Barbara Baum, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zur Ausstellung ist ein sehr gut gemachter informativer Katalog erhältlich. Basierend auf der Publikation ‘Film/Stoffe/Kostüme: Barbara Baum’, die 2015 die Ausstellung ‘Fassbinder – JETZT’ begleitete, entstand ein korrigierter, aktualisierter Begleitband zur Ausstellung ‘HAUTNAH. Die Filmkostüme von Barbara Baum’, der auch ins Englische übersetzt wurde.

DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS. Rosel Zech.
Quelle: Deutsches Filminstitut & Filmmuseum / Archiv Barbara Baum
© Rainer Werner Fassbinder Foundation
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung ‘HAUTNAH’ begleitet eine Kooperation mit dem Frankfurter DialogMuseum. Unter dem Titel ‘Get in touch’ erschuf man eine begehbare Stoffinstallation, durch die Barbara Baums Stimme den Weg durchs Dunkle, hinein in die Welt der Kostümbildnerin führt.

Im DialogMuseum können die Besucher*innen im Museumsraum des ‘Dialog im Dunkeln’ in Stoffen schwelgen und sich an die Schau im Deutschen Filmmuseum herantasten: ‘Get in Touch with Barbara Baum’ ist gewissermassen eine ‘Preview’, in der ihr Leitmotiv wörtlich genommen wurde: ‘Ich denke immer in Stoffen.’

Und wer bei ‘Get in Touch with Barbara Baum’ war, erhält einen Nachlass für den Eintritt zu ‘Hautnah. Die Filmkostüme von Barbara Baum’ im Filmmuseum.

Die Stoff-Installation ist nur im Rahmen einer 90-minütigen Spezialtour zu erleben. Eine Reservierung ist erforderlich. Das DialogMuseum ist nur noch bis 22. Dezember 2018 geöffnet.

Info:

23. Oktober 2018 – 10. März 2019

HAUTNAH. Die Filmkostüme von Barbara Baum

Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main
Deutschland

www.deutsches-filminstitut.de

Öffentliche Führungen:
jeden Samstag um 15 Uhr (im Ausstellungseintritt enthalten)

 

noch bis 22. Dezember 2018

DialogMuseum
Hanauer Landstrasse 145
60314 Frankfurt am Main
Deutschland

www.dialogmuseum.de

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Zwischen den Zeilen – Between the Lines
Hillu Liebelt – Tapisserien und Objekte
Jean Leyder – Guest Artist – Gravur und Malerei

Das einzige Textilmuseum im Nachbarland Luxemburg, die Alte Duchfabrik in Esch / Sauer, zeigt ab dem 1. Dezember 2018 die Ausstellung ‘Zwischen den Zeilen – Between the Lines’ mit Arbeiten von Hillu Liebelt (Tapisserien und Objekte) und – als Guest Artist – Jean Leyder (Gravur und Malerei).

Einladung
Jean Leyder: Mischtechnik auf Papier (li)
Hillu Liebelt: BEYOND THE HORIZON II, Tapisserie (re)

Hillu Liebelt wurde in Trier geboren, lebte 35 Jahre in London und übersiedelte 2015 nach Berlin. Sie spezialisiert sich vor allem auf fein gewebte Tapisserien, ein Medium mit einer jahrtausendealten Tradition, das sie in England entdeckte und lieben lernte.

Hillu Liebelt am Webstuhl mit ihrer Arbeit ‘RED CIRCLE’
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Daneben entstehen Installationen und Objekte aus unterschiedlichen Materialien.

Hillu Liebelt: Installation ‘DANCE’
Seidenkokons, Edelstahldraht, Travertin Höhe: 20 cm
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ihre Tapisserien werden oft als minimalistisch, ruhig, still und kontemplativ beschrieben. Der Rhythmus der Natur mit ihren wechselnden Jahreszeiten ist eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration.

Hillu Liebelt: ‘BEYOND THE HORIZON I’
Seide, Rayon, Baumwolle, 60 x 60 x 3 cm
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Kamera scheint dabei ein ständiger Begleiter zu sein, mit deren Hilfe sie die kleinsten Details festhält und wie in einer visuellen Bibliothek thematisch und formal katalogisiert.

Hillu Liebelt: ‘GROWING UP’
Baumwolle, Wolle, Edelstahl, Durchmesser pro Kugel 3 cm, 55 x 10 x 6 cm
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Sie arbeitet gern mit Wiederholungen, Varianten des gleichen Themas; es ergeben sich rhythmische Muster; eine formale Idee wird weiter entwickelt, das Potential eines Materials erforscht. Vor allem tauchen seit vielen Jahren immer wieder kreisförmige Gebilde auf.

Flyer

Auf der Suche nach Farbharmonien und linearer Balance begegnet sie Jean Leyder, Guest Artist dieser Ausstellung. Die Arbeiten des 1943 in Diekirch geborenen Künstlers sind geprägt von der Ausgewogenheit abstrakter symmetrischer Kompositionen.

Jean Leyder: Mischtechnik auf Papier
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Linie ist als Gestaltungselement allgegenwärtig, sie bringt Rhythmus und Ordnung, gibt Halt ohne einzuengen. Kräftige Farbkontraste neben subtilen Farbübergängen bringen Jean Leyders Bilder und Gravuren, besonders ab den 2010er Jahren, zum Leuchten.

Info:

1. Dezember 2018 – 24. Februar 2019

Zwischen den Zeilen – Between the Lines
Hillu Liebelt – Tapisserien und Objekte
Jean Leyder – Guest Artist – Gravur und Malerei

Alte Duchfabrik
Naturparkzentrum
15, route de Lultzhausen
9650 Esch sur Sûre
Luxembourg

www.naturpark-sure.lu

Öffnungszeiten:
täglich (ausser mittwochs): 10 – 12 und 14 – 17 Uhr
Sa, So, Feiertage: 14 – 17 Uhr

Vernissage:
Sa, 1. Dezember 2018, 15 Uhr

Webereikurs:
Kunst des Tapisseriewebens
Workshop mit Hillu Liebelt
23./24. Februar 2019

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Weil es Stoff ist
Textile Arbeiten von Elke Priess

Textiles Material spielt in den Arbeiten der Bremer Künstlerin Elke Prieß eine zentrale Rolle. Sie malt, druckt, klebt, näht und stickt auf gebrauchten Stoffen. Das Drunter und Drüber von Farben, Fäden und Stoffen durchzieht ihr Schaffen. Tücher schwingen durch den Raum, gestickte Köpfe versammeln sich an der Wand, bedruckte Decken umhüllen Bücher. Unter dem Titel ‘Weil es Stoff ist’ werden vom 15. Dezember 2018 – 10. Februar 2019 texile Arbeiten von Elke Prieß im Tuchmacher Museum Bramsche gezeigt.

Stickobjektaus der Serie ‘Tuch’
2017, Fotodruck, Stickerei, auf Baumwolle, Synthetikwatte, 25×35 cm
Foto: Elke Prieß, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Für Elke Prieß sind ihre Arbeiten immer eine Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung: ‘Im Übereinander und Nebeneinander verschiedener Techniken, versuche ich darzustellen, wie komplex Eindrücke sein können und was davon bleibt, wenn man darüber nachdenkt.’ Durch die Ausdruckskraft von Farben, Symbolen und Mustern reduziert sie komplexe Zusammenhänge. Eine weitere künstlerische Strategie ihrer Arbeiten sind vereinfachte, naive Darstellungen von Figuren und Alltagselementen sowie Zitate aus der Kulturgeschichte. ‘Dabei geht es mir immer um die Balance zwischen Abbild und reiner Form’, fasst Elke Prieß ihre künstlerischen Leitlinien zusammen.

Elke Prieß arbeitet bewusst mit Alltagstextilien wie Tisch-, Geschirr- oder Kopftüchern: ‘Die Stoffe und Textilien haben ihre eigene Geschichte und sind damit schon inhaltlicher Bestandteil meiner Arbeiten.’ Welche Stoffe Elke Prieß als künstlerisches Material aussucht, hängt auch von ihrer haptischen Qualität ab: ‘Die sinnliche Komponente, die Möglichkeit der Bewegung sind wichtige Kriterien für meine Entscheidung’, beschreibt sie ihre Motive. Sie experimentiert mit unterschiedlichen Techniken vom Hochdruck bis zur Mehlbatik. Durch das Übersticken und Aufpolstern werden ihre Motive auch dreidimensional.

Elke Prieß in selbstgedruckten Tüchern verschiedener Techniken
Foto: Michael Dörfler, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In den letzten Jahren hat sich Elke Prieß intensiv der künstlerischen Erforschung von Ornamenten gewidmet. Reisen in die Türkei, nach Usbekistan und den Iran führten sie zur islamischen Kunst. Von dort brachte sie Textilien und Druckstöcke mit, die sie zu weiteren Arbeiten inspirierten. Elke Prieß betrachtet alle ihre Tätigkeiten, ob mit dem Skizzenbuch unterwegs in fremden Ländern, bei der Schatzsuche auf Flohmärkten, als Kunstvermittlerin oder bei der Arbeit in ihrem Atelier auf dem alten Marschenhof nördlich von Bremen, als künstlerischen Prozess. Sie hat an der Hochschule für Kunst in Bremen studiert, lebt und arbeitet seit 1985 als freie Künstlerin und Kunstvermittlerin in Bremen und Nordholz-Spieka.

Die Ausstellung ‘Weil es Stoff ist – Textile Arbeiten von Elke Prieß’ wird am Freitag, 14. Dezember, um 19 Uhr im Beisein der Künstlerin in der Kornmühle des Tuchmacher Museums Bramsche eröffnet. In Bramsche werden unter anderem eine riesige Collage aus blau gemusterten Stoffen, eine Serie von Stickobjekten und vielschichtig bedruckte Tücher zu sehen sein.

Info:

15. Dezember 2018 – 10. Februar 2019

Weil es Stoff ist
Textile Arbeiten von Elke Priess

Tuchmacher Museum Bramsche
Mühlenort 6
49565 Bramsche
Deutschland

www.tuchmachermuseum.de

Ausstellungseröffnung:
Fr, 14. Dezember 2018, 19 Uhr

Einladung

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Die Erinnerung läuft rückwärts.
Helmut Hahn: Vom Bühnenbildner zum Textilkünstler

‘Der Künstler Helmut Hahn (1928 – 2017) war ein Genie der Vielseitigkeit und gleichzeitig sehr stringent in seinen Aussagen’, schreibt die Ausstellungskuratorin Verena Rangol im Katalog zur derzeitigen Ausstellung ‘Die Erinnerung läuft rückwärts’ des Kreismuseums Zons und fährt fort: ‘Er arbeitete geometrisch-abstrakt und doch figürlich-naturalistisch, er schuf grosse und minimalistische Werke, überwand verschiedene Materialien durch eigene Techniken und ersann Neuartiges. Hahn war Designer, Textilkünstler, Zeichner, Maler, Konstrukteur und Bühnenbildner zugleich. Bei der Beschäftigung mit dem Œuvre des so facettenreichen Künstlers heisst es achtsam sein und Parallelen erkennen. Die Ausstellung ‘Die Erinnerung läuft rückwärts’ macht genau dies und zeigt anhand des Frühwerks eine Werkentwicklung auf.’

Plakat

Seit 1989 bewahrt das Museum einen grossen Teil seines Œuvres – Wandbehänge, Zeichnungen, Aquarelle, Objektkästen, Perlbilder, Fotografien, Assemblagen, Collagen, Tapetenentwürfe, Papierfaltungen – in seiner Sammlung und präsentierte schon manches, manches sogar mehrfach. Anlässlich des 30-jährigen Sammlungsjubiläums wird nun ein Blick auf Hahns künstlerische Anfänge geworfen: Schon als Kind faszinierten ihn Bühne und Schauspiel, Kostüme sowie Szenenbilder. So ersann der Sohn einer Papierfabrikantenfamilie beispielsweise eigene Vorführungen mit Papiertheater-Figuren und erprobte sein schauspielerisches Talent im Familienkreis.

Kostümentwurf zu Shakespeares ‘Sommernachtstraum’: Elfe und Puck
Bleistift, Tinte und Collage auf Papier, 1951/52
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ende der 1940er bis Anfang der 1950er Jahre entstanden Bühnen- und Kostümentwürfe und viele der insgesamt 24 Entwürfe werden jetzt erstmalig präsentiert. Dass diese Entwürfe teilweise auch wirklich realisiert worden sind, zeigen Aufnahmen der Künstlerin Laura Bermbach aus dem Archiv der Stadt Mönchengladbach.

Kostümentwurf zu Shakespeares ‘Sommernachtstraum’: Rüpel
Bleistift, Tinte und Collage auf Papier, 1951/52
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ende der 1940er Jahre war Hahn als Praktikant sowie Bühnenassistent an den Städtischen Bühnen Mönchengladbach-Rheydt tätig, führte die berufliche Laufbahn hinter der Bühne jedoch nicht fort. Sein Werdegang sei kurvenreich, sagt Verena Rangol und stellt detailliert die verschiedenen Stationen und Begegnungen, z.B. an der Kunstakademie Düsseldorf, an der Textilingenieurschule Krefeld oder der Werkkunstschule Wuppertal dar. Später arbeitete Hahn als Fotokünstler bis er sich in den 1960er Jahren erneut umorientiert, als freier Künstler tätig wurde und schliesslich 1969/70 seinen Universitätsabschluss an der Kunstakademie Düsseldorf nachholte. Nun bestimmte die Beschäftigung mit der Textilkunst massgeblich sein Schaffen und er wurde zum Professor an der heutigen Hochschule Niederrheim im Fachbereich Textil berufen, wo er bis 1989 Dozent für Textildesign blieb.

Bühnenbildentwurf zu Shakespeares ‘Was ihr wollt’
Aquarell auf Papier, 1951
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die frühen Objekte werden in der Ausstellung jedoch nicht isoliert gezeigt, sondern geschickt mit circa 50 Werken aus späteren Schaffensperioden sowie unterschiedlichen Techniken kombiniert. Durch dieses Nebeneinander wird einerseits die kreative und künstlerische Entwicklung Hahns deutlich, der sich mit jedem vergehenden Jahrzehnt weiter von seinen künstlerischen Anfängen zu entfernen scheint, andererseits zeigt dies aber auch die besondere Kontinuität, die sich wie ein roter Faden durch sein Werk zieht.

Bühnenbildentwurf ohne Titel
Aquarell auf Papier, 1952
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Gesamtwerk des Anfang 2017 verstorbenen Künstlers lässt immer wieder Anklänge an die frühe Phase als Bühnenbildner erkennen, die in der Ausstellung dargestellt werden und so die Entwicklung des Künstlers Helmut Hahn zum Textildesigner aufzeigen.

Wandteppich ‘Kulissen’
Futterseide, Duchesse, Baumwollgarn, Rippenstramin, Nessel, 1988
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Neben ausgefallenen Kostümentwürfen erstellte Hahn moderne Bühnenszenarien für klassische Schauspiele wie z. B. für Shakespeares ‘Was ihr wollt’. Hier zeigt sich seine Begeisterung für das konstruierte Rastern, das Spiel mit Überlagerungen von Farbfeldern oder die kleinteilige Gliederung von Flächen. Es deutet sich schon die Richtung auf dem Weg zur eigenen Stilfindung an und ein Zukunftsblick auf das Schaffen des späteren Textiltextildesigners wird offenbar. Während die Kostüm- und Bühnenbilder noch figürlich sind, machen die Bühnenkulissen und Prospekte einen grossen Schritt in diese Richtung: Liniengeflechte, Strukturen und Geometrie bestimmen das Werk. Helmut Hahn bewegte sich nicht nur gekonnt zwischen Bühnenbildner und Textilkünstler, er verband beides und schuf einzigartige Kunstwerke.

Wandteppich ‘Le Mat – Der Narr’
Futterseide, Duchesse, Rippenstramin, Nessel, Vlies, Stramin, 1993
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung wird durch Installationen der Bühnenbildnerin Miriam Möller-Wieland ergänzt, die die Theaterentwürfe Hahns anschaulich und lebendig werden lassen. Zudem transformierte sie einen Kostümentwurf des Puck aus Shakespeares ‘Sommernachtstraum’ in Lebensgrösse und greift dabei Hahns gestalterisches Prinzip der Collage für die textile Gestaltung des Gewandes auf.

Wandteppich ‘Le Mat – Der Narr’, Detail
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Info:

31. Oktober – 23. Dezember 2018

Die Erinnerung läuft rückwärts.
Helmut Hahn: Vom Bühnenbildner zum Textilkünstler

Kreismuseum Zons
Kulturzentrum des Rhein-Kreises Neuss
Schlossstrasse 1
41541 Dormagen
Deutschland

www.rhein-kreis-neuss.de

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Farbe bekennen – Textile Eleganz in Teheran um 1900

Als der St. Galler Kaufmann Emil Alpiger 1896 nach mehr als 20 Jahren Tätigkeit in Persien nach Zürich zurückkehrte, befand sich unter seinem Gepäck eine Holztruhe voller persischer Kleidungsstücke und Textilien. Über Generationen, so erinnert sich der Urenkel Emil Alpigers, wurde dieser Schatz sorgsam von der Familie verwahrt. Jetzt, ein Jahrhundert später, stehen die kostbaren Stücke im Zentrum einer Ausstellung im Museum Rietberg in Zürich.

Wandbehang oder Decke (Ausschnitt)
Iran, Rasht, 1875–1895
Wollflanell, Seidengarn
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Als Emil Alpiger die Kleider, Stoffe, Wandbehänge und Stickereien auf dem Bazar erwarb, waren sie brandneu. Entsprechend frisch und satt sind ihre Farben. Die unerwartete Kombination verschiedener Stoffmuster ist inspirierend. All das versetzt uns unmittelbar nach Persien in das ausgehende 19. Jahrhundert. Eine Zeit, die wir sonst nur von schwarz-weissen Fotografien kennen.

‘Die schöne Perserin’
Antoin Sevruguin, um 1880–1895
Albuminabzug
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt
Mit seinen Aufnahmen prägte Antoin Sevruguin das Bild, das sich die Europäer von Persien und seinen Bewohnern machten. Das Bild der ‘schönen Perserin’ bediente die Erwartungen des europäischen Publikums: Für sie war der Orient weiblich, sinnlich und ein wenig anzüglich. So jedenfalls stellten sich französische Maler in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Haremsdamen vor. Entsprechend komponierte Antoin Sevruguin sein Bild: Halb liegend, halb aufgestützt posiert die junge Frau auf einem Orientteppich und blickt den Betrachter mit dunklen, geheimnisvollen Augen an.

Die Kleider und Textilien stehen aber für mehr als nur den Geschmack und die Farbenliebe einer anderen Zeit und Kultur. Sie erzählen von der industriellen Fabrikation in Europa, der Suche nach neuen Absatzmärkten und exotischen Produkten für eine verwöhnte Pariser, Londoner oder Zürcher Bourgeoisie und von der Verdrängung handwerklicher Produktion in Persien einerseits.

Leibrock für Männer
Iran, 1875–1895
Baumwolle, bedruckt und getschinzt
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt
Bauern, Händler, einfache Beamte und der Klerus kleideten sich bis ins 20. Jahrhundert hinein (zwischen 1850 und 1900) traditionell. Dazu gehörten ein Hemd, eine weite Hose, ein Paar espadrilleähnliche Schuhe und ein farbiger Leibrock. Das Oberteil des Leibrocks oder ‘qaba’ ist körpernah geschnitten, von der Hüfte an gewinnt er an Volumen. Der ‘qaba’ wurde immer geschlossen getragen und mit einer Schärpe, dem ‘kamarband’, zusammengehalten.
Ihren Kopf bedeckten die Männer entweder mit einem Turban oder mit verschiedenen Arten von Mützen. Im Gegensatz dazu kleideten sich der Schah, seine Söhne und Minister zunehmend nach europäischer Mode.

Andererseits zeugen sie davon, wie sich iranische Weber und Schneider europäische Moden und fremde Motive zu eigen machten. Das augenfälligste Beispiel sind hier die Röckchen des Pariser Ballets, die Tutus, die kurz nach 1873 von den Damen am Hof des Schahs dem eigenen Geschmack gemäss verändert und getragen wurden.

Beim Teppichknüpfen: eine arrangierte Aufnahme
Antoin Sevruguin, um 1880–1895
Albuminabzug
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt
Antoin Sevruguins Fotografie ist eigentlich ein Kunstwerk, das die Wirklichkeit beschönigt wiedergibt: Die arrangierte Aufnahme zeigt die Teppichknüpferinnen schön bekleidet bei ihrer Arbeit. Die Realität war ganz anders: arm und trist.

Genauso interessant sind die persischen Teppiche. Nachdem die Weltausstellungen in London, Paris und Wien den Publikumsgeschmack seit 1851 ein Stück weit ‘globalisiert’ hatten, gehörte ein Orientteppich zum letzten Schrei.

Medaillonteppich (Ausschnitt)
Iran, Teheran, datiert 20./21. März 1896
Wolle
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt
Seit ca. 1874 war das anglo-schweizerische Unternehmen Ziegler & Co. als erstes im Iran tätig, um Teppiche zu exportieren. Emil Alpiger leitete deren Geschäfte vor Ort. Zuerst kaufte er nur Teppiche ein. Später organisierte er deren Produktion nach industriellen Grundsätzen. So geschätzt der klassische Orientteppich auch war, für Europa musste er sich dem modischen Wandel anpassen. Deshalb stellte Ziegler bald grossformatige Teppiche her, deren Musterung ‘übersichtlicher’ organisiert war. Ein Perser hätte sich einen solchen Teppich nie gekauft. Trotzdem hielten auch in den Teppichen für den eigenen heimischen Markt neue Motive und Vorstellungen Einzug, die nicht zum klassischen Repertoire gehörten.

Schnell waren Firmen wie jene von Philippe Ziegler aus Manchester vor Ort, um diese Nachfrage zu befriedigen. Bald schon wurden die Muster von Emil Alpiger, der für Ziegler und Co. arbeitete, dem europäischen Geschmack angepasst. Die Teppiche wurden grösser, bunter – und ihre Dessins wurden ‘gezähmt’.

Sticker in einer Werkstatt im Basar von Rasht
Iran, 1880–1895
Albuminabzug
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt
Lange war die Stadt Rasht berühmt für ihre (Intarsien-)Stickereien. Mit ihrem betonten Mittelfeld, dem zentralen Medaillon, den Borten und Motiven erinnern Rashter Behänge und Decken an die klassischen Knüpfteppiche. Das änderte sich im letzten Viertel des 19. Jh., als europäische Kaufleute in zunehmendem Mass präsent waren. Seit dem Mittelalter wurde hier Seide produziert. Nachdem Parasiten die Seidenindustrie in Italien und Frankreich seit 1850 bedrohten, holten europäische Kaufleute Seidenraupeneier aus der Provinz Gilan.
Bei der Intarsienstickerei erfolgt die Dekoration in drei Schritten: Wie bei einer Einlegearbeit werden Medaillons, Blüten und Blätter aus dem Grundstoff ausgeschnitten und mit andersfarbigen Wollflanellstücken gefüllt. Diese Füllstücke werden mit Zierstichen mit dem Grundstoff vernäht. Dann werden Ranken, Perlen, Einfassungen usw. aufgestickt. Die Stickerei war wie alle Handwerksarbeit reine Männersache.

Im Gegenzug dazu fingen die iranischen Sticker an, ihre Wandbehänge mit europäischen Motiven zu bereichern.

Wandbehang oder Decke (Ausschnitt)
Iran, Rasht, 1875–1895
Wollflanell, Seidengarn
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Ergebnis sind in beiden Fällen Kulturhybride, mondialisierte Mischformen, die zwischen Ost und West oszillieren. Es sind Kunstwerke, die damals den Nerv der Zeit trafen und nun wiederentdeckt werden können, ganz nach dem Motto: chic ist Schock.

Europäisches und persisches Mädchen
Unbekannter Fotograf, um 1880–1900
Albuminabzug
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt
Es liegen Welten zwischen der vollkommenen Verhüllung, in der sich persische Frauen in der Öffentlichkeit zeigten und der Freizügigkeit, die im privatesten Rahmen nach 1873 möglich war.
Nachdem Schah Naser al-Din (reg. 1848–1896) von seiner ersten Europareise einige Ballet-Tutus aus Paris mitgebracht hatte, entwickelte sich daraus schnell eine Mode. Das sog. ‘shaliteh’ besteht aus langen Stoffbahnen, die mit einer Kordel zusammengebunden und gerafft wurden, bis es bauschig abstand. Hinzu kamen ein Hemd, ein kurzes Jäckchen und helle, oft weisse Söckchen.
Um sich auf der Strasse zu bewegen, verhüllten sich die Frauen: Das ‘shaliteh’ versteckten sie unter weiten Hosen mit angenähten Füsslingen. Darüber breiteten sie den dunklen Tschador und banden sich einen weissen Gesichtsschleier mit einem kleinen Sichtfenster um. Der Tschador blieb bis 1936 in Gebrauch. Danach verbat Reza Schah Pahlavi den schwarzen Überwurf. Mit der Islamischen Republik kehrte er 1979 wieder zurück.

Emil Alpiger, dem wir die Sammlung verdanken, war sowohl ‘Täter’ wie ‘Bewahrer’. Er führte in seiner Jugend ein abenteuerliches Leben.

Frauenjäckchen
Iran, 1875–1895
Seidensamt, Wollgewebe (termeh), Baumwolle
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt
Auch die Frauenjäckchen wurden kürzer. Ihr Schnitt ist einfach und betont die weiblichen Formen. Typisch sind die ‘Flügelchen’ und die langen Ärmel, die immer zurückgeschlagen wurden, um den Futterstoff zu zeigen. Die bunten Baumwollstoffe mit reichen Blumenmustern stammen aus Isfahan, wo sie in einem komplizierten Verfahren von Hand bedruckt und eingefärbt wurden. Gegen den Massenimport billiger Walzendrucke aus Manchester hatten sie wenig Chancen. Diese Meterware wurde meist nur für das Innenfutter verwendet. Das freie Formenspiel der persischen Stoffe ist lebendiger und reizvoller als die sterile, industrielle Perfektion.

Vor seinem 28. Geburtstag hatte er die Welt einmal umrundet, hatte zwei Unternehmen gegründet – und wieder aufgegeben und danach über 20 Jahre lang in Persien die Import-Export-Geschäfte von Ziegler & Co. mitbestimmt. Er hat sich aber auch für Land, Leute und Kommerz interessiert und Waffen, Keramiken und Textilien gesammelt.

Frauenjäckchen (Ausschnitt)
Iran, 1875–1895
Seidensamt, Wollgewebe (termeh), Baumwolle
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt
‘Termeh’ bezeichnete in Persien ursprünglich ein feines, figürlich gemustertes Gewebe. Im 19. Jh. wurde der Begriff auf Wollgewebe mit Paisley-Muster übertragen. Da der Stoff aus dem Bauchunterhaar von Kermanziegen hergestellt wurde, gehörte er zu den wertvollsten Textilien und ist mit den indischen Kaschmirschals verwandt. Dieser Luxusstoff wurde vor allem zu Ehrengewändern verarbeitet.
Kleidungsstücke aus Seidensamt waren nur reichen Frauen vorbehalten. Das gilt auch für die Garnierung: z.B. Einfassung der Säume mit kostbarem Wollstoff (termeh), Posamente aus Golddraht und importierte Achatknöpfe. Das Spiel mit Farben und Mustern, oft kontrastierend, gehört zur persischen Kleiderkultur. Erst in der Bewegung kam der ganze Reichtum zum Tragen: Einmal blitzte hier ein Detail auf, ein andermal brach sich das Licht in den Goldfäden.

Heute, im viel beschworenen Zeitalter der Globalisierung, lehrt uns ein Blick auf jene Epoche viel über unsere eigene Zeit. Sie erzählt vom unreflektierten Profitdenken der westlichen Wirtschaftsmächte, von Verdrängung und Ausbeutung, sie verweist aber auch darauf, welche Kraft in der kreativen Aneignung des Fremden besteht.

Frauenmütze
Iran, Rasht, 1875–1895
Wollflanell, Seidengarn
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt
Frauen bestimmter Minderheiten verzichteten auf den alles verhüllenden Tschador. Jede Gruppe hatte ihre eigene Kopfbedeckung, an der sie zu erkennen war. Die bunte, florale Intarsienstickerei spricht für eine Herstellung dieser Mütze in Rasht. Sie besitzt eine Tasche für einen Kamm.

Die die Ausstellung begleitende Publikation beschreibt das Leben Alpigers anhand von seinen erhalten gebliebenen Notizen und Forschungsergebnissen – es liest sich fast wie ein Abenteuerroman – und wird durch zahlreiche Fotografien aus den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts – Alpiger hat auch vier Alben mit mehreren hundert Albuminabzügen hinterlassen – ergänzt und illustriert.

Musiker mit traditionellen Instrumenten
Antoin Sevruguin, um 1880–1900
Albuminabzug
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Apropos Fotografie: Nachdem 1839 die Daguerreotypie in Paris an der Akademie der Wissenschaften vorgestellt worden war, gelangte die neue Technik in den 1840er Jahren auch nach Persien, wo 1868 das erste öffentliche Fotostudio in der Kapitale Teheran entstand. In den 1880er und 1890er Jahren verbreitete sich die Fotografie schliesslich im ganzen Land und war damit jedermann zugänglich. Die von Emil Alpiger gesammelten Aufnahmen stammen zum grössten Teil von iranischen Berufsfotografen. Der bekannteste und erfolgreichste unter ihnen war Antoin Sevruguin. 

Zur Ausstellung ist die Publikation ‘Emil Alpiger (1841 – 1905) – Teppichkaufmann und Sammler’ erhältlich.

Info:

23. November 2018 – 14. April 2019

Farbe bekennen – Textile Eleganz in Teheran um 1900

Museum Rietberg
Gablerstrasse 15
8002 Zürich
Schweiz

www.rietberg.ch

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Friedensengel
Stickereien

Aus der Einladung zur Ausstellung:

Engel, diese himmlischen Geistwesen, begleiten die Menschen in vielen Kulturen und seit langer Zeit. Sie sind göttlichen Ursprungs und als Vermittler und Botschafter mit Flügeln zwischen Himmel und Erde unterwegs.

Für das Friedenssticken 2018 hat Ingrid Eggimann-Jonsson einen fröhlichen Friedensengel entworfen. Wie schon in früheren Jahren stellen die Mitglieder der Stickgruppen von Barbara Wälchli Keller und Ingrid Eggimann-Jonsson und andere begeisterte Stickerinnen auch dieses Jahr ihre Friedensstickereien aus. Interessant sind jeweils die individuellen Interpretationen und Variationen des Themas und so freuen wir uns auf eine vielfältige himmlische Heerschar von Friedensengeln!

Plakat

Das Friedenssticken wurde initiiert von Mitgliedern der schwedischen Broderiakademie, die 2011 den ersten Friedenssticktag ausgerufen hatten, ein Tag für Frieden, Freiheit und Gleichheit. In ihrem Manifest erklärten die Stickerinnen: ‘Textilien sind Macht, lasst uns durch das Sticken viele Menschen anstiften, sich in dieser kreativen Tätigkeit zu engagieren, die zu einem besseren Verständnis zwischen Ländern und Menschen führt.’

Die gestickten Ergebnisse sind im Garnlager in Lyssach (Schweiz) vom 2. – 14. Dezember 2018 zu sehen.

Und hier ist der Link zu einem Fotoalbum:  https://www.flickr.com/photos/124428544@N08/ – freundlicherweise von der Veranstalterin, Frau Cornelia Zürcher noch nachträglich zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Info:

2. – 14. Dezember 2018

Friedensengel
Stickereien

Kulturort Garnlager
Gewerbestrasse 9
3421 Lyssach
Schweiz

www.kulturortgarnlager.org

Öffnungszeiten:
Mo – So: 13.30 – 17 Uhr
oder nach Absprache

Vernissage:
So, 2. Dezember 2018, 14 Uhr

Flyer

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Marilyn Monroe. Die Unbekannte

Ab dem 16. Dezember 2018 zeigt das Historische Museum der Pfalz in Speyer die Sonderausstellung ‘Marilyn Monroe. Die Unbekannte’, in deren Mittelpunkt die meistfotografierte Frau des 20. Jahrhunderts steht – die Schauspielerin, Sängerin und Stilikone Marilyn Monroe.

Norma Jeane Baker, später bekannt als Marilyn Monroe, während ihres ersten Foto-Shootings für die US Army.
Foto: David Conover
©Ted Stampfer
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung lenkt dabei den Blick auf eine bisher unbeleuchtete private Seite dieser ungewöhnlichen Frau, die selbst 56 Jahre nach ihrem Tod im Jahr 1962 nichts von ihrer Faszination verloren hat und deren Einfluss in vielerlei Hinsicht bis heute spürbar ist.

Koffer von Marilyns Hochzeitsreise mit Joe DiMaggio.
©Ted Stampfer
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Historische Museum der Pfalz in Speyer präsentiert 300 ausgewählte Einzelstücke aus dem ursprünglichen Privatnachlass von Marilyn Monroe sowie von ihren Zeitzeugen; heute sind sie Teil der exklusiven Privatsammlung Ted Stampfer, der weltweit grössten Sammlung in ihrer Art und Zusammenstellung.

Das Foto zeigt Norma Jeane Baker, bevor sie unter dem Namen Marilyn Monroe bekannt wurde.
©Ted Stampfer
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Gezeigt werden hochwertige Kleidungsstücke, Accessoires, Pflege- und Stylingprodukte, Requisiten, Privatbriefe und Filmdokumente sowie Fotografien, die erstmals in Deutschland in dieser Kombination zu sehen sind, ergänzt um Einzelstücke internationaler Sammler.

Diesen Satin-Schuh trug Marilyn Monroe im Januar 1955 bei einem Pressetermin, als sie die Gründung ihrer Produktionsfirma Marilyn Monroe Productions, Inc. bekannt gab.
©Ted Stampfer
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellungsbesucher tauchen in Marilyn Monroes Welt ein und verfolgen ihre wichtigsten Entwicklungsstufen und Lebensabschnitte. Sie begegnen dabei besonderen Exponaten, die sowohl Zeugnis über ihr Leben und Wirken ablegen, als auch über ihr Streben nach Emanzipation berichten.

Marilyn Monroe in dem Film ‘Bus Stop’, 1956.
Foto: Milton Green
©Ted Stampfer
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

So ergibt sich ein unverfälschter Blick auf eine bisher unbekannte Seite dieser Frau, der es gelang, sich in einer männerdominierten Welt zu behaupten, ihre eigene Filmproduktionsgesellschaft zu gründen und die Hollywood-Konventionen für Schauspielerinnen zu durchbrechen.

Satin-Mantel vom Filmset ‘Blondinen bevorzugt’, den Marilyn später auch privat trug.
©Ted Stampfer
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die zur Verfügung gestellten Objekte verdankt das Historische Museum der Pfalz der Zusammenarbeit mit Ted Stampfer, dem Leihgeber und externen Kurator dieser Ausstellung. Der gebürtige Mannheimer und studierte Betriebswirt befasst sich seit seiner Kindheit mit der Person Marilyn Monroe und begann Ende der 1990er Jahre mit dem Erwerb von Stücken aus Monroes Nachlass. Seit 2009 ist Ted Stampfer mit seiner Sammlung als Leihgeber und Kurator in internationale Museen tätig und fungiert im Weiteren als Autor und Fotograf.

Portrait
Gemälde von Alexander Timofeev
©Ted Stampfer
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Info:

16. Dezember 2018 – 16. Juni 2019

Marilyn Monroe. Die Unbekannte

Historisches Museum der Pfalz Speyer
Domplatz 4
67346 Speyer
Deutschland

www.museum.speyer.de

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DO HO SUH – Passages – Korridor

Eine visuell verführende Ausstellung, die zur Interaktion einlädt: Der südkoreanische Künstler Do Ho Suh zeigt poetische Korridore aus Textilien aus seinen Wohnungen in Seoul, Berlin und London noch bis zum 17. Februar 2019 im dänischen Kunstmuseum ARoS.

Do Ho Suh
Installation view, Do Ho Suh: Passage/s
1 February – 18 March 2017, Victoria Miro Gallery II, 16 Wharf Road, London N1 7RW
© Do Ho Suh
Courtesy the Artist, Lehmann Maupin, New York, Hong Kong and Seoul; and Victoria Miro, London and Venice
Photo: Thierry Bal, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Do Ho Suh ist weltweit dafür bekannt, beinahe schwerelose, transparente Stoffräume zu schaffen, die genau und in voller Grösse die Wohnungen wiedergeben, in denen er gewohnt hat. Die Ausstellung ist die dritte in der museumseigenen Reihe Intermezzo, die Kunst zeigt, bei der die Perzeption und das Verstehen der Werke durch Sehen allein nicht möglich sind. Es ist Do Ho Suhs erste Einzelausstellung in Dänemark.

Do Ho Suh
Installation view, Do Ho Suh: Passage/s – Korridor
ARoS Aarhus Kunstmuseum
Foto: Maja Theodoraki, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Do Ho Suhs Erzählung ist universell. Die meisten Menschen haben einmal ein Heim verlassen und mussten andernorts ein neues aufbauen. Die Werke des Künstlers erfassen genau jenes Gefühl, das bei einem Umzug aufkommen kann. Das Gefühl kennen alle, aber es ist mit Worten schwer zu beschreiben. Do Ho Suhs Arbeit ist in einer Welt relevant, in der Migration zunimmt und Menschen immer häufiger ihren ursprünglichen Wohnort verlassen’, erklärt Museumsdirektor Erlend G. Høyersten, ARoS.

Do Ho Suh
Installation view, Do Ho Suh: Passage/s – Korridor
ARoS Aarhus Kunstmuseum
Foto: Maja Theodoraki, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In der weiss gestrichenen Galerie dominiert eine 30 m lange, bunte Skulptureninstallation. Sie besteht aus acht handgenähten Stoffkorridoren, die aneinander gereiht sind. So kann man durch sie hindurch gehen und sich von buntem, durchscheinendem Stoff umschliessen lassen.

Do Ho Suh
Installation view, Do Ho Suh: Passage/s – Korridor
ARoS Aarhus Kunstmuseum
Foto: Maja Theodoraki, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Jeder Raum ist in traditioneller koreanischer Technik sorgfältig handgenäht und betont sowohl architektonische Linien als auch kleine Details wie Türgriffe, Scharniere und Steckdosen. Die einzelnen Passagen sind für Do Ho Suh sehr persönlich und speziell, da sie ‘Abgüsse’ von Korridoren, Passagen und Eingängen jener Wohnungen sind, in denen er in Seoul, Berlin und London gewohnt hat. Die Bewegung von einem (Stoff)raum in den nächsten ist für Do Ho Suh ein Symbol seiner eigenen Reise von Land zu Land oder von Station zu Station seines Lebens.

Do Ho Suh
Installation view, Do Ho Suh: Passage/s – Korridor
ARoS Aarhus Kunstmuseum
Foto: Maja Theodoraki, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Die Ausstellung ist visuell verführend und lädt zu Interaktion und Bewegung ein. Mit den Stoffskulpturen hat Do Ho Suh eine einzigartige und poetische Möglichkeit gefunden, die erkennbaren Rahmen seiner Wohnung(en) in transportabler Form mitzunehmen. So kann er gleichsam ein Zelt aufschlagen, wenn sich das Bedürfnis nach der beruhigenden Umarmung des Heims meldet’, sagt die Kuratorin Jeanett Stampe, ARoS.

Do Ho Suh
Installation view, Do Ho Suh: Passage/s – Korridor
ARoS Aarhus Kunstmuseum
Foto: Maja Theodoraki, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Do Ho Suh wurde 1962 in Seoul, Südkorea, geboren. Mit 29 Jahren ging er in die USA, wo er an der Rhode Island School of Design Malerei und später an der Yale University Bildhauerei studierte. Gegenwärtig lebt und arbeitet er in London. Do Ho Suh kann auf viele internationale Einzelausstellungen zurückblicken, und seine Werke – vorwiegend Skulpturen, aber auch zweidimensionale Werke und Filme – sind in Museumssammlungen in aller Welt vertreten.

Do Ho Suh
Installation view, Do Ho Suh: Passage/s – Korridor
ARoS Aarhus Kunstmuseum
Foto: Maja Theodoraki, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

 Er beschäftigt sich intensiv mit dem, was das Gefühl eines Heims ausmacht, wie wir uns an Architektur und Räume erinnern und wie das mit diesen räumlichen Erfahrungen verbundene Gefühl in eine visuelle Sprache übertragen werden kann. Do Ho Suh ist speziell für seine Aufsehen erregenden durchsichtigen Stoffskulpturen bekannt, die Räume im Massstab 1:1 wiedergeben. Seine Werke haben ihren Ursprung in seiner eigenen Migrationsgeschichte und den Erfahrungen aus den Umzügen von Südkorea in die USA und später nach Europa. Die persönliche Lebensgeschichte, die Grundlage seiner Werke, wird durch die visuelle Form der Skulpturen in eine universelle Grösse umgewandelt, zu der wir alle Stellung nehmen können.

Do Ho Suh
Installation view, Do Ho Suh: Passage/s – Korridor
ARoS Aarhus Kunstmuseum
Foto: Maja Theodoraki, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich.

Info:

10. November 2018 – 17. Februar 2019:

DO HO SUH – Passages – Korridor

ARoS
ARoS Allé 2
8000 Aarhus C
Dänemark

www.aros.dk

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ULLA VON BRANDENBURG
SWEETS / QUILTS / SUN

Ulla von Brandenburg hat bis heute ein umfassendes, komplexes und charakteristisches Œuvre entwickelt, dem sich das Kunstmuseum Bonn und die Whitechapel Gallery London mit zwei unterschiedlichen Ausstellungen und einer gemeinsamen Publikation widmen.

Ulla von Brandenburg, Seven Curtaíns, 2018, Installation, handgefärbte Theatervorhänge, 4 x 7 x 8 m
Foto: Andreas Rossetti, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt
Courtesy: Die Künstlerin, Produzentengalerie, Hamburg, Pilar Corrias, London, Galerie Art Concept, Paris, Meyer-Ríegger, Berlin/Karlsruhe; Plus: Sweat Feast: Whitechapel Gallery, London

Die motivische Verdichtung im Werk Ulla von Brandenburgs, die sich aus der Formensprache von Folklore, Theater und Zirkus speist, korrespondiert mit einer aussergewöhnlich hohen medialen Vielfalt. In ihren Filmen, Installationen und Zeichnungen verwendet von Brandenburg Methoden des Theaters, um sich mit gesellschaftlichen und historischen Fragen auseinanderzusetzen. Facetten des Bühnenhaften und Theatralischen oder die Regelhaftigkeit des Spiels werden zu Metaphern des Zusammenlebens, in denen die Trennung zwischen Zuschauer*innen und Akteur*innen, Realität und Illusion stets hinterfragt und stellenweise durchbrochen wird.


Ulla von Brandenburg, It Has a Golden Sun and An Elderly Grey Moon, 2017, Standbild
Foto: Martin Argyroglo, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt
Courtesy: Die Künstlerin, Produzentengalerie, Hamburg, Pilar Corrias, London, Galerie Art Concept, Paris, Meyer-Ríegger, Berlin/Karlsruhe; Plus: Sweat Feast: Whitechapel Gallery, London

Ulla von Brandenburgs Referenzen an das Theater führen uns immer wieder auf die Grundfragen unserer Existenz und Gesellschaft zurück: Wer sind wir? Welche Rolle spielen wir? Welche Position wird uns durch unsere Rolle zugewiesen? Uns wird ein Blick hinter die Bühnen des Lebens gewährt, ohne dabei die Faszination für das eigene Spiel zu zerstören. Mit jedem Bild, das von Brandenburg als Illusion, als Schatten oder Spiegelbild entlarvt, entsteht ein ebenso vielschichtiges neues.

Ulla von Brandenburg, Wagon Wheel (Detail), 2017, verschiedene Stoffe, 220 x 162 cm
Foto: Uwe Walter, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt
Courtesy: Die Künstlerin, Produzentengalerie, Hamburg, Pilar Corrias, London, Galerie Art Concept, Paris, Meyer-Ríegger, Berlin/Karlsruhe; Plus: Sweat Feast: Whitechapel Gallery, London

Ulla von Brandenburg (*1974 in Karlsruhe) lebt und arbeitet in Paris. Von 1995 bis 1998 studierte sie Szenografie und Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und von 1998 bis 2004 Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Seit 2016 hat Ulla von Brandenburg eine Professur im Fachbereich Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe inne. Mit Einzelausstellungen im Institut Mathildenhöhe Darmstadt (2018), im Musée Jenisch Vevey (2018), der Kunsthal Aarhus (2017), dem K21 Ständehaus der Kunstsammlung NRW (2017) und der Beteiligung an zahlreichen Gruppenausstellungen, gehört Ulla von Brandenburg mittlerweile zu den international beachteten, diskursprägenden Positionen ihrer Generation.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich.

Info:

1. November 2018 – 24. Februar 2019

ULLA VON BRANDENBURG
SWEETS / QUILTS / SUN

Kunstmuseum Bonn
Museumsmeile
Friedrich-Ebert-Allee 2
53113 Bonn
Deutschland

www.kunstmuseum-bonn.de

Begleitprogramm:
So, 24. Februar 2019, 11 Uhr:
Finissageführung mit Maximilian Rauschenbach und
Künstlerinnengespräch mit Ulla von Brandenburg

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Tracht oder Mode
Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum Krefeld

Plakat

‘Die Resonanz auf unsere neue, spannende Ausstellung ist fantastisch’, freut sich Museumsleiterin Dr. Annette Schieck, nachdem am Tag der Ausstellungseröffnung am 4. November 2018 bereits 1200 Besucher*innen kamen und sich diese Zahl nach den ersten drei regulären Ausstellungstagen schon auf fast 1500 belief.

Exponat aus der Ausstellung ‘Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum Krefeld’
© Deutsches Textilmuseum Krefeld
Foto: Petra Brachwitz/Angelika Neuhausen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ist das Tracht oder Mode? Diese Frage gewinnt in der heutigen Zeit, in der traditionelle und historische Kleidung in modernem ‘look’ wieder en vogue ist, an Bedeutung.

Exponat aus der Ausstellung ‘Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum Krefeld’
© Deutsches Textilmuseum Krefeld
Foto: Petra Brachwitz/Angelika Neuhausen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Deutsche Textilmuseum Krefeld befasst sich mit dieser Frage auf der Basis eines 1943 durch den Künstler Paul Prött an die Sammlung vermittelten Konvoluts an Kleidung, Kopfbedeckungen und Schmuck aus der Zeit des 18. bis frühen 20. Jahrhunderts.

Exponat aus der Ausstellung ‘Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum Krefeld’
© Deutsches Textilmuseum Krefeld
Foto: Petra Brachwitz/Angelika Neuhausen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

566 Objekte europäischer Herkunft konnten nun dank der Unterstützung durch die Sparkassen-Kulturstiftung Krefeld erstmals wissenschaftlich bearbeitet werden.

Exponat aus der Ausstellung ‘Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum Krefeld’
© Deutsches Textilmuseum Krefeld
Foto: Petra Brachwitz/Angelika Neuhausen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Sammlung Prött wurde 1943 an die Gewebesammlung (Vorgänger des Textilmuseums) für heute umgerechnet zwei Millionen Euro verkauft.

Exponat aus der Ausstellung ‘Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum Krefeld’
© Deutsches Textilmuseum Krefeld
Foto: Petra Brachwitz/Angelika Neuhausen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Weil der Ankauf in der Zeit des Nationalsozialismus erfolgte, liess das Museum die Provenienz der Objekte untersuchen.

Exponat aus der Ausstellung ‘Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum Krefeld’
© Deutsches Textilmuseum Krefeld
Foto: Petra Brachwitz/Angelika Neuhausen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Neben den Hintergründen und Motiven, die zum Erwerb der rund 600 Objekte führten, wurde auch der Person Paul Prötts nachgegangen, dessen Lebenslinien nun deutlicher erscheinen.

Exponat aus der Ausstellung ‘Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum Krefeld’
© Deutsches Textilmuseum Krefeld
Foto: Petra Brachwitz/Angelika Neuhausen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ergebnisse und weitere Forschungsansätze sind in der Ausstellung und dem umfangreichen Begleit-Katalog zusammengestellt.

Exponat (Detail) aus der Ausstellung ‘Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum Krefeld’
© Deutsches Textilmuseum Krefeld
Foto: Petra Brachwitz/Angelika Neuhausen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Circa 200 Exponate sind jetzt im Deutschen Textilmuseum ausgestellt …

Exponat aus der Ausstellung ‘Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum Krefeld’
© Deutsches Textilmuseum Krefeld
Foto: Petra Brachwitz/Angelika Neuhausen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… darunter Trachtenteile, Hauben und Schmuck, vor allem aus dem deutschsprachigen Raum sowie aus verschiedenen mittel- und südeuropäischen Regionen.

Exponat aus der Ausstellung ‘Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum Krefeld’
© Deutsches Textilmuseum Krefeld
Foto: Petra Brachwitz/Angelika Neuhausen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit ihrem Materialreichtum, ihren unterschiedlichen Schnitten und vielfältigen Verzierungstechniken machen sie Kleidungstraditionen aus längst vergangener Zeit in anschaulicher Weise sichtbar.

Exponat aus der Ausstellung ‘Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum Krefeld’
© Deutsches Textilmuseum Krefeld
Foto: Petra Brachwitz/Angelika Neuhausen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter Bestandskatalog erschienen.

 

Unter dem Titel ‘Das Abgewandte Porträt zwischen August Sander und Vermeer’ ergänzen sieben Fotografien von Corina Gertz die Ausstellung ‘Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum’.

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Identität spielt eine herausragende Rolle in der Porträtserie ‘Das Abgewandte Porträt’ der Düsseldorfer Künstlerin Corina Gertz, wobei es sich hier weniger um Individuen als vielmehr um regionale Zugehörigkeit handelt. Die abgebildeten Personen sind also lediglich Stellvertreter. Darüber hinaus werden die Porträtierten dadurch noch weiter anonymisiert, dass sie mit dem Rücken zum Betrachter stehen, was die Aufmerksamkeit auf ihre traditionelle Kleidung als identitätsstiftendes Element lenkt. Die Fotoserien von Corina Gertz entstehen während ihrer ausgiebigen Reisen und reflektieren ihre Leidenschaft für die kulturelle Vielfalt und Besonderheiten unserer Welt. Ihre Bilder schaffen eine Brücke von den historischen Trachten der Sammlung Prött in die Gegenwart. Sie zeigen auf, dass es noch immer gelebte Tradition jenseits vom Oktoberfest gibt.

Info:

4. November 2018 – 14. April 2019

Tracht oder Mode
Die europäische Sammlung Paul Prött im Deutschen Textilmuseum Krefeld

Deutsches Textilmuseum Krefeld
Andreasmarkt 8
47809 Krefeld
Deutschland

www.krefeld.de

Begleitende Vorträge:

Mi, 13. März 2019, 19 Uhr
Prof. Dr. Kerstin Merkel: ‘Tracht und Macht’

Do, 11. April 2019, 18 Uhr
Sandra Franz, M. A.: ‘Zwischen Uniform, Glanz und Folklore – Die Rolle von Bekleidung in der Ideologie der Nationalsozialisten’

Ort: Museumsscheune des Museums Burg Linn, Albert-Steeger-Strasse 5, 47809 Krefeld

***

3. Ausstellung der Handnähgruppe Bad Bellingen

Das Jubiläumsjahr 2018 – 25 Jahre Galerie BW – geht mit der 3. Ausstellung der Handnähgruppe Bad Bellingen, die die neuesten Arbeiten zeigt, zu Ende.

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Die Handnähgruppe Bad Bellingen stellt im Zwei-Jahres-Rhythmus in der Galerie BW aus. Auch dieses Jahr kann man wieder wunderbare Quilts und mehr bewundern, alles handgenäht!

Info:

26. November – 21. Dezember 2018

3. Ausstellung der Handnähgruppe Bad Bellingen

Galerie BW – Barbara Wartenberg
Rheinstrasse 15
79415 Bad Bellingen
Deutschland

www.galerie-bw.de

Öffnungszeiten während der Ausstellung:
Mo, Di, Do, Fr: 15 – 18 Uhr und nach Vereinbarung

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Retrospektive

Zu dieser besonderen Ausstellung wurde eine Reihe von Textilkünstlerinnen eingeladen, die entweder als Kursleiterinnen oder mit einer Ausstellung bei Quilt Et Textilkunst vertreten waren.

Blick in die Ausstellung
Foto: Website Quilt Et Textilkunst

Mit dabei sind beispielsweise Jacqueline Heinz, Isabelle Wiessler, Heide Stoll-Weber, Erica Waaser, Elsbeth Nusser-Lampe, Brigitte Heitland, Maria Reuter, Gabi Mett, Bernadette Mayr oder Heidi Förster.

Info:

19. November – 22. Dezember 2018

Retrospektive

Galerie Quilt Et Textilkunst
Christine Köhne
Sebastiansplatz 4
80331 München
Deutschland

www.quiltundtextilkunst.de

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Vision Herbst Winter 2019/20

Im Rahmen der ‘Vision’ präsentiert das Textilmuseum St. Gallen die Highlights der Stoff-Kollektionen Herbst Winter 2019/20. Zu sehen und zu fühlen sind die exquisiten Kreationen Schweizer Textilunternehmen noch bis einschliesslich 5. Mai 2019 in der Lounge des Textilmuseums.

Vision Herbst Winter 2019/20 – Textilmuseum St. Gallen
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Auch in diesem Jahr liessen sich die Macher der ‘Vision’ von ‘Kontext Insight’, einem Arbeitstool, das der Branchenverband SWISS TEXTILES Designschaffenden zur Verfügung stellt, inspirieren. Und so folgt die Auswahl der aktuell gezeigten Stoffe den Saisonthemen ‘BLACKENING’ und ‘REKTO/VERSO’. Einen weiteren Schwerpunkt der Präsentation bilden Tüllstoffe, netzartige Textilien mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Vision Herbst Winter 2019/20 – Textilmuseum St. Gallen
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die dunkle Jahreszeit: Ein Thema der Saison Herbst Winter 2019/20 lautet ‘BLACKENING’. Was geschieht, bevor eine Farbe ins totale Schwarz fällt? Wann ist noch Farbe, wann schon Schwarz? Im Spiel mit den dunkelsten Tönen der Farbpalette werden die Möglichkeiten ausdifferenziert und Schwarz wird in all seine Facetten beleuchtet. Entscheidende Bedeutung kommt der Kombination der Materialien und der Beschaffenheit der Stoffoberfläche – Licht reflektierend oder absorbierend – zu.

Vision Herbst Winter 2019/20 – Textilmuseum St. Gallen
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ansichtssache: ‘REKTO/ VERSO’ hinterfragt unsere Vorstellung einer ‘richtigen’ und ‘schönen’ Seite. Ist nicht die Rückseite des Stoffes, die den Herstellungsprozess verdeutlicht, viel interessanter als die glatte Schauseite? Es geht hier nicht nur um die Ästhetik, denn der Gestaltungsprozess nimmt von Anfang an Bezug zu Fragen von Nachhaltigkeit, Wiederverwertung und Upcycling. Materialien und Verfahren werden bewusst offengelegt und so entstehen textile Produkte, die unser Bild der stoffgewordenen Perfektion ins Wanken bringen.

Vision Herbst Winter 2019/20 – Textilmuseum St. Gallen
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Anlässlich der aktuellen Sonderausstellung ‘Die Spitzen der Gesellschaft’ (noch bis zum 10. Februar 2019, hier gehts zu meinem Bericht) setzt die ‘Vision Herbst Winter 2019/20’ einen weiteren Schwerpunkt: Einst diente Tüll, ein netzartiges Textil, das bereits im 17. Jahrhundert entwickelt wurde, als Grund, auf den die zarten Spitzen appliziert wurden. Heute kommt der formstabile Bobinet-Tüll, der ab 1808 auf der Maschine gefertigt wird, in den Bereichen Mode und technische Textilien zum Einsatz.

Vision Herbst Winter 2019/20 – Textilmuseum St. Gallen
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Info:

12. November 2018 – 5. Mai 2019

Vision Herbst Winter 2019/20

Textilmuseum St. Gallen
Vadianstrasse 2
9000 St. Gallen
Schweiz

www.textilmuseum.ch

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… und dann gibt es noch:

Miniartextil schreibt neuen Wettbewerb aus

Unter dem Motto ‘POP UP’ steht der nächste jurierte Wettbewerb der Miniartextil 2019, der von Arte&Arte soeben ausgeschrieben wurde und wieder organisiert wird. Die Arbeiten sind wie bisher auf die maximalen Dimensionen von 20 x 20 x 20 cm beschränkt. Die genauen Teilnahmebedingungen stehen in englischer Sprache auf der unten genannten Website zum Download bereit.

Einsendeschluss: 31. März 2019

Die 29. ‘Miniartextil’-Ausstellung findet vom 28. September – 17. November 2019 in Como (Italien) statt.

Info:

www.miniartextil.it/en/edition-2019

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Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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Kommentare zu diesem Artikel

6 Responses

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    • Gudrun Heinz

      halli hallo frau zürcher,

      vielen, vielen dank für ihr lob, freut mich sehr. ich habe den link zu ihrem fotoalbum oben bei der ausstellung ‘friedensengel’ gerade eben noch eingefügt, auf dass noch viele leser*innen drauf klicken und so die schönen stickereien betrachten können.

      eine weiterhin schöne adventszeit – ohne viel hektik und stress – und frohe feiertage!

      beste grüsse

      gudrun

  • Birgit Berndt

    Hallo Gudrun,

    so spannend wie immer, dein ausführlicher Überblick interessanter Ausstellungen. Diesmal bin ich besonders von den Filmkleidern beeindruckt, die Barbara Baum entworfen hat. Die Szene mit Hanna Schygulla im Film Lili Marleen sehe ich sofort wieder vor mir.

    Ich wünsche dir und deiner Familie eine ruhige Adventszeit, schöne Weihnachten und ein gutes Neues Jahr.

    Liebe Grüße

    Birgit

    • Gudrun Heinz

      halli hallo birgit,

      auch dir ein grosses und liebes dankeschön für deinen – wie immer – pointierten kommentar. diesmal war es bei der auswahl der in frage kommenden ausstellungen schon eine merkwüdige häufung von film und theater an gleich drei stellen. das ist sonst das ganze jahr über nicht vorgekommen. aber ich fand es trotzdem sehr reizvoll, da jedesmal etwas anderes im vordergrund des berichts stand. und wahrscheinlich wird auch kaum jemand dazu in der lage sein, alle ausstellungen zu besuchen und live zu erleben. das ist wiederum die tolle seite an der tätigkeit einer bloggerin 🙂

      auch dir möchte ich eine weiterhin stimmungsvolle vorweihnachtszeit und frohe feiertage wünschen – aber ich denke doch, dass ich zuvor noch das eine oder andere hier im BERNINA blog poste.

      beste grüsse

      gudrun

  • Monika Többe

    WHOW!  Liebe Gudrun, das ist ja wieder unglaublich umfangreich, DANKESCHÖN für Deine Mühe !!! Ich werde am Wochenende nach Heidelberg fahren, das Max Berg Textilmuseum besuchen und am Workshop von Judith Mundwiler teilnehmen, freue mich SEHR darauf. Letzte Woche habe ich das Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln besucht und mir die Ausstellung FAST FASHION angesehen…. sehr informativ! und verstörend! All die Infos und Bilder über die herrschenden  Bedingungen bei der Herstellung unserer Textilien – kaum auszuhalten.               Dir und Deiner Familie eine schöne Adventszeit und ein geruhsames Fest.  LG monika

     

    • Gudrun Heinz

      halli hallo monika,

      ganz herzlichen dank für dein freundliches feedback. ich freue mich sehr, von dir zu hören – wie immer – und hoffe, dass du auch diesmal wieder ausstellungen gefunden hast, die dich interessieren. für deinen workshop bei judith in heidelberg wünsche ich dir ganz viel spass – wie ich das einschätze, wird es bestimmt toll! – falls du dran denkst, richte bitte ganz herzliche grüsse von mir aus. und die triennale-quilts sind auch sehr sehenswert, vor allem die arbeit von judith, ich muss darüber doch nochmal extra berichten.

      ansonsten auch dir und deinen lieben eine schöne adventszeit und frohe feiertage!

      beste grüsse

      gudrun

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