Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps März 2018

MARGIELA / GALLIERA
1989 – 2009

Das Pariser Modemuseum Galliera zeigt ab dem 3. März 2018 eine Retrospektive, die dem Schaffen des belgischen Modedesigners Martin Margiela in den Jahren 1989 – 2009 gewidmet ist, einem Designer, der nicht nur die Struktur von Kleidungsstücken in Frage stellt, sondern auch die Struktur des Modesystems herausfordert.

Martin Margiela: Weste
Frühling-Sommer 1990
zerrissene und verklebte Werbeplakate, Futter: weisse BW
© Françoise Cochennec / Galliera / Roger-Viollet
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Martin Margiela (* 1957) absolviert die Modeklasse der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen und macht 1980 seinen Abschluss. Nach einer Zeit als Assistent von Jean Paul Gaultier (1984 – 1987), gründet er als einziger belgischer Designer seiner Generation sein eigenes Modehaus in Paris.

Martin Margiela: Enge Kostümjacke
Herbst-Winter 1989-1990
Wolle
© Julien Vidal / Galliera / Roger-Viollet
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Margielas konzeptueller Ansatz fordert die Modeästhetik seiner Zeit heraus. Margiela gilt als Dekonstruktivist: Er nimmt bereits existente Kleidungsstücke auseinander, um sie neu zusammenzufügen, wobei das Innere, das Futter und das Unfertige freigelegt wird, Nähte, Falten, Schulterpolster, Muster, Heftfäden werden sichtbar und damit die verschiedenen Phasen der Herstellung, der Konstruktionscharakter von Mode enthüllt.

Martin Margiela: Ärmel-Handschuhe, mit Sicherheitsnadeln gehalten
Herbst-Winter 1993-1994
dauerhaft geknitterte Lammwolle
© Julien Vidal / Galliera / Roger-Viollet
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Seine Vorgehensweise gilt als spektakulär. Er treibt die Grösse eines Kleidungsstücks auf die Spitze, z.B. vergrössert er die Proportionen in seiner ‘Oversize Collection’ auf 200% oder passt in der ‘Barbie Collection’ Puppenkleidung an lebensgrosse menschliche Formen an.

Martin Margiela: Puppen-Jeans und -Pullover
Frühling-Sommer 1999
BW und Denim Jersey
© Françoise Cochennec / Galliera / Roger-Viollet
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Neben gebrauchten Kleidungsstücken finden auch viele artfremde Materialien, wie z.B. Papier, Handschuhe, Tonbänder usw. Verwendung, Blusen oder Westen werden mit Klebeband zusammengehalten.

Martin Margiela: Rock-Schürze
aus Schals vom Flohmarkt, Frühling-Sommer 1992
Seide und Kunstfasern
© Julien Vidal / Galliera / Roger-Viollet
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Auch Perücken tauchen als Motiv in seinen Entwürfen auf, z.B. bei der Gala anlässlich des 40-jährigen Jubiläums von Sonia Rykiel 2008, was als Anspielung auf die Haarpracht der Designerin, aber auch auf die Herkunft Margielas, dessen Eltern mit Perücken und Parfums handelten, verstanden werden kann.

Martin Margiela: Jacke mit Perücken und Haarteilen
Herbst-Winter 2008-2009 (“Artisanal”-Collection), dann Frühling/Sommer 2009
Synthetisches blondes Haar, Taft
© Stéphane Piera / Galliera / Roger-Viollet
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ein weiteres seiner Markenzeichen sind gespaltene Schuhe, zu denen er durch die traditionellen japanischen tabi mit abgeteiltem grossen Zeh inspiriert wurde.

Martin Margiela: tabi-Stiefel mit Graffiti, 1991
weisses Leder, weisser BW-Stoff, schwarzer und blauer Marker
© Françoise Cochennec / Galliera / Roger-Viollet
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Margiela bleibt der Schöpfer ohne Gesicht, der Mann, der keine Interviews gibt und …

Martin Margiela: ‘Incognito’, Brille
Frühling-Sommer 2008
Schwarzer Kunststoff
© Julien Vidal / Galliera / Roger-Viollet
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… in dessen Kleidungsstücke ein einfaches weisses Etikett ohne jeglichen Markennamen mit vier simplen Stichen eingenäht ist.

Martin Margiela: Grosses Cape
Herbst-Winter 1991-1992
Wolle und Polyamid-Stoff
© Julien Vidal / Galliera / Roger-Viollet
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Dieser Mann, der die Anonymität liebt, ist nicht nur berühmt für seinen Gebrauch der Farbe Weiss, einer Farbe, die er in einer Vielzahl von Schattierungen verwendet …

Martin Margiela: Weste
Herbst-Winter 1989-1990
47 Porzellan- und Tonscherben, silberner und geschwärzter Metalldraht
© Julien Vidal / Galliera / Roger-Viollet
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… sondern auch dafür, seine Modenschauen an ungewöhnlichen Schauplätzen abzuhalten: auf Parkplätzen, in Lagerhäusern, in einer U-Bahn-Station oder auf Brachland.

Martin Margiela: Poster, als Kleid zu tragen
Frühling-Sommer 2009
Bedruckter Seidensatin
© Françoise Cochennec / Galliera / Roger-Viollet
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit mehr als 130 Modellen, Videos und speziellen Installationen bietet die Ausstellung ‘MARGIELA / GALLIERA’ einen beispiellosen Blick auf einen der einflussreichsten zeitgenössischen Modedesigner.

Info:

3. März – 15. Juli 2018

MARGIELA / GALLIERA
1989 – 2009

Palais Galliera
10 avenue Pierre 1er de Serbie
75116 Paris
Frankreich

www.palaisgalliera.paris.fr

Die Ausstellungen ‘MARGIELA / GALLIERA’ und  ‘Margiela, les années Hermès’ werden im Rahmen der ‘Saison Margiela 2018 à Paris’ gezeigt. Beim Besuch beider Ausstellungen gibt es ein Angebot mit reduzierten Eintrittspreisen.

***

Margiela, les années Hermès

Ab dem 22. März 2018 zeigt das Musée des Arts Décoratifs in Paris die Ausstellung ‘Margiela, les années Hermès’, eine Übernahme aus dem ModeMuseum (MoMu) Antwerpen, die in Zusammenarbeit mit Margiela entstand, dort 2017 präsentiert wurde und sich auf die Jahre 1997 bis 2003 konzentriert, als der Designer für das Pariser Modehaus Hermès tätig war.


Key Visual der Ausstellung
®Photo: MoMu Antwerpen, Stany Dedern
Grafische Gestaltung: Jelle Jespers
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Als Jean-Louis Dumas, damaliger Direktor von Hermès, Martin Margiela im Oktober 1997 als künstlerischen Leiter für die Prêt-à-Porter Damenkollektionen beauftragt, ist der Gründer des Maison Martin Margiela bereits seit fast einem Jahrzehnt als einer der einflussreichsten Avantgarde-Designer mit Vorlieben für Dekonstruktion, Recycling und Rückgewinnung von Materialien bekannt geworden.

Maison Martin Margiela
Herbst / Winter 1996 -1997
Photo: ®Anders Edström
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Es ist trotz allem eine gewagte Wahl, die mit den Vorlieben der Modewelt, die mehr zu den ‘Star-Stylisten’ tendiert, bricht. Hermès erregt Aufsehen. Jedoch erweist sich die Zusammenarbeit als ebenso überraschend wie erfolgreich. Von 1997 bis 2003 liefert Margiela, unterstützt durch die Kompetenz und das Können der Studios und Werkstätten von Hermès, Visionen und Entwürfe für zwölf aufeinander folgende luxuriöse Kollektionen.

Hermès
Herbst / Winter 1998 -1999
Photo: ®Studio des Fleurs
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Margiela, einer der atypischsten und rätelhaftesten Designer seiner Generation, rüttelt als einer der wenigen die Modewelt radikal auf und erfindet sie neu: Anonymität ist sein grundlegendes Merkmal, sein Name erscheint nicht auf seinem simplen weissen Label, das zu seinem Emblem wird. Das berühmte ‘Meudon-Weiss’ wird zum Markenzeichen seiner Modeschauen und der Kleidung seiner Angestellten, die alle einen identischen makellosen weissen Mantel tragen.

Hermès
Herbst / Winter 2002-2003
‘Les Gestuelles’
Photo: ®Marina Faust
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In der Folge entwickelt sich Margielas Werk gegen den Strom und erregt Aufsehen mit seinen konstruiert-dekonstruierten Schnitten, Oversize-Formen, Recycle-Materialien und einfarbigen Stoffen, die den kunsthandwerklichen Aspekt seiner Designs noch betonen.

Maison Martin Margiela
Herbst / Winter 1991-1992
Photo: ® Marina Faust
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Komfort, Zeitlosigkeit, Sinnlichkeit und Authenzität sind die Schlüsselwörter, die, gepaart mit einem puristischen Stil, seine Vision für Hermès woman definieren: ein neuer erstaunlicher Umfang von Understatement im Vergleich zu der farbenfrohen Palette der Hermès-Drucke.

Maison Martin Margiela
Frühling / Sommer 2009
Photo: ® Etienne Tordoir
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In dieser Ausstellung wird das Wechselspiel zwischen Margielas eigenem Label und den Ready-to-wear-Kollektionen anhand von 120 Modellen, die sich zwischen innovativer Dekonstruktion und zeitlosem Luxus bewegen, deutlich und es öffnen sich zwei Welten. Ausstellungsbesucher werden sofort die beiden Stile bemerken, die in einen bemerkenswerten Dialog treten: das Orange der für Hermès geschaffenen Modelle und das Weiss des Maison Margiela in Interaktion. Nahtlos kann zwischen den beiden Stilen navigiert werden und man kann nachvollziehen, was der Designer für ein anderes Modehaus schuf und was für sein eigenes.

Hermès
Frühling / Sommer 1999
Photo: ®Studio des Fleurs
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Seine konzeptionelle Herangehensweise an die Präsentation, den Verkauf und die Kommunikation seiner Kollektionen hat unser Denken über Mode und ihre zugrunde liegenden Mechanismen sowie unsere Ansichten über Handwerk, Handel, Autorenschaft und Innovation verändert – und beeinflusst die heutigen Designer noch immer. Die Ausstellung stellt eine Hommage an eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der Welt der Mode dar.

Info:

22. März – 2. September 2018

Margiela, les années Hermès

Musée des Arts Décoratifs
107 rue de Rivoli
75001 Paris
Frankreich

www.madparis.fr

Die Ausstellungen ‘Margiela, les années Hermès’ und ‘MARGIELA / GALLIERA’ werden im Rahmen der ‘Saison Margiela 2018 à Paris’ gezeigt. Beim Besuch beider Ausstellungen gibt es ein Angebot mit reduzierten Eintrittspreisen.

***

De Calder à Koons, Bijoux d’artistes.
La collection idéale de Diane Venet

Das Musée des Arts Décoratifs in Paris präsentiert vom 7. März bis zum 8. Juli 2018 die Ausstellung ‘De Calder à Koons, Bijoux d’artistes. La collection idéale de Diane Venet’.

Frank Stella: Ring, 2010
Gold, eine von fünf Ausgaben
The Gallery Mourmans, Collection Diane Venet
© Brian Moghadam, New York
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Hier dreht sich alles um Schmuck, den namhafte Künstler – von Alexander Calder bis Jeff Koons, von Max Ernst und Pablo Picasso bis zu Niki de Saint Phalle und Louise Bourgeois und vielen weiteren – geschaffen haben.

Lucio Fontana: Armband ‘Elisse Concetto Spaziale’, 1967
Edition 5/150, Silber, Lack
by Gem Montebello, Collection Diane Venet
© Philippe Gontier, Paris
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Künstlerschmuck ist ein sehr spezielles, für sich allein stehendes Gebiet. Die Künstler – ansonsten als Maler oder Bildhauer tätig und berühmt geworden – wurden vielleicht durch einen besonderen Moment dazu angeregt, sich nicht wie sonst üblich, sondern durch ein Schmuckstück zu äussern.

Bernar Venet: Ring ‘Ligne indéterminée’, 1998
Gold, Einzelstück
Collection Diane Venet
© Greg Favre, Paris
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Nicht alle haben den Ring, den Anhänger oder die Brosche auch selbst angefertigt, sondern beauftragten einen Goldschmied ihrer Wahl mit der Ausführung ihres Entwurfs.

Salvador Dalí: Brosche ‘Cuillère avec montre-peigne’, 1957
Gold, Emaille, eine von sechs Ausgaben
Collection Diane Venet
© Philippe Servent, Paris
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Trotzdem bleibt die eigene Handschrift sichtbar – wie auch bei der ‘Nana’ von Niki de Saint Phalle in Miniaturausgabe.

Niki de Saint Phalle: Brosche ‘Nana’, 1973
Emaille
Edition Gem GianCarlo Montebello
Marina Karella Collection
© Sherry Griffin, Brooklyn
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Ausstellung liegt die über 230 Stücke umfassende Sammlung von Diane Venet zugrunde. Galerien, Sammler und die Familien der Künstler waren so freundlich, sie noch weiter mit exzeptionellen Schmuckstücken zu ergänzen.

Orlan: Brosche ‘Tête de fou’, 2010
Gold, Silber, Edition 1/8
Arcas
Collection Diane Venet
© Sherry Griffin, Brooklyn
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Subjektiv, poetisch und gefühlsbetont spiegelt diese Ausstellung die Geschichte des Musée des Arts Décoratifs und Diane Venets Leidenschaft für die Création wider: facettenreich, verspielt und anspruchsvoll.

Info:

7. März – 8. Juli 2018

De Calder à Koons, Bijoux d’artistes.
La collection idéale de Diane Venet

Musée des Arts Décoratifs
107 rue de Rivoli
75001 Paris
Frankreich

www.madparis.fr

***

Anne Kelly: Folk Tales

Anne Kelly, bekannte und sehr erfolgreiche britische Textilkünstlerin und Autorin, zeigt unter dem Titel ‘Folk Tales’ eine Einzelausstellung im Rahmen der Spring Knitting & Stitching Show, die vom 1. – 4. März 2018 in London stattfindet. Hier vorab ein Blick in ihr Studio:

Anne Kelly: 12 Dresses
Mixed Media
Foto: Anne Kelly, in ihrem Studio, freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Sie schreibt mir: ‘Ich erforsche die Einflüsse dieser Kunstform und des historischen Stils auf meine derzeitigen Arbeiten, indem ich meine eigenen, unverkennbaren Collagetechniken benutze. Viele der ausgestellten Arbeiten werden auch in meinem demnächst erscheinenden Buch ‘Textile Folk Art’ (voraussichtlich im Oktober 2018) enthalten sein.’

Anne Kelly: 12 Dresses, Detail
Mixed Media
Foto: Anne Kelly, in ihrem Studio, freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Sie stellt Arbeiten vor, die ihre Affinität zu Volkstraditionen und Erzählungen ausdrücken.

Anne Kelly: 12 Dresses, Detail
Mixed Media
Foto: Anne Kelly, in ihrem Studio, freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Viel Erfolg, Anne!

Info:

1. – 4. März 2018

Folk Tales
Anne Kelly bei
The Spring Knitting & Stitching Show

Olympia London
Hammersmith Road
London, W14 8UX
England

www.annekellyartist.net
www.theknittingandstitchingshow.com

***

kunstBUCHaktion

Anlässlich des 20-jährigen Verlagsjubiläums bat Verleger Dieter Weber 80 Künstlerinnen und Künstler, mit denen der Verlag in den vergangenen Jahren zusammengearbeitet hat, ein Künstlerbuch zu gestalten.

Marianne Hopf: Skizzentagebuch Dezember 2017 – Januar 2018, 2018
Bleistift, Acryl, Tusche, Collage
Foto: Gudrun Heinz mit freundlicher Erlaubnis des Verlages

Dafür wurden speziell gefertigte ‘Blindbücher’ gleicher Form und Farbe vom modo Verlag an die Künstler übergeben.

Friedemann Grieshaber: O.T., 2018
geschnitten
Foto: Gudrun Heinz mit freundlicher Erlaubnis des Verlages

Weit mehr als die Hälfte der angefragten Künstlerinnen und Künstler reagierten und gestalteten aus einem leeren Buch ein Kunstwerk, das sie an den Verlag zurückgaben.

Aldona Kut: BLACKSTAR, 2018
Faltung
Foto: Gudrun Heinz mit freundlicher Erlaubnis des Verlages

Im modo Verlag versammelt ist nun ein grosser Schatz an Büchern, Objekten und Skulpturen: geschnitten, gebrochen, gezeichnet, gesägt, gebohrt, gefalzt, gemalt, geklebt, collagiert – so vielfältig wie die künstlerischen Themen und Ausdrucksformen der beteiligten Maler, Zeichner, Bildhauer und Fotografen.

Martina Geist: ARBEITSFRÜCHTE, 2018
Bleistift, Holzschnitt
Foto: Gudrun Heinz mit freundlicher Erlaubnis des Verlages

Die zurückgekehrten 58 Bücher der ‘kunstBUCHaktion’ sind in der gleichnamigen Ausstellung in den Räumen des modo Verlages noch bis zum 29. April 2018 zu sehen.

Martina Geist: Zitronen auf Grün, 2014
Holzschnitt auf Bütten, 32 x 32 cm
Foto: Gudrun Heinz mit freundlicher Erlaubnis des Verlages

Auf der Website des Verlages gibt es einen Katalog zur KunstBUCHaktion als pdf-Datei. Eine Auswahl wurde auf der artKARLSRUHE (22. – 25. Februar 2018) gezeigt. Ich war da und brachte einige Fotos mit – sehen Sie selbst!

Alfonso Hüppi: O.T., 2018
Tusche, Stempelfarbe
Foto: Gudrun Heinz mit freundlicher Erlaubnis des Verlages

Info:

16. Februar – 29. April 2018

kunstBUCHaktion

modo Verlag
Terlaner Strasse 8
79111 Freiburg-St. Georgen
Deutschland

www.modoverlag.de

Öffnungszeiten:
Mo – Do: 10 – 17 Uhr
Fr: 10 – 13 Uhr
und nach Vereinbarung

***

Jürgen Brodwolf: Einblicke – Ausblicke

Tubenfiguren, geformt aus ausgedrückten Farbtuben, die mit unterschiedlichsten Materialien kombiniert werden, stehen im Zentrum des einprägsamen Lebenswerks von Jürgen Brodwolf.

Flyer

Die menschliche Gestalt, ihr Verhältnis zur Umwelt prägt die Arbeiten, die eine melancholische, rätselhafte Wirkung entfalten und zum Sinnbild menschlicher Existenz werden.

Jürgen Brodwolf: Votivtafel (Zahnarzt), 1976
bandagierte Bleifigur, Zahnarztinstrumente, Oberhemd, 78 x 62 x 11 cm
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Vom 15. März – 8. Juli 2018 ist im Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle in Durbach bei Offenburg in der Reihe ‘Profile in der Kunst am Oberrhein’ eine umfassende Schau von Arbeiten Jürgen Brodwolfs zu sehen.

Jürgen Brodwolf: Boot, 2005
Installation, Holz, Pappe, Gaze, Kreideschlämme, 30 x 140 x 54 cm, L. ca. 200 cm
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der bei Zürich geborene Künstler zählt zu den bedeutendsten Vertretern der südwestdeutschen Kunstszene und hat zahlreiche Preise und Ausstellungen im In- und Ausland vorzuweisen. Als ausgebildeter Lithograph und Zeichner arbeitete der 1932 in Dübendorf bei Zürich geborene Jürgen Brodwolf zunächst als Graphiker, Glasmaler und Restaurator von Fresken.

Jürgen Brodwolf: o.T. (Reliefbild), 1994 – 2016
Pappmache-Figuren auf Leinwand von 1994, Tubenfigur und Bücher 2016 montiert, 160 x 145 cm
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

1959 entdeckte er die Tubenfigur, entstanden aus einer ausgedrückten Farbtube, die vor seinen Augen auf einmal menschliche Gestalt anzunehmen schien. Seither zeichnet und formt er nach diesem Vorbild seine Figuren, die er in verschiedene Situationen hineinbringt und zueinander in Beziehung setzt.

Jürgen Brodwolf: Paar, 1968-2013
Reliefbild, Malerei auf Leinwand von 1968, montierte Pappfiguren mit Stoff umhüllt von 2013, 75 x 100 cm
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In seinem Werk, oft Reliefbilder und Installationen, kommen die unterschiedlichsten Materialien zum Einsatz: Gaze, Pappe, Bronze, aber auch Gerätschaften wie Zahnarztutensilien, Tür- und Fensterrahmen, Stühle und vieles mehr.

Jürgen Brodwolf: Nächtliche Vision, 2016
Wandinstallation, Bettlade, Pappgazefigur, Malerpalette, Tubenfiguren mit Malerei auf Sackleinen von 1960, 220 x 155 x 12 cm
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die ursprünglich aus Walzblei entstandene Figur passt sich an, entwickelt ein mysteriöses Eigenleben, wird zum Idol oder zum Sinnbild des ausgelieferten Menschen. Sie wird in Schaukästen eingesperrt, im Boot ausgesetzt, archiviert oder im antik anmutenden Grab beigesetzt.

Jürgen Brodwolf: Stuhl mit Stilleben vor Fenster, 2016
Wandinstallation, Stuhl, Tubenfiguren, Pinsel, Palette, Fenstervorhang, 200 x 100 x 65 cm
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Heute lebt Brodwolf in einem Krankenhausgebäude des 16. Jahrhunderts im südbadischen Kandern, das nach eigener Aussage ebenso wie seine Kunst für die zentralen Themen menschlicher Existenz steht: Geburt und Tod, Krankheit und die Folgen menschlicher Gewalt.

Info:

15. März – 8. Juli 2018

Jürgen Brodwolf: Einblicke – Ausblicke

Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle
Almstrasse 49
77770 Durbach
Deutschland

www.museum-hurrle.de

Flyer

***

Design Views Vol. II
Elisa Strozyk: Wooden Textiles

‘Design Views’ ist eine neue Ausstellungsreihe, die das Kunstgewerbemuseum gemeinsam mit dem Internationalen Design Zentrum Berlin kuratiert: Für jeweils drei Wochen erhalten ausgewählte Designstudios die Möglichkeit, aktuelle Projekte vorzustellen und in einen Diskurs mit der Sammlung des Kunstgewerbemuseum zu treten. Design Views Vol. II präsentiert vom 1. – 21. März 2018 Elisa Strozyk mit ‘Wooden Textiles’.

Elisa Strozyk: Wooden Textiles
Dyed-Wooden-Textiles
Foto: Johannes Tsopanides, freundlicherweise von der Stiftung Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zur Verfügung gestellt

Mit ihrem Projekt ‘Wooden Textiles’ untersucht die Textildesignerin Elisa Strozyk, inwieweit Holz fähig ist, textile Eigenschaften anzunehmen. Das Ergebnis ist überraschend: Halb Holz und halb Textil, starr und doch beweglich, können die ‘Wooden Textiles’ flach auf dem Boden liegen oder zu dreidimensionalen, raumgreifenden Objekten werden. Sie haben textile und gleichzeitig skulpturale Eigenschaften, ihre besondere Haptik und Struktur verleiten dazu, mit ihnen zu spielen und ihr Erscheinungsbild unendlich oft zu verändern.

Die Gestaltungsmaxime der für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichneten Designerin basiert auf der Theorie des ‘Emotional Durable Design’, die darauf abzielt, die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt zu stärken, indem Produkte in einen neuen Kontext gesetzt werden, der nicht nur auf ihrer Funktion beruht, sondern den emotionalen Wert betont. Gleichzeitig hat Elisa Strozyk die Entwicklung langlebiger Produkte zum Ziel – unter Verwendung von Materialien, die in der Lage sind, ‘schön’ zu altern.

Info:

1. – 21. März 2018

Design Views Vol. II
Elisa Strozyk: Wooden Textiles

Kunstgewerbemuseum

Matthäikirchplatz
10785 Berlin
Deutschland

www.smb.museum
www.idz.de

***

Vis à vis. Asien trifft Europa

Eine spannende, aus fünf thematischen Diskursen bestehende Form der Präsentation, die den regen und bereits seit Jahrhunderten stattfindenden Transfer von Materialien, Techniken, Formen und Motiven zwischen Europa und Asien verdeutlicht, ist noch bis voraussichtlich April 2019 im Kunstgewerbemuseum Berlin zu sehen. Seit das Museum für Asiatische Kunst seine Pforten in Berlin-Dahlem geschlossen hat, um die Neuaufstellung im Humboldt Forum vorzubereiten, wird eine erlesene Auswahl seiner herausragenden Bestände derzeit im Rahmen der Reihe ‘Auf dem Weg zum Humboldt Forum’ in der ständigen Ausstellung des Kunstgewerbemuseums Berlin präsentiert, wo Werke beider Museen in einen assoziativen Dialog treten.

Vis à vis. Asien trifft Europa
Ausstellungsansicht
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / David von Becker
Foto freundlicherweise von der Stiftung Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zur Verfügung gestellt

Die erste Gegenüberstellung zeigt indische und europäische Kunstwerke aus dem 13. – 19. Jahrhundert aus Horn, Bein und Elfenbein. Bereits die Wahl der Materialien symbolisiert kulturübergreifend Macht, Potenz, Erhabenheit und Reinheit.

Zündkrautflasche in Gestalt einer springenden Gazelle
Nordindien, Moghul-Stil, 17. Jh.
Elfenbein, geschnitzt, Montierung Messing
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst / Saturia Linke
Foto freundlicherweise von der Stiftung Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zur Verfügung gestellt

Besonders Elfenbein wurde als Material für Jagdgeräte, Kosmetikutensilien oder Herrschaftsinsignien wertgeschätzt. Im Westen trat der Aspekt des Exotischen hinzu, der die Aura der Exklusivität des über weitgespannte Handelsnetze bezogenen fremden Materials noch verstärkte.

Zündkrautflasche mit Putten als Krieger
Österreich oder Süddeutschland, 3. Drittel 17. Jh.
Elfenbein, gedrechselt, geschnitzt, Montierung Messing
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Saturia Linke
Foto freundlicherweise von der Stiftung Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zur Verfügung gestellt

Der zweite Diskurs widmet sich dem ‘weissen Gold’. In China war die Rezeptur des Porzellans bereits seit Jahrhunderten bekannt. Im 17. Jahrhundert intensivierte sich der Handel zwischen China, Japan und Europa. In der Folge gelangten grosse Mengen von chinesischem Porzellan und Tee in den Westen.

Teekanne in Form eines Phönix
China, Provinz Jiangsu, Yixing, QingDynastie, Ära Kangxi (1662–1722)
Steinzeug
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst / Saturia Linke
Foto freundlicherweise von der Stiftung Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zur Verfügung gestellt

Die europäische ‘Nacherfindung’ gelang jedoch erst 1708 in Meißen dem Alchemisten Johann Friedrich Böttger und dem Naturwissenschaftler Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Im Nebeneinander von chinesischen, japanischen und frühen Meißener Porzellanen werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten deutlich. Beim Transfer von Motiven kam es auch zu Missverständnissen – so mutiert in Meißen ein chinesischer Phönix zu einem Hahn.

Teekanne in Form eines Hahns
Königliche Porzellanmanufaktur Meißen, um 1735
Porzellan mit Aufglasurmalerei
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Saturia Linke
Foto freundlicherweise von der Stiftung Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zur Verfügung gestellt

Auf der Suche nach neuen Impulsen bezogen sich auch die Künstler des Jugendstils auf ostasiatische Vorbilder. Im dritten Diskurs treten französische Keramiken des Art Nouveau in Dialog mit Gefässen aus China, Japan und Korea.

Vase mit sog. Ochsenblutglasur
Ausführung Königliche Porzellanmanufaktur Berlin, um 1902
Segerporzellan mit sog. Ochsenblutglasur (Sang de boeuf)
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Saturia Linke
Foto freundlicherweise von der Stiftung Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zur Verfügung gestellt

Die sogenannten ‘Maîtres du Feu’ liessen sich nicht nur von den Formen und Motiven ostasiatischer Prägung inspirieren, sondern auch von den farbintensiven Laufglasuren. Zeitlos und modern wirken die parallel präsentierten ostasiatischen Keramiken, von denen die ältesten bereits aus dem 4. Jahrhundert datieren.

Henkelvase
China, Qing-Dynastie, Ära Qianlong (1736–1795)
Steinzeug mit sog. Ochsenblutglasur (Sang de boeuf, chin. langyao)
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst / Susanna Schulz
Foto freundlicherweise von der Stiftung Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zur Verfügung gestellt

Der vierte Diskurs handelt von Mode. Seit dem 18. Jahrhundert lässt sich der ästhetische Einfluss Ostasiens in der europäischen Modeentwicklung dokumentieren. Später entdeckte die Pariser Haute Couture den japanischen Kimono für die Damenmode.

Vis à vis. Asien trifft Europa
Ausstellungsansicht
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / David von Becker
Foto freundlicherweise von der Stiftung Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zur Verfügung gestellt

Der bedeutende Pariser Modeschöpfer Paul Poiret (1879-1944) befreite Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur die Frauen vom Korsett und entwarf die neue weibliche Silhouette. Ihm gelang dabei auch die meisterhafte Synthese zwischen westlicher und fernöstlicher Kleidung.

Nachmittagskleid
Paul Poiret, Paris, 1912
Seide, Krepp, bedruckt
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Katrin Hammer
Foto freundlicherweise von der Stiftung Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zur Verfügung gestellt

Als japanisches Pendant zu Poirets Mode figuriert ein Damenkimono aus der Taishô Zeit (1912-1926). Es ist ein prächtiger, schwarzer und sehr förmlicher Kimono. Bis heute werden solche Kimonos zu höchsten feierlichen Anlässen getragen.

Schwarzgrundiger Kimono
Japan, Taishō-Zeit (1912-1926)
Seide, Malerei (yuzen), Stickerei
© Museum für Asiatische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin
Foto: MCH-Stiftung, Sammlung Hammonds, Fulvio Zanettini
Foto freundlicherweise von der Stiftung Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zur Verfügung gestellt

Im fünften Diskurs kommt es zur Begegnung von chinesischen Stühlen der späten Ming- und frühen Qing-Zeit (15. – 17. Jahrhundert) mit dem 1943/44 nach ihrem Vorbild entworfenen ‘Kinastol’ des dänischen Möbeltischlers, Designers und Architekten Hans Jørgensen Wegner.

‘Kinastol’
Entwurf Hans Jørgensen Wegner, 1943/44
Ausführung Fritz Hansen, Allerød, 1983
Kirschbaumholz, Gurtgeflecht mit aufgelegtem Sitzkissen mit Lederbezug
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Saturia Linke
Foto freundlicherweise von der Stiftung Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zur Verfügung gestellt

Wegner folgte der reduzierten, dem menschlichen Körper schmeichelnden Gestalt der chinesischen Vorbilder und übersetzte deren erstaunliche Qualität – die Stühle sind nur zusammengesteckt und nicht verleimt – in vorzüglicher europäischer Handwerkskunst.

Faltstuhl (jiaoyi) mit hufeisenförmiger Rücken- und Armlehne
China, späte Ming/frühe Qing-Zeit (16.–17. Jh.)
Huanghuali-Holz, Rattan-Rohrgeflecht, Metallbeschläge
© Museum für Asiatische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Jürgen Liepe
Foto freundlicherweise von der Stiftung Staatliche Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zur Verfügung gestellt

Info:

Noch bis 30. April 2019

Vis à vis. Asien trifft Europa

Kunstgewerbemuseum
Matthäikirchplatz
10785 Berlin
Deutschland

www.smb.museum

***

Textil – Gewebe – Tapisserie
Werke von Erika Beyreuther und Christina Frey

Die derzeitige Sonderausstellung im Stadtmuseum Hornmoldhaus in Bietigheim-Bissingen ‘Macht Handarbeiten glücklich? Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung’, über die ich hier bereits berichtet habe, wechselt nochmals die begleitende Kabinettausstellung. Ab dem 4. März bis zum Ausstellungsende am 22. April 2018 stehen unter dem Titel ‘Textil – Gewebe – Tapisserie’ Werke von Erika Beyreuther und Christina Frey im Fokus. Erika Beyreuther stellt am Webstuhl edle Mode und Accessoires aus kostbaren Fasern her und leitet Webkurse, während sich Christina Frey der filigranen Webkunst verschrieben hat, mit der sie seit 1996 bei zahlreichen Ausstellungen in In- und Ausland Anerkennung findet.

Einladungskarte

Info:

19. November 2017 – 22. April 2018

Macht Handarbeiten glücklich?
Von der Notwendigkeit zur Selbstverwirklichung

4. März – 22. April 2018

Textil – Gewebe – Tapisserie
Werke von Erika Beyreuther und Christina Frey

Kabinettausstellung

Stadtmuseum Hornmoldhaus
Hauptstrasse 57
74321 Bietigheim-Bissingen
Deutschland

www.stadtmuseum.bietigheim-bissingen.de

Vernissage:
So, 4. März, 11.30 Uhr

Werkstattgespräch mit den beiden Künstlerinnen:
Fr, 17. März 2018, ab 19 Uhr

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr: 13.45 – 17.45 Uhr
Do: 13.45 – 19.45 Uhr
Sa, So und feiertags: 10.45 – 17.45 Uhr

Montags und am Karfreitag geschlossen

Eintritt frei

Flyer

***

Ausbruch aus der Fläche
Das Origami-Prinzip in der Kunst

Die Natur steckt voller komplizierter Faltungen, waghalsiger Biegungen und überraschender Knautschungen. In der Ausstellung ‘Ausbruch aus der Fläche’, die im Marta Herford noch bis zum 3. Juni 2018 präsentiert wird, spüren internationale Künstlerinnen und Künstler diesen faszinierenden Strukturen und ihren Einflüssen auf die menschliche Wahrnehmung nach. In Anlehnung an die komplexen Prinzipien des Origamis und ihrer aktuellen Bedeutung in Wissenschaft und Technik beschäftigen sie sich auf medial vielfältige Weise mit den unendlichen Möglichkeiten der Verformung von Flächen. Ob gefaltet, gekrümmt, gewölbt, gezeichnet oder gemalt erzeugen die Werke nicht nur ihren eigenen Raum: Auch Komprimierung und Reduktion bis zu unkontrollierbarem Erschlaffen werden thematisiert, das Spiel von Licht und Schatten, von Sicht- und Unsichtbarkeit.

Plakat

‘Ich strebe nach Balance zwischen Oberfläche, Farbe und Form, um Widerspruch und Spannung zu erzeugen.’ Rana Begum

Schon vor der Erfindung des Papiers (ca. 100 v. Chr. in China) wurden Stoffe und andere Materialien gefaltet. Mittlerweile dient die traditionelle japanische Kulturtechnik des Origamis aber auch wissenschaftlichen Erkenntnissen: Durch das mathematische Verständnis von Faltprinzipien entwickeln Forscherinnen und Forscher neue Lösungen für Technik, Medizin oder Bionik. Die internationalen Künstlerinnen und Künstler der Marta-Ausstellung nehmen das Origami-Prinzip nun als Ausgangspunkt, um diese neuen Perspektiven auf Oberflächeneffizienz, kontrollierten Knautschungen und Entblätterungen mit ihren eigenen Mitteln zu durchdringen. Dabei gehen die vielfach eigens für die Marta-Räume entworfenen Ausstellungbeiträge eine reizvolle Beziehung mit der Gehry-Architektur ein. Als Raumexperiment, Spiel mit den Sinnen oder als Versuchsanordnung zu klassischen künstlerischen Fragestellungen entstehen filigrane Werke, gigantische Raumbesetzer und Denkräume.

Dazu einige Beispiele:

Geometrie, Oberfläche, Farbe und Licht bestimmen die Skulpturen von Rana Begum (*1977, Bangladesch). Durch Faltungen und Kontraste erzeugen sie eine fast flatterhafte Bewegung im Raum, die höchst anregend mit den fotografischen Faltungen von Shirana Shahbazi (*1974, Teheran) auf einer geradezu explodierenden Wand kontrastieren.

Rana Begum: No.563 WFold, 2014
Furnier und Lack auf Birkenschichtholz, 198 x 125 x 80 cm
Courtesy Galerie Christian Lethert
Foto: Phil White, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit dem Instrument der optischen Täuschung spielt Navid Nuur (*1976, Teheran) in seinem Videoraum ‘Transfigurations’ (2011/12): Ähnlich wie bei einem magischen Trick versetzen die Hände des Künstlers einen schwarzen Bogen Papier in Bewegung. Durch die linearen Faltungen, die sich an Kompositionsprinzipien klassischer Malerei orientieren, wird die weisse Rückseite der Fläche sichtbar und bleibt es verblüffenderweise auch selbst beim Zurückknicken des Papiers.

Navid Nuur: Transfigurations, 2011/12
Video, Farbe, Sound, 14.00 Min.
Courtesy Galeria Plan B, Cluj/Berlin
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Faltenwurf, ein Grundmotiv der Kunstgeschichte, spielt in den Werken von Mona Ardeleanu (*1984, Lörrach) eine wesentliche Rolle. Durch die zufällige oder bewusste Bearbeitung einer Fläche, ob durch minimale Erhebung oder grobe Brechung, entsteht ein Raum und plötzlich auch ein Innen und Aussen. Beim Betrachten der altmeisterlich anmutenden Werke begegnet man zunächst grundsätzlich Vertrautem, aber nach und nach beginnt der Blick zu stolpern.

Mona Ardeleanu: Drape 2016/II, 2016
Öl auf Leinwand, 140 x 120 cm
Courtesy Galerie Thomas Fuchs, Stuttgart
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kleider aus Wäscheklammern oder Wattestäbchen oder ein aus Papier gefaltetes Zelt: Die Künstlerin Iyo Hasegawa (*1988, Tokio) spielt mit der Vielfältigkeit und Wandelbarkeit von Materialien. Das Zelt ist in japanischer Origamitechnik, mit einfachen Berg- und Talfalten hergestellt und auf unterschiedliche Art und Weise aufzubauen. Die bunten Farben, der Geruch des Papiers sowie die traditionelle Falttechnik wecken typisch japanische Kindheitserinnerungen und schaffen Geborgenheit, Entspannung sowie eine Belebung der Sinne.

Das Werk ist aber auch eine Reaktion Hasegawas auf das schwere Erdbeben 2011 vor Japans Ostküste. In Notfallunterkünften wurden Patienten mit provisorischen Pappwänden voneinander getrennt, um etwas Privatsphäre zu gewährleisten.

Iyo Hasegawa: Yamaori Taniori Tent, 2011
Karton, 100 x 150 x 150 cm
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kristalline Formen aus silbrig glänzendem Papier, spinnenartige Objekte, die an die Sihouette eines Vulkans erinnern, eine netzartige Matrix, die unsichtbare Gravitationskräfte im All visualisiert – die Werke von Thomas und Renée Rapedius (*1975, Hannover und 1973, Norden) bestechen durch ihre Leichtigkeit und Fragilität.

Thomas & Renée Rapedius: O. 048 (4 Versionen), 2009 – 14
Papier, Sprühfarbe, verschiedene Maße
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit ihren rosettenförmigen Arbeiten knüpft Alke Reeh (*1960, München) an eine geometrisch-abstrakte Formensprache an, die auf eine lange Tradition zurückblickt. Ornamente kommen in allen Kulturen vor und sind oftmals zugleich Ausdruck einer alles umfassenden kosmischen Ordnung. Den Objekten, die sich leichter Hand wie ein Fächer oder ein Rock auseinanderfalten lassen, wohnt eine gewisse Bewegung inne, die Erinnerungen an Naturformen wie Pflanzenteile oder Fledermausflügel wachruft.

Alke Reeh: Decke genäht (beige), 2011
Stoff, 340 x 340 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die amerikanische Künstlerin Kaari Upson (*1972, San Bernardino, Kalifornien) beschäftigt sich in ihren Skulpturen mit den in Alltagsgegenständen eingeschriebenen Spuren menschlicher Existenz. Zwischen verführerischer Oberfläche, verstörender Körperlichkeit und rätselhaftem Verfall offenbaren die wie Wülste aus der Wand kommenden Objekte etwas vertraut Menschliches. Es handelt sich dabei um aufwendige Aluminiumabgüsse von Behältern mit herausgestülpten Mülltüten. Die massiven Formen muten fliessend bewegt an, so als könnten sie jederzeit ein Eigenleben entfalten.

Kaari Upson: Silicone Leftover (5 gal), 2015
Urethan, Acrylfarbe, Pigment, Sprühfarbe, Aluminium, 64,8 x 24,1 x 30,5 cm
Courtesy Sprüth Magers
Foto: Renato Ghiazza, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Inspiriert durch das historische ‘Café Samt & Seide’ (1927), das von Ludwig Mies van der Rohe und Lilly Reich für einen Berliner Messestand der deutschen Seidenwebereien entworfen wurde, entwickelte Erika Hock (*1980, Kirgisistan) den ‘Salon Tactile’ (2018), der als Erfahrungs-, Informations- und Arbeitsort dient.

Erika Hock: Salon Tactile, 2018
Fadenvorhänge bedruckt, Metallschienen, Holz
© Marta Herford
Foto: Hans Schröder, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Geschwungene, paraventähnliche Fadenvorhänge schaffen transparente, gleichzeitig geschlossene Zonen, in denen sich die Besucherinnen und Besucher mit den wissenschaftlichen Entwicklungen des Origami-Prinzips ebenso beschäftigen können wie ganz praktisch mit den Falttechniken selbst. Zu bestimmten Zeiten finden hier angeleitete Workshops statt.

Erika Hock: Salon Tactile, 2018
Fadenvorhänge bedruckt, Metallschienen, Holz
© Marta Herford
Foto: Hans Schröder, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Info:

24. Februar – 3. Juni 2018

Ausbruch aus der Fläche
Das Origami-Prinzip in der Kunst

Marta Herford
Museum für Kunst, Architektur, Design
Goebenstrasse 2–10
32052 Herford
Deutschland

www.marta-herford.de

***

Madame d’Ora
Machen Sie mich schön!

Wer sich von Madame d’Ora (mit bürgerlichem Namen Dora Philippine Kalmus, 1881-1963) porträtieren lässt, verleiht seiner Person einen Hauch französischer Eleganz. 1907 eröffnet d’Ora im Alter von 26 Jahren in Wien ein Portrait-Atelier, das von der Wiener Bohème bereits im ersten Jahr regelmässig besucht wird.

Ausstellungsansicht
Foto: Michaela Hille, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

D’Ora fotografiert Schriftsteller wie Arthur Schnitzler, den Komponisten Alban Berg und die Kulturkritiker Hermann Bahr und Karl Kraus.

Madame d’Ora (1881-1963):
Der Dichter Hermann Bahr, 1909
Silbergelatineabzug, 29,8 x 22,3 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Vor ihrer Kamera stehen die österreichische Tänzerin und Choreografin Grete Wiesenthal, die Modeschöpferin Emilie Flöge und zahlreiche weitere Protagonisten der Wiener Gesellschaft.

Madame d’Ora (1881-1963):
Die Modeschöpferin Emilie Flöge in einem ihrer Kleider mit den Kolo-Moser-Motiven, 1908
Silbergelatineabzug | gelatin silver print, 29,6 x 22 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Es entstehen Portraits der skandalumwitterten Nackttänzerin Anita Berber, der Operettendiva Fritzi Massary sowie von Josephine Baker, der russischen Primaballerina Anna Pawlowa …

Madame d’Ora (1881-1963):
Anna Pawlowa, 1913
Silbergelatineabzug, 22,4 x 16,7 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… und Grössen der Modewelt wie Coco Chanel und Madame Agnès. 1917 begleitet d’Ora als etablierte Portraitistin die Krönungsfeierlichkeiten von Kaiser Karl zum König von Ungarn mit der Kamera.

Madame d’Ora (1881-1963):
Modehaus Zwieback, 1913
Silbergelatineabzug, 22,8 x 30 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Von 1910 bis in die 1930er Jahre ist Madame d’Ora die Portraitistin der Wiener und Pariser Gesellschaft und der Künstlerbohème. Ihre Ateliers sucht man auf, um ästhetisch anspruchsvolle und reizvolle Selbstbildnisse entgegenzunehmen, die einen zeitgemässen Look ausstrahlen und den Anspruch auf einen Platz in der Welt der schönen, gebildeten und berühmten Menschen unterstreichen.

Madame d’Ora (1881-1963):
‘Die Verführung des heiligen Sebastian’ – Sebastian Droste und Anita Berber, 1922
Silbergelatineabzug, 21,7 x 12,8 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Gleichzeitig fotografiert Madame d’Ora auch Mode, u.a. für die Wiener Werkstätten. In den 1920er Jahren platziert die geschäftstüchtige Fotografin ihre Aufnahmen in der sich rasant entwickelnden illustrierten Presse und liefert Vorlagen für neue, gehobene Lifestyle-Magazine wie ‘Die Dame’ des Ullstein Verlags (Berlin, ab 1916), ‘Madame’ oder ‘L’Officiel de la Couture et de la Mode’. Durch die äusserst erfolgreiche Kooperation mit Bild- und Zeitschriftenagenturen erreicht Madame d’Ora eine breite Öffentlichkeit. Ihre Portraits und Modefotografien zeigen den Übergang von aristokratischen Idealen zu einem Bild von der ‘neuen Frau’, welches von der Welt des Theaters und Films geprägt ist, die sich in einer sich rasant entwickelnden Zeitschriftenkultur verbreitet.

Madame d’Ora (1881-1963):
Josephine Baker, 1928
Silbergelatineabzug, 19,4 x 16 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ein Grossteil ihrer gedruckten Porträts zeigt Damen der höheren Gesellschaft und glamouröse Schauspielerinnen. Die Vorlagen, die d’Ora an die Agenturen liefert, prägen das neue Bild der Frau mit Bubikopf, Zigarette und seidenbestrumpftem Bein, das in den gerade erfundenen, gehobenen Lifestyle-Magazinen entworfen wird. Diese Aufnahmen sind selten Modefotografien mit Nennung des Modeschöpfers zur Präsentation von Kollektionen. Die fotografierten Stars dienen vor allem der modischen Orientierung.

Madame d’Ora (1881-1963):
Ada André in einer Avantgarde-Jacke der 1930er Jahre, 1930
Silbergelatineabzug, 19,7 x 16,7 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Erste dezidierte Modefotografien entstehen 1909 im Auftrag der Wiener Modehäuser Zwieback und Decrole, für den Salon der Schwestern Flöge und für die Wiener Werkstätten. Ab 1925 zählt die Modefotografie zu d’Oras Hauptgeschäft. Sie erstellt für das französische Publikationsorgan der Modeindustrie ‘L’Officiel de la Couture’ zahlreiche Aufnahmen von Lanvin, Edward Molyneux, Louis Bourbon, Lucile Pasay oder Madame Agnès. Die Arbeiten kann sie auch auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt unterbringen, wo die Mode in Frankreich noch immer als stilprägend gilt.

Madame d’Ora (1881-1963):
Madame Agnès, um 1930
Silbergelatineabzug, 22,8 x 20 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Während des nationalsozialistischen Regimes verschlechtert sich die Auftragslage der jüdischen Fotografin zunehmend. Der zweite Weltkrieg setzt eine radikale Zäsur. Als Jüdin flieht d’Ora 1940 in die Ardèche und gelangt 1945 nach Österreich, wo sie 1945/1946 bei Wien das Schicksal der Flüchtlinge dokumentiert. Hier betätigt sie sich erstmals als Sozialreporterin. 1950 und 1958 schafft sie zwei bis heute verstörende Serien über Schlachthöfe, die als künstlerische Reaktion auf die Gräuel des Krieges verstanden werden können.

Madame d’Ora (1881-1963):
Tamara de Lempicka mit einem Hut von Rose Descat, 1933
Silbergelatineabzug, 22,8 x 17,2 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Serie um den Marquis de Cuevas zeigt auf, wie sich der Fokus im Werk d’Oras in dieser Zeit verschiebt. Dem schönen Anschein und dem Glamour, die sie so oft fotografiert hatte, stellt sie das Vergängliche gegenüber und macht die Brüchigkeit sichtbar. So zeigt sie den alternden und gebrechlichen Ballett-Impressario Marquis de Cuevas im Rollstuhl, umringt von jungen und schönen Tänzerinnen. Das Motiv des Morbiden findet sich auch in ihren neuen Portraits. Den Literaten William Somerset Maugham, die Schriftstellerin und Journalistin Colette und den Chansonier und Schauspieler Maurice Chevalier zeigt sie als gealterte Menschen mit zerfurchten Gesichtern.

Madame d’Ora (1881-1963):
Frau, einen kränklichen Mann stützend, 1946–1948, aus der Flüchtlings-Serie
Silbergelatineabzug, 34,7 x 29,5 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

1959 findet ihre Laufbahn nach einem Unfall ein abruptes Ende, 1963 stirbt sie im Alter von 82 Jahren in Frohnleiten in der Steiermark.

Madame d’Ora (1881-1963):
Madame de La Haye-Jousselin in einem Reitkostüm à la Elisabeth von Österreich von Pierre Balmain, 1955
Silbergelatineabzug, 26,8 x 19,7 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) gibt in seiner umfassenden Retrospektive mit rund 250 Exponaten erstmals einen Überblick über das Schaffen d’Oras und nimmt eine Neubewertung ihres Werkes vor. Über 30 Jahre nach der ersten Monografie, die d’Oras Wirken als Gesellschaftsportraitistin beschreibt, erlauben neue Erkenntnisse andere Zugänge zu ihrem Werk. In den Vordergrund rücken das persönliche Umfeld der Fotografin und die teils radikalen Auswirkungen der gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Veränderungen auf ihr Schaffen. Neu eingesehenes Material aus ihrem schriftlichen Nachlass und zahlreiche neu entdeckte Fotografien geben Aufschluss über ihre Wurzeln im jüdischen Wiener Bürgertum, ihre lange Freundschaft mit Maurice Chevalier und der Pariser Modistin Madame Agnès sowie über die vielschichtige Arbeit für den Ballettimpresario Marquis de Cuevas.

Madame d’Ora (1881-1963):
Marquis George de Cuevas mit Balletttänzerin, um 1955
Silbergelatineabzug, 17,4 x 21,5 cm
© Nachlass d’Ora/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung versammelt rund 170 fotografische Arbeiten aus dem Nachlass der Fotografin im MKG, zudem Modeobjekte von internationalen Leihgebern und zeitgenössische Zeitschriften. Die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Photoinstitut Bonartes und dem Leopold Museum, Wien, entstanden ist, läuft noch bis zum 18. März 2018.

Info:

21. Dezember 2017 – 18. März 2018

Madame D’Ora
Machen Sie mich schön!

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Steintorplatz
20099 Hamburg
Deutschland

www.mkg-hamburg.de

***

Golden Kingdoms:
Luxury and Legacy in the Ancient Americas

Ab dem 28. Februar 2018 zeigt das Metropolitan Museum of Art in New York eine wegweisende Ausstellung über die Kunst und Kunstfertigkeit der Inkas, Azteken und ihrer Vorfahren. Die Entstehung und Blüte der Goldverarbeitung im alten Amerika steht von ihrem frühesten Auftreten in den Anden bis zu ihren späteren Ausprägungen weiter nördlich in Mittelamerika und Mexiko – einen Zeitraum von mehr als 2000 Jahren umfassend – im Mittelpunkt der Ausstellung ‘Golden Kingdoms’.

Key Visual

Die Metallbearbeitung entwickelte sich vorwiegend im Kontext von Ritualen und Insignien und eher nicht für die Herstellung von Werkzeugen, Waffen oder Münzen. ‘Golden Kingdoms’ geht ausserdem der Besonderheit nach, dass nicht nur Metalle, sondern auch Jade, Muscheln und Federn verwendet wurden – Materialien, die oft als wertvoller angesehen wurden als Gold. Präsentiert werden mehr als 300 Exponate von 52 internationalen Leihgebern – sowohl neu entdeckte archäologische Funde als auch Meisterwerke aus bedeutenden Museen Lateinamerikas, Europas und aus den Vereinigten Staaten. Die Schau wirft damit ein neues Licht auf diese alten Zivilisationen und ihren Platz in der Weltgeschichte.

Sehr sehenswert ist ein Video, mit dem die Kuratorin, Joanne Pillsbury, in die Ausstellung einführt. Ein ganzer Reigen von kostbaren, kunstvoll gearbeiteten, seltenen Preziosen und Schätzen spricht eine eigene Sprache! Bitte zwei mal klicken, zuerst auf diesen Link, dann nochmals auf der Website des Museums.

Info:

28. Februar – 28. Mai 2018

Golden Kingdoms:
Luxury and Legacy in the Ancient Americas

The Metropolitan Museum of Art
1000 Fifth Avenue
Gallery 199
New York
NY 10028
USA

www.metmuseum.org

***

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg Beyond the New

Die niederländische Produktdesignerin Hella Jongerius und die Designtheoretikerin Louise Schouwenberg wurden eingeladen, für die Paternoster-Halle der Pinakothek der Moderne München eine ortsspezifische Installation zu entwickeln.

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Installation
Die Neue Sammlung – The Design Museum, München
Foto: Roel van Tour, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Neue Sammlung – The Design Museum präsentiert bereits seit 2015 ihr zehnmonatiges Ausstellungsformat für zeitgenössische Designpositionen in der zweigeschossigen Paternoster-Halle, deren architektonische Besonderheit vor allem durch die stete Bewegung der beiden Paternosteraufzüge definiert wird.

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Installation, Detail
Die Neue Sammlung – The Design Museum, München
Foto: Roel van Tour, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Hella Jongerius hat insbesondere durch ihre charakteristische Arbeitsweise, eine Verbindung aus Handwerk und industriellen Prozessen, sowie durch ihre markanten Textil- und Farbentwürfe internationale Anerkennung erlangt. Louise Schouwenberg ist Kunst- und Designtheoretikerin und leitet den Fachbereich für Contextual Design an der renommierten Design Academy in Eindhoven.

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Installation, Detail
Die Neue Sammlung – The Design Museum, München
Foto: Roel van Tour, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Jongerius und Schouwenberg verfassten 2015 das Manifest ‘Beyond the New. A Search for Ideals in Design’, welches sie auf dem Salone del Mobile in Mailand vorstellten. Darin kritisieren sie das vorrangige Interesse der Produktindustrie an der Idee des ewig Neuen um der Neuheit willen und plädieren stattdessen für eine wahrhaftige kulturelle Innovation.

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Installation
Die Neue Sammlung – The Design Museum, München
Foto: Roel van Tour, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Idee des Neuen wird in der Ausstellung nun auf das Museum und seine Sammlung übertragen. Wie ist Design hier definiert? Wie unterscheiden sich die Anforderungen des Marktes von den kulturellen Ansprüchen des Museums? Kann kulturelle Innovation im Museum verortet sein?

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Installation, Detail
Die Neue Sammlung – The Design Museum, München
Foto: Roel van Tour, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Ja und Nein’, sagen Jongerius und Schouwenberg. ‘Auf der einen Seite ist das Museum der ideale Ort, um die vielfältigen kulturellen Bedeutungen von Design verständlich zu machen. Der Besucher kann hier nachvollziehen, welche Exponate zum Zeitpunkt ihrer Entwicklung das Ergebnis einer kulturellen Innovation waren und im Laufe der Zeit nichts an Bedeutung eingebüsst haben. Auf der anderen Seite …

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Installation
Die Neue Sammlung – The Design Museum, München
Foto: Roel van Tour, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… stellt sich natürlich die Frage, ob in einem Museum die Diskrepanz zwischen Design als kulturellem Artefakt und Design als kommerziellem Gut überzeugend veranschaulicht wird. Kann das Museum tatsächlich Erkenntnisse über die Bedeutung von Design im Alltagsleben der Menschen vermitteln, wenn die Objekte im musealen Kontext ihres Funktionswertes beraubt sind?’

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Installation, Detail
Die Neue Sammlung – The Design Museum, München
Foto: Roel van Tour, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ein thematischer Schwerpunkt der Ausstellung ist der Aspekt des Sammelns und Ausstellens in der Neuen Sammlung – The Design Museum vor dem Hintergrund ihrer geschichtlichen Entwicklung. Mittels verschiedener Installationen wird beleuchtet, wie unterschiedliche Kontexte die Wertschätzung funktionaler Dinge beeinflussen können.

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Installation
Die Neue Sammlung – The Design Museum, München
Foto: Roel van Tour, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Jongerius und Schouwenberg: ‘Designobjekte sind Vermittler zwischen Menschen und ihrer Umgebung. Sobald man sich ihrer enormen Wirkung bewusst wird, erkennt man auch, welche Entwürfe hochwertiger und bedeutungsreicher sind als andere.’

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Installation, Detail
Die Neue Sammlung – The Design Museum, München
Foto: Roel van Tour, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zur Ausstellung erscheint die Publikation ‘Louise Schouwenberg & Hella Jongerius. Beyond the New. On the Agency of Things’ bei Koenig Books, gestaltet von Irma Boom.

Hella Jongerius und Louise Schouwenberg
Foto: Labadie / Van Tour, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Konzept: Hella Jongerius & Louise Schouwenberg
Kuratorin: Dr. Angelika Nollert
Co-Kuratorin: Dr. Xenia Riemann-Tyroller

Info:

10. November 2017 – 16. September 2018

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New

Pinakothek der Moderne
Die Neue Sammlung – The Design Museum
Barer Strasse 40
80333 München
Deutschland

www.dnstdm.de

***

Reif für die Insel
Tourismus auf Sylt, Hiddensee und Mallorca

Urlaub ist eine kleine Flucht aus dem Alltag. Und nirgendwo kann man die arbeitsfreien Wochen schöner verbringen, als auf einer Insel. Sylt, Hiddensee und Mallorca sind Ferienparadiese. Jede dieser Inseln verkörpert ein bestimmtes Klischee: die Insel der Schönen und Reichen in der Nordsee, die Insel der Einzelgänger und Naturliebhaber in der Ostsee, die Insel der Massen und Stars im Mittelmeer. Die Wirklichkeit ist vielschichtiger.

Ausstellung ‘Reif für die Insel’
Illustration: Vera Brüggemann, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit rund 500 Exponaten zeigt die Ausstellung, wie sich der Tourismus am Strand entwickelt hat. Zu sehen sind Plakate, Souvenirs, Bademode und Fotografien. So wird klar, wie die Deutschen Urlaub machen, vom Kaiserreich bis heute, in West und in Ost, im Inland und im Ausland. Die Ausstellung wird ergänzt durch eine darauf abgestimmte Fotoausstellung zu den drei Inseln auf dem oberen Galeriegang im Museum Tuch + Technik.

Blick in die Ausstellung
Foto: Holtappels, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung ist eine Übernahme aus dem LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop. Sie wurde zuvor im TextilWerk Bocholt präsentiert.

Info:

23. März – 26. August 2018

Reif für die Insel
Tourismus auf Sylt, Hiddensee und Mallorca

Museum Tuch + Technik
Kleinflecken 1
24534 Neumünster
Deutschland

www.tuchundtechnik.de

Eröffnung:
Do, 22. März 2018, 19 Uhr

***

… und ein rotes Tuch

Rote Segel am Ufer der Hase, rote Fische schweben über dem Mühlenteich und eine rote Boje weist den Weg. Betondreiecke mit roten Stahlspitzen erobern den Boden des Innenhofs und lehnen sich an die Aussenwand. Ein überdimensionales rotes Kissen auf dem Fabrikschornstein droht herunter zu fallen … . Das berühmte Bramscher Rot der Tuchmacher hat Reinhard Dasenbrock schon in seiner Kindheit fasziniert. In der Ausstellung spielt es eine dominante Rolle.

Einladung

Rotes Tuch leuchtet auch auf den Fotografien und Aquarellen von August Wallenhorst, Christa Schall, Matthias Welp und Hermann Pentermann, die von Dasenbrocks Installation ‘Zeitenkorrespondenz’ entstanden sind.

Ab dem 18. März 2018 zeigt das Tuchmacher Museum Bramsche diese spannende Ausstellung unter dem Titel ‘… und ein rotes Tuch’, die um 11 Uhr eröffnet wird.

Info:

18. März – 29. April 2018

… und ein rotes Tuch
Installationen, Aquarelle und Fotografien von
Reinhardt Dasenbrock, Hermann Pentermann, Christa Schall,
Hubertus ‘August’ Wallenhorst und Matthias Welp

Tuchmacher Museum Bramsche
Mühlenort 6
49565 Bramsche
Deutschland

www.tuchmachermuseum.de

Eröffnung:
So, 18. März 2018, 11 Uhr

Einladungskarte

***

Ocean Liners: Speed and Style

Ein Hauch von nostalgischem Flair umgibt die neue Ausstellung ‘Ocean Liners: Speed and Style’, die das Londoner Victoria and Albert Museum noch bis zum 17. Juni 2018 zeigt.

Die Normandie in New York, 1935 – 39
© Collection French Lines
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Als eines der grössten Designmuseen weltweit legt man hierbei weniger Wert auf technische Darstellungen der Ozeandampfer, die …

Titanic im Trockendock, um 1911
© Getty Images
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… von Mitte des 19. bis Ende des 20. Jahrhunderts den Verkehr auf den Weltmeeren revolutionierten, sondern richtet den Fokus auf das Design und seine Wirkung auf die Kultur, widergespiegelt in den Interieurs oder im Lebensstil an Bord.

Kinderstuhl aus dem Spielzimmer der ersten Klasse
Design: Marc Simon und Jacqueline Duché, um 1934, Frankreich
© Miottel Museum, Berkeley, California
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Titanic, Normandie, Queen Mary – überall gibt es verborgene Designgeschichten zu entdecken. So wird das goldene Zeitalter der Schiffsreisen …

Koffer, Maison Goyard, 1940er/50er Jahre
Vorbesitzer: The Duke of Windsor
© Miottel Museum, Berkeley, California
Foto mit freundlicher Genehmigung vom Peabody Essex Museum, Salem, Massachusetts
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… anhand von über 250 Objekten dargestellt: Gemälde, Skulpturen und Schiffsmodelle, Mode, Fotografien, Plakate und Filme beginnen zu erzählen.

Empress of Britain
Plakat für Canadian Pacific Railways
Farblithographie, J.R. Tooby, London 1920
© Victoria and Albert Museum London
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zu den Highlights der Ausstellung gehören beispielsweise ein kostbares Cartier-Diadem, das 1915 aus der sinkenden Lusitania geborgen wurde …

Diadem mit Diamanten und Perlen
aus der Lusitania gerettet
Cartier, Paris, 1909
Vorbesitzerin: Lady Marguerite Allan
Marian Gérard, Cartier Collection
© Cartier
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… das Kostüm von Christian Dior, das Marlene Dietrich trug, als sie 1950 an Bord der Queen Mary in New York ankam …

Marlene Dietrich in einem Kostüm von Christian Dior
New York, 21. Dezember 1950
© Getty Images
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… ein auffälliges Couture-Kleid von Lucien Lelong, das 1935 auf der Jungfernfahrt der Normandie getragen wurde und …

Kleid von Lucien Lelong, Frankreich 1935
Seide
von Bernadette Arnal auf der Jungfernfahrt der Normandie getragen
© Les Arts Décoratifs, Paris
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… ein Flatterkleid aus der Sammlung des V & A – Jeanne Lanvins ‘Salambo’-Kleid – eine Version dieses Abendkleids, die 1925 auf der Weltausstellung in Paris (Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes) gezeigt wurde.

‘Salambo’-Kleid, Jeanne Lanvin, Frankreich 1925
Seidengeorgette, mit Glasperlen bestickt
Vorbesitzerin: Miss Emilie Grigsby
Geschenk von Lord Southborough, 1967
© Victoria and Albert Museum, London
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ausserdem werden Werke von Künstlern, Designern und Architekten der Moderne, die sich durch das Thema inspiriert fühlten, wie z.B. Le Corbusier, präsentiert.

‘Salambo’-Kleid, Jeanne Lanvin, Frankreich 1925
Seidengeorgette, mit Glasperlen bestickt, Detail
© Victoria and Albert Museum, London
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Ocean Liners: Speed and Style’ geht desweiteren auch auf die sich im Laufe des 20. Jahrhunderts ändernden Ansichten und Anforderungen ein und zeigt die Weiterentwicklungen bis hin zum modernen Kreuzfahrtschiff auf. Die Nostalgie für die grossen ‘schwimmenden Paläste’ der Vergangenheit bleibt jedoch heute noch spürbar.

Zu den Höhepunkten an Bord gehörte die ‘Grande Descente’ – ein Sehen und Gesehenwerden beim Betreten des Speisesaals in den elegantesten Abendroben. Wie das V & A drei Repliken glamouröser Abendkleider im Stil der 1920er Jahren für Live-Auftritte schuf, kann man auf einem sehenswerten Video verfolgen. Bitte zwei mal klicken, zuerst auf diesen Link, dann nochmals auf der Website des Museums.

Info:

3. Februar – 17. Juni 2018

Ocean Liners: Speed and Style

Victoria and Albert Museum
Cromwell Road
London SW7 2RL
England

www.vam.ac.uk

***

Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel

Sie wollen den BERNINA Blog verlassen?

Tragen Sie sich davor in unseren Newsletter ein und lassen Sie sich auch zukünftig von BERNINA inspirieren. Über unseren Newsletter senden wir Ihnen einmal pro Woche raffinierte Anleitungen und Vorlagen für Ihre kommenden Nähprojekte.