Kreative Artikel zum Thema Nähen

Schönes nähen aus Waffelpiqué

Ich gebe zu, ich laufe manchmal den Trends – nicht nur beim Nähen- etwas hinterher. Manchmal verschlafe ich auch den ein oder anderen.

Bei Stoffen passiert das in der Regel aber selten, schließlich fragen mich ja die Kunden dann vermehrt nach z.B. Musselin oder Viskose. Allerdings haben mich nur sehr wenige Kunden bisher nach Waffelpiqué gefragt. Und hätte ich nicht irgendwo bei Instagram oder Pinterest etwas schönes entdeckt (ich weiß schon gar nicht mehr was es war), es wäre gar nicht in meinem Hirn hängen geblieben. Außerdem finde ich das Wort “Waffelpiqué” irgendwie genauso gruselig wie “Plissee”. Ich kann gar nicht genau sagen warum.

Lange Rede kurzer Sinn – ich sah ein Bild und war irgendwie verzaubert. Also gleich beim Händler ein paar Farben bestellt und was soll ich sagen… die Kunden sind begeistert. Auch mein ganzes Team schwärmt von der tollen Griffigkeit und den vielen Sachen, die man daraus machen kann. Ich habe Euch mal eine Pinnwand erstellt, dort könnt Ihr sehen, dass man wirklich ganz tolle Sachen daraus nähen kann. Natürlich will ich Euch auch ein, zwei Projekte zeigen.

Nähprojekte mit Waffelpiqué

Das Erste, was mir einfiel, war eine kuschelige Decke, kombiniert mit Double-Gauze – auch einer meiner Stoff-Lieblinge. Die ist wirklich schnell gemacht und mit einen Zick-Zack-Stich am Rand abgesteppt finde ich sie so schlicht-schön, dass es mir wirklich schwer fällt, sie im Laden hängen zu lassen.

Viele Double-Gauze-Stoffe haben nur eine Stoffbreite von 110 cm. Also habe ich die Decke einfach 110 x 110 cm groß gemacht.

Und weil der Piqué-Stoff aber 150 cm breit liegt, blieb noch etwas übrig, was natürlich auch dringend verarbeitet werden musste. Also entstanden daraus zwei kleine Baby-Accessoires: ein Halstuch und ein Waschlappen, und für die Küche noch ein Geschirrtuch.

Die große Frage bei Tüchern alles Art ist ja immer die der Kantenverarbeitung. Hier bei dem Waschlappen habe ich einfach mal die Webkante so gelassen wie sie ist, ich fand die fransige Kante so schön. Die andere Seite wäre natürlich ausgefusselt, also hab ich sie mit einem Schrägband eingefasst.

Bei dem Geschirrtuch habe ich auf die Löcher der Webkante ein Webband aufgenäht. Mit dem Schmalkantfuß wird das ganz herrlich ordentlich.

An der unteren Kante haben ich dann einfach einen Einschlag-Umschlag-Saum gemacht, der wird gar nicht so dick wie ich erst befürchtet habe, und zu guter letzt habe ich noch einer Kante mit der Overlock einen Rollsaum verpasst.

Dazu habe ich die Farben des Webbandes wieder aufgenommen. Bei der Decke habe ich den Zickzack mit dem schönen Seralon von Mettler abgesteppt, den Rollsaum habe ich für ein bisschen mehr Glanz das Poly sheen verwendet.

Ach, ich könnte sofort weitermachen, aber es warten noch viele andere neue Dinge, die ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe!

Was meint Ihr zum Waffelpiqué? Altbacken oder Klassiker?

Viel Spaß beim Nähen,

Christiane

Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: Amann Mettler Poly Sheen, Amann Mettler Seralon, Double Gauze, Waffelpiqué
Verwendete Produkte:
bernette 44
bernette 44
BERNINA 215
BERNINA 215
Schmalkantfuss # 10
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Kommentare zu diesem Artikel

8 Responses

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  • Margit Dankerl

    Waffelpique’ daraus lässt sich prima ein Saunakilt nähen. Mit Snaps auf die jeweilige Weite regulieren -für Männer und Frauen. Ein schönes Geschenk, da die Snaps -auch wenn der Umfang nicht bekannt ist – individuelle Weiten ermöglichen.

    Viel Spaß beim nähen

    • Christiane Colsman

      Hallo Margit,

      stimmt, das kann ich mir auch gut vorstellen. Danke für den Tipp!

      Christiane

  • Dagmar Klaepperle

    Ich habe mir einen Kimono Morgenmantel aus zartbeige/weißem Waffelpique genäht. Butterweich und herrlich auf der Haut, ich liebe diesen Stoff.

    • Christiane Colsman

      Oh! Danke für das Foto. Hätte gar nicht gedacht, dass eine Stickerei darauf so gleichmäßig wird!

  • Kerstin Zupu

    Waffelpiqué  – keinesfalls altbacken. Im Gegenteil, sofern aus 100% BW.  Für mich das ideale Material für Waschlappen und Handtücher, weniger als Geschirrtuch. Wegen der Struktur ein tägliches sanftes Peeling, ganz ohne Chemie. Leider selten farbig zu bekommen, meist nur weiß gebleicht oder cremefarben/Natur. Färben ist möglich, macht allerdings Struktur und Griff etwas härter. Ich säume die Ränder gerne mit farbig abgesetztem Zierstich (Umschlag ca. 1 cm, Stickvlies unterlegen!), ein hübsches Monogramm oder Stickmotiv macht die Tücher noch attraktiver.

    Ein Tipp: näh Schrägband mit schmalem Zickzack und vergrößerter Stichlänge direkt an der Schrägbandkante. Mit Geradstich aufgenäht, wellt sich der Schrägbandrand bei Wäsche und Trockner, was bei Zickzackstich nicht passiert.

    • Christiane Colsman

      Danke Kerstin, für den Tipp mit dem Zickzackstich – werde ich beherzigen und weitergeben. Meinen “Muster-Waschlappen” aus dem Geschäft werde ich aber wohl eher nicht waschen (müssen).
      Bei uns gibt es übrigens tolle Farben, schau gerne mal in unseren Shop!

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