Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps März 2020

Teximus 3

‘Lange Fädchen – faule Mädchen’ hiess es in der Handarbeitsstunde. Das war damals.

Gabriela Giger: Hommage an die Natur … Grün 1
120 x 180 x 12 cm
Textil- und Recyclingmaterialien, teils fluoreszierend
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Was aber wird heute aus den langen Fädchen, wenn man sie fröhlich kecken und unartigen, spielerisch begabten und mutigen, sensibel einfühlsamen und poetischen Mädchen als gestalterisches Material in die Hände gibt?

Noriko Steiner-Obata: ungeformte Worte – blau
145 x 60 cm
gebrauchte Seidenstoffe, Polyester-Faden
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Was stellen zeitgenössische Künstler jeglichen Geschlechts, Alters und Charakters mit Fädchen und Fasern in verschiedenen Längen, Farben und Herkunft an, mit alten und neuen, textilen und anderen Techniken?

Patricia Brunner: Flechtwerk 1
80 x 80 x 7 cm
Schwemmholz, Eisendraht
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Textile Kunst wird heute neu gedacht. Befreit aus dem Kontext der Disziplinierung von faulen Mädchen zeigt sie ein riesiges Potenzial an künstlerischen Möglichkeiten.

Heidi König: Wellengang
82 x 124 cm
Wholecloth weiss auf weiss, bemalt von beiden Seiten, in 7 Wellen geschnitten und miteinander verwoben.
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

In den Museen und Galerien der gesamten Welt erhält sie zunehmend die Beachtung und Selbstverständlichkeit, die ihr gebührt.

Cilia Unholz: Aufbruch
2019
58 x 49 cm
Leinen
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Besonders junge Künstler*innen lassen sich nicht mehr von verstaubt denkenden Kunstexperten und -betrachtern in Schubladen pressen. Sie setzen das Textile gleichberechtigt mit allen anderen künstlerischen Möglichkeiten ein.

Marianne Keel: Partnervorschläge
44 x 100 x 19 cm
Stoff
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Während die Jungen ganz frei und unbelastet sind, haben die Älteren die Techniken noch fundiert gelernt und kennen auch viele Geschichten dazu. So ergibt sich ein fruchtbarer Austausch, der an die reiche textile Geschichte der Schweiz anknüpft.

Daniela Melberg: Ohne Titel
54 x 54 cm
Merino
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Zum dritten Mal zeigt TAFch (Textile Art Forum Schweiz) in der Altstadthalle Zug einen umfassenden Überblick über das textile Schaffen der Schweiz. Aus 93 Werken wählte eine Jury 45 von 31 Künstlerinnen für die Ausstellung ‘Teximus 3’ aus.

Martine Edard: SOFT MOSAIC
70 x 70 cm
Différentes sortes de laines, de soies et coton
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Katalog erhältlich.

Zu meinen Berichten über die vorausgegangenen Ausstellungen ‘Teximus 1’ (2014) und ‘Teximus 2’ (2017) geht es hier.

Info:

26. – 29. März 2020

Teximus 3

Altstadthalle
Unter Altstadt 14
6300 Zug
Schweiz

www.tafch.ch

Einladungskarte

Vernissage:
Do, 26. März 2020, 18 – 21 Uhr

Öffnungszeiten:
Fr 27./Sa 28. März: 10 – 19 Uhr
So 29. März: 10 – 17 Uhr

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7. Europäische Quilt-Triennale

Die Ausstellung der 7. Europäischen Quilt-Triennale im Textilmuseum St. Gallen hatte ich hier schon ausführlich angekündigt. Inzwischen läuft die Schau und es gibt einige sehr schöne Ausstellungsansichten, die ich an dieser Stelle zeigen möchte, um Neugier und Appetit auf einen Besuch anzuregen.

Ausstellungsansicht
‘7. Europäische Quilt-Triennale’ im Textilmuseum St. Gallen (14. Feb. – 19. Apr. 2020)
Im Vordergrund ein Detail aus der Arbeit ‘Wind me in the sea’ von Margaret Ramsay (UK), im Hintergrund der Quilt ‘Jeder Mensch braucht ein Geheimnis’ von Regina Birk (D).
Foto: Textilmuseum St. Gallen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Wie bekannt, wurden Wettbewerb und Ausstellung 2018 von der Textilsammlung Max Berk, Heidelberg, ausgerichtet. Die 41 von einer internationalen Jury ausgewählten Arbeiten …

Ausstellungsansicht
‘7. Europäische Quilt-Triennale’ im Textilmuseum St. Gallen (14. Feb. – 19. Apr. 2020)
Detail aus der Arbeit ‘Kontakt’ von Susanne Klinke (D)
Foto: Textilmuseum St. Gallen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… repräsentieren ein breites Spektrum an Techniken, Konzepten und Motiven bei durchweg individuellen Bildsprachen, die sowohl die Verbundenheit mit textilen Traditionen als auch die Suche nach innovativen Ausdrucksformen erkennen lassen.

Ausstellungsansicht
‘7. Europäische Quilt-Triennale’ im Textilmuseum St. Gallen (14. Feb. – 19. Apr. 2020)
Im Vordergrund ein Detail aus der Arbeit ‘Netzwerk im Fluss der Zeit’ von Judith Mundwiler (CH), im Hintergrund ‘Verschlüsselt’ von Gisela Hafer (D)
Foto: Textilmuseum St. Gallen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die hier von Künstlerinnen aus elf europäischen Ländern eingereichten Arbeiten sind von hohem künstlerischen Niveau.

Ausstellungsansicht
‘7. Europäische Quilt-Triennale’ im Textilmuseum St. Gallen (14. Feb. – 19. Apr. 2020)
An der Wand der Quilt ‘Erinnerungen an Indien’ von Yael David-Cohen (UK), in der Vitrine die Arbeit ‘Buch’ von Els van Baarle (NL)
Foto: Textilmuseum St. Gallen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Schweizerin Judith Mundwiler ist für ihre Innnovationskraft und Experimentierfreude mit dem Doris-Winter-Gedächtnis-Preis geehrt worden.

Judith Mundwiler: Netzwerk im Fluss der Zeit, Detail
2017
Foto: Judith Mundwiler, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Weitere Künstlerinnen aus der Schweiz, die überproportional gut vertreten ist, stehen für die aktive Art-Quilt-Szene des Landes.

Ausstellungsansicht
‘7. Europäische Quilt-Triennale’ im Textilmuseum St. Gallen (14. Feb. – 19. Apr. 2020)
Im Hintergrund ‘Labyrinth’ von Irina Voronina (RUS)
Foto: Textilmuseum St. Gallen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung ist noch bis einschliesslich 19. April 2020 im Textilmuseum St. Gallen zu sehen.

Ausstellungsansicht
‘7. Europäische Quilt-Triennale’ im Textilmuseum St. Gallen (14. Feb. – 19. Apr. 2020)
‘Topogravity’ von Jutta Kohlbeck (D)
Foto: Textilmuseum St. Gallen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zur Ausstellung ist ein Katalog (d/e) erhältlich.

Ausstellungsansicht
‘7. Europäische Quilt-Triennale’ im Textilmuseum St. Gallen (14. Feb. – 19. Apr. 2020)
‘Engel der Sehnsucht’ von Brigitte Kopp (D)
Foto: Textilmuseum St. Gallen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Das Museum organisiert ein interessantes Rahmenprogramm; auf mein Museumsgespräch am Do, 5. März 2020 möchte ich nochmals hinweisen und freue mich auf ein Wiedersehen oder ein Kennenlernen.

Info:

14. Februar 2020 – 19. April 2020

7. Europäische Quilt-Triennale

Textilmuseum St. Gallen
Vadianstrasse 2
9000 St. Gallen
Schweiz

www.textilmuseum.ch

Öffnungszeiten:
täglich 10 – 17 Uhr

Rahmenprogramm:

Vergangen – gegenwärtig – künftig
Künstlerische Darstellungen der Zeit
Museumsgespräch mit Gudrun Heinz
Do, 5. März 2020, 18 Uhr
Der Museumseintritt schliesst den Ausstellungsbesuch, das Museumsgespräch sowie einen kleinen Apéro ab 17.45 Uhr ein.
Treffpunkt: Foyer des Textilmuseums, ohne Voranmeldung

Traditional Embroidery
Workshop mit Elisabeth Roulleau
Di – Do, 17. – 19. März 2020, jeweils 10 – 17 Uhr
Anmeldung erforderlich

Öffentliche Ausstellungsführungen:
So, 1. März / 5. April 2020, jeweils 11 Uhr

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25 Jahre Queenbee-Quilter

Eine neue Ausstellung der Queenbee-Quilter steht bevor. Ich kenne und schätze die Damen der Gruppe schon seit vielen Jahren und wir laufen uns bei Ausstellungen in der Nähe, aber auch in der Ferne immer wieder über den Weg. Es gibt dann jedesmal ein freudiges Hallo und Neuigkeiten werden ausgetauscht. So teilten sie mir schon vor einiger Zeit mit, dass sie ENDLICH wieder ausstellen werden.

Flyer

Lange hatten sie auf die Zusage gewartet, denn sie wollten wieder in die Galerie im Aschingerhaus in Oberderdingen, um ihr 25-jähriges Jubiläum zu begehen. Mit dem Aschingerhaus verfügt die Gemeinde Oberderdingen (in der Nähe von Bretten gelegen) über eine sehr gern gefragte Location für Ausstellungen, in der Quilts sehr schön zur Geltung kommen. Es wird Zeit, denn da die Queenbee-Quilter sehr fleissig sind, hat sich nicht nur einiges Neues angesammelt, auch werden die Schöpferinnen von traditionellen, aber auch modern aufgefassten Arbeiten leider nicht jünger. Dorothea Auch, mit ihren 88 Jahren die Älteste in der Runde, ist noch fit und produktiv und hat einen grossen dreiteiligen Quilt ‘Weites Land’ vollendet, der sehr sehenswert ist.

Flyer

Nun ist die Jubiläums-Ausstellung also in Sicht und wird am Sonnatg, 15. März 2020 eröffnet. Besonders gefreut habe ich mich, dass ich wieder angefragt worden bin, um anlässlich der Vernissage die Einführungsrede zu halten. Bestimmt sieht es dann im Aschingerhaus ähnlich reizvoll aus wie beim letzten Mal – hier findet man meine Berichte für einen ersten Eindruck. Ich freue mich jedenfalls sehr und die zwölf Damen der Gruppe auch, wenn, wer in der Nähe ist, einfach vorbeischaut. Wer sich zwischen Bruchsal, Karlsruhe und Pforzheim befindet, sollte die Ausstellung nicht verpassen.

Info:

15. März – 19. April 2020

25 Jahre Queenbee-Quilter

Galerie im Aschingerhaus
Aschingerstrasse 3
Eingang: Flehinger Strasse / Krummer Weg
75038 Oberderdingen
Deutschland

www.oberderdingen.de

Flyer

Vernissage:
So, 15. März 2020, 11 Uhr

Einführung:
Gudrun Heinz

VERNISSAGE ABGESAGT!
Wegen der Corona-Virus-Gefahr hat die Gemeinde Oberderdingen die Vernissage abgesagt. Die Ausstellung findet aber statt und kann zu den angegebenen Öffnungszeiten besucht werden. Für den 19. April 2020 wird an eine Finissage gedacht.

Öffnungszeiten:
Mi – So: 14 – 17 Uhr

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6. Eichstätter Frauentage

Vom 6. – 8. März 2020 finden in Eichstätt – mitten im Dreieck München, Nürnberg, Augsburg in der Nähe von Ingolstadt gelegen – die 6. Eichstätter Frauentage statt. Anlässlich des Internationalen Frauentages wird ein abwechslungsreiches Programm aus Kunst und Kultur, kritisch-politischen Veranstaltungen und vielfältigen Aktionen geboten – ein Blick auf das Angebot lohnt sich.

Flyer

Besonders freut sich das Organisationsteam, eine Ausstellung mit textilen Kunstwerken zeigen zu können, die schon weit in Europa herumgekommen sind. ‘Ob genäht, gestickt oder gefilzt, sind die Werke eine Quelle der Inspiration für alle, die selbst mit Stoffen und Garnen arbeiten und die textiles Material wertschätzen’, schreibt mir Franziska Braun-Wiedmann, eine der Organisatiosfrauen und als Mitglied der Gruppe JuraStoffWerk auch für das Rahmenprogramm zur Ausstellung zuständig: Bei vier Workshops kann frau selbst aktiv werden und eigene Werke nähen.

Drei sehr eindrucksvolle und farbenfrohe Ausstellungen, die ab Freitagvormittag in der ehemaligen Johanniskirche zu sehen sind, hat Franziska zu den Frauentagen geholt:

Die ‘SnipSISters’, Gonhild Murmann (München), Eva Wöhrl und Gabi Fischer (Freising), präsentieren ihre ‘Advanced Girls‘, eine Ausstellung die schon die Besucher*innen des Europäischen Patchwork Meetings in Ste Marie-aux-Mines (F) und andernorts begeisterte. Die Textilkünstlerinnen nähern sich dem unerschöpflichen Thema ‘Frau’ von unterschiedlichen Seiten; es geht um berühmte Frauen, um weibliche Klischees und um Blumen, die gleichzeitig Frauennamen sind.

Gabi Fischer: Mary Wollstonecraft
Foto: Gabi Fischer, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

‘Weil es mir eine Herzensangelegenheit ist und wir (die Gruppe JuraStoffWerk) schon mehrfach die afghanischen Wettbewerbe ausstellten … hatte ich gleich wieder das Stickprogramm im Blick’ – aus diesem Zitat spricht Franziskas Engagement für das textile Schaffen. Und dies schlägt sich in zwei weiteren Ausstellungskapiteln nieder:

Es ist ein Wiedersehen mit dem seit Jahren bestehenden Frauenförderprogramm der Deutsch-Afghanischen Initiative e.V. (DAI) Freiburg mit den Ausstellungen ‘COWandMORE’ mit gestickten Kühen und ‘A Tulip is a Tulip is a Tulip’ mit Tulpenstickereien. Sie zeugen von der 15-­jährigen Erfolgsgeschichte des Frauenstickprojekts ‘Guldusi‘, das vor allem mit Pascale Goldenberg eine grosse Unterstützerin hat.

Franziska Braun-Wiedmann: Cow
Foto: Franziska Braun-Wiedmann, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Alle 50 ausgewählten Arbeiten aus dem europaweiten Wettbewerb ‘COWandMORE’ sind in Eichstätt zu sehen. Die Stickerei einer Afghanin wurde von einer Europäerin ausgewählt, erworben und zu einem textilen Kunstwerk weiterverarbeitet, wobei immer ganz individuelle sehenswerte Arbeiten entstanden sind.

Zum 15-jährigen Bestehen des Stickprogramms der DAI waren Teilnehmerinnen früherer Wettbewerbe eingeladen, aus gestickten Tulpen einen bunten Strauss textiler Werke zu schaffen. Die titelgebende Tulpe steht für alles, was aus dem Orient übernommen wurde und heute im Okzident selbstverständlich ist.

Luzia Buchinger: Tulpen
Foto: Luzia Buchinger, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Während der Ausstellung werden gestickte Kühe sowie Stickquadrate aus Afghanistan zum Verkauf angeboten.

‘Durch das vernetzte Gesamtprogramm unterschiedlicher Vereine und Gruppen wird die Textilausstellung bei den Frauentagen nicht nur von der Textilszene wahrgenommen. Es wurden bewusst weitere Aktionen in der Johanniskirche, inmitten der Ausstellung geplant, damit ein breites Publikum auf die Arbeiten aufmerksam wird, vielleicht drüber stolpern und das erste Mal bewusst Textilkunst kennen lernt’, schreibt mir Franziska und fährt fort: ‘Ja, meine Intention ist, Textilkunst unter die Leute / an die Frauen zu bringen :-)’

Sehr gute Idee! Bleibt nur, ganz viel Erfolg zu wünschen!

Der Startschuss der Veranstaltungsreihe fällt übrigens am Freitagabend, wenn die 3. Bürgermeisterin Claudia Grund die ‘Frauentage’ im Rahmen der Vernissage der Ausstellung mit textilen Kunstwerken eröffnet.

Info:

6. – 8. März 2020

6. Eichstätter Frauentage
Ausstellung, Kabarett, Workshops und Lesungen

85072 Eichstätt
Deutschland

www.eichstaett.de

Programmflyer

Workshops von JuraStoffWerk

Workshops von Klamotte Design

Ausstellungseröffnung:
Fr, 6. März 2020, 18.30 Uhr
ehemalige Johanniskirche, Domplatz 18

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Fr, 6. – So, 8. März 2020
täglich von 10 – 18 Uhr

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SHOW OFF. Austrian Fashion Design

Seit dem 14. Februar 2020 stellt das Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien eine Bühne für die herausragendsten zeitgenössischen Modepositionen designed/made in Austria dar. Als erste umfassende Grossausstellung ihrer Art lädt ‘SHOWOFF. Austrian Fashion Design’ auf multiplen Ebenen zur Auseinandersetzung mit österreichischer Mode im internationalen Kontext.

MAK-Ausstellungsansicht, 2020
‘SHOW OFF. Austrian Fashion Design’
MAK-Ausstellungshalle
© Ditz Fejer/MAK, Foto freundlicherweise vom MAK zur Verfügung gestellt

Gast-Kuratorin Ulrike Tschabitzer-Handler inszeniert gemeinsam mit Gast-Co-Kurator Andreas Bergbaur und Brigitte Winkler als wissenschaftlicher Beraterin eine aussergewöhnliche Fashion-Zeitreise in spektakulärem Setting: Raumgreifende Installationen von Architekt Gregor Eichinger bilden den Rahmen für einen Parcours durch die österreichische Modeavantgarde von den 1980er Jahren bis heute.

Arthur Arbesser, FW 17/ 18, LOOK 20
© Yannis Vlamos
Foto freundlicherweise vom MAK zur Verfügung gestellt

Herzstück der Schau ist eine überdimensionale, 6,5 Meter hohe, leichte und offen strukturierte Skulptur im zentralen Raum der MAK-Ausstellungshalle. Begehbar auf mehreren Ebenen, erlaubt sie eine unmittelbare Begegnung mit rund 250 Modeobjekten: Bekleidung, Schuhe, Taschen sowie Schmuck-Accessoires von rund 60 Designer*innen. Die transparente Architektur lässt 360-Grad-Einblicke auf die Exponate zu.

Helmut Lang, FW 04/05
V-strap sandal in horsehair and suede
© hl-art
Foto freundlicherweise vom MAK zur Verfügung gestellt

In dem spektakulären Modeturm kontrastieren reduzierte Designs mit ausladenden Silhouetten, grellen Oberflächen oder experimentellen Techniken und Materialien.

AND_I, Triangle dress, RAW SS 20, 2019
© Felix Vratny
Foto freundlicherweise vom MAK zur Verfügung gestellt

Konzeptionelle Ansätze und sozialkritische Manifeste stehen traditionellen und historischen Inspirationsquellen gegenüber.

Ute Ploier, MANMACHINE
© Günter Parth
Foto freundlicherweise vom MAK zur Verfügung gestellt

Erinnerungen an die Wiener Werkstätte, die österreichische Tradition der Tracht und das ästhetische Erbe von Adolf Loos treten in Dialog mit globalen Szenarien.

Peter Pilotto, FW 16, Look 18
© Dan Lecca
Foto freundlicherweise vom MAK zur Verfügung gestellt

Revolutionäre Entwürfe von zwei der prägendsten Modeikonen bilden gleichsam das Entrée zu diesem Zentrum der Ausstellung: Rudi Gernreich, Amerikaner österreichischer Herkunft, dessen Entwürfe aus Los Angeles Ende der 1970er Jahre den globalen Zugang zur Mode revolutionierten, und Helmut Lang, in New York lebender Mode-Star und Künstler mit österreichischen Wurzeln, stehen als Vorbilder für das Potenzial der heimischen Modeszene.

Rudi Gernreich, Wollstrickkleid, Herbst 1971
Model: Peggy Moffitt
© Fotografie: William Claxton,courtesy Demont Photo Management
Foto freundlicherweise vom MAK zur Verfügung gestellt

Grossflächige Prints von 34 Modefotograf*innen lenken flankierend dazu den Blick auf die visuelle Ausdruckskultur von Mode. Viele der vertretenen Fotograf*innen arbeiten im internationalen Kontext und haben dazu beigetragen, österreichisches Modedesign international zu verankern.

MAK-Ausstellungsansicht, 2020
SHOW OFF. Austrian Fashion Design
MAK-Ausstellungshalle
© Ditz Fejer/MAK, Foto freundlicherweise vom MAK zur Verfügung gestellt

Rund um diesen Kern der Ausstellung ‘SHOWOFF. Austrian Fashion Design’ entfalten sich weitere Erzählstränge: Die eindrucksvolle Videoinstallation ‘talking heads’ holt mehr als 20 Persönlichkeiten – Model-Agenten, Stylist*innen, Journalist*innen und Organisator*innen von Modeveranstaltungen – mitten ins Ausstellungsgeschehen. In Interviews werfen sie einen kritischen Blick auf die heimische Modeszene und formulieren visionäre Perspektiven.

Peter Pilotto, SS 19, Look 38
© Dan Lecca
Foto freundlicherweise vom MAK zur Verfügung gestellt

Die Modeausbildung an der Universität für angewandte Kunst Wien gilt als eine der renommiertesten im internationalen Vergleich. Mit dem Schritt, Karl Lagerfeld als ersten international gefeierten Designer an die Angewandte zu holen, löste Rektor Oswald Oberhuber in den 1980er Jahren einen radikalen Innovationsschub aus.

MAK-Ausstellungsansicht, 2020
SHOW OFF. Austrian Fashion Design
MAK-Ausstellungshalle
© Ditz Fejer/MAK, Foto freundlicherweise vom MAK zur Verfügung gestellt

Es folgten Stars wie unter anderem Jil Sander, Jean-Charles de Castelbajac, Vivienne Westwood, Helmut Lang, Raf Simons oder Lucy & Luke Meier. Herausragende Arbeiten aus 40 Jahren Modeausbildung an der Angewandten setzt eine Medieninstallation der Projektionskünstlergruppe Lumine in Szene.

Info:

14. Februar – 12. Juli 2020

SHOW OFF. Austrian Fashion Design

MAK
Stubenring 5
1010 Wien
Österreich

www.mak.at

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Chronos
Claudia Santiago Areal – Contemporary Paper Bags

Der Bayerische Kunstgewerbeverein präsentiert vom 6. März – 25. April 2020 in seiner Galerie sieben Schmuckdesigner, die das internationale Schmuckgeschehen wesentlich beeinflusst haben. Sie haben die Symbiose von Kunst und Handwerk mit ihrem Werk deutlich in Richtung Kunst verschoben. Tendenzen von Bauhaus und Konstruktivismus sind erkennbar, die Pop Art blitzt auf und manche Stücke wirken wie winzige Architekturen. Zu sehen ist ein umfassender Überblick.

Das Porträt im Laden widmet sich den Taschen von Claudia Santiago Areal, die mit der Sinnlichkeit des Materials spielt. Die klare Linienführung ihrer Taschen verliert sich nach und nach und die Zeichen des Gebrauchs treten behutsam in den Vordergrund. Die natürliche Oberfläche ihrer waschbaren Papiere zeigt dann eine wunderbare Patina und altert in Würde und Schönheit.

Einladungskarte

Vom 11. – 15. März 2020 findet in München die Internationale Handwerksmesse (IHM) statt, wo der Bayerische Kunstgewerbeverein nicht nur mit einem eigenen Areal vertreten ist, sondern auch beabsichtigt, am 14. März 2020 den BKV-Preis 2020 für junges Kunsthandwerk zu vergeben.

Im Rahmen der Messe geht die Sonderschau ‘SCHMUCK 2020’ vonstatten, ein Treffpunkt für Sammler, Galeristen, Museumskuratoren und Schmuckbegeisterte aus aller Welt. Die Veranstaltung zählt zu den bedeutendsten Ausstellungen zeitgenössischer Schmuckgestaltung und gruppiert jährlich zahlreiche Begleitveranstaltungen in der gesamten Stadt um sich herum. Eine Auswahl von Schmuck-Events zur Zeit der Messe (11. – 15. März 2020) findet man im Flyer.

Info:

6. März – 25. April 2020

Chronos
Claudia Santiago Areal – Contemporary Paper Bags

Bayerischer Kunstgewerbeverein e.V.
Pacellistrasse 6 – 8
80333 München
Deutschland

www.bayerischer-kunstgewerbeverein.de

Ausstellungseröffnung:
Do, 5. März 2020, 18.30 – 20.30 Uhr

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STEINE – der letzte Schliff

Parallel zur Internationalen Handwerksmesse München präsentiert auch die Galerie Handwerk in diesem Jahr wieder eine Schmuck-Ausstellung und hat international bekannte Schmuckgestalter eingeladen.

Einladungskarte

Es sind dies die Protagonisten einer handwerklich und künstlerisch ausgefallenen Steinanwendung im Schmuck, die aufzeigen, wie sich der Umgang mit Steinen heute ausdrücken kann, wie sie Akzente setzen und mit welchen neuartigen Lösungen junge Gestalter sich mit dieser Thematik beschäftigen.

Erika Golombosi: Ring, o.T.
aus der Serie ‘Forgotten Worlds’, Hermatit
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Wichtige Zentren wie Finnland, Estland und Idar-Oberstein sollen darauf hinweisen, wie diese handwerklichen Techniken heute ausgebildet und in unsere Zeit übertragen werden.

Iris Bodemer: Halsschmuck
Bronze, schwarze Jade, Andenopal, Silber
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Schmuckstücke aus Edelsteinen, rekonstruierten Steinen, Natur- oder Pflastersteinen finden sich in der Ausstellung der Galerie Handwerk, an der sich 54 Aussteller aus 19 Ländern beteiligen.

Info:

12. März – 18. April 2020

STEINE – der letzte Schliff

Galerie Handwerk
Max-Joseph-Strasse 4
80333 München
Deutschland

www.hwk-muenchen.de

Ausstellungseröffnung:
Mi, 11. März 2020, 19 Uhr

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Sophie HONG: Des feuilles du mûrier – des robes de soie

‘Wenn die Zeit Maulbeerbaumblätter in seidene Kleider verwandelt’ – so etwa könnte man den Titel der Ausstellung übersetzen, die La Piscine in Roubaix ab dem 14. März 2020 präsentiert und der auf die Eigenheit der Seidenraupen (Bombyx Mori) anspielt, die sich ausschliesslich von diesen Blättern ernähren, bevor sie sich in den Kokons verpuppen, die dann die Seidenfasern liefern. Hier im Kunst- und Industriemuseum der nahe der belgischen Grenze gelegenen nordfranzösischen Stadt – einst ein international bekanntes Textilzentrum – dreht sich alles um die aussergewöhnliche Arbeit der in Taiwan und Paris lebenden und auch als Malerin, Keramikerin und Redakteurin tätigen Modedesignerin Sophie Hong.

Plakat

Zuerst ist da nur das Material – Seide. Ihre Arbeit damit ist an sich schon bemerkenswert.

Die Naturliebhaberin Sophie Hong hat alten Techniken zum Weben und Färben von Seide neues Leben eingehaucht, die typisch für Südchina sind. Natürlich mit Indigo gefärbt, werden die Seidenrollen so auf dem Boden ausgelegt, dass sie oxidieren und einige Monate in der Sonne trocknen. Die Seide entwickelt dadurch ein besonderes Finish und sieht wie in erdigen Tönen lackiert aus: auf der einen Seite tiefschwarz oder braun, dunkelrot auf der anderen Seite. Der Prozess verleiht dem Stoff eine unvergleichliche Textur, ohne seine Leichtigkeit zu beeinträchtigen. Jedes Stück Seide erhält einen einzigartigen Charakter durch den Webvorgang, die Intensität des Färbens und den Bodenkontakt. Als Designerin spielt Sophie Hong mit dieser nuancenreichen Vielseitigkeit der Seide, die alternativ das Aussehen von Samt, von patiniertem Leder oder von einem rauen und doch zarten Stoff haben kann.

Und dann kommen die Kleider.

Für Sophie Hong ist ein Kleidungsstück ein Kunstwerk, auf das jeder mit seinen eigenen Gefühlen antwortet. Wenn man ihre Kleidung  für Männer und Frauen betrachtet, ist es unmöglich, ihre Einfachheit und ihre visuelle Qualität zu übersehen, alles zweifellos zeitgemäss. Ohne Zugeständnisse an die Funktionalität spielt sie gerne mit Schnitten, Vorder- und Rückenteilen, Stoffstärken, Borten und Säumen, Stickereien, Knöpfen und Falten, die dem Stoff Volumen verleihen.

Sophie Hong ist in erster Linie Künstlerin. Als solche arbeitet sie oft mit anderen Künstlern, mit Musiker*innen, Schauspieler*innen oder Tänzer*innen an ihren Entwürfen. Sie betreibt eine Boutique im Pariser Palais Royal.

Info:

14. März – 31. Mai 2020

Sophie HONG: Des feuilles du mûrier – des robes de soie

La Piscine – Musée d’Art et d’Industrie
23, rue de l’Espérance
59100 Roubaix
Frankreich

www.roubaix-lapiscine.com

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Karl Lagerfeld. Fotografie
Die Retrospektive

Eine solche Ausstellung hat es in Mitteldeutschland noch nicht gegeben! Lagerfeld-Ausstellungen fanden bisher nur selten in Deutschland statt, u. a. 2014 in Essen, Hamburg und München, vor allem aber international. Die Sonderausstellung ‘Karl Lagerfeld. Fotografie. Die Retrospektive’, die das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) ab dem 8. März 2020 präsentiert, entsteht in Zusammenarbeit mit dem Göttinger Verleger Gerhard Steidl als ihr Kurator. Sie vereint etwa 300 Fotografien, die eigens für die Präsentation im Landeskunstmuseum Sachsen-Anhalts ausgewählt und produziert werden – darunter Werke, die erstmals überhaupt öffentlich präsentiert werden.

Karl Lagerfeld: Selbstporträt, 2005
Foto: © Karl Lagerfeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Lagerfelds Modenschauen lebten stets von ihrer Aufsehen erregenden Inszenierung. So erstreckt sich auch die Fotografie-Retrospektive in Halle (Saale) in einer einzigartigen Inszenierung über alle Flächen des Sonderausstellungsbereichs des Museums und bezieht zusätzlich die Sammlungspräsentation ‘Wege der Moderne’ ein. Darüber hinaus wird auch der Innenhof der Moritzburg bespielt. Teil der Schau sind auch zwei besondere Werke: ein 18 Meter langer Paravent zu Homers Odyssee sowie Lagerfelds bibliophiles Fotobuch zur Geschichte von Daphnis und Chloë, der Erzählung des antiken Dichters Longus, mit einem Exemplar des Buches, den dazugehörigen Fotografien sowie einer Soundinstallation. Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist die Präsentation von Daguerrotypien und Platinotypien als Masterprints Karl Lagerfelds. Der zentrale Ausstellungsraum in der sogenannten Westbox des Museums verwandelt sich für die Zeit der Ausstellung in einen Parcours seiner schönsten Modefotos, im Innenhof der Moritzburg begegnet man Karl Lagerfeld in einer einzigartigen, lebensgrossen Inszenierung seiner Selbstporträts.

Karl Lagerfeld: Suite 3906
Fendi Herbst/Winter 2010/11
Foto: © Karl Lagerfeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Karl Lagerfeld passte seinen fotografischen Stil nicht an sein Motiv an: ‘Die Leute wollen immer von mir wissen, was mein fotografischer Stil ist. Ich kann es nicht sagen’, erklärte er. ‘Wer meine Bilder betrachtet, sollte es sagen. Ich habe keinen Stil, sondern viele oder keinen. Man darf nicht stillstehen, nicht im Leben, nicht in der Mode, nicht in der Fotografie.’

Karl Lagerfeld: Narrenschranzen
Hommage à Feininger, 2005
Foto: © Karl Lagerfeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Diese kreative Flexibilität und der Wunsch, sich nie zu wiederholen, prägten Lagerfelds fotografische Vision ebenso wie sein Bestreben, flüchtige Eindrücke zu bewahren, die sonst vergessen werden könnten. ‘Ich mag das Flüchtige: Mode ist mein Beruf. Aber das Flüchtige eines Fotos vollzieht sich auf einer anderen Ebene als bei der Mode. Es ist ebenso gefährlich, ein Bild noch einmal machen zu wollen, wie es gewagt ist, sich von vorhergehenden oder vergangenen Kollektionen inspirieren lassen zu wollen. Das berühmte ‘Nie wieder’ eines einzigen Augenblicks, der im Foto zu sehen ist, gibt dem Foto eine weitere Dimension, eine Art von Nostalgie des Augenblicks; ohne altmodisch zu sein.’

Karl Lagerfeld: Atelier Fendi
Fendi Herbst/Winter 2011/12
Foto: © Karl Lagerfeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Trotz Lagerfelds beeindruckender Produktivität als Fotograf begann er relativ spät seine fotografische Karriere. 1987 machte er seine ersten professionellen Fotos, ironischerweise mehr aus der Notwendigkeit als aus dem Wunsch heraus. ‘Ich hätte nie daran gedacht, selbst Fotos zu machen, wenn mich mein Freund Eric Pfrunder, Directeur Image bei Chanel Fashion, nicht eines Tages dazu gezwungen hätte, dies zu tun, als er dringend Fotos für eine Pressemappe brauchte. Heute ist das Fotografieren ein Teil meines Lebens. Es schliesst den Kreis meiner künstlerischen und beruflichen Unruhe.’

Karl Lagerfeld: Room Service, 2006
Foto: © Karl Lagerfeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Lagerfeld hat sich von Anfang an ebenso mit unterschiedlichen fotografischen Belichtungs- und Drucktechniken beschäftigt wie mit seinen Kompositionen. Für ihn war ein Foto niemals nur ein Bild, sondern ein visuelles Objekt, dessen Identität von dem Medium abhängt, in dem er es zum Leben erweckt. ‘Karl Lagerfeld. Fotografie. Die Retrospektive’ präsentiert somit das gesamte Spektrum der fotografischen Medien von Lagerfeld, darunter Daguerreotypien, Platinotypien, Polaroidtransfers, Silbergelatine-Prints, Siebdrucke, handcolorierte Algrafien, Acryl-Inkjetdrucke und hintergrundbeleuchtete LED-Panels.

Karl Lagerfeld: Aktstrakt, 2000
Foto: © Karl Lagerfeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Retrospektive erforscht die vielfältigen Motive, Herangehensweisen und Medien, die Karl Lagerfelds scharfsinnige, sehr persönliche und ständig wechselnde Interpretation der Fotografie ausmachen. Die circa 300 Bilder der Ausstellung zeigen Lagerfelds vielfältige Interessensgebiete, darunter Architektur, Landschaft, Abstraktionen, Porträts, Selbstporträts und Modefotografie – sowohl seine Werbekampagnen für Häuser wie Fendi als auch Editorial-Shoots für bedeutende internationale Modezeitschriften.

Karl Lagerfeld: Lindsey Wixson
Harper’s Bazaar, 2014
Foto: © Karl Lagerfeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Modedesigner, Fotograf, Buchverleger, Karikaturist und Filmregisseur Karl Lagerfeld (1933–2019) verfügte über ein ganzes Universum künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten. Aus seiner stark ausgeprägten Intuition, seiner nie ruhenden Kreativität und seinem ausserordentlich wachen Verstand entwickelte Lagerfeld einen ganz ihm eigenen, stark strukturierten und auf die grosse Inszenierung gerichteten Stil, den er jederzeit und in jedem künstlerischen Medium gültig ausformulieren konnte.

Karl Lagerfeld: Factory Constructivism, 2004
Foto: © Karl Lagerfeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Seine seismische Fähigkeit, die Trends von morgen intuitiv zu erspüren, diese spontan aufzunehmen und für sich neu zu interpretieren, war für jeden Beobachter faszinierend zu erleben. In Paris hat Lagerfeld das Modehaus Chloé geprägt und in Rom hat er Fendi einen völlig neuen Look verliehen. Seine Zusammenarbeit mit dem italienischen Modehaus Fendi begann 1965 und umfasste mehr als fünfzig Jahre lang alle Prêt-à-porter Damenkollektionen des Hauses.

Karl Lagerfeld: Body Freedom, 2008
Foto: © Karl Lagerfeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Karl Lagerfeld war ein Zeremonienmeister des gehobenen und verfeinerten Stils. Ab 1983 hauchte er der damals leicht verstaubten Marke Chanel ein völlig neues Leben ein. Hier formulierte er die Chanel-Klassiker derart progressiv um und verjüngte das Image der Marke so weit, dass Chanel heute in der Welt des Luxus und der Mode eine herausgehobene und einzigartig Stellung besitzt. Auf Anraten von Eric Pfrunder, dem Directeur Image bei Chanel Fashion, entschloss sich Karl Lagerfeld 1987, selbst die Fotokamera in die Hand zu nehmen und eine Pressemappe für Chanel zu fotografieren. Seitdem fotografierte der Unermüdliche sämtliche Werbekampagnen für all die Marken, für die er als Kreativ-Direktor tätig war.

Karl Lagerfeld: Designed by Man and Nature, 2010
Foto: © Karl Lagerfeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Seine Leidenschaft für Fotografie und gedruckte Bücher entwickelte sich in der Folge derart intensiv, dass nicht mehr nur das Foto, das er meistens von Gerhard Steidl in Göttingen vergrössern und drucken liess, sondern vor allem auch das Magazin oder das Buch, in dem es erschien, seine ganze kreative Aufmerksamkeit erforderte. ‘Was ich wirklich mag, ist das, was ich noch nie gemacht habe’, sagte Karl Lagerfeld einmal. Niemals zufrieden mit den unzähligen Erfolgen, die er in seiner Modekarriere hatte, eröffnete er sich immer neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten, kreierte Opernkostüme, entwarf und überarbeitete Produktdesignlinien, gründete 1999 seinen 7L-Buchladen, ein Jahr später den Fotobuchverlag Edition 7L mit Gerhard Steidl. Daraufhin folgte, auch wieder mit Steidl, ein gemeinsames Verlagsprojekt, für das er Programmchef war.

Karl Lagerfeld: Tadao Ando – Vitra House, 1998
Foto: © Karl Lagerfeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Karl Lagerfeld war der erste Modemacher, der sich bereit erklärte, auch den Massenmarkt zu bedienen, und entwarf eine Kollektion für H&M, die sich enorm gut verkaufte. Diese Erfahrung führte ihn zu der Idee, eine ganze neue und eigene Kollektion zu entwickeln, die auf dem völlig neuen Konzept des Prêt-à-porter für den Massenmarkt basierte: ‘Der Massenelitismus, der lange mein Traum war […], ist die Zukunft der Moderne.’

Karl Lagerfeld: Selbstporträt, 2007
Foto: © Karl Lagerfeld, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Ich kann das Leben nicht mehr ohne seine Abstraktionen betrachten. Ich betrachte die Welt und die Mode durch das Auge der Kamera. Das gibt mir bei meiner eigentlichen Arbeit eine kritische Distanz, die mir mehr hilft, als ich jemals für möglich gehalten hätte.’ Mit dieser Vorliebe für Kamera und Fotografie und seinem Sinn für Regie auf der Bühne konnte sich Karl Lagerfeld auch als Regisseur für den Film sehen lassen. Besonders seine Kurzfilme, die er für die vielfältigsten Kooperationen drehte, vermitteln uns heute ein umfassendes Bild von den ästhetischen Visionen eines unvergleichlichen schöpferischen Genies.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich.

Info:

8. März – 23. August 2020

Karl Lagerfeld. Fotografie
Die Retrospektive

Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)
Deutschland

www.kunstmuseum-moritzburg.de

Vernissage:
Sa, 7. März 2020, 18 Uhr

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Norm – It’s not complicated

Der Name des Zürcher Grafikbüros Norm ist Programm. Gestalterische Regelwerke wie Raster, Proportionen und Modularität prägen die präzisen Lösungen, die Dimitri Bruni, Manuel Krebs und Ludovic Varone entwickeln. Ihre Schriften, Bücher, Plakate oder Corporate Designs führen die Tradition des Swiss Style in die Zukunft.

Norm, Ausstellungsplakat ‘It’s not complicated’, Museum für Gestaltung Zürich, 2020
© ZHdK
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Parallel dazu verfolgt das Büro Forschungsprojekte, welche die Grenzen visueller Gestaltung ausloten: Wie weit kann Bildinformation reduziert werden und noch erkennbar bleiben? Wie viele Pixelkombinationen sind für dasselbe Motiv möglich? Und welche Dimension hätte eine Bibliothek, in der all diese Bildvarianten gelagert würden? In seiner ersten Museumsausstellung präsentiert Norm eine Auseinandersetzung mit den grundlegendsten Elementen und Gesetzmässigkeiten der Grafik.

Norm, Mona Lisa, 2020
© Norm
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ihre Projekte mündeten in bis anhin drei Publikationen: Norm: Introduction (2000), Norm: The Things (2002) und anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens folgt nach längerer Recherche Norm: Dimension of Two (2020). Auf den neun Kapiteln dieses 500-seitigen Buches basiert die erste Museumsausstellung von Norm. Die Ausstellung mit grossflächigen Grafiken, Animationen und dreidimensionalen Exponaten präsentiert die Gedanken und Überlegungen der drei Gestalter. Systematisch führt sie – anfangs konsequent in schwarz-weiss gehalten – von den Grundbausteinen Dimension, Grösse, Proportionen und Raster tiefer in die bunte Welt der Grafik.

Info:

14. März – 6. Seprember 2020

Norm – It’s not complicated

Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal
Pfingstweidstrasse 96
8005 Zürich
Schweiz

www.museum-gestaltung.ch

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Kimono: Kyoto to Catwalk

Für den 29. Februar 2020 hat das Londoner Victoria and Albert Museum (V&A) die Eröffnung einer grossen Kimono-Ausstellung angesetzt, einer Kimono-Ausstellung, wie man sie in Europa noch nicht gesehen hat. Der Kimono, das Symbol Japans, wird oft als traditionell, zeitlos und unveränderlich empfunden. Die Ausstellung ‘Kimono: Kyoto to Catwalk’ stellt dieser Vorstellung den Kimono als dynamisches Kleidungsstück und als sich ständig weiterentwickelnde Mode-Ikone gegenüber.

Ausstellungsansicht ‘Kimono: Kyoto to Catwalk’, V&A
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung stellt die modische und soziale Bedeutung des Kimonos von den 1660er Jahren bis heute, sowohl in Japan als auch im Rest der Welt, vor.

Ausstellungsansicht ‘Kimono: Kyoto to Catwalk’, V&A
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Seltene Kimonos aus dem 17. und 18. Jahrhundert kommen zusammen mit Entwürfen bedeutender Designer und legendären Film- und Performance-Kostümen daher, bis hin zu jüngsten Neuinterpretationen des Kimonos auf den Strassen Japans.

Thom Browne: Menswear
Frühling/Sommer 2016
Bild: Courtesy of Getty Images
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen Kimonos von Kunihiko Moriguchi, von Alexander McQueen sowie Star Wars-Kostüme. Dass Kimonos eine ständige Inspirationsquelle für Modedesigner bilden, zeigen Entwürfe von Yves Saint Laurent, Rei Kawakubo und John Galliano.

‘Beyond’
Kimono für eine Frau
Design: Moriguchi Kunihiko, 2005, Kyoto, Japan
Bild: Courtesy of the Khalili collection
© Moriguchi Kunihiko
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Gemälde, Drucke, Filme, Modeaccessoires und andere Objekte kontextualisieren die faszinierende Geschichte des Stils, die Wirkung und den Einfluss des Kimonos. Bei den über 315 Exponaten handelt es sich sowohl um Stücke aus den Sammlungen des V&A, als auch um Leihgaben, die Museen und Privatsammlungen aus Grossbritannien, Europa, Amerika und Japan grosszügig zur Verfügung stellten.

Ausstellungsansicht ‘Kimono: Kyoto to Catwalk’, V&A
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Kimono: Kyoto to Catwalk’ beginnt Mitte des 17. Jahrhunderts, als in Japan eine lebendige Modekultur entstand. Die immer wohlhabender werdenden Mitglieder der Handelsklasse wünschten die neuesten Aufmachungen, um ihren Wohlstand, ihr Selbstverständnis und ihren Geschmack darzustellen und zu unterstreichen. Trendsetter waren führende Schauspieler und berühmte Kurtisanen.

Ausstellungsansicht ‘Kimono: Kyoto to Catwalk’, V&A
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der schlichte Schnitt des Kimonos ermöglichte es, üppige und anspruchsvolle Muster optimal zur Geltung zu bringen. Der erste Teil der Ausstellung wirft ein Licht auf eine modebewusste Gesellschaft – der heutigen nicht unähnlich – in der der Wunsch nach dem neuesten Look von einem Kult gespeist und von Herstellern und Verkäufern gefördert wurde.

Kosode mit Körben und Kirschbäumen
Seiden-Crêpe, Stickerei, um 1700 – 1750
Bild: Courtesy of the Joshibi Art Museum
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Kimonos wurden erstmals Mitte des 17. Jahrhunderts nach Europa exportiert, wo sie sich sofort auf den Kleidungsstil auswirkten. Stoffe wie französischer Brokat oder indischer Chintz wurden umgekehrt nach Japan gebracht und in die Kimonos eingearbeitet. Seltene Stücke aus dieser frühen Phase des kulturellen Austauschs belegen, welche Beziehungen zwischen Ost und West in Sachen Mode sich aus diesem globalen Handelsnetz ergaben.

Ausstellungsansicht ‘Kimono: Kyoto to Catwalk’, V&A
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im späten 19. Jahrhundert kam mit dem Japonismus eine weltweite Begeisterung für Kunst und Design aus Japan auf. Kimonos – in Kaufhäusern wie z.B. bei Liberty & Co. in London erhältlich – wurden von Leuten getragen, die ihr künstlerisches Flair zum Ausdruck bringen wollten. Japan reagierte mit üppig bestickten ‘Kimonos für Ausländer’, während sich der dortige Markt durch den Einsatz europäischer Textiltechnologie und chemischer Farbstoffe veränderte.

Kimono für den Export
wahrscheinlich Kyoto, Japan, 1905-15
© Victoria and Albert Museum, London
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Den grössten Einfluss auf die westliche Mode hatte der Kimono im frühen 20. Jahrhundert, als Modeschöpfer wie Paul Poiret, Mariano Fortuny und Madeleine Vionnet die bisherige – eng korsettierte – Mode aufgaben: Jetzt waren lose fallende Stoffschichten, die den Körper umhüllten, angesagt.

Mantel
Design: Paul Poiret, um 1913, Paris
© Victoria and Albert Museum, London
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im letzten Teil der Ausstellung geht es darum, wie das Potenzial des Kimonos Modedesigner auf der ganzen Welt inspiriert(e). Zeitlos und universell – dies macht den Kimono auch zum idealen Kostüm für Film und Performance, bis hin zur Prämierung mit einem Oscar. Ein Weltstar wie Madonna trägt in ihrem Video ‘Nothing Really Matters’ ein Ensemble von Jean Paul Gaultier.

Madonna: ‘Nothing Really Matters’-Video, 1999
Foto: Frank Micelotta
© Getty Images
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Japan selbst erlebt derzeit eine Wiederauferstehung des Kimonos. Jōtarō Saitō entwirft Kimono-Couture für den Laufsteg…

YOSHIKIMONO
©JFWO
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… Hiroko Takahashi versucht, die Kluft zwischen Kunst und Mode zu überbrücken und lässigere Designs werden von kleinen, unabhängigen Studios wie Rumi Rock und Modern Antenna kreiert.

Gegürteter Wickelmantel
Design: Duro Olowu, Herbst/Winter 2015, England
© Duro Olowu
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Anna Jackson, Kuratorin der Ausstellung im V&A, sagt: ‘Von der anspruchsvollen Kultur des Kyoto im 17. Jahrhundert bis hin zur zeitgenössischen Kreativität auf dem Laufsteg ist der Kimono in seiner ästhetischen Bedeutung und kulturellen Wirkung einzigartig. Dies verleiht ihm einen faszinierenden Platz in der Geschichte der Mode.’

Katalog erhältlich.

Auch interessant:

Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Japan und der Schweiz zeigte das Textilmuseum St. Gallen 2014 die Ausstellung ‘Kirschblüte & Edelweiss. Der Import des Exotischen’. Im Blickpunkt standen die vielschichtigen Beziehungen zwischen der Schweizer Textilindustrie und Ostasien, nämlich China und Japan – und natürlich Kimonos.

Hier geht es zu meinem damaligen ausführlichen Bericht.

Info:

29. Februar – 21. Juni 2020

Kimono: Kyoto to Catwalk

Victoria and Albert Museum
Cromwell Road
London SW7 2RL
England

www.vam.ac.uk

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die sieben letzten worte jesu am kreuz

Plakat

Zu einem Abend mit Quilts, Texten und Musik lädt die Quiltkünstlerin Annette Bamberger herzlich in das Hermann-Jung-Haus in der Karlsruher Südweststadt ein. Annettes Quilts sind immer sehr sehenswert und in diesem besonderen Kontext wird sich manch interessanter Gedankenaustausch mit ihr ergeben.

Annette Bamberger: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Mt 27,46
Foto: Gerhard Bamberger, freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Info:

20. März 2020, 19.30 Uhr

die sieben letzten worte jesu am kreuz

Hermann-Jung-Haus
Graf-Rhena-Strasse 20a
76137 Karlsruhe
Deutschland

www.annette-bamberger-quilts.de
www.st-nikolaus-ka.de

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Cosima von Bonin / Claus Richter. THING 1 + THING 2

Noch bis zum 17. Mai 2020 präsentiert die Kunsthalle Nürnberg internationale Gegenwartskunst: Mit Cosima von Bonin (*1962 in Mombasa, Kenia) und Claus Richter (*1971 in Lippstadt) hat die Kunsthalle …

Cosima von Bonin:
LOVE & HATE (THE BIPARITE VERSION), 2010
Seide, Wolle, Baumwolle, Vlies, 2-teilig, 177 x 295 cm, 177 x 437 cm; Privatsammlung
FREAKS (SHARK WITH HIS ROCKET), 2018
Kunststoff, Stoff, Holz, Karton, ca. 116,8 x 68,6 cm; Privatsammlung
© Cosima von Bonin
Foto: Annette Kradisch, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… zwei eng befreundete Künstler eingeladen, zusammen eine Ausstellung für die frisch sanierten Räume der Kunsthalle zu entwickeln. Eine gemeinschaftliche Einladung erschien naheliegend, gehört doch die Kollaboration zum generellen Arbeitsprinzip der beiden Kunstschaffenden.

Cosima von Bonin: DANDY DOG, 2006
Bestickter Wollstoff, 166 x 167 cm; Privatsammlung; © Cosima von Bonin
Claus Richter: Entertainer, 2015
Holz, Lautsprecheranlage, mp3-Player, elektronische Steuerungselemente, Stoff, Kunststoff, 96 x 50 x 39 cm; Privatsammlung; © Claus Richter
Foto: Annette Kradisch, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Gerade Cosima von Bonin verfolgt seit Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn Ende der 1980er Jahre eine Strategie der kollektiven, in Netzwerken organisierten Kunstproduktion. Bewusst verschleiert sie eine dezidierte Autorenschaft, um in einem Ensemble aus Kulturproduzent*innen etwas zu entwickeln, was der Autor und Theoretiker Diedrich Diederichsen einmal als ‘Cliquenkunstwerk’ bezeichnet hat.

Cosima von Bonin: THE MK2 FORMULA #303 (OUTDOOR VERSION), 2014
Acrylglas, Stahl, Lack, Leuchtstoffröhre, Leuchtdiode, 286,6 cm x 140 cm, ø Sockel: 100 cm; Privatsammlung; © Cosima von Bonin
Claus Richter: Haltestelle (Next train in 15 minutes), 2017
Holz, Lack, Stoff, LED-Anzeige, 4-teilig, je 250 x 180 cm
Courtesy Claus Richter und Clages, Köln; © Claus Richter
Foto: Annette Kradisch, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Skulptur, Wandbild, Fotografie, Film, Performance, Musikprojekte und bühnenhaft inszenierte Installationen: Die Arbeitsweise von Cosima von Bonin ist gattungsübergreifend und ausgesprochen vielfältig. Vertraut erscheinende Objekte werden verfremdet, indem Grössenverhältnisse manipuliert und deren Materialität und Textur verändert werden.

Claus Richter:
Tiptoe, 2014
Holz, Kunstleder, Ösen, Stoff, 170 x 110 x 4 cm; Privatsammlung
Stage, Backstage, Stage-Door, 2016 (Detail)
Holz, Lack, elektronische Komponenten, Metall, 3-teilig, je 200 x 260 x 90 cm
Nosegay Press, 2009 (Detail)
Holz, Lack, Elektrik, 5-teilig, je ca. 30 x 30 x 45 cm
Courtesy Claus Richter und Clages, Köln; © Claus Richter
Foto: Annette Kradisch, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ihr Werk ist durch ein komplexes Referenzsystem auf andere Künstler*innen, Mode, Musik und handwerkliche Traditionen geprägt. Diese Verweise sind nicht zwangsläufig für die Betrachter*innen lesbar und ein erschöpfender Erklärungsversuch des Einzelwerks ist zumeist weder möglich noch von der Künstlerin gewünscht.

Claus Richter: 4.00 am, 2017
Lampe, Laptop, Holz, Stoff, Kunststoff, Glasaugen, Bettgestell, Matratze, Bettdecke, Kopfkissen, Bettwäsche, Figur: ca. 180 x 100 x 48 cm, Bett: 208 x 147 x 77 cm
Courtesy Claus Richter und Clages, Köln; © Claus Richter
Cosima von Bonin: EINSERKANDIDAT (THE APPRENTICE #3), 2009
Wolle, Baumwolle, Vlies, 208 x 150,5 x 3 cm; Privatsammlung; © Cosima von Bonin
Foto: Annette Kradisch, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Claus Richter arbeitet als konzeptueller Bildhauer an der Schnittstelle von Fantasie und Wirklichkeit, Schein und Sein, Imagination und Wissen. Sein Interesse gilt dabei vorrangig den künstlichen Welten der Unterhaltungsindustrie wie Themenparks, Film- und Theaterkulissen, die dem Publikum eine ‘verzauberte’ Realität vorspielen.

Claus Richter: Greeting Bunnies (1-2), 2017
Holz, Lack, Keramik, Metall, 120 x 75 x 10 cm
Courtesy Claus Richter und Clages, Köln; © Claus Richter
Foto: Annette Kradisch, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Seine Installationen, Skulpturen, Zeichnungen und Performances thematisieren die Unterhaltungskultur der Gesellschaft und den omnipräsenten Wunsch nach einer Welt ‘Larger than Life’.

Cosima von Bonin:
HAI AM TISCH 1, 2014
8-teilige Installation: Eisen, Tischlerplatte, Lack, Gummi, Baumwolle, Frottee, Schaumstoff, Polyfill, Glühlampe mit Fassung, Kabel, galvanisierter Stahl, Hai: 180 x 50 cm, Tisch: 85 x 74 x 34 cm, Stühle: je 31 x 76 x 40 cm, Lampe: 35 x 30 x 30 cm
UNTITLED (Simple Plan 1), mit Michael Krebber, 2014
Leinen, Acrylfarbe, Kohle, Wolle, 75 x 115 cm
UNTITLED (Simple Plan 2), mit Michael Krebber, 2014
Loden, 125 x 70 cm
UNTITLED (Simple Plan 3), mit Michael Krebber, 2014
Filz, Wolle, Baumwolle, 95 x 75 cm
Courtesy Galerie NEU, Berlin; © Cosima von Bonin,
Claus Richter: Rooftop Melody (right), 2019 (Detail)
Holz, Acrylfarbe, Stoff, ca. 368 x 150 x 150 cm; Privatsammlung;
© Claus Richter
Foto: Annette Kradisch, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Ausstellungskontext entstehen teils aufwendige Kulissenlandschaften, in denen der Künstler jedoch nicht die perfekte Kopie einer Broadway-, Hollywood- oder Disneyland-Ästhetik inszeniert, sondern das offensichtlich Gebastelte und Geklebte, Gesägte und Angepinselte feiert.

Claus Richter: Rooftop Melody (right), 2019 (Detail)
Holz, Acrylfarbe, Stoff, ca. 368 x 150 x 150 cm; Privatsammlung;
© Claus Richter
Foto: Annette Kradisch, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Gemeinsam ist Cosima von Bonin und Claus Richter die Fähigkeit poetische Parallelwelten zu erschaffen. Anspielungen auf die Konsum- und Entertainmentwelt finden sich ebenso wie differenzierte Verweise auf die emotionale, soziale und subversive Funktion von Kitsch und Groteske.

Claus Richter: Spagat (split), 2014
Holz, Kunstleder, Ösen, 75 x 170 x 4 cm
Privatsammlung
Foto: Anne Pöhlmann, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Ihre vielfältigen Protagonisten dienen immer wieder als Stellvertreter für menschliche Emotionen, Ängste und Konflikte. Cosima von Bonin gelingt wie Claus Richter der Spagat zwischen hintergründigem Humor und Melancholie, Lethargie und Neugierde, Zugänglichkeit und Verschlossenheit, Weltflucht und Spektakel.

Info:

15. Februar – 17. Mai 2020

Cosima von Bonin / Claus Richter. THING 1 + THING 2

Kunsthalle Nürnberg
Lorenzer Strasse 32
90402 Nürnberg
Deutschland

www.kunstkulturquartier.de

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Zickzack
Textile Arbeiten von Dörte Putensen

Dörte Putensen gestaltet in ihren textilen Arbeiten Landschaften, Tiere, menschliche Körper und Prozesse. Dabei verläuft nichts geradlinig. Viele Umwege der Maschinennadel fügen sich am Ende in ein kleines Wunderwerk. ‘Zickzack’ lautet daher auch der Titel ihrer Ausstellung, die vom 28. März 2020 an im Tuchmacher Museum Bramsche zu sehen ist.

Dörte Putensen: figurafemale, Detail
Foto: Dörte Putensen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Durch eine Vielzahl von Zickzacknähten bestechen die Werke von Dörte Putensen. Dieses markante Merkmal vergleicht die Künstlerin mit ‘unsichtbaren Schwingungen und Rhythmen im Universum. Jedes Auf und Ab wie im Leben so auch hier im Nähprozess, verbindet Charaktere und Unterschiede, die Gemeinschaft wächst zusammen.’

‘Am Anfang steht die Leidenschaft’, schwärmt die Künstlerin über den Entstehungsprozess ihrer Arbeiten: ‘Das Zusammentragen von Farbnuancen und das Fühlen der Textilien beeinflussen das Ergebnis ganz entscheidend.’ Vor dem Hintergrund massenhaft anfallenden Textilmülls können nur winzige Stoffstücke Ausgangspunkte ihrer Kreationen werden: ‘Jeder noch so kleine Fetzen ist wertvoll genau dort, wo er seine Position bezieht.’ So leben die Bilder von Dörte Putensen durch die Vielfalt der Nähte und Überlagerungen. Sie zeigen eine Reaktion auf den Lichteinfall und die unterschiedlichsten Blickwinkel der Betrachter. Viele Stunden textiler Feinarbeit stecken in jeder Arbeit der Künstlerin.

Dörte Putensen: Arbeitsprobe
Foto: Dörte Putensen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Dörte Putensen, gebürtige Schwerinerin, näht seit ihrer Kindheit. Die studierte Maskenbildnerin war zunächst am Mannheimer Nationaltheater und später an verschiedenen Bühnen sowie beim Film und Fernsehen tätig. Auch während ihrer langen Theaterkarriere blieb sie dem Nähen treu und fertigte nebenberuflich Kostüme für Kleindarsteller an. Vor 10 Jahren gelang ihr der persönliche Neuanfang in Oldenburg. Unter dem Motto ‘Ich male mit Stoff’ begann ihre Auseinandersetzung mit den textilen Gestaltungsmitteln in der Bildenden Kunst. Es folgten mehrere Ausstellungen in Oldenburg und Westerstede. Seit 2014 ist sie Mitglied im Verband Bildender Künstler und nimmt regelmässig an Gemeinschaftsprojekten teil.

Anlässlich der Ausstellungseröffnung am 27. März 2020 führt die Theaterwissenschaftlerin Inga-Lotta Bechen in das Werk von Dörte Putensen ein.

Info:

28. März – 26. April 2020

Zickzack
Textile Arbeiten von Dörte Putensen

Tuchmacher Museum Bramsche
Mühlenort 6
49565 Bramsche
Deutschland

www.tuchmachermuseum.de

Einladung

Ausstellungseröffnung:
Fr, 27. März 2020, 19 Uhr

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Exotic Formosa – zeitgenössischer Schmuck aus Taiwan von Ruan Weng Mong

Die angekündigte Ausstellung ‘Exotic Formosa’ ist leider abgesagt worden.

Plakat

Die aktuelle Sonderausstellung ‘Die Welt neu geordnet – Schätze aus der Zeit Napoleons’ im Schmuckmuseum Pforzheim, über die ich in den Ausstellungstipps Oktober 2019 schon berichtet hatte, wird bis Sonntag, 14. Juni 2020, verlängert. Der Anlass dafür ist, dass die nachfolgende, für Ende März geplante Schau ‘Exotic Formosa – zeitgenössischer Schmuck aus Taiwan von Ruan Weng Mong’ aufgrund des Coronavirus kurzfristig abgesagt werden musste: Der Transport der Leihgaben ist momentan nicht möglich. Nach derzeitigem Planungsstand wird das Thema auf Herbst 2021 verschoben.

Durch das unerwartet freigewordene Zeitfenster bietet sich die Möglichkeit, die vom Publikum goutierte Ausstellung über die Schätze aus der Zeit Napoleons länger zu zeigen. ‘Schon seit geraumer Zeit haben wir die Lage in China genau beobachtet und uns darüber mit Ruan Weng Mong ausgetauscht. Da sich die Situation im Hinblick auf Transporte aus Taiwan nun auch zuspitzte, mussten wir leider die Reissleine ziehen’, erläutert Museumsleiterin Cornelie Holzach. ‘Das heisst aber nicht, dass das Thema aufgehoben ist – wir schieben es lediglich um circa ein Jahr auf. Ich bin sehr froh darüber, dass die Leihgeber von ‘Napoleon’ so schnell positiv reagiert haben.’ Lediglich einige Exponate müssen schon jetzt, zum ursprünglich geplanten Ausstellungsende 1. März 2020, das Schmuckmuseum verlassen, da sie anderen Museen für deren Projekte zugesagt sind.

Info:

19. Oktober 2019 – 1. März 2020
bis 14. Juni 2020 verlängert!

Die Welt neu geordnet – Schmuck aus der Zeit Napoleons

Schmuckmuseum Pforzheim
Im Reuchlinhaus
Jahnstrasse 42
75173 Pforzheim
Deutschland

www.schmuckmuseum.de

Flyer

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Textile as Resistance

In Zusammenarbeit mit MoMu, dem belgischen Modemuseum, der Journalistin Samira Bendadi (* 1966, Marokko) und der Fotografin Mashid Mohadjerin (* 1976, Iran) ist die Ausstellung ‘Textile as Resistance’ entstanden, die vom 21. März bis 19. April 2020 in der Kunsthal Extra City in Antwerpen zu sehen ist und die sich um die Power von No-Slogan-Stoffen dreht.

Plakat

Zuflucht, Widerstand, Hoffnung, Glück, Tradition, Schönheit, Spiritualität und Entkolonialisierung. Textilien sind – und waren lange – ein starkes Medium für den Ausdruck von Identität, insbesondere in Zeiten von Krieg und Krise. Welche Botschaften und Geschichten können Stoffe teilen? Was sagt ein Outfit oder ein Kleidungsstück über den Träger aus? Können Textilien die Vergangenheit mit der Gegenwart verbinden? Können sie ein Akt des Widerstands sein? Wichtige Fragen, die es wert sind, untersucht zu werden, um ein umfassenderes Bild ‘zusammen zu nähen’ von unseren modernen Gesellschaften und von inspirierenden Menschen, die die Chancen rund um den Globus nutzen.

Ein Blick in Zena Sabbags Wohnzimmer, das sich in eine Näh-, Druck- und Stickwerkstatt verwandelte. Beirut, Libanon, 2019
Foto: © Mashid Mohadjerin, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Exklusiv für ‘Textile as Resistance’ machte Mashid Mohadjerin eine Reihe beeindruckender Fotos und Samira Bendadi schrieb eine ebenso exklusive Sammlung bewegender Geschichten, die einen beeindruckenden Teppich aus visuellen und schriftlichen Handlungssträngen ergeben – die Besucher*innen sind zu ‘Enthüllungen’ eingeladen. Es gilt, Kleidung und Textilien als Sprungbrett für Geschichten zu entdecken, die religiöse, kulturelle und nationale Grenzen überschreiten.

Afrikanisches Modewochenende im Botanischen Garten Meise, Brüssel, Belgien, 2019
Foto: © Mashid Mohadjerin, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Sowohl für Bendadi als auch für Mohadjerin war Migration immer ein wesentlicher Bestandteil ihrer Geschichte. Ihre Suche begann in Antwerpen und ihre Geschichten fanden schnell neue Ziele in anderen Teilen der Welt, in Paris und Beirut, aber auch in Aleppo und Kabul. Sie deckten viele bewegende Geschichten über viele Aspekte des Lebens belgischer Immigranten auf, Geschichten über Kleidergeschäfte und Textilateliers, die von Flüchtlingsfrauen im Libanon und in Palästina gegründet und betrieben wurden oder über Sticktraditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Palästinensische Puppen in traditioneller Tracht, hergestellt im Lager Ein El-Hilweh, wo 64 Frauen in dieser Technik geschult werden, um die palästinensische Stickerei und das palästinensische Erbe zu bewahren. Beirut, Libanon, 2019
Foto: © Mashid Mohadjerin, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Antwerpen und Flandern sind durch Asyl und Migration mit dem Rest der Welt verbunden. In Antwerpen leben mehr als 170 Nationalitäten. Hier werden 183 verschiedene Sprachen gesprochen. Die Ausstellung ist Teil unserer Mission, das MoMu für alle sinnstiftend zu machen und soziale, ästhetische und persönliche Veränderungen zu ermöglichen. Wir wollen auch nach der offiziellen Wiedereröffnung nach dem Umbau des Museums mit zahlreichen Initiativen im Sinne dieser Ausstellung begeistern’, sagt Kaat Debo, MoMu-Direktor.

Katalog erhältlich.

Info:

21. März – 19. April 2020

Textile as Resistance

Kunsthal Extra City
Eikelstraat 29
2600 Antwerpen – Berchem
Belgien

www.extracitykunsthal.be

Ausstellungstrailer

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Salon Aiguille en Fête

Salon Aiguille en fête findet auch dieses Jahr wieder vom 12. – 15. März 2020 auf dem Messegelände an der Porte de Versailles in Paris statt. Der Event bietet ein breites und umfangreiches Händlerangebot in Kombination mit Workshops, Demonstrationen und natürlich Ausstellungen. Eindrücke von früheren Ausstellungen beim Salon Aiguille en Fête finden Sie hier

Plakat

Unter dem Motto ‘Matière(s) à Voyager’ können Liebhaber*innen von Nadel und Faden eine Reise antreten und ganz verschiedene Entdeckungen machen, von afrikanischen Stoffen über indische Stickereien bis hin zu japanische Färbemethoden und den gefundenen Taschentüchern, die die französische Textilkünstlerin Fanny Viollet bestickte und ihnen eine neue Bedeutung verlieh. Flächig oder dreidimensional gearbeitet, transparent oder vielschichtig, gewebt oder appliziert – die Besucher*innen haben die Qual der Wahl. Wie schön!

Info:

12. – 15. März 2020

Die Veranstaltung wurde wegen Corona verschoben auf 11. – 14. Juni 2020!

Salon Aiguille en Fête

Parc des Exposiitons
1 Place de la Porte de Versailles
75015 Paris
Frankreich

www.aiguille-en-fete.com

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Timo Sarpaneva
Finnisches Glasdesign

Elegant reduzierte Formen oder nuancenreiche Farbspiele sind charakteristisch für den finnischen Künstler Timo Sarpaneva. Derzeit zeigt die Glashütte Gernheim in Petershagen eine Ausstellung mit Objekten des bedeutenden Designers. Obwohl Sarpaneva (1926 – 2006) auch mit anderen Materialen arbeitete, war Glas stets sein favorisierter Werkstoff. Bekannt wurde er durch seine langjährige Zusammenarbeit mit den Hütten Iittala in Finnland und Venini in Italien. Die Schau ‘Timo Sarpaneva – Finnisches Glasdesign’ ist eine Kooperation des LWL-Industriemuseums Glashütte Gernheim mit dem Finnischen Glasmuseum Riihimäki und dem finnischen Kunstsammler Kyösti Kakkonen. Vom 16. Februar – 27. September 2020 sind Glaskunstobjekte und Gebrauchsglasserien in Petershagen zu bewundern.

Timo Sarpaneva: ‘Laine’, 1990
Foto: Timo Syrjänen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Timo Sarpaneva schloss 1949 sein Grafikstudium an der Central School for Applied Arts in Helsinki ab und begann seine Karriere mit der Gestaltung von Drucksachen und Verpackungen für Ahlström. 1951 hatte er erstmalig die Gelegenheit in der Glashütte Iittala, die Ahlström gehörte, mit der Glasherstellung zu experimentieren. Die von ihm designten Glasskulpturen gingen bereits im darauffolgenden Jahr in Produktion. Heute sind Sarpanevas Kreationen im Bestad internationaler Kunstmuseen, zieren stilvolle Esszimmer und gelten noch immer als richtungsweisend. Die Ausstellung zeigt beispielhaft Sarpanevas Entwürfe für den Bereich Glas.

Timo Sarpaneva: ‘Devils Churn’
Foto: Timo Syrjänen, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Bei seiner Arbeit mit Glas wandte Sarpaneva vor allem Techniken an, die er zusammen mit Glasmachern der Glashütten Iittala und Venini neu- oder weiterentwickelte. Hierzu zählt beispielsweise die ‘wet-stick’ oder die ‘steam-blown-technique’: Der Glasmacher formt dabei zunächst eine Vertiefung in dem noch heissen Glas, in die er dann einen nassen Stab einführt. Der Wasserdampf, der beim Kontakt mit dem heissen Glas entsteht, dringt direkt in das Glas ein und erzeugt Blasen. In dieser Technik hergestellte Objekte sind in der Sonderausstellung in Gernheim zu sehen.

Info:

16. Februar – 27. September 2020

Timo Sarpaneva
Finnisches Glasdesign

LWL-Industriemuseum
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Glashütte Gernheim
Gernheim 12
32469 Petershagen
Deutschland

www.lwl.org

***

Out of the Blue: Fifty Years of Designers Guild

Derzeit präsentiert das Fashion and Textile Museum in London die Ausstellung ‘Out of the Blue: Fifty Years of Designers Guild’, die den Fokus auf das einflussreiche Designunternehmen ‘Designers Guild’ richtet.

Tricia Guild OBE
Gründerin & Creative Director
© Designers Guild
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Wie aus heiterem Himmel – Out of the Blue – gründete die britische Designerin Tricia Guild OBE ‘Designers Guild’ 1970. Frustriert vom Mangel an wirklich zeitgemässen Stoffen und Tapeten für die Raumgestaltung, entwickelte Tricia Guild eine Vision: Sie wollte einen Lifestyle erschaffen.

Designers Guild
Miyako Tapetendesign Herbst/Winter 19
© Designers Guild
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Sie eröffnete ihren kleinen Laden in der Kings Road in Chelsea und zeigte, wie man die verschiedenen Elemente eines Raumes zusammenfügt, wie Farbe, Muster, Textur und Form kombiniert werden können, um eine Harmonie zu schaffen. Die Marke hat sich seitdem zu einem globalen Unternehmen entwickelt, dessen Produkte die Art und Weise verändert haben, wie wir Farbe, Muster und Textur in unseren Wohnbereichen betrachten.

Geranium Collection, 1976
© Designers Guild
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung beleuchtet Tricia Guilds einzigartigen und kreativen Ansatz, der ihre Inspiration, ihre intuitive Designmethode und die verwendeten Techniken, Prozesse und Materialien in den Mittelpunkt rückt. Kühn und auffallend kombiniert sie Muster, Farben und Materialien und ist dem stets treu geblieben. Ihre ursprüngliche Philosophie ist bis heute von grösster Bedeutung für die Arbeit des Unternehmens.

Designers Guild – Studio
Herbst/Winter 19
© Designers Guild
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellungsbesucher*innen können aus erster Hand nachvollziehen, woher Tricia Guilds Inspiration stammt: Eindrücke von ihren Reisen nach Indien, Japan und Skandinavien setzt sie beispielsweise in Kollektionen von Stoffen, Tapeten, Möbeln und Accessoires um. Ihre Inspiration mag von alten indischen Textilien oder einer schwedischen Wand stammen – die daraus resultierenden Interieurs sind jedoch niemals nur eine Überarbeitung eines Vorbilds. Stattdessen sind die Ergebnisse gelungene Verbindungen, in denen eine Harmonie zwischen Ost und West, Gegenwart und Vergangenheit besteht.

Ausstellungsansicht ‘Out of the Blue Fifty Years of Designers Guild’, Fashion and Texile Museum
Foto: Michael Cockerham, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Designers Guild’ ist vielleicht am meisten durch florale Designs bekannt geworden, aber auch einfarbige Stoffe in einer Vielzahl von Farben und Texturen sowie eine grosse Auswahl an geometrischen und abstrakten Mustern sind für den Mix von entscheidender Bedeutung.

Designers Guild
Amrapali Druckstoff Herbst/Winter 11
© Designers Guild
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Tricia Guilds Markenzeichen ist ihr selbstbewusster und lebendiger Umgang mit Farben, aber auch die natürliche und neutrale Farbpalette spielt in den Kollektionen des Unternehmens eine gleichberechtigte Rolle.

Designers Guild – Studio
© Designers Guild
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit einer breiten und ansprechenden Auswahl an Designs illustriert die Ausstellung die Vielfalt und ständige Neuerfindung, die für das Ethos von ‘Designers Guild’ von zentraler Bedeutung ist.

Ausstellungsansicht ‘Out of the Blue Fifty Years of Designers Guild’, Fashion and Texile Museum
Foto: Michael Cockerham, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung geht auch auf die Techniken und Verfahren ein, die für die Verwirklichung dieser Kollektionen wichtig sind. So verwendete das Unternehmen auf der Suche nach Innovationen z.B. verschiedene Druckmethoden – vom Handblockdruck in den frühen Tagen über den Rotationssiebdruck bis hin zum heutigen Digitaldruck.

Designers Guild
Entwurf für ‘The Village collection’, 1975
© Designers Guild
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Tricia Guild arbeitete auch mit Künstlern und Designern aus anderen Bereichen zusammen, darunter Howard Hodgkin (1986); Kaffe Fassett (Kaffe’s Pots, entworfen von Kaffe Fassett für Designers Guild 1993-95) und in jüngerer Zeit mit Ralph Lauren und Christian Lacroix.

Howard Hodgkin for Designers Guild Collection 2011
© Designers Guild
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Sie hat lizenzierte Kollektionen für ‘The Royal Collection’ entworfen, die direkt von den prächtigen Räumlichkeiten und Möbeln in den Residenzen der britischen Königsfamilie inspiriert sind.

Designers Guild
Jade Temple
© Designers Guild
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Out of the Blue’ bietet einen einzigartigen Zugang zum Archiv von ‘Designers Guild’ mit nie zuvor gezeigten Originalentwürfen und Kunstwerken und zeigt die Unternehmensgeschichte  in Settings, die den sich ändernden Geschmack bei der Ausgestaltung von Interieurs der letzten fünf Jahrzehnte widerspiegeln.

Ausstellungsansicht ‘Out of the Blue Fifty Years of Designers Guild’, Fashion and Texile Museum
Foto: Michael Cockerham, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Auch wie aus einer ehrgeizigen jungen Business-Frau eine einflussreiche kreative Kraft wird, die hinter einer globalen Marke steht, zeigt ‘Out of the Blue’ auf und feiert die äusserst erfolgreiche Designerin Tricia Guild OBE.

Zur Ausstellung ist bei ACC Art Books ein Begleitband voller Inspirationen erschienen.

Info:

14. Februar – 14. Juni 2020

Out of the Blue: Fifty Years of Designers Guild

Fashion and Textile Museum
83 Bermondsey Street
London SE1 3XF
England

www.ftmlondon.org

***

Vorschau:

14th Prague Patchwork Meeting

Wieder einmal ist textile Kunst der Spitzenklasse in Prag zu sehen: beim Prague Patchwork Meeting, das 2020 bereits zum 14. Mal stattfindet, und zwar vom 3. – 5. April 2020 und wie bisher wieder im Wellness Hotel STEP im 9. Prager Stadtbezirk.

Organisatorin Jana Sterbova kündigt über 30 Ausstellungen aus aller Welt an, traditionelle wie zeitgenössische Patchwork- und Quiltkunst der Spitzenklasse: beispielsweise die SAQA-Ausstellung ‘Season after Season’, ‘Divided Countries’ – eine deutsch-koreanische Co-Produktion, kuratiert von der Patchwork Gilde Deutschland e.V. und aus Asien kommen auch moderne japanische Quilts. An Solo-Ausstellungen wären beispielsweise Hana Ron aus Israel, Brenda Wroe aus Grossbritannien, Elisabeth Nacenta de la Croix aus der Schweiz und Isabelle Wiessler aus Deutschland zu nennen.

Flyer

Daneben gibt es natürlich noch Kurse und Workshops, viele Händler mit breitem Angebot und ein abendliches Dinner während einer Schifffahrt auf der Moldau, vorbei an der pittoresk erleuchteten Altstadt von Prag.

Die Herzen von unzähligen internationalen Quilter*innen, die sich hier bei diesem wunderbaren Meeting treffen, werden wieder einmal – und zu Recht – höher schlagen. Prag und das PPM sind eine Reise wert!

Info:

3. – 5. April 2020

Die Veranstaltung wurde wegen Corona abgesagt!

14th Prague Patchwork Meeting

WELLNESS HOTEL STEP ****
Malletova 1141
190 00 Prag 9
Tschechische Republik

www.praguepatchworkmeeting.com

Öffnungszeiten:
Fr: 12 – 19 Uhr
Sa: 9.30 – 18 Uhr
So: 9.30 – 16.30 Uhr

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Extra-Empfehlung:

Monet. Orte

Für seine Landschaftsbilder suchte Claude Monet immer wieder die gleichen Orte auf oder fertigte an einer Stelle umfangreiche Serien an. So entstanden auf Reisen zahlreiche Gemälde an der Küste der Normandie, im niederländischen Zaandam oder in London und Venedig. Ihn interessierten nicht pittoreske Sehenswürdigkeiten, sondern Licht- und Wetterphänomene und ihre verschiedenen Auswirkungen auf diese Orte.

Ausstellungsansicht
‘Monet. Orte’ im Museum Barberini (22. Feb. – 1. Juni 2020)
© Museum Barberini
Foto: David von Becker, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Monets Auseinandersetzung mit Licht und Farbe steht im Mittelpunkt der neuen umfangreichen Ausstellung auf den drei Etagen des Museum Barberini in Potsdam, die von den Medien unisono überschwänglich gefeiert wird. Also nicht verpassen!

Besonders empfehlenswert: Der Prolog auf der Museums-Website – nicht nur für die Fans des Impressionismus …

Info:

22. Februar – 1. Juni 2020

Monet. Orte

Museum Barberini
Alter Markt
Humboldtstrasse 5 – 6
14467 Potsdam
Deutschland

www.museum-barberini.com

***

Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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Kommentare zu diesem Artikel

13 Responses

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  • Gudrun Heinz

    halli hallo,

    bei der ausstellung

    ’25 Jahre Queenbee-Quilter’

    in oberderdingen sollte ich am kommenden sonntag, 15. märz 2020, die einführenden worte sprechen. nun ist die

    VERNISSAGE ABGESAGT!

    Wegen der Corona-Virus-Gefahr hat die Gemeinde Oberderdingen die Vernissage abgesagt. Die Ausstellung findet aber statt und kann zu den angegebenen Öffnungszeiten besucht werden. Für den 19. April 2020 wird an eine Finissage gedacht.

    Öffnungszeiten:
    Mi – So: 14 – 17 Uhr

    so kann es gehen, sehr schade. ich wünsche den queenbee-quiltern trotz allem aber nur das beste, dass alle gesund bleiben und sie trotzdem viel erfolg mit der ausstellung haben.

    beste grüsse

    gudrun

  • Gudrun Heinz

    halli hallo,

    auch bei mir treffen dank der einzelnen ausstellungsverteiler die nachrichten bezüglich des corona virus und seinen folgen ein. ich will sie aber nicht alle hier veröffentlichen, das führt zu weit und gilt dann am entscheidenden tag womöglich in ganz anderer form. daher möchte ich meinen rat und die dringende bitte wiederholen: bitte informiert euch vor einem geplanten besuch einer veranstaltung ganz aktuell auf der entsprechenden website und verfolgt die nachrichten. in der schweiz gelten behördlicherseits andere regeln und vorschriften als z.b. in deutschland und anderswo.

    bleibt alle gesund und macht es gut.

    beste grüsse

    gudrun

  • Luitgard Möschle

    Liebe Gudrun, mal wieder ein Danke für Deine Ausstellungstipps und die damit verbundene Arbeit!

    Die Ausstellung Aiquille en Fete –
    Salon Aiguille en Fête
    Salon Aiguille en fête findet auch dieses Jahr wieder vom 12. – 15.
    März 2020 auf dem Messegelände an der Porte de Versailles in Paris
    statt. Der Event bietet ein breites und umfangreiches Händlerangebot in
    Kombination mit Workshops, Demonstrationen und natürlich Ausstellungen.” verschoben:

     

    Suite à l’épidémie de coronavirus en France, le salon Aiguille en Fête, initialement prévu du 12 au 15 mars 2020 à Paris Expo Porte de Versailles, est reporté du 11 au 14 juin 2020, même lieu. Le salon des passionnés de tricot, couture et broderie réunira pour l’occasion quelques 220 exposants… A vos aiguilles !

    Annulation et report ! Suite à la décision du 29 février 2020 du Gouvernement français et des autorités de santé d’interdire tout rassemblement de plus de 5 000 personnes en milieu confiné, et afin de respecter les consignes des pouvoirs publics et après concertation avec ses clients et partenaires, le salon Aiguille en fête, initialement prévu du 12 au 15 mars, vous informe qu’il est reporté du 11 au 14 juin 2020 à Paris, Porte de Versailles.

    Nach der Coronavirus-Epidemie in Frankreich wurde die Messe Aiguille en Fête, die ursprünglich für den 12. bis 15. März 2020 auf der Pariser Expo Porte de Versailles geplant war, vom 11. bis 14. Juni 2020 am gleichen Ort verschoben. Die Ausstellung für Strick-, Näh- und Stickbegeisterte bringt zu diesem Anlass rund 220 Aussteller zusammen… An die Nadeln!

    Annullierung und Verschiebung! Im Anschluss an die Entscheidung der französischen Regierung und der Gesundheitsbehörden vom 29. Februar 2020, jede Versammlung von mehr als 5.000 Personen auf engem Raum zu verbieten, und um den Anweisungen der Behörden nachzukommen, sowie nach Rücksprache mit ihren Kunden und Partnern, teilt die ursprünglich vom 12. bis 15. März geplante Ausstellung Aiguille en fête Ihnen mit, dass sie vom 11. bis 14. Juni 2020 in Paris, Porte de Versailles, verschoben wird.

    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

     

    Dies zur Info!

     

    Liebe Grüße   Luitgard

     

     

     

    • Gudrun Heinz

      halli hallo luitgart,

      ein ganz grosses dankeschön für diesen wertvollen hinweis auf die verschiebung vom salon aiguille en fête. paris statt im märz im juni – das hat doch was!

      das corona virus wirbelt ja einiges durcheinander und es hagelt allerseits absagen. bitte vor dem besuch einer veranstaltung auf jeden fall zur information die entsprechende website besuchen. es wäre doch sehr schade und ärgerlich, einen weg umsonst gemacht zu haben und enttäuscht umkehren zu müssen.

      sei nochmals ganz herzlich bedankt und ein schönes wochenende!

      beste grüsse

      gudrun

       

  • Luitgard Möschle

    Liebe Gudrun, mal wieder ei Danke für Deine Ausstellungstipps und die damit verbundene Arbeit!

    Die Ausstellung Aiquille en Fete –
    Salon Aiguille en Fête
    Salon Aiguille en fête findet auch dieses Jahr wieder vom 12. – 15. März 2020 auf dem Messegelände an der Porte de Versailles in Paris statt. Der Event bietet ein breites und umfangreiches Händlerangebot in Kombination mit Workshops, Demonstrationen und natürlich Ausstellungen.” verschofen:

     

    Suite à l’épidémie de coronavirus en France, le salon Aiguille en Fête, initialement prévu du 12 au 15 mars 2020 à Paris Expo Porte de Versailles, est reporté du 11 au 14 juin 2020, même lieu. Le salon des passionnés de tricot, couture et broderie réunira pour l’occasion quelques 220 exposants… A vos aiguilles !

    Annulation et report ! Suite à la décision du 29 février 2020 du Gouvernement français et des autorités de santé d’interdire tout rassemblement de plus de 5 000 personnes en milieu confiné, et afin de respecter les consignes des pouvoirs publics et après concertation avec ses clients et partenaires, le salon Aiguille en fête, initialement prévu du 12 au 15 mars, vous informe qu’il est reporté du 11 au 14 juin 2020 à Paris, Porte de Versailles.
    Nach der Coronavirus-Epidemie in Frankreich wurde die Messe Aiguille en Fête, die ursprünglich für den 12. bis 15. März 2020 auf der Pariser Expo Porte de Versailles geplant war, vom 11. bis 14. Juni 2020 am gleichen Ort verschoben. Die Ausstellung für Strick-, Näh- und Stickbegeisterte bringt zu diesem Anlass rund 220 Aussteller zusammen… An die Nadeln!

    Annullierung und Verschiebung! Im Anschluss an die Entscheidung der französischen Regierung und der Gesundheitsbehörden vom 29. Februar 2020, jede Versammlung von mehr als 5.000 Personen auf engem Raum zu verbieten, und um den Anweisungen der Behörden nachzukommen, sowie nach Rücksprache mit ihren Kunden und Partnern, teilt die ursprünglich vom 12. bis 15. März geplante Ausstellung Aiguille en fête Ihnen mit, dass sie vom 11. bis 14. Juni 2020 in Paris, Porte de Versailles, verschoben wird.

    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

     

    Dies zur Info!

     

    Liebe Grüße   Luitgard

     

     

     

  • Isabelle Wiessler

    Liebe Gudrun,

    herzlichen Dank für die tollen Ausstellungtipps mit den so schönen Fotos. Vor allem wenn man die Ausstellungen nicht sehen kann ist es so wertvoll.

    • Gudrun Heinz

      halli hallo isabelle,

      vielen lieben dank für deine zeilen, freut mich sehr zu lesen und es geht mir ja ganz genau so.

      mach’s gut und beste grüsse

      gudrun

  • Birgit Berndt

    Hallo Gudrun,

    vielseitige Fäden, Bilder von Monet und bunte Stoffe und… Eine herrliche Lektüre ist deine Zusammenstellung der laufenden oder beginnenden Ausstellungen.

    Viele Grüße

    Birgit

    • Gudrun Heinz

      halli hallo birgit,

      1000 dank, wie schön, dass du dich so lobend äusserst. es ist mir jeden monat aufs neue eine grosse freude, im angebot ‘zu graben’. ob ich dann aber die entsprechenden unterlagen bekomme, das ist immer spannend. aktuell, z.b., reagierte antwerpen buchstäblich erst in letzter stunde … so busy at the moment.

      dir auch ein schönes restliches wochenende.

      beste grüsse

      gudrun

  • ERIKA BORNEMANN

    Liebe Gudrun,
    herzlichen Dank für die umfangreichen Ausstellungstipps mit Extra-Empfehlung.
    Da kann man wieder einmal in Farben und Ideen schwelgen.

    Liebe Grüße
    Erika

    • Gudrun Heinz

      halli hallo erika,

      dir genauso herzlichen dank zurück, freut mich, wie immer, sehr!

      ja, die extra-empfehlung – claude monet – konnte ich mir nicht verkneifen, da ich weiss, dass die impressionistische malerei viele leute begeistert. und da wir es sozusagen mit einem ‘maler der ersten stunde’ zu tun haben, nach dessen gemälde ‘impression – soleil levant’ (1872) die ganze kunstrichtung benannt wurde, sowieso.

      ein schönes wochenende mit interessanten impressionen!

      beste grüsse

      gudrun

      • Gisela Hafer

        Liebe Gudrun, vielen Dank für deine Informationen, die ich immer wieder gern lese. Ein kleiner Hinweis: in Dankt Mauritius ist eine Ausstellung von der Textilkünstlerin Claudia Merx aus Aachen, …..Trotz aller Schwere , sehr zu empfehlen.

      • Gudrun Heinz

        halli hallo gisela,

        wie schön, dass du dich hier mit kommentar (vielen dank!) und weiterem tipp meldest. nähere informationen zu der ausstellung von caludia merx folgen hier:

         

        oder hier: https://claudiamerx.de/aktuelles/

        nochmals dankeschön!

        beste grüsse

        gudrun

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