Kreative Artikel zum Thema Nähen

Aus dem Nähkästchen geplaudert mit Katia Convents

Habt ihr schon mal die Fernseh-Show “Let’s Dance” geschaut und euch gefragt, wer die unzähligen, tollen Tanzkleider näht? Wir dürfen es Euch verraten: Die Person hinter den glitzernden und funkelnden Kleider ist Katia Convents. Sie hat selbst eine Tanzausbildung absolviert und war jahrelang erfolgreich im professionellen Tanzsport aktiv. Während ihrer Tanzkarriere begann Katia, ihre eigenen Kleider zu nähen. Heute führt Sie ihr eigenes Atelier, in dem sie sich auf Haute Couture und Tanzsport spezialisiert hat. 

Wir haben uns mit Katia über ihren Werdegang und über die Tätigkeit hinter den Kulissen der RTL-Tanzshow unterhalten.

Interview mit Katia Convents

Portrait von Katia Convents

Als Kostümdesignerin nähst du Tanz-Kleider für die RTL-Unterhaltungsshow „Let’s Dance“. Wie bist du zum Fernsehen gekommen?
Das kam 2005/2006 durch eine klassische Anfrage über die Produktionsfirma zustande.

Die TV-Sendung wird wöchentlich ausgestrahlt. Wir stellen uns die Zeit während der Produktion sehr stressig vor. Bestimmt muss unter Hochdruck entworfen und genäht werden. Wie läuft das ab?
Ja, der Druck ist enorm, wie man sich vorstellen kann. Wir haben lediglich einen Tag für das Erstellen der Entwürfe. Vier Tage bleiben uns dann noch für die Produktion bis zur nächsten TV-Show.

Wo wird genäht und wer ist alles involviert?
Genäht wird hauptsächlich bei mir im Atelier, teilweise werden Änderungen im Studio, sogar während der Generalprobe vorgenommen.

Tanzkleid

Im Anschluss an eine Show wurde eine Exklusiv-Sendung ausgestrahlt, in der wir dich in Aktion mit einigen BERNINA Nähmaschinen gesehen haben. Ist jedes Kleid eine Massanfertigung? Wie lange dauert es, bis ein Kleid fertig ist?
Selbstverständlich ist jedes Kleid eine Massanfertigung. Wir brauchen je nach Kleid zwischen 20 und 60 Stunden.

Auswahl an Tanzkleidern

Hattest du auch schon für andere Prominente massgeschneiderte Kleider erstellt?
Ja, für unzählige Prominente. Im letzen Jahr habe ich für ein Kleid auf der Bambi-Verleihung von der Zeitschrift burdastyle eine Auszeichnung bekommen.

Wir nehmen an, es geht auch mal was schief. Musstest du schon mal während einer laufenden Show hinter den Kulissen gerissene Nähte flicken?
Das passiert leider schon mal. Wir mussten sogar in einer Live-Sendung ein Outfit vor laufender Kamera präparieren.

Hast du ein Lieblingskleid? Wenn ja, wieso?
Ich habe eine besondere Schwäche für den Tanz Rumba und aus diesem Grund einen besonderen Bezug zu den Rumba-Kleidern.

Neben deiner Tätigkeit als Designerin bei „Let’s Dance“ hast du ein eigenes Atelier für Haute Couture und Tanzsportmode. Wo findet man dein Atelier und wie läuft dein Geschäft?
Bedingt durch die Situation, dass wir neben Let’s Dance für weitere renommierte Show Acts produzieren, können wir im Tanzsportbereich nur noch unsere treuen und geduldigen Kunden bedienen. Diese nehmen lange Wartezeiten im Kauf. Mit dem Geschäft bin ich sehr zufrieden, da die Nachfrage nach meinen Kleidern zunehmend wächst.

Wir sind neugierig, wie sieht dein Atelier aus? Sicher liegen einige teure Stoffe im Lager und jede Menge Strass-Steinchen?
Ja, das stimmt. Einen guten Eindruck erhaltet ihr durch meinen Imagefilm:

Wir haben gehört, dass du bald eine eigene Kollektion veröffentlichst. Kannst du uns darüber schon was verraten oder sogar zeigen? Wo findest man deine Kollektion?
Ja ganz recht, ich arbeite an zwei sehr schönen Kollektionen: Glam Rock, wird eine junge, festliche, kommerzielle Kollektion, mit meiner Handschrift. Bride wird eine sensationell schöne Brautkollektion.

Wie bist du zum Nähen und Designen gekommen und von wem hast du das Näh-Handwerk gelernt?
Zum Nähen bin ich durch den Tanzsport gekommen, in dem ich meine eigenen Kleider selber nähen musste. Gelernt habe ich das Handwerk von meiner Mutter sowie meiner Großmutter.

Welche Rolle spielt der Tanzsport in deinem Leben?
Tanzen ist mein Leben und Tanzkleider meine Leidenschaft.

Gibt es eine Situation beim Nähen, die dich besonders ärgert?
Wenn die Dinge nicht so laufen, wie ich es mir vorstelle.

Mit welchen Stoffen nähst du am liebsten?
Fließende, glamouröse Materialien.

Nähst du auch für dich privat oder nur für andere?
Leider finde ich nicht wirklich die Zeit, um für mich selbst zu nähen.

Wie verbringst du deine Freizeit, wenn du mal nicht am Nähen bist?
Am liebsten lese ich oder mache gerne Yoga, um neue Kreativität zu tanken.

Gibt es etwas, dass du Näheinsteigerinnen mit auf den Weg geben willst?
Niemals aufgeben, denn es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Aus eigenem Interesse: Wir haben gesehen, dass du mit BERNINA nähst. Stimmt’s? Von einer Skala von 0 bis 10 Punkten, wie sehr magst du deine Maschinen? 🙂
Ich nähe vom ersten Tag meiner Selbstständigkeit mit BERNINA und meine Wertung ist eine 10.

Gibt es etwas, das du noch kennenlernen möchtest?
Eine BERNINA Stickmaschine.


Fun facts

Hast Du einen (Näh-)Tick?
Nein.

Auftrennen oder «ach, egal»?
Auftrennen!

Ordnung im Atelier oder organisiertes Chaos?
Nur ein Genie beherrscht das Chaos.

Nähen nur tagsüber oder auch mal als Nachtschicht, wenn’s eilt?
In meinem Job bleiben Nachtschichten nicht aus. Die besten Ideen sind bei mir tatsächlich nachts entstanden.

Strass oder Pailletten?
Strass.

Pailetten und Strass-Steine

Stecknadeln oder Clips?
Stecknadeln

Sprichst du mit deiner Nähmaschine?
Ja, die können mir nicht widersprechen.

Streichelst du Stoffe?
Oh ja.

Liebstes Schimpfwort bei Näh-Missgeschicken?
Verdammt und zugenäht.


Mehr erfahren über Katia Convents

Weitere Infos über Katia findet ihr auf ihren Online-Kanälen.

Website: www.katiaconvents.de

Instagram: www.instagram.com/katia_convents

Facebook: www.facebook.com/atelierkatiaconvents


Weitere Interviews mit Näh-, Stick- und Quiltpersönlichkeiten folgen. Fällt Euch eine Person ein, von der ihr gerne mehr wissen würdet? Dann teilt uns deren Namen gerne in den Kommentaren mit.

Liebe Grüsse
Corinna

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