Kreative Artikel zum Thema Nähen

T-Shirt: Experimente, Erfolge und Niederlagen

In den zahlreichen Refashion-, Upcycling- und Deconstruction-Blogs sehe ich so oft, dass die Leute sich XXXL-T-Shirts im Ausverkauf für wenig Geld kaufen und sie auseinanderschneiden, um für sich passende Shirts zu nähen. Ich konnte mir nicht vorstellen, welche Vorteile dieses Verfahren bietet (vom Preis einmal abgesehen), also habe ich beschlossen, es selbst zu probieren.

Beim Stadtbummel habe ich ein XXXL-Shirt, hier aus Bio-Baumwolle, im Sommerschlussverkauf gekauft. Da ich nicht wusste, ob etwas aus diesem Projekt wird, habe ich nicht überall Bilder gemacht.

Zuerst habe ich die Ärmel und die Seitennähte abgeschnitten. Im Nachinein habe ich dann noch das Halsbündchen entfernt. Wild und ohne Plan habe ich eine Art Biesen mit Stecknadeln gesteckt, und sie mit einem Geradstich abgenäht. So weit, so gut. Das Resultat hat mir gefallen.

Und jetzt? Die Schulternähte passen nicht, die Seiten sind noch viel zu breit… da ich nicht so viel Erfahrung mit dem Anpassen von Kleidergrössen habe, sass ich ein wenig in der Klemme.

„Was soll’s“ dachte ich, und machte weiter mit dem Gedanken, dass, wenn es nichts wird, ich im Prinzip nur meine Zeit geopfert habe.

Ich habe das Schnittmuster von meinen neuen Lieblings-Shirt darauf gelegt. Dabei habe ich 4 cm auf der Bruch-Seite umgeklappt und diese auf der rechte Seite des Shirts addiert. Dasselbe habe ich für die Rückseite gemacht.

Dann bin ich mutig geworden. Ich hatte die Idee, hier wieder mal etwas Spitze einzuarbeiten. Ich habe die Ärmel mit der Vorlage von „meiner“ Shelly zugeschnitten und den Rücken mittig aufgeschnitten. Die Idee war, eine mit Spitze unterlegte Kellerfalte zu machen.

Hmm… Ich habe einen 10 cm breiten Streifen Spitze rechts auf rechts in das in der Hälfte aufgeschnittene Rückenteil eingenäht. Dann die Falte oben und unten abgesteppt und das Shirt anprobiert.

Bummer! Die Falte sah nicht gut aus. Sie wölbte und öffnete sich nach aussen. Nicht schön. Und jetzt?

Ok, dies war eine Notsituation, in der das Gehirn im Kreativlösungsbereich angeschaltet werden musste.

Ich habe die Falte alle 15 cm abgesteppt, um so einen Tropfen-Look zu erzielen. Die Vorstellung hat mir gefallen, aber das Resultat nicht. Sorry, hier habe ich kein Bild gemacht.

So einfach gebe ich nicht auf! Ich habe alles aufgetrennt und einen einfachen Streifen aus meliertem rosa Jersey mit der Spitze oben drauf zwischen den aufgeschnittenen Rückenteilen angenäht. Gefällt mir nicht so ganz, ist aber erträglich.

Anschliessend habe ich, wie im Shelly-Ebook beschrieben, die Ärmel und das untere Bündchenteil angenäht. Dann nur noch den Halsauschnitt eingefasst.

Als kleinen Akzent habe ich einen Knopf mit dem grünen Jersey vom T-Shirt und einem Stück Spitze bezogen, und vorne von Hand angenäht.

Fazit:

– Das Shirt ist schon was geworden und passt mir, aber ob es die Tortur mit zuschneiden, de-konstruieren und anpassen wert ist? Von den Materialkosten her vielleicht, weil der Stoff als Meterware für so ein T-Shirt um das sechsfache gekostet hätte.

– Die Idee mit den „Biesen“ vorne gefällt mir sehr gut, und ich werde diese Methode der Verzierung nochmal probieren.

Wer nicht ausprobiert, weiss nicht, ob es klappt und ob er es kann. Diese Erfahrung machte mir Mut, mich mit dem Anpassen von Schnittmustern vertrauter zu machen.

Grüsse

Kasia

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Kommentare zu diesem Artikel

6 Antworten

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  • Kasia Hanack

    Hallo Kopernika

    Vielen Dank. Mit dem draussen tragen bin ich mir immer noch nicht sicher. Das Shirt sitzt da und wartet:-) Spitze habe ich auch das erste mal vor kürzem verarbeitet. War alles kein Problem. falls Du Biesen machst, würde ich ein Shirt eine bis zwei Grössen grosser nehmen, da die Biesen das Vorderteil schon um einiges verkleinern.

    Liebe Grüsse
    Kasia

  • nolefa

    Liebe kasia, ich bin ein kleiner Fan deiner Posts. Ich liebe es diese zu lesen, weil sie sehr aufschlussreich, interessant und auch mit Humor geschrieben sind. Und so schlecht ist das Shirt nicht, vorallem die farbkombi gefällt mir sehr gut. Freu mich schon auf den nächsten Post! Alles liebe Manu

  • Kopernika

    Hallo Kasia,
    also ich finde das Ergebnis total klasse! Klar ist das immer Geschmacksache, aber ich finde sowohl die Farbkombi als auch die Art und Weise wie du die Spitze eingesetzt hast toll und denke man kann das ruhig ganz normal draußen tragen.
    Mich hast du auf jeden Fall inspiriert sowas auch mal zu probieren. Gerade die Spitze macht es zu was Besonderem. Gerade in Kombination mit den Biesen und dem Knopf sieht es auch nicht billig aus.
    Bis jetzt habe ich mich an Spitze noch nicht rangetraut, aber bei so einem schönen Ergebnis wie bei dir, juckt es mir doch in den Fingern sowas selber mal zu probieren. Ob man dafür unbedingt ein XXXL-Shirt kaufen muss, bleibt aber doch fraglich…

    Liebe Grüße,
    Kopernika

  • Annette

    Hallo Kasia,
    die Idee mit den “Biesen” werde ich mir merken. Falls ich mal wieder bei einem “Sack” schwach werde, weil mir die Farbe so gut gefällt… Danke!
    LG Annette.

  • Kasia

    Hi Andrea

    Danke fürs Mut machen! Na ja, ich muss ehrlich gestehen, dass ich das T-Shirt warscheinlich nicht tragen werde. Mindestens nicht draussen. Während die Farbkmbi eigentlich ok ist, finde ich, dass das Shirt mit diese rosa Spitze “billig” aussieht. Ein wenig wie ein Schlafshirt oder so. Hier zeigen wollte ich es aber trotzdem. Nach dem Motto: “lerne aus meine Fehler”. Ich probiere einfach weiter:-)

    Gruss
    Kasia

  • Andrea Müller

    Liebe Kassa,

    wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wahrscheinlich ist das die Woche der Experimente, aber man muss auch zu seinen Misserfolgen stehen, denn meist lernt man aus den Fehlern am meisten. Also gut, dass Du dran bleibst…
    …und der “Misserfolg” sieht doch gar nicht so schlecht aus, oder?

    Liebe Grüße
    Andrea

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