Kreative Artikel zum Thema Quilten

NADELWELT 2015 (1)

Vom 15. – 17. Mai 2015 fand in der neuen Messe Karlsruhe die NADELWELT statt. Bereits zum fünften Mal zog diese grossartige Veranstaltung die Liebhaber von Hand- und Nadelarbeiten an: Geboten wurde ein riesiger Händlerbereich mit einer ganz breiten Auswahl an allem, was man sich fürs Nähen, Quilten, Sticken, Stricken, Häkeln und den kreativen Bereich wünscht, viele verschiedene Kurse und Workshops sowie natürlich – Ausstellungen!!! – die den Event abrundeten. Vom Veranstalter mit Presseausweisen ausgestattet, waren mein Mann – als mein ‘Haus- und Hoffotograf’ – und ich zwischen all den Tausenden Besuchern unterwegs, um die Leser des BERNINA blogs mit Bildern und Infos zu versorgen. Viel Spass auf unserem Rundgang!

NADELWELT 2015 - Überblick

NADELWELT 2015 – Hauptausstellungsbereich – Überblick

Über eine der spektakulärsten Ausstellungen bei dieser NADELWELT – ‘Wenn die Chemie stimmt’ von Jutta Hellbach – existiert bereits ein ausführlicher Bericht mit vielen Fotos im BERNINA blog. Darum sei an dieser Stelle nur kurz und wegen der Vollständigkeit des Berichts Folgendes gezeigt und gesagt:

Blick in die Ausstellung von Jutta Hellbach 'Wenn die Chemie stimmt'

Blick in die Ausstellung von Jutta Hellbach ‘Wenn die Chemie stimmt’

Ebenso einfallsreich-doppeldeutig wie der Ausstellungstitel präsentierten sich auch die Werke. In deren Focus stehen Kupferfolien, deren Oberflächen sich zunächst durch chemische Behandlung veränderten und dann durch weitere vielschichtig-experimentelle Arbeitsschritte bis hin zum Einsatz der Nähmaschine zu Motiven ausgestaltet wurden, die Geschichten über Menschen erzählen. Ein sehr einfallsreicher und ganz individueller Ansatz von Jutta Hellbach und ein Augenschmaus mit der Anregung zum Nachdenken für den Besucher. Klasse gemacht, Jutta!

Jutta Hellbach: Schnittmenge, Detail Ausstellung 'Wenn die Chemie stimmt'

Jutta Hellbach: Schnittmenge, Detail
Ausstellung ‘Wenn die Chemie stimmt’

In der Ausstellung ‘Zwischenräume’ zeigte Margit Amann von Glembotzki ihre Wandreliefs, die sie mit unterschiedlichen Materialien mit ihren eigenen Techniken entstehen lässt.

Margit Amann von Glembotzki:  Regenwald I, Holz, Baumwolle, Leinen (li), Regenwald II, Holz Baumwolle, Leinen (re)  Ausstellung 'Zwischenräume'

Margit Amann von Glembotzki:
Regenwald I, Holz, Baumwolle, Leinen (li), Regenwald II, Holz Baumwolle, Leinen (re)
Ausstellung ‘Zwischenräume’

Bekannt sind ihre lamellenförmigen Strukturen. Sie hat diese Technik weiter entwickelt und …

Margit Amann von Glembotzki: Maya Blau, Seide, Kunstseide Ausstellung ‘Zwischenräume’

Margit Amann von Glembotzki:
Maya Blau, Seide, Kunstseide
Ausstellung ‘Zwischenräume’

… es ‘wachsen’ auch ganze Körper aus der Fläche in den Raum, wie in ‘Geometrische Körper EX I – IV’ .

Margit Amann von Glembotzki: Geometrische Körper EX I - IV, Seide, Kunstseide Ausstellung ‘Zwischenräume’

Margit Amann von Glembotzki:
Geometrische Körper EX I – IV, Seide, Kunstseide
Ausstellung ‘Zwischenräume’

Das Spiel der Formen mit Licht und Schatten macht die Zwischenräume lebendig.

Margit Amann von Glembotzki: Geometrische Körper EX I - IV, Detail Ausstellung ‘Zwischenräume’

Margit Amann von Glembotzki:
Geometrische Körper EX I – IV, Detail
Ausstellung ‘Zwischenräume’

In ihrer neuesten Serie entwickelt sie transluzente Formen, in deren Innenräumen weitere Körper und Zwischenräume erkennbar werden und Stelen als Objekte im Raum.

Margit Amann von Glembotzki: Geometrische Körper EX I - IV, Detail Ausstellung ‘Zwischenräume’

Margit Amann von Glembotzki:
Geometrische Körper EX I – IV, Detail
Ausstellung ‘Zwischenräume’

Ein paar Schritte weiter kommen wir zur Ausstellung ‘Bewegung – Textil interpretiert’.

Neun Mitglieder des Vereins Forum Art Quilt e.V. aus Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden beteiligten sich an diesem Projekt. Innerhalb von eineinhalb Jahren schufen sie 54 Arbeiten im Format 30 x 40 cm, die sie, farblich geordnet und sehr gelungen arrangiert, prasentierten.

Blick in die Ausstellung des Forum Art Quilt e.V. 'Bewegung - Textil interpretiert'

Blick in die Ausstellung des Forum Art Quilt e.V. ‘Bewegung – Textil interpretiert’

Hier ein Überblick:

Blick in die Ausstellung des Forum Art Quilt e.V. 'Bewegung - Textil interpretiert'

Blick in die Ausstellung des Forum Art Quilt e.V. ‘Bewegung – Textil interpretiert’

Man machte sich gemeinsam Gedanken zum Thema, in der Interpretation der Bewegung und Wahl von Material und Technik war aber jede Teilnehmerin frei.

Blick in die Ausstellung des Forum Art Quilt e.V. 'Bewegung - Textil interpretiert'

Blick in die Ausstellung des Forum Art Quilt e.V. ‘Bewegung – Textil interpretiert’

Auch die Beschriftung ist klar zuzuordnen – vorbildlich.

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Und zum Schluss noch zwei Arbeiten aus der Nähe betrachtet – mehr oder weniger zufällig ausgewählt – …

Gabriele Völler: Löwenzahn und Pusteblume Ausstellung

Gabriele Völler: Löwenzahn und Pusteblume
Ausstellung ‘Bewegung – Textil interpretiert’

… sind schöne Beispiele dafür, wie unterschiedlich die Interpretationen ausfallen können!

Monika Neumann: Löwenzahn Ausstellung 'Bewegung - Textil interpretiert'

Monika Neumann: Löwenzahn
Ausstellung ‘Bewegung – Textil interpretiert’

Obwohl ich mich nicht gerade als Expertin für in Dänemark gebräuchliche Vornamen bezeichnen würde, fällt mir bei dem Namen ‘Bodil’ nur eine ganz bekannte Quiltkünstlerin ein: Bodil Gardner. Sie gestaltet Quilts – oder sollte ich lieber Bilder sagen? – mit einer unverwechselbaren Handschrift.

Ausstellung 'Bodils Patchwork Bilder'

Blick in die Ausstellung ‘Bodils Patchwork Bilder’

Unter dem Titel ‘Bodils Patchwork Bilder’ zeigte sie eine Retrospektive, eine Rückschau auf ihre Quilts der letzten 10 Jahre. Sehr sehenswert und umfangreich!

Bodil Gardner: Nine girls dancing, 134 x 102 cm (li), Mother Earth, 132 x 91 cm (Mitte), Roses for Rosie, 120 x 124 cm (re) Ausstellung 'Bodils Patchwork Bilder'

Bodil Gardner: Nine girls dancing, 134 x 102 cm (li), Mother Earth, 132 x 91 cm (Mitte), Roses for Rosie, 120 x 124 cm (re)
Ausstellung ‘Bodils Patchwork Bilder’

Charakteristisch sind ihre leuchtend bunten Motive, zumeist figurativ aufgefasst. Vorwiegend arbeitet sie mit Baumwolle, die sie geschenkt bekommen oder auf Flohmärkten erworben hat, eine Art von Recycling also.

Ausstellung 'Bodils Patchwork Bilder'

Ausstellung ‘Bodils Patchwork Bilder’

So erzählt jeder Quilt gleich zwei Geschichten: die des sichtbaren Bildes und die, welche sich in seinem Material versteckt, im Gebrauch, aber auch in den Träumen seiner früheren Besitzer.

Bodil Gardner: Girl with a Cat, 90 x 112 cm (li), Dream Houses, 98 x 98 cm (re) Ausstellung ‘Bodils Patchwork Bilder’

Bodil Gardner: Girl with a Cat, 90 x 112 cm (li), Dream Houses, 98 x 98 cm (re)
Ausstellung ‘Bodils Patchwork Bilder’

‘Ich versuche, nichts zu verschwenden und jeden Stoff zu verwerten, den ich zur Hand habe. Dies bedeutet für mich keine Einschränkung, sondern vielmehr eine künstlerische Befreiung. Ich hoffe, dass die Betrachter meiner Bilder das gleiche Glück fühlen, das ich empfunden habe, als ich sie schuf’, erklärt Bodil. Und fährt fort: ‘Mein Wunsch ist es, nicht zu beeindrucken, sondern mich auszudrücken.’

Bodil Gardner: Portrait of the Artist, 173 x 142 cm (li), Two mothers, two daughters and a dog, 85 x 87 cm (Mitte), Family in Focus, 137 x 139 cm (re) Ausstellung 'Bodils Patchwork Bilder'

Bodil Gardner: Portrait of the Artist, 173 x 142 cm (li), Two mothers, two daughters and a dog, 85 x 87 cm (Mitte), Family in Focus, 137 x 139 cm (re)
Ausstellung ‘Bodils Patchwork Bilder’

Und nun ein kleines Rätsel: Können Sie den im unteren Foto abgebildeten Bildausschnitt – das zum Abschied von Bodil Gardners Werken winkende Mädchen – auf einem der drei detailreichen Quilts im oberen Foto entdecken?

Bodil Gardner: Portrait of the Artist, Detail Ausstellung 'Bodils Patchwork Bilder'

Bodil Gardner: Portrait of the Artist, Detail
Ausstellung ‘Bodils Patchwork Bilder’

Kürzlich habe ich es noch bedauert, dass ich die Ausstellung ‘Gegensätze – Holz- und Textilkunst’ nicht selbst besuchen, sondern nur ankündigen konnte. Wie es der Zufall aber so will, wurde Gabriele Schultz-Herzberger, die bei der NADELWELT sowieso unterrichten sollte, gebeten, kurzfristig auch mit einer Ausstellung einzuspringen. Kurzerhand brachte Gabi ihren Göttergatten Klaus Herzberger samt seiner ‘Holzkunst’ mit und heraus kam eine veritable Schau, die zudem noch umfassender war. Glück muss man haben!

Blick in die Ausstellung 'Gegensätze - Holz- und Textilkunst' von Klaus Herzberger und Gabriele Schultz-Herzberger

Blick in die Ausstellung ‘Gegensätze – Holz- und Textilkunst’ von Klaus Herzberger und Gabriele Schultz-Herzberger

Während Klaus Herzberger die Kettensäge als Werkzeug zur Gestaltung von abstrakten Skulpturen entdeckte und sie, wie man hier sieht, virtous handhabt – immerhin erhielt er für seine ‘Schüssel’ einen Kunsthandwerkspreis – …

Klaus Herzberger: Wellenschüssel, 2010 (li) und Schüssel 2007 (re) Ausstellung 'Gegensätze - Holz- und Textilkunst' von Klaus Herzberger und Gabriele Schultz-Herzberger

Klaus Herzberger: Wellenschüssel, 2010 (li) und Schüssel 2007 (re)
Ausstellung ‘Gegensätze – Holz- und Textilkunst’

… geht Gabi ebenso meisterlich mit Stoff, Nadel und Faden zu Werke und kreiert Quilts, ebenfalls schon preisgekrönt.

Gabriele Schultz-Herzberger: Lucy In The Sky With Diamonds, All You Need Is Love, Yellow Submarine (alle 2014), Synapsen, 2007 Ausstellung 'Gegensätze - Holz- und Textilkunst'

Gabriele Schultz-Herzberger: Lucy In The Sky With Diamonds, All You Need Is Love, Yellow Submarine (alle 2014), Synapsen, 2007
Ausstellung ‘Gegensätze – Holz- und Textilkunst’

Sie hat sich längst vom traditionellen Patchwork entfernt und arbeitet nur noch nach eigenen Entwürfen und weitestgehend mit selbst gefärbten Stoffen.

Blick in die Ausstellung 'Gegensätze - Holz- und Textilkunst' von Klaus Herzberger und Gabriele Schultz-Herzberger

Blick in die Ausstellung ‘Gegensätze – Holz- und Textilkunst’ von Klaus Herzberger und Gabriele Schultz-Herzberger

Auch das von Pascale Goldenberg betreute Projekt ‘Forest for ever’ lief mir hier wieder mal über den Weg. Aber es gibt trotzdem immer noch etwas zu entdecken …

Blick in die Ausstellung ‘Forest for ever’

Blick in die Ausstellung ‘Forest for ever’

… denn die auf einem internationalen Wettbewerb basierende Ausstellung, die die Stickerinnen in Afghanistan miteinbezog, vereint eine Reihe von höchst kreativ gearbeiteten Werken, nicht zuletzt deswegen, weil alle textilen Techniken erwartet wurden.

Anke Kutzschbauch (D): The whispering of the trees - Baumgeflüster (li), Renée Kamphuis-van der Burgh (CH): Red bird (mitte), Beate Lambrecht (D): Chlorophyll (re) Ausstellung ‘Forest for ever’

Anke Kutzschbauch (D): The whispering of the trees – Baumgeflüster (li), Renée Kamphuis-van der Burgh (CH): Red bird (Mitte), Beate Lambrecht (D): Chlorophyll (re)
Ausstellung ‘Forest for ever’

Für die Ausstellung ‘Forest for ever’ wurden gestickte Blätter bei den Stickerinnen in Afghanistan bestellt, wovon mindestens eines von den Europäerinnen erworben und in ihre Arbeiten integriert werden musste. Eine reizvolle Aufgabe mit sehr attaktiven Ergebnissen – sehen Sie selbst!

Renée Kamphuis-van der Burgh (CH): Red bird, Detail Ausstellung ‘Forest for ever’

Renée Kamphuis-van der Burgh (CH): Red bird, Detail
Ausstellung ‘Forest for ever’

Weitere Fotos von dieser Ausstellung sind im dritten Teil meines Berichts über die Patchworktage 2015 enthalten.

Erna Villiger (CH): Cycle Ausstellung ‘Forest for ever’

Erna Villiger (CH): Cycle
Ausstellung ‘Forest for ever’

 

Erna Villiger (CH): Cycle, Detail Ausstellung ‘Forest for ever’

Erna Villiger (CH): Cycle, Detail
Ausstellung ‘Forest for ever’

 

Blick in die Ausstellung ‘Forest for ever’

Blick in die Ausstellung ‘Forest for ever’

 

Marie-Claude Sanchez (F): Le baobab du petit prince, Detail Ausstellung ‘Forest for ever’

Marie-Claude Sanchez (F): Le baobab du petit prince, Detail
Ausstellung ‘Forest for ever’

 

Angela Schlieper (D): Rotation of the seasons Ausstellung ‘Forest for ever’

Angela Schlieper (D): Rotation of the seasons
Ausstellung ‘Forest for ever’

 

Martine Molet-Bastien (F): Little oak Ausstellung ‘Forest for ever’

Martine Molet-Bastien (F): Little oak
Ausstellung ‘Forest for ever’

Seit sie ungefähr 15 Jahre alt war, beschäftigte sich Jana Sterbova (CZ) mit Vorliebe mit der Bildenden und Angewandten Kunst. Das Interesse besteht noch heute und konzentriert sich nun auf zeitgenössische Quilts und Art Quilts und wie man diese in Interieurs zur Geltung bringt.

Jana Sterbova und Göttergatte Petr Nikodem in der Ausstellung von Jana Sterbova 'Die ROTE Kollektion'

Jana Sterbova und Göttergatte Petr Nikodem in der Ausstellung von Jana Sterbova ‘Die ROTE Kollektion’

Seit 2005 gibt es das Prague Patchwork Meeting und sie ist eine der Gründerinnen, Miteigentümerin und die Direktorin des Events. Sie ist die treibende Kraft auf diesem Gebiet in ihrem Heimatland, sie unterrichtet auch im Ausland (auf Deutsch oder Englisch) und erhielt eine Einladung, um beim Europäischen Patchwork Meeting 2014 in Ste Marie-aux-Mines (F) eine Soloausstellung zu zeigen.

Blick in die Ausstellung von Jana Sterbova 'Die ROTE Kollektion'

Blick in die Ausstellung von Jana Sterbova ‘Die ROTE Kollektion’

Nach zweijähriger Arbeit lag das grossartige Ergebnis vor: Die Ausstellung ‘Die ROTE Kollektion’ wurde im Elsass eröffnet und war nun auch bei der NADELWELT zu sehen.

Jana Sterbova (CZ): Crown of Thorns (Dornenkrone) Ausstellung 'Die ROTE Kollektion'

Jana Sterbova (CZ): Crown of Thorns (Dornenkrone)
Ausstellung ‘Die ROTE Kollektion’

Die Möglichkeit, das eigene Werk bei den grössten europäischen Textil-Ausstellungen zu zeigen, motiviert jeden Künstler zu einem starken Thema und einer besonderen Technik. ‘Anstelle eines Themas habe ich mich für eine Farbe entschieden und zwar gleich für die stärkste: ROT, mit allen Schattierungen und Farbnuancen’, erklärt Jana, die dieses Vorhaben mit Hilfe von Materialienvielfalt und mit verschiedenen Oberflächentechniken genial umsetzte.

Jana Sterbova (CZ): Recycling Ausstellung 'Die ROTE Kollektion'

Jana Sterbova (CZ): Recycling
Ausstellung ‘Die ROTE Kollektion’

‘Rot allein hat mich inspiriert beim Gestalten der gesamten Serie und wird auch in die Planung weiterer Quilts einfliessen’, fährt Jana fort und blickt bereits in die Zukunft: ‘In weiteren ‘roten’ Gedanken entstehen bereits neue Kunstwerke in meinem Kopf.’ Man darf also weiterhin gespannt sein!

 Jana Sterbova (CZ): Poppy Field (li), Dämmerung (re) Ausstellung 'Die ROTE Kollektion'


Jana Sterbova (CZ): Poppy Field (li), Dämmerung (re)
Ausstellung ‘Die ROTE Kollektion’

 

Fortsetzung folgt!

***

Fotos: © 2015 Dr. Wolfgang und Gudrun Heinz mit freundlicher Erlaubnis des Veranstalters und der Künstler

Hier gehts zum zweiten Teil des Berichts: https://blog.bernina.com/de/2015/06/nadelwelt-2015-2/

Hier gehts zum dritten Teil des Berichts: https://blog.bernina.com/de/2015/06/nadelwelt-2015-3/

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Kommentare zu diesem Artikel

14 Responses

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  • Gudrun Heinz

    halli hallo, liebe friedrike,
    danke sehr für dein statement. tut gut, dies zu lesen.
    und ich musste schmunzeln: ‘hellmann’ ist nämlich der mädchenname einer meiner grossmütter.
    beste grüsse
    gudrun

  • Friederike Hoerst-Röhl

    Sorry, jetzt habe ich den Namen falsch geschrieben. Die Künstlerin heißt “Hellbach”

  • Friederike Hoerst-Röhl

    Liebe Gudrun,
    zunächst muss ich sagen, wie erstaunlich ich es finde, wieviel Arbeit Du Dir immer mit den Berichten und Fotos machst.
    Ich habe diese Ausstellung nicht persönlich gesehen, kenne nur die Fotos. Trotzdem finde ich, kann man sehr gut die Qualität der Exponate erkennen. Ich verstehe die ganze Aufregung um die Werke von Frau Hellmann überhaupt nicht. Selbst wenn sie weniger Textiles Material verwendet, als dies bei tradtionelleren Arbeiten der Fall ist, muss man schon konstatieren, dass diese Werke hervorragende Kunst sind. Kunst ganz nach meinem Verständnis von Kunst. Hier erkennt man, dass die Künstlerin sich sehr viele Gedanken über ein Thema gemacht hat bei ihrer Arbeit, außer vielleicht bei den Kleinformaten, die mehr dekorativ sind. Ich wollte man könnte so etwas öfter bei “Künstlern” feststellen. Für mich hört die Kunst dort auf, wo sie so minimalistisch wird, dass weder Aussage noch sonst etwas übrig bleibt. Die Arbeiten von Frau Hellmann jedoch sind von sehr großer Aussagekraft und zusätzlich wohltuend für das Auge.
    Grüße Friederike

    • Jutta Hellbach

      Liebe Friederike,
      vielen Dank für Ihren Kommentar und die ehrliche Meinung zu meinen Arbeiten.
      Es tut gut, dies zu lesen. Noch mehr, da ich weiss, dass Sie selbst mit sehr schönen Arbeiten in der textilen Welt unterwegs sind.
      Das “Aufhebens” welches hier angezettelt wurde, diente ausschliesslich zur Diffamierung, wie nun bekant ist. Das war sowieso nicht ernstzunehnen und zu leicht zu durchschauen. Solche Menschen gibts eben. Vielleicht gehört ihnen einfach mal das Material an die Hand gegeben und selbst damit gearbeitet und/oder eine Eintrittskarte für die nächste Ausstellung geschenkt, damit sie die Arbeiten, die sie so heruntergeputz haben und nicht mal gewusst haben, aus was sie bestehen, selbst zu betrachten. Ob sie dann verstanden werden, beim Lesen der beiden Kommentare dieser “Dame” ist zweifelhaft.
      Amüsierte und erfreute Grüsse in die Nachbarschaft, Sie sind ja nicht so weit weg von mir,
      Jutta Hellbach

  • Frau U.

    Guten Abend und Guten Morgen Frau Armand,

    Vorneweg — ich entdecke in dem Text von Gudrun Heinz noch
    viele anerkennende und lobende Worte für andere Stoffkünstlerinnen.

    Wikipedia gibt uns nur einen groben Anhalt, was Textilkunst
    alles sein kann. Um zu erkennen, zu wissen, was alles Textilkunst ist, muss man
    einen weiten Blick über den Tellerrand werfen.

    Nicht nur das Zusammennähen von Stoffstücken ist Textilkunst,
    nein auch das Stricken, Häkeln, Weben und Filzen. Auch die Verwendung der Techniken, wie z.B. bei Traudel Lindner, sind schon der Textilkunst zuzuschreiben. Allein dann noch der Blick zur Seite in die Filzszene lässt uns den Mund offen stehen und staunen was dort alles an Kunst „produziert“ wird. Hier geht es sehr deutlich in die 3. Dimension. Nimmt man die Frauen, die sich dem Verarbeiten von einem Wollfaden verschrieben haben, also diejenigen die die Nadeln klimpern lassen, dann liest man z.B. in Schöner Wohnen, dass sie ganze Straßenzüge, Einkaufsstraßen, verschönern. Blättert man einmal in der Zeitschrift Art, dann wird sogar ein Teppich der nach den bildlichen Vorgaben von G. Richter angefertigt wurde, schon als Textilkunst bezeichnet. Uns allen bekannt ist auch Rosemarie Trockel, die das Gestrickte in die Museen brachte.

    Die Kunst liegt immer im Auge des Betrachters. Und das nicht nur in unserer Branche. Auch wenn man sich immer wieder fragt, ob das noch (Textil)Kunst ist.

    Die Textilkunst beschränkt sich also nicht nur auf den Bereich Patchwork, Quilten und Art Quilts. Nein. Und außerdem wäre es sehr vermessen, denn der Gebrauch von textilem Material oder die Techniken des Textilen sind in allen Bereichen der Kunst zu finden.

    Wenn also Kritik geübt wird, dann sollte man auch in die anderen Bereiche rüber schauen und sich informieren, denn da entdeckt man, genauso wie auf der Nadelwelt, in der (fast einseitigen) Welt des Patchworken und Quiltens, auch Künstlerinnen, die nicht nur mit textilem Material arbeiten.

    Kritik darf immer sein. Kritik darf aber nicht einseitig sein, denn wenn eine Künstlerin nur noch in einer Technik, mit einem Material arbeitet, dann bedeutet das oft Stillstand. Und Stillstand ist der Tod des Künstlers, der Künstlerin.

    Es wäre also hier genauso und wie in anderen Bereichen der Kunst.
    Es gibt aber auch Künstlerinnen, die neue Techniken, neue Methoden
    ausprobieren. Dann gibt es aber auch Künstlerinnen, die weiter gehen und
    experimentieren und somit der Textilkunst einen Schubs in die Bildende Kunst
    geben. Und diesen Schubs brauchen wir in der Textilkunst, sonst wird sie, wie
    Frau Heinz so schön bemerkte weiterhin in dem seichten Wasser des „Nicht-anerkannt-werdens“ dümpeln.

    Also = mal Blick nach links, Blick nach rechts …… Es lohnt sich.

    Und schließlich und endlich darf einem auch einfach mal etwas
    besonders gut gefallen.

    • L. Möschle

      Hallo Frau U.

      danke für Ihre Worte! Sie haben gut getan!
      Gerade auch ihr letzter Satz: …Und schließlich und endlich darf einem auch einfach mal etwas
      besonders gut gefallen…..finde ich getroffen.

      Die Arbeiten von Frau Hellbach waren eine Bereicherung für die Nadelwelt 2015 – gerade wegen ihrer etwaigen ANDERSHEIT – . Und weg von der Gleichförmigkeit. Hin dazu, WAS auch noch möglich ist, bei all der Vielfalt, die das Textile/Stoffliche bietet.

      L. Möschle

  • Danielle Armand

    Sehr geehrte Frau Heinz,
    es würde mich interessieren, in wieweit man die im Blog so hochgelobten Arbeiten von Frau Hellbach noch mit dem Begriff Textilkunst vereinbaren kann, wenn man sie mit den hier gezeigten Arbeiten von wirklich renommierten Textilkünstlerinnen vergleicht.
    Frau Amann von Glembotzki und ihre Arbeiten kenne ich aus einem Workshop und schätze ihre Arbeiten sehr, die sowohl technisch wie auch inhaltlich im wahrsten Sinne des Wortes vielschichtig sind.
    Vielleicht interpretiere ich ja den Begriff Textilkunst etwas anders.
    Freundliche Grüße
    Danielle

    • Gudrun Heinz

      hallo danielle,

      künstlerische äusserungen sollen zur (auch kritischen) auseinandersetzung anregen – ich danke deshalb für ihre meinung.

      als berichterstatterin über ausstellungen möchte ich der leserin / dem leser eine möglichkeit zur eigenen meinungsbildung geben und füge daher in der mehrzahl der fälle viele fotos in meine berichte ein, um dies zu erleichtern.

      mir selbst ist keine klare definition der textilkunst bekannt – was wikipedia schreibt, nämlich: ‘textilkunst ist die sammelbezeichnung für künstlerische gestaltungen von und mit textilem material.’ hilft hier nicht recht weiter. genau da liegt auch das problem, nämlich überhaupt eine anerkennung als zweig der bildenden kunst (jedenfalls was deutschland betrifft). viele ernstzunehmende textilschaffende kämpfen genau darum, weshalb man nach meiner ansicht nicht jedes – und sei es noch so ‘schöne’ textile stück – als ‘kunstwerk’, ‘art quilt’ oder ähnliches qualifizieren sollte.

      aus dem gebiet der malerei sind auseinandersetzungen darüber, was kunst ist und ob dieses oder jenes werk unter den begriff der kunst einzuordnen sei, bekannt. schlussendlich muss dann jeder für sich selbst entscheiden, worauf es ihm besonders ankommt: die idee, die hervorragende technische ausführung, die botschaft oder auch, ob das werk berührt und gefällt. die entscheidung liegt im auge der betrachterin / des betrachters.

      beste grüsse
      gudrun

      • Danielle Armand

        Hallo Frau Heinz,
        vielen Dank für Ihre freundliche Antwort. Natürlich sind Textilkunst und Art Quilts Themen, über die man vielfältig diskutieren kann.
        Mich irritiert allerdings nach wie vor, daß Arbeiten unverhältnismäßig in den Vordergrund gelobt werden, bei denen ich gerade die von Ihnen genannte Verwendung von textilem Material nicht wirklich sehen kann.
        Mir zeigen sich Bilder mit wiederkehrenden Schablonenarbeiten, bei denen wohl teilweise auch Fäden vernäht wurden. Daraus Textilkunst oder Art Quilts abzuleiten, fällt mir wirklich schwer. Möglicherweise ist anhand der Bilder nicht alles zu erkennen, aber Stoff oder ein anderes textiles Material wurde doch nicht verwendet – oder?
        Sicher wissen Sie auch, welcher Aufwand hinter den Arbeiten von z. B. Frau Amann von Glembowski steckt. Hier wird tatsächlich mit textilem Material gearbeitet, und die faszinierenden Effekte ihrer Lamellentechnik wie auch ihrer anderen Arbeiten entstehen auf einem wirklich bis ins Detail durchdachten künstlerischen Schaffensprozeß.
        Auch bei Gabriele Schultz-Herzberger, Bodil Gardner, Jana Sterbova und all den anderen sehe ich äußerst aufwändig gearbeitete Textilkunst, wie sie unterschiedlicher nicht sein kann.
        Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte hier nicht die Arbeiten von Frau Hellbach kritisieren. Es ist für mich aber einfach nicht nachvollziehbar, daß diese hier dermaßen im Bereich Textilkunst hochgelobt werden.
        Wie Sie selbst schreiben, hat es die Textilkunst insgesamt nicht leicht, sich durchzusetzen. Daher erscheint mir diese Positionierung hier auf diesem doch prominenten Medium irgendwie etwas unglücklich bzw. ungerecht gegenüber all den von Ihnen genannten ernst zunehmenden Textilschaffenden.
        Freundliche Grüße
        Danielle

      • Felicitas Hellbach

        Sehr geehrte Frau Armand,

        zunächst finde ich es schön, dass Sie sich so intensiv mit den Arbeiten von Frau Hellbach auseinandergesetzt haben und uns hier Ihre Gedanken mitteilen. Ich habe die Ausstellung die ersten zwei Messetage betreut, da meine Mutter parallel Kurse unterrichtet hat. Die Resonanz der Besucher war extrem positiv und ich möchte schon fast sagen, teilweise sogar begeistert. Viele Leute haben mir gesagt wie “besonders” die Ausstellung sei, dass es etwas “ganz anderes” sei, waren fasziniert von den verwendeten Materialien, sehr interessiert in die verwendeten Techniken und stellten uns sogar in eine Reihe mit manch deutlich prominenteren Ausstellerin. Da Kunst natürlich immer im Auge des Betrachters liegt, ist es natürlich vollkommen klar, dass die Ausstellung nicht jedem gefällt. Aber ich denke die eigentlich vollständig positive Resonanz der Besucher spiegelt sich auch in dem Bericht über ihre Ausstellung wieder. Hier in diesem Bericht muss ich persönlich sagen, sehe ich keine besondere Hervorhebung. Die Ausstellung wird von Gudrun Heinz nur als “spektakulär”, “einfallsreich” und “individuell” bezeichnet. Mehr wurde hier nicht gesagt, und ich kann aus den drei Messetagen bestätigen, dass genau das die Eindrücke und entsprechenden Kommentare der Besucher waren. Vielleicht können Sie nun nachvollziehen, dass die Ausstellung zwar nicht Ihren persönlichen Geschmack getroffen hat, jedoch die überwiegende Mehrheit durchaus begeistert hat und ich denke das ist der Grund für einen der “präsenteren Plätze” auf diesem Blog.

        Nun ein Kurzes zur Textilkunst. Die Basis aller Arbeiten bestand aus Leinwand und hier möchte ich nur kurz auf die Quelle http://www.bigduckcanvas.com/categories/what-is-canvas.html verweisen, in der ein großer Einblick in dieses Material gegeben wird. Ich denke der springende Punkt ist, dass dieses Material ein TEXTILES Material ist. Die Leinwand ist wie ein Stoff gewebt, je nach Qualität aus Leinen oder Baumwolle. Es hat die selbe Grundlage wie Stoffe die zu Quilts verarbeitet werden oder zu vielen der tollen Arbeiten auf der Messe. Bei allen Ausstellungsstücken wurde die Leinwand mit großem Aufwand bearbeitet und dient als grundlegendes gestalterisches Element aller Arbeiten. In diesem Fall maße ich es mir jetzt einmal an zu sagen, dass es sehr wohl in die Textilkunst gehört.

        Natürlich ist meine Meinung als Tochter etwas voreingenommen, aber der Vorwurf, dass die Präsentation in der Reiher der anderen Aussteller Ihrer Meinung nach “ungerecht” sei finde ich sehr anmaßend. Und nur aus diesem einen Grund möchte ich noch kurz sagen, dass wir auch von vielen der ausstellenden Künstler die gleiche tolle Resonanz bekommen haben, daher denke ist der Platz von Jutta Hellbach, der ihr hier eingeräumt wird mehr als berechtigt. Kritik ist immer willkommen, aber hier durch die Blume zu schreiben, dass Jutta Hellbach keine “ernst zunehmende Textilschaffende” sei, finde ich mehr als daneben (!) um dies mal in aller Deutlichkeit zu formulieren.

        Mit freundlichen Grüßen
        Felicitas Hellbach

  • Jutta Hellbach

    Liebe Gudrun,
    herzlichen Dank für deinen ersten Einblick in die Nadelwelt 2015. So kann ich auch nochmals in Ruhe einige Arbeiten betrachten, an denen ich in der Hektik zwischen Kursen, kurzen Pausen und einem Tag in der eigenen Ausstellung immerzu vorbeigeflitzt bin.
    Janas Arbeiten jedoch konnte ich in Ruhe betrachten, farbstark und hochkreativ empfand ich sie. Einen ziemlich Kontrast hierzu waren Bodils Quilts, die einem jeweils ein rechtes Schmunzeln ins Gesicht zauberten, sowie Bodil selbst, die ich bereits beim Aufbautag kennenlernte und sofort als höchst symphatisch empfand :-).
    Einen Teil aus Pascals Ausstellung schaute ich auch noch in Ruhe an, die mir ebenfalls ausnehmend gut gefiel.
    Bin gespannt, was du uns noch zeigen wirst.
    Viele Grüße aus dem Urlaub,
    Jutta

    • Gudrun Heinz

      halli hallo jutta,
      vielen dank! du darfst gerne gespannt sein, es kommen noch ein paar ‘rosinchen’ … einen schönen urlaub wünsche ich weiterhin. den hast du dir wirklich verdient.
      beste grüsse
      gudrun

  • Annette

    Guten Morgen Gudrun,
    das ist ja eine Überraschung am frühen Feiertagsmorgen – Dankeschön!
    Dein Rätsel habe ich gelöst, aber die anderen sollen auch noch suchen 🙂
    Liebe Grüße Annette.

    • Gudrun Heinz

      halli hallo annette,
      vielen dank für deine nette reaktion – freut mich sehr!
      beste grüsse
      gudrun

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