Kreative Artikel zum Thema Nähen

Ein Kinderschlafsack für den Winter

Bis ich von einer Freundin den Auftrag bekommen habe, für Ihren kleinen Sohn einen Kinderschlafsack für die Winterzeit zu nähen, habe ich ehrlich gesagt ganz vergessen, dass es diese Teile gibt. Dann schließlich kam die Erinnerung zurück, dass ich selbst ein bisschen älter so einen Schlafsack als Kind hatte und ich meine mich zu erinnern, dass ich ihn sehr gemocht habe. Ich war wohl schon immer ein wärmeliebender Mensch 😉 Als Stoff für den Schlafsack hat sie mir einen alten Baumwoll-Sari und zwei alte Baumwoll-Schals von sich gegeben.

Der kleine Mann war etwas verwirrt, als ich mit dem Maßband auf ihn zugekommen bin. Aber da ich ohne fertiges Schnittmuster gearbeitet habe, musste ich ja ungefähr wissen wie breit und lang der Schlafsack werden muss 😉

Die Endlänge der Träger sollte etwa 25cm betragen. Vorne mit einer Länge von 17cm und vom Rückteil kommend hatte der Träger mit einem Übertritt eine Länge von 31cm. Im Brustbereich sollte der Schlafsack 30cm breit sein und beginnend unter der Achsel habe ich 70cm Länge zugegeben. Das Körpermaß vom Boden bis unter die Achsel betrug zum Zeitpunkt der Messung 50cm. Im Fußbereich war die Weite auf 45cm verbreitert. Damit der Schlafsackein bisschen “Struktur” bekommt habe ich im Vorderteil eine Mehrweite von 15cm zugegeben und gerafft und im Rückteil eine Kellerfalte gelegt.

Beim Futterstoff habe ich mich für den hellen Stoff entschieden. Da er sehr fein ist, habe ich die Schnittteile gleich doppelt zugeschnitten (das Sackteil dann also 4x) und den Stoff so doppellagig vernäht.

Damit der Schlafsack schön warm hält, habe ich im “Sackteil” ein dickes Volumenvlies verwendet. Hierfür habe ich den Verlauf von 30cm auf 45cm (siehe auch Bild oben) zugeschnitten, da hier nichts gerafft wird. Für den Trägerteil habe ich ein dünneres Steppfutter verwendet, das nicht so aufträgt.

Dann habe ich zunächst die zwei Futterlagen mit dem Steppfutter bzw. dem Volumenvlies knappkantig verbunden, damit hier nichts verrutscht.

Den Trägerteil und den Sackteil habe ich rechts auf rechts miteinander verbunden.

Dann habe ich die Oberstoffteile miteinander vernäht. Im Vorderteil mit einer Raffung, im Rückteil mit einer Kellerfalte.

Das Einnähen des Reißverschlusses in die Seite war etwas kompliziert. Hier muss man zuerst mit dem Einnähen in den Futtersack beginnen. So werden zuerst das Futter-Vorderteil und das Futter-Rückteil von der Achselseite ohne Reißverschluss bis 1cm oberhalb der Reißverschlusslänge auf der anderen Seite zusammengenäht. Dann wird der Reißverschluss wie ein Futterreißverschluss z.B. in ein Kleid eingenäht.

Als Nächstes habe ich den Oberstoff wie beim Futter von der Achselseite ohne Reißverschluss bis ca. 3cm oberhalb vom RV-Ende miteinander verbunden. Dann habe ich die Trägerteile von Oberstoff und Futter miteinander verstürzt, die Nahtzugabe zurückgeschnitten und gewendet. Somit war nur noch der Bereich des Reißverschlusses am Oberstoff “offen”.

Die Öffnung habe ich genutzt um die Nahtzugabe des Futtersacks mit der Nahtzugabe des Oberstoff-Sacks miteinander knappkantig zu verbinden.

Dann wird das “Reißverschlussloch” geschlossen, indem die Nahtzugabe des Oberstoffs nach innen geklappt wird und auf das Reißverschlussband aufgesteppt wird.

Damit die Oberkanten und der Zipper des Reißverschlusses nicht an den Armen reiben, habe ich noch einen Halbkreis aus Oberstoff und Steppfutter verstürzt.

Diesen habe ich an der Oberkante des Reißverschlusses auf einer Seite angenäht, so dass der Zipper verdeckt wird.

Die Träger werden mit Druckknöpfen auf der Innenseite geschlossen. Zur Zierde habe ich noch einen großen Knopf außen aufgenäht.

Und so sieht der Schlafsack dann fertig aus 🙂

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