Kreative Artikel zum Thema Nähen

First Dates mit der neuen BERNINA L 850, Teil 4

Tutorial: Sporthose nähen mit der Flachnaht der Overlock

Sporthose nähen mit der Overlock – mit attraktiver Flachnaht
Weiter geht’s mit meiner Serie “First Dates mit der neuen BERNINA L 850”, diesmal wollen wir eine Sporthose nähen.

Die BERNINA L 850 ist nun schon seit einigen Monaten bei mir eingezogen und ich kann euch sagen, dass ich in dieser Zeit so viel wie noch nie mit der Overlock experimentiert habe. Ich bin total motiviert, alles aus der Maschine rauszuholen und dazuzulernen. Das heißt immer wieder “raus aus der Komfortzone”.

Heute ist die Flatlocknaht (auch Flachnaht genannt) an der Reihe. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine flache Naht, die nicht aufträgt, dank Bauschgarn sehr weich und zudem sehr elastisch ist. Ideal für Sportkleidung und Wäsche, aber auch toll als dekorative Naht auf allen möglichen Stoffen.

In meinem Beitrag habe ich euch hier gezeigt, dass die Flatlocknaht auf der Rückseite einen dekorativen Leiterstich ergibt, den ihr ebenfalls als hübsche Ziernaht einsetzen könnt.

Für meinen neuen Lieblingssport Hula Hoop, dem ich seit drei Monaten mit großer Begeisterung verfallen bin, habe ich mir eine bequeme, nicht gerade unauffällige Leggings genäht. Knalleng und mit hoher Taille, perfekt fürs Training mit den Reifen (von denen ich inzwischen drei habe…).

Das braucht ihr

Ihr braucht einen Schnitt für eine Sporthose mit dekorativen Teilungsnähten. Ich habe die Sporttight von kibadoo verwendet.

Als Stoff eignen sich nur bielastische Materialien. Perfekt ist der Sportlycra von Hello Heidi Fabrics. Ich finde ihn so toll, weil er einen genialen Farbverlauf hat.

Wichtig sind farblich passendes Bauschgarn (Seraflock von Mettler) und Overlockgarn (Seracor von Mettler).

Außerdem braucht ihr extrafeine Stecknadeln, eine stumpfe Stopfnadel sowie zwei Microtexnadeln 60. Wer mag, verwendet ein dekoratives Label.

Zuschnitt

Ich habe die Hose im Farbverlauf zugeschnitten. Oben pink, nach unten hin rot. Dazu habe ich die Schnittteile zunächst auf den Stoff gelegt, um den Effekt zu überprüfen. Weil die Stoffkante so schön ist, habe ich sie unten als Beinabschluss mit eingeplant. 

 

Vorbereitung und Einfädeln

Ich habe mich für die schmale 3Faden-Flatlocknaht entschieden. Das heißt, ihr entfernt die linke Nadel und setzt als rechte Nadel eine Microtexnadel ein, damit der Stoff nicht beschädigt wird. Ich habe eine normale Nähmaschinennadel verwendet. In diese fädelt ihr Overlockgarn.

In beide Greifer wird Bauschgarn gefädelt (ich freue mich jedes Mal über die tolle Lufteinfädelung. Auch nach ständiger Verwendung ;)). Damit es sich gleichmäßig abrollt, am besten die der Maschine beiliegenden Netze verwenden.

Einstellungen

Nun geht es an die Einstellungen. Im Handbuch sind Richtwerte vorgegeben. Aber je nach Stoff müsst ihr an den Einstellung spielen, bis sie passen. Das heißt, es werden einige Probenähte anfallen…

Meine Einstellungen sehen so aus:

  • Fadenspannung: – /2/4/5,5
  • Stichlänge: 2,5
  • Stichbreite: 6
  • Außerdem habe ich den Füßchendruck stark reduziert.

Tipps

  • Wichtig ist, dass der Nadelfaden locker genug ist, damit er die Nahtkante erreichen kann.
  • Es kann auch helfen mtc auf + zu stellen, damit die Naht gut flachgezogen werden kann.

Stecken und Nähen

Orientiert euch an der jeweiligen Anleitung und steckt die Teile links auf links aufeinander. Das ist wichtig, denn die Flatlocknaht zeigt sich auf der Oberseite der Naht.

Wichtig: Achtet darauf, dass immer das gleiche Teil oben liegt. Zum Beispiel liegt immer das obere Beinteil über dem unteren.

Näht am Nahtanfang und am Ende eine mindestens 10 cm lange Fadenraupe.

So sieht die Naht auf der Oberseite aus:

Und so auf der Unterseite:

Naht flach ziehen

Jetzt kommt der spannende Moment! Zieht die Naht vorsichtig und gleichmäßig nach und nach flach.

Auf beiden Seiten legen sich die Nahtzugaben aufeinander und die Flatlocknaht erscheint.

Auf der Unterseite wird der Leiterstich erkennbar:

Wichtig ist, dass ihr die Naht wirklich gründlich flach zieht und zwar auch der Länge nach. Ihr merkt dann gleich, dass noch viel Garn aus der Fadenraupe in die Naht gezogen wird.

Auf diese Art habe ich alle Beinteile zusammengenäht. Um die Nähte zu sichern könnt ihr mit der normalen Nähmaschine mit einem engen Zickzachstich über die Nahtenden nähen (beim Zusammennähen dann aber nicht mit dem Messer der Overlock abschneiden!).

Sporthose fertigstellen

Die inneren Beinnähte, die Naht im Schritt  und den Bauchbund habe ich mit dem 4-Faden-Overlockstich genäht. Dazu setzt ihr die zweite Microtexnadel ein und fädelt in diese Overlockgarn. 

Wenn ihr möchtet, dann könnt ihr beim Anbringen des Bundes ein Label einnähen.


Zum Schluss zieht ihr die unten an den Beinabschlüssen überstehenden Fadenraupen mit Hilfe einer stumpfen Stopfnadel in die Naht und schneidet dann die Garnreste ab. Da der Stoff nicht ausfranst ist ein Versäubern oder Säumen nicht nötig.

                    
So einfach lässt sich eine Sporthose nähen! Eure Leggings ist fertig und ihr könnt mit dem Training loslegen 😉

 

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Kommentare zu diesem Artikel

2 Antworten

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  • Petra Rasch

    Klasse und super ausführliche Anleitung. Demnach brauche ich für diese Legging nur die Overlock. Der Beinabschluss endet nur mit der Schnittkante?  Danke für die Nähidee.

    • ganzmeinding | Claudia

      Liebe Petra,

      freut mich, dass dir mein Tutorial gefällt. Ja, ich habe nur die Overlock verwendet. Die Schnittkante am Beinabschluss ist unversäubert. Das ging mit dem von mir verwendeten Stoff super.

      Viele Grüße von Claudia

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