Kreative Artikel zum Thema Nähen

Sommerhose nähen im Zebra-Look

Sommerhose nähen im Zebra-Look

Für diesen Sommer wollte ich mir unbedingt eine besondere Sommerhose nähen. Den passenden Stoff fand ich schon im Frühling. Allerdings war ich noch unschlüssig, welches Schnittmuster es für meinen Zebrastoff werden sollte. Aber als ich wieder einmal das Buch “Leinen Looks 2” durchblätterte, blieb ich beim Hosenschnittmuster “Caja” hängen. Und nachdem auch mein Stoff die ausreichende Menge hergab, sollte es nun diese lässige Hose werden.

Ich zeige euch heute in diesem Beitrag, wie ich mir Caja nähte. Ich bin dieses Mal nicht strikt nach der Anleitung des Buchs vorgegangen. Da ich dieses Hosenschnittmuster für mich das erste Mal nähe, sind einige Überlegungen miteingeflossen. Diese könnten für euch auch interessant sein, wenn ihr ein Hosenschnittmuster, das ihr noch nicht kennt, zum ersten Mal für euch näht. Außerdem musste ich die Arbeitsweise des Hosenumschlags abändern, da mein Stoff bedruckt und nicht durchgefärbt ist.

Material und Zuschnitt

  • Leinenstoff oder andere Webware je nach Größe ca. 1,60 bis 2,25 m bei 1,40 m Breite
  • ca. 1 m flexibles Nahtband von Vlieseline 
  • passendes Nähgarn
  • ca. 62 bis 86 cm Gummiband mit 3,5 cm Breite 
  • Stoffschere oder Rollschneider mit Lineal samt Schneidematte
  • Markierstift 
  • Stecknadeln
  • Sicherheitsnadel
  • Handnähnadel
  • Bügeleisen
  • eventuell Bügellineal

Zuschnitt und Vorbereitung

Zeichnet euch das Schnittmuster ab und gebt direkt die Nahtzugabe von 1 cm dazu. Solltet ihr, so wie ich, eure Hose auch aus bedrucktem Stoff nähen, dann verlängert die Enden der Hosenbeine um 2 cm.

Bügelt nach dem Zuschnitt an der Eingriffskante der Taschenteile das flexible Nahtband auf. 

Sommerhose nähen – Eingriffstaschen

Steckt die Taschenteile 1 rechts auf rechts jeweils an die Eingriffskanten der Hosenbeine und steppt sie fest. 

Klappt die Taschenteile 1 danach um und bügelt die Eingriffskante.

Steppt anschließend die Kanten der Eingriffstaschen knappkantig ab.

Nehmt nun die Taschenteile 2 und legt sie passgenau rechts auf rechts auf die Taschenteile 1. 

Schlagt danach die Taschenbeutel nach außen. Steckt die Teile sorgfältig und näht diese zusammen. 

Danach legt ihr die Taschenbeutel wieder passgenau auf eure Hosenbeine. Befestigt mittels einer Hilfsnaht innerhalb der Nahtzugabe die Taschenbeutel an eure Hosenbeine (siehe rote Markierung).

So sollten nun die vorbereiteten Hosenbeine samt Taschenbeutel aussehen.

Hosenbeine nähen

Näht nun die Hosenbeine rechts auf rechts an den Seitennähten zusammen. Versäubert danach die Seitennähte und bügelt sie Richtung rückwärtige Mitte.

Legt anschließend beide Hosenbeinteile rechts auf rechts so aufeinander, dass die vorderen und rückwärtigen Schrittnähte genau aufeinandertreffen. Steppt diese beiden Schrittnähte zusammen. Ich ließ die rückwärtige Schrittnaht noch unversäubert. So war es leichter, noch eventuelle Änderungen an dieser Naht vorzunehmen. 

Zieht die Hosenbeine wieder auseinander und steckt die Innenbeinnähte rechts auf rechts zusammen. Lasst aber diese Naht ebenfalls noch unversäubert.

Probiert danach eure Hose an. Sollte eure Hose so wie bei mir vor allem im rückwärtigen Bereich viel zu weit sein, dann könnt ihr dies nun noch problemlos korrigieren. Obwohl die Hose grundsätzlich mit einem Gummibund auf  Taillenweite getrimmt wird, nahm ich noch einige Zentimeter bei der rückwärtigen Naht weg. Es wäre mir sonst einfach zu viel Stoff im hinteren Bereich gewesen. Die korrigierte Naht verläuft daher sinngemäß zum Schritt.

Nun wird diese korrigierte Naht noch versäubert und die Änderung auf das Schnittmusterteil übertragen. 

Jetzt wird noch die Innenbeinnaht versäubert und so sollte nun eure fast fertige Hose von der linken Stoffseite aussehen. 

Sommerhose nähen – Bund

Solltet ihr eure Schrittnaht ebenso enger genäht haben, so müsst ihr zuerst noch den Bund auf die geänderte Länge anpassen. Nehmt danach den Bundteil und näht ihn mit 1 cm Nahtzugabe an der kurzen Seite zu einem Ring zusammen. Lasst dabei aber auf einer Hälfte des Bundes eine ca. 2,5 cm bis 3 cm große Öffnung (siehe Bild).

So sollte nun diese Naht aussehen. 

Näht nun den Bund rechts auf rechts an die obere Kante eurer Hose. Die Bundnaht und die rückwärtige Schrittnaht treffen dabei genau aufeinander.

Achtet darauf, dass die Öffnung bei der Bundnaht nach oben zeigt. 

Versäubert anschließend die andere Seite des Bundes.

Bügelt danach die Nahtzugabe nach oben – also in den Bund. 

Klappt nun die noch offene Seite des Bundes nach unten und steckt diese von der rechten Seite fest. 

Achtet darauf, dass dadurch die zuvor genähte Bundnaht knapp überdeckt wird. 

Hier seht ihr die Innenseite des Bundes. Als Orientierung zum Stecken diente mir die Overlocknaht. 

Steppt nun knappkantig die noch offene Bundseite fest. Solche Nähte gelingen mir mit dem Schmalkantfuss # 10D am besten.

Image of Schmalkantfuss # 10.

Schmalkantfuss # 10

Der Schmalkantfuss #10 ist optimal zum Absteppen, Säumen und Verzieren. Durch sein spezielles Führungsblech gelingen mit ihm exakt gerade Nähte.

Mehr erfahren

Hier könnt ihr meine Einstellungen der Nähmaschine sehen. 

Nehmt nun euer Gummiband und fädelt es mit Hilfe einer Sicherheitsnadel durch den Bund und sichert die Enden am besten auch mit einer Sicherheitsnadel.

Probiert die Hose an und ermittelt dadurch die passende Länge des Gummibandes. Danach könnt ihr die Enden des Gummibandes zusammennähen. Ich mache das meistens Stoß an Stoß mit einem großen, engen Zick-Zack-Stich.

Hier seht ihr die Einstellungen meiner Nähmaschine dazu.

Jetzt müsst ihr noch die Öffnung des Bundes per Hand mit Nadel und Faden verschließen.

Anschließend wird der Bund an der oberen Kante knappkantig sowie auch … 

… in der Mitte abgesteppt. Dazu muss das Gummiband des Bundes auf seine Ursprungsweite gezogen werden. 

Gürtelschlaufen und Bindegürtel

Nehmt nun die zugeschnittenen Teile für die Gürtelschlaufen und versäubert diese jeweils an den beiden kurzen Seiten und an einer Längsseite. 

Schlagt die unversäuberte Längsseite des Stoffs nach innen und die versäuberte Längsseite so darüber, dass die Kanten genau aufeinandertreffen.

Steckt die offenen Seiten mit Stecknadeln zusammen. Näht nun diese Naht fest und steppt auch die gegenüberliegende Naht knappkantig ab.

So sollten nun die fertig vorbereiteten Gürtelschlaufen aussehen.

Klappt nun die beiden Enden der Gürtelschlaufen ca. 1 cm nach innen und steckt sie dann entsprechend der Markierungen an euren Bund. 

Näht nun die Gürtelschlaufen an den Hosenbund an. Als Vorlage dienen dazu die oberen und unteren knappkantigen Nähte des Bundes. Zum besseren Annähen diente mir als Höhenausgleich ein Gurtband, das ich mir einfach unter das Füßchen legte.

Nehmt das Schnittmusterteil für den Bindegürtel und schneidet die kurzen Enden im 45-Grad-Winkel zu.

Zeichnet euch die Nahtlinien der Spitze ein. 

Danach näht ihr mit einem Geradstich genau diese Linie ohne abzusetzen nach und schneidet die Spitze ca. 3 mm vor der Naht ab. 

Schließt nun die lange Seite des Bindegürtels. Wendet ihn am besten mit Hilfe einer Sicherheitsnadel und bügelt ihn ordentlich aus. In meinem Beitrag “Leinenkleid nähen” könnt ihr bei den Bindebändern diesen Arbeitsschritt genau nachlesen. 

Steckt nun die Nahtzugabe der Spitzen in das Innere des Bindegürtels und formt die Spitze gut aus. Die Nahtlinie dient hierbei als Hilfslinie und sollte ebenfalls 1-2 mm nach innen geschoben werden.

Steckt alles zusammen und steppt diese Naht knappkantig ab. Auch hier ist ein Höhenausgleich sehr hilfreich. Danach könnt ihr euren Bindegürtel durch die Gürtelschlaufen eures Bundes ziehen. 

Hosenbeinumschlag 

Solltet ihr eure Hose aus durchgefärbtem Stoff nähen, braucht ihr nur mehr die Hosenbeine am Saum doppelt einschlagen, knappkantig absteppen und in der angegebenen Länge nach oben umkrempeln. Bei einer Hose aus bedruckten Stoffen könnt ihr wie folgt vorgehen. Zeichnet euch dazu die angegebene Länge des Umschlags samt Nahtzugabe am Ende der Hosenbeine ein. 

Schneidet die Umschläge ab. Markiert euch danach rechts und links.

Stülpt nun die Umschläge wie auf dem Bild ersichtlich rechts auf links über die Hosenbeine. Achtet dabei darauf, dass ihr den rechten Umschlag auf das rechte Hosenbein gebt und natürlich den linken Umschlag auf das linke Hosenbein.

Steckt alles zusammen und legt alle Nahtzugaben in eine Richtung. Steppt die Umschläge an die Hosenbeine und versäubert die Naht.

Zieht die Umschläge nach unten und bügelt die Nahtzugaben nach oben.

Steppt danach die Nahtzugaben knappkantig ab.

Jetzt bügelt ihr den Saum der Umschläge 2 cm nach innen. 

Zieht die Umschläge wieder so nach oben, dass die unteren Enden ca. 1,5 cm von der Kante aus nach oben zeigen.

Steckt nun die Umschläge an die Hosenbeine fest.

Steppt zu guter Letzt die Umschläge am umgebügelten Saum knappkantig an eure Hosenbeine fest.

Fertig ist die Sommerhose!

Ich freue mich riesig über meine neue Sommerhose im Zebra-Look. Schwarz-weiß ist ja ein modischer Dauerbrenner und das Schnittmuster ist zeitlos elegant. Na, wollt ihr euch jetzt auch eine Sommerhose nähen? Dann nichts wie ran an die Nähmaschine! Mein nächstes Projekt steckt jedenfalls schon in den Startlöchern.

Ich freue mich über eure Kommentare, vor allem mit Bildern euerer Sommerhosen – natürlich auch im Community-Bereich des Blogs.

Bis bald und alles Liebe, Janine. 

 

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: Baumwollwebware, Garn, Gummiband, Handnähnadel, Leinen, Sicherheitsnadel, Stecknadeln, Stoffschere
Verwendete Produkte:
BERNINA 570 QE (NEW)
BERNINA 570 QE (NEW)
BERNINA L 860
BERNINA L 860

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