Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps April 2016

st!chproben

Stichproben_Plakat

Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg zeigt noch bis zum 29. Mai 2016 die Ausstellung ‘st!chproben’. Rund 40 zeitgenössische Objekte und Installationen von sechs Künstlerinnen der Gruppe ‘tx o2g’ (Dr. Ingrid Fähmel, Marianne Herbrich, Mechthild Jülicher, Susanne Klinke, Ulrike Lindner und Birgit Reinken) treten mit den Räumen und Exponaten im Oldenburger Schloss in Dialog.

Marianne Herbrich: Aufgepasst; Annäherung, Paar 2 © Marianne Herbrich Im Marmorsaal rückt Marianne Herbrich die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die historischen Sitzmöbel und stellt diesen pinkfarbene Textilhocker zur Seite. Eine Stahlstange durchbohrt die Würfel, fasst sie zusammen und macht sie zur Skulptur. Im Gegensatz zur Saalausstattung darf man auf dieser Hocker‐Skulptur Platz nehmen. Die Farbigkeit des Raums greift Marianne Herbrich zusätzlich in der Skulptur 'Amor und Psyche' auf: Eine flauschig‐süssliche Textiloberfläche ist hier über kantig‐blockhafte Formen gelegt. Schwingende Pfeile, Amors Pfeile, schaffen es kaum, diese Blöcke zu durchdringen.

Marianne Herbrich: Aufgepasst; Annäherung; Susanne Klinke: Paar 2 (vorne)
© Marianne Herbrich, Susanne Klinke
Im Marmorsaal greift Marianne Herbrich die Farbigkeit des Raumes auf und lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die historischen Sitzmöbel, indem sie diesen pinkfarbene Textilhocker zur Seite stellt. Eine Stahlstange durchbohrt die Würfel, fasst sie zusammen und macht sie zur Skulptur. Im Gegensatz zur Saalausstattung darf man auf dieser Hocker‐Skulptur Platz nehmen.

Die hauptsächlich textilen Interventionen greifen das historische Mobiliar, Gemälde, Raumsituationen und Ausstellungsobjekte aus den Abteilungen Kulturgeschichte und Kunstgewerbe auf, gehen mit der bestehenden Präsentation auf Tuchfühlung und reflektieren sie mal provokant, mal zurückhaltend.

Marianne Herbrich: Rosa © Marianne Herbrich Im Roten Salon finden wir eine auf der Récamière ausgebreitete Robe, oder räkelt sich dort etwa eine Frauengestalt? Marianne Herbrichs Objekt 'Rosa' erinnert daran, dass die Schlosssäle einmal bewohnt waren.

Marianne Herbrich: Rosa
© Marianne Herbrich
Im Roten Salon finden wir eine auf der Récamière ausgebreitete Robe, oder räkelt sich dort etwa eine Frauengestalt? Marianne Herbrichs Objekt ‘Rosa’ erinnert daran, dass die Schlosssäle einmal bewohnt waren.

Zarte Fadenroben, wogende Drahtgräser und …

Ingrid Fähmel: Nistplatz ©Ingrid Fähmel Ingrid Fähmels Thema ist die Natur. Daher fühlt sie sich besonders vom Gartensalon des Schlosses angezogen. Auf dessen historische, grossformatige Malereien von Ludwig Philipp Strack (1761 – 1836) reagiert sie mit kleinen abstrakten Farb‐ und Fadenstudien, die in ihrer Intimität die subtile Farbigkeit der Landschaftsdarstellungen analysieren. Das Motiv der künstlerischen Naturannäherung variiert Ingrid Fähmel im Gartensalon darüber hinaus auch durch filigran gestaltete Gräser‐Objekte und Makro‐Skulpturen von Samenkapseln. Das so geschaffene Raumensemble zeigt bildnerische Naturinterpretationen, die vom Abbild zur Impression reichen, vom Bild zur Skulptur und vom Realismus zur Abstraktion.

Ingrid Fähmel: Nistplatz
©Ingrid Fähmel
Ingrid Fähmels Thema ist die Natur. Das Motiv der künstlerischen Naturannäherung variiert Ingrid Fähmel im Gartensalon mit kleinen abstrakten Farb‐ und Fadenstudien, aber auch durch filigran gestaltete Gräser‐Objekte und Makro‐Skulpturen von Samenkapseln. Das so geschaffene Raumensemble zeigt bildnerische Naturinterpretationen, die vom Abbild zur Impression reichen, vom Bild zur Skulptur und vom Realismus zur Abstraktion.

… gestickte Augäpfel überraschen die Besucher ebenso wie eingesponnenes Porzellan oder kleine graue Filz-Mamsellchen an unscheinbaren Orten.

Birgit Reinken: Mamsellchen © Birgit Reinken Birgit Reinken lenkt von der höfischen Pracht des Oldenburger Schlosses das Augenmerk auf das Einfache, Bescheidene und Unscheinbare. Sie widmet sich den Stellen im Schlosskomplex, die sonst wenig wahrgenommen werden. Ihre kleinen 'Mamsellchen' aus Filz bevölkern diese Bereiche. Sie gruppieren sich an den Stellen, an denen sich eventuell Wollmäuse bilden könnten, wo der Fussboden abschüssig ist oder wo Ausbesserungsarbeiten anstehen. Auch Birgit Reinkens Installation im Bockhorner Laden im zweiten Obergeschoss rückt den Alltag in den Fokus. Sie fragt danach, was in einem solchen Tante‐Emma‐Laden oder auch in anderen Geschäften an Zwischenmenschlichem neben den Waren über die Theke geht.

Birgit Reinken: Mamsellchen
© Birgit Reinken
Birgit Reinken lenkt von der höfischen Pracht des Oldenburger Schlosses das Augenmerk auf das Einfache, Bescheidene und Unscheinbare. Sie widmet sich den Stellen im Schlosskomplex, die sonst wenig wahrgenommen werden. Ihre kleinen ‘Mamsellchen’ aus Filz bevölkern diese Bereiche. Sie gruppieren sich an den Stellen, an denen sich eventuell Wollmäuse bilden könnten, wo der Fussboden abschüssig ist oder wo Ausbesserungsarbeiten anstehen.

Die Kunstobjekte sind im ganzen Schloss verteilt und beschränken sich nicht auf textiles Material, sondern schliessen Techniken wie das Nähen eines Kronleuchters aus Kaffeekapseln oder von Papiermöbeln ein.

Mechthild Jülicher: Zu nah am Feuer © Mechthild Jülicher Im Idyllenzimmer präsentiert Mechthild Jülicher die jeweils doppelansichtigen Arbeiten 'Photopatch I – III'. Deren Bilddarstellungen beziehen sich sowohl im Rhythmus als auch durch die schwebenden Figuren auf die Motive der gemalten Idyllen von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751 – 1829). Den einzigen lüsterlosen historischen Raum des Schlosses, den Blauen Salon, hat Mechthild Jülicher mit ihrem 'Kronleuchterersatz' ausgestattet. Das silbrig glänzende Objekt besteht aus hunderten von zerdrückten Kaffeeautomaten‐Kapseln. Es verweist damit auf das Tässchen Kaffee, bei dem man sich begegnet, um sich gedanklich auszutauschen. Dies wird in den historischen Gemächern ungezählte Male geschehen sein.

Mechthild Jülicher: Zu nah am Feuer
© Mechthild Jülicher

‘Aktuelle Textilkunst zählt zu jenen Sparten, die in vielen deutschen Museen lange Zeit ein Nischendasein führten, seit einigen Jahren jedoch gross im Kommen sind’, so Dr. Michael Reinbold, Kurator der Ausstellung. ‘Umso mehr freuen wir uns, dass die Künstlerinnen die Räume im Schloss erforscht, mit dem Vorgefundenen Zwiespräche gehalten und darauf mit den ihnen gemässen künstlerischen Mitteln geantwortet haben.’

Susanne Klinke: Von Oben © Susanne Klinke

Susanne Klinke: Von Oben
© Susanne Klinke

Der Titel ‘st!chproben’ verweist sowohl auf das Exemplarisch-Punktuelle der künstlerischen Auswahl als auch auf das Textile als Medium und Material dieser Ausstellung.

Susanne Klinke: Dekor © Susanne Klinke An den Kachelofen des Empfangszimmers hat Susanne Klinke voluminöse Kleidung gehängt. Kleider und Mäntel bauschen sich, als müssten sie trocknen. Ihre Oberflächen lassen sie aussehen, als seien sie aus massivem Holz. In diesem Aspekt korrespondieren sie mit der hölzernen Komplettvertäfelung des Raums. Tatsächlich sind die Kleiderskulpturen aber nur leichte Hohlformen aus genähtem Papier. Im Silbersaal des Schlosses greift Susanne Klinke Elemente der Tapisserie für ihre Installation auf. Sie wählt das Motiv der an sich architekturtragenden Säule, die sie, in ähnlicher Grösse wie auf dem Wandteppich dargestellt, freistehend und mit Silbervasen gekrönt aus Gobelinstickereien nachbildet. Beinpaare mit Silbertabletts deuten eine eilige, devote Dienerschaft an.

Susanne Klinke: Dekor
© Susanne Klinke
Im Silbersaal des Schlosses greift Susanne Klinke Elemente der Tapisserie für ihre Installation auf. Sie wählt das Motiv der an sich architekturtragenden Säule, die sie, in ähnlicher Grösse wie auf dem Wandteppich dargestellt, freistehend und mit Silbervasen gekrönt aus Gobelinstickereien nachbildet. Beinpaare mit Silbertabletts deuten eine eilige, devote Dienerschaft an.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Führungen und Workshops für Erwachsene und Kinder sowie ein Programm fur Schulklassen. Textile Aktionstaschen zum Sticken, Flechten, Designen und Nähen stehen an der Schlosskasse bereit. An verschiedenen Stationen in der Ausstellung kann man mit Draht, Perlen, Wolle, Pfeifenputzern, Knöpfen, Häkelnadeln und Stoffen künstlerisch tätig werden und Postkarten besticken, ein neues Outfit für eine Prinzessin entwerfen, Filz-Mamsellchen gestalten oder Plastik- und Drahtgärten bauen.

Ulrike Lindner: Reisekissen © Ulrike Lindner Im Grünen Salon präsentiert Ulrike Lindner zwei Objekte aus genähtem Papier. Den Raum bestimmt eine grosse Vasenform auf dem runden Tisch. In ihren Ornamenten nimmt sie Bezug auf die Gestaltung der Stuhllehnen. Ihr Farbton korrespondiert mit der Wand‐ und Gardinengestaltung. Die grellgrüne Leuchtkraft ihres Inneren und das Fragmentarische der Gestaltung stehen im Gegensatz zur distinguierten Zurückhaltung und vornehmen Geschlossenheit des historischen Ambientes. Hier will nun die Moderne bestimmen, mit dem Gewohnten brechen und scheinbar die Naturgesetze in Frage stellen. Das macht Ulrike Lindner augenfällig bildlich, indem sie die genähte Version eines Nipptisches als Papiermodell namens 'Meierbieder' neben einem historischen Biedermeiertischchen stehen lässt.

Ulrike Lindner: Reisekissen
© Ulrike Lindner

Nach Ende der Ausstellung werden die kreativsten ‘Punkys’, künstlerisch gestaltete Figuren aus Gummihandschuhen, die sich an ein Kunstobjekt aus der Ausstellung anlehnen, gekürt und auf der Facebook-Seite des Landesmuseums vorgestellt. Die Gewinner erhalten Gutscheine fur die Teilnahme an Kinder- und Familien-Workshops.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich.

Info:

20. März – 29. Mai 2016

st!chproben

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg
im Oldenburger Schloss
Schlossplatz 1
26122 Oldenburg
Deutschland

www.landesmuseum‐ol.de
www.textil-kunst.jimdo.com

Öffnungszeiten:
Di – So: 10 – 18 Uhr
geschlossen: 1. 5., 15. 5.
geöffnet: 5. 5., 16. 5.

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10th Prague Patchwork Meeting

Mit Spannung erwarten wir gleich am ersten April-Wochenende das Prague Patchwork Meeting, das 2016 bereits zum zehnten Mal stattfindet. Dieser Erfolg ist massgeblich Jana Sterbova zu verdanken, die das internationale Meeting zusammen mit dem Bohemia Patchwork Club jedes Jahr organisiert und das von Mal zu Mal umfangreicher und besser wird. Profunde Kenntnis und ein enormer Fleiss stecken dahinter, denn nicht umsonst ist diese Veranstaltung ein Garant für erstklassige Ausstellungen und ein Publikumsmagnet mit steigenden Besucherzahlen. Zugleich hat dies die tschechische Quilt-Szene über die Jahre sehr beflügelt und vorangebracht, bietet das PPM doch jedes Jahr eine neue internationale Plattform auf der Schnittstelle von West- und Osteuropa, meet & greet inclusive.

Helena Fikejzova: Do nebe to nebude Foto freundlicherweise von Jana Sterbova zur Verfügung gestellt

Helena Fikejzova: Do nebe to nebude
Foto freundlicherweise von Jana Sterbova zur Verfügung gestellt

Auch 2016 gibt es verschiedene nationale und internationale Quilt-Ausstellungen und die Ergebnisse der jährlich neuen Ausschreibungen (einmal für die traditionell Arbeitenden mit dem Thema ‘Sterne’ und einmal für die moderne Auffassung mit dem Thema ‘Zeit’) zu sehen.

Milena Kankrlikova: Variation Foto freundlicherweise von Jana Sterbova zur Verfügung gestellt

Milena Kankrlikova: Variation
Foto freundlicherweise von Jana Sterbova zur Verfügung gestellt

Antike Quilts, eine Retrospektive der letzten zehn Jahre mit den besten 20 tschechischen traditionellen Quilts, Einzelausstellungen verschiedener tschechischer Quilterinnen …

Martina Stochlova: Magic of Hexagons Foto freundlicherweise von Jana Sterbova zur Verfügung gestellt

Martina Stochlova: Magic of Hexagons
Foto freundlicherweise von Jana Sterbova zur Verfügung gestellt

… und natürlich die jedes Jahr neue Herausforderung an die Mitglieder des Art Quilt Club CZ – diesmal zum Thema Denim / Jeans – kommen hinzu.

Jana Sterbova: Gloval Denim Foto freundlicherweise von Jana Sterbova zur Verfügung gestellt

Jana Sterbova: Gloval Denim
Foto freundlicherweise von Jana Sterbova zur Verfügung gestellt

Ausstellungs-Highlights werden sein: Ausstellungen der Gruppen ‘Art Quilt Fusion’, ‘GegenLicht’, ‘Art Quilt Harbour’, ‘Voyage Art’ und ‘Textile with Gillian Travis’ sowie Einzelausstellungen von Annette Bamberger (D), Elisabeth Nacenta de la Croix (CH) …

Elisabeth Nacenta de la Croix: Foliage Foto freundlicherweise von Jana Sterbova zur Verfügung gestellt

Elisabeth Nacenta de la Croix: Foliage
Foto freundlicherweise von Jana Sterbova zur Verfügung gestellt

… und der israelischen Quilterinnen Orna Ron und Rachel Covo. Ausserdem die letztjährige Ausstellung des Wettbewerbs ‘Reflections’ des European Patchwork Meetings aus Ste Marie-aux-Mines, die von Sabine Frank organisierten ‘Leipziger Momente’ und Klaus-Jürgen Hohmann.

Orna Ron: Geometric Composition Foto freundlicherweise von Jana Sterbova zur Verfügung gestellt

Orna Ron: Geometric Composition
Foto freundlicherweise von Jana Sterbova zur Verfügung gestellt

Dazu kommen wie immer eine Reihe vielfältiger Workshops und ein interessantes Händler-Angebot. Und wenn das Wetter mitmacht …

Jana Lalova: Startrek Cervi dira Foto freundlicherweise von Jana Sterbova zur Verfügung gestellt

Jana Lalova: Startrek Cervi dira
Foto freundlicherweise von Jana Sterbova zur Verfügung gestellt

… sollte man der Stadt Prag selbstverständlich auch einen Besuch widmen. Vielleicht integriert man die samstagabendliche Schifffahrt auf der Moldau mit reichhaltigem Buffet-Abendessen und grandiosen Blicken auf das erleuchtete Prag in das Besuchsprogramm. Näheres dazu auf der Website des Veranstalters und viele Fotos in meinen Berichten aus den vergangenen Jahren.

Prag bei Nacht (2012) Foto: Dr. Wolfgang Heinz

Prag bei Nacht (2012)
Foto: Dr. Wolfgang Heinz

Info:

1. – 3. April 2016

10th International Prague Patchwork Meeting

Wellness Hotel STEP
Malletova 1141
190 00 Prag 9
Tschechische Republik

www.praguepatchworkmeeting.com

Öffnungszeiten:
Fr, 1. April 2016: 12 – 18 Uhr
Sa, 2. April 2016: 9.30 – 18 Uhr
So, 3. April 2016: 9.30 – 17 Uhr

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Mola und Kalamkari

Das Völkerkundemuseum der Universität Zürich – eines von sechs Universitätsmuseen – liegt an einem der schönsten Orte der Zürcher Innenstadt, umflossen vom Schanzengraben, im Alten Botanischen Garten, dem ‘Park zur Katz’ und präsentiert derzeit gleich zwei Ausstellungen aus dem Textilbereich:

‘Anders schön in Panama – Mola nähen, Welten schichten’ beschäftigt sich mit den Mola-Arbeiten der Kuna- oder Guna-Frauen, die dafür weltberühmt wurden. Die Frauen dieser ethnischen Gruppe in Panama fertigen das farbenfrohe, mehrschichtige, rechteckige Textil in einer Kombination aus Negativ-, Positiv- und Intarsienapplikation, jedes Stück ein Unikat. Nicht zuletzt deshalb sind diese farbenfrohen Nähwerke auf dem Ethno- und Kunstmarkt so beliebt und werden als zweidimensionale viereckige Bildträger mit unerschöpflichen Bildkompositionen als Kunst gehandelt.

Zwei Guna-Frauen auf der Insel Ogobsuggun in Gunayala, Panama, in der seit Anfang des 20. Jahrhunderts typischen Kleidung: die selbst genähte Mola-Bluse, ein Wickelrock, Kopftuch und Schmuck aus gewickelten Perlenschnüren. Foto: Margherita Margiotti 2003

Zwei Guna-Frauen auf der Insel Ogobsuggun in Gunayala, Panama, in der seit Anfang des 20. Jahrhunderts typischen Kleidung: die selbst genähte Mola-Bluse, ein Wickelrock, Kopftuch und Schmuck aus gewickelten Perlenschnüren.
Foto: Margherita Margiotti 2003

Vom Textilbild zurück zum Objekt – der von Frauen hergestellten und getragenen Bluse, in welche jeweils zwei ähnliche Nähstücke eingearbeitet sind – stellt die Ausstellung das Mola neben anderen Objekten der Guna in den Kontext ihrer Geschichte und Kultur und erklärt, dass ein Mola noch viel mehr als ein Kunstwerk ist. ‘Anders schön, yer dailege, sind die Mola, sind die Frauen, sind die Guna, ist die Welt.’

Gezeigt werden erstmalig Werke aus der Sammlung des Völkerkundemuseums der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit den beiden Gastkuratoren Margherita Margiotti und Paolo Fortis der Universität Durham (GB).

Publikation Paola von Wyss-Giacosa und Andreas Isler (ed. Mareile Flitsch): Kalamkari – Erzählstoff aus Indien. Völkerkundemuseum der Universität Zürich 2016, 148 Seiten, 64 Farbabbildungen, ISBN 978-3-909105-67-0

Publikation
Paola von Wyss-Giacosa und Andreas Isler (ed. Mareile Flitsch): Kalamkari – Erzählstoff aus Indien. Völkerkundemuseum der Universität Zürich 2016, 148 Seiten, 64 Farbabbildungen, ISBN 978-3-909105-67-0

‘Kalamkari – Erzählstoff aus Indien’ lautet der Titel der zweiten Ausstellung, in der es um farbintensive, in einem aufwendigen Prozess hergestellte Tempeltücher aus Südindien geht, die ebenfalls aus der Museums-Sammlung stammen und grossteils erstmals öffentlich präsentiert werden.

Kalamkari. Tempeltuch aus Srikalahasti, Andhra Pradesh, 1975, Inv.-Nr.: 22569. Künstler: C. Nagaraja. Bei diesem schönen Stück, welches das indische Epos Ramayana zum Gegenstand hat, wurde nur die schwarze Umrisszeichnung ausgeführt; in den traditionell folgenden Schritten würde der Stoff weiter behandelt und die einzelnen Figuren und Partien ihrer Bedeutung entsprechend in Rot, Gelb und Blau eingefärbt. Foto: Völkerkundemuseum der Universität Zürich

Kalamkari. Tempeltuch aus Srikalahasti, Andhra Pradesh, 1975, Inv.-Nr.: 22569. Künstler: C. Nagaraja.
Bei diesem schönen Stück, welches das indische Epos Ramayana zum Gegenstand hat, wurde nur die schwarze Umrisszeichnung ausgeführt; in den traditionell folgenden Schritten würde der Stoff weiter behandelt und die einzelnen Figuren und Partien ihrer Bedeutung entsprechend in Rot, Gelb und Blau eingefärbt.
Foto: Völkerkundemuseum der Universität Zürich

Die Baumwolltücher werden freihändig gestaltet und durch eine markante schwarze Umrisszeichnung und eine intensive, vornehmlich auf Rot, Gelb und Blau basierende Farbigkeit charakterisiert.

Kalamkari. Tempeltuch aus Srikalahasti, Andhra Pradesh, 1985 (Ausschnitt), Inv.-Nr.: 22574. Künstler: Rambhoji Naik. Dieses monumentale Tuch, das 4.5 x 9 m misst, ist dem in indischer Vorzeit spielenden Epos Mahabharata gewidmet. Der schiere Reichtum dieser Geschichtenwelt – in achtzehn Büchern liegen hunderttausend Verse vor – ist hier in detailreichen szenischen Darstellungen in gegen 200 einzelne Panels gefasst, die um ein zentrales Grossbild angelegt sind. Foto: Völkerkundemuseum der Universität Zürich

Kalamkari. Tempeltuch aus Srikalahasti, Andhra Pradesh, 1985 (Ausschnitt), Inv.-Nr.: 22574. Künstler: Rambhoji Naik.
Dieses monumentale Tuch, das 4.5 x 9 m misst, ist dem in indischer Vorzeit spielenden Epos Mahabharata gewidmet. Der schiere Reichtum dieser Geschichtenwelt – in achtzehn Büchern liegen hunderttausend Verse vor – ist hier in detailreichen szenischen Darstellungen in gegen 200 einzelne Panels gefasst, die um ein zentrales Grossbild angelegt sind.
Foto: Völkerkundemuseum der Universität Zürich

In dichten Kompositionen und Bildfolgen illustrieren die Kalamkari-Tempeltücher Gottheiten und Geschichten ihres Wirkens und sollen dies sinnlich vor Augen führen. Je nach – teilweise imposantem – Format als Wandbehang, Baldachin, Banner und Fahne oder zum Schmuck von Prozessionswagen verwendet, markieren sie einen sakralen Raum.

Kalamkari. Tempeltuch aus Sikkinaickenpet, Tamil Nadu, frühes 20. Jahrhundert, 269 x 252 cm, Inv.-Nr.: 7197. Foto: Völkerkundemuseum der Universität Zürich

Kalamkari. Tempeltuch aus Sikkinaickenpet, Tamil Nadu, frühes 20. Jahrhundert, 269 x 252 cm, Inv.-Nr.: 7197.
Foto: Völkerkundemuseum der Universität Zürich

Zu beiden Ausstellungen sind Begleitpublikationen erhältlich.

Info:

27. November 2015 – 4. September 2016

Anders schön in Panama

11. März 2016 – 5. Februar 2017

Kalamkari – Erzählstoff aus Indien

Universität Zürich
Völkerkundemuseum
Pelikanstrasse 40
8001 Zürich
Schweiz

www.musethno.uzh.ch

Eintritt frei

vgl. dazu auch meinen ausführlichen Beitrag über Mola

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Revolution in the Making

Seit dem 13. März 2016 hat die Kunstgalerie Hauser Wirth & Schimmel ihren Galerie-Komplex in Los Angeles (USA) eröffnet. Und zwar mit einer wichtigen Ausstellung: ‘Revolution in the Making: Abstract Sculpture by Women, 1947 – 2016’.

South Gallery, Hauser Wirth & Schimmel, 2016 South Gallery, Hauser Wirth & Schimmel, 2016 Courtesy Hauser & Wirth Photo: Joshua Targownik / targophoto.com

South Gallery, Hauser Wirth & Schimmel, 2016
Courtesy Hauser & Wirth
Photo: Joshua Targownik / targophoto.com

Die Ausstellung umfasst nahezu 100 Arbeiten von 34 Künstlerinnen aus den letzten 70 Jahren und zeigt auf, auf welche Weise Frauen den Verlauf der Kunst veränderten. Seit der Nachkriegszeit gehen sie dazu über, neue Bearbeitungsformen zu erfinden, fühlbar zu machen.

Louise Bourgeois: Untitled (The Wedges) 1950, Wood, painted, and stainless steel 63 x 13 1/2 x 12 in / 160 x 34.3 x 30.5 cm © The Easton Foundation/Licensed by VAGA, New York Photo: Christopher Burke

Louise Bourgeois: Untitled (The Wedges)
1950, Wood, painted, and stainless steel
63 x 13 1/2 x 12 in / 160 x 34.3 x 30.5 cm
© The Easton Foundation/Licensed by VAGA, New York
Photo: Christopher Burke

Die Skulptur, die als Meisterwerk allein auf dem Podest steht, wird abgelehnt, umgeformt und schliesslich abgelöst durch eine Vielzahl von abstrakten und repetitiven Ansätzen wie Stapeln, Hängen, Verflechtungen, um eine innige Wechselwirkung zwischen Künstlerin und Betrachter zu erzeugen.

an der Wand: Eva Hesse: Aught 1968, Latex and filler over canvas stuffed with polyethylene sheeting, rope, and unidentified materials, with metal grommets 4 units, each approx. 198.12 x 101.6 cm / 78 x 40 in Collection of University of California, Berkeley Art Museum auf dem Boden: Eva Hesse: Augment 1968, Latex, canvas Installation variable: 17 units, each: 198.1 x 101.6 cm / 78 x 40 in Private Collection Installation view, ‘Revolution in the Making: Abstract Sculpture by Women, 1947 – 2016’, Hauser Wirth & Schimmel, 2016 Courtesy the artists and Hauser & Wirth Photo: Brian Forrest

an der Wand:
Eva Hesse: Aught
1968, Latex and filler over canvas stuffed with polyethylene sheeting, rope, and unidentified materials, with metal grommets
4 units, each approx. 198.12 x 101.6 cm / 78 x 40 in
Collection of University of California, Berkeley Art Museum
auf dem Boden:
Eva Hesse: Augment
1968, Latex, canvas
Installation variable: 17 units, each: 198.1 x 101.6 cm / 78 x 40 in
Private Collection
Installation view, ‘Revolution in the Making: Abstract Sculpture by Women, 1947 – 2016’, Hauser Wirth & Schimmel, 2016
Courtesy the artists and Hauser & Wirth
Photo: Brian Forrest

Die Ausstellung zeigt, wie Elemente, die heute zentral in der Kunst sind – wie z.B. der Gebrauch von Found Objects, experimentellen und Recycling-Materialien, das Spiel mit Zufälligkeiten und Unvollkommenheiten – durch das Schaffen dieser Künstlerinnen vorangetrieben wurde. Die bisherige Definition der Skulptur wird drastisch erweitert, wobei auch der Feminismus eine Rolle spielt.

Magdalena Abakanowicz: Wheel with Rope 1973, Wood, burlap, hemp, metal line 2 wheels, diameter each: 7 ft 8 1/8 in / 2.34 m 2 ropes, each approx: 190 ft / 58 m National Museum in Wrocław, Poland © Magdalena Abakanowicz Courtesy Marlborough Gallery, New York

Magdalena Abakanowicz: Wheel with Rope
1973, Wood, burlap, hemp, metal line
2 wheels, diameter each: 7 ft 8 1/8 in / 2.34 m
2 ropes, each approx: 190 ft / 58 m
National Museum in Wrocław, Poland
© Magdalena Abakanowicz
Courtesy Marlborough Gallery, New York

Die Künstlerinnen wandten sich in den späten 1940er und 50er Jahren von den bis dahin dominierenden maskulinen Ausdrucksweisen in der Kunst ab, bringen weibliche Empfindungen und Erfahrungen ein und schaffen dadurch die Grundlage für eine Revolution und den deutlichsten Durchbruch in den 1960er und 70er Jahren. Für die nachfolgenden Generationen gibt es keinen Weg zurück.

Isa Genzken: Vogelnest (Bird’s Nest) 1989, Tubular steel stand and 16 concrete sections 263 x 58 x 112 cm / 103 1/2 x 22 7/8 x 44 1/8 in © Isa Genzken Private Collection. Courtesy of Hauser & Wirth Photo: Alex Delfanne

Isa Genzken: Vogelnest (Bird’s Nest)
1989, Tubular steel stand and 16 concrete sections
263 x 58 x 112 cm / 103 1/2 x 22 7/8 x 44 1/8 in
© Isa Genzken
Private Collection. Courtesy of Hauser & Wirth
Photo: Alex Delfanne

Namen wie Louise Bourgeois und Eva Hesse wurden bekannt und anerkannt. Die Ausstellung stellt jedoch noch eine Reihe von weiteren Künstlerinnen vor, die ihren Beitrag leisteten. ‘Revolution in the Making’ ist chronologisch aufgebaut und spannt den Bogen von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis heute.

Phyllida Barlow: untitled: GIG 2014, Fabric, paper, cord, timber, paint, polyurethane foam, plaster, wool, steel, tape Approx. overall installed dimensions: 118 1/8 x 196 7/8 x 551 1/8 in / 300 x 500 x 1400 cm Installation view, ‘Phyllida Barlow. GIG’, Hauser & Wirth Somerset, 2014 © Phyllida Barlow Courtesy the artist and Hauser & Wirth Photo: Alex Delfanne

Phyllida Barlow: untitled: GIG
2014, Fabric, paper, cord, timber, paint, polyurethane foam, plaster, wool, steel, tape
Approx. overall installed dimensions: 118 1/8 x 196 7/8 x 551 1/8 in / 300 x 500 x 1400 cm
Installation view, ‘Phyllida Barlow. GIG’, Hauser & Wirth Somerset, 2014
© Phyllida Barlow
Courtesy the artist and Hauser & Wirth
Photo: Alex Delfanne

Katalog erhältlich

Info:

13. März – 4. September 2016

Revolution in the Making:
Abstract Sculpture by Women, 1947 – 2016

Hauser Wirth & Schimmel
901 East 3rd Street
Los Angeles, CA 90013
USA

www.hauserwirth.com

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10 Baltic Mini Textile

Bereits zum zehnten Mal seit 1993 wurde in Gdynia (Polen) ein Wettbewerb für Textile Kunst im Kleinformat veranstaltet, für den das Stadtmuseum die Federführung übernommen hat. Es ist eine von vier grossen Veranstaltungen in Europa, die sich diesem Thema widmen – ich berichtete erst kürzlich über die Ausstellung ‘Miniartextil’ des italienischen Veranstalters aus Como.

Blick in die Ausstellung '10 Baltic Mini Textile Gdynia' Foto: Bogey Kociumbas - vom Gdynia City Museum freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Blick in die Ausstellung ’10 Baltic Mini Textile Gdynia’
Foto: Bogna Kociumbas – vom Gdynia City Museum freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Aus 210 internationalen Einreichungen wählte eine Jury 50 Arbeiten aus, die derzeit im Stadtmuseum in Gdynia präsentiert werden. Während der Vernissage wurden verschiedene Preise vergeben. Der Grand Prix der Stadt ging an Henryka Zaremba nach Dänemark.

Blick in die Ausstellung '10 Baltic Mini Textile Gdynia' Foto: Bogey Kociumbas - vom Gdynia City Museum freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Blick in die Ausstellung ’10 Baltic Mini Textile Gdynia’
Foto: Bogna Kociumbas – vom Gdynia City Museum freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Die textilen Miniaturen erstaunen zunächst durch ihre Grösse, d.h. eigentlich durch ihr kleines Format und durch den Reichtum an Ideen, die umgesetzt wurden. Jedes Stück ist ein Unikat und obwohl bestimmte Themen von mehreren Künstlern aufgegriffen wurden, gleicht keines dem anderen.
Jedoch gibt es eine Unterscheidung: den traditionellen Typ – diese Werke wurden mit herkömmlichen textilen Techniken geschaffen – und den innovativen Ansatz, der Grenzen überschreitet und nach neuen Lösungen sucht. Während beim erstgenannten Typ die perfekte technische Ausführung und die geschickte Nutzung der Fasereigenschaften im Mittelpunkt stehen, eröffnet sich bei der anderen Kategorie ein künstlerisches Experimentierfeld: alte Techniken im rudimentären Gebrauch, neue, eigene, speziell für das Werk erdachte Vorgehensweisen und Materialien, die ungewöhnlich sind, zeigen das diesem Genre innewohnende Potential auf. Beide Arten faszinieren den Betrachter gleichermassen.

Blick in die Ausstellung '10 Baltic Mini Textile Gdynia' Foto: Bogey Kociumbas - vom Gdynia City Museum freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Blick in die Ausstellung ’10 Baltic Mini Textile Gdynia’
Foto: Bogna Kociumbas – vom Gdynia City Museum freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung wird im Herbst nochmals im Textilmuseum Lodz (Polen) in Begleitung der 15. Internationalen Tapisserie Triennale und in weiteren polnischen Orten gezeigt. Auch ein Ausstellungsort in Franken (Deutschland) ist wieder in Planung.

Weitere Einblicke in diese Ausstellung sind auf der Website des Museums zu finden.

Ein Katalog wurde erstellt.

Info:

11. März – 8. Mai 2016

10 Baltic Mini Textile Gdynia

Gdynia City Museum
ul. Zawiszy Czarnego 1
81-374 Gdynia
Polen

www.muzeumgdynia.pl

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Quilt Expo en Beaujolais Biennale

Vier Tage lang, vom 13. – 16. April 2016, zieht die in eine Biennale umgewandelte Quilt Expo en Beaujolais die Blicke der Quilt-Szene auf sich und Massen von Besuchern in das nördlich von Lyon gelegene bekannte Weinanbaugebiet nach Villefranche-sur-Saône.

beaujolais kl

Monique Bonnet ist es auch diesmal wieder gelungen, eine illustre Zusammenstellung zu finden. Gruppenausstellungen, über die ich im Laufe meiner Berichte immer mal wieder berichtet habe, wie z.B. die der Alküns (Deutschland), Golden Textures of Australia (Australien), Modern Movement (Ungarn), Art Igra (Russland), Crossroads (Belgien) oder die SAQA-Ausstellung ‘Two by Twenty’ klingen sehr vielversprechend und sind ebenso wie die Werke von Ina-Georgeta Statescu (Frankreich), Isabelle Wiessler und Uta Lenk (Deutschland) oder Elisabeth Nacenta de la Croix und Elizabeth Michellod-Dutheil (Schweiz), um nur einige von vielen zu nennen, unbedingt einen Besuch wert. Die komplette Teilnehmerliste findet man auf der Website des Veranstalters.

Info:

13. – 16. April 2016

Quilt Expo en Beaujolais Biennale

ParcExpo
221, avenue de l’Europe
69400 Villefranche sur Saône
Frankreich

www.quilt-expo-en-beaujolais

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Laura Stauffer: Textiles und mehr

Ab dem 4. April 2016 zeigt Laura Stauffer ihre Ausstellung ‘Textiles und mehr’ in der neuen Bibliothek in Spiez.

Bibliothek Spiez Foto: Laura Stauffer

Bibliothek Spiez
Foto: Laura Stauffer

Sie ist von textilem Material fasziniert und empfindet es als Abenteuer, wenn unter ihren Händen ein Bild oder eine Aussage entsteht oder wenn sie weggeworfenen Dingen eine neue Bedeutung zuweist.

Flyer

Flyer

Auch der Ausstellungsort ist etwas Besonderes für sie: ‘Ich bin so begeistert von dieser Anlage, dass ich mich inspirieren liess, einen Quilt zu machen: ‘Unsere Bibliothek’.

Laura Stauffer: Unsere Bibliothek, Detail Foto: Laura Stauffer

Laura Stauffer: Unsere Bibliothek, Detail
Foto: Laura Stauffer

Na, neugierig? Dann nichts wie hin!

Info:

4. April – 28. Mai 2016

Laura Stauffer: Textiles und mehr

Bibliothek Spiez
Sonnenfelsstrasse 1
3700 Spiez
Schweiz

www.bibliothek-spiez.ch

Vernissage:
Sa, 2. April 2016, 17 Uhr

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Magie der Zeichen

Die Ausstellung ‘Magie der Zeichen’ präsentiert vom 23. April – 17. Juli 2016 zum ersten Mal chinesische Schriftkunstwerke aus drei Jahrtausenden und untersucht die vielfältigen Bedeutungsebenen von Kalligraphie und Schrift. Sie spannt einen Bogen von den frühesten Zeugnissen des 12. Jh. v. Chr. bis zur zeitgenössischen Kunst.

Zhu Yunming (1460–1526), Gedicht in Konzeptschrift Fächerblatt, Tusche auf goldgesprenkeltem Papier, 16,5 x 50 cm, 15./16. Jahrhundert © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst

Zhu Yunming (1460–1526), Gedicht in Konzeptschrift
Fächerblatt, Tusche auf goldgesprenkeltem Papier, 16,5 x 50 cm, 15./16. Jahrhundert
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst

Über 100 Werke renommierter Leihgeber, etwa der Bibliothèque Nationale de France, des Museum Rietberg Zürich oder der M+ Sigg Collection in Hong Kong, werden in sechs Themengruppen vorgestellt. Die Objekte erzählen von Botschaften an den Himmel und von Machtdemonstrationen auf Erden, von religiöser Hingabe und individueller Ausdruckskraft. Mythische Kulturheroen und historische Persönlichkeiten, tugendhafte Beamte und aufmüpfige Exzentriker treten als Schreibkünstler auf. Von weinseligen Dichtertreffen und poetischen Naturerlebnissen wird die Rede sein, aber auch von der Rolle der Kalligraphie für die moralische Kultivierung und politische Propaganda in China.

Xue Song (geb. 1965), Shape (Red Mao) Öl auf Leinwand, 120 x 100m, 1996 © M+ Sigg Collection, Hong Kong

Xue Song (geb. 1965), Shape (Red Mao)
Öl auf Leinwand, 120 x 100m, 1996
© M+ Sigg Collection, Hong Kong

Die Ausstellung verdeutlicht den einzigartigen Stellenwert, den die chinesische Schriftkultur bis heute in China besitzt. Sie zeigt aber auch ihre aktuelle Rezeption in der westlichen Kultur und der internationalen Kunstszene.

Dong Qichang (geb. 1555), Landschaft im Stil von Don Yuan, datiert 1625 Hängerolle, Tusche auf Papier, 180 x 43,5 cm © Museum Rietberg Zürich, Foto: Rainer Wolfsberger

Dong Qichang (geb. 1555), Landschaft im Stil von Don Yuan, datiert 1625
Hängerolle, Tusche auf Papier, 180 x 43,5 cm
© Museum Rietberg Zürich, Foto: Rainer Wolfsberger

Die Schau wurde vom Museum Rietberg in Zürich konzipiert. Mit vereinzelten Abweichungen und in Ergänzung einiger bedeutender Werke aus dem Fundus des Museums für Ostasiatische Kunst ist die Ausstellung in Köln zu sehen.

Li Jin (geb. 1958) Lebensmittel und Gerichte, Nr. 2 Querrolle, Tusche und Farben auf Papier, 26 x 470 cm, 2008 © Li Jin, Collection Gérard et Dora Cognié, Genf, courtesy of the artists

Li Jin (geb. 1958) Lebensmittel und Gerichte, Nr. 2
Querrolle, Tusche und Farben auf Papier, 26 x 470 cm, 2008
© Li Jin, Collection Gérard et Dora Cognié, Genf, courtesy of the artists

Info:

23. April – 17. Juli 2016

Magie der Zeichen
3000 Jahre chinesische Schriftkunst

Museum für Ostasiatische Kunst
Universitätsstrasse 100
50674 Köln
Deutschland

www.museum-fuer-ostasiatische-kunst.de

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Blick in den Orient

Vom 28. April – 1.Mai 2016 veranstalten die Gröbenzeller Quiltgruppe und die Gemeinde Gröbenzell die Ausstellung ‘Blick in den Orient’ mit der 10. Gröbenzeller Quiltausstellung, Arbeiten aus der Türkei und dem Jugendzentrum Impuls, Gröbenzell. Ausserdem wird Pascale Goldenberg das Projekt der deutsch-afghanischen Initiative ‘Forest for Ever’ präsentieren.

Plakat Foto: Gabriele Bach, Gröbenzeller Quiltgruppe, Design: Alexander Bach

Plakat
Foto: Gabriele Bach, Gröbenzeller Quiltgruppe, Design: Alexander Bach

Monika Modersitzki, Gröbenzeller Quiltgruppe, schreibt dazu:

‘Mit ihren Themen und den Gästen verbindet die Ausstellung kulturhistorische Spurensuche, überragende Aktualität und lebendigen Erfahrungsraum. Der Blick in den Orient ist dem Islam zugewandt und die Annäherung erfolgt über die Kunstgeschichte.

Herzstück der Ausstellung sind die Tore der Gröbenzeller Quiltgruppe. Dieses komplexe Gesamtkunstwerk arbeitet mit einem charakteristischen Element der islamischen Kunst: dem geometrischen Dekor. Die komplexen geometrischen Muster wurden über die Jahrhunderte unter den islamischen Herrschaftsdynastien bei der Flächenverzierung angewandt. Als unverkennbare islamische Ornamentik sind die Muster weltweit in der islamischen Architektur zu finden. Das weist auf ihre einende Funktion innerhalb einer Vielfalt der vom Islam geprägten Gesellschaften hin.

Die türkischen Arbeiten von Elisabeth Strub-Madzar und ihrer Gruppe Hayat Aǧacı laden dazu ein, sich mit der anatolischen Mythologie und mit der Symbolwelt der islamischen Mystik zu beschäftigen.

Die Brücke zur Gegenwart schlägt Pascale Goldenberg mit der Wanderausstellung ‘Forest for Ever’. Die textilen Ausstellungsstücke konfrontieren den Betrachter mit der aktuellen Situation in Afghanistan – sie sind zugleich Hoffnungsträger.

Der Nahe Orient – historisch eine textile Gesellschaft, deren Herrscher nicht an Samt und Seide sparten, gegenwärtig eine Gesellschaft in Aufruhr: Die Ausstellung lässt ihre Besucher an diesen unterschiedlichen Facetten teilhaben.’

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Jürgen Wasim Frembgen, Leiter der Abteilung Islamischer Orient im Museum Fünf Kontinente, München

Info:

28. April – 1. Mai 2016

Blick in den Orient

Gröbenzeller Quiltgruppe und Gemeinde Gröbenzell
Blick in den Orient
mit Arbeiten aus der Türkei und dem Jugendzentrum Impuls, Gröbenzell

Freizeitzentrum
Wildmoosstrasse 36
82194 Gröbenzell
Deutschland

Forest for Ever
Projekt der deutsch-afghanischen Initiative
unter der Leitung von Pascale Goldenberg

Galerie im Bürgerhaus
Rathausstrasse 1
82194 Gröbenzell
Deutschland

www.groebenzeller-quiltgruppe.de

Öffnungszeiten:
täglich von 10 – 18 Uhr

Eröffnung:
Mi, 27. April 2016, 19 Uhr, Freizeitzentrum

Zum abwechskungsreichen Rahmenprogramm gibt es Infos auf der Website der Gruppe.

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Stitch Stories

Unter dem gleichen Titel wie ihr neuestes Buch, ‘Stitch Stories’, zeigt Cas Holmes, die in England zu den führenden Textilkünstlerinnen zählt, im Visions Art Museum in San Diego (Kalifornien) eine Ausstellung, die einge Arbeiten aus dem Buch, aber auch Neues umfasst. Der Schwerpunkt liegt auf der Verwendung von Found Objects und dem Einsatz der Nähmaschinennadel als Zeichenstift.

Cas Holmes: Spring Verge Foto: Cas Holmes

Cas Holmes: Spring Verge
Foto: Cas Holmes

Info:

16. April – 3. Juli 2016

Stitch Stories
Cas Holmes

Visions Art Museum
2825 Dewey Road, Suite 100
San Diego, CA 92106
California, USA

www.visionsartmuseum.org

Eröffnung:
Sa, 16. April 2016, 17 – 19 Uhr

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Art Quilts von Trudy Kleinstein & Edith Bieri

Trudy Kleinstein, deren ästhetische Arbeiten ich beim letzten Europäischen Patchwork Treffen in Ste Marie-aux-Mines (F) im September 2015 bewunderte und die ehemalige Präsidentin von patCHquilt, Edith Bieri, die derzeit sehr eindrucksvoll in der Color Improvisations 2-Ausstellung in Neumünster (D) vertreten ist, stellen zusammen in Zürich (CH) aus. Man darf also mit Recht gespannt sein!

Aus dem Ausstellungsflyer

Aus dem Ausstellungsflyer

Beide Künstlerinnen sind während der Ausstellungszeit anwesend und freuen sich auf zahlreichen Besuch und viele gute Gespräche.

Info:

2. – 10. April 2016:

Grosse Quiltausstellung
Trudy Kleinstein & Edith Bieri

Kapelle St. Theresia Kirche
Borrweg 80
Friesenkirche (Gemeindehaus)
Borrweg 79
8055 Zürich
Schweiz

www.kleinstein-quilts.com
www.quiltsundmehr.blogspot.de

Eintritt frei

Flyer

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6. Europäische Quilt-Triennale

Ab dem 13. April 2016 ist die Ausstellung der 6. Europäische Quilt-Triennale im Textilmuseum St. Gallen zu sehen. Man setzt damit in Kooperation mit dem Kurpfälzischen Museum/Textilsammlung Max Berk in Heidelberg die erfolgreiche Ausstellungsreihe über die aktuellen Entwicklungen einer traditionellen Technik fort und gibt dadurch zum sechsten Mal seit 2001 einen Überblick über die europäische Quilt-Szene.

Inge Hueber: Seelandschaft, 2015 Selbstgefärbte Baumwolle, Seminole Technik Foto: Textilsammlung Berg, Kurpfälzisches Museum, freundlicherweise vom Textilmuseum St. Gallen zur Verfügung gestellt

Inge Hueber: Seelandschaft, 2015
Selbstgefärbte Baumwolle, Seminole Technik
Foto: Textilsammlung Berg, Kurpfälzisches Museum, freundlicherweise vom Textilmuseum St. Gallen zur Verfügung gestellt

Aus mehr als 160 Einreichungen von Textilkünstlerinnen aus 18 Nationen wählte eine international besetzte Jury 45 Objekte für die Ausstellung aus. Über die Preisträger und die Eröffnung in der Textilsammlung Max Berk hatte ich schon berichtet. Jedoch zeigt sich immer wieder, dass die Location das Bild einer Ausstellung verändert und sich dadurch andere Dialoge zwischen den Exponaten, mithin neue spannende Einblicke für den Betrachter ergeben.

Urte Hanke: Struktur und Raum 4, 2014 Baumwolle bemalt mit Acrylfarbe, maschinegenäht, maschinengequiltet Foto: Textilsammlung Berg, Kurpfälzisches Museum, freundlicherweise vom Textilmuseum St. Gallen zur Verfügung gestellt

Urte Hanke: Struktur und Raum 4, 2014
Baumwolle bemalt mit Acrylfarbe, maschinegenäht, maschinengequiltet
Foto: Textilsammlung Berg, Kurpfälzisches Museum, freundlicherweise vom Textilmuseum St. Gallen zur Verfügung gestellt

Es wird ein interessantes Rahmenprogramm mit Führungen, Vorträgen und Workshops angeboten. So wird die bekannte Berner Quilterin Ursula König über Art Quilts sprechen. Der Asien-Spezialist Bruno Walter Brix setzt sich im Rahmen eines zweitägigen Workshops mit buddhistischen Textilien, Kesa, auseinander. ‘Stoff, aus dem Geschichten sind’ lautet der Titel eines Workshops für die ganze Familie.

Katalog erhältlich

Info:

13. April – 26. Juni 2016

6. Europäische Quilt-Triennale

Textilmuseum St.Gallen
Vadianstrasse 2
9000 St Gallen
Schweiz

www.textilmuseum.ch

Eröffnung:
Di, 12. April 2016, 18.30 Uhr

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Spurensuche

Ruth Borisch, freischaffende Künstlerin, ist seit 2012 in Karlstadt, in der Nähe von Würzburg gelegen, ansässig. Neben ihrem Arbeitsschwerpunkt ‘Kunst und Gestaltung am Bau’ entstehen in ihrem Atelier auch Arbeiten aus den Bereichen Grafik, Glas, Malerei und Textil.

Einladungskarte

Einladungskarte

Derzeit zeigt sie in der Sankt Marienkirche Beeskow, das südöstlich von Berlin am Rand des Spreewalds liegt, ihre Ausstellung ‘Spurensuche’. Gezeigt wird u.a. ihre neueste textile Arbeit ‘der rote Faden …’. Die Bodeninstallation ist ca. 20 cm breit und etwa 13 m lang.

Info:

24. März – 16. Juli 2016:

Spurensuche
Arbeiten von Roth Borisch

St. Marienkirche Beeskow
Kirchplatz / Brandstrasse 35
15848 Beeskow
Deutschland

www.beeskow.de

Öffnungszeiten:
werktags: 10 – 17 Uhr
sonn- und feiertags: 12 – 17 Uhr

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Ikebana und Textilkunst

Elizabeth Michellod-Dutheil sandte mir folgenden interessanten Hinweis auf eine Ausstellung, in der die japanische Blumensteckkunst Ikebana mit Textil kombiniert wird – etwas Nicht-Alltägliches:

ikebana klInfo:

8. – 17. April 2016

Ikebana et Art Textile

Swiss Dojo
L’ecole d’Ikebana ‘Lumiere d’eau’
Chemin de l’Ecluse 10
1913 Saillon
Schweiz

www.swissdojo.ch

www.patch.over-blog.com

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Gedankenstoffe

Unter dem Titel ‘Gedankenstoffe’ stellt Renate Wilde ab dem 9. April 2016 ihre textilen Arbeiten in ihrer Heimatstadt Erfurt vor.

Sie schreibt mir dazu:

‘Meine Arbeiten beginnen mit dem Färben, Bedrucken und Bemalen von Stoffen entsprechend meines gewählten Themas. Meist ergibt es sich aus Gedanken, die mich bewegen bzw. die mir in Büchern oder Biografien begegnet sind. Sehr oft ist das Gedicht des Monats des Krämerbrückenkünstlers Winfried Müller, eine Quelle meiner Inspiration.’

Einladungskarte

Einladungskarte

Es liegt also auf der Hand, dass Schriftelemente eines ihrer bevorzugten Gestaltungsmittel sind – eine Bereicherung ihrer Arbeiten mit den verschiedensten Obflächen-Designs, die sie in zwei Masterclass-Jahren bei der Leipziger Textilkünstlerin Britta Ankenbauer mit Leidenschaft und Freude erlernte. Ihre sehr persönlichen Arbeiten, die häufig einen längeren Entstehungsprozess durchlaufen, sind geprägt durch eigene Stimmungen und Befindlichkeiten, werden häufig mehrschichtig überarbeitet und sollen den Betrachter einladen, eigene Bezüge zu finden.

Info:

9. – 28. April 2016:

Gedankenstoffe
textile Arbeiten von Renate Wilde

Michaeliskirche Erfurt
Michaelisstrasse 11
99094 Erfurt
Deutschland

www.gedankenstoffe.de

Öffnungszeiten:
Mo – Sa: 11 – 16 Uhr

Vernissage:
Sa, 9. April 2016, 19 Uhr

Flyer

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ZweiKlang

Während Europa vom Ersten Weltkrieg beherrscht wird, lernen sich in Zürich Sophie Taeuber (1889–1943) und Hans Arp (1886–1966) kennen und entwickeln rasch eine tiefe Verbundenheit, die sich nicht zuletzt in gemeinsamen künstlerischen Grundsätzen offenbart. Mit dem Künstlerpaar präsentiert die Ausstellung ‘ZweiKlang – Sophie Taeuber und Hans Arp’ in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen zwei wichtige Protagonisten der Hauptströmungen in der Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Längst gelten ihre Werke als ‘Wegweiser der Moderne’: Während der Maler, Bildhauer und Dichter Hans Arp als Pionier der organischen Abstraktion gilt, basiert das vielfältige Werk der Malerin, Textilgestalterin und Innenarchitektin Sophie Taeuber-Arp auf den Ausdrucksmitteln der geometrischen Abstraktion. Diese offensichtlich gegensätzliche Bildsprache bereichert den individuellen Schaffensprozess und in den gemeinschaftlichen Arbeiten gelingt es ihnen, die unterschiedlichen Formen zu spannungsvollen Kompositionen zu vereinen. Dies zeigt sich nicht zuletzt in Projekten wie der Ausgestaltung des Vergnügungspalais ‘Aubette’ in Strassburg zu einem der grössten avantgardistischen Gesamtkunstwerke dieser Zeit.

zweiklang flyer kl

In der Schweiz gehören Sophie Taeuber-Arp und Hans Arp der Dada-Bewegung an, die zu ihrem 100. Jubiläum dieses Jahr gross gefeiert wird. Die bahnbrechende Bedeutung dieser Kunstform zeichnet sich vor allem durch die radikale Abkehr von allen künstlerischen und gesellschaftlichen Konventionen aus. Dada inspiriert entscheidend die nachfolgenden Künstlergenerationen, liefert der gattungsübergreifenden Fluxusbewegung in den 1950er Jahren sowie den Happenings und Performances deren ideelle Voraussetzungen und wirkt bis in die Gegenwartskunst hinein. Hans Arp gehört überdies zum Kreis der Surrealisten im Paris der 1920er Jahre.

Hans Arp, Verwandlung des Reliefs »Kopf mit grüner Nase von 1923« 1964, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, VG Bild-Kunst, Bonn 2016 Fotos: Wolfgang Morell, Mick Vincenz

Hans Arp, Verwandlung des Reliefs »Kopf mit grüner Nase von 1923«
1964, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Fotos: Wolfgang Morell, Mick Vincenz

In der Ausstellung wird in einzelnen Kapiteln den Gestaltungsprinzipien der beiden Künstler nachgegangen: gemeinsamen wie der abstrahierenden Figuration ebenso wie individuellen. So bedient sich Hans Arp beispielsweise gerne Zufallsmethoden und hat eine Vorliebe für fliessende Umrisse, während Sophie Taeuber-Arp sehr gezielt ihre klaren geometrischen Formen setzt. Beide wiederum streben nach der Darstellung einer potenziell endlosen Vielfalt, die durch das variable Anordnen formal gleicher Elemente erreicht wird. Ein Überblick über das jeweils in sich geschlossene und zugleich ungemein variantenreiche Gesamtwerk Sophie Taeuber-Arps und Hans Arps ergibt sich in der Ausstellung anhand von mehr als 120 Skulpturen, Gemälden, Collagen, Papier- und Textilarbeiten. In Kooperation mit dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck, dessen Leihgaben ergänzt werden durch Werke der Stiftung Arp e.V., Rolandswerth/Berlin.

Sophie Taeuber-Arp, Ovale Komposition mit abstrakten Motiven 1920er Jahre, Arp Museum Bahnnhof Rolandseck, VG Bild-Kunst, Bonn 2016 Fotos: Wolfgang Morell, Mick Vincenz

Sophie Taeuber-Arp, Ovale Komposition mit abstrakten Motiven
1920er Jahre, Arp Museum Bahnnhof Rolandseck, VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Fotos: Wolfgang Morell, Mick Vincenz

Info:

16. April – 3. Juli 2016

ZweiKlang
Sophie Taeuber und Hans Arp

Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen
Hauptstrasse 60 – 64
74321 Bietigheim-Bissingen
Deutschland

www.galerie.bietigheim-bissingen.de

Eintritt frei

Eröffnung:
Fr, 15. April 2016, 19 Uhr

Ausstellungsflyer

vgl. dazu auch meinen ausführlichen Beitrag über Sophie Taeuber-Arp

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LOOT: MAD ABOUT JEWELRY

Alice Clarke (UK) Foto: vom MAD zur Verfügung gestellt

Alice Clarke (UK)
Foto: vom MAD zur Verfügung gestellt

Einmal im Jahr veranstaltet des Museum of Arts and Design (MAD) in New York eine Ausstellung für Schmuckkunst und lädt dazu internationale Künstler ein. Dieser sehr beliebte Event hat die Besonderheit …

Andreina Brengola (Italien) Foto: vom MAD zur Verfügung gestellt

Andreina Brengola (Italien)
Foto: vom MAD zur Verfügung gestellt

… dass die Schmuckschaffenden während der Ausstellungszeit vom 11. – 16. April 2016 persönlich anwesend sind, so dass das Publikum die Möglichkeit hat, direkt das eine oder andere Stück zu erwerben. Begleitet wird das Ganze von einem Wohltätigkeits-Diner mit Preisverleihung.

Danielle Gori-Momtanelli (USA) Foto: Vom MAD zur Verfügung gestellt

Danielle Gori-Momtanelli (USA)
Foto: Vom MAD zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung bietet etablierten Schmuckdesignern ebenso eine Plattform wie Newcomern, um ihre neuesten Kreationen zu präsentieren. 44 Künstlerinnen und Künstler aus 17 Ländern wurden ausgewählt und erhielten eine Einladung zur Teilnahme am einzigen Event in den USA, der Schmuck auf der Schnittstelle zwischen Kunst, Design und Mode zeigt.

Ching-Chih Wu (Taiwan) Foto: vom MAD zur Verfügung gestellt

Ching-Chih Wu (Taiwan)
Foto: vom MAD zur Verfügung gestellt

Der Ausstellungstitel ‘MAD about Jewelry’ beinhaltet ein Wortspiel: ‘mad’ ist das englische Wort für ‘verrückt’, aber auch gleichzeitg die Abkürzung des Museum of Arts and Design – ‘verrückt nach Schmuck’ eben.

Tomoyo Hiraiwa (Japan) Foto: vom MAD zur Verfügung gestellt

Tomoyo Hiraiwa (Japan)
Foto: vom MAD zur Verfügung gestellt

Info:

11. – 16. April 2016

LOOT: MAD ABOUT JEWELRY

Museum of Arts and Design
2 Columbus Circle
New York, NY 10019
USA

www.madmuseum.org

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The Knitting & Stitching Show Edinburgh

Erstmals findet die Knitting & Stitching Show auch in Schottland statt, und zwar im Royal Highland Centre, Edinburgh. Wie immer mit einer Viezahl von Angeboten in den Bereichen Nähen, Stricken, Sticken usw.

Gruppe 'Edge': Arbeit von Eileen Campbell

Gruppe ‘Edge’: Arbeit von Eileen Campbell

Aus dem Ausstellungsbereich fand ich zweierlei besonders interessant: Zum einen die angekündigten Ausstellungshighlights aus ‘between myth and l(edge)nd’ und ‘cutting: edge’ der schottischen Gruppe ‘Edge‘, die 32 Mitglieder hat, deren auf der Website der Gruppe abgebildeten Arbeiten nicht nur einen Blick und Besuch wert sind, sowie zum anderen die Zusammenstellung der besten zwei- und dreidimensionalen Textilarbeiten aus den Niederlanden, die der Kunsthistoriker Henk Lijding speziell für die Knitting & Stitching Show in Edinburgh arrangiert hat.

Arbeit von Mirjam Pet-Jacobs (NL)

Arbeit von Mirjam Pet-Jacobs (NL)

Natürlich sind auch die anderen Programmpunkte auf der Website des Veranstalters sehenswert, wie z.B. Helen Pailing, die Glas und Textil kombiniert oder die traditionellen Quilts. Am besten mal selbst ansehen!

Info:

28. April – 1. Mai 2016

The Knitting & Stitching Show

Highland Hall
Royal Highland Centre
Ingliston
Edinburgh
EH28 8NB
United Kingdom

www.theknittingandstitchingshow.com

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Ausschreibungen:

The Festival of Quilts

Es sei an dieser Stelle wieder einmal an das Festival of Quilts erinnert. Der grösste und führende Quiltevent in Europa, der vom 11. – 14. August 2016 im NEC in Birmingham (England) stattfindet, bietet u.a. eine Vielzahl von Ausstellungen und ein reichhaltiges Kursprogramm. Kursplätze können ab dem 11. April 2016, 9 Uhr (für Mitglieder der britischen Gilde schon ab dem 4. April 2016) über die Website, Schaltfläche ‘Book Tickets’, gebucht werden.

Nähere Informationen zum Kursprogramm, Schaltfläche ‘Workshop & Talks’: Quick & Easy Workshops, Quilt Academy, Talks & Discussions

Bei den Wettbewerben in den verschiedenen Kategorien, an denen man unabhängig von einer Mitgliedschaft teilnehmen kann, gibt es attraktive Preise zu gewinnen. Alle dazu eingereichten Quilts werden von ausgebildeten Juroren bewertet, deren Statement man mit dem Quilt zurück erhält.

Alle Informationen zu Kategorien, Daten, Einschreibebedingungen usw. sind über die Website, Schaltfläche ‘Competitions’, zu finden.

www.thefestivalofquilts.co.uk

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Guldusi

Pascal Goldenberg hat zwei neue Wettbewerbe lanciert, bei denen Stickereien aus Afghanistan zur Geltungen kommen sollen:

Tischlein deck’ dich!

tischlein

Bei diesem internationalen Wettbewerb ‘Biekericher Millen’ 2016/2017 sind alle, die Freude am kreativen Nähen haben, zur Teilnahme eingeladen, einen Tischläufer zum Thema ‘Tischlein, deck dich!’ zu gestalten. Dafür müssen mindestens drei Handstickereien mit Obst- oder Gemüsemotiven aus Laghmani, Afghanistan, eingearbeitet werden. Die Ausstellungseröffnung findet im März 2017 in der Beckericher Mühle (Luxemburg) statt, eine Wanderausstellung schliesst sich an.

Nähere Informationen hier im Flyer

Message

messageBei ‘Message’ (Botschaft) geht es um gestickte Motive aus Buchstaben oder Lektüren/Schriften und um die Förderung des Bewusstseins für die Welt des Schreibens. In Zusammenarbeit mit L’aiguille en fête, Paris, werden alle, die in Europa zu Hause sind, dazu eingeladen, ein Werk zu gestalten, das zwei Kulturen miteinander verbindet.

Nähere Informationen und die Spielregeln sind hier zu finden

www.guldusi.com

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Internationaler Quiltwettbewerb für das Festival in Gramado (Brasilien)

Über Sabine Scheiner (BERNINA International) erreichte mich die folgende Ausschreibung, die das Internationale Quilt- und Patchwork Festival in Gramado (Brasilien), das vom 21. – 24. September 2016 stattfindet, betrifft.

Ausschreibung Quilt Festival Gramado

Ausschreibung Quilt Festival Gramado

Bei Interesse sind hier die näheren Informationen auf Englisch zu finden.

www.festivalquiltpatchwork.com.br

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Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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