Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps September 2019

25. Europäisches Patchwork Treffen

34 Ausstellungen, 1000 Exponate an 19 Ausstellungsorten! Das Europäische Patchwork Meeting (EPM) ruft alle von Quilts und Textilkunst Begeisterten ins Silbertal (Elsass), wo vom 12. – 15. September 2019 das Grossereignis zum 25. Mal stattfindet und zwar im Hauptort Ste Marie-aux-Mines und den Nachbargemeinden Ste Croix-aux-Mines, Lièpvre und Rombach-Le-Franc. Dort sind verschiedene Kirchen, Hallen, Säle u.a. als Ausstellungsorte im Einsatz und mit Hilfe eines kostenlosen Bus-Pendelverkehrs erreichbar. Ein Grossaufgebot an Händlerständen wird wieder im Espace Commercial in Ste Marie-aux-Mines zu finden sein, Kurse und Vorträge runden das Angebot ab.

Mich persönlich interessieren die Ausstellungen am meisten und ich habe einige davon ausgesucht, die ich hier näher vorstelle. Aber das heisst natürlich nicht, dass die anderen 27 keine Highlights wären! Es ist ja alles eine Geschmacksfrage. Am besten ist, man macht sich selbst ein Bild, am einfachsten auf der Website des Veranstalters, die in drei Sprachen (f/d/e) aufgerufen werden kann und alle Informationen rund um den Event beinhaltet.

Key Visual

Im Rahmen des afghanischen Stickprojektes arbeiten diesmal Pascale Goldenberg und Elsbeth Nusser-Lampe zusammen und präsentieren eine Ausstellung ‘Dialog der Blüten’ in Ste Croix-aux-Mines in der Eglise Saint Nicolas.

Bekanntlich organisiert die Deutsch-Afghanische Initiative e.V. (DAI) Projekte des Wiederaufbaus und der Selbsthilfe in Afghanistan und hat das Handsticken, durch die vielen Kriege im Land in den Hintergrund geraten, im Rahmen des Stickprogrammes Guldusi unter der Leitung von Pascale Goldenberg wiederbelebt. Inzwischen stellen 200 Frauen einzigartige, fesselnde Handstickereien her, die von der DAI in Europa verkauft werden. Mit ihren Einkommen verbessern die Stickerinnen die finanzielle Lage ihrer Familien.

In Europa werden die afghanischen Stickereien gern als Ausgangspunkt für eine weitere kreative Verwendung genommen und beispielsweise in Themenwettbewerbe integriert. Die international bekannte Künstlerin Elsbeth Nusser-Lampe (Deutschland) erklärte sich zur Mitarbeit an diesem Projekt bereit: Die Ausstellung ‘Dialog der Blumen’ zeigt Quilts von Elsbeth im Zusammenhang mit von diesen Quilts inspirierten Handstickereien aus Afghanistan.

Elsbeth Nusser-Lampe: Ranunculus and Myosotis
Foto freundlicherweise von der Künsterlin zur Verfügung gestellt

Elsbeth Nusser-Lampes künstlerische Arbeiten zeigen keine Blumen mit naturgetreuen Darstellungen, sondern sie interpretiert die Formenvielfalt, Schönheit und Wandelbarkeit der Blütenformen. Bei diesem Gemeinschaftsprojekt ging es darum, die Kapazität der Improvisation der afghanischen Stickerinnen sichtbar zu machen.

Stickerin Shila: Inspiration Quilt Ranunculus and Myosotis
Foto freundlicherweise von Elsbeth Nusser-Lampe zur Verfügung gestellt

Elsbeth stellte Fotos einiger ihrer Arbeiten zur Verfügung, Gesamt- sowie Detailansichten, die dann an einige Stickerinnen verteilt wurden, ausgewählt von Pascale Goldenberg. Die Aufgabe der Stickerinnen war, mit ihren Handstickereien die Illustrationen auf den Fotos zu interpretieren. Es sind keine Duplikate entstanden, sondern Handstickereien mit der eigenen Handschrift der Stickerinnen, die kreativ improvisierten und interpretierten.

Stickerin Hamida: Inspiration Quilt Ranunculus and Myosotis
Foto freundlicherweise von Elsbeth Nusser-Lampe zur Verfügung gestellt

Die Vereinigung Schweizer Quilter, patCHquilt, feiert 2019 ihr 30-jähriges Jubiläum und hat aus diesem Anlass einen Wettbewerb mit Ausstellung organisiert: Wettbewerb 30 Jahre patCHquilt. Jedes Mitglied erhielt ein identisches Stück Stoff, das in dem 30 x 120 cm grossen einzureichenden Quilt verwendet werden musste. Ebenfalls Pflicht war eine rote Einfassung für alle eingereichten Quilts.

patCHquilt – Ausstellung ‘Wettbewerb 30 Jahre patCHquilt’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Das Resultat ist eine Vielfalt kreativer Ideen, zur Freude der Besucher*innen, die die Ausstellung im Espace Exposition in Lièpvre ansehen. patCHquilt-Mitglieder, die die Ausstellung besuchen, können über ihre drei Lieblingsquilts abstimmen; die glücklichen Gewinner erhalten dann einen Preis am Ende des EPM.

patCHquilt – Ausstellung ‘Wettbewerb 30 Jahre patCHquilt’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Mit ‘DAMSS’ unterschreiben Daniela Arnoldi und Marco Sarzi-Satori (Italien) die exklusiven Textilkunstwerke, die sie mit unverwechselbarem Stil gemeinsam herstellen. Daniela und Marco verwenden Stoffe, Garne und Fasern und schaffen daraus Skulpturen, Bilder und Installationen. Sie legen dabei sehr viel Wert auf Wiederverwendung, z.B. von industriellen Textilabfällen, auf ausdrucksstarke Techniken des textilen Arbeitens sowie grösstmögliche Kreativität und absolute Freiheit in ihren Interpretationen. Design ist ihre Stärke und sie profitieren von früheren professionellen Erfahrungen. Dies erlaubt es ihnen, in grossem Massstab zu arbeiten.

Daniela Arnoldi und Marco Sarzi-Satori
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

In Ihrer Ausstellung ‘Villes futures 3000’ (Städte der Zukunft 3000) stehen die drei Städte Mailand, Rom und Venedig im Mittelpunkt, in monumentaler Grösse, versteht sich.

‘Es fiel uns leicht, die Veränderungen der modernen Welt zu interpretieren, wir haben uns dabei auch von Science Fiction inspirieren lassen’, lautet ihr Statement. Für jede Stadt hätten sie sich ein mögliches Szenario in einem Jahrtausend vorgestellt, mit zehn Jahrhunderten technischen Fortschritts, aber auch Naturkatastrophen, was den drei Kunstwerken ihren Charakter gäbe. Zu sehen im Espace des Tisserands in Ste Marie-aux-Mines.

DAMMS: Venezia
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Nach einem Kunst- und Architekturstudium war eine Zufallsbegegnung mit einer Kiste Stoffreste der Auslöser für Luke Haynes‘ Erforschung der Welt des Quiltens. Der erste Quilt des US-Amerikaners war der Beginn von langjährigen Experimenten, um eine Methode zum schnellen Schneiden und Maschinennähen unter Verwendung einer Vielfalt von Material und Farben zu entwickeln.

Luke Haynes
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Heute experimentiert er weiter mit dem Quilten, während er die Welt auf der Suche nach Kunst und Architektur bereist. Luke Haynes Spezialität liegt darin, die traditionellen Quiltformen durch die Verwendung zeitgenössischer Konzepte zu durchbrechen. Seine Quilts befinden sich heute in privaten Sammlungen sowie in den renommiertesten Textilmuseen der USA.

Luke Haynes – Ausstellung ‘Sewlebrity’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

In seiner Ausstellung ‘Sewlebrity’, ebenfalls im Espace des Tisserands in Ste Marie-aux-Mines, zeigt er Portraits von Prominenten mit einem gewissen Pfiff. Luke Haynes zieht die Formen so in die Länge, dass sie nur von einem bestimmten Blickwinkel aus richtig erscheinen. So möchte er zeigen, dass Quilts wie Skulpturen entworfen werden, nicht nur wie eine Stoffmalerei. Der Betrachter muss um den Quilt herumlaufen, um das korrekte Bild zu sehen.

Luke Haynes – Ausstellung ‘Sewlebrity’
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Galla, in Russland geboren und seit 2005 in Frankreich lebend, widmet sich mit Vorliebe den Themen ‘Mythologie’ und ‘Frauen’. Denn: ‘Frauen machen die Welt besser, harmonischer und schöner.’ Mutter Erde ist die weibliche Hauptgöttin in zahlreichen Mythologien. Sie verkörpert die weibliche Kreativität, die Göttin der prophetischen Träume, die dem Betrachter ihre Botschaft mit Hilfe von Symbolen aus Farben und Formen übermittelt.

Galla: Femme couleur automne
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die ausgebildete Innenarchitektin, die zahlreiche nationale und internationale Wettbewerbe gewonnen hat, zeigt beim EPM ihre Ausstellung mit dem Titel ‘Encyclopédie des femmes inexistantes’: Frauen in allen ihren Erscheinungsformen – eine Muse, eine Göttin, eine Mutter, eine Fantasiegestalt – mit ihren Charakteren, ihren Stimmungen und ihren verschiedenen Gefühlen. Zu sehen ist diese Ausstellung in Ste Marie-aux-Mines, Mine d’Artgens.

Galla: Equilibre (territoire des femmes)
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

‘Quilt National’ wird von The Dairy Barn Arts Center in Athens, Ohio, präsentiert. Die Ausstellung ‘Quilt National’17’, zu sehen in Ste Marie-aux-Mines in Le Lac, zeigt die besten zeitgenössischen Quilts von 85 Künstlern aus 28 Staaten der USA und 9 anderen Ländern, die am Wettbewerb 2017 teilnahmen. Die Jury-Mitglieder waren Nancy Crow, Petra Fallaux und Art Martin.

‘Quilt National’ wurde ins Leben gerufen, um die Veränderungen zu zeigen, die in der Quiltwelt stattfinden. Ihr Zweck war und ist es heute noch, die Definition von ‘Quilten’ weit über die traditionellen Begriffe hinaus zu erweitern und Quilten als das zu fördern, was es schon immer war -– eine Kunstform.

QUILT NATIONAL ’17 – Ursula König: Timbres de Mahler, 2016
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Viele der zeitgenössischen Arbeiten in einer Quilt National-Ausstellung halten an den traditionellen Methoden von Piecing und Patchwork fest. Ein Quilt National-Künstler ist jedoch auch fasziniert von der Herausforderung, die Grenzen des traditionellen Quiltens durch die Verwendung der neuesten Materialien und Techniken zu erweitern. Diese innovativen Arbeiten wecken starke emotionale Reaktionen bei den Betrachtern und erfüllen gleichzeitig das Bedürfnis des Künstlers, eine völlig eigene, individuelle Aussage zu machen.

QUILT NATIONAL ’17 – Margaret Black: Line Study 17, Best of Show
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die Schweizerin Doris Leuenberger, die Französin Sophie Maechler und die Deutsche Monika Schiwy-Jessen treffen sich seit ca. zwei Jahren in unregelmässigen Abständen, um gemeinsam zu arbeiten und sich auszutauschen, gegenseitig zu beraten und voneinander zu lernen. Sie haben sich nun zu der Artgroup „’Grenzenlos’ zusammengeschlossen und stellen unter diesem Namen zum ersten Mal gemeinsam aus, beim EPM im Maison des Oeuvres, Ste Croix-aux-Mines.

Grezenlos – Doris Leuenberger: Natur Miniatur, 19x31cm
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

‘Tribute to nature’ ist eine Hommage an die Natur. Ausgangspunkt für die Werke sind u.a. Stoffe und Papiere, die mit Ecoprintverfahren hergestellt wurden. Dann wurden diverse Collageverfahren angewendet. Die Ergebnisse dieser von der Natur inspirierten Arbeiten sind sehr poetisch.

Grenzenlos – Sophie Maechler: le monde à l´envers, 24x30cm
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Die Künstlerinnen möchten die Betrachter einerseits auf die Schönheit der Natur hinweisen, aber anderseits auch zum Nachdenken anregen, wie kostbar die Wunder der Natur sind.

Grenzenlos – Monika Schiwy-Jessen: Blatt für Blatt-2, 30x20cm
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

So, nun hoffe ich, Sie auf den Geschmack gebracht zu haben! Ein Besuch im Val d’Argent lohnt sich besonders, wenn das Europäische Patchwork Meeting dort stattfindet – das kann ich nach einer Reihe von vielen Jahren, in denen ich, sei es als Besucherin, sei es als Ausstellerin, vor Ort war, nur empfehlen.

Info:

12. – 15. September 2019

25. Europäisches Patchwork Treffen

Ste Marie-aux-Mines
Frankreich

www.patchwork-europe.eu

Öffnungszeiten:
Do – So: 9.30 – 18 Uhr

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Indiennes
Stoff für tausend Geschichten

Im 17. Jahrhundert werden Indiennes – bedruckte und bemalte Baumwollstoffe aus Indien – ein beliebtes Handelsgut in Europa. Die neue Wechselausstellung im Landesmuseum Zürich zeigt zahlreiche dieser prachtvollen Stoffe, erzählt die Geschichte rund um die Textilproduktion, thematisiert das koloniale Erbe und wandelt auf den Handelswegen zwischen Indien, Europa und der Schweiz.

Plakat

Die Baumwolle gehört bis weit in das letzte Jahrhundert zu den wichtigsten Handelsgütern der Welt. Aus der Pflanze, die nur in den tropischen und subtropischen Regionen wächst, entstehen Stoffe, die – neben der Rohbaumwolle – zu einem der wichtigsten Handelsprodukte wurden.

Baumwollpflanze
In Indien ist Baumwolle bereits für die Zeit um 2600–1900 v. Chr. nachgewiesen. Sie wächst nur in tropischen und subtropischen Gebieten – insbesondere in Südostasien sowie dem Nahen Osten.
Foto: Omar Lemke, 2018, IIa 6466, Museum der Kulturen Basel, all rightsreserved, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Indien spielt eine zentrale Rolle: Dort wurden seit vorchristlicher Zeit Färbe- und Drucktechniken entwickelt, die für lange Zeit unerreichbar bleiben und Vorbild für Stoffdrucke in Asien und Europa werden sollten.

Wandbehang (Palampore) mit Lebensbaum von der Koromandelküste, Indien, um 1740
Das Lebensbaum-Motiv gehört im 17. und 18. Jahrhundert zu den weit verbreiteten Darstellungen auf Indiennes für den Export nach Europa.
Foto: Rainer Wolfsberger, Courtesy Museum Rietberg, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Indische Stoffe mit ungewöhnlichen Motiven, später als Indiennes bezeichnet, erreichen ab dem 16. Jahrhundert Europa. Clevere Geschäftsleute imitieren diese im 17. Jahrhundert und lösen im 18. Jahrhundert einen wahren Sturm der Begeisterung aus.

Wandbehang (Palampore) von der Koromandelküste, Indien, um 1700-1750
Inspiriert von Wandbehängen an den Höfen indischer Herrscher geben Portugiesen und Holländer Stoffe in Auftrag, auf denen sie sich porträtieren lassen.
Foto: Schweizerisches Nationalmuseum, ehem. Sammlung Petitcol, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Stoffe werden für Kleider, Vorhänge und Tapeten oder Überzüge für Sessel und Sofas in den Wohnräumen der gehobenen Gesellschaft verwendet.

Stoff ‘Die vier Weltgegenden’ aus der Manufaktur Oberkampf in Jouy, um 1785
Christophe-Philipp Oberkampf führt in Jouy die berühmteste Indiennes-Manufaktur. Das Kader bilden Schweizer Angestellte.
Foto: Schweizerisches Nationalmuseum, ehem. Sammlung Petitcol, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Der Erfolg ist so gross, dass Frankreich seine Grenzen schliesst, um die heimische Seidenproduktion zu schützen. So eröffnen sich für die Schweiz neue Möglichkeiten und bald sind Schweizer Firmen gross im Geschäft mit den Baumwollstoffen.

Indiennes-Stoff mit Lebensbaummotiv, wohl Neuenburg, um 1800
Der französische König verbietet die Indiennes-Industrie in Frankreich ab 1686, um die eigene Seidenindustrie zu schützen. Davon profitiert die Schweiz, wo Hugenotten bedeutende Indiennes-Manufakturen eröffnen.
Foto: Schweizerisches Nationalmuseum, ehem. Sammlung Petitcol, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Den Europäern gelingt mit der industriellen Revolution im frühen 19. Jahrhundert die weit kostengünstigere Herstellung von Baumwollstoffen. Die Handelsströme kehren sich in der Folge um; Bombay aber wird zum Zentrum des Baumwollhandels und es etabliert sich eine eigenständige Textilindustrie mit einem rasanten Aufschwung. Die Schweizer Handelsgesellschaft Gebrüder Volkart, die Ende des 19. Jahrhunderts eine der grössten Baumwollexporteure der Welt werden würde, gründet 1851 die erste Niederlassung in Bombay.

Volkart Etikette, ca. 1920
Die Handelsfirma Gebr. Volkart, gegründet 1851, steigt Ende des 19. Jh. zu einem der grössten Handelshäuser der Welt auf. In dieser Zeit handelt Volkart fast ausschliesslich mit Baumwolle.
Foto: Stadtarchiv Winterthur Sign.-Nr. Dep 42/1971, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Doch aus der Schweiz waren zu dieser Zeit nicht nur Geschäftsleute auf dem Subkontinent anzutreffen. Die protestantische Missionsgesellschaft Basler Mission, gegründet 1815, schickt ihre Missionare, um die Inder, zumeist Hindus, zu bekehren. Gleichzeitig mussten die Sozialwerke, Spitäler, Schulen, die die Missionare errichten, finanziert sein.

Weberei in Calicut, Ende 19. Jh.
Die Basler Mission gründet in Indien nicht nur Schulen und Spitäler, sondern auch Webereien und Ziegeleien, wo die bekehrten Inderinnen und Inder beschäftigt werden.
Foto: Archiv der Basler Mission, Basel (QU-30.016.0045), freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mit Ziegeleien, Druckereien und Webereien wird Geld verdient, aber gleichzeitig die Debatte ausgelöst, ob es statthaft sei, mit der Mission Gewinne zu erwirtschaften.

Haushalt mit indischen Angestellten, ca. 1871
Die Frauen von europäischen Beamten, Missionaren und Händlern in Britisch-Indien pflegen den kolonialen Lebensstil. Dazu gehört es, den Haushalt mithilfe vieler indischer Angestellter zu führen
Foto: Sign.-Nr. Dep 42/1809, Stadtarchiv Winterthur, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im 20. Jahrhundert erfährt die Baumwolle in Indien nochmals eine neue Bedeutung. Ab 1930 wird handgesponnene und –gewebte Baumwolle, sogenannter Khadi, zum Symbol der Befreiungsbewegung Indiens und zum Markenzeichen Mahatma Gandhis. Vor Ort war der Schweizer Pressefotograf Walter Bosshard, der das Geschehen mit seiner Kamera festhält. Seine Fotoreportage von 1930 zeigt Gandhi von Hand spinnend, quasi eine Homestory. Die Fotos gehen um die Welt.

Baumwollberg in Khamgaon, Zentralindien, ca. 1948
Baumwolle wird in Zentralindien gelagert, an die Küste transportiert, verschifft und in Europa verarbeitet. Die Firma Volkart handelt mit indischer Baumwolle, ab den 1930er Jahren aber mit grossen Verlusten infolge der Weltwirtschaftskrise und der indischen Unabhängigkeitsbewegung.
Foto: Ernst Würgler, ehem. Betriebstechniker bei Volkart. zVg. von Madeleine Gerber-Würgler, Winterthur, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung im Landesmuseum Zürich präsentiert ausgewählte indische und europäische Stoffe, darunter hochkarätige Leihgaben aus dem In- und Ausland. Sie zeigt auch, wie die Schweizer Unternehmen eingebettet sind in das Geschäft mit dem weissen Gold: Es ist eine Verflechtungsgeschichte, ein Beispiel dafür, dass Schweizer Geschichte stets auch Globalgeschichte ist.

Stoff aus der Manufaktur Soehnéel’Aîné & Cie in Munster, um 1799
Der elsässische Zeugdruck beginnt 1746 in Mülhausen. Mit Schweizer Zeugdruckfabriken bestehen enge Verbindungen.
Foto: Schweizerisches Nationalmuseum, ehem. Sammlung Petitcol, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung wird von einem vielfältigen Rahmenprogramm und einer Publikation begleitet.

Info:

30. August 2018 – 19. Januar 2020

Indiennes
Stoff für tausend Geschichten

Schweizerisches Nationalmuseum
Landesmuseum Zürich
Museumstrasse 2
8001 Zürich
Schweiz

www.nationalmuseum.ch

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11th International Quilt Festival Riga 2019

Noch bis zum 21. September 2019 findet in der Hauptstadt Lettlands das 11th International Quilt Festival Riga 2019 statt. Der Ausstellungsort hat gewechselt, ist jetzt der Cultural Palace ‘VEF’, der den Vorteil hat, näher am Stadtzentrum zu liegen.

Key Visual

Wie immer wird das Festival von der lettischen Gilde Latvia Quilting organisiert. Es gibt verschiedene Ausstellungen, eingeladene Gäste, Modenschau, Workshops und für die beste Arbeit im Quilt-Wettbewerb auch einen Preis, den Aina Muze Award.

Auch einer meiner Quilts ist diesmal bei der Ausstellung ‘Future is Today’ dabei.

Gudrun Heinz: Light Pollution, 2014
Foto: Dr. Wolfgang Heinz

‘Light Pollution’ (Lichtverschmutzung) beschäftigt sich mit dem Phänomen, dass einige Bereiche auf der Erde mit grossem Anteil an nach oben abgestrahltem oder reflektiertem Licht der Líchtverschmutzung ausgesetzt sind. Die Zerstörung der Nacht hat einen negativen Einfluss auf Menschen, Tiere und Pflanzen. Gleichzeitig präsentiert der Blick aus dem Weltraum eine Landkarte der Armut.

Info:

17. August – 21. September 2019:

11th International Quilt Festival Riga 2019

Cultural Palace “VEF”
Ropazu Street 2
Riga, LV-1039
Lettland

www.latviaquilting.lv
www.vefkp.lv

Öffnungszeiten:
täglich: 9 – 20 Uhr
am 21. September 2019: 9 – 12 Uhr

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Die Werkstätten der Haute Couture

Die Ausstellung ‘Die Werkstätten der Haute Couture’, die am 5. September 2019 in der Galerie Handwerk in München eröffnet, stellt jene kunsthandwerklichen Bereiche vor, die massgeblich zum Zauber, zum Renommee und zur Faszination der Arbeiten der Haute Couture beitragen.

Die Haute Couture entsteht in Zusammenarbeit von hochqualifizierten Spezialisten, darunter die Gestalter*innen von Spitzen, Stickereien, Kunstblumen, Federarbeiten, Stoffen etc. Diese Betriebe kennzeichnen sich durch hohe Handwerkskunst, Exzellenz in der Verarbeitung und Ausführung, Sensibilität im Umgang mit Materialien ebenso wie durch die Erfindungsgabe, immer neue Elemente für die Entwürfe der Couturiers zu entwickeln. Ihre Arbeiten sind von hohem ästhetischen Reiz und tragen massgeblich zur Wirkung eines Kleidungsstücks bei.

Key Visual / Flyer
Atelier Marion Chopineau, Foto: Thomas Behuret

Ziel dieser Ausstellung ist es, den Anteil der unterschiedlichen Kunsthandwerke an der Haute Couture vorzustellen und das Können, den Einfallsreichtum und die technischen Fertigkeiten zu würdigen. Man möchte die verschiedenen Techniken zeigen, die dazu beitragen, dass ein Couture-Ensemble entsteht. Die Ausstellung in der Galerie Handwerk präsentiert den Anteil der unterschiedlichen Bereiche wie Kunstblumen, Federn, Plissee, Knöpfe, Borten, Stickerei, Spitze, Lederbearbeitung, Stoffdesign und -verfeinerung sowie Weben, Stricken, Flechten. Daneben werden Arbeiten aus den Ateliers der Couture, der Hutmacher und Schuhdesigner vorgestellt.

Die Ateliers stehen in einer langen handwerklichen Traditionslinie; Verfahren und fundiertes Wissen werden von Generation zu Generation weitergegeben und in der Gegenwart weitergeführt. Es ist auch das Anliegen der Ausstellung, die Fortführung dieser Traditionen zu unterstützen, das Beschreiten neuer Wege sowie Innovationen zu dokumentieren.

Jakob Schlaepfer (CH): Pailletten
Foto freundlicherweise von der Galerie zur Verfügung gestellt

Bereits Christian Dior sagte 1954, dass er es als Couturier in Paris als eine seiner massgeblichen Aufgaben erachte, Ensembles mit Blick auf die kunsthandwerklichen Ateliers in Paris zu kreieren, um deren Können und Traditionen lebendig zu erhalten, ihr Weiterbestehen zu garantieren, sowie junge Leute zu motivieren, sich in diesen Bereichen ausbilden zu lassen.

Die Ausstellung wirft einen Blick in Werkstätten, die für die Haute Couture tätig sind, also für Pariser Unternehmen, die in exklusiver Massanfertigung arbeiten und Mitglied der ‘Chambre Syndicale de la Haute Couture’ sind. Der Begriff der ‘Haute Couture’ wird in der Ausstellung weiter gefasst und betrifft die individuelle, handgenähte Fertigung von Mode und Accessoires insgesamt. Neben Couture-Ateliers aus München werden weitere Ateliers aus Deutschland, England, der Schweiz, den Niederlanden und Italien präsentiert. Weitere Fotos und Details sind auf der Website der Galerie Handwerk zu finden.

Info:

6. September – 5. Oktober 2019

Die Werkstätten der Haute Couture

Galerie Handwerk
Max-Joseph-Strasse 4
80333 München
Deutschland

www.hwk-muenchen.de

Flyer

Eröffnung:
Do, 5. September 2019, 18.30 Uhr

Vortragsnachmittag:
Fr, 6. September 2019, ab 15 Uhr
zu den Themen Stoffgestaltung, Geschichte der Haute Couture und Stickerei. Anmeldung erforderlich.

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MASKE

Bei Masken denken wir an Fasnacht und Karneval, an afrikanische Stammesriten oder Totenmasken, an Theater, Film und Mode, aber auch an Rollenspiel, Identitätswechsel, Verhüllung und Schutz. Das Assoziationsfeld rund um den Begriff der Maske ist gross. Masken sind einer jener menschlichen Kultgegenstände mit der längsten, beziehungsreichsten und zugleich kontroversesten Geschichte.

Auch in der bildenden Kunst hat die Maske eine lange Tradition, etwa in der Klassischen Moderne und ihrer Vorliebe für afrikanische und ozeanische Masken. Wie aber wird das Thema in der zeitgenössischen Kunst behandelt?

Aneta Grzeszykowska: Selfie #19, 2014
Pigmentdruck auf Baumwollpapier, 27 x 36 cm
Sammlung Fotomuseum Winterthur
© Aneta Grzeszykowska
Foto: Courtesy of Raster Gallery, Warsaw, freundlicherweise vom Aargauer Kunsthaus zur Verfügung gestellt

Am 31. August 2019 eröffnet eine internationale Gruppenausstellung im Aargauer Kunsthaus, die dieser Frage nachspürt. Die Maske interessiert die zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler nicht nur als Objekt, sondern samt allen ihren inhaltlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Bedeutungen.

Laura Lima: Nomads, 2008
Acryl auf Leinwand, 77 x 34 x 3 cm
Courtesy the artist and Galeria Luisa Strina, São Paulo
© Laura Lima
Foto: Edouard Fraipont, freundlicherweise vom Aargauer Kunsthaus zur Verfügung gestellt
Der Zugang zum Thema ist breit. Kunstschaffende interpretieren etwa das Wesen der Maske neu. Laura Lima (*1971 Governador Valadares, BR) ist mit Masken vertreten, deren Schauseiten wie bei Nomads (2007/2008) anstelle von menschlichen Zügen gemalte Landschaften zeigen. Diese hängen in der Ausstellung an der Wand, könnten aber auch getragen werden. Setzt eine Person sie auf, stellt sich ein surreal anmutender Effekt ein, dem etwas Befreiendes innewohnt. Denn wir sehen nicht auf ein Gesicht, sondern in einen (Bild-)Raum, womöglich die Vision eines geistigen Raums.

Formen der Maskerade begegnen uns als Mittel, um gesellschaftlich normierte Geschlechter- und Rollenzuordnungen zu durchbrechen. Sie begegnen uns aber auch in den sozialen Medien, wo mit wenigen Mausklicks das ursprüngliche Bild in Sekundenschnelle verwandelt wird. Masken setzen wir auf, um in eine Rolle zu schlüpfen. Sie bieten die Möglichkeit zum Tausch des Selbst.

Sabian Baumann: Ohne Titel, 2008
Ungebrannter Ton, Lack, ca. 24 x 15 x 12 cm
Im Besitz der Künstlerin, Courtesy Galerie Mark Müller, Zürich
© Sabian Baumann
Foto: Anja Busse, freundlicherweise vom Aargauer Kunsthaus zur Verfügung gestellt
Die Masken, die bildende Künstler/innen schaffen, sind aber häufig gerade nicht zum Aufsetzen gedacht. Darauf weist schon die Wahl des Materials hin, wie etwa ungebrannter Ton bei Sabian Baumann (*1962 Zug, CH).

In den Medien tragen Masken bisweilen traurigen Symbolcharakter für die turbulente Weltlage. Wir sehen vermummte Demonstranten oder verhüllte Terroristen und Soldaten in Schutzmasken.

John Stezaker: Mask (Film Portrait Collage) CLXXIII, 2014
Collage, 20 x 17.6 cm
Courtesy the artist and The Approach, London
© the artist, courtesy the artist and The Approach, London
Foto: FXP Photography, London, 2014, freundlicherweise vom Aargauer Kunsthaus zur Verfügung gestellt
John Stezaker (*1949 Worcester, UK) interessiert sich in seinen Collagen für die Mechanismen von Verschleiern und Verbergen. Werke wie Mask (Film Portrait Collage) CLXXIII (2014) stehen beispielhaft dafür: Er appliziert auf die makellosen Gesichter von Filmschauspieler*innen alte Postkarten von
Landschaften als Augenmasken. Die Schauspieler*innen zeigen auf den professionellen Starfotos eine perfekte Fassade, eine unpersönliche Maske, die ironischerweise gerade durch die Maskierung in der Arbeit von Stezaker den Blick auf potenzielle psychische Abgründe freizugeben scheint.

Im Spannungsfeld von Zeigen und Verhüllen und in einer Gesellschaft, in der gekonnte Selbstdarstellung als Gradmesser des persönlichen Erfolgs gehandelt wird, hat die Maske wieder höchste Brisanz. 36 Künstler*innen aus zwölf Ländern nehmen sich dem Thema in der Ausstellung ‘MASKE’ an und unterziehen sowohl den Begriff als auch das Objekt einer Diagnose und Neubewertung im Lichte unserer Zeit.

Christoph Hefti: World Mask, 2014
Gefärbte Wolle, Naturwolle und Seide (Flor unterschiedlich hoch), 100 Knoten, 305 x 220 cm
Courtesy MANIERA and the artist
© Christoph Hefti
Foto freundlicherweise vom Aargauer Kunsthaus zur Verfügung gestellt
Die Künstler*innen nehmen auch Bezug auf die Kulturgeschichte der Maske. Christoph Hefti (*1967 Lausanne, CH) vollführt mit dem textilen Wandbild World Mask (2014) einen eklektizistischen Ritt sowohl durch diverse Kulturkreise, als auch durch Maskentypen, welche rituelle, spirituelle oder karnevaleske Funktionen haben.

Es sind rund 160 Werke unterschiedlichster Medien ausgestellt, die mehrheitlich in den letzten zehn Jahren entstanden sind.

Begleitend zur Ausstellung ist eine reich bebilderte Publikation (D/E) erhältlich. Der Künstler und Designer Christoph Hefti gestaltete ein Seidenfoulard.

Zum umfangreichen Rahmenprogramm siehe bitte die Website des Museums.

Info:

1. September 2019 – 5. Januar 2020

MASKE

Aargauer Kunsthaus
Aargauerplatz
5001 Aarau
Schweiz

www.aargauerkunsthaus.ch

Vernissage:
Sa, 31. August 2019, 18 Uhr

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Nah am Leben
200 Jahre Gipsformerei

Mit ‘Nah am Leben. 200 Jahre Gipsformerei’ feiern die Staatlichen Museen zu Berlin das zweihundertjährige Jubiläum ihrer ältesten Einrichtung. Seit 1819 fertigt die Gipsformerei in alter Handwerkstradition Abgüsse bedeutender Bildwerke von der Vor- und Frühgeschichte bis ins 20. Jahrhundert. Die Sonderausstellung thematisiert die Abformung in umfassender Weise als eine seit der Antike überlieferte Praxis der bildnerischen Annäherung an das Leben.

Ausstellungsansicht
Sonderausstellung ‘Nah am Leben – 200 Jahre Gipsformerei’ in der James-Simon-Galerie, 2019
Foto: © Staatliche Museen zu Berlin / David von Becker, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung geht der These nach, dass die Abformung dasjenige Verfahren ist, das dem Leben (und dem Tod) buchstäblich am nächsten zu kommen vermag. Anhand von 200 Objekten – v. a. plastische Objekte, aber auch Gemälde, Bücher, Druckgrafik, Fotografie und Video – macht sie die Bedeutung der Abformung in der Geschichte der Bildhauerei deutlich. Vom Abguss eines Krokodils über die verschiedenen Arten der Lebend- und Totenmaske wird der Bogen bis hin zu prominenten Werken der Kunst geschlagen, die mit Hilfe von Körperabformungen entstanden sind.

‘Nah am Leben’ ist die erste umfangreiche Präsentation des Sammlungsbestandes der Berliner Gipsformerei. Die Ausstellung erschliesst das mehrere Tausend Stücke umfassende Konvolut von Mastermodellen, Formen und Malmodellen querschnittsartig und stellt ihm Objekte aus den anderen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin sowie herausragende Leihgaben aus dem In- und Ausland gegenüber. Eine zentrale Rolle spielt hier die zeitgenössische Kunst, anhand derer die Emanzipation des Abgusses vom technischen Hilfsmittel zum eigenständigen Kunstwerk nachvollzogen werden kann.

Mit der Ausstellung eröffnen die Staatlichen Museen zu Berlin aber auch eine neue Spielfläche auf der Museumsinsel: den Sonderausstellungsraum in der neu errichteten James-Simon-Galerie. Anlässlich ihres Jubiläums kehrt die Gipsformerei damit zu ihren historischen Wurzeln zurück: So war die Königlich-Preussische Gipsgussanstalt in den 1840er Jahren im Souterrain des Alten Museums untergebracht, während die komplette erste Etage des Neuen Museums allein der Gipsabgusssammlung gewidmet wurde. Den engen Verknüpfungen der Gipsformerei mit den Skulpturenbeständen der Staatlichen Museen zu Berlin geht die Ausstellung zudem anhand einer ‘Gipsspur’ nach, die sich in Form von ausgesuchten Interventionen durch die Dauerausstellungen auf der Museumsinsel zieht.

Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation.

Info:

30. August 2019 – 1. März 2020

Nah am Leben.
200 Jahre Gipsformerei

James-Simon-Galerie
Museumsinsel Berlin
Bodestrasse
10178 Berlin
Deutschland

www.smb.museum/ausstellungen

Am 5. September 2019 um 19 Uhr findet in der James-Simon-Galerie die Filmpremiere der ARTE-Dokumentation ‘Pergamon in Gips’ statt. Anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Gipsformerei und der damit verbundenen Ausstellung ‘Nah am Leben’ porträtiert der Dokumentarfilm erstmals die Arbeit der Kunstmanufaktur, beobachtet die Gipskunstformer*innen bei der Ausübung dieses selten gewordenen traditionellen Handwerks und gibt Einblicke in die über 7.000 historische Gipsformen umfassende Sammlung.

Die Dokumentation wird auf ARTE am Sonntag, 15. September 2019 um 15.30 Uhr ausgestrahlt. Danach ist der Film bis zum 15. Oktober 2019 in der ARTE-Mediathek abrufbar.

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20 Jahre Zonta Regio Kunstpreis

Im Zweijahresrhythmus vergeben die Zonta Clubs der Region Dreiländereck Deutschland – Schweiz – Frankreich einen Kunstpreis mit dem Ziel, die Arbeit von Künstlerinnen zu fördern und eine breitere Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen. Die zehnmalige Vergabe des Preises wird nun mit einer Jubiläumsausstellung im Haus Salmegg in Rheinfelden begangen.

Plakat

Im Jahr 2015 hat Judith Mundwiler den Zonta Regio Kunstpreis für ihr bisheriges Schaffen erhalten – hier geht’s zu meinem damaligen Bericht – und darf nun zusammen mit allen Preisträgerinnen der letzten zwanzig Jahre an dieser Jubiläumsausstellung teilnehmen.

Plakat

In der Würdigung Judith Mundwilers aus dem Jahr 2015 heisst es:

‘Ob von Hand oder maschinell genäht, gestickt oder in mehreren Stoffschichten lose übereinander verbunden – stets erschafft sie textile Werke auf höchst kreative Weise. Der wertschätzende und schöpferische Umgang mit Materialien und Ressourcen veranlasst sie, neben unterschiedlichen Stoffen auch recycelte Alltagsgegenstände – wie Alufolie, gebrauchte Teebeutel, Samen, Draht etc. – in ihre Arbeiten zu integrieren.’

Judith Mundwiler: Move on
Foto: Judith Mundwiler, von der Künstlerin freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Daran hat sich nichts geändert. Ganz herzliche Gratulation, liebe Judith!

Info:

8. – 29. September 2019

20 Jahre Zonta Regio Kunstpreis

Haus Salmegg
Rheinbrückstrasse 8
79618 Rheinfelden
Deutschland

www.haus-salmegg.de
www.basel.zonta.ch

www.judithmundwiler.ch

Öffnungszeiten:
Sa / So. 12 – 17 Uhr

Vernissage:
So, 8. September 2019, 11.15 Uhr

***

Connecting Afro Futures. Fashion x Hair x Design

Mit ‘Connecting Afro Futures. Fashion x Hair x Design’ widmet sich das Kunstgewerbemuseum Berlin seit dem 24. August 2019 in einer Ausstellung erstmalig der komplexen und vielseitigen Welt des Modedesigns und der Haarstylings afrikanischer Herkunft. Es öffnet sich den dekolonialen Modediskursen und bezieht damit zugleich Position in der aktuellen Diskussion um die Ausrichtung von Museen und ihren Sammlungen.

Lamula Anderson
© Lamula Anderson
Foto: Othello Desouza Hartley, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Mode ist ein Regelsystem ganz eigener Art und gilt als Schrittmacher des sozialen Wandels. Eine innovative Generation von Designer*innen afrikanischer Herkunft denkt zeitgenössische afrikanische Mode und Haarstyling neu jenseits der (neo)kolonial geprägten Denkmuster und Schönheitsnormen. Sie ist dabei, die immer noch bestehende Hegemonie des westlichen Systems Mode aufzubrechen und neue Design-Hubs in ganz Afrika zu etablieren.

Adama Paris
© Adama Paris
Foto: Warner Fury, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Durch das dynamische Engagement der Akteur*innen in den verschiedenen Bereichen kreativen Schaffens und die schnelle Verbreitung in den Social Media entstehen neue Designpraktiken, Identitäten und visuelle Codes, die ein neues Afrikabild schaffen und transportieren. Dabei geht es nicht nur um ästhetische Aspekte, sondern vielmehr um ein kulturelles und politisches Engagement mit einem dezidiert dekolonialen Selbstverständnis.

Adama Paris
© Adama Paris
Foto: Warner Fury, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Eingeladen wurden mehrere Modedesigner*innen aus den beiden Fashion-Hubs Dakar in Westafrika und Kampala in Ostafrika sowie ein Künstler aus dem Benin, um die Räume des Kunstgewerbemuseums zu bespielen. Die eingeladenen Designer*innen und Künstler*innen erhielten eine Carte blanche, um ihre Visionen von afrikanischer Mode und Haar in eine Installation zu transformieren. Der Kick-Off des Projekts fand im November 2018 mit einem einwöchigen Workshop in Berlin statt. Nach zwei Projektstationen in Dakar und Kampala kehrt das Projekt nun zurück ins Kunstgewerbemuseum Berlin.

  • Modedesignerin Lamula Anderson von Lamula Nassuna (London/UK, Kampala/Uganda) schlägt in ihrer Mixed-Media-Installation ‘The Perfect Stereotype’ einen Bogen von historischen Frauenkleidern mit Tournüre über stereotype Farbzuordnungen in der Mode zum Afro.
  • Das Modelabel Bull Doff (Dakar/Senegal) entwickelte eine Arbeit auf Basis seiner aktuellen Kollektion 54Punk, die traditionelles Handwerk mit Punk Rock verbindet.
  • Der Künstler Meschac Gaba (Cotonou/Benin) zeigt Perückenskulpturen aus geflochtenem Kunsthaar, die nach Berliner Architektur-Ikonen gestaltet sind.
  • Die Modedesignerin José Hendo (London/UK, Kampala/Uganda) setzt sich in ihrer Arbeit ‘Barkcloth Connecting Afro Futures using Signs of the Now’ anhand des traditionellen ugandischen Materials bark-cloth mit Fragen der Nachhaltigkeit auseinander.
  • Multimedia-Künstlerin Njola Impressions (Kampala/Uganda) arbeitet mit recycelten Industrieabfällen. Ihre Praxis ist gemeinschaftsorientiert: mit den Menschen, für die Menschen; nicht nur für Galerien und Laufstege, sondern auch für die Strassen.
  • Adama Paris (Dakar/Senegal), Modedesignerin und Gründerin der Dakar Fashion Week und der Black Fashion Week, hinterfragt in ihrer Installation ‘Shameless Afro Hair’ Schönheitsideale und -normen für Haar und Mode im afrikanischen Kontext.
  • Die Künstlerin und Kuratorin Ken Aïcha Sy (Dakar/Senegal) von Wakh’Art stellt die Arbeit ‘Baadaye’ (Swahili für Zukunft) vor – eine foto- und videographische Befragung afrofuturistischer Visionen für den afrikanischen Kontinent.
  • Fashion Label Tondo Clothing (Kampala, Uganda) bringt seine VOUAFF nach Berlin – Visionen urbaner afrikanischer Zukunftsmode. VOUAFF schliesst die Lücke zwischen traditioneller afrikanischer Mode und aktuellen Modetrends in der urbanen Szene.

Die Ausstellung wird ergänzt durch Arbeiten der Illustratorin Diana Ejaita (Italien/Nigeria – Berlin/Germany) sowie Mode- und Musikvideos und Fotografien von Haar und Mode im afrikanischen Kontext. Ein Begleitprogramm mit künstlerischen Interventionen, Performances, Poetry, Workshops und Artist Talks rundet das Projekt ab.

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein gleichnamiger Magalog – ein Mix aus Modemagazin und Ausstellungskatalog im Kerber Verlag.

Weitere Fotos sind auf der Website des Museums zu finden.

Info:

24. August – 1. Dezember 2019

Connecting Afro Futures. Fashion x Hair x Design

Kunstgewerbemuseum
Matthäikirchplatz
10785 Berlin
Deutschland

www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/kunstgewerbemuseum

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Dorit Schubert
Zusammenspiel

Der Bayerische Kunstgewerbeverein e.V. in München eröffnet am 5. September 2019 zwei neue Schmuckausstellungen: ‘Dinge erzählen’ von Simone ten Hompel & Alessandra Pizzini …

Einladungskarte

.. sowie ‘Zusammenspiel’ von Dorit Schubert, die Textilkunst in Schneeberg studierte und eine für das Erzgebirge typische Handarbeits-Kunst sehr zeitgemäss interpretiert.

Einladungskarte

Die Begeisterung für die alte Handwerkskunst des ‘Spitze Klöppelns’ ist zugleich Quelle und Antrieb für Dorit Schuberts Arbeit. Die Diplom-Designerin klöppelt Ketten und Ohrschmuck, die zart und feingliedrig, gleichzeitig kraftvoll und deutlich wirken. Als Material verwendet sie Nylonfäden und dünnen Draht, so dass die Leichtigkeit von Spitze bewahrt bleibt. Unter ihren Händen entstehen dreidimensionale Körper, abstrakt und geometrisch, aber auch Gebilde, die an Knospen, Dolden oder Früchte erinnern. Auch die Farben für ihren Schmuck sind von der Natur inspiriert. Ketten und Ohrschmuck sind Einzelstücke, die ein harmonisches Zusammenspiel aus alter Handwerkskunst, neuem Material und Naturbetrachtung ergeben – echte Hingucker!

Info:

6. September – 12. Oktober 2019

Dinge erzählen
Simone ten Hompel & Alessandra Pizzini

Dorit Schubert
Zusammenspiel

Bayerischer Kunstgewerbeverein e.V.
Pacellistrasse 6 – 8
80333 München
Deutschland

www.bayerischer-kunstgewerbeverein.de

Eröffnung:
Do, 5. September 2019, 18.30 – 20.30 Uhr

Schmuckanprobe mit Dorit Schubert:
Fr, 27. September 2019, 15 – 18 Uhr

Erzählperformance:
Fr, 27. September 2019, 18 Uhr

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DORIS SALCEDO – TABULA RASA

Die kolumbianische Künstlerin Doris Salcedo erhält am 7. September 2019 den ersten Possehl-Preis für Internationale Kunst und wird mit einer Werkschau in Lübeck geehrt. Nach Ausstellungen in der Tate Modern (London 2007) und im Guggenheim Museum (New York 2015) richtet die Kunsthalle St. Annen vom 7. September – 3. November 2019 ihre erste Einzelausstellung in Deutschland aus.

Save The Date

In ihrer aktuellen, in der Ausstellung vertretenen, Werkreihe ‘Tabula Rasa I-IV’ setzt sich Salcedo künstlerisch mit Vergewaltigungen auseinander, die viele Frauen während des kolumbianischen Bürgerkriegs und der bis heute anhaltenden Gewaltherrschaft erlitten haben. Für diese Installation hat sie Tische, Symbole für das Leben und Wohnen, zerstört und in einem kleinteiligen Arbeitsprozess mit Leim wieder zusammengefügt. Die wiederhergestellten Objekte zeigen deutliche Spuren ihrer Vernichtung. Den Alltagsobjekten wird auf materielle wie metaphorische Weise die Unmöglichkeit eingeschrieben, einen einmal begangenen Gewaltakt wieder rückgängig zu machen.

Werke wie ‘A Flor de Piel’ (2011-2012), ein grosses Tuch aus konservierten und filigran miteinander vernähten Rosenblättern, und ‘Plegaria Muda’ (2008-2010), übereinander gelagerte Holztische, aus denen feine Grashalme wachsen, rufen Stärke, Schönheit und Fragilität des Lebens in den Sinn und erinnern zugleich an die traurigen Schicksale einzelner Menschen. In der Ausstellung werden darüber hinaus einige der aus Rohseide und Sticknadeln bestehenden Objekte aus der Werkgruppe ‘Disremembered’ (2014-2015) zu sehen sein. Auch hier steht der Schmerz um die Abwesenheit von Menschen an zentraler Stelle: Ausgangspunkt für die Arbeiten waren Interviews mit Müttern aus Chicago, die ihre Kinder aufgrund von Waffengewalt verloren haben.

Doris Salcedo arbeitet nicht nur in künstlerischer Hinsicht äusserst umfassend und präzise, sondern auch im Hinblick auf die praktische Umsetzung ihrer Projekte, so bindet sie z.B. Opfer von Gewalt in die Erstellung ihrer Werke ein und verleiht ihnen dadurch eine Stimme.

Info:

7. September – 3. November 2019

DORIS SALCEDO – TABULA RASA

Kunsthalle St. Annen
St. Annen-Strasse 15
23552 Lübeck
Deutschland

www.kunsthalle-st-annen.de

Vernissage und Preisverleihung:
Sa, 7. September 2019, 19 Uhr

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‘textilkunstalternativ – die Alküns’
Was Frauen bewegt – was Frauen verbindet – was Frauen bewegen

Dieses Thema wurde von der Gruppe ‘textilkunstalternativ – Die Alküns’ in vielerlei Hinsicht ausgelotet …

Einladung

… beginnend bei Penelope aus der griechischen Mythologie über Hildegard von Bingen bis zur international tätigen Architektin Zaha Hadid – nicht nur die allseits bekannten Männer, sondern natürlich auch Frauen brachten die Geschichte voran, blieben jedoch oft weitgehend unbekannt.

Christina Tomala: Zaha Hadid, Detail
‘textilkunstalternativ – die Alküns’
Was Frauen bewegt – was Frauen verbindet – was Frauen bewegen
Foto freundlicherweise von den Alküns zur Verfügung gestellt

Dafür sorgten und sorgen auch existierende Netzwerke, die Männer bevorzugen und Frauen an die berühmte ‘gläserne Decke’ stossen lassen. Dagegen können nur eigene Frauennetzwerke helfen und manchmal reicht dafür schon ein verbindender Blickkontakt, wenn es z. B. in der vollen U-Bahn um das Einschreiten gegen eine Belästigung geht.

Birgit Friese: Frauennetzwerk, Detail
‘textilkunstalternativ – die Alküns’
Was Frauen bewegt – was Frauen verbindet – was Frauen bewegen
Foto freundlicherweise von den Alküns zur Verfügung gestellt

Einige Mitglieder der ‘Alküns’ werden vor Ort sein und freuen sich auf viele Besucher und interessante Gespräche.

Charlotte Heuel: Nachgedacht, Detail
‘textilkunstalternativ – die Alküns’
Was Frauen bewegt – was Frauen verbindet – was Frauen bewegen
Foto freundlicherweise von den Alküns zur Verfügung gestellt

Diese Ausstellung wird im Rahmen der Messe Nadel & Faden 2019 in Osnabrück gezeigt. Die bereits zum 25. Mal stattfindende Messe für textile Kunst und Handarbeit bietet zugleich ein umfassendes Angebot für Handarbeits- und DIY-Begeisterte und noch einiges mehr. Näheres auf der Website.

Key Visual

Info:

13. – 15. September 2019

‘textilkunstalternativ – die Alküns’
Was Frauen bewegt – was Frauen verbindet – was Frauen bewegen

Messe Nadel & Faden
OsnabrückHalle
Erdgeschoss Raum 03
Schlosswall 1 – 9
49074 Osnabrück
Deutschland

www.alkuens.de
www.nadelundfaden-osnabrück.de

Öffnungszeiten:
Fr / Sa: 10 – 18 Uhr
So: 10 – 17 Uhr

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The World of Anna Sui

Ab dem 12. September 2019 zeigt das Museum of Arts and Design in New York City die Sonderausstellung ‘The World of Anna Sui’ über die bekannte US-amerikanische Modeschöpferin und ihre Werke.

Opening Frühling 2012
Foto: Thomas Lau, Courtesy of Anna Sui
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In Detroit geboren und aufgewachsen, in New York ausgebildet und entdeckt, erfand Anna Sui in den 1990er Jahren mit der für ihren Look typischen Rock-and-Roll-Romantik die Popkultur neu und ist seitdem eine Designikone geblieben.

Anna Sui Fashion Show Herbst 1993
Foto: Roxanne Lowit, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Seit ihrer Premiere auf dem Laufsteg im Jahr 1991 hat Sui nicht nur die Kleidungsstücke, Textilien, Accessoires, Kosmetika und Interieurs, die ihr Designuniversum ausmachen, sondern auch den Lauf der Modegeschichte geprägt, indem sie den Boutique-Modelook populär machte.

Backstage-Foto, Frühling 2010, Circus Collection
Foto: Jessica Graylock, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Suis einzigartige Herangehensweise ist legendär: Als autodidaktische Historikerin für Kultur, Kunst und Mode nimmt sie Musik, Bücher, Ausstellungen, Filme, Zeiträume, Fotografie und Kunstbewegungen in ihre Entwürfe auf und schafft auf diese Weise Erzählungen.

Anna Sui Fashion Show Frühling 2004
Foto: Stuart Ramson, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Laufe der Jahre hat Sui zahlreiche Materialien und Inspirationen erforscht. Ihre Kollektionen sind voll von Referenzen zu Sportbekleidung, Armeejacken oder Minnie Mouse, um nur einige zu nennen, verarbeitet und kreativ durch den Filter von Anna Sui neu interpretiert.

Skizze der Tahiti Collection, Frühling 2016
Courtesy of Anna Sui
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Im Gegensatz zu anderen bekannten amerikanischen Designern erzählt Sui von Kopf bis Fuss Geschichten über Cowgirls, Grunge-Girls, Hippie-Girls, Hula-Girls, Piraten-Rockstars oder Surfernomaden. Die Ausstellung gibt Einblicke in die Entstehungsprozesse und lässt den Betrachter in ihre Fantasie eintauchen und beobachten, wie sie sich entfaltet.

Gigi Hadid und Caroline Trentini backstage
Tahiti Collection, Frühling 2016
Foto / Courtesy of: Jennifer Graylock
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

 ‘The World of Anna Sui’ zeigt ungefähr einhundert Looks aus dem Archiv der Designerin.

Diese Ausstellung wurde im Sommer 2017 bereits im Londoner Mode- und Textilmuseum gezeigt.

Info:

12. September 2019 – 23. Februar 2020

The World of Anna Sui

Museum of Arts and Design
Jerome and Simona Chazen Building
2 Columbus Circle
New York, NY 10019
USA

www.madmuseum.org

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Tuchmarkt

Am Sonntag, 15. September 2019 findet der alljährliche Tuchmarkt im Tuchmacher Museum Bramsche statt. In den historischen Produktionsräumen bauen Textilhandwerker*innen und –künstler*innen dicht an dicht ihre Stände auf. Individuelle Kleidung, Accessoires, aber auch Materialien für eigene kreative Projekte gehören zum Angebot. Passend zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum können die neuen, von der Bauhaus-Meisterin Gunta Stölzl inspirierten Wolldecken aus der Museumsproduktion erworben werden.

Einladungskarte
Foto: TMB

In der Färberei wird die ‘Kunterbunte Wollspinnerey’ den grossen Zinnkessel anheizen, um die Wolle des Museums mit dem Naturfarbstoff Krapp im ‘Bramscher Rot’ zu färben. Handarbeitstechniken wie das Nadelbinden oder das Spinnen mit der Handspindel können hier von allen ausprobiert werden und Kinder dürfen beim Nassfilzen selbst kreativ werden.

Ein Café-Bereich im Innenhof des Museums rundet das Angebot ab. Hier stehen auch wieder die friedlichen Coburger Fuchsschafe vom Kleinen Wollwerk aus Dissen und freuen sich auf Streicheleinheiten.

Info:

15. September 2019

Tuchmarkt

Tuchmacher Museum Bramsche
Mühlenort 6
49565 Bramsche
Deutschland

www.tuchmachermuseum.de

Einladung

Museumsprogramm 2. Halbjahr 2019

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Verena Sieber-Fuchs

Die Textilkunst-Galerie ‘art textil sent’ im Unterengadin zeigt in den beiden ersten Septemberwochen Werke der Künstlerin Verena Sieber-Fuchs – hier geht es zu meiner ausführlichen Ankündigung.

Einladung

Die Gestalterin verarbeitet textilfremde Materialien. Sie zerschneidet oder reisst diese in kleinste Teile, um sie anschliessend mit Hilfe alter Textiltechniken wie Stricken oder Häkeln wieder zu einem Ganzen zusammen zu fügen. Dabei entstehen zauberhafte Objekte mit überraschenden Texturen und haptischen Qualitäten. Die Materialien bekommen eine ganz neue Bedeutung. Die Werke – Schmuck, Hüte, Tuch etc. – bestechen durch ihre grossartige Ausstrahlung und gleichzeitig durch eine wunderbare Leichtigkeit.

Lassen Sie sich von den Arbeiten der Künstlerin Verena Sieber-Fuchs überraschen und verzaubern. Sie sind herzlich eingeladen.

Info:

31. August – 15. September 2019

Verena Sieber-Fuchs

art textil sent
Stron 277
7554 Sent
Schweiz

www.beatrice-lanter.ch
www.verenasieberfuchs.ch

Öffnungszeiten:
Di – So: 12 – 18 Uhr
Mo geschlossen

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Kunst im Quadrat: Jugendstilfliesen

Die Ausstellung zeigt Keramikfliesen aus der Zeit des Jugendstils, einer Epoche, die sich schon länger wieder wachsender Beliebtheit erfreut, da sie mit ihren so vielfältigen Gestaltungsmotiven eine ungeheure Fülle an Dekormöglichkeiten bietet. Dass vom Jugendstil nicht nur kunsthandwerkliche Gebrauchsgegenstände geprägt waren, sondern auch Architekturelemente, zeigt jetzt mit Wandfliesen aus einer Privatsammlung die Ausstellung im Glasmuseum Immenhausen.

Plakat

Mitte des 19. Jahrhunderts waren Wandfliesen aufgrund ihrer Herstellungstechnik noch verhältnismässig teuer und nur in wohlhabenden Haushalten vertreten. Die technische Entwicklung der industriellen Produktion ermöglichte es jedoch, Fliesen kostengünstig und in grossen Stückzahlen herzustellen und so fanden sich eindrucksvolle Wandverkleidungen auch in den Fluren und Treppenhäusern von einfachen Mietshäusern.

Zu sehen sind Fliesen aus verschiedenen Werkstätten im In- und Ausland, neben Deutschland vor allem aus Belgien, den Niederlanden und Frankreich. Die Motive sind vielfältig: neben üppigen Pflanzendarstellungen, vor allem Seerosen, tauchen Tierdarstellungen auf, verschlungene Girlanden, grafische Muster und Bordüren.

Über 150 Ausstellungsstücke beeindrucken durch die Farb- und Motivfülle und bringen die Vielfalt und das Dekorationsspektrum der Wandfliesen zum Ausdruck.

Info:

31. August – 17. November 2019

Kunst im Quadrat: Jugendstilfliesen im Glasmuseum Immenhausen

Glasmuseum Immenhausen
Am Bahnhof 3
34376 Immenhausen
Deutschland

www.immenhausen.de

Flyer

***

… und dann noch:

Haslach, ETN-Konferenz und Ausstellungen – Nachlese

Gabi Mett berichtet mit vielen Fotos auf ihrem Blog über den grossen Event

Judith Mundwilers Facebook-Account bietet ebenfall viele Bilder und Informationen, vor allem zu den Ausstellungen (Garden of Eden, Before Cotton), die ich hier bereits angekündigt hatte

Gerade erreicht mich auch noch eine Nachricht vom Veranstalter mit Links zu mehreren Fotogalerien, Pressespiegel und zu den neuen Kursen, die ab Oktober 2019 in Haslach stattfinden werden. Schauen Sie selbst:

https://www.gardenofeden2019.org/en/photo-gallery

https://textile-kultur-haslach.at/en/picture-gallery

https://textile-kultur-haslach.at/de/pressematerial

https://textile-kultur-haslach.at/de/wochenendkurse

***

Neuer Wettbewerb
HAND in HAND

Die Deutsch-Afghanischen Initiative e.V. Freiburg spricht eine herzliche Einladung zur Teilnahme an diesem Wettbewerb und Ausstellungsprojekt aus.

Hände … geben, nehmen, bitten, beten, arbeiten, sprechen, zeigen, grüssen, pflegen, verwöhnen und noch vieles mehr. Sie können gewalttätig und liebevoll zärtlich sein, sie lassen sich künstlerisch gestalten, sie gestalten Kunst. Auf Deutsch ist HAND in HAND auch die Bezeichnung dafür, wenn Menschen erfolgreich zusammenarbeiten.

Feriba
Wettbewerb und Projekt ‘HAND in HAND’
Foto: www.guldusi.com

HAND in HAND – vor allem auch die Idee der erfolgreichen Zusammenarbeit – passt perfekt zum Stickprogramm Guldusi, dessen Konzept vorsieht, dass eine Afghanin die kreative Arbeit beginnt und eine Europäerin oder ein Europäer mittels der Verwendung der Stickerei diese fortführt.

Das Projekt ist für jeden aus der EU und der Schweiz offen.

Bewerbungsfrist: 31. Mai 2021

Weitere Informationen und die genauen Teilnahmebedingungen sind auf der Guldusi-Website zu finden:

www.guldusi.com

***

Tag des offenen Denkmals 2019

‘Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur’ lautet das Motto zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September 2019. Anlässlich des Jubiläums ‘100 Jahre Bauhaus’ laden Tausende Denkmale quer durch Deutschland dazu ein, den Blick auf revolutionäre Ideen und Fortschritte aller Jahrhunderte zu richten. Koordinert wird Deutschlands grösste Kulturveranstaltung durch die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz. Alles, was man dazu wissen muss, findet man auf der Website:

www.tag-des-offenen-denkmals.de

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8th Biennial of Contemporary Textile Art

Vom 17. September – 3. November 2019 findet in Madrid die achte Biennale zeitgenössischer Textilkunst unter dem Titel ‘The Sustainable City’ statt.

Key Visual

An mehreren Standorten sind zahlreiche hochinteressante Ausstellungen zu sehen und parallel dazu werden vom 18. – 20. September 2019 Workshops namhafter Dozent*innen aus aller Welt sowie Vorträge internationaler Referent*innen angeboten. Das komplette Programm findet man auf der Internetseite der World Textile Art Organization (WTA):

www.madrid2019.wta-online.org

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Bitte beachten Sie auch die folgenden, von mir bereits ausführlich vorgestellten und im September endenden Ausstellungen:

Balenciaga y la pintura española

Derzeit präsentiert das Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid eine bemerkenswerte Ausstellung, die das Werk des baskischen Couturiers Cristóbal Balenciaga (1895-1972), einem der angesehensten und einflussreichsten Modedesigner aller Zeiten, mit der Tradition der spanischen Malerei des 16. – 20. Jahrhunderts in Verbindung bringt: ‘Balenciaga y la pintura española’ (‘Balenciaga und die spanische Malerei’).

Hier zu finden: https://blog.bernina.com/de/2019/08/balenciaga-y-la-pintura-espanola/

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CONSTRUCT: The 62 Group of Textile Artists

The 62 Group zeigt momentan eine neue Ausstellung zum Thema ‘CONSTRUCT’ in der Sunny Bank Mills Gallery in der Nähe von Leeds (UK). Die Galerie hat einen guten Ruf für die Präsentation zeitgenössischer Textilkunst – und das in einem Kontext, der reich an historischen Bezügen zu Textilien ist. The 62 Group, eine Gruppe professioneller Textilkünstler*innen, verfolgt ein ambitioniertes Ausstellungsprogramm.

Hier zu finden: https://blog.bernina.com/de/2019/08/construct-the-62-group-of-textile-artists/

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Seet van Hout – Building the Garden

Noch bis zum 15. September 2019 präsentiert die Städtische Galerie in der Reithalle in Paderborn-Schloss Neuhaus die Ausstellung ‘Seet van Hout – Building the Garden’ – eine Empfehlung von einer Quiltfreundin, die mich darauf hingewiesen hat. Und ich kann es gleich vorwegnehmen: Ich bin hin und weg! Danke Monika!

Hier zu finden: https://blog.bernina.com/de/2019/08/seet-van-hout-building-the-garden/

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Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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Kommentare zu diesem Artikel

8 Responses

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  • monika

    Liebe Gudrun,                                                                                                                                                   kaum zurück aus dem Urlaub bist Du schon wieder in Aktion. DANKE für all die spannenden Tipps! Leider komme ich wieder nicht ins Elsass und freue mich deshalb schon auf Deine Berichterstattung von dem großen Event!                                                                                       Sonnige Grüße von   monika

    • Gudrun Heinz

      halli hallo monika,

      ganz herzlichen dank für deine liebe reaktion! ja, ich bin wieder in aktion 🙂 gerade habe ich den ausstellungskalender auf meiner eigenen website aktualisiert, der immer länger wird.

      http://www.quiltsundmehr.de/AUSSTELLUNGSKALENDER.htm

      mit dem besuch im elsass und verschiedenen geburtstagen in der nächsten zeit, die zusätzlich zum alltäglichen kommen, wird voraussichtlich die zeit für den BERNINA blog knapp. dabei eröffnen im herbst wieder so viele interessante neue ausstellungen, ich seh schon, die auswahl wird schwer! na, mal sehen.

      beste grüsse

      gudrun

  • Martina Hilgert-Vervoort

    Hallo Gudrun,

    das sind wieder total tolle Veranstaltungen. Vielen Dank für diese Hinweise. Das macht total Lust hinzugehen. Vielleicht sehen wir uns im Silbertal?

    LG Martina

    • Gudrun Heinz

      halli hallo martina,

      wie schön von dir zu hören und zu lesen, danke vielmals. ja, das silbertal steht auf meiner liste und ich freue mich auf viele begegnungen, vielleicht kreuzen sich dort auch unsere wege wieder einmal – wäre sehr schön! und ich bin natürlich schon sehr gespannt, was es ausstellungsmässig zu sehen gibt – du doch bestimmt auch, oder?

      beste grüsse

      gudrun

  • Birgit Berndt

    Hallo Gudrun,

    tolle Eindrücke von den unterschiedlichsten Ausstellungen. Auch dein Quilt über die Lichtverschmutzung beeindruckt mich wieder. Du hattest ihn schon einmal gezeigt, meine ich mich zu erinnern?!  Die Jugendstilfliesen finde ich wunderbar. Ich habe einfach ein Faible für schöne Fliesen… Übrigens war ich ebenfalls in den Bergen unterwegs, allerdings in Österreich.

    Viele Grüße

    Birgit

    • Gudrun Heinz

      halli hallo birgit,

      1000 dank, freut mich sehr zu lesen!

      ich hoffe, du hattest einen schönen urlaub. bei uns machte das wetter leider nicht mit, so dass wir vorzeitig abbrachen. wir hatten die falsche ecke erwischt, sonst überall sonne satt …

      meinen quilt ‘Lichtverschmutzung’ kennst du vielleicht schon aus meinem beitrag zum goldenen 125-jährigen BERNINA jubiläum:

      https://blog.bernina.com/de/2018/01/quilts-mit-goldenen-effekten/

      und bestimmt ist er auch in den ausstellungshinweisen auf die radiation-ausstellung auf dem einen oder anderen foto. freut mich aber, dass er immer noch gefällt – dankeschön!

      beste grüsse

      gudrun

  • ERIKA BORNEMANN

    Liebe Gudrun,

    deine Ausstellungsvorschläge sind wieder einmal so umfangreich, dass man sich den gesamten Sonntag damit beschäftigen kann.

    Beim ersten schnellen Durchsehen , fiel mir deine Arbeit auf, die sich mit der Lichtverschmutzung beschäftigt. Ein sehr wichtiges Thema, weswegen mein Mann als Astrofotograf und Hobbyastronom schon in Berlin vorgesprochen hat. Leider kommt es in den Köpfen der Leute nicht an und für die Politik ist die Sache nicht wichtig genug.

    Trotzdem schön, dass du es aufgegriffen hast.

    Danke für die umfangreiche Ausstellungsübersicht, die mir sehr interessant zu sein scheint.

    Liebe Grüße

    Erika

    • Gudrun Heinz

      halli hallo erika,

      vielen lieben dank für deinen ausführlichen kommentar, über den ich mich sehr freue. ich hoffe, dass ich – wie immer – ein breites angebot an tipps zusammenstellen konnte, so dass viele etwas davon haben. das war diesmal nicht so ganz einfach, da wir erst heute aus dem urlaub zurückgekehrt sind und ich die tipps also schon vor 2 – 3 wochen fertig haben musste. leider gab es in den oberbayerischen bergen kaum internet-zugang für uns …

      mein quilt ‘Light Pollution’ (‘Lichtverschmutzung’) ist speziell für die ausstellung ‘Radiation / Strahlung’ 2014 entstanden, die von angelika henrichs und barbara lange organisiert wurde und eine brücke zwischen wissenschaft und kunst schlug: 80 quilts und textile objekte, die sich mit aspekten der teilchenphysik seit dem urknall bis hin zu gesellschaftlichen themen der gegenwart befassten. näheres dazu findest du hier:

      https://blog.bernina.com/de/2014/11/ausstellungstipps-im-dezember/

      ich hatte zuvor in einer ausstellung in ulm grosse, von der NASA aus dem all aufgenommene fotos gesehen und vor allem die nachtaufnahmen von der erde beeindruckten mich sehr. damals waren diese noch nicht so gängig wie heute, wo sich z.b. auch die wetterkarten solcher aufnahmen bedienen. und dann kam die einladung zur teilnahme an ‘Radiation’, dieses thema ‘lichtverschmutzung’ erschien mir wichtig, es hatte noch keine andere gewählt und so kam es dazu, dass ich es umsetzte. vor einigen wochen kam die anfrage aus riga, über die ich mich auch sehr freute. ich habe leider noch keine bilder, aber bin sicher, dass mir elina lusis-grinberga noch welche zukommen lässt … für den nächsten riga-bericht 🙂

      nochmals vielen dank!

      herzlich

      gudrun

       

       

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